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Sind böse Mächte am Werk?Der Wachtturm 2002 | 15. Oktober
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Sind böse Mächte am Werk?
„Die Welt ist wie im Taumel, als wären okkulte Mächte sorgsam darauf bedacht, alle Notausgänge zu verriegeln“ (Jean-Claude Souléry, Journalist).
„Die Ohnmacht, die der Einzelne verspürt, ruft oft das Gefühl wach, es seien übermächtige böse Kräfte am Werk“ (Josef Barton, Historiker).
DER blanke Horror der Terroranschläge vom 11. September 2001 hat viele zum Nachdenken gebracht. Michael Prowse schrieb in der Londoner Financial Times: „Kein Tier würde oder könnte sich so barbarisch verhalten.“ Einem Leitartikel der New York Times zufolge sollte man sich nicht nur damit befassen, wie dieser Anschlag geplant wurde, sondern „es ist genauso wichtig, sich damit auseinander zu setzen, wie tief ein Hass sein muss, der so etwas zuwege bringt. Es ist ein Hass, der sich über alle Konventionen der Kriegführung hinwegsetzt, der keine Grenzen kennt, der sich an keinerlei Abkommen hält.“
Menschen verschiedenster Überzeugungen machten sich Gedanken über die Möglichkeit, dass hier irgendeine böse Macht am Werk war. Ein Geschäftsmann aus Sarajevo, der die Schrecken des Völkerhasses in Bosnien miterlebt hat, erklärte ebenfalls: „Nach einem Jahr Krieg in Bosnien denke ich, dass Satan der Drahtzieher ist. Es ist heller Wahnsinn!“
Auf die Frage, ob er an den Teufel glaube, erwiderte der Historiker Jean Delumeau: „Wie könnte ich die Macht des Bösen leugnen, wenn ich sehe, was heute alles geschieht und was seit meiner Geburt alles geschehen ist: der zweite Weltkrieg mit über 40 Millionen Todesopfern; Vernichtungslager wie Auschwitz; der Völkermord in Kambodscha; die blutige Schreckensherrschaft Ceauşescus; Folter als staatlich sanktioniertes Verfahren in vielen Ländern. Die Liste der Gräueltaten ist endlos. . . . Meiner Meinung nach kann man solche Taten durchaus als ‚teuflisch‘ bezeichnen. Nicht, dass ein Teufel mit Hörnern und Pferdefüßen dahinter steht, wohl aber ein Teufel, der den Geist und die Macht des Bösen versinnbildlicht, das in der Welt um sich greift.“
Wie Jean Delumeau charakterisieren viele Menschen die entsetzlichen Vorfälle, die sich in der heutigen Gesellschaft abspielen, als „teuflisch“, sei es in der Familie oder auf dem internationalen Schauplatz. Aber was heißt das? Sind diese Gräuel irgendwelchen abstrakten bösen Kräften zuzuschreiben oder werden Menschen von realen bösen Kräften zu furchtbaren Verbrechen getrieben, die das gewohnte Maß menschlicher Schlechtigkeit übersteigen? Ist ein Fürst des Bösen — Satan, der Teufel — der führende Kopf?
[Bildnachweis auf Seite 3]
Kinder: U.S. Coast Guard photo
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Satan — Mythos oder finstere Realität?Der Wachtturm 2002 | 15. Oktober
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Satan — Mythos oder finstere Realität?
DER Ursprung des Bösen beschäftigt Denker seit alters. In dem Werk A Dictionary of the Bible von James Hastings heißt es: „Als das menschliche Bewusstsein erwachte, sah sich der Mensch mit Kräften konfrontiert, über die er keine Macht hatte und die einen unheilvollen oder zerstörerischen Einfluss ausübten.“ In demselben Werk wird weiter ausgeführt: „Der Mensch in der Frühgeschichte suchte instinktiv nach Ursachen und deutete die Naturgewalten und andere Naturerscheinungen als wesenhaft.“
Nach Ansicht von Historikern lässt sich der Glaube an Dämonengötter und böse Geister bis in die frühste Geschichte Mesopotamiens zurückverfolgen. Die alten Babylonier glaubten, die Unterwelt oder das „Land ohne Wiederkehr“ werde von Nergal beherrscht, einer grausamen Gottheit, die als „derjenige, der verbrennt“ bekannt war. Sie fürchteten sich auch vor Dämonen und wollten sie mit Zaubersprüchen besänftigen. In der ägyptischen Mythologie war Seth der Gott des Bösen, „dargestellt als Fabelwesen mit einem Rüssel, geraden, viereckigen Ohren und einem steifen, gegabelten Schwanz“ (Larousse Encyclopedia of Mythology).
Die Griechen und die Römer hatten zwar sowohl gütige als auch boshafte Gottheiten, aber es gab bei ihnen keinen bösen Hauptgott. Ihre Philosophen sprachen von der Existenz zweier entgegengesetzter Prinzipien. Für Empedokles waren das Liebe und Hass. Nach Platons Vorstellung hatte die Welt zwei „Seelen“, von denen die eine Gutes und die andere Böses verursachte. Wie Georges Minois in seinem Buch Le Diable (Der Teufel) erklärt, „kannte die klassische [griechisch-römische] heidnische Religion keinen Teufel“.
Der altpersische Zoroastrismus lehrte, die höchste Gottheit, Ahura Mazda oder Ormazd, habe Angra Mainyu oder Ahriman erschaffen, der sich für das Böse entschied und so zum Geist der Zerstörung wurde.
Im Judaismus war Satan ganz einfach Gottes Widersacher, der die Sünde ins Leben gerufen hatte. Doch über die Jahrhunderte schlichen sich heidnische Vorstellungen ein. In der Encyclopaedia Judaica heißt es dazu: „In den letzten Jahrhunderten v. u. Z. vollzog sich . . . ein großer Wandel. In dieser Zeit übernahm die [jüdische] Religion viele Merkmale eines Dualismus, bei dem Gott und die Kräfte des Guten und der Wahrheit im Himmel und auf der Erde von mächtigen Kräften des Bösen und der Täuschung angefeindet wurden. Dazu kam es offenbar unter dem Einfluss der persischen Religion.“ In der Concise Jewish Encyclopedia wird erklärt: „Der Schutz vor D[ämonen] wurde durch das Befolgen der Gebote und den Gebrauch von Amuletten gewährleistet.“
Die Theologie des abtrünnigen Christentums
Genauso wie der Judaismus unbiblische Auffassungen über Satan und die Dämonen übernahm, entwickelten auch abtrünnige Christen unbiblische Vorstellungen. In dem Werk The Anchor Bible Dictionary heißt es dazu: „Eine der extremeren alten theologischen Vorstellungen besagte, Gott habe sein Volk dadurch erlöst, dass er es von Satan freikaufte.“ Diese Vorstellung vertrat Irenäus (2. Jahrhundert u. Z.). Weiterentwickelt wurde sie von Origenes (3. Jahrhundert u. Z.), der behauptete, der Teufel habe „einen Rechtsanspruch an die Menschen erworben“. Origenes betrachtete den „Tod Christi . . . als ein an den Teufel bezahltes Lösegeld“ (Adolf Harnack, Lehrbuch der Dogmengeschichte).
Wie die Catholic Encyclopedia schreibt, spielte die Vorstellung, dem Teufel sei ein Lösegeld gezahlt worden, rund tausend Jahre lang eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Theologie und blieb Bestandteil des kirchlichen Glaubens. Andere Kirchenväter, darunter auch Augustinus (4./5. Jahrhundert u. Z.), übernahmen diese Vorstellung eines an Satan gezahlten Lösegelds. Im 12. Jahrhundert schließlich kamen die katholischen Theologen Anselm und Abélard zu dem Schluss, dass Christi Opfer nicht Satan dargebracht wurde, sondern Gott.
Abergläubische Vorstellungen im Mittelalter
Die meisten Kirchenkonzilien bewahrten zum Thema Satan zwar bemerkenswertes Stillschweigen, doch 1215 u. Z. legte das vierte Laterankonzil ein „feierliches Glaubensbekenntnis“ ab, wie es die New Catholic Encyclopedia ausdrückte. Die erste lehramtliche Aussage lautete: „Der Teufel und andere Dämonen sind also von Gott ihrer Natur nach gut geschaffen, aber durch sich selbst böse geworden.“ Weiter hieß es, sie seien darauf aus, die Menschen zu versuchen. Von diesem Gedanken waren im Mittelalter viele Menschen wie besessen. Hinter allem Ungewöhnlichen — einer unerklärlichen Krankheit, einem plötzlichen Todesfall oder einer schlechten Ernte — steckte Satan. Im Jahr 1233 u. Z. gab Papst Gregor IX. mehrere Bullen gegen Ketzer heraus, von denen sich eine gegen die Luciferianer, angebliche Teufelsanbeter, richtete.
Der Glaube, dass Menschen vom Teufel oder seinen Dämonen besessen sein konnten, löste eine Massenhysterie aus — eine panische Angst vor Zauberei und Hexerei. Vom 13. bis zum 17. Jahrhundert griff in Europa ein Hexenwahn um sich, der mit den europäischen Kolonisten auch Nordamerika erfasste. Sogar die Reformatoren Martin Luther und Johannes Calvin billigten Hexenjagden. In Europa wurden sowohl von der Inquisition als auch von weltlichen Gerichten auf bloße Gerüchte oder boshafte Denunziationen hin Hexenprozesse geführt. Es war üblich, durch Folter Geständnisse zu erpressen.
Den Schuldiggesprochenen drohte der Tod durch Verbrennen oder — wie in England und Schottland — durch Erhängen. Über die Zahl der Opfer schreibt die World Book Encyclopedia: „Einigen Historikern zufolge brachte die christliche Kirche von 1484 bis 1782 ungefähr 300 000 Frauen wegen Hexerei zu Tode.“ Wenn Satan hinter diesem mittelalterlichen Grauen steckte, wer diente dann seinen Zwecken: die Opfer oder ihre fanatischen religiösen Verfolger?
Der heutige Glaube oder Unglaube
Im 18. Jahrhundert erwachte dann das rationalistische Denken, das Zeitalter der Aufklärung brach an. In der Encyclopædia Britannica heißt es dazu: „Die Philosophie und Theologie der Aufklärung versuchte, die Teufelsfigur als Fantasiegebilde mittelalterlicher Mythologie aus dem christlichen Bewusstsein zu verbannen.“ Die katholische Kirche reagierte darauf mit einer Bekräftigung ihres Glaubens an Satan, den Teufel, auf dem Ersten Vatikanischen Konzil (1869/70) und dann erneut auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962—65), hier allerdings etwas zaghaft.
Offiziell, so die New Catholic Encyclopedia, „ist die Kirche auf den Glauben an Engel und Dämonen festgelegt“. Doch in Théo, einem französischen Lexikon des Katholizismus, wird eingeräumt, dass „es heutzutage viele Christen ablehnen, das Böse in der Welt dem Teufel zuzuschreiben“. In den letzten Jahren haben katholische Theologen einen Balanceakt vollführen müssen, da sie sich zwischen offizieller katholischer Lehre und modernem Denken hin- und hergerissen fühlen. „Die liberale christliche Theologie“, schreibt die Encyclopædia Britannica, „sieht die biblischen Aussagen über Satan eher als Bildersprache, die nicht wörtlich aufzufassen ist — als mythologischen Ansatz, die Realität und das Ausmaß des Bösen im Universum auszudrücken.“ Dasselbe Nachschlagewerk sagt über die Protestanten: „Der moderne liberale Protestantismus hält es nicht unbedingt für erforderlich, an einen personalen Teufel zu glauben.“ Sollten echte Christen die Aussagen der Bibel über Satan aber als bloße „Bildersprache“ ansehen?
Was die Bibel lehrt
Die Philosophie und die Theologie können nicht mit einer besseren Erklärung für den Ursprung des Bösen aufwarten als die Bibel. Was die Heilige Schrift über Satan sagt, ist grundlegend dafür, dass man versteht, woher das Böse und das menschliche Leid kommen und warum die unvorstellbarsten Gewalttaten mit jedem Jahr noch gesteigert werden.
An dieser Stelle drängt sich die Frage auf: Wenn Gott ein guter und liebevoller Schöpfer ist, wie konnte er dann eine böse Geistperson wie Satan erschaffen? In der Bibel finden wir die grundsätzliche Aussage, dass Jehova Gott alles vollkommen gemacht hat und dass alle seine vernunftbegabten Geschöpfe über Willensfreiheit verfügen (5. Mose 30:19; 32:4; Josua 24:15; 1. Könige 18:21). Die Geistperson, die später zu Satan wurde, war demnach vollkommen erschaffen worden und entschied sich dann ganz bewusst dafür, den Weg der Wahrheit und der Gerechtigkeit zu verlassen (Johannes 8:44; Jakobus 1:14, 15).
Satans rebellisches Verhalten weist viele Parallelen zum „König von Tyrus“ auf, der in dichterischer Sprache als „vollkommen an Schönheit“ beschrieben wurde und dem die Worte galten: „Du warst untadelig in deinen Wegen von dem Tag deiner Erschaffung an, bis Ungerechtigkeit an dir gefunden wurde“ (Hesekiel 28:11-19). Satan focht nicht Jehovas Stellung als Souverän oder Schöpfer an. Wie sollte er auch, da er doch selbst von Gott erschaffen worden war? Wohl aber zweifelte Satan an, dass Jehova seine Souveränität richtig ausübte. Im Garten Eden machte er geschickte Andeutungen, Gott würde dem ersten Menschenpaar etwas vorenthalten, worauf sie ein Anrecht hätten und wovon ihr Wohl abhinge (1. Mose 3:1-5). Es gelang ihm, Adam und Eva zur Rebellion gegen Jehovas gerechte Oberherrschaft anzustiften, womit er über sie und ihre Nachkommen Sünde und Tod brachte (1. Mose 3:6-19; Römer 5:12). Die Bibel zeigt also, dass Satan der Hauptverursacher des menschlichen Leids ist.
Irgendwann vor der Sintflut schlossen sich andere Engel der Rebellion Satans an. Sie nahmen einen menschlichen Körper an, um ihre sexuellen Sehnsüchte an den Töchtern der Menschen zu befriedigen (1. Mose 6:1-4). Bei der Sintflut kehrten diese abgefallenen Engel zwar in den geistigen Bereich zurück, aber nicht in ihre „ursprüngliche Stellung“ bei Gott im Himmel (Judas 6). Sie kamen in einen erniedrigten Zustand geistiger Finsternis (1. Petrus 3:19, 20; 2. Petrus 2:4). Aus ihnen wurden Dämonen, da sie sich nicht mehr der Souveränität Jehovas unterordneten, sondern nun Satan unterstanden. Offenbar können sich die Dämonen zwar nicht mehr materialisieren, aber sie üben nach wie vor einen starken Einfluss auf das Denken und Leben der Menschen aus und tragen zweifellos große Schuld an der Gewalt, die wir heute beobachten (Matthäus 12:43-45; Lukas 8:27-33).
Satans Herrschaft nähert sich ihrem Ende
Es liegt auf der Hand, dass in der heutigen Welt böse Mächte am Werk sind. Der Apostel Johannes schrieb: „Die ganze Welt liegt in der Macht dessen, der böse ist“ (1. Johannes 5:19).
An bereits erfüllten biblischen Prophezeiungen lässt sich jedoch ablesen, dass der Teufel seinen unheilvollen Einfluss auf die Erde noch verstärkt, weil er weiß, dass ihm nur „eine kurze Frist“ verbleibt, bis er außer Gefecht gesetzt wird (Offenbarung 12:7-12; 20:1-3). Das Ende der Herrschaft Satans zieht eine gerechte neue Welt nach sich, in der Tränen, Tod und Schmerz „nicht mehr sein“ werden. Dann wird Gottes Wille geschehen „wie im Himmel so auch auf der Erde“ (Offenbarung 21:1-4; Matthäus 6:10).
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Die Babylonier glaubten an Nergal (ganz links), eine grausame Gottheit; Platon (links) sprach sich für die Existenz zweier gegensätzlicher „Seelen“ aus
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Zylinder: Musée du Louvre (Paris); Platon: National Archaeological Museum (Athen, Griechenland)
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Irenäus, Origenes und Augustinus lehrten, das Lösegeld sei an den Teufel gezahlt worden
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Origenes: Culver Pictures; Augustinus: Aus dem Buch Great Men and Famous Women
[Bild auf Seite 6]
Die Angst vor Hexen führte dazu, dass Hunderttausende von Menschen hingerichtet wurden
[Bildnachweis]
Aus dem Buch Bildersaal deutscher Geschichte
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„Widersteht dem Teufel“Der Wachtturm 2002 | 15. Oktober
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„Widersteht dem Teufel“
„Widersteht dem Teufel, und er wird von euch fliehen“ (JAKOBUS 4:7).
1. Was ist von der heutigen Welt zu sagen, und warum müssen die Gesalbten und ihre Gefährten wachsam sein?
„GOTT ist verschwunden, aber der Teufel ist geblieben.“ Diese Worte des französischen Schriftstellers André Malraux haben in der heutigen Welt durchaus Gültigkeit. Was Menschen tun, zeugt eher von teuflischer List als von göttlicher Leitung. Satan führt die Menschen irre — „mit jeder Machttat und mit lügenhaften Zeichen und Wundern und mit jedem Trug der Ungerechtigkeit für die, die . . . zugrunde gehen“ (2. Thessalonicher 2:9, 10). In den gegenwärtigen „letzten Tagen“ konzentriert er sich jedoch auf Gottes ergebene Diener. Er führt Krieg gegen die gesalbten Christen, „die die Gebote Gottes halten und das Werk des Zeugnisgebens für Jesus innehaben“ (2. Timotheus 3:1; Offenbarung 12:9, 17). Die gesalbten Diener Gottes müssen daher zusammen mit ihren Gefährten, die die irdische Hoffnung haben, wachsam sein.
2. Wie verführte Satan Eva, und welche Befürchtung äußerte der Apostel Paulus?
2 Satan ist ein durchtriebener Betrüger. Als Schlange getarnt, verleitete er Eva zu dem Gedanken, sie wäre glücklicher, wenn sie unabhängig von Gott handeln würde (1. Mose 3:1-6). Etwa viertausend Jahre später äußerte der Apostel Paulus die Befürchtung, dass gesalbte Christen in Korinth der Schläue Satans zum Opfer fallen könnten. Paulus schrieb: „Ich fürchte aber, dass etwa so, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, euer Sinn verdorben werde, hinweg von der Aufrichtigkeit und der keuschen Reinheit, die dem Christus gebühren“ (2. Korinther 11:3). Satan verdirbt den Sinn der Menschen und somit ihr Denken. Genauso wie er Eva verführte, kann er auch Christen zu der falschen Überlegung oder Vorstellung verleiten, ihre Freude sei von etwas abhängig, was Jehova und sein Sohn verurteilen.
3. Wie sorgt Jehova für Schutz vor Satan?
3 Satan gleicht einem Vogelfänger, der Fallen aufstellt, mit denen er seine ahnungslosen Opfer fängt. Um nicht in Satans Fallen zu gehen, müssen wir unter dem Schirm des Höchsten wohnen, das heißt uns in seinem Schutz aufhalten. Diesen gewährt Jehova allen, die durch ihre Werke zeigen, dass sie seine universelle Souveränität anerkennen (Psalm 91:1-3). Wir sind auf sämtlichen Schutz angewiesen, für den Gott durch sein Wort, seinen Geist und seine Organisation sorgt, damit wir „gegen die Machenschaften des Teufels standhalten“ können (Epheser 6:11). Das griechische Wort für „Machenschaften“ kann auch mit „listige Handlungen“ oder „Schliche“ wiedergegeben werden. In seinem Bemühen, Jehovas Diener zu fangen, denkt sich der Teufel zweifellos viele Schliche und listige Handlungen aus.
Satans Fallen zur Zeit der ersten Christen
4. In was für einer Welt lebten die ersten Christen?
4 Die Christen des ersten und zweiten Jahrhunderts lebten in der Zeit der größten Machtentfaltung des Römischen Reiches. Unter der Pax Romana, dem römischen Frieden, florierte der Handel. Der Oberschicht bescherte diese Wohlfahrt viel Freizeit, und damit es unter der übrigen Bevölkerung nicht zu Aufständen kam, sorgte man reichlich für Unterhaltung. Zu bestimmten Zeiten gab es ebenso viele gesetzliche Feiertage wie Werktage. Mit dem Einsatz öffentlicher Gelder hielt man das Volk mit Brot und Zirkusspielen bei Laune. So waren die Menschen satt und konnten sich vergnügen.
5, 6. (a) Warum war es für Christen unangebracht, eine Vorstellung im römischen Theater oder Amphitheater zu besuchen? (b) Welche Taktik wandte Satan an, und wie konnten Christen es vermeiden, auf seine List hereinzufallen?
5 Stellten diese Verhältnisse für die ersten Christen eine Gefahr dar? Gemessen an den mahnenden Worten der ersten Schriftsteller in nachapostolischer Zeit, wie Tertullian, waren die meisten damals üblichen Freizeitaktivitäten für den Glauben und die Moral wahrer Christen durchaus nicht ungefährlich. Das traf zum Beispiel auf öffentliche Feste und Spiele zu, die meistens zu Ehren heidnischer Gottheiten stattfanden (2. Korinther 6:14-18). Und von den Theaterstücken waren selbst viele klassische Werke entweder äußerst unmoralisch oder voller Gewalt und blutrünstig. Im Laufe der Zeit hatte die Öffentlichkeit kein Gefallen mehr an den klassischen Stücken. An ihre Stelle traten obszöne Pantomimen. Der Historiker Jérôme Carcopino schreibt in dem Werk Das Alltagsleben im alten Rom zur Blütezeit des Kaisertums: „Die Schauspielerinnen pflegten sich in diesen Stücken vom Kopf bis zu den Zehen zu entkleiden . . . man zog ‚Spektakelstücke‘ vor, in denen . . . das Blut in Strömen fließt. . . . Er [der mimus oder das Stück] hat die tiefsten Tiefen der Perversität erreicht und die Massen von Rom ergötzten sich daran, anstatt angewidert zu sein, da sie durch die abscheulichen Gemetzel des Amphitheaters schon längst verroht und in ihren Instinkten völlig irregeleitet waren“ (Matthäus 5:27, 28).
6 In den Amphitheatern kämpften Gladiatoren miteinander oder mit wilden Tieren auf Leben und Tod. Wilden Tieren warf man dort auch verurteilte Verbrecher vor und später sogar viele Christen. Schon damals war es Satans Taktik, die Menschen gegenüber Unmoral und Gewalt nach und nach abstumpfen zu lassen, bis es schließlich zu etwas Gewöhnlichem wurde und man sogar danach verlangte. Man konnte dieser Falle nur dadurch aus dem Wege gehen, dass man auf den Besuch einer Vorstellung im Theater oder im Amphitheater verzichtete (1. Korinther 15:32, 33).
7, 8. (a) Wieso wäre es für einen Christen unvernünftig gewesen, einem Wagenrennen beizuwohnen? (b) Wie hätte Satan durch die römischen Bäder Christen in die Falle locken können?
7 Bei Wagenrennen, die in einer lang gestreckten Arena, dem so genannten Zirkus, stattfanden, ging es zweifellos sehr spannend zu, doch für Christen waren sie inakzeptabel, weil es unter den Zuschauermassen häufig zu Gewalttätigkeiten kam. Ein Schriftsteller aus dem 3. Jahrhundert berichtet von Schlägereien unter den Zuschauern, und wie Carcopino schreibt, betrieben unter den Arkaden des Zirkusgebäudes Astrologen und Prostituierte ihr Geschäft. Der römische Zirkus war also wirklich kein Ort für Christen (1. Korinther 6:9, 10).
8 Was ist von den berühmten römischen Bädern zu sagen? Natürlich war es nicht verkehrt, sich aus Reinlichkeitsgründen zu baden. Viele römische Badeanstalten waren riesige Anlagen mit Massageräumen und Sporthallen sowie Räumlichkeiten, wo man essen und trinken konnte, aber auch mit Räumen für das Glücksspiel. Theoretisch badeten Männer und Frauen zu unterschiedlichen Zeiten, doch oftmals war gemischtes Baden gestattet. Clemens von Alexandria schrieb: „Die Bäder [stehen] Männern und Weibern gemeinsam offen, und dann entkleiden sie sich zu zuchtlosem Tun“. So konnte eine völlig legitime Einrichtung für Christen zu einer Falle Satans werden. Wer vernünftig war, mied solche Orte.
9. Welchen weiteren Fallen mussten die ersten Christen aus dem Wege gehen?
9 In der Blütezeit des Römischen Reiches war das Glücksspiel ein beliebter Zeitvertreib. Dem Wetten konnten die ersten Christen dadurch aus dem Wege gehen, dass sie sich einfach kein Wagenrennen im Zirkus ansahen. Aber das Glücksspiel wurde in geringerem Umfang auch illegal in Nebenräumen von Gasthäusern und Herbergen betrieben. Man wettete beispielsweise, ob sich in der Hand des Gegenspielers eine gerade oder ungerade Anzahl von Kieselsteinen oder Knöchelchen befand. Das Glücksspiel hatte seinen Reiz, bot es doch die Aussicht, mühelos zu Geld zu kommen (Epheser 5:5). An diesen Orten schenkten oft Prostituierte die Getränke aus, ein Umstand, der die Unmoral begünstigte. Das waren lediglich einige der Fallen, die Satan für Christen in den Städten des Römischen Reiches bereithielt. Heute sieht es nicht viel anders aus.
Heutige Fallen Satans
10. Inwiefern gleichen die heutigen Verhältnisse denen im Römischen Reich?
10 Im Großen und Ganzen sind Satans Schliche nach Jahrhunderten immer noch dieselben. Damit die Christen in der verderbten Stadt Korinth „nicht vom Satan überlistet“ würden, ermahnte sie der Apostel Paulus eindringlich. Er sagte: „[Satans] Anschläge sind uns nicht unbekannt“ (2. Korinther 2:11). In vielen Industrienationen besteht heute eine ähnliche Situation wie zur Blütezeit des Römischen Reiches. Ein Großteil der Menschen verfügt über mehr Freizeit als je zuvor. Staatliche Lotterien lassen selbst die Armen noch auf das große Geld hoffen. Unzählige preiswerte Vergnügungen ziehen die Menschen in ihren Bann. Massen strömen in die Sportstätten. Man schließt Wetten ab. Unter den Zuschauern kommt es oft zu Gewalttätigkeiten und unter den Spielern noch öfter. Man ergötzt sich an entwürdigender Musik. Theater, Kino und Fernsehen bringen obszöne Stücke. In einigen Ländern ist das gemischte Saunieren und Baden in heißen Quellen beliebt, ganz zu schweigen vom Nacktbaden an manchen Stränden. Wie in den ersten Jahrhunderten des Christentums hat es Satan darauf abgesehen, Diener Gottes durch Freizeitaktivitäten anzulocken.
11. Welche Schlingen drohen jemandem, der sich erholen oder entspannen möchte?
11 In einer Welt, in der die Belastungen überhand nehmen, ist das Bedürfnis, einmal auszuspannen oder abzuschalten, völlig normal. Den ersten Christen konnten allerdings die römischen Badeanstalten mit ihren verschiedenen Einrichtungen zum Verhängnis werden. Für heutige Christen haben sich Urlaubsorte und deren Freizeiteinrichtungen mitunter als eine Falle Satans erwiesen, weil sie sich dort zu Unmoral oder Trunkenheit verleiten ließen. An die Christen in Korinth schrieb Paulus: „Lasst euch nicht irreführen. Schlechte Gesellschaft verdirbt nützliche Gewohnheiten. Wacht in gerechter Weise zur Nüchternheit auf, und treibt nicht Sünde, denn einige haben keine Erkenntnis Gottes“ (1. Korinther 15:33, 34).
12. Mit welchen Listen lockt Satan Diener Jehovas heute in die Falle?
12 Bei Eva ging Satan bekanntlich mit List vor, um ihr Denken zu verderben (2. Korinther 11:3). Heute besteht eine Schlinge Satans darin, dass er Christen zu dem Gedanken verleitet, sie könnten Außenstehenden die christliche Wahrheit näher bringen, wenn sie ihnen möglichst weit entgegenkämen, um zu zeigen, dass Jehovas Zeugen auch ganz normale Menschen sind. Mitunter gehen sie aber zu weit, und es geschieht genau das Gegenteil (Haggai 2:12-14). Eine andere List Satans besteht darin, dass er getaufte Christen — sowohl Jugendliche als auch Erwachsene — dazu verleitet, ein Doppelleben zu führen und Gottes heiligen Geist zu betrüben (Epheser 4:30). In diese Falle sind einige getappt, weil sie bei der Nutzung des Internets unvorsichtig waren.
13. Welche versteckte Falle zählt zu den Machenschaften des Teufels, und welche Worte aus den Sprüchen sind für diese Situation passend?
13 Eine weitere Schlinge Satans ist der versteckte Okkultismus. Kein wahrer Christ würde sich absichtlich mit Satanismus oder Spiritismus befassen. Doch einige handeln unbewusst unachtsam, wenn sie sich Filme und Fernsehserien ansehen, Videospiele spielen oder Kinderbücher beziehungsweise Comics lesen, in denen Gewalt oder magische Künste herausgestellt werden. Man sollte sich von allem fern halten, was einen okkulten Beigeschmack hat. Ein weiser Spruch lautet: „Dornen und Fallstricke sind auf dem Weg des Verkehrten; wer seine Seele behütet, bleibt davon fern“ (Sprüche 22:5). Da Satan der „Gott dieses Systems der Dinge“ ist, könnte sich hinter allem, was sich besonderer Beliebtheit erfreut, eine seiner Fallen verbergen (2. Korinther 4:4; 1. Johannes 2:15, 16).
Jesus widerstand dem Teufel
14. Auf welche Weise widerstand Jesus der ersten Versuchung des Teufels?
14 Jesus handelte vorbildlich, indem er dem Teufel widerstand und so bewirkte, dass dieser floh. Jesus hatte nach seiner Taufe 40 Tage lang gefastet, als Satan ihn versuchte (Matthäus 4:1-11). Bei der ersten Versuchung nutzte der Widersacher den natürlichen Hunger aus, den Jesus nach dem Fasten hatte. Er forderte ihn auf, sein erstes Wunder zu wirken, um dieses Bedürfnis zu befriedigen. Jesus zitierte aber aus 5. Mose 8:3 und lehnte es ab, von seiner Macht auf selbstsüchtige Weise Gebrauch zu machen. Auch stufte er geistige Speise höher ein als buchstäbliche.
15. (a) Welches natürliche Verlangen nutzte Satan, um Jesus zu versuchen? (b) Wie geht Satan in seiner Schläue heute hauptsächlich gegen Diener Gottes vor, doch wie können wir ihm widerstehen?
15 Interessanterweise wollte der Teufel bei dieser Versuchung Jesus nicht zu einer Sünde auf sexuellem Gebiet verleiten. Hunger, also ein natürliches Verlangen nach Nahrung, war offensichtlich das stärkste Bedürfnis, mit dem er Jesus bei dieser Gelegenheit versuchen konnte. Welche Versuchungen nutzt der Teufel heute, um Gottes Volk zu verlocken? Sie sind mannigfaltig. In seinem Bemühen, die Lauterkeit von Dienern Jehovas zu brechen, greift er jedoch in seiner Schläue hauptsächlich zu Versuchungen auf sexuellem Gebiet. Nehmen wir uns an Jesus ein Beispiel. Dann können wir dem Teufel widerstehen und seinen Verlockungen standhalten. Jesus durchkreuzte Satans Bemühungen, indem er sich an einschlägige Bibelstellen erinnerte; erinnern auch wir uns bei Versuchungen an Bibeltexte, und zwar an Texte wie 1. Mose 39:9 und 1. Korinther 6:18.
16. (a) Wodurch versuchte Satan Jesus ein zweites Mal? (b) Wie könnte Satan uns versuchen, Jehova auf die Probe zu stellen?
16 Als Nächstes forderte der Teufel Jesus auf, von der Tempelzinne zu springen und Gottes Fähigkeit zu prüfen, ihn durch seine Engel zu beschützen. Jesus zitierte aus 5. Mose 6:16 und lehnte es ab, seinen Vater auf die Probe zu stellen. An uns trägt Satan sicherlich nicht die Versuchung heran, von der Zinne eines Tempels zu springen, doch es kann sein, dass er uns verleiten möchte, Jehova auf die Probe zu stellen. Sind wir zum Beispiel versucht, herauszufinden, wie weit wir Modetorheiten in Bezug auf Kleidung und äußere Erscheinung nachahmen können, ohne ermahnt zu werden? Oder sind wir versucht, uns mit fragwürdiger Unterhaltung zu beschäftigen? Dann könnte es sein, dass wir Jehova auf die Probe stellen. Wenn wir zu einem solchen Verhalten neigen, flieht Satan nicht, sondern hält sich womöglich in unserer Nähe auf, unaufhörlich bemüht, uns auf seine Seite zu locken.
17. (a) Wodurch versuchte der Teufel Jesus ein drittes Mal? (b) Wann kann sich Jakobus 4:7 auch an uns bewahrheiten?
17 Als Satan Jesus für einen einzigen Akt der Anbetung alle Königreiche der Welt anbot, widerstand Jesus ihm erneut, indem er die Heilige Schrift zitierte und unerschütterlich dafür eintrat, ausschließlich seinen Vater anzubeten (5. Mose 5:9; 6:13; 10:20). Uns bietet Satan vielleicht nicht gerade die Reiche der Welt an, doch er versucht uns ständig durch den Glanz des Materialismus und die Aussicht auf ein eigenes kleines Reich. Reagieren wir wie Jesus und sind wir ausschließlich Jehova ergeben? Wenn ja, dann wird bei uns dasselbe geschehen wie bei Jesus. Im Bericht des Matthäus heißt es: „Da ließ der Teufel von ihm ab“ (Matthäus 4:11). Satan wird von uns ablassen, wenn wir ihm unerschütterlich widerstehen, indem wir uns an einschlägige biblische Grundsätze erinnern und uns daran halten. Der Jünger Jakobus schrieb: „Widersteht dem Teufel, und er wird von euch fliehen“ (Jakobus 4:7). In einem Brief an das Zweigbüro der Zeugen Jehovas in Frankreich bemerkte ein Christ: „Satan ist wirklich gerissen. Trotz meiner besten Absichten fällt es mir äußerst schwer, meine Gefühle und Begierden zu beherrschen. Aber mit Mut, Geduld und vor allem mit der Hilfe Jehovas ist es mir bis jetzt gelungen, und ich halte an der Wahrheit fest.“
Vollständig ausgerüstet, dem Teufel zu widerstehen
18. Welche Waffenrüstung befähigt uns, dem Teufel zu widerstehen?
18 Jehova hat uns eine vollständige geistige Waffenrüstung zur Verfügung gestellt, damit wir „gegen die Machenschaften des Teufels standhalten“ können (Epheser 6:11-18). Unsere Liebe zur Wahrheit umgürtet unsere Lenden, sie macht uns für die christliche Tätigkeit bereit. Unsere Entschlossenheit, an Jehovas Maßstäben der Gerechtigkeit festzuhalten, schützt wie ein Brustpanzer unser Herz. Wenn unsere Füße mit der guten Botschaft beschuht sind, tragen sie uns regelmäßig in den Predigtdienst, und das verleiht uns in geistiger Hinsicht Kraft und Schutz. Unser starker Glaube schützt uns wie ein großer Schild vor den ‘brennenden Geschossen dessen, der böse ist’, vor seinen listigen Angriffen und Versuchungen. Unsere feste Hoffnung, dass sich Jehovas Verheißungen erfüllen, behütet wie ein Helm unser Denkvermögen und verleiht uns Herzensfrieden (Philipper 4:7). Wenn wir Gottes Wort fachkundig handhaben, können wir es wie ein Schwert einsetzen und damit Menschen aus der geistigen Gefangenschaft Satans befreien. Und wir können es — wie Jesus, als er versucht wurde — auch zu unserer eigenen Verteidigung gebrauchen.
19. Was ist noch nötig, außer dem Teufel zu widerstehen?
19 Wenn wir die „vollständige Waffenrüstung Gottes“ ständig tragen und fortgesetzt beten, dürfen wir überzeugt sein, dass uns Jehova bei Angriffen Satans beschützt (Johannes 17:15; 1. Korinther 10:13). Wie Jakobus jedoch zeigt, genügt es nicht, dem Teufel zu widerstehen. Vor allem müssen wir uns Gott unterwerfen, der für uns sorgt (Jakobus 4:7, 8). Wie wir das tun können, wird im nächsten Artikel behandelt.
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Jehova sorgt für dichDer Wachtturm 2002 | 15. Oktober
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1. Welcher völlige Gegensatz besteht zwischen Jehova und Satan?
JEHOVA und Satan sind völlig gegensätzlich. Jeder, der sich zu Jehova hingezogen fühlt, kann sich vom Teufel nur abgestoßen fühlen. In einem maßgeblichen Nachschlagewerk wird auf diesen Gegensatz hingewiesen. Die im Bibelbuch Hiob beschriebenen Umtriebe Satans kommentiert die Encyclopædia Britannica (1970) wie folgt: „Er ist damit beschäftigt, die Erde zu durchschweifen auf der Suche nach Taten und Personen, die er denunzieren kann; sein Treiben steht somit völlig im Gegensatz zur Aufgabe der ‚Augen des Herrn‘, die die Erde durchschweifen, um alles Gute zu stärken (2. Chron. 16, 9). Satan leugnet verächtlich, dass Menschen selbstlos Gutes tun, und darf sie diesbezüglich unter Gottes Zulassung und Kontrolle und im Rahmen der von Gott gesetzten Grenzen auf die Probe stellen.“ In der Tat — welch ein Gegensatz! (Hiob 1:6-12; 2:1-7).
2, 3. (a) Wie wird die Bedeutung des Wortes „Teufel“ durch das verdeutlicht, was Hiob widerfuhr? (b) Wie zeigt die Bibel, dass Satan nach wie vor Jehovas Diener auf der Erde anklagt?
2 Das Wort „Teufel“ leitet sich von einem griechischen Wort ab, das „Falschankläger“, „Verleumder“ bedeutet. Wie der Bibelbericht über Hiob verrät, klagte Satan jenen treuen Diener Jehovas an, er diene Jehova aus Eigennutz; Satan sagte: „Ist es etwa umsonst, dass Hiob Gott gefürchtet hat?“ (Hiob 1:9). Der Bericht in diesem Bibelbuch zeigt, dass Hiob trotz all seiner Prüfungen Jehova immer näher kam (Hiob 10:9, 12; 12:9, 10; 19:25; 27:5; 28:28). Nach dieser Tortur sagte Hiob zu Gott: „Vom Hörensagen habe ich von dir gehört, nun aber hat mein eigenes Auge dich gesehen“ (Hiob 42:5).
3 Hat Satan seit der Zeit Hiobs aufgehört, treue Diener Gottes anzuklagen? Nein. Wie aus der Offenbarung hervorgeht, klagt Satan bis in die gegenwärtige Zeit des Endes die gesalbten Brüder Christi und zweifellos auch ihre treuen Gefährten an (2. Timotheus 3:12; Offenbarung 12:10, 17). Daher ist es für uns als echte Christen immens wichtig, uns Jehova, unserem fürsorglichen Gott, zu unterwerfen, ihm aus tiefer Liebe heraus zu dienen und so Satans Anklage zu widerlegen. Damit erfreuen wir Jehovas Herz (Sprüche 27:11).
Jehova ist bemüht, uns zu helfen
4, 5. (a) Wonach sucht Jehova auf der Erde im Gegensatz zu Satan? (b) Was müssen wir tun, um Jehovas Gunst zu erfahren?
4 Der Teufel streift in dem Bemühen auf der Erde umher, jemand anzuklagen und zu verschlingen (Hiob 1:7, 9; 1. Petrus 5:8). Jehova dagegen sucht denen zu helfen, die seine Kraft benötigen.
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