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Jesus ist am Leben!Jesus — der Weg, die Wahrheit, das Leben
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Währenddessen eilen die anderen Frauen zu den Jüngern, um ihnen von Jesu Auferweckung zu erzählen. Plötzlich steht Jesus vor ihnen und sagt: „Seid gegrüßt!“ Da fallen die Frauen vor ihm auf die Knie und erweisen ihm ihre Ehrerbietung. Jesus beruhigt sie: „Habt keine Angst! Geht und erzählt alles meinen Brüdern, damit sie nach Galiläa gehen und mich dort treffen“ (Matthäus 28:9, 10).
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Der auferweckte Jesus erscheint vielen JüngernJesus — der Weg, die Wahrheit, das Leben
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KAPITEL 135
Der auferweckte Jesus erscheint vielen Jüngern
LUKAS 24:13-49 JOHANNES 20:19-29
JESUS ERSCHEINT AUF DER STRASSE NACH EMMAUS
ER ERKLÄRT SEINEN JÜNGERN DIE SCHRIFTSTELLEN ÜBER DEN CHRISTUS
THOMAS ÜBERWINDET SEINE ZWEIFEL
Es ist Sonntag, der 16. Nisan. Die Jünger sind sehr niedergeschlagen. Sie können sich einfach nicht erklären, warum Jesu Grab leer ist (Matthäus 28:9, 10; Lukas 24:11). Später am Tag verlassen Kleopas und ein anderer Jünger Jerusalem und machen sich auf den Weg in das 11 Kilometer entfernte Emmaus.
Während sie sich darüber unterhalten, was alles geschehen ist, schließt sich ihnen ein Fremder an und fragt: „Worüber diskutiert ihr denn hier auf dem Weg so lebhaft?“ Kleopas antwortet: „Wohnst du als einsamer Fremder in Jerusalem, dass du nicht mitbekommen hast, was in den letzten Tagen dort passiert ist?“ „Was ist denn passiert?“, erkundigt sich der Fremde (Lukas 24:17-19).
„Das mit Jesus, dem Nazarener“, antworten die Jünger. „[Wir haben] gehofft, er wäre derjenige, der Israel befreien wird“ (Lukas 24:19-21).
Dann erzählen sie ihm, was an diesem Tag alles geschehen ist. Ein paar Frauen sind zu Jesu Grab gegangen, aber es war leer. Anschließend hatten sie ein übernatürliches Erlebnis: Engel sind ihnen erschienen und haben ihnen mitgeteilt, dass Jesus lebt. Darauf sind auch andere zum Grab gegangen und „es war so, wie die Frauen berichtet hatten“ (Lukas 24:24).
Die beiden Jünger sind sichtlich verwirrt. Ihre Überlegungen führen sie in die falsche Richtung, was sie daran hindert, zu glauben, dass Jesus wirklich auferweckt worden ist. Um ihnen zu helfen, sagt der Fremde mit Bestimmtheit: „Ach, ihr Unverständigen! Wie langsam euer Herz doch darin ist, an all die Aussagen der Propheten zu glauben! Musste der Christus nicht das alles erleiden und in seine Herrlichkeit gelangen?“ (Lukas 24:25, 26). Dann erklärt er ihnen viele Schriftstellen, die mit dem Christus zu tun haben.
Als sie Emmaus fast erreicht haben, drängen die Jünger den Fremden: „Bleib bei uns. Es ist schon fast Abend, der Tag geht zu Ende.“ Er ist einverstanden. Beim Abendessen spricht der Fremde ein Gebet, nimmt ein Brot, bricht es und reicht es weiter. Da erkennen die Jünger ihn! Doch im nächsten Moment ist er verschwunden (Lukas 24:29-31). Jetzt wissen sie es mit Sicherheit: Jesus ist am Leben!
Aufgeregt sagen sie: „Brannte nicht unser Herz in unserem Innern, als er unterwegs mit uns redete und uns die Schriften völlig erschloss?“ (Lukas 24:32). Sie eilen zurück nach Jerusalem, wo die Apostel mit den anderen Jüngern versammelt sind. Doch noch bevor sie etwas sagen können, erzählt jemand: „Der Herr ist tatsächlich auferweckt worden und er ist Simon erschienen!“ (Lukas 24:34). Dann berichten Kleopas und sein Gefährte von ihren Erlebnissen. Auch sie haben Jesus mit eigenen Augen gesehen!
Plötzlich steht Jesus mitten im Raum und sagt ruhig: „Friede sei mit euch!“ Aber sie haben aus Angst vor den Juden doch alle Türen verschlossen! Wie kann es sein, dass er jetzt vor ihnen steht? Vor lauter Angst und Schrecken meinen sie wie früher schon, „einen Geist zu sehen“ (Lukas 24:36, 37; Matthäus 14:25-27).
Aber es ist keine Erscheinung und auch keine Einbildung. Jesus zeigt ihnen seine Hände und Füße, um ihnen zu beweisen, dass er wirklich einen menschlichen Körper hat. „Warum seid ihr so beunruhigt, und warum lasst ihr in eurem Herzen Zweifel aufkommen?“, fragt er sie. „Schaut euch doch meine Hände und meine Füße an, dann seht ihr, dass ich es bin. Fasst mich ruhig an und überzeugt euch selbst. Ein Geist ist ja schließlich nicht aus Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht“ (Lukas 24:36-39). Sie sind außer sich vor Freude und Staunen. Aber trotzdem können sie es noch nicht ganz glauben.
Jesus versucht es anders. Er fragt: „Habt ihr etwas zu essen da?“ Sie geben ihm ein Stück gebratenen Fisch und er isst es. Dann erklärt er: „Als ich [vor meinem Tod] noch bei euch war, habe ich euch gesagt, dass sich alles erfüllen muss, was im Gesetz von Moses, in den Schriften der Propheten und in den Psalmen über mich steht“ (Lukas 24:41-44).
Wie vorher schon Kleopas und seinem Gefährten hilft Jesus nun auch allen anderen, die in dem Raum versammelt sind, die Schriften zu verstehen. Er sagt: „In den Schriften steht Folgendes: Der Christus wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und auf der Grundlage seines Namens wird in allen Völkern Reue zur Sündenvergebung gepredigt werden — angefangen von Jerusalem. Von alldem sollt ihr Zeugen sein“ (Lukas 24:46-48).
Aus irgendeinem Grund ist der Apostel Thomas nicht dabei. Als ihm die anderen in den nächsten Tagen begeistert erzählen: „Wir haben den Herrn gesehen!“, sagt er: „Das glaube ich erst, wenn ich die Spuren der Nägel an seinen Händen sehe und meine Finger in die Wunde lege und ihm mit meiner Hand an die Seite fasse“ (Johannes 20:25).
Acht Tage später sind die Jünger wieder in einem verschlossenen Haus und diesmal ist Thomas dabei. Wieder erscheint Jesus in einem materialisierten Körper in ihrer Mitte und begrüßt sie mit den Worten: „Friede sei mit euch!“ Dann fordert er Thomas auf: „Leg deinen Finger hierher und sieh dir meine Hände an, und fass mir mit deiner Hand an die Seite, und hör auf zu zweifeln und glaube.“ Da ruft Thomas: „Mein Herr und mein Gott!“ (Johannes 20:26-28). Er hat keine Zweifel mehr: Jesus ist am Leben und repräsentiert als göttliches Wesen Jehova Gott.
Jesus antwortet Thomas: „Glaubst du, weil du mich gesehen hast? Glücklich sind die, die nicht gesehen haben und trotzdem glauben“ (Johannes 20:29).
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Am See von GaliläaJesus — der Weg, die Wahrheit, das Leben
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KAPITEL 136
Am See von Galiläa
JESUS ERSCHEINT AM UFER DES SEES VON GALILÄA
PETRUS UND ANDERE SOLLEN JESU SCHAFE HÜTEN
Am letzten Abend mit seinen Aposteln hat Jesus zu ihnen gesagt: „Nachdem ich auferweckt worden bin, werde ich euch nach Galiläa vorausgehen“ (Matthäus 26:32; 28:7, 10). Viele seiner Nachfolger machen sich nun auf den Weg dorthin. Aber was sollen sie tun, wenn sie da sind?
Petrus sagt zu sechs der anderen Apostel: „Ich gehe fischen“, worauf sie erwidern: „Wir kommen mit“ (Johannes 21:3). Aber die ganze Nacht lang geht ihnen nichts ins Netz. Als es hell wird, taucht Jesus am Strand auf, doch sie erkennen ihn nicht. Er ruft ihnen zu: „Kinder, ihr habt nichts zu essen, oder?“ „Nein“, antworten sie. Er fordert sie auf: „Werft das Netz auf der rechten Bootsseite aus und ihr werdet etwas fangen“ (Johannes 21:5, 6). Da fangen sie so viele Fische, dass sie das Netz nicht mehr einholen können.
„Es ist der Herr!“, sagt Johannes zu Petrus (Johannes 21:7). Schnell zieht Petrus sein Obergewand an, das er zum Fischen ausgezogen hatte, springt ins Wasser und schwimmt die knapp 100 Meter ans Ufer. Die anderen folgen ihm im Boot, das volle Netz im Schlepptau.
Am Ufer entdecken sie „ein Kohlenfeuer mit Fischen darauf und Brot“. Jesus sagt: „Bringt ein paar von den Fischen her, die ihr gerade gefangen habt“, und Petrus zieht das Netz an Land. Sie haben insgesamt 153 große Fische gefangen! „Kommt her und frühstückt“, lädt Jesus die Jünger ein. Keiner von ihnen traut sich ihn zu fragen, wer er ist, weil sie es eigentlich ja wissen (Johannes 21:9-12). Das ist nun das dritte Mal, dass Jesus mehreren Aposteln gleichzeitig erscheint.
Er versorgt alle mit Brot und Fisch. Danach sagt er — vermutlich mit Blick auf die Fische — zu Petrus: „Simon, Sohn von Johannes, liebst du mich mehr als diese?“ Mit anderen Worten: Bedeutet Petrus die Fischerei mehr als die Aufgabe, die Jesus für ihn hat? Petrus antwortet: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.“ Da sagt Jesus: „Weide meine Lämmer“ (Johannes 21:15).
Petrus ist bestimmt verwundert, als Jesus ihn wieder fragt: „Simon, Sohn von Johannes, liebst du mich?“ „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe“, erwidert Petrus in aller Aufrichtigkeit. Darauf sagt Jesus: „Hüte meine Schäfchen“ (Johannes 21:16).
Dann fragt ihn Jesus ein drittes Mal: „Simon, Sohn von Johannes, hast du mich lieb?“ Jetzt fragt sich Petrus wahrscheinlich ernsthaft, ob Jesus an seiner Loyalität zweifelt, und antwortet leidenschaftlich: „Herr, du weißt alles. Du weißt, dass ich dich lieb habe.“ Und wieder betont Jesus, was Petrus tun soll: „Weide meine Schäfchen“ (Johannes 21:17). Ja, alle die in Gottes Volk die Führung übernehmen, müssen sich um die Schafe in seiner Hürde kümmern.
Dann deutet Jesus an, was Petrus in der Zukunft erwartet. Jesus selbst wurde festgenommen und hingerichtet, weil er Gottes Auftrag erfüllt hat. Petrus steht etwas Ähnliches bevor. „Als du jünger warst“, sagt Jesus, „hast du dir deine Kleidung selbst angezogen und bist gegangen, wohin du wolltest. Aber wenn du alt bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich anziehen und dich an einen Ort bringen, wohin du nicht willst.“ Dann ermutigt er ihn: „Folge mir weiter nach“ (Johannes 21:18, 19).
Als Petrus’ Blick auf Johannes fällt, den Jesus besonders liebt, fragt er Jesus: „Und was ist mit ihm, Herr?“ Jesus antwortet: „Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht das dich an?“ (Johannes 21:21-23). Petrus soll ihm weiter nachfolgen, ohne sich darum zu kümmern, was andere tun. Dennoch deutet Jesus an, dass Johannes alle anderen Apostel überleben und in einer Vision sehen wird, wie er als König kommt.
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