Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Asiatische Nomaden, die ein Weltreich aus dem Boden stampften
    Erwachet! 2008 | Mai
    • Nach etwa 20-jährigen Auseinandersetzungen gelang es einem Khan namens Temüdschin (um 1162—1227), 27 Mongolenstämme unter seiner Führung zu vereinen. Später kämpften auch die Tataren, Angehörige eines muslimischen Turkvolkes, an der Seite der Mongolen. Die angsterfüllten Europäer bezeichneten die mongolischen Reiter, die unaufhaltsam westwärts preschten, allerdings als Tartaren.b Im Jahr 1206 wählten die Mongolen den damals etwa 40-jährigen Temüdschin zum Dschingis Khan — ein Titel, der möglicherweise „starker Herrscher“ oder „ozeangleicher Herrscher“ bedeutet. Er wurde auch als Großkhan bezeichnet.

      Dschingis Khans berittene Bogenschützen stürzten sich wild und rasend schnell in den Kampf. Oft attackierten sie an mehreren Stellen gleichzeitig, teilweise Tausende Kilometer voneinander entfernt. In der Encarta Encyclopedia wird Dschingis Khan militärisch „auf eine Stufe mit Alexander dem Großen und Napoleon I.“ gestellt. Sein Zeitgenosse Juzjani, ein persischer Historiker, attestierte ihm „unbändige Energie, scharfes Urteilsvermögen, Genialität und Intelligenz“. Aber er bezeichnete ihn auch als „Schlächter“.

      Über die Mongolei hinaus

      In Nordchina herrschten die Mandschu, die ihre Dynastie Jin nannten, die „Goldene“. Um das Mandschugebiet zu erreichen, durchquerten die Mongolen die lebensfeindliche Wüste Gobi — kein wirkliches Hindernis für Nomaden, die nötigenfalls von der Milch und dem Blut ihrer Pferde lebten. Dschingis Khan konnte sein Herrschaftsgebiet zwar bis nach China und in die Mandschurei hinein ausdehnen, die Kämpfe zogen sich allerdings rund 20 Jahre hin. Unter den Chinesen rekrutierte er nicht nur Gelehrte, Künstler und Kaufleute, sondern auch Techniker, die Belagerungsmaschinen, Katapulte und Schwarzpulverbomben bauen konnten.

      Nachdem Dschingis Khan die westwärts führenden Handelswege der Seidenstraße unter seine Kontrolle gebracht hatte, wollte er Handelsbeziehungen mit seinem Nachbarn, dem türkischen Sultan Mohammed, aufnehmen. Der Sultan herrschte über ein ausgedehntes Reich, das das heutige Afghanistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan und den größten Teil des Iran umfasste.

      1218 traf eine mongolische Karawane an der Grenze des Sultanats ein, scheinbar um Handel zu treiben. Doch der örtliche Statthalter ließ die Männer hinrichten, was letztlich zur ersten mongolischen Invasion in ein muslimisches Land führte. In den folgenden drei Jahren brandschatzten die Mongolen — angeblich zahlreicher als Ameisen — systematisch die Städte und Felder des Sultanats und töteten die Bewohner. Verschont wurde nur, wer Kenntnisse und Fertigkeiten besaß, die den Mongolen nützlich waren.

      Das schätzungsweise 20 000 Mann starke mongolische Heer drang durch Aserbaidschan und Georgien bis in die Steppen nördlich des Kaukasus vor, wobei es alle besiegte, die sich ihm entgegenstellten, sogar eine Streitmacht von 80 000 Russen. Ihre Umrundung des Kaspischen Meeres, bei der sie etwa 13 000 Kilometer zurücklegten, gilt als einer der längsten Kavalleriefeldzüge der Geschichte. Diese Vorstöße bereiteten die Invasion Europas durch spätere Mongolenherrscher vor.

      Dschingis Khans Nachfolger

      Der nächste Großkhan wurde Ögädäi, der dritte von Dschingis Khans vier Söhnen mit seiner Hauptfrau. Ögädäi brachte die eroberten Gebiete erneut unter seine Kontrolle, verlangte von den Vasallen Tribut und unterwarf die nordchinesische Jin-Dynastie endgültig.

      Um das Reich und den luxuriösen Lebensstil, an den sich die Mongolen gewöhnt hatten, erhalten zu können, entschloss sich Ögädäi zu weiteren Kriegszügen. Dieses Mal jedoch gegen Länder, die die Mongolen noch nicht geplündert hatten. Er griff an zwei Fronten gleichzeitig an — europäische Nationen im Westen und die Song-Dynastie in Südchina. Der Kriegszug gegen Europa war erfolgreich, der andere scheiterte. Trotz einiger Siege gelang es den Mongolen nicht, das Kernland der Song zu erobern.

  • Asiatische Nomaden, die ein Weltreich aus dem Boden stampften
    Erwachet! 2008 | Mai
    • [Bild auf Seite 15]

      Dschingis Khan

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen