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  • Eine wachsende, todbringende Gefahr
    Erwachet! 1989 | 22. Oktober
    • Eine wachsende, todbringende Gefahr

      Der Satanskult, auch Teufelsanbetung genannt, mit seinen Tier- und Menschenopfern, sexuellem Mißbrauch und anderen kriminellen Handlungen ist auf dem Vormarsch. Was glauben Satanisten? Warum ist ihre Religion so anziehend? „Erwachet!“ gibt Antworten auf diese Fragen und demaskiert die Person, die hinter dieser schrecklichen Religion steht.

      ERSTARRT dir das Blut in den Adern bei dem Gedanken daran, daß sich erwachsene Menschen an andere heranpirschen, wie hungrige Löwen ihre Opfer töten, ihr Blut trinken und ihr Herz und andere Körperteile essen — und das alles im Namen der Religion?

      Erschauderst du bei der Vorstellung, daß Väter und Mütter ihre eigenen Kinder opfern und dabei zulassen, daß diese sexuell mißbraucht und schließlich vor den Augen aller Zuschauer auf einem Altar geschlachtet werden — um der religiösen Befriedigung willen?

      Raubt dir der Gedanke die Sprache, daß Männer in Leichenhallen Geschlechtsverkehr mit Leichen ausüben, um einen Geist zu befriedigen, von dem sie denken, er sei göttlich?

      Bist du wie betäubt, wenn du von Kindern liest, die ihre Eltern umbringen und sie dann ohne Gewissensbisse oder Mitleid verstümmeln — alles, um den Teufel glücklich zu machen?

      Schüttelst du ungläubig den Kopf, wenn du von Personen hörst, die Gräber schänden, daraus Köpfe rauben und Fingerglieder abtrennen, um sie bei religiösen Ritualen zu tragen?

      Wie denkst du über eine Religion, die dafür eintritt, daß ihre 13- bis 25jährigen Anhängerinnen als Gebärmaschinen gebraucht werden, damit die Kinder dann bei bluttriefenden Ritualen geopfert werden können?

      „Was werden sich die Filmemacher als nächstes ausdenken?“ magst du dich beim Lesen des Obigen gefragt haben. „Aber im Endeffekt ist das ja nur Phantasie“, sagst du vielleicht. Wirklich?

      Was du eben gelesen hast, ist Realität. Es ist nicht das Phantasieprodukt eines Drehbuchschreibers. Die Ereignisse könnten sich an deinem Wohnort abgespielt haben. Und wenn das bis jetzt nicht der Fall ist, so ist zu befürchten, daß es noch kommt.

      Die Religion, zu deren Ritualen es gehört, Tiere wie auch Menschen zu opfern, Kinder zu mißbrauchen, jungfräuliche Jugendliche zu vergewaltigen, ungebundenen Geschlechtsverkehr zu haben und anderes mehr, wird Satanskult oder Teufelsanbetung genannt. Die Praktiken der Satanisten sind so absonderlich, so außerhalb jeder Norm, daß sich viele Behörden ebenso wie viele Bürger weigern, zu glauben, daß es Menschen gibt, die so etwas als Teil ihrer Anbetung tun.

      Der Satanskult, der bis vor ein paar Jahren nur relativ wenig Anhänger hatte, ist zu einer wachsenden, todbringenden Gefahr geworden. „Der Satanismus ist der Kult der 80er Jahre“, erklärte ein Polizeibeamter aus San Francisco. „Der Satanismus ist Teil des organisierten Verbrechens in Australien“, sagte ein führender australischer Kriminalist. „Nach meiner Schätzung besteht der harte Kern in Australien aus 20 000 Anhängern, die sich aktiv an der Teufelsanbetung beteiligen, an Sexorgien und der Opferung von Tieren, ja vielleicht sogar an Menschenopfern. Diese Bewegung steht, wie ich denke, auch hinter der Liste der vermißten Kinder und hat viel mit Drogen und Friedhofsschändungen zu tun.“

      Satanisten sind gewöhnlich in Zirkeln mit 9 bis 13 Mitgliedern organisiert — manchmal mehr, je nach Umständen. Gemäß Schätzungen der Behörden gab es in den Vereinigten Staaten 1946 10 000 Zirkel, 1976 48 000 und 1985 135 000. Wie viele von diesen Zirkeln gewaltlos sind und sich von den gewalttätigen Gruppen distanzieren, ist unbekannt. Der Zeitschrift National Catholic Reporter (7. März 1986) zufolge gibt es allein in der texanischen Stadt El Paso „150 aktive Zirkel mit 2 000 Satanisten aller Altersgruppen“. Und im Bulletin der pennsylvanischen Polizei heißt es: „Der Satanskult ist in Amerika auf dem Vormarsch. Kaum ein Tag vergeht ohne Berichte über Gewalttaten von Satanisten.“

      Außerdem kann sich der Satanskult rühmen, Anhänger aus vielen in der Welt angesehenen Berufszweigen zu haben: Ärzte, Rechtsanwälte, Geschäftsleute, Polizisten, Nonnen, Priester, Angehörige des Militärs sowie Hausfrauen. Mit großem Erfolg werden weltweit neue Anhänger an Oberschulen und Hochschulen angeworben. Daher bestehen heute in vielen Gegenden die Zirkel zum Großteil aus Jugendlichen.

      Die Zeitung New Zealand Herald (26. August 1988) schrieb: „Schon mit 14 Jahren werden Jugendliche in die Welt des Satanskults gelockt.“ Wie ein kanadischer Beamter bemerkte, sind „die Jugendlichen, die ... sich nur so aus Spaß mit dem Satanskult beschäftigen, genauso gefährlich wie der harte Kern [der Satanisten]“.

      Ein Angestellter einer kanadischen Jugendstrafanstalt erklärte: „Es ist erstaunlich, wie viele der Jugendlichen hier Satanisten sind. Sie tätowieren sich mit satanischen Symbolen, vollführen Rituale, ja sie glauben wirklich an den Teufel.“

      Eine 18jährige Inhaftierte bestätigte, daß der Satanskult unter ihresgleichen sehr beliebt ist. Ein kanadischer Jugendlicher gab zu, zu einem 400 Mitglieder zählenden Satansorden in Alberta zu gehören. „Jugendliche Teufelsanbeter sollten nicht unterschätzt werden“, meinte ein kanadischer Experte auf dem Gebiet der Kriminalität.

      Anhänger dieses Kults gehen eine lebenslange starke Bindung ein, zu der ein striktes Verschwiegenheitsgelöbnis gehört. „Mitgliedern, die Zeugen der verschiedenen kriminellen Handlungen geworden sind, ist es verboten, sich von der Gruppe zu lösen“, berichtete The National Sheriff. „Wer das Gesetz des Schweigens bricht, gefährdet das eigene Leben und das seiner Angehörigen aufs äußerste.“ „Sie sind programmiert, nichts zu sagen“, erläuterte ein Fachmann aus Chicago. „Wenn sie es doch tun, bringen sie sich programmgemäß selbst um.“

      Die Mitglieder der Zirkel versuchen auch, den Behörden unbekannt und anonym zu bleiben. „Sie glauben, ihre schändlichen kriminellen Handlungen würden von Satan nicht belohnt werden, wenn die Behörden sie identifizierten und verfolgten“, hieß es in einer Quelle. Daher ist es oft reiner Zufall, wenn eine Satanssekte einer Straftat überführt wird. Erst in den letzten Jahren haben einige Behörden verräterische Zeichen, die bei Verbrechen mit tödlichem Ausgang und okkultem Hintergrund hinterlassen wurden, deuten können. Dazu gehören Bibelseiten, die auf dem Kopf stehen, auf dem Boden gemalte Kreuze in der Nähe des Tatorts oder die mit dem Blut des Opfers geschriebene Zahl 666.

      Doch warum verüben diese Menschen Gewalttaten im Namen ihrer Religion? Betrachte einige schockierende Gründe im nächsten Artikel.

      [Kasten auf Seite 3]

      Kaum zu glauben — aber wahr

      Das „Bulletin“, eine Veröffentlichung des Vermißten-Dezernats der Polizei von Pennsylvanien, berichtet: „Ermittlungsbeamte mögen es schwer finden, den merkwürdigen und absonderlichen Berichten über Verbrechen Glauben zu schenken, die von Personen begangen werden, die Talar tragen und mit Symbolen des Teufels geschmückt sind.“

      Doch „kaum ein Tag vergeht ohne Berichte über Gewalttaten von Satanisten. Im ganzen Land erhalten die Behörden Kenntnis von Morden, Körperverletzungen, tätlichen Angriffen, Selbstmorden, Fällen von Kindesmißbrauch und Tierquälerei, die mit dem Satanskult in Verbindung stehen.“

  • Kreuzzüge der Gewalt — Warum?
    Erwachet! 1989 | 22. Oktober
    • Kreuzzüge der Gewalt — Warum?

      DER Satanskult oder die Teufelsanbetung reicht bis in die Zeit der ersten Menschen zurück. Es war Satan, der, hinter einer Maske versteckt, die ersten beiden Menschen im Garten Eden von ihrem Schöpfer, Jehova Gott, wegzog (1. Mose 3:1-6; Offenbarung 12:9). Das brandmarkte sie auf ewig als Satans erste Verbündete.

      In den folgenden Jahrtausenden zeigte sich die häßliche, geheimnisvolle Fratze des Satanskults in verschiedener Form: Hexerei, Schwarze Magie, Verwünschungen und vieles mehr. Der Name Satans und die wahre Bedeutung der Verehrung wurden jedoch im allgemeinen von seinen Anhängern irreführenderweise verborgen gehalten.

      Von Beginn des 20. Jahrhunderts an ist es zu einer offenen und schamlosen Wiederbelebung des Satanskults gekommen, und bis heute ist er in viele Teile der Erde vorgedrungen. Der Satanismus ist mit einem neuen, dreisten Image auf der religiösen Bühne erschienen. Nicht länger hält er sich unter dem Deckmantel „guter Taten“ in der Anonymität verborgen. Statt dessen wird Satan auf die brutalste Weise angebetet, die man sich nur vorstellen kann.

      Einer der frühen Väter des Satanskults in unserem Jahrhundert war ein Brite namens Aleister Crowley. 1905 organisierte er in Los Angeles (Kalifornien) einen Satansorden mit dem Namen „Ordo Templi Orientis“. Bald wurde er der anerkannte Führer eines wachsenden Kults. In seinem Buch des Gesetzes propagierte er eine neue Formel des Glaubens: „Tue, was du willst, soll das ganze Gesetz sein.“ Mit dieser Philosophie befürwortete Crowley die Übertretung jeglichen den Menschen bekannten Moralgesetzes und biblischen Grundsatzes. Mord, Gewalt, Vergewaltigung und Menschenopfer wurden daher zum Bestandteil der religiösen Rituale.

      Über Menschenopfer schrieb Crowley: „Für fast jeden Zweck ist das Menschenopfer das beste; und ein männliches Kind von vollkommener Unschuld und hoher Intelligenz ist das zufriedenstellendste und passendste Opfer.“ Er bezeichnete sich einmal selbst als den „verderbtesten Menschen der Welt“. Nachdem er einige Zeit in einer Heilanstalt zugebracht hatte, starb er Berichten zufolge als Heroinabhängiger in einer billigen Pension in England.

      Leider starb jedoch seine Philosophie der Freiheit, im Namen der Religion „das zu tun, was einem gefällt“, nicht mit ihm. Beachten wir, was in einem Werk diesbezüglich bemerkt wird: „Der Schatten Aleister Crowleys liegt groß und bedrohlich über der Region [von Los Angeles]. Doch seine Exzesse verblassen zur Bedeutungslosigkeit im Vergleich zu dem, was die heutigen Teufelsanbeter tun.“

      Ergebenheit gegenüber dem Teufel

      Satansanbeter glauben, der Teufel regiere die Welt. Außerdem glauben sie, wie Robert J. Barry in The National Sheriff schrieb, daß „beim Ende der Welt die Streitkräfte Luzifers die Streitkräfte Gottes und Christi überwältigen und dann im Himmel regieren werden. Die Satanisten möchten sich durch ihre Ergebenheit gegenüber dem Teufel seinen Beistand nicht nur in dieser Welt, sondern auch in der kommenden sichern.“

      Von anderen Satansanbetern wird gesagt, sie glaubten, Christus und Satan hätten „ihre Streitkräfte vereinigt, um das Ende der Welt herbeizuführen“. Ein Satansorden behauptet, Christus benutze Satan als Killer. Daher ist für einige, wie Maury Terry in dem Buch The Ultimate Evil schreibt, „die Anbetung des Teufels mit der Anbetung Christi verwandt. Töten im Namen Satans ist für sie in Wirklichkeit Töten für Christus: eine göttliche Mission.“

      Es war Aleister Crowley, der sagte, er wolle, daß „Lästerung, Mord, Vergewaltigung, Revolution und alles Schlechte“ zur religiösen Lehre und Praxis des Ordens gehöre. Ja ein Ordensführer verkündete lautstark: „DU SOLLST TÖTEN!“ Und genau das haben die Mitglieder satanischer Orden offensichtlich befolgt.

      Eine Person erklärte deren Gründe für Gewalttaten wie folgt: „Vergewaltigungen dienen der Deflorierung von Jungfrauen, was für Satansanbeter eine besondere Bedeutung hat. Brandstiftung ist ein Symbol des Weltenbrandes oder Harmagedons; durch Mord wird Bestürzung verbreitet und die Prophezeiung aus Daniel erfüllt: ‚Und die Frevler werden freveln.‘“

      Wie ein Blick auf die Lehre gewisser Satansanbeter offenbart, glauben sie, Adolf Hitler verdiene es, angebetet zu werden. Ein Autor sagte: „Sie betrachten die von Hitler herbeigeführte Zerstörung als eine Einstimmung auf das Kommende — und sie wollen bei diesem großen Ereignis nicht abseits stehen.“

      Warum diese Begeisterung für Hitler? Gemäß dem Wissenschaftsjournalisten Maury Terry ist ein Grund hierfür „eine Zahlentabelle, die jedem Buchstaben des Alphabets eine Zahl zuordnet, wobei A der 100 gleichgesetzt wird und Z der 125. Die Summe der Zahlen, die den Buchstaben des Namens Hitler entsprechen (107, 108, 119, 111, 104, 117), ist dann 666 — die Zahl des großen Tieres aus dem Bibelbuch Offenbarung; die Zahl des Teufels.“

      Das erklärt mit, warum die Zahl 666 so häufig dort an den Wänden steht, wo sich die Zirkel treffen, sowie in der Öffentlichkeit an Wänden und Brücken. Es wird gesagt, die Buchstaben HT und HH stünden für Hitler und das aus Blitzen bestehende SS-Zeichen symbolisiere „vom Himmel zur Hölle, Kraft“. Auch das Hakenkreuz wird von Satanisten verwendet. „Alles sind Zeichen des Tieres: Satan-Hitler, dem sie dienen“, sagte ein Insider.

      Zusammenkünfte und Gewalt

      Laut Berichten gibt es im Jahr über 20 besondere Anlässe für schwarze Messen. Viele davon fallen zeitlich mit sogenannten christlichen Feiern zusammen. Das ist in Übereinstimmung mit dem Streben, all das zu entheiligen, was als gut oder heilig betrachtet wird. Halloween, ein Fest, das in einigen englischsprachigen Ländern am Vorabend von Allerheiligen gefeiert wird, begehen die Satanisten als eines ihrer großen Feste. Die schwarzen Messen werden an geheimen Orten abgehalten, die gemäß den Umständen wechseln können. „Zu Beginn jeder schwarzen Messe muß Satan“, wie Terry erklärt, „gnädig gestimmt werden durch die Vergewaltigung einer Jungfrau [eines Mädchens], ein Brandopfer [eine Brandstiftung] oder einen Ritualmord an einem Menschen oder einem Tier.“

      Hunde- und Katzenopfer spielen in dem Kult eine große Rolle. An einem Ort in der Nähe von New York fand man beispielsweise innerhalb eines Jahres 85 enthäutete Schäferhunde und Dobermänner — alles wohl das Werk von Satanisten. Oft werden Körperteile entfernt und verzehrt in dem Glauben, sie besäßen magische Kraft. Blut wird in silbernen Kelchen, die aus Kirchen gestohlen wurden, herumgereicht und getrunken. Und alles dient der Anbetung des Teufels. Natürlich wird ein Menschenopfer als höchstes Opfer angesehen, das ihm am meisten gefällt. Oft wird er auf diese Weise gnädig gestimmt.

      Doch wer ist dieser Satan? Gibt es ihn wirklich? Oder ist er nur die Ausgeburt einer krankhaften Phantasie?

      [Kasten/Bild auf Seite 7]

      Gnädig stimmende Opfer

      Die Welt war entsetzt, als im letzten April die Überreste von mehr als einem Dutzend Männern entdeckt wurden, die außerhalb der mexikanischen Stadt Matamoros (nahe der texanischen Grenze) einem Ritualmord zum Opfer gefallen waren. Die Zeitschrift Time berichtete:

      „Um sich beim Teufel einzuschmeicheln, kochten die Mörder die Gehirne und Herzen ihrer Opfer und vermischten das Gebräu mit Arm- und Beinknochen sowie Tierköpfen. Die Teufelsanbeter leisteten so fürchterliche Arbeit, daß zwei Pathologen ... fast vier Tage für die Autopsie benötigten.“

      Die Teufelsanbeter glaubten, sie würden von ihrem Gott beschützt werden, wenn sie ihn mit Menschenopfern gnädig stimmten. Gemäß einem Polizeioffizier beteten die Mörder zum Teufel, „damit die Polizei sie nicht verhaften würde, Kugeln sie nicht töten könnten und sie in der Lage wären, noch mehr Geld zu scheffeln“.

  • Satan — Hinter der Maske
    Erwachet! 1989 | 22. Oktober
    • Satan — Hinter der Maske

      HEUTZUTAGE wird Satan weltweit Aufmerksamkeit geschenkt. In Zeitungen, Zeitschriften und religiösen Traktaten erscheinen zahllose Aufsätze über ihn. Radio- und Fernsehprogramme werden der Religion gewidmet, die seinen Namen trägt.

      „Satan“, vorwärts und rückwärts geschrieben, steht auf Bänken, an Brücken, auf Wänden verlassener Häuser, auf Schaufenstern und mit weißer Farbe auf Spiegelglasscheiben. Es ist unglaublich, welchen Reiz und welche verführerische Kraft diese Religion, die den Namen Satans trägt, insbesondere auf Jugendliche ausübt.

      Trotz der starken Publicity ist man jedoch geteilter Meinung darüber, wer oder was Satan nun wirklich ist. Für viele, einschließlich seiner ergebensten Jünger, ist Satan in der Anonymität verborgen. „Die ganze Skala ist vertreten“, erklärte ein Professor für Religion, „von solchen, die an Satan als eine wirkliche Person glauben, bis zu denen, die meinen, es handle sich nur um eine Redefigur, und die die Vorstellung von einem Teufel völlig verwerfen.“

      Als ein anderer Professor für Religion bei einem theologischen Seminar der Baptisten Satan eher als „Gottes Diener“ denn als seinen Erzfeind bezeichnete, löste er damit ein religiöses Erdbeben aus. In vielen Telefonaten und Briefen wurde bei dem Kirchenverlag gegen diese Interpretation protestiert. „Wenn Satan als ein Diener Gottes verstanden wird, dann wird“, so ein konservativer Geistlicher der Baptisten, „aus Gott unser Feind.“ Allerdings hielt ein anderer Geistlicher und Religionsprofessor der Baptisten dem entgegen, daß die Kirchenvorstände der Baptisten „keine Befragung durchgeführt haben, um festzustellen, was die offizielle Position der Baptisten“ hinsichtlich Satans ist.

      In Wirklichkeit wissen die Anhänger vieler Kirchen nicht genau, was ihre Religion über Satan lehrt. Ein Zeitungsjournalist bemerkte: „Nur wenige Kirchen lehren ihre Gläubigen klar und deutlich, was sie in bezug auf Satan glauben sollen. Die Auffassungen sind daher sehr persönlicher Natur.“ Einige lehren sogar, der Teufel stehe nur für das Böse in uns. Der presbyterianische Geistliche A. D. Ellison behauptete beispielsweise, daß Jesus in der Wildnis nicht von einem übermenschlichen satanischen Wesen versucht wurde, sondern von seiner eigenen Ichbezogenheit.

      Es verwundert nicht, daß die Gemeindeglieder über die Identität Satans im ungewissen sind, wenn ihre religiösen Führer ebenfalls keine klare Vorstellung haben.

      Wer er ist

      Die Bibel hingegen zeigt klar und deutlich, wer Satan ist. Gott, der Allmächtige, schuf viele Geistgeschöpfe, die im Himmel Zutritt zu ihm haben und die seine Diener sind. Wie die Bibel uns offenbart, begannen „alle Söhne Gottes [Engelgeschöpfe] beifällig zu jauchzen“, als Gott „die Erde gründete“ und sie bereitmachte, damit der Mensch darauf leben konnte (Hiob 38:4, 7). Doch mit der Zeit wandte sich einer dieser Engel gegen seinen Schöpfer und wurde zu einem Rebellen, einem Widersacher.

      Dieser erste Widersacher oder Satan (was „Widerstandleistender“ bedeutet) war derjenige, der eine Schlange als Sprachrohr gebrauchte, um Eva zum Ungehorsam gegenüber Gott zu verleiten (1. Mose 3:1-6). Darum wird er auch „Urschlange“ genannt (Offenbarung 12:9). Jesus selbst sagte über Satan: „Jener war ein Totschläger, als er begann, und er stand in der Wahrheit nicht fest, weil die Wahrheit nicht in ihm ist“ (Johannes 8:44; 1. Johannes 3:8). Jesus identifizierte somit Satan als jemanden, der einst Gottes Gunst besaß, aber dann gegen Jehova Gott rebellierte.

      Einige meinen zwar, der Teufel sei nur ein abstraktes Prinzip des Bösen, doch die Eigenschaften und Handlungen, die Satan in der Bibel zugeschrieben werden, können sich nur auf eine Person beziehen. Ja, die Bibel zeigt, daß Satan eine wirkliche, unsichtbare Geistperson ist, deren erklärtes Ziel darin besteht, die Menschheit davon abzubringen, dem Schöpfer, Jehova Gott, zu dienen. Als Jesus in der Wildnis von Satan versucht wurde, kann das nicht durch eine böse Eigenschaft oder seine „eigene Ichbezogenheit“ geschehen sein. Ihm konnte nichts Böses und keine Selbstsucht innewohnen, da die Bibel deutlich sagt, daß Jesus „arglos, unbefleckt, getrennt von den Sündern“ war (Hebräer 7:26; Lukas 4:1-13).

      Machthunger

      In seinem Streben nach Macht, dem der Wunsch zugrunde lag, über andere zu herrschen, ihr Gott zu sein, angebetet zu werden, lehnte sich Satan gegen Gott auf (2. Korinther 4:4). Er bot Adam und Eva Macht und Freiheit an — zu „sein wie Gott“, das heißt, selbst zu entscheiden, was gut und böse, was richtig und falsch ist (1. Mose 3:5). Macht und Freiheit sind das, was Satan auch heute noch seinen Dienern anbietet.

      So schrieb ein jugendlicher Satanist namens Sean, der gerade seine Eltern und eine dritte Person umgebracht hatte: „Ich bin frei. Ich kann töten ohne Reue.“ Bei einer anderen Gelegenheit schrieb er mit seinem eigenen Blut: „Ich sage mich von Gott los, ich sage mich von Christus los, ich werde nur Satan dienen ... Heil Satan!“

      Randy Shores, ein Jugendlicher und ehemaliger Angehöriger eines Satansordens, erklärt: „Es war phantastisch, diese ganze Macht zu haben.“ Er betont, daß „die Macht der Anreiz“ war, „die Macht der Gruppe, dich zu beschützen, die Macht der Rituale, der Bannsprüche, mit denen anderen Schaden zugefügt wird, und des Geheimen“.

      Ja, viele Teufelsanbeter glauben, daß Satan denen Macht gibt, die seinen Lehren folgen. Nach dem Verständnis einiger Anbeter Satans bedeutet dies, daß man die Macht hat, ungestraft zu töten. Wie die publik gewordenen Morde der Satansanbeter zeigen, glauben sie wirklich, sich durch Morde bei Satan beliebt machen zu können. Es ist daher notwendig, die wachsende Bedrohung durch den Satanskult ernst zu nehmen.

      Laß dich nicht betrügen

      Vergiß nicht: Satan ist eine Realität. Er ist kein Phantasieprodukt. Die größte Freude bereitet es ihm, Gott und dessen Wort, die Bibel, in Verruf zu bringen sowie so viele wie möglich in seinem Netz der Vernichtung zu fangen. Doch Gott hat bereits etwas gegen Satan unternommen, indem er ihn aus dem Himmel entfernen und in den Bereich der Erde verbannen ließ. Satans Beschränkung auf die Erde hat zweifellos bei der jüngsten Belebung des Satanskults eine Rolle gespielt (Offenbarung 12:7-12).

      Eltern müssen somit vorsichtig sein. In vielen Fällen sind Kinder dem Satanskult verfallen, weil ihre Eltern ihnen nicht die nötige Liebe und Aufmerksamkeit geschenkt haben. Die Kinder sind deswegen aufgebracht, fühlen sich im Stich gelassen und werden so eine leichte Beute für die Werber des Satans.

      Zum Glück ist jedoch das Ende Satans samt seines Einflusses nahe. Bald werden er und alle seine Nachfolger besiegt und vollständig vernichtet werden. Der große Gott Jehova, den Satan und seine Dämonen prahlerisch herausgefordert haben, wird durch seinen kriegführenden König, Jesus Christus, diese bösen Personen aus dem Weg räumen (1. Johannes 3:8; Offenbarung 20:1-3, 10). Wie gut wäre es doch, in der Zwischenzeit unter denen zu sein, die Satan widerstehen und Schutz in der liebevollen Bruderschaft der organisierten Anbeter des wahren Gottes Jehova finden.

      [Kasten auf Seite 9]

      Wo wirklich Schutz zu finden ist

      In einem Brief an die Zeitung The Times Herald Record (Middletown, New York) beschrieb ein Mann, wie er dazu kam, sich mit dem Okkultismus zu beschäftigen. Er war durch das Werk zweier Psychotherapeuten verlockt worden, die eine Anleitung zum Erlangen okkulter Macht zusammengestellt hatten. „Eifrig machte ich mich an die Ausführung“, berichtete er, „und mußte dafür mit sechs Wochen nächtlichem Terror bezahlen.

      Glücklicherweise rieten mir zwei Zeugen Jehovas unter anderem, zu Jehova zu beten. Das habe ich dann nachts getan, wenn die merkwürdigen Erscheinungen begannen.“ Mit welchem Ergebnis?

      „In der letzten Schreckensnacht ließ mich, was immer mich besessen hatte, aus seinen Klauen los ... Nach diesem Ereignis hatte ich keine schlimmen Erlebnisse mehr.“ Dieser Mann machte, wie er an die Zeitung schrieb, die Erfahrung, daß „Gott diejenigen, die okkulte Praktiken ausüben, verurteilt (5. Mose 18:10-13)“ (27. Februar 1988).

      In der erwähnten Schriftstelle heißt es auszugsweise: „Es sollte sich in dir nicht jemand finden, ... der sich mit Wahrsagerei beschäftigt, der Magie treibt oder jemand, der nach Omen ausschaut, oder ein Zauberer oder einer, der andere mit einem Bannspruch bindet, oder jemand, der ein Geistermedium befragt, oder ein berufsmäßiger Vorhersager von Ereignissen oder jemand, der die Toten befragt. Denn jeder, der diese Dinge tut, ist für Jehova etwas Verabscheuungswürdiges.“

      [Kasten auf Seite 10]

      Eltern, achtet auf Symptome!

      Da die Teufelsanbetung auf Jugendliche so anziehend wirkt, sollten Eltern gegenüber Symptomen dafür, daß ihre Kinder in so etwas verwickelt sind, wachsam sein. Evon Peterson, ein Fachmann auf diesem Gebiet, erläutert:

      „Sie [die Jugendlichen] brauchen jemanden, der an sie glaubt. ... Sie betteln um Aufmerksamkeit, ... um ein hörendes Ohr. Die Sekten hören sehr gut zu. Wenn die Eltern nicht da sind — die Anhänger des Kults sind da.“

      Angelo Pierri, Ratgeber in New Jersey, sagt warnend: „Ich weiß, Sie meinen wahrscheinlich, es sei nur eine Modeerscheinung. Doch das ist genau das, was die Satanisten Sie glauben machen wollen. Sie möchten nicht ins Rampenlicht geraten, nicht, daß Licht auf ihre Tätigkeit geworfen wird.“

      Besonders wichtig ist es, auf die Musik der Jugendlichen zu achten. Der heutige Heavy-metal-Rock ist oft von satanischen Botschaften und Symbolen durchtränkt. „Er ist absolut abartig“, bemerkt Peterson, „mit Aufforderungen, zu töten und zu verletzen. Er kommt dem Bedürfnis der Jugendlichen nach, Gewalt anzuwenden.“

      Vergangenes Jahr erstach ein 14jähriger aus New Jersey seine Mutter und brachte sich anschließend selbst um. Die Wände seines Zimmers waren mit Postern von Heavy-metal-Größen gepflastert. Der Vater bat danach eindringlich: „Sagt den Eltern, sie sollen darauf achten, was für Musik ihre Kinder hören.“ Wie er berichtete, hatte sein Sohn die ganze Woche vor der Tat einen Rocksong „über Blut und das Töten deiner Mutter“ gesungen.

      Der Satanskult ist wirklich eine wachsende, todbringende Gefahr. Um ihn zu bekämpfen, muß man erstens informiert sein und zweitens ihm entgegentreten. Ja die Bibel hat recht, wenn sie sagt, wir müßten „gegen die bösen Geistermächte“ kämpfen (Epheser 6:12). Satan und seine Dämonen existieren wirklich; und sie sind es, die hinter all den teuflischen Praktiken stehen.

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