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Rom, 6. Juni 1987. Auf dem Vorplatz der Basilika Santa Maria Maggiore eröffnete der Papst das „Marianische Jahr“ mit dem Beten des Rosenkranzes. Dort betete er vor einem der bedeutendsten Marienheiligtümer wiederholt das Ave-Maria, ein Gebet, das gemäß einer katholischen Tageszeitung „wahrscheinlich öfter gebetet wird als das Vaterunser“.
Tausende von Gläubigen, die sich an 16 anderen Marienheiligtümern versammelt hatten und über Satellit angeschlossen waren, stimmten in das Gebet des Papstes ein. Dank der insgesamt 18 Nachrichtensatelliten, Dutzender Fernsehkameras und der 95 Fernsehanstalten konnten eineinhalb Milliarden Zuschauer das Ereignis verfolgen.
Was bedeutet indes Maria, die Mutter Jesu, für dich? Führt eine Rückkehr zu Maria aus den Problemen der Welt heraus?
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Warum die Verkündung eines „marianischen Jahres“?Erwachet! 1988 | 8. November
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Warum die Verkündung eines „marianischen Jahres“?
Von unserem Korrespondenten in Italien
„DER Planet scharte sich um Maria“, „Mit Maria in das Jahr 2000“, „Die Welt betet live“, verkündeten die Schlagzeilen in bezug auf die weltweite Fernsehübertragung des Betens des Rosenkranzesa, einer traditionellen Art katholischer Gebetsweise. Tausende Gläubige stimmten in das Gebet des Papstes ein. Aber warum nahmen so viele Menschen daran teil? Warum war das Beten des Rosenkranzes so etwas Besonderes? Warum scharte sich die Welt um Maria?
Mit dieser aufsehenerregenden Zeremonie vertraute Johannes Paul II. die ganze Menschheit Maria, der „seligen Jungfrau“, an und erflehte ihren Schutz. Damit eröffnete er das Marianische Jahr, ein Jahr, das er Maria weihte.
Wie erwartet, stieß das Ereignis auf Zustimmung und auf Ablehnung. Traditionalistische Katholiken priesen es begeistert als ein „sensationelles Beispiel dessen, wie die heutige Technik als ein wertvolles Instrument für ein Glaubensereignis eingesetzt werden kann“. Für andere, Katholiken und Nichtkatholiken, war es reine Geldverschwendung, eine „Riesenshow“ fragwürdigen Geschmacks. Viele befremdete die Tatsache, daß ein religiöses Ereignis von „einer Gruppe hemmungsloser Werbeagenturen finanziert wurde“, und zwar mit insgesamt etwa zwei Millionen Dollar. Und Giancarlo Zizola, Vatikanbeobachter der Zeitung Il Giorno, bedauerte, daß ein „Multimillionen-Dollar-Fernsehspektakel veranstaltet worden war, in dem die selige Jungfrau zu einer Fürsprecherin für Einmalrasierklingen, Kugelschreiber und Strumpfhosen sowie zu einer Unterstützerin einer grenzenlosen religiösen Vergötterung degradiert wurde“.
Johannes Paul II. — der „Marienpapst“
Was bewog den obersten Repräsentanten des Katholizismus dazu, ein marianisches Jahr zu verkünden? Vatikanbeobachter erklärten, daß es dafür mehrere Gründe gab.
Manche verweisen auf die „glühende marianische Frömmigkeit“ von Johannes Paul II. Für viele Katholiken ist er der „Marienpapst“. Nicht von ungefähr ist der Buchstabe M (der Anfangsbuchstabe von Maria) ein deutlich sichtbarer Teil seines Bischofsemblems. Als sein Motto hat er die Worte von Louis-Marie Grignion de Montfort, einem katholischen Mystiker aus dem 17. Jahrhundert, übernommen — Totus tuus (völlig dein) — und sich so ganz der „seligen Jungfrau“ geweiht. Diese innige Verehrung Marias bekundete er, als er auf seinen Reisen in Mexiko, Frankreich, in der Bundesrepublik Deutschland, in Polen, Brasilien, Portugal, Spanien und in anderen Ländern die berühmtesten der ihr geweihten Heiligtümer besuchte. Nach der Meinung von Beobachtern war die Verkündung eines marianischen Jahres ein weiterer Beweis für die glühende „Marienfrömmigkeit“ des Papstes.
Ferner war man seit geraumer Zeit in konservativen katholischen Kreisen besorgt darüber, daß die Marienverehrung anscheinend ein Schattendasein fristet. In diesem Jahrhundert, das von Papst Pius XII. triumphierend als „das Zeitalter der Maria“ bezeichnet wurde, ist die katholische Geistlichkeit Zeuge einer Phase, die sie selbst als „tiefe marianische Krise“ bezeichnet. Das Marianische Jahr, so hoffte man, werde dazu führen, daß „Maria wiederentdeckt“ und ihre Verehrung wiederbelebt wird.
In dem Gebet, das für die Eröffnung des Marianischen Jahres verfaßt wurde, vertraute Johannes Paul II. „die ganze Menschheit mit ihren Ängsten und Hoffnungen“ Maria an — wie andere Päpste vor ihm. Dies hatte er schon bei zwei vorangehenden Anlässen getan. Da die glühenderen Marianisten davon überzeugt sind, daß die „gegenwärtige erschreckende Glaubenskrise“ auch auf die Krise in der Marienverehrung zurückzuführen ist, glauben sie, daß einige der größten Probleme der Menschheit gelöst würden, wenn die Welt zu Maria zurückkehre. „Ein christliches Leben wird den gegenwärtigen Materialismus ablösen, atheistische Völker werden bekehrt werden. Und die Menschheit wird Frieden haben“, schreibt das katholische Blatt Ecce Mater Tua.
Maria und die Hoffnung auf eine neue Welt
Letztlich hofft der Papst, daß es unter der Leitung der „seligen Jungfrau“ möglich sei, sich auf das Jahr 2000 vorzubereiten, auf das Jahr, dem die Führer des Katholizismus große Bedeutung beimessen. Nach Ansicht der Kirche ist die Vorbereitung auf dieses Jahr unverzichtbar, zumal es in der katholischen Zeitschrift Verona fedele heißt: „Am Ende dieses Jahrhunderts befindet sich die Menschheit in der tragischsten, aber auch verheißungsvollsten Stunde ihrer Geschichte. Wir stehen am Scheideweg: einerseits vor der äußerst konkreten Möglichkeit der Selbstzerstörung, andererseits vor der Hoffnung auf eine neue Ära, eine neue Welt. ... Biblisch ausgedrückt, leben wir ‚in den letzten Tagen‘, d. h. in den Tagen, in denen eine lange und schmerzliche Zeit der Menschheitsgeschichte zum Abschluß kommt, aber auch in den Tagen, die eine andere zu eröffnen scheinen, eine heiterere und glücklichere.“ Um eine Umkehr zu Gott in einem als entscheidend betrachteten Augenblick zu fördern, hat der Papst die ganze Welt Maria anvertraut.
Aber was bedeutete diese Zeit, die vom 7. Juni 1987 bis zum 15. August 1988 dauerte, für Katholiken tatsächlich? Wie wurde das Marianische Jahr begangen? Wie reagierten andere Glaubensrichtungen auf den Vorstoß der katholischen Kirche?
[Fußnote]
a Eine katholische Gebetsart mit Hilfe von Perlen des Rosenkranzes. Die Betenden „verweilen in Gedanken bei meist fünf heiligen Geheimnissen, während sie fünf Zehner des Ave-Maria sprechen“ (Webster’s Ninth New Collegiate Dictionary).
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Das Marianische Jahr — unterschiedliche StandpunkteErwachet! 1988 | 8. November
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Das Marianische Jahr — unterschiedliche Standpunkte
Nach der Bibel war Maria unbestritten eine treue Jüngerin Jesu (Apostelgeschichte 1:14). Die folgende Betrachtung des Marianischen Jahres hat nicht zum Ziel, Maria oder ihre Treue herabzuwürdigen. Doch weil das ihr geweihte Jahr als ein bedeutendes religiöses Ereignis gilt, ist es für Gläubige nicht unpassend, sich zu fragen: Ist die Verehrung Marias in Gottes Augen richtig? Und bewirkt Gott durch Maria die Rettung aus der Weltkrise?
DAS vergangene Marianische Jahr war das zweite, das von der katholischen Kirche begangen wurde. Das erste wurde für 1953/54 von Papst Pius XII. ausgerufen, um das hundertjährige Jubiläum der Verkündigung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis zu begehen. Das war, nur wenige Jahre nachdem derselbe Papst den Glaubenssatz von der leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel verkündet hatte.a
Manche Katholiken erinnern sich noch, daß im ersten Marianischen Jahr die Zahl der Priesteramtskandidaten stark anstieg. Offenbar hoffte man angesichts des gegenwärtigen Priestermangels, der die Kirche zutiefst beunruhigt, auf eine Wiederholung. Luigi Accattoli, ein Vatikanexperte der Zeitung Il Corriere della Sera, führte Berechnungen an, wonach von den 300 000 katholischen Gemeinden, die es in der Welt gibt, „über die Hälfte keinen ortsansässigen Priester hat“. Die Gläubigen wurden daher nicht rein zufällig ermahnt, die Marienheiligtümer aufzusuchen, die als Stätten gelten, „wo viele den Entschluß, Priester zu werden, leichter fassen“. Reichte aber ein marianisches Jahr hin, um die sich lichtenden Reihen der katholischen Geistlichen erneut zu füllen?
Maria, Berufungen und Atheismus
Nicht wenige erinnern sich noch an die großartigen Kundgebungen der Marienfrömmigkeit des ersten Marianischen Jahres. Damals wurden sogar die Streitkräfte mehrerer Nationen mobilisiert. In Loreto (Italien), wo sich ein berühmtes Marienheiligtum befindet, hielt die italienische Luftwaffe eine eindrucksvolle Parade ab. Fünfhundert amerikanische Matrosen pilgerten nach Lourdes (Frankreich). In Irland „weihte man Einheiten der Jungfrau Maria, die aus diesem Anlaß zum Marschall der Armee ausgerufen wurde“, meldete die Zeitung La Repubblica.
Als Papst Pius XII. das Jahr 1953 als marianisches Jahr ausrief, gab er der Hoffnung Ausdruck, daß es dazu beitragen werde, „die Bemühungen derer, die versuchen, den Glauben an Christus aus den Seelen auszumerzen“, zu vereiteln und ihren atheistischen Ideologien entgegenzuwirken. „Ohne Übertreibung kann gesagt werden, daß das Marianische Jahr von 1954“, so die Zeitschrift Avvenire, „authentische Wunder unerwarteter und ersehnter Bekehrungen mit sich brachte.“ In ähnlicher Weise meint man heute in katholischen Kreisen, daß die erneuerte Marienfrömmigkeit dazu dienen werde, atheistischen Ideologien und Regierungen, die diese propagieren, entgegenzuwirken.
Die New York Times weist darauf hin, daß Johannes Paul II. „öffentlich seinen Wunsch zum Ausdruck gebracht hat, die Sowjetunion zu besuchen, wenn er dort ungehindert predigen kann“. Und man hofft sogar, daß das Jahr 1988 nicht nur „das Jahr der Tausendjahrfeier der Christianisierung des russischen Volkes sein wird, sondern auch das Jahr, in dem der Papst die ausdrückliche Weihung [jenes] Landes ... zu dessen Bekehrung erneuern wird“, schreibt der katholische Theologe René Laurentin in der Zeitschrift Avvenire.
Maria besondere Aufmerksamkeit widmen
Für die 14 Monate, die am 15. August 1988, dem letzten Tag des Marianischen Jahres, abliefen, hatte man verschiedene Unternehmungen geplant, die dazu dienen sollten, „die Mutter des Herrn zu ehren“ und ihre Verehrung nach Jahren des „Niedergangs“ zu beleben. Der Papst gab eine Enzyklika heraus, die ausdrücklich Maria gewidmet war; auch waren verschiedene Kongresse geplant worden, um die Bedeutung Marias zu untersuchen.
Die Katholiken erhielten für das Marianische Jahr genaue Anweisungen. Unter anderem mußten sie feierlich alle Marienfeste begehen und zu den Kirchen wallfahrten, die der „Jungfrau Maria“ geweiht sind. Sie konnten auch den „vollkommenen Ablaß“b erhalten, wenn sie andachtsvoll die marianischen Feiertage und die liturgischen Feste begingen oder wenn sie andächtig den päpstlichen Segen vom Bischof empfingen, sogar über Rundfunk und Fernsehen. Ihnen wurde empfohlen, in der Kirche dem Maria geweihten Altar größeren Wert beizumessen.
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Der Grund für den KultErwachet! 1988 | 8. November
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Der Grund für den Kult
HISTORIKER geben zu, daß die ersten Christen weder Maria noch irgendein anderes Geschöpf anbeteten oder verehrten. Warum sind dann so viele Katholiken „Marienanbeter“ geworden, wie der Priester Franco Molinari sie nennt?
Die Gründe sind zahlreich. Einige gehen unmittelbar auf Lehren der katholischen Kirche zurück. Da die Kirche zum Beispiel sagt, daß Jesus Gott gleich sei, bleibt kein unabhängiger Mittler zwischen Mensch und Gott übrig. Gott und Christus, umgeben von der Aura eines trinitarischen Geheimnisses, sind nicht mehr ansprechbar, und deshalb wurde der „seligen Jungfrau“ die Rolle einer Mittlerin zwischen der Gottheit und der Menschheit übertragen. In gewissen marianischen Bewegungen sind Leitworte wie „Zu Jesus durch Maria“ oder „Die Jungfrau, das Bindeglied zwischen uns und Christus“ nichts Ungewöhnliches. In der Rede zur Eröffnung des Marianischen Jahres betonte Johannes Paul II., daß es die Pflicht der Menschen sei, „durch Maria zu Gott zurückzukehren“.
Seit Menschengedenken sind Gott und Christus wiederholt als mitleidlose und unnachgiebige Richter herausgestellt worden. Daher ist es nicht überraschend, wenn Katholiken, wie der Theologe René Laurentin zugibt, „die strafende Gerechtigkeit Christi der Gnade seiner Mutter gegenübergestellt haben: ‚Jesus ist auf Verurteilung bedacht, Maria auf Rettung.‘“ „Sogar dann, wenn wir viele Sünden begangen haben“, schreibt ein Bischof, „wird die himmlische Mutter uns zärtlich vergeben; wenn wir Gottes Gerechtigkeit fürchten, werden wir gewißlich nicht das Herz der Mutter fürchten.“ Offenbar „flößt Gott“ den Katholiken „zuwenig Vertrauen ein“, heißt es in der italienischen Zeitschrift Panorama.
Seit Jahrhunderten fördern Konzilien und Päpste die Verehrung von Maria und von Marienbildern. Die katholische Theologie bedient sich verschiedener griechisch-lateinischer Begriffe, um den unterschiedlichen Grad des Kultes zu kennzeichnen: „latria“ ist die Anbetung Gottes, „dulia“ die Verehrung der Heiligen, und „hyperdulia“ ist die „gesteigerte Verehrung“, die Maria vorbehalten ist. Übereinstimmend mit diesen Definitionen bestätigte Johannes Paul II. in seiner jüngsten Enzyklika erneut, daß die „Bilder von der Jungfrau einen Ehrenplatz in den Kirchen und in den Häusern“ einnehmen, weil Maria „besonderer Ehrerbietung“ würdig ist.
Ist es aber nicht wahr, daß diese „besondere Ehrerbietung“ manche Theologen dazu veranlaßt hat, Maria, wie die Zeitschrift Panorama schreibt, als „die vierte Person der Heiligen Dreifaltigkeit“ zu betrachten? Ist es nicht wahr, daß sie zu der Erklärung veranlaßt wurden — wie es in einem marianischen Katechismus heißt —, daß „ihre Größe an das Unendliche heranreicht“?
Im Grunde genommen dient die Auffassung von Maria als einem „vollkommenen Vorbild aller Tugenden“ dazu, „den Wunsch nach Sicherheit“ zu stillen, wie es in der Zeitschrift Panorama heißt, einen Wunsch, den treue Katholiken vor allem jetzt inmitten der Ängste der gegenwärtigen Generation hegen. Wäre es demnach überraschend, wenn katholische Geistliche die frömmlerischen Extreme der Gläubigen verurteilen?
Ein Wegweiser in das Jahr 2000?
Wie bereits gesagt, soll nach den Absichten des Papstes die Wiederbelebung der Marienverehrung der Vorbereitung auf das Jahr 2000 dienen. Angesichts der Ängste und Befürchtungen, hervorgerufen durch „Anzeichen des Unbehagens“, die sich „in der gegenwärtigen Generation überall zeigen“, hat der Papst sein Vertrauen in die „selige Jungfrau“ gesetzt und erwartet, daß sie bei Gott Fürbitte einlegt und die Probleme der Welt löst. Weist die Bibel aber auf Maria als diejenige hin, die für diese „Anzeichen des Unbehagens“ eine Lösung kennt? Auf wen sollten wir tatsächlich vertrauen, um die Verwirklichung der „Hoffnung auf eine neue Ära, eine neue Welt“, zu erleben?
[Bild auf Seite 8]
Maria wird in der gesamten katholischen Welt auf verschiedene Weise verehrt
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Wer weist wirklich den Ausweg aus den Problemen der Menschheit?Erwachet! 1988 | 8. November
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„MUTTER der Menschen und Völker“, so nennt Johannes Paul II. Maria in seinem letzten Rundschreiben, in dem die Worte des Zweiten Vatikanischen Konzils widerhallen. Viele Katholiken glauben, daß Maria jeden Gläubigen begleitet und ihm in jedem Augenblick seines Lebens beisteht. Aus diesem Grund rufen viele sie um Schutz an. Sie sind überzeugt, daß die „selige Jungfrau“ bei vielen Gelegenheiten unmittelbar eingegriffen hat, um den Verlauf der Angelegenheiten des Menschen zu ändern.
Gemäß dem Gebet- und Erbauungsbuch für katholische Christen betet man zu Maria mit den Worten: „Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria, daß von Ewigkeit her nicht erhört worden, daß Jemand, der zu dir seine Zuflucht nahm, deinen Beistand anrief, oder um deine Fürbitte flehte, von dir verlassen worden sei.“ Es ist beachtenswert, daß im Ablauf des Kirchenjahres zumindest zwei Marienfeste — das „Fest des heiligsten Namens Mariä“ und das „Fest der allerseligsten Jungfrau v. Rosenkranz“ — zur Erinnerung an militärische Siege gefeiert werden, die dem Eingreifen Marias zugeschrieben werden. Ist Maria eventuell nationalistisch gesinnt?
Es ist normal und verständlich, jemand um Beistand anzurufen und bei ihm Zuflucht zu suchen, der einem den Ausweg aus seinen Problemen weist. Ist es aber in Übereinstimmung mit Gottes Willen und der Bibel, sein Vertrauen auf Maria zu setzen, sie um Hilfe anzuflehen?
Wer kennt die Lösung?
Die Ängste und die Befürchtungen unserer Generation sind mit ein Grund dafür, daß der Papst ein marianisches Jahr ausgerufen hat. Die katholische Kirche hofft, daß, wenn sich der Sinn der Menschen Maria zuwendet, wieder Frieden und Eintracht einkehren wird und daß, wie ein katholischer Theologe schreibt, „auf diese Weise in bezug auf das erschütternde Weltgeschehen wirklich eine Lösung gefunden wird“.
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