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Wirst du Gottes Barmherzigkeit nachahmen?Der Wachtturm 1991 | 15. April
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8. Inwiefern zeichnete sich Gottes Verfahrensweise mit der Christenversammlung durch Recht und Gerechtigkeit aus?
8 Nach vielen Jahrhunderten verwarf Gott die Nation Israel und erwählte die Christenversammlung. Jehova änderte sich jedoch nicht. Er hielt am Recht fest und konnte als „ein verzehrendes Feuer“ bezeichnet werden (Hebräer 12:29; Lukas 18:7, 8). Deshalb sorgte er weiterhin dafür, daß der gesamten Versammlung durch den Ausschluß von Übeltätern Gottesfurcht eingeflößt wurde. Getauften Christen, die in reueloser Weise sündigten, sollte die Gemeinschaft entzogen werden.
9. Was ist unter einem Gemeinschaftsentzug zu verstehen, und was wird dadurch erreicht?
9 Was bedeutet ein Gemeinschaftsentzug? Es gibt ein Schulbeispiel, das zeigt, wie ein Problem im ersten Jahrhundert behandelt wurde. Ein Christ aus Korinth hatte mit der Frau seines Vaters unsittliche Beziehungen und bereute nicht. Paulus gab daher die Anweisung, ihn aus der Versammlung auszuschließen. Das war erforderlich, um die Reinheit des Volkes Gottes zu schützen, denn „ein wenig Sauerteig [durchsäuert] die ganze Masse“. Dadurch, daß man ihn ausschloß, sollte verhindert werden, daß er durch sein schlechtes Verhalten Gott und seinem Volk Unehre bereitete. Die strenge Zuchtmaßnahme des Gemeinschaftsentzugs konnte ihn möglicherweise aufrütteln und ihm und der Versammlung die gebührende Gottesfurcht einflößen (1. Korinther 5:1-13; vergleiche 5. Mose 17:2, 12, 13).
10. Wie sollten Gottes Diener reagieren, wenn jemandem die Gemeinschaft entzogen worden ist?
10 Das göttliche Gebot besagt, Christen sollten mit einem Bösen, der ausgeschlossen worden ist, „keinen Umgang mehr ... haben ... [und auch] nicht mit einem solchen ... essen“.a Dadurch wird er von der Gemeinschaft mit den Loyalen, die Gottes Gesetz achten und dementsprechend wandeln möchten, abgeschnitten — auch vom geselligen Umgang mit ihnen. Zu den Loyalen können Verwandte zählen, die nicht zum engsten Familienkreis gehören, nicht zur selben Hausgemeinschaft. Solchen Verwandten mag es nicht leichtfallen, diese göttliche Anweisung zu befolgen, wie es auch für hebräische Eltern unter dem mosaischen Gesetz nicht leicht war, sich an der Hinrichtung eines bösen Sohnes zu beteiligen. Dennoch: Gottes Gebot ist eindeutig; so können wir sicher sein, daß der Gemeinschaftsentzug eine gerechte Maßnahme ist (1. Korinther 5:1, 6-8, 11; Titus 3:10, 11; 2. Johannes 9-11; siehe Wachtturm vom 15. Dezember 1981, Seite 25—31 und vom 15. April 1988, Seite 28—31).
11. Wie können sich in Verbindung mit einem Gemeinschaftsentzug verschiedene Facetten der Persönlichkeit Gottes zeigen?
11 Vergessen wir aber nicht, daß unser Gott nicht nur gerecht ist. Er ist auch ein Gott, „überströmend an liebender Güte, der Vergehen und Übertretung verzeiht“ (4. Mose 14:18). Aus seinem Wort geht eindeutig hervor, daß ein Ausgeschlossener bereuen und ihn um Vergebung bitten kann. Was dann? Erfahrene Aufseher können mit ihm zusammenkommen, um unter Gebet gewissenhaft zu prüfen, ob Anzeichen vorliegen, daß er das Unrecht bereut, das zu seinem Gemeinschaftsentzug geführt hat. (Vergleiche Apostelgeschichte 26:20.) Trifft das zu, so kann er wieder in die Versammlung aufgenommen werden, was auch, wie in 2. Korinther 2:6-11 angedeutet wird, bei dem Mann in Korinth der Fall war. Doch einige Ausgeschlossene gehören schon jahrelang nicht mehr zu Gottes Versammlung. Kann etwas getan werden, um ihnen erkennen zu helfen, wie sie zurückkehren können?
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Wirst du Gottes Barmherzigkeit nachahmen?Der Wachtturm 1991 | 15. April
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a „Bei der Exkommunikation im allgemeinsten Sinne verweigert eine Gemeinschaft mit voller Absicht ihre Mitgliedsrechte den Mitgliedern, die einmal einen guten Ruf genossen. ... Bei den Christen bedeutet Exkommunikation, daß eine religiöse Gemeinschaft Missetäter ausschließt und ihnen die Sakramente, die Teilnahme am Gottesdienst und möglicherweise jeglichen gesellschaftlichen Kontakt verweigert“ (The International Standard Bible Encyclopedia).
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