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Die vielen Gesichter des OsterfestesErwachet! 1986 | 22. März
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Auf dem Petersplatz im Vatikan drängen sich beinahe eine viertel Million Menschen, um dabeizusein, wenn der Papst unter freiem Himmel eine Messe liest. Später, genau zur Mittagszeit, kehrt der Papst auf die Loggia der Basilika zurück, um wie jedes Jahr seine Osteransprache zu halten — eine Verurteilung der Verletzung der Menschenrechte und des Wettrüstens.
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Die Wahrheit über OsterbräucheErwachet! 1986 | 22. März
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Der Vatikan verkündete folgendes: „In jeder Woche begeht sie [die Kirche] an dem Tag, den sie Herrentag [Sonntag] genannt hat, das Gedächtnis der Auferstehung des Herrn.“ Es heißt außerdem: „Und einmal im Jahr feiert sie diese Auferstehung zugleich mit dem seligen Leiden des Herrn an Ostern, ihrem höchsten Fest“ (Lexikon für Theologie und Kirche: Das Zweite Vatikanische Konzil).
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Die Wahrheit über OsterbräucheErwachet! 1986 | 22. März
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Nach dem Tod der Apostel Jesu setzte sich der Gedanke durch, daß es angebracht sei, in der Passahzeit ein Fasten einzuhalten, dem ein Fest folgen sollte. Irgendwie meinte man, auf diese Art der Auferstehung Christi zu gedenken.
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Die Wahrheit über OsterbräucheErwachet! 1986 | 22. März
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Andere Bezeichnungen für das Fest, wie zum Beispiel Pâques oder Pasqua, sind von dem alten hebräischen Wort péßach oder „Passah“ abgeleitet. In der Christenheit glaubt man, daß dieses jüdische Fest durch das Osterfest ersetzt worden sei. Dabei wird aber außer acht gelassen, daß Jesus das Passahfest nicht durch das Osterfest, sondern durch das Abendmahl ersetzte.
Der Historiker Sokrates kam zu dem Schluß: „Mir scheint, das Osterfest hat über irgendwelche alte Sitten in die Kirche Eingang gefunden, so, wie sich zahlreiche andere Bräuche gehalten haben.“ In der Vielzahl der Osterbräuche leben in der Tat „irgendwelche alte Sitten“ weiter — die Sitten götzendienerischer Völker. Der katholische Priester Francis X. Weiser gab zu: „Einige Volksbräuche, die man zur Fasten- und Osterzeit pflegt, gehen auf Riten alter Naturvölker zurück.“ Durch diese Frühlingsbräuche sollten ursprünglich „die Dämonen des Winters verscheucht werden“.
Hat denn die Kirche Neubekehrten derartige Bräuche nicht untersagt? In dem Buch Curiosities of Popular Customs (Merkwürdige Volksbräuche) wird erklärt: „Wenn verbreitete heidnische Bräuche nicht ausgemerzt werden konnten, ging die Kirche stets so vor, daß sie diesen einen christlichen Anstrich verlieh. Was Ostern betrifft, so war die Umwandlung besonders einfach. Die Freude über die aufgehende Sonne und das Erwachen der Natur aus dem Winterschlaf wurde in die Freude über die aufgehende Sonne der Gerechtigkeit bei der Auferstehung Christi aus dem Grab verwandelt.“
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