-
Was ist wirklich von Wert?Der Wachtturm 1986 | 15. Juni
-
-
Was ist wirklich von Wert?
„Viele von ihnen führen ein unausgefülltes Leben. Sie können sich auf keine Arbeit konzentrieren und keine dauerhaften Beziehungen aufbauen. Sie bewegen sich ziellos in einer isolierten Sphäre — und niemand kümmert es. Der Grund: Sie sind sehr reich“ (The New York Times, 15. Mai 1984).
DU WEISST nur zu gut, daß Nahrungsmittel, Kleidung, eine Wohnung, die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel sowie ärztliche Hilfe und andere lebensnotwendige Dinge Geld kosten. Wahrscheinlich bist du dir darüber im klaren, daß man in einer modernen Gesellschaft ohne Geld kaum leben könnte, denn es trifft zu, was die Bibel sagt: „Geld ist das, was in allen Dingen eine Erwiderung findet“ (Prediger 10:19).
Der Zeitungsartikel, aus dem das obige Zitat stammt, beschäftigte sich mit den emotionalen Problemen der Reichen. Das Leben vieler Menschen dreht sich um den Erwerb von Geld und Besitz, obwohl damit eindeutig Gefahren verbunden sind. Habsucht und Ehrgeiz können mitunter tödlich sein. Man hört von Männern zwischen 30 und 50, die sich bei ihrer Arbeit so verausgabt haben, daß sie einem Herzinfarkt erlegen sind. Einige von ihnen haben ihre Gesundheit, ja selbst ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um ihre Gier nach Geld und Besitz zu befriedigen. Man muß nicht besonders religiös sein, um einzusehen, daß sie besser daran getan hätten, die Worte Jesu zu beachten: „Welchen Nutzen wird ein Mensch haben, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber seine Seele einbüßt? Oder was wird ein Mensch zum Tausch für seine Seele geben?“ (Matthäus 16:26).
Was ist wirklich von Wert?
Es gibt bekanntlich unzählige Dinge, nach denen man trachten könnte. In einigen Ländern betrachtet man einen Videorecorder, eine teure Sportausrüstung oder ein eigenes Haus als erstrebenswert. Woanders mögen die Wünsche bescheidener sein. Eine junge Frau wurde zum Beispiel Prostituierte, um Geld für schönere Kleider zu haben.
Da eine materialistische Lebensweise gefährlich ist, erhebt sich die Frage, wie wir uns davor schützen können. Müssen wir der Gesellschaft den Rücken kehren und, was einige getan haben, zum Einsiedler oder Eremiten werden? Wenn wir überlegen, was wirklich von Wert ist, sollten wir uns auch fragen: Was bringt mir auf Dauer echtes Glück und wahre Zufriedenheit?
Als Hilfe bei der Beantwortung dieser Fragen mag uns das Beispiel eines Mannes dienen, den man bereits jahrhundertelang als ein Vorbild achtet und bewundert. Er war ein rabbinischer Gesetzeskundiger und gehörte einer jüdischen Sekte des ersten Jahrhunderts an, deren Mitglieder als „geldliebend“ galten (Lukas 16:14). Dieser Mann namens Paulus hatte die Bildung und den nötigen Elan, um Reichtum anzuhäufen und sein Ansehen unter dem Volk ständig zu vergrößern.
Ein unvergeßliches Erlebnis ließ ihn jedoch erkennen, daß etwas ganz anderes von größtem Wert im Leben ist. Ganz gleich, ob du gegenwärtig derselben Auffassung bist oder nicht — es lohnt sich, über die Schlußfolgerung nachzudenken, zu der Paulus kam.
Für ihn gab es nichts Wertvolleres im Leben, als ein Jünger Jesu zu sein, der in Gottes Gunst steht. Das war in seinen Augen von so großem Wert, daß er als ein Apostel Jesu Härten und Verfolgung ertragen konnte. In dieser Beziehung glich er Moses, einem anderen berühmten Mann, der „die Schmach des Christus für größeren Reichtum achtete als die Schätze Ägyptens“ (Hebräer 11:26; 2. Korinther 11:23-27).
Wie du vielleicht weißt, hat es Paulus nie bereut, daß er seine prominente Stellung in der jüdischen Gesellschaft verlor, weil er ein christlicher Apostel wurde. Nach etwa 25jähriger Tätigkeit als ein Gott hingegebener Christ schrieb er: „Welche Dinge mir Gewinn waren, diese habe ich um des Christus willen als Verlust betrachtet. Ja, tatsächlich betrachte ich überhaupt auch alle Dinge als Verlust wegen des alles übertreffenden Wertes der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen habe ich den Verlust aller Dinge erlitten, und ich betrachte sie als eine Menge Kehricht, damit ich Christus gewinne und in Gemeinschaft mit ihm erfunden werde“ (Philipper 3:7-9). Es ist ohne weiteres zu erkennen, daß Paulus überzeugt war, etwas wirklich Wertvolles erlangt zu haben.
Die Wahl, die Paulus traf, bedeutete jedoch nicht, daß er völlig mittellos war. Man beachte beispielsweise seine Worte: „In allem und unter allen Umständen habe ich das Geheimnis kennengelernt, sowohl satt zu sein als auch zu hungern, sowohl Überfluß zu haben als auch Mangel zu leiden“ (Philipper 4:12).
Ganz gleich, wie du zum Christentum eingestellt bist, du wirst wahrscheinlich erkennen können, wie vorteilhaft sich die Wahl auswirkte, die Paulus traf. Daß er das Richtige für wertvoll erachtete, brachte ihm eine Zufriedenheit, die die reichsten Männer und Frauen der Welt vermissen. Der Öl-Milliardär Jean Paul Getty bekannte: „Geld macht nicht unbedingt glücklich; vielleicht unglücklich.“
Jemand mag indes behaupten, ein Christ zu sein, mag aber trotzdem das außer acht lassen, was von größtem Wert ist. So etwas geschah auch schon im ersten Jahrhundert, denn Paulus mußte von einem seiner Gefährten sagen: „Demas hat mich verlassen, weil er das gegenwärtige System der Dinge geliebt hat“ (2. Timotheus 4:10). Zu einer Zeit, wo er dem eingesperrten Apostel hätte helfen können, gab Demas auf, um die Annehmlichkeiten des gegenwärtigen Systems zu genießen.
Paulus wies auf die große Gefahr hin, die einem Christen durch eine materialistische Denkweise drohen könnte, wenn er sagte: „Die aber, die entschlossen sind, reich zu werden, fallen in Versuchung und in eine Schlinge und in viele unsinnige und schädliche Begierden, die die Menschen in Vernichtung und Verderben stürzen. Denn die Geldliebe ist eine Wurzel von schädlichen Dingen aller Arten, und indem einige dieser Liebe nachstrebten, ... haben [sie] sich selbst mit vielen Schmerzen überall durchbohrt“ (1. Timotheus 6:9, 10).
Vielleicht fragst du dich jetzt: „Welche Rolle sollte Geld oder Besitz in meinem Leben spielen?“ Mit dieser Frage möchten wir uns etwas eingehender beschäftigen, um festzustellen, welchen wirklich wertvollen Besitz man erlangen und bewahren kann.
-
-
Was ist deine Hoffnung — Gott oder der Reichtum?Der Wachtturm 1986 | 15. Juni
-
-
Was ist deine Hoffnung — Gott oder der Reichtum?
„Jahrelang schloß sie sich in ihrer Villa, die von einem schmiedeeisernen Zaun umgeben ist, hinter zwei verriegelten Eisentüren von der Außenwelt ab.“
DAS stand in einem Zeitungsbericht über eine reiche Witwe. Einbrecher hatten sie umgebracht und aus ihrem Haus Juwelen und 1 Million Dollar geraubt. Nachdem die Tote gefunden worden war, transportierten Polizisten mit einem Einkaufswagen weitere 5 Millionen Dollar in bar aus ihrem Haus ab. Sie fanden auch Tausende von „Geburtstagsgeschenken“. Auf den beiliegenden Karten stand „Für Jesus Christus“ oder „Für Gott“.
Die Millionenerbin, die offenbar keine Freunde hatte, lebte in ständiger Furcht. Frage dich: Wieviel waren die Millionen, die sie besaß, wirklich wert? Und überdies: Wie reich war sie gegenüber Gott? Es ist sicher jedem klar, daß man Gott nicht durch „Geburtstagsgeschenke“ gewinnen kann und daß der Frieden Gottes nicht auf dem Besitz von Reichtümern beruht. In der Bibel wird uns der Rat gegeben, unsere „Hoffnung nicht auf unsicheren Reichtum zu setzen, sondern auf Gott, der uns alle Dinge reichlich darbietet zum Genuß“ (1. Timotheus 6:17).
Warum ist der Reichtum so unsicher? Wahrscheinlich weißt du, wie wahr folgende Worte Jesu sind: „Hört auf, euch Schätze auf der Erde aufzuhäufen, wo Motte und Rost sie verzehren und wo Diebe einbrechen und stehlen“ (Matthäus 6:19). Auch kann ein Haus jederzeit in Flammen aufgehen. Einige Leute bewahren ihre wertvollen Dinge zwar in Banktresoren auf, aber sind nicht auch solche schon ausgeraubt worden? Selbst ein neues Auto wird einmal rosten.
Wie ist es um die Wirtschaft der einzelnen Staaten bestellt? In vielen Ländern herrscht Inflation; sie ist ein regelrechter Dieb, denn sie entwertet jedes Guthaben. „Als Deutschland Anfang der 20er Jahre von einer Hyperinflation heimgesucht wurde, benötigte man Körbe voll Geld, ... wenn man einkaufen ging ... Von August 1922 bis November 1923 stiegen die Preise um mehr als 1 Billion Prozent“ (The World Book Encyclopedia). Wie sehr man doch enttäuscht werden kann, wenn man auf Geld vertraut!
Jesus gab den weisen Rat: „Häuft euch vielmehr Schätze im Himmel auf, wo weder Motte noch Rost sie verzehren und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen“ (Matthäus 6:20). Worum handelt es sich bei diesen „Schätzen“? Um den guten Ruf, den sich jemand durch vortreffliche Werke erwirbt, um das Reichsein gegenüber Gott. Möglicherweise fragst du dich, was diesbezüglich erforderlich ist. Die Bibel zeigt, daß es unter anderem bedeutet, „Gutes zu wirken, reich zu sein an vortrefflichen Werken, freigebig zu sein, bereit zu teilen“ (1. Timotheus 6:18).
Geistiges und materielles Teilen mit anderen Menschen — besonders indem man ihnen durch die Teilnahme am Predigen, Lehren und Jüngermachen hilft, die Königreichshoffnung kennenzulernen — gehört zu den guten Werken, die Jehovas Anerkennung finden und wahre Befriedigung bringen. Auf der ganzen Erde gibt es heute Millionen von Zeugen Jehovas, die das bestätigen können. Nicht einmal durch den Tod geht jemand der Belohnung verlustig, die ein solches Aufhäufen von Schätzen im Himmel mit sich bringt. Wieso? Jesus hat verheißen: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer Glauben an mich ausübt, wird zum Leben kommen, auch wenn er stirbt“ (Johannes 11:25).
Kostbare Schätze, an denen wir uns jetzt erfreuen können
Paulus sprach davon, daß wir unsere Hoffnung „auf Gott“ setzen sollten, und zeigte, daß „Gott ... uns alle Dinge reichlich darbietet zum Genuß“ (1. Timotheus 6:17). Außer den lebensnotwendigen Dingen, für die der Höchste täglich sorgt, stellt er liebevoll kostbare Schätze für diejenigen zur Verfügung, die er anerkennt. Um welche Schätze handelt es sich?
In Sprüche 3:13-18 heißt es: „Glücklich ist der Mensch, der Weisheit gefunden hat, und der Mensch, der Unterscheidungsvermögen erlangt, denn sie als Gewinn zu haben ist besser, als Gewinn an Silber zu haben, und sie als Ertrag zu haben besser als selbst Gold. Sie ist kostbarer als Korallen, und alles andere, woran du Lust hast, kann ihr nicht gleichkommen. Länge der Tage ist in ihrer Rechten; in ihrer Linken sind Reichtum und Herrlichkeit. ... Sie ist ein Baum des Lebens für die, die sie ergreifen, und die sie festhalten, sind glücklich zu nennen.“ Somit ist Weisheit ein Schatz, wertvoller als alle irdischen Reichtümer.
Weisheit hat mit der richtigen Anwendung von Wissen zu tun. Es ist die Fähigkeit, sich Erkenntnis und Verständnis richtig zunutze zu machen, um Probleme zu lösen, Gefahren aus dem Weg zu gehen oder abzuwenden, bestimmte Ziele zu erreichen oder anderen dabei zu helfen. Bist du nicht auch der Meinung, daß wir heute solche Weisheit benötigen, um die Probleme des Lebens meistern und einen guten Stand vor Gott bewahren zu können?
In Verbindung mit der Beschreibung der Weisheit wird in Sprüche 3:13-18 das Glück hervorgehoben. Ist Glück nicht ein Schatz, den wir alle besitzen möchten? Durch göttliche Weisheit wird uns dieses Glück zuteil, weil wahres Glück nur aus einer Quelle stammen kann — von Jehova Gott. Die Erfahrung hat bewiesen, daß wahres Glück untrennbar damit verbunden ist, daß man dem Höchsten gehorcht und auf die Wirksamkeit seines Geistes eingeht. Das in der Bibel verheißene Glück hängt von unserem besonderen Verhältnis zu unserem himmlischen Vater ab, von dem Erlangen seiner Gunst (Matthäus 5:3-10). Wenn wir daher das anwenden, was wir in unserem Bibelstudium gelernt haben, werden wir die „Weisheit von oben“ offenbaren und einen Glückszustand erfahren, den uns alle Reichtümer der Welt nicht vermitteln können.
Denke auch daran, daß es in Sprüche 3:16 heißt: „Länge der Tage ist in ihrer Rechten.“ Das bezieht sich offensichtlich auf die rechte Hand des Schutzes, die Hand, die bereit ist, einem Menschen in kritischen Zeiten zu helfen und ihn zu beschützen. Viele führen heute einen lockeren Lebenswandel, sind in geschlechtliche Unmoral, Drogenmißbrauch usw. verwickelt. Wahrscheinlich hast du auch gelesen, daß Aids (erworbenes Immundefektsyndrom) in Verbindung mit derartigen Praktiken auftritt. Kannst du feststellen, daß Menschen, die solch ein Leben führen, wirklich glücklich sind? Bereiten sie sich nicht vielmehr viele Sorgen und Schmerzen, ja bringen sogar den Tod über sich und andere?
Im Gegensatz dazu wird die Anwendung des weisen Rates aus Gottes Wort stets zu unserer „Rechten“ sein und uns vor solchen Gefahren schützen. Die Weisheit kann daher unser Leben verlängern, indem sie uns vor einem Lauf bewahrt, der zu einem frühzeitigen Tod führt. Göttliche Weisheit verbessert somit unsere Lebensqualität.
Jetzt weise wandeln
Alle Beweise deuten darauf hin, daß wir in den „letzten Tagen“ des gegenwärtigen Systems der Dinge leben (2. Timotheus 3:1-5). Wir müssen uns daher unbedingt davor hüten, dem Geist der Welt nachzugeben. Dieser Geist legt Nachdruck auf materielle Dinge, indem er an selbstsüchtige Begierden appelliert. Hiob, ein treuer Mann, von dem in der Bibel berichtet wird, wurde unter anderem beschuldigt, Gott lediglich aus selbstsüchtigen Erwägungen zu dienen, um des materiellen Vorteils willen (Hiob 1:9-11). Könnte auch gegen uns eine solche Anschuldigung vorgebracht werden?
Wenn wir mit Nein antworten, sind wir wahrscheinlich in der Lage, dem heutigen Materialismus erfolgreich zu widerstehen. Der Materialismus ist für uns jedoch eine der tückischsten Gefahren überhaupt. Jesus Christus sagte, daß „die Sorgen dieses Systems der Dinge und die trügerische Macht des Reichtums ... das Wort [ersticken]“ (Matthäus 13:22). Wir müssen daher ständig auf der Hut sein vor der „trügerischen Macht des Reichtums“, da dieser nicht von wahrem Wert ist.
Behalten wir stets im Sinn, daß materielle Dinge nur einen relativen Wert haben. Gottes Wort sagt: „Die wertvollen Dinge des Reichen sind seine starke Stadt, und sie sind in seiner Einbildung wie eine Schutzmauer“ (Sprüche 18:11). Ja, es ist reine Einbildung, eine Täuschung, zu meinen, der Reichtum biete Sicherheit. Es sind jedoch nicht die materiellen Dinge an sich, die schlecht sind. Verkehrt ist, sie und nicht das Erlangen der Gunst Jehovas zum Mittelpunkt unseres Lebens zu machen. Jesus, einer der weisesten Lehrer der Geschichte, sagte treffend: „Wenn jemand auch in Fülle hat, kommt doch sein Leben nicht aus den Dingen, die er besitzt“ (Lukas 12:15).
Wir wollen daher einen Lebensweg verfolgen, der uns „reich ... Gott gegenüber“ macht (Lukas 12:21). Nichts ist wertvoller als die Gunst unseres Schöpfers. Alle Anstrengungen, sie uns zu bewahren, helfen uns, ‘sichere Schätze zu sammeln als vortreffliche Grundlage für die Zukunft, damit wir das wirkliche Leben fest ergreifen’ (1. Timotheus 6:19).
-
-
Der Segen Jehovas macht reichDer Wachtturm 1986 | 15. Juni
-
-
Der Segen Jehovas macht reich
„Es [wird] für einen Reichen schwierig sein ..., in das Königreich der Himmel einzugehen“ (MATTHÄUS 19:23).
1, 2. Welcher Unterschied wird zwischen zwei Arten von Reichtum gemacht?
WAS wäre, wenn du die Nachricht erhalten würdest: „Sie sind reich geworden!“? Viele wären außer sich vor Freude, wenn damit gemeint wäre, reich zu sein an Geld, an Land oder Luxusgütern. Betrachte jedoch die Frage des Reichtums von folgendem Standpunkt aus: „Der Segen Jehovas — er macht reich, und keinen Schmerz fügt er ihm hinzu“ (Sprüche 10:22).
2 Als Gott mit den alten Patriarchen und der Nation Israel handelte, segnete er ihre Treue mit Wohlstand (1. Mose 13:2; 5. Mose 28:11, 12; Hiob 42:10-12). Auch König Salomo wurde auf diese Weise gesegnet. Er wurde sehr reich. Doch wie er durch Erfahrung lernte, ist ein Leben, das sich auf materiellen Reichtum konzentriert, „Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind“ (Prediger 2:4-11; 1. Könige 3:11-13; 9:14, 28; 10:10). Daher betonte Salomo nicht materiellen Reichtum, als er schrieb: „Der Segen Jehovas — er macht reich.“ Er äußerte die Wahrheit, daß dein Leben, wenn du Gottes Segen hast, unvergleichlich reicher ist als das derjenigen, die ihm nicht dienen. Inwiefern?
3. In welcher Hinsicht bist du wahrhaft reich, wenn du Gottes Segen hast?
3 Wenn du ein Christ bist, kannst du jetzt Jehovas Anerkennung finden und von ihm Segnungen, wie zum Beispiel gottgemäße Weisheit, erhalten. Du kannst in eine familienähnliche Versammlung von Christen aufgenommen werden, die im wesentlichen glücklich und vertrauenswürdig sind und Interesse an dir haben. Gottes Gesetze bewahren dich vor vielen Krankheiten und Gefahren. Du hast auch Grund zur Hoffnung auf göttlichen Schutz während der „großen Drangsal“, die diesem bösen System bevorsteht, und danach auf ein Leben in einem endlosen Paradies auf der Erde. Du siehst also, daß du angesichts dieser wunderbaren Segnungen und Aussichten wirklich sagen kannst: „Ich bin reich!“ (Matthäus 24:21, 22).
4. Wie könntest du deinen geistigen Reichtum gefährden? (Offenbarung 3:17, 18).
4 Dein Reichtum an Jehovas Segen kann aber durch einen anderen Reichtum — durch Geld oder materielle Güter — gefährdet werden. Kaum einer von uns (ob er nun finanziell abgesichert ist oder nur über begrenzte Mittel verfügt) würde bereitwillig zugeben: „Ich stehe wirklich in der Gefahr, durch Geldliebe abzuirren.“ Bedenke jedoch die Warnung: „Die Geldliebe ist eine Wurzel von schädlichen Dingen aller Arten, und indem einige dieser Liebe nachstrebten, sind sie vom Glauben abgeirrt und haben sich selbst mit vielen Schmerzen überall durchbohrt“ (1. Timotheus 6:10). Das wurde zu einer Zeit geschrieben, als alle anerkannten Christen mit Gottes Geist gesalbt waren — ein Unterpfand dafür, daß sie himmlische Herrscher mit Christus werden konnten. Wahrscheinlich hatten viele von ihnen die Apostel und andere, die mit Jesus gewesen waren, persönlich kennengelernt. Wenn das Geld bewirkte, daß sogar unter ihnen einige „abgeirrt“ sind, wie groß ist dann die Gefahr für uns! (2. Korinther 5:5; Römer 8:17, 23).
Der Reiche und das Kamel
5. Wie dachte Jesus über Reichtum?
5 Jesus brachte oft die Gefahr des Reichtums zur Sprache, denn diese Gefahr betrifft jeden, ganz gleich, ob er reich ist oder nicht (Matthäus 6:24-32; Lukas 6:24; 12:15-21). Eine Grundlage für eine persönliche Prüfung wäre das, was Jesus bei einer Gelegenheit sagte, über die in Matthäus 19:16-24, Markus 10:17-30 und Lukas 18:18-30 berichtet wird. Halte doch inne, und lies einen oder alle Berichte!
6, 7. (a) Welche Unterhaltung führte Jesus mit einem jungen Mann? (b) Welche Feststellung traf Jesus anschließend?
6 Ein junger Vorsteher kam zu Jesus und fragte ihn: „Was soll ich tun, um ewiges Leben zu ererben?“ Jesus verwies ihn auf das Gesetz und machte ihn so darauf aufmerksam, daß Jehova nicht versäumt hatte, den Menschen zu zeigen, was notwendig ist. Der Mann erwiderte, er habe Gottes Gebote „von Jugend an“ gehalten. Ihm war, als sei er an der Tür zum Leben, aber er spürte, daß ihm noch etwas fehlte. Vielleicht dachte er, es fehle etwas Zusätzliches, eine Heldentat, die dann der endgültige Schritt durch die Tür zu ewigem Leben wäre. Jesu Erwiderung ist von umfassender Bedeutung: „Verkauf alles, was du hast, und verteil es an Arme, und du wirst einen Schatz in den Himmeln haben; und komm, folge mir nach!“ Was geschah? „Als er das hörte, wurde er tief betrübt, denn er war sehr reich [oder hatte viele Besitztümer].“ Daher ging der Mann weg (Lukas 18:18, 21-23; Markus 10:22).
7 Danach erklärte Jesus: „Wie schwierig wird es für die sein, die Geld haben, in das Königreich Gottes hineinzugelangen! Es ist tatsächlich leichter für ein Kamel, durch das Öhr einer Nähnadel zu gehen, als für einen Reichen, in das Königreich Gottes einzugehen“ (Lukas 18:24, 25). Galt diese Feststellung nur jenem reichen Vorsteher? Oder betrifft sie auch dich, ganz gleich, ob du wohlhabend oder arm bist? Wir wollen sehen.
8. (a) Wie kann man die Situation des jüdischen Vorstehers veranschaulichen? (b) Welchen Fehler hatte er, und warum ist das für uns von Interesse?
8 Vielleicht kannst du die Situation jenes jungen Vorstehers besser verstehen, wenn du an eine neuzeitliche Entsprechung denkst — an einen anständigen jungen Christen mit einer guten Bibelkenntnis und einer vorzüglichen sittlichen Gesinnung, der aus einer wohlhabenden Familie stammt. Du magst einen solchen Menschen beneiden. Aber Jesus entdeckte bei dem jungen jüdischen Mann einen großen Mangel: Sein Wohlstand oder seine Besitztümer spielten eine zu große Rolle in seinem Leben. Daher gab Jesus ihm den besagten Rat. Du kannst sicher erkennen, warum dieser Bibelbericht für uns alle, ob arm oder reich, gilt. Geld und Besitztümer könnten einmal eine zu große Rolle spielen, und zwar bei irgendeinem von uns, ganz gleich, ob wir diese Dinge bereits haben oder uns danach sehnen.
9. Woher wissen wir, daß Jesus nicht Reichtum an sich verurteilte?
9 Jesus behauptete nicht, daß ein in materieller Hinsicht reicher Mensch Gott nicht dienen könne. Schon viele haben das getan. Auch jener junge jüdische Mann hatte es getan — bis zu einem gewissen Ausmaß. Man denke an den Steuereinnehmer Zachäus, der ‘reich war’ (Lukas 19:2-10). Manche gesalbte Christen im ersten Jahrhundert waren wohlhabend und wurden aufgefordert, „freigebig zu sein, bereit zu teilen“ (1. Timotheus 6:17, 18; Jakobus 1:9, 10). Ebenso gibt es heute einige wohlhabende Christen. Sie tragen oft großzügig zur Unterstützung des Königreichswerkes bei, stellen ihre Wohnung für Zusammenkünfte zur Verfügung und setzen ihr Auto im Dienst ein. Warum äußerte Jesus dann die Worte über den Reichen und das Kamel? Was können wir daraus lernen?
10. Was können wir aus den Worten, die Jesus bei jener Gelegenheit äußerte, schlußfolgern?
10 Mit der Anbetung Gottes zu beginnen ist eine Sache, aber treu zu bleiben bis ans Ende ist eine andere Sache (Matthäus 24:13; Philipper 3:12-14). Jesus mag das im Sinn gehabt haben, als er sagte: „Es ist leichter für ein Kamel, durch ein Nadelöhr hindurchzugehen, als für einen Reichen, in das Königreich Gottes einzugehen“ (Markus 10:25). Kein Kamel könnte sich durch das winzige Öhr einer Nähnadel zwängen. Jesus bediente sich hier offensichtlich einer Übertreibung, die nicht wörtlich genommen werden sollte. Dadurch zeigte er jedoch, wie schwer es für einen Reichen ist, etwas ganz Bestimmtes zu tun. Was? Nicht lediglich mit dem Dienst für Gott zu beginnen, sondern „in das Königreich Gottes einzugehen“, das heißt, wirklich ewiges Leben zu erlangen. Ganz gleich, wie es dir in finanzieller Hinsicht ergeht, können Jesu Worte eine Hilfe sein, was deine Denkweise betrifft, deinen geistigen Fortschritt und dein Bestreben, ewiges Leben zu erlangen.
Warum ist es für die Reichen so schwer?
11. Wie wurden die Armen und die Reichen durch Jesu Predigttätigkeit berührt?
11 Durch die Predigttätigkeit Jesu und der Apostel wurde den ‘Armen die gute Botschaft verkündigt’ (Matthäus 11:5). Nicht, daß die Reichen benachteiligt wurden. Aber es scheint, daß mehr Arme ihre geistigen Bedürfnisse erkannten und auf die Botschaft der Hoffnung eingingen (Matthäus 5:3, 6; 9:35, 36). Die reichen Juden waren aufgrund ihrer Lebensumstände eher selbstzufrieden. (Vergleiche Lukas 6:20, 24, 25.) Dennoch gab es damals Ausnahmen, und es gibt sie auch heute. Einige wohlhabende Menschen nehmen die biblische Botschaft an und dienen Gott. Das kann zu einem wunderbaren Ergebnis für sie führen. So verhielt es sich mit Paulus, der sich nicht durch seine Position beirren ließ (Philipper 3:4-8). Nichtsdestoweniger sagte Jesus, für die Reichen sei es schwerer.
„Die trügerische Macht des Reichtums“
12, 13. (a) Was sagte Jesus in einem Gleichnis über Sorgen? (b) Warum stehen die Wohlhabenden vor einem zusätzlichen Hindernis?
12 Gemäß Jesu Gleichnis von den Samenkörnern, die auf unterschiedlichen Boden fielen, gerieten einige „unter die Dornen, und die Dornen wuchsen auf und erstickten sie“. Er erklärte: „Was den betrifft, der unter die Dornen gesät wurde, dieser ist es, der das Wort hört, doch die Sorgen dieses Systems der Dinge und die trügerische Macht des Reichtums ersticken das Wort, und er bringt keine Frucht“ (Matthäus 13:7, 22). Fast auf allen Menschen lasten die „Sorgen dieses Systems der Dinge“. Das ist leicht zu erkennen im Falle einer Person, die verarmt, arbeitslos oder behindert ist. Ein finanziell abgesicherter Mensch mag zwar nicht die gleichen Sorgen haben, aber er könnte sehr besorgt sein über die Auswirkungen der Inflation, über Änderungen der Steuergesetze oder über die Gefahr, bestohlen zu werden. Daher können Wohlhabende wie auch Arme Sorgen haben (Matthäus 6:19-21).
13 Jesus zeigte, daß einige auch durch die „trügerische Macht des Reichtums“ behindert würden. Das Streben nach finanziellem Erfolg kann ein alles verzehrendes Unterfangen sein. Der Millionär Aristoteles Onassis sagte einmal: „Nachdem man einen gewissen Punkt erreicht hat, wird das Geld unwichtig. Dann zählt der Erfolg. Es wäre vernünftig, wenn ich jetzt aufhören würde. Aber ich kann nicht. Ich muß immer höher und höher streben — allein schon wegen des Nervenkitzels.“ Ein Christ mag es als spannend empfinden, auf der beruflichen Erfolgsleiter hinaufzuklettern. Oder er läßt sich dazu verleiten, seine Erwerbstätigkeit weit über das Maß auszudehnen, das er früher als „ausreichend“ betrachtete. Statt seine Arbeit einzuschränken (oder in den Ruhestand zu gehen), um Vollzeitdiener zu werden, ‘bricht er seine Vorratshäuser [oder Wohnhäuser] ab und baut größere’. (Siehe Lukas 12:15-21.) Könnte es dir so ergehen? Denkst du, Gott würde jemandes Dienst unter solchen Umständen als ganzherzig betrachten? (Matthäus 22:37).
14. Wie kann man veranschaulichen, daß der Reichtum einem Christen hinderlich sein könnte? (Sprüche 28:20).
14 Reichtum (oder das Verlangen danach) kann jedoch noch auf andere Weise einen Christen daran hindern, „ewiges Leben zu ererben“. Zum Beispiel dadurch, daß die Liebe zum Reichtum ihn veranlassen könnte, weltliche Taktiken zu übernehmen, wie einen Teil seiner Gewinne zu verschweigen oder andere unehrliche, aber übliche Taktiken anzuwenden. Er mag, falls er ehrliche und hart arbeitende Mitchristen beschäftigt, seinen eigenen Gewinn ihrem Geistiggesinntsein voranstellen. Um sie an ihren Arbeitsplatz zu binden, mag er sie ermuntern, einen aufwendigeren Lebensstil anzustreben (oder gar für Luxusgüter Schulden zu machen). Da er ihr Chef ist, kann dieses Verhältnis sogar in Versammlungsangelegenheiten hineinspielen.
15. Wie mögen einige der ersten Christen die schädlichen Auswirkungen des Reichtums verspürt haben? (Psalm 73:3-8, 12, 27, 28).
15 Einige wohlhabende Christen im ersten Jahrhundert mögen zu denjenigen gehört haben, die der „trügerischen Macht des Reichtums“ zum Opfer fielen. Jakobus schrieb über das ‘Elend, das über die Reichen kommt’. Sie besaßen kostspielige Kleider, hatten Gold und Silber angehäuft, indem sie ihre Arbeiter unterbezahlten, und waren im Luxus fett geworden (Jakobus 5:1-5). Ähnlich verhält es sich heute. Häufig ermöglicht es der Wohlstand jemandem, viel zu essen und zu trinken, was seinem Körper schadet. Es ist ihm vielleicht auch möglich, ständig auf Reisen zu gehen, so daß er oft von der Ortsversammlung getrennt ist. Das bedeutet nicht, daß schöne Kleider, Schmuck, Nahrung und Reisen an sich schädlich sind. Doch für die „Reichen“, über die Jakobus schrieb, waren diese Dinge keine Hilfe; angesichts ihrer schwachen Geistesverfassung und ihrer Stellung vor Gott hatten sie Grund ‘zu weinen, zu heulen über das kommende Elend’.
16. Warum machte Jesus eine solch eindeutige Aussage über Reichtum, und was solltest du dich fragen?
16 Jesus wußte gewiß von dem Schmerz und von den Hindernissen, die einer geistigen Gesinnung der Reichen entgegenstehen können. Er wußte auch, daß materielle Güter buchstäblich verrotten oder wertlos werden können, was dem christlichen Reichtum niemals widerfahren kann (Sprüche 11:28; Markus 10:29, 30). Daher hat Jesus uns allen einen echten Dienst erwiesen, als er die warnenden Worte aussprach: „Wie schwierig wird es für die sein, die Geld haben, in das Königreich Gottes hineinzugelangen!“ (Lukas 18:24). Seine eindeutige Aussage kann uns selbst dann helfen, wenn wir nur über sehr begrenzte Mittel verfügen. Inwiefern? Indem wir jeglichen Ehrgeiz, jetzt reich zu werden, ersticken. Christen glauben, daß Jesus die Wahrheit redete. Wir glauben und halten uns an das, was Jesus über seinen Vater sagte, über das Ende des heutigen Systems und über das Entwickeln der Liebe. Jener Prediger der Wahrheit sagte auch: „Es ist leichter für ein Kamel, durch ein Nadelöhr zu gehen, als für einen Reichen, in das Königreich Gottes einzugehen“ (Matthäus 19:24). Glaubst du das wirklich? Beweisen deine Handlungen, dein Lebensstil und deine Einstellung, daß du es glaubst?
Bleibe reich Gott gegenüber
17. Was tun viele Christen, damit Jehova sie reich machen kann?
17 Berichte aus aller Welt beweisen, daß sich die große Mehrheit der Diener Gottes die Ratschläge, wie wir sie beispielsweise in Matthäus 19:16-24 finden, zu Herzen nimmt. Viele junge Christen haben den Entschluß gefaßt, nach Abschluß der üblichen Ausbildung den Vollzeitdienst aufzunehmen. Frauen, die einer weltlichen Beschäftigung nachgehen könnten, damit die Familie ein höheres Einkommen hätte, widmen statt dessen christlichen Tätigkeiten mehr Zeit und machen dadurch sich und andere in geistiger Hinsicht reicher. Sogar einige Männer, die die biblische Verpflichtung haben, in materieller Hinsicht für ihre Familie zu sorgen, finden Möglichkeiten, ihren Anteil am Dienst zu erweitern.
18, 19. Welche Schritte haben einige, die Jehovas Segen suchen, unternommen?
18 Ein Ältester, der Mitte Dreißig ist, gibt zu: „Vollzeitdienst war nichts weiter als ein Wort, das mir leicht über die Lippen ging.“ Er verdiente über 25 000 Dollar im Jahr, hatte ein Spesenkonto und verfügte über einen Firmenwagen. Dann wurde er gebeten, beim Bezirkskongreß im Jahre 1983 den Vortrag „Sich die richtigen Ziele setzen und sie erreichen“ zu halten. Er gesteht: „Als ich erwartungsvoll den Stoff durchlas, war das für mich so peinlich und beschämend, daß mein Gewissen mich fast umbrachte.“ Noch bevor der Kongreß begann, besprach er mit seiner Frau die Situation. Kurz darauf nahm er eine Teilzeitbeschäftigung auf und schloß sich seiner Frau im Pionierdienst an. Sie stehen immer noch im Pionierdienst und erfreuen sich vieler geistiger Segnungen.
19 Andere sind aus Gebieten, in denen gute Verdienstmöglichkeiten bestehen, weggezogen und haben sich dort angesiedelt, wo sie sich vermehrt in geistiger Hinsicht betätigen können. Ein kanadischer Bruder und seine Frau schrieben über ihren Pionierdienst in Lateinamerika: „Obwohl hier unter den Brüdern große Armut herrscht, haben sie wunderbaren Eifer für die Wahrheit. In weltlicher Hinsicht sind sie arm, aber geistig gesehen, sind sie Millionäre. Wir sind 38 Verkündiger, darunter 10 allgemeine Pioniere. Die Zusammenkünfte müssen wir zweimal abhalten, weil wir so viele Anwesende haben — im Durchschnitt 110 bis 140. Um all diese Zusammenkünfte müssen sich die beiden Ältesten und die drei Dienstamtgehilfen kümmern. Von unseren bescheidenen Brüdern hier lernen wir, was es eigentlich bedeutet, Jehova an die erste Stelle im Leben zu setzen. Sie zeigen uns, daß man Jehova ganzherzig dienen kann, ganz gleich, in welchen Verhältnissen man lebt.“
20. Wie sollten wir im Herzen zu materiellem Reichtum eingestellt sein?
20 Solche Christen haben keinen triftigen Grund, einen Reichen, ob innerhalb oder außerhalb der Versammlung, zu beneiden oder sich durch materialistische Ziele in Beschlag nehmen zu lassen. Gewiß erkennen sie, daß für ein normales Leben eine gewisse Menge Geld erforderlich ist (Prediger 5:3; 7:12). Aber ihnen ist auch klar, daß Jesus die Wahrheit sagte — für die Reichen gibt es in geistiger Hinsicht viele Hindernisse, Versuchungen und Gefahren. Ein Problem für diejenigen, die „reich sind im gegenwärtigen System der Dinge“, besteht darin, „nicht hochmütig zu sein und ihre Hoffnung nicht auf unsicheren Reichtum zu setzen, sondern auf Gott“ (1. Timotheus 6:17).
21. Wie ergeht es denen, die nach geistigem Reichtum streben?
21 Leider überwand der junge Vorsteher, der mit Jesus sprach, dieses Problem nicht. Wie er, so haben auch andere Gott eine Zeitlang gedient, erlebten aber später Schmerzen und geistige Rückschläge, die auf ihren Reichtum zurückzuführen waren. Im Gegensatz zu ihnen fahren Millionen loyale Christen fort, zu beweisen, daß ‘der Segen Jehovas reich macht und keinen Schmerz hinzufügt’ (Sprüche 10:22). Ihr Leben hat einen Sinn; sie haben wertvolle Ziele und das Bewußtsein, etwas zu leisten. Ihre guten Werke werden ewig Bestand haben und sie jetzt sowie in der Zukunft mit tiefer Freude erfüllen. Möge jeder von uns danach streben, in diesem Sinne reich zu sein! (Philipper 4:1; 1. Thessalonicher 2:19, 20).
-