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RusslandJahrbuch der Zeugen Jehovas 2008
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MIT FREUDE DABEI
Arno und Sonja Tüngler besuchten die Gileadschule (Außenstelle Deutschland) und haben seit Oktober 1993 schon in verschiedenen Städten Russlands gepredigt. Wie ging es dort mit dem Werk Jehovas voran? Hier ihre Erlebnisse:
Arno: „Nur wenige Wochen nach unserem Umzug nach Moskau hatten wir bereits die ersten Aufgaben in der Theokratischen Predigtdienstschule. Nach sechs Wochen in Russland musste ich schon meinen ersten Vortrag auf einem Kongress halten. Unsere Versammlung hatte rund 140 getaufte Verkündiger und ein Predigtgebiet so groß wie ein ganzer Kreis in Deutschland! Unser erstes Gebiet lag neben unserem Pionierheim. Das war eine aufregende Zeit, denn wir waren die allerersten Zeugen, die dort von Tür zu Tür predigten!“
Sonja: „Obwohl wir fast kein Russisch konnten, gingen wir manchmal allein in den Straßendienst und gaben den Leuten Traktate oder etwas anderes zum Lesen. Die Brüder und Schwestern aus der Versammlung unterstützten uns sehr gut, und es war kein Problem, Partner für den Predigtdienst zu finden. Sie waren sehr freundlich und geduldig mit uns, auch wenn wir im Dienst nur gebrochen Russisch sprechen konnten. Die Leute an den Türen waren ebenso geduldig mit uns. Nach dem Zerfall der Sowjetunion war das Interesse an Religion enorm groß.“
Arno: „Eine große Hilfe beim Erlernen der Sprache waren der Haus-zu-Haus-Dienst und Bibelstudien. Nach einem guten Vierteljahr in Russland hatten wir schon 22 Bibelstudien. Dadurch hörten wir, wie die Leute im Alltag reden, und hatten viele Gelegenheiten zum Sprechen.
Auf den Kongressen ließen sich damals unglaublich viele taufen — mitunter 10 Prozent der Anwesenden oder noch mehr. In den Versammlungen gab es oft nicht genügend Brüder, die als Älteste oder Dienstamtgehilfen dienen konnten. Ein Ältester war doch tatsächlich vorsitzführender Aufseher von 5 Versammlungen! Er bat mich, in einer davon die Gedächtnismahlansprache zu halten. Es kamen 804 Personen. Anschließend mussten alle schnell der nächsten Versammlung Platz machen. Ihr Redner hatte allerdings Probleme mit dem Auto und schaffte es nicht rechtzeitig zum Gedächtnismahl, also hielt ich die Ansprache noch einmal — diesmal vor 796 Anwesenden! Damit hatten allein in den beiden Versammlungen 1 600 Personen das Gedächtnismahl besucht! Das zeigt, wie groß das Interesse an der Wahrheit damals war.“
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RusslandJahrbuch der Zeugen Jehovas 2008
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[Bild auf Seite 224]
Arno und Sonja Tüngler haben in ihrem Dienst für Jehova in Russland viel Schönes erlebt
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