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Wie die Religion überlebteErwachet! 2001 | 22. April
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Vom KGB „hoch geschätzt“
Auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 blieb die orthodoxe Kirche den Kommunisten nützlich. Inwiefern dies der Fall war, wird in dem von Harrison Salisbury herausgegebenen Buch Die Sowjetunion: Experiment des Jahrhunderts wie folgt erläutert: „Ende des Krieges sekundierten die Kirchenführer Stalins außenpolitischen Forderungen des Kalten Krieges.“
In dem unlängst erschienenen Buch The Sword and the Shield wird beschrieben, wie Kirchenführer den Interessen des Sowjetstaates dienten. Danach wurde Patriarch Aleksij I. — er war 1945 zum Nachfolger von Patriarch Sergij gewählt worden — „Mitglied des Weltfriedensrates, der 1949 gegründeten sowjetischen Volksfrontorganisation“. Auch heißt es in dem Buch, Patriarch Aleksij I. und Metropolit Nikolaj seien vom KGB, dem sowjetischen Komitee für Staatssicherheit, „als Interessenvertreter hoch geschätzt“ worden.
Bezeichnenderweise erklärte Patriarch Aleksij I. 1955: „Die russisch-orthodoxe Kirche unterstützt die vollkommen friedliche Außenpolitik unserer Regierung, nicht weil es der Kirche angeblich an Freiheit mangelte, sondern weil die sowjetische Politik gerecht ist und mit den christlichen Idealen übereinstimmt, die die Kirche predigt.“
In der Ausgabe vom 22. Januar 2000 der Londoner Zeitung The Guardian wurde der kirchenkritische orthodoxe Priester Georgi Edelstein mit den Worten zitiert: „Alle Bischöfe waren sorgfältig ausgewählt, damit sie mit der Sowjetregierung zusammenarbeiteten. Sie alle waren KGB-Agenten. Es ist allgemein bekannt, daß Patriarch Alexij vom KGB angeworben und unter dem Decknamen ‚Drosdow‘ geführt wurde. Heute vertreten sie nach wie vor die gleiche Politik wie vor 20 oder 30 Jahren.“
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Wie die Religion überlebteErwachet! 2001 | 22. April
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Das Keston-Institut untersuchte ausführlich, wie Aleksij II., der heutige Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche, in der Vergangenheit mit dem Sowjetregime zusammenarbeitete. In seinem Bericht kam das Institut zu dem Schluß: „Aleksijs Mitarbeit war nichts Außergewöhnliches: Fast alle hohen Kirchenführer aller offiziell anerkannten Religionsgemeinschaften — einschließlich der Katholiken, Baptisten, Adventisten, Moslems und Buddhisten — waren Agenten im Dienst des KGB. In dem Jahresbericht, in dem die Anwerbung Aleksijs festgehalten ist, werden sogar noch zahlreiche weitere Agenten aufgeführt, einige von ihnen in der Estnischen Lutherischen Kirche.“
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