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  • Der Segen Jehovas macht reich
    Der Wachtturm 1986 | 15. Juni
    • 4. Wie könntest du deinen geistigen Reichtum gefährden? (Offenbarung 3:17, 18).

      4 Dein Reichtum an Jehovas Segen kann aber durch einen anderen Reichtum — durch Geld oder materielle Güter — gefährdet werden. Kaum einer von uns (ob er nun finanziell abgesichert ist oder nur über begrenzte Mittel verfügt) würde bereitwillig zugeben: „Ich stehe wirklich in der Gefahr, durch Geldliebe abzuirren.“ Bedenke jedoch die Warnung: „Die Geldliebe ist eine Wurzel von schädlichen Dingen aller Arten, und indem einige dieser Liebe nachstrebten, sind sie vom Glauben abgeirrt und haben sich selbst mit vielen Schmerzen überall durchbohrt“ (1. Timotheus 6:10). Das wurde zu einer Zeit geschrieben, als alle anerkannten Christen mit Gottes Geist gesalbt waren — ein Unterpfand dafür, daß sie himmlische Herrscher mit Christus werden konnten. Wahrscheinlich hatten viele von ihnen die Apostel und andere, die mit Jesus gewesen waren, persönlich kennengelernt. Wenn das Geld bewirkte, daß sogar unter ihnen einige „abgeirrt“ sind, wie groß ist dann die Gefahr für uns! (2. Korinther 5:5; Römer 8:17, 23).

      Der Reiche und das Kamel

      5. Wie dachte Jesus über Reichtum?

      5 Jesus brachte oft die Gefahr des Reichtums zur Sprache, denn diese Gefahr betrifft jeden, ganz gleich, ob er reich ist oder nicht (Matthäus 6:24-32; Lukas 6:24; 12:15-21). Eine Grundlage für eine persönliche Prüfung wäre das, was Jesus bei einer Gelegenheit sagte, über die in Matthäus 19:16-24, Markus 10:17-30 und Lukas 18:18-30 berichtet wird. Halte doch inne, und lies einen oder alle Berichte!

      6, 7. (a) Welche Unterhaltung führte Jesus mit einem jungen Mann? (b) Welche Feststellung traf Jesus anschließend?

      6 Ein junger Vorsteher kam zu Jesus und fragte ihn: „Was soll ich tun, um ewiges Leben zu ererben?“ Jesus verwies ihn auf das Gesetz und machte ihn so darauf aufmerksam, daß Jehova nicht versäumt hatte, den Menschen zu zeigen, was notwendig ist. Der Mann erwiderte, er habe Gottes Gebote „von Jugend an“ gehalten. Ihm war, als sei er an der Tür zum Leben, aber er spürte, daß ihm noch etwas fehlte. Vielleicht dachte er, es fehle etwas Zusätzliches, eine Heldentat, die dann der endgültige Schritt durch die Tür zu ewigem Leben wäre. Jesu Erwiderung ist von umfassender Bedeutung: „Verkauf alles, was du hast, und verteil es an Arme, und du wirst einen Schatz in den Himmeln haben; und komm, folge mir nach!“ Was geschah? „Als er das hörte, wurde er tief betrübt, denn er war sehr reich [oder hatte viele Besitztümer].“ Daher ging der Mann weg (Lukas 18:18, 21-23; Markus 10:22).

      7 Danach erklärte Jesus: „Wie schwierig wird es für die sein, die Geld haben, in das Königreich Gottes hineinzugelangen! Es ist tatsächlich leichter für ein Kamel, durch das Öhr einer Nähnadel zu gehen, als für einen Reichen, in das Königreich Gottes einzugehen“ (Lukas 18:24, 25). Galt diese Feststellung nur jenem reichen Vorsteher? Oder betrifft sie auch dich, ganz gleich, ob du wohlhabend oder arm bist? Wir wollen sehen.

      8. (a) Wie kann man die Situation des jüdischen Vorstehers veranschaulichen? (b) Welchen Fehler hatte er, und warum ist das für uns von Interesse?

      8 Vielleicht kannst du die Situation jenes jungen Vorstehers besser verstehen, wenn du an eine neuzeitliche Entsprechung denkst — an einen anständigen jungen Christen mit einer guten Bibelkenntnis und einer vorzüglichen sittlichen Gesinnung, der aus einer wohlhabenden Familie stammt. Du magst einen solchen Menschen beneiden. Aber Jesus entdeckte bei dem jungen jüdischen Mann einen großen Mangel: Sein Wohlstand oder seine Besitztümer spielten eine zu große Rolle in seinem Leben. Daher gab Jesus ihm den besagten Rat. Du kannst sicher erkennen, warum dieser Bibelbericht für uns alle, ob arm oder reich, gilt. Geld und Besitztümer könnten einmal eine zu große Rolle spielen, und zwar bei irgendeinem von uns, ganz gleich, ob wir diese Dinge bereits haben oder uns danach sehnen.

      9. Woher wissen wir, daß Jesus nicht Reichtum an sich verurteilte?

      9 Jesus behauptete nicht, daß ein in materieller Hinsicht reicher Mensch Gott nicht dienen könne. Schon viele haben das getan. Auch jener junge jüdische Mann hatte es getan — bis zu einem gewissen Ausmaß. Man denke an den Steuereinnehmer Zachäus, der ‘reich war’ (Lukas 19:2-10). Manche gesalbte Christen im ersten Jahrhundert waren wohlhabend und wurden aufgefordert, „freigebig zu sein, bereit zu teilen“ (1. Timotheus 6:17, 18; Jakobus 1:9, 10). Ebenso gibt es heute einige wohlhabende Christen. Sie tragen oft großzügig zur Unterstützung des Königreichswerkes bei, stellen ihre Wohnung für Zusammenkünfte zur Verfügung und setzen ihr Auto im Dienst ein. Warum äußerte Jesus dann die Worte über den Reichen und das Kamel? Was können wir daraus lernen?

      10. Was können wir aus den Worten, die Jesus bei jener Gelegenheit äußerte, schlußfolgern?

      10 Mit der Anbetung Gottes zu beginnen ist eine Sache, aber treu zu bleiben bis ans Ende ist eine andere Sache (Matthäus 24:13; Philipper 3:12-14). Jesus mag das im Sinn gehabt haben, als er sagte: „Es ist leichter für ein Kamel, durch ein Nadelöhr hindurchzugehen, als für einen Reichen, in das Königreich Gottes einzugehen“ (Markus 10:25). Kein Kamel könnte sich durch das winzige Öhr einer Nähnadel zwängen. Jesus bediente sich hier offensichtlich einer Übertreibung, die nicht wörtlich genommen werden sollte. Dadurch zeigte er jedoch, wie schwer es für einen Reichen ist, etwas ganz Bestimmtes zu tun. Was? Nicht lediglich mit dem Dienst für Gott zu beginnen, sondern „in das Königreich Gottes einzugehen“, das heißt, wirklich ewiges Leben zu erlangen. Ganz gleich, wie es dir in finanzieller Hinsicht ergeht, können Jesu Worte eine Hilfe sein, was deine Denkweise betrifft, deinen geistigen Fortschritt und dein Bestreben, ewiges Leben zu erlangen.

      Warum ist es für die Reichen so schwer?

      11. Wie wurden die Armen und die Reichen durch Jesu Predigttätigkeit berührt?

      11 Durch die Predigttätigkeit Jesu und der Apostel wurde den ‘Armen die gute Botschaft verkündigt’ (Matthäus 11:5). Nicht, daß die Reichen benachteiligt wurden. Aber es scheint, daß mehr Arme ihre geistigen Bedürfnisse erkannten und auf die Botschaft der Hoffnung eingingen (Matthäus 5:3, 6; 9:35, 36). Die reichen Juden waren aufgrund ihrer Lebensumstände eher selbstzufrieden. (Vergleiche Lukas 6:20, 24, 25.) Dennoch gab es damals Ausnahmen, und es gibt sie auch heute. Einige wohlhabende Menschen nehmen die biblische Botschaft an und dienen Gott. Das kann zu einem wunderbaren Ergebnis für sie führen. So verhielt es sich mit Paulus, der sich nicht durch seine Position beirren ließ (Philipper 3:4-8). Nichtsdestoweniger sagte Jesus, für die Reichen sei es schwerer.

      „Die trügerische Macht des Reichtums“

      12, 13. (a) Was sagte Jesus in einem Gleichnis über Sorgen? (b) Warum stehen die Wohlhabenden vor einem zusätzlichen Hindernis?

      12 Gemäß Jesu Gleichnis von den Samenkörnern, die auf unterschiedlichen Boden fielen, gerieten einige „unter die Dornen, und die Dornen wuchsen auf und erstickten sie“. Er erklärte: „Was den betrifft, der unter die Dornen gesät wurde, dieser ist es, der das Wort hört, doch die Sorgen dieses Systems der Dinge und die trügerische Macht des Reichtums ersticken das Wort, und er bringt keine Frucht“ (Matthäus 13:7, 22). Fast auf allen Menschen lasten die „Sorgen dieses Systems der Dinge“. Das ist leicht zu erkennen im Falle einer Person, die verarmt, arbeitslos oder behindert ist. Ein finanziell abgesicherter Mensch mag zwar nicht die gleichen Sorgen haben, aber er könnte sehr besorgt sein über die Auswirkungen der Inflation, über Änderungen der Steuergesetze oder über die Gefahr, bestohlen zu werden. Daher können Wohlhabende wie auch Arme Sorgen haben (Matthäus 6:19-21).

      13 Jesus zeigte, daß einige auch durch die „trügerische Macht des Reichtums“ behindert würden. Das Streben nach finanziellem Erfolg kann ein alles verzehrendes Unterfangen sein. Der Millionär Aristoteles Onassis sagte einmal: „Nachdem man einen gewissen Punkt erreicht hat, wird das Geld unwichtig. Dann zählt der Erfolg. Es wäre vernünftig, wenn ich jetzt aufhören würde. Aber ich kann nicht. Ich muß immer höher und höher streben — allein schon wegen des Nervenkitzels.“ Ein Christ mag es als spannend empfinden, auf der beruflichen Erfolgsleiter hinaufzuklettern. Oder er läßt sich dazu verleiten, seine Erwerbstätigkeit weit über das Maß auszudehnen, das er früher als „ausreichend“ betrachtete. Statt seine Arbeit einzuschränken (oder in den Ruhestand zu gehen), um Vollzeitdiener zu werden, ‘bricht er seine Vorratshäuser [oder Wohnhäuser] ab und baut größere’. (Siehe Lukas 12:15-21.) Könnte es dir so ergehen? Denkst du, Gott würde jemandes Dienst unter solchen Umständen als ganzherzig betrachten? (Matthäus 22:37).

      14. Wie kann man veranschaulichen, daß der Reichtum einem Christen hinderlich sein könnte? (Sprüche 28:20).

      14 Reichtum (oder das Verlangen danach) kann jedoch noch auf andere Weise einen Christen daran hindern, „ewiges Leben zu ererben“. Zum Beispiel dadurch, daß die Liebe zum Reichtum ihn veranlassen könnte, weltliche Taktiken zu übernehmen, wie einen Teil seiner Gewinne zu verschweigen oder andere unehrliche, aber übliche Taktiken anzuwenden. Er mag, falls er ehrliche und hart arbeitende Mitchristen beschäftigt, seinen eigenen Gewinn ihrem Geistiggesinntsein voranstellen. Um sie an ihren Arbeitsplatz zu binden, mag er sie ermuntern, einen aufwendigeren Lebensstil anzustreben (oder gar für Luxusgüter Schulden zu machen). Da er ihr Chef ist, kann dieses Verhältnis sogar in Versammlungsangelegenheiten hineinspielen.

      15. Wie mögen einige der ersten Christen die schädlichen Auswirkungen des Reichtums verspürt haben? (Psalm 73:3-8, 12, 27, 28).

      15 Einige wohlhabende Christen im ersten Jahrhundert mögen zu denjenigen gehört haben, die der „trügerischen Macht des Reichtums“ zum Opfer fielen. Jakobus schrieb über das ‘Elend, das über die Reichen kommt’. Sie besaßen kostspielige Kleider, hatten Gold und Silber angehäuft, indem sie ihre Arbeiter unterbezahlten, und waren im Luxus fett geworden (Jakobus 5:1-5). Ähnlich verhält es sich heute. Häufig ermöglicht es der Wohlstand jemandem, viel zu essen und zu trinken, was seinem Körper schadet. Es ist ihm vielleicht auch möglich, ständig auf Reisen zu gehen, so daß er oft von der Ortsversammlung getrennt ist. Das bedeutet nicht, daß schöne Kleider, Schmuck, Nahrung und Reisen an sich schädlich sind. Doch für die „Reichen“, über die Jakobus schrieb, waren diese Dinge keine Hilfe; angesichts ihrer schwachen Geistesverfassung und ihrer Stellung vor Gott hatten sie Grund ‘zu weinen, zu heulen über das kommende Elend’.

      16. Warum machte Jesus eine solch eindeutige Aussage über Reichtum, und was solltest du dich fragen?

      16 Jesus wußte gewiß von dem Schmerz und von den Hindernissen, die einer geistigen Gesinnung der Reichen entgegenstehen können. Er wußte auch, daß materielle Güter buchstäblich verrotten oder wertlos werden können, was dem christlichen Reichtum niemals widerfahren kann (Sprüche 11:28; Markus 10:29, 30). Daher hat Jesus uns allen einen echten Dienst erwiesen, als er die warnenden Worte aussprach: „Wie schwierig wird es für die sein, die Geld haben, in das Königreich Gottes hineinzugelangen!“ (Lukas 18:24). Seine eindeutige Aussage kann uns selbst dann helfen, wenn wir nur über sehr begrenzte Mittel verfügen. Inwiefern? Indem wir jeglichen Ehrgeiz, jetzt reich zu werden, ersticken. Christen glauben, daß Jesus die Wahrheit redete. Wir glauben und halten uns an das, was Jesus über seinen Vater sagte, über das Ende des heutigen Systems und über das Entwickeln der Liebe. Jener Prediger der Wahrheit sagte auch: „Es ist leichter für ein Kamel, durch ein Nadelöhr zu gehen, als für einen Reichen, in das Königreich Gottes einzugehen“ (Matthäus 19:24).

  • Der Segen Jehovas macht reich
    Der Wachtturm 1986 | 15. Juni
    • [Kasten auf Seite 10]

      Reichtum und Familie

      WENN du über die möglichen Auswirkungen des Reichtums nachdenkst, solltest du nicht deine Familie übersehen. Betrachte folgende Beispiele:

      Aus Kanada kommt ein Bericht von Psychiatern, die Kinder von Superreichen beobachtet haben: „Das Leben langweilt sie. Sie haben keine Ziele, außer daß sie sich selbst gefallen wollen, und sie können nicht die geringste Frustration ertragen. Sie verspüren kaum irgendwelche Emotionen. Ihr Hauptbestreben besteht darin, Sachen zu kaufen, zu reisen und neue Möglichkeiten des Nervenkitzels auszukundschaften.“

      In der New York Times hieß es über einen ehemaligen Millionär: „Als er im Geschäftsleben erfolgreicher wurde und zu Reichtum kam, vollzog sich, wie er sagte, in seiner Familie ein Wandel. ‚Meine Frau und meine Töchter beurteilten andere nur nach dem Geld, das sie hatten, und wenn ich der einen Tochter ein Haus im Wert von 300 000 Dollar schenkte, mußte ich der anderen 300 000 Dollar in bar geben.‘“ Nachdem er einen Herzanfall erlitten hatte und „sich mit ansehen mußte, was der Reichtum seiner Frau und seinen Kindern angetan hatte“, änderte er seinen Lebensstil.

      Arnold Hottinger machte folgende Beobachtungen in bezug auf ein ölreiches Land im Nahen Osten: „Die Krankheitserscheinungen in Verbindung mit dem Reichtum sind auch den vielen ausländischen Ärzten vertraut, die hierherkommen, um viel Geld zu verdienen. Wie sie berichten, sind nirgendwo psychosomatische Beschwerden so verbreitet wie hier — Beschwerden, die echte Leiden hervorrufen, aber nicht durch ein nachweisbares Versagen des physischen Organismus verursacht werden. Es gibt, wie sie sagen, junge Leute, die alle Anzeichen von Altersbeschwerden haben, und alte Menschen, die sich wie Jugendliche benehmen.“

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