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RusslandJahrbuch der Zeugen Jehovas 2008
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1949 hatten sich Jehovas Zeugen in Moskau um eine Registrierung bemüht. Damals hatte ihnen Stalins Regierung Forderungen gestellt, die sie unmöglich erfüllen konnten. Mittlerweile waren gut 40 Jahre vergangen. Am 26. Februar 1990 empfing der Vorsitzende des Rats für religiöse Angelegenheiten in Moskau (und mit ihm seine zwei Stellvertreter sowie drei weitere Komiteemitglieder) eine 15-köpfige Abordnung der Zeugen Jehovas: 11 Brüder aus Russland und anderen Sowjetrepubliken sowie Milton Henschel und Theodore Jaracz aus Brooklyn zusammen mit Willi Pohl und Nikita Karlstroem vom deutschen Zweigbüro.
Der Vorsitzende eröffnete die Sitzung mit folgenden Worten: „Es freut uns sehr, dass dieses Treffen mit Zeugen Jehovas zustande gekommen ist. Ich habe schon viel von Ihnen gehört, aber das ist der erste persönliche Kontakt mit Ihnen. Wir sind offen für Gespräche im Sinne von Glasnost.“ Die Brüder äußerten ihren Wunsch, das Werk der Zeugen Jehovas in der Sowjetunion registrieren zu lassen. Daraufhin erklärte der Vorsitzende: „Das freut uns zu hören und der Zeitpunkt ist gut. Bald ist Frühling, also die Zeit, um auszusäen. Dann können wir mit einer guten Ernte und guten Ergebnissen rechnen.“
Der Vorsitzende forderte die Brüder reihum auf, sich vorzustellen. Dabei wurde deutlich, dass Jehovas Zeugen in jedem Winkel des Landes zu finden sind, von Kaliningrad bis nach Wladiwostok. Ein Kreisaufseher sagte: „Ich bin hier stellvertretend für 4 Versammlungen in der Oblast Irkutsk. Dazu betreue ich noch den Fernen Osten, die Regionen Chabarowsk und Krasnojarsk sowie die Oblaste Nowosibirsk und Omsk.“ Der Vorsitzende meinte daraufhin erstaunt: „Das ist ja ein riesiges Gebiet — größer als so manches Land!“
Einer der stellvertretenden Vorsitzenden sagte: „Wir müssen Ihren Glauben noch besser kennenlernen. Denn es gibt da ein paar Punkte, die wir nicht verstehen. Zum Beispiel heißt es in einem Ihrer Bücher, Gott werde die Erde reinigen und alle bestehenden Regierungen beseitigen. Wie sollen wir das verstehen?“ Worauf Bruder Pohl antwortete: „Jehovas Zeugen beteiligen sich an keinerlei Gewalthandlungen. Wenn das dort so steht, ist das eine Bezugnahme auf konkrete biblische Prophezeiungen. Jehovas Zeugen predigen Gottes Königreich und sprechen vom ewigen Leben in einem Paradies auf der Erde.“
„Daran ist ja nichts auszusetzen“, meinte der stellvertretende Vorsitzende.
Zu guter Letzt fasste der Vorsitzende zusammen: „Wir sind sehr froh über dieses Treffen mit Ihnen. Ihre Registrierung sollte so schnell wie möglich erfolgen.“
Im März 1991 wurden Jehovas Zeugen in Russland offiziell anerkannt. Damals hatte das Land mehr als 150 Millionen Einwohner und zählte 15 987 Königreichsverkündiger. Was die Brüder und Schwestern in Russland nun brauchten, war weitere Anleitung von Jehova (Mat. 24:45; 28:19, 20).
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RusslandJahrbuch der Zeugen Jehovas 2008
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[Bild auf Seite 202]
Nach der Registrierung (von links nach rechts): Theodore Jaracz, Michail Dasewitsch, Dmitrij Liwyj, Milton Henschel, ein Mitarbeiter des Justizministeriums, Ananij Grogul, Aleksej Werschbizkij und Willi Pohl
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