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Seite 2Erwachet! 1989 | 8. März
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Millionen aufrichtige Personen glauben an Wunder, Erscheinungen und Visionen. Sie pilgern zu Heiligtümern wie das hier abgebildete in Fátima (Portugal), weil sie hoffen, an sich selbst oder an andern eine Wunderheilung zu erleben. Manch frommer Katholik rutscht sogar auf den Knien zu solchen Heiligtümern. Viele sind überzeugt davon, daß sie geheilt worden sind. Andere aufrichtige Personen fragen sich jedoch: „Sind diese Wunder und Erscheinungen wirklich gottgewirkt, oder gibt es eine andere Erklärung dafür?“
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Wunder und Erscheinungen — damals und heuteErwachet! 1989 | 8. März
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Wunder und Erscheinungen — damals und heute
Von unserem Korrespondenten in Frankreich
GUADALUPE, Fátima und Lourdes — was sagen dir diese Namen? Für viele sind es lediglich Orte in Mexiko, Portugal und Frankreich. Für Millionen von Katholiken jedoch sind es heilige Stätten, drei der berühmtesten Marienheiligtümer der Welt. Auch in unserem Jahrhundert werden solche Orte immer noch von vielen Katholiken besucht. Zum Beispiel strömten 1982 gegen 4 500 000 Besucher nach Lourdes, und Guadalupe wurde von noch weit mehr Pilgern überschwemmt.
Für die katholische Kirche sind diese Heiligtümer Orte, wo angeblich Wunderheilungen geschehen sind. Das gilt besonders für Lourdes, über das Papst Pius X. sagte, es sei „das Zentrum der Marienverehrung und der Thron des eucharistischen Geheimnisses“ und übertreffe anscheinend „die Herrlichkeit aller ähnlichen Zentren in der katholischen Welt“. Tausende haben behauptet, sie seien während oder nach einer Wallfahrt nach Lourdes geheilt worden. Allerdings hat die Kirche bis heute nur 65 „Wunder“ anerkannt.
Du magst an Gott glauben oder nicht, doch in jedem Fall hast du das Recht, Fragen zu stellen. Wie verhält es sich mit all den Erscheinungen — vorwiegend Marienerscheinungen — überall in der Welt? Sind die damit verbundenen Wunderheilungen und anderen Begebenheiten ein Beweis dafür, daß sie gottgewirkt sind? Auf einer Konferenz, die im Jahre 1986 in Lourdes abgehalten wurde, forderte der Bischof von Tours seine Zuhörer auf, über die Bedeutung der Erscheinungen nachzudenken, um die wichtigen Unterschiede zwischen unechten und echten Erscheinungen feststellen zu können. Wenn du katholisch bist, mag es dich interessieren, Näheres über dieses Thema zu erfahren.
Erscheinungen — Echt oder unecht?
Die römisch-katholische Kirche legt sich in bezug auf solche Erscheinungen offiziell nicht fest, auch verpflichtet sie ihre Mitglieder nicht, daran zu glauben. Was sollen indes aufrichtige Katholiken denken, wenn sie sehen, daß Papst Johannes Paul II. in der Grotte von Lourdes Wasser trinkt oder mit Lucia spricht, der einzigen, die noch am Leben ist von denen, die die Erscheinung von Fátima hatten? Ist das nicht ein klarer Beweis für seine offizielle Anerkennung (und die der Kirche)? Ferner versäumt der Papst auf seinen Reisen nie, Marienheiligtümer aufzusuchen wie das Heiligtum der „Schwarzen Muttergottes“ von Tschenstochau in Polen.
Weitere, bescheidenere Heiligtümer wie Beauraing und Banneux in Belgien sind von der Kirche anerkannt worden. Manchmal wird nur lokale Verehrung gestattet, z. B. im Falle von Tre Fontane (Italien) und Marienfried.
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