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Satan — Gibt es ihn wirklich?Der Wachtturm 1988 | 1. September
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Satan — Gibt es ihn wirklich?
GLAUBST du, daß Satan existiert? Wenn ja, dann gehörst du offenbar zu einer Minderheit, deren Zahl weiterhin abnimmt. „Außer konservativen Katholiken und Protestanten, Charismatikern, Orthodoxen, Muslimen und einigen Okkultisten glaubt in den 80er Jahren niemand mehr an den Teufel.“ So steht es jedenfalls in dem Buch Mephistopheles—The Devil in the Modern World (Mephistopheles — der Teufel in der modernen Welt) von Jeffrey Burton Russell.
Doch nicht alle weisen den Glauben an die Existenz Satans zurück. „Der Teufel ist immer noch lebendig und wirkt in der Welt“, sagte Papst Johannes Paul II. unlängst in einer Rede in Italien.
Hat der Papst recht? Wenn ja, dann kann der Teufel in der Welt eigentlich machen, was er will. Denn Menschen, die nicht an ihn glauben, leisten ihm keinen Widerstand. Kein Wunder, daß Kardinal Ratzinger, die führende Autorität für die Glaubenslehre im Vatikan, erklärte: „Der Teufel kann sich in sein bevorzugtes Element flüchten, in die Anonymität“ (Zur Lage des Glaubens).
Gibt es Satan wirklich? Wenn wir der Bibel glauben, müssen wir diese Frage mit Ja beantworten. Satan wird im inspirierten Bibelbericht viele Male namentlich erwähnt. Als der Bibelschreiber Paulus beispielsweise vor „falschen Aposteln“ und „betrügerischen Arbeitern“ in den Reihen der Christenversammlung warnte, schrieb er: „Und kein Wunder, denn der Satan selbst nimmt immer wieder die Gestalt eines Engels des Lichts an.“ Paulus betrachtete Satan als eine intelligente Person, die darauf aus ist, andere irrezuführen (2. Korinther 11:13, 14).
Doch warum wird die Existenz Satans heute von den meisten Menschen nicht ernst genommen? Wahrscheinlich spiegelt sich in dieser Einstellung der Geist unseres Zeitalters wider. Da wir in der — wie es einige nennen — nachchristlichen Ära leben, haben in vielen Gesellschaften Atheismus, Hedonismus, Materialismus und Kommunismus den religiösen Glauben verdrängt. Millionen von Menschen glauben nicht mehr an Gott, weil sie seine Existenz gemäß ihrer persönlichen Philosophie für überflüssig halten. Und zusammen mit Gott haben sie auch Satan verworfen. Einige Kirchgänger behaupten zwar, an Gott zu glauben, halten den Glauben an die Existenz Satans in unserem 20. Jahrhundert jedoch für überholt.
Beachtenswerterweise ist es keineswegs etwas Neues, Gott zu verwerfen. Vor etwa 3 000 Jahren schrieb der hebräische Dichter David: „Der Unverständige hat in seinem Herzen gesagt: ‚Es gibt keinen Jehova.‘ Sie haben verderblich gehandelt, sie haben verabscheuungswürdig gehandelt in ihrer Handlungsweise“ (Psalm 14:1; 53:1). An anderer Stelle sagte er: „Wegen seiner Hochnäsigkeit forscht der Böse nicht nach; alle seine Ideen sind: ‚Es gibt keinen Gott‘“ (Psalm 10:4). Schon damals handelten Menschen so, als existiere kein Gott. Und ihre logische Schlußfolgerung lautete: Kein Gott — kein Satan.
Einige glauben immer noch
Wie bereits erwähnt, glauben einige immer noch an einen buchstäblichen Teufel, zum Beispiel diejenigen, die sich an die alte, von Zarathustra verkündete Lehre des Dualismus halten, nach der Gutes und Böses, Gott und Teufel schon immer Seite an Seite existiert haben sollen. Andere behaupten sogar, daß sowohl das Gute als auch das Böse Facetten der Gottheit seien. Und in der Christenheit und im Islam gibt es viele, die von der Existenz Satans überzeugt sind. Ein großer Teil von ihnen stellt sich darunter ein geflügeltes Geistwesen mit Hörnern und einem Schwanz vor, das über die „unsterblichen Seelen“ wacht, die für das „Höllenfeuer“ bestimmt sind, wie es der bekannte französische Kupferstecher Gustave Doré auf seinen Bildern dargestellt hat.
Bei manchen geht der Glaube an die Existenz Satans sogar noch weiter. Sie beten ihn an — entweder durch satanische oder dämonische Riten, oder sie rufen ihn namentlich an. Seit Jahrtausenden werden Hexerei und Zauberei mit der Anbetung Satans gleichgesetzt. Selbst in unserem fortschrittlichen, von Skepsis geprägten Zeitalter floriert der Satanskult. Bevor wir uns daher dem zuwenden, was die Bibel über Satan sagt, möchten wir uns mit einigen Tatsachen in Verbindung mit dem neuzeitlichen Satanskult beschäftigen.
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Buddhistische Darstellung einer „Hölle“ Satans
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Satanskult in der GegenwartDer Wachtturm 1988 | 1. September
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Satanskult in der Gegenwart
ES IST zweifellos Satans Wunsch, angebetet zu werden. Als er Jesus versuchte, versprach er ihm eine große Belohnung — unter folgender Bedingung: „... wenn du niederfällst und mir einen Akt der Anbetung erweist“ (Matthäus 4:9). Jesus weigerte sich natürlich, doch längst nicht jeder folgt seinem Beispiel. Der Satanskult ist in unserer modernen Welt tatsächlich weit verbreitet.
So erschien in der kanadischen Zeitung The Calgary Herald eine Artikelserie mit dem Titel „Jünger des Teufels“. Darin wurde aus dem Bericht eines Polizeidetektivs folgendes zitiert: „Befragungen ergaben, daß der Satanskult nicht auf eine spezielle Gruppe der Gesellschaft beschränkt ist. Gemäß den Untersuchungen der Polizei von Calgary und der Königlichen Kanadischen Berittenen Polizei gibt es allein in Calgary schätzungsweise 5 000 praktizierende Teufelsanbeter.“
Andere Presseberichte zeigen, daß überall in den Vereinigten Staaten und in Europa verschiedene Formen des Satanskults aufkommen. Inzwischen interessiert sich auch die Polizei dafür. Warum? Weil sie vielfach auf Verbindungen zwischen Verbrechen und dem Satanskult stößt. Unlängst erklärte ein Kriminalbeamter: „Wir haben es mit einer Religion zu tun, und die Leute sind davon überzeugt wie andere vom Christentum, vom Judentum oder vom Islam. Man entdeckt Verbrechen, die nicht um des Verbrechens willen begangen wurden, sondern um der Religion willen.“
Ein bekanntes Beispiel dafür sind die Morde, die der Manson-Klan im Jahre 1969 in Kalifornien verübte. Nach Aussage von Jeffrey B. Russell, Professor für Geschichte, „behauptete Manson, sowohl Christus als auch Satan zu sein. ... Tex Watson, Mansons Anhänger, sagte, als er den Mord an Sharon Tate beging: ‚Ich bin der Teufel; ich bin hier, um das Werk des Teufels zu verrichten.‘“ Der Teufelskult ist jedoch nicht immer so offenkundig wie in diesem Fall.
Hexerei, Spiritismus und Zauberei
Die Teufelsanbetung ist nicht darauf beschränkt, daß Satan direkt oder namentlich angerufen wird. Der Apostel Paulus sagte warnend: „Die Dinge, die die Nationen opfern, [opfern] sie Dämonen“ (1. Korinther 10:20). Und die Anbetung der Dämonen ist in Wirklichkeit Satansanbetung, denn Satan wird „Herrscher der Dämonen“ genannt (Markus 3:22). Welche Praktiken der „Nationen“ könnte man als Anbetung der Dämonen oder Satans bezeichnen? Einige Beispiele dafür finden wir in folgenden Worten, die Gott an Israel richtete: „Es sollte sich in dir nicht jemand finden, ... der sich mit Wahrsagerei beschäftigt, der Magie treibt oder jemand, der nach Omen ausschaut, oder ein Zauberer oder einer, der andere mit einem Bannspruch bindet, oder jemand, der ein Geistermedium befragt, oder ein berufsmäßiger Vorhersager von Ereignissen oder jemand, der die Toten befragt. Denn jeder, der diese Dinge tut, ist für Jehova etwas Verabscheuungswürdiges“ (5. Mose 18:10-12).
Wir werden somit vor den Blutopfern und der Vereinigung mit den Geistern gewarnt, wie sie die Wodupriester in Brasilien sowie die Houngans und Mambos auf Haiti praktizieren; ebenso vor der Santeria, den sehr ähnlichen Praktiken einiger Exilkubaner in den Vereinigten Staaten, und auch vor Zauberern, die behaupten, mit den Seelen der Toten zu sprechen, wodurch sie die Lebenden in Furcht versetzen. (Vergleiche 1. Samuel 28:3-20.)
In verschiedenen Teilen Afrikas ist die Hexerei etwas Alltägliches. So haben in Südafrika Medizinmänner große Macht, und die Leute nehmen sie sehr ernst. Vor kurzem wurde in der Presse berichtet, daß ein Pöbelhaufen Menschen bei lebendigem Leibe verbrannte. Man hatte sie beschuldigt, Blitze verursacht zu haben, die Mitbewohner des Dorfes treffen sollten. Die Medizinmänner des Ortes hatten die unschuldigen Opfer angeklagt, diese „unnatürlichen“ Handlungen begangen zu haben; daher wurden sie an einen Baum gefesselt und verbrannt. Ein solcher Glaube an Hexerei oder Magie ist ebenfalls nichts anderes als die Anbetung von Dämonen.
Hexerei ist allerdings nicht auf Afrika beschränkt. Im Jahre 1985 wurde Herbert D. Dettmer, der in einem Gefängnis in Virginia (USA) eine Haftstrafe verbüßte, das Recht gewährt, sich Kleidungsstücke und Gegenstände zu beschaffen, damit er seine Religion im Gefängnis ausüben konnte. Um welche Religion handelte es sich? Gemäß dem Prozeßbericht gehört er der „Wicca-Religion“ (von witchcraft [engl.] = Hexerei) an. Dettmer hatte somit das gesetzliche Recht, bei seiner Anbetung Schwefel, Meersalz bzw. nicht mit Jod versetztes Salz, Kerzen, Weihrauch, einen Wecker und einen weißen Umhang zu verwenden.
Ja, alle Anzeichen sprechen dafür, daß die Hexerei in den westlichen Ländern weit verbreitet ist. Die britische Zeitung Manchester Guardian Weekly berichtete: „Vor fünf Jahren soll es in Großbritannien schätzungsweise 60 000 Hexen gegeben haben; heute [1985] sind einige der Ansicht, daß die Zahl auf 80 000 angewachsen ist. ‚Prediction‘, das monatliche Magazin für Astrologie und Okkultismus, hat eine Auflage von 32 000 Exemplaren.“
Satanismus und Musik
Professor Russell lenkt in seinem Buch Mephistopheles—The Devil in the Modern World die Aufmerksamkeit auch auf ein anderes Gebiet, das der Förderung der Absichten Satans dient. Er schreibt: „Ende der 70er Jahre verschwand der offenkundige Satanismus zwar schnell wieder, aber Elemente der Satanskultur hielten sich bis in die 80er Jahre in der ‚Heavy-metal‘-Rockmusik, die sich durch die vereinzelte Anrufung des Teufelsnamens auszeichnet sowie durch eine bemerkenswerte Achtung vor satanischen Wertvorstellungen über Grausamkeit, Drogen, Häßlichkeit, Depression, Zügellosigkeit, Gewalttätigkeit, Lärm, Verwirrung und Freudlosigkeit“ (Kursivschrift von uns).
Die Musiker, die Elemente des Satanskults in ihre Musik aufnahmen, verfolgten möglicherweise keine ernsten Absichten. Ihnen war vielleicht nur daran gelegen, zu schockieren oder aufzufallen. Einige labile Personen ließen sich jedoch nachhaltig beeinflussen. Professor Russell schreibt, daß die „ständige halb ernst gemeinte Propaganda für das Böse zersetzende Auswirkungen auf törichte und ungefestigte Sinne hat. Das Ergebnis ist eine Flut entsetzlicher, abartiger Verbrechen, zum Beispiel die Vergewaltigung von Kindern und die Verstümmelung von Tieren.“
Ein erschütternder Fall trug sich vor kurzem in New York zu. Die Zeitungen schrieben, daß ein 14jähriger Junge, der dem „Satanskult verfallen“ war, seine Mutter erstach und anschließend Selbstmord beging. Gegenüber der Zeitschrift Maclean’s erklärte ein kanadischer Eheberater, daß immer mehr Jugendliche, die in Schwierigkeiten geraten, zugeben, „Satanskult“ zu treiben, „oft in Verbindung mit Drogen und gewalttätiger ‚Heavy-metal‘-Rockmusik“.
Nicht nur eine Modeerscheinung
Eine Welle, die gerade über die Vereinigten Staaten hinwegrollt, ist das sogenannte channeling. Die Leute bezahlen oft Hunderte von Dollar, um an Sitzungen teilzunehmen, in denen ein channel, das heißt ein Medium (gewöhnlich eine Frau), behauptet, mit dem Geist einer vor langer Zeit verstorbenen Person in Verbindung zu treten. Wie die Presse berichtete, werden die Sitzungen eines channel „regelmäßig durch eine Konferenzschaltung über Satellit zu Tausenden von Menschen in ein halbes Dutzend Städte übertragen“. Dieser Trend läßt Ungehorsam gegenüber dem biblischen Gebot erkennen, sich vor ‘Geistermedien und vor berufsmäßigen Vorhersagern von Ereignissen’ zu hüten. Somit ist das eine Art der Anbetung, die als Dämonenanbetung identifiziert werden kann. Und wie jede Art des Spiritismus basiert das Ganze auf der Lüge Satans, daß die menschliche Seele unsterblich sei (Prediger 9:5; Hesekiel 18:4, 20).
Der Einfluß des Teufels in einer Welt voller Haß
Die erschreckende Lage, in der sich die Menschheit in unserem 20. Jahrhundert befindet, gibt Anlaß zu der Frage, ob der Einfluß Satans nicht sogar noch weiter reicht. Professor Russell kommt auch darauf zu sprechen: „Obwohl die Atomwaffenarsenale ausreichen, um jedes auf der Erde lebende Wirbeltier schätzungsweise siebzigmal zu vernichten, treffen wir in unserem Starrsinn gegenwärtig Vorbereitungen für einen Krieg, der keiner Einzelperson, Nation oder Ideologie nützen, sondern Milliarden Menschen zu einem schrecklichen Tod verdammen würde. Welche Macht zwingt uns, diesen Weg zu gehen, der tagtäglich gefährlicher wird? Für wen ist die atomare Vernichtung des Planeten von Nutzen? Nur für jene Macht, die schon von jeher mit grenzenloser Grausamkeit und Böswilligkeit die Zerstörung des Kosmos erzwingen möchte.“
Um wen oder was handelt es sich bei dieser Macht? Professor Russell faßt seine Antwort in folgende Worte: „Der Teufel wird als der Geist charakterisiert, der Gottes Kosmos mit allen zu Gebote stehenden Kräften völlig zu vernichten sucht. Könnte es nicht sein, daß es sich bei der Macht, die uns zwingt, Atomwaffen herzustellen, um die Macht handelt, die sich stets bemüht hat, die eigene Existenz zu leugnen? In der gegenwärtigen Krise, der bisher furchtbarsten für unseren Planeten, dürfen wir diese Möglichkeit nicht außer acht lassen.“ Christen lassen diese Möglichkeit bestimmt nicht außer acht. Jesus selbst machte auf Satans großen Einfluß auf unsere Welt aufmerksam, als er ihn den „Herrscher dieser Welt“ nannte (Johannes 12:31). Im Bibelbuch Offenbarung, wo Satans derzeitige Gesinnung beschrieben wird, heißt es, daß er „große Wut hat, da er weiß, daß er nur eine kurze Frist hat“ (Offenbarung 12:12). In diesem Buch wird auch gesagt, daß sich Satan in unserer Zeit zur Erreichung seiner Ziele der Propaganda von Dämonen bedient, um die Herrscher der Welt „zu versammeln zum Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“ (Offenbarung 16:14). Nein, wir dürfen den Einfluß Satans, des Teufels, nicht übersehen, wenn wir verstehen wollen, warum die Menschheit den gegenwärtigen unheilvollen Lauf eingeschlagen hat, der zur Selbstvernichtung führt.
Der Apostel Paulus nannte Satan den „Herrscher der Gewalt der Luft, den Geist, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirksam ist“, und den „Gott dieses Systems der Dinge“ (Epheser 2:2; 2. Korinther 4:4). Kein Wunder, daß sich viele fragen, ob all die Greuel unseres „aufgeklärten“, fortschrittlichen Zeitalters — die beiden Weltkriege, die Völkermorde in Europa und Kambodscha, der politisch bedingte Hunger in Afrika, die abgrundtiefen religiösen und rassischen Gegensätze in der ganzen Welt, außerdem Haß, Mord, systematische Folter sowie die Kriminalisierung der Menschheit zufolge der Drogensucht, um nur einige zu nennen — sich nicht in den Gesamtplan einer ganz bestimmten einflußreichen bösen Macht einfügen, die erreichen möchte, daß sich die Menschheit von Gott abkehrt, ja sie gegebenenfalls sogar in den globalen Selbstmord treiben möchte.
Doch wer ist Satan? Was hat er wirklich vor? Was können wir als einzelne gegen ihn ausrichten? Wir laden dich ein, die beiden folgenden Artikel zu betrachten, in denen diese Fragen behandelt werden.
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Gottes Volk hütet sich vor satanischer Musik und sucht sich gute Unterhaltung
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Die Entlarvung der SchlangeDer Wachtturm 1988 | 1. September
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Die Entlarvung der Schlange
„Nun kam der Tag herbei, an dem die Söhne des wahren Gottes hineingingen, um sich vor Jehova zu stellen, und auch Satan begab sich dann mitten unter ihnen hinein“ (HIOB 1:6).
1. (a) Woher stammt der Name Satan, und welche Bedeutung hat er? (b) Wie oft kommt das Wort „Satan“ in der Bibel vor, und zu welchen Fragen gibt das Anlaß?
WOHER stammt der Name Satan? Was bedeutet er? In der Bibel wird er aus den drei hebräischen Buchstaben ש (Ssin), ט (Tēth) und ן (Nun) gebildet. Mit den entsprechenden Vokalzeichen versehen, ergeben sie das Wort „Satan“; es ist gemäß dem Gelehrten Edward Langton „von einem Wurzelwort abgeleitet, das ‚Widerstand leisten‘ oder ‚ein Widersacher sein bzw. als solcher handeln‘“ bedeutet. (Vergleiche 1. Petrus 5:8.) Der Name Satan kommt in der Bibel über 50mal vor, in den Hebräischen Schriften allerdings nur 18mal und dort auch nur in den Büchern 1. Chronika, Hiob und Sacharja. Das gibt Anlaß zu folgenden Fragen: Wann wurde sich der Mensch der Rebellion und der Umtriebe Satans bewußt? Wann wurde Satan in den Hebräischen Schriften zum erstenmal eindeutig als solcher kenntlich gemacht?
2. Welche Frage wurde nach der Rebellion Adams und Evas nicht sofort beantwortet?
2 Die Bibel erklärt mit einfachen, aber bedeutungsvollen Worten, wie Rebellion und Sünde auf der Erde in einem paradiesischen Garten im Nahen Osten ihren Einzug hielten. (Siehe 1. Mose, Kapitel 2 und 3.) Derjenige, der Adam und Eva zum Ungehorsam verleitete, wird lediglich als Schlange bezeichnet, und es gibt zunächst keine Anhaltspunkte, wer oder was jene intelligente Macht war, die der Schlange ihre Stimme lieh. Adam hatte jedenfalls viel Zeit, über die Ereignisse in Eden nachzudenken, die dazu geführt hatten, daß er aus dem paradiesischen Park vertrieben worden war (1. Mose 3:17, 18, 23; 5:5).
3. Wieso sündigte Adam, obwohl er nicht betrogen wurde, und was bedeutete das für die Menschheit?
3 Bestimmt war sich Adam darüber im klaren, daß Tiere keine menschliche Sprachfähigkeit besitzen. Er wußte auch, daß Gott in der Zeit, bevor Eva zum Ungehorsam verleitet wurde, nie durch ein Tier mit ihm gesprochen hatte. Wer hatte seine Frau also aufgefordert, Gott ungehorsam zu sein? Paulus sagt, daß nicht Adam, sondern seine Frau gründlich betrogen wurde (1. Mose 3:11-13, 17; 1. Timotheus 2:14). Vielleicht erkannte Adam, daß hier ein unsichtbares Geschöpf eine Alternative zum Gehorsam gegenüber Gott anbot. Ohne selbst von der Schlange angesprochen worden zu sein, entschloß er sich dazu, sich seiner Frau in ihrem Ungehorsam anzuschließen. Adams vorsätzlicher, bewußter Akt des Ungehorsams zerstörte sein vollkommenes Lebensmuster, verursachte den Makel der Sünde und führte zu der angedrohten Verurteilung zum Tod. Und auf diese Weise wurde Satan, der sich der Schlange bediente, zum ersten Totschläger (Johannes 8:44; Römer 5:12, 14).
4, 5. (a) Welches prophetische Urteil wurde über die Schlange gefällt? (b) Welche Rätsel beinhaltete diese Prophezeiung?
4 Die Rebellion in Eden veranlaßte Gott zu einem prophetischen Urteil. Es schloß ein „heiliges Geheimnis“ ein, das erst nach Tausenden von Jahren völlig enthüllt werden sollte. Gott sagte zu der Schlange: „Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zermalmen, und du wirst ihm die Ferse zermalmen“ (Epheser 5:32; 1. Mose 3:15).
5 Diese wichtige Prophezeiung beinhaltete mehrere Rätsel. Wer war mit der „Frau“ wirklich gemeint? War es Eva, oder ging es hier um eine symbolische Frau von größerer Bedeutung als Eva? Was hatte es außerdem mit dem ‘Samen der Frau’ und dem ‘Samen der Schlange’ auf sich? Und wer war eigentlich die Schlange, deren Same mit dem Samen der Frau in Feindschaft leben würde? Wie wir noch besprechen werden, beschloß Jehova offensichtlich, daß diese Fragen erst zu gegebener Zeit voll und ganz beantwortet werden sollten. (Vergleiche Daniel 12:4 und Kolosser 1:25, 26.)
Weitere Beweise für eine Rebellion im Himmel
6. Welche Hinweise auf eine Rebellion im Himmel wurden unmittelbar vor der Flut offenbart?
6 Im Verlauf der biblischen Geschichte, und zwar unmittelbar vor der Flut, etwa 1 500 Jahre nach dem Sündenfall des Menschen, wurden weitere Hinweise auf eine Rebellion im übermenschlichen Bereich offenbart. Aus dem Bibelbericht erfahren wir, daß „die Söhne des wahren Gottes die Töchter der Menschen zu beachten begannen und gewahrten, daß sie gut aussahen; und sie nahmen sich dann Frauen, nämlich alle, die sie erwählten“. Die Bastardnachkommen, die aus diesen unnatürlichen Verbindungen hervorgingen, waren die „Nephilim“, „die Starken, die vor alters waren, die Männer von Ruhm“ (1. Mose 6:1-4; vergleiche Hiob 1:6, was die Identität der „Söhne des wahren Gottes“ betrifft). Etwa 2 400 Jahre später äußerte sich Judas in einem kurzen Kommentar zu dem damaligen Geschehen, als er schrieb: „Die Engel, die ... ihre eigene rechte Wohnstätte verließen, hat er mit ewigwährenden Fesseln unter dichter Finsternis für das Gericht des großen Tages aufbehalten“ (Judas 6; 2. Petrus 2:4, 5).
7. Was vermissen wir interessanterweise trotz der Schlechtigkeit des Menschen in vielen historischen Büchern der Bibel?
7 Zu jener Zeit vor der Flut war „die Schlechtigkeit des Menschen ausnehmend groß ... auf der Erde und ... jede Neigung der Gedanken seines Herzens allezeit nur schlecht“. Dennoch wurde Satan im inspirierten Bibelbuch 1. Mose nicht ausdrücklich als die treibende Kraft hinter der Rebellion der Engel und der Bosheit des Menschen gekennzeichnet (1. Mose 6:5). Tatsächlich wird Satan während der gesamten Geschichte der Nationen Israel und Juda, die sich dadurch auszeichneten, daß sie ständig dem Götzendienst und der falschen Anbetung verfielen, in den inspirierten Bibelbüchern Richter, Samuel und Könige nie als der im Unsichtbaren wirkende Einfluß hinter diesen Verfehlungen kenntlich gemacht — und das obwohl Satan nach eigenem Bekunden ‘auf der Erde umherstreifte’ (Hiob 1:7; 2:2).
8. War sich Hiob bewußt, welche Rolle Satan in Verbindung mit seinen Leiden spielte? Wieso wissen wir das?
8 Selbst wenn wir den bedeutungsvollen Bericht über Hiob und dessen Erprobungen betrachten, müssen wir feststellen, daß Hiob seine Prüfungen niemals dem Widersacher, Satan, zuschrieb. Er war sich offensichtlich nicht bewußt, daß der Ausgang seines Verhaltens Gegenstand einer Streitfrage war (Hiob 1:6-12). Hiob war nicht bekannt, daß Satan, der vor Jehova seine Lauterkeit angezweifelt hatte, für sein Unglück verantwortlich war. Als ihn seine Frau mit den Worten tadelte: „Hältst du noch an deiner unversehrten Lauterkeit fest? Fluche Gott und stirb!“, antwortete er einfach: „Sollen wir nur, was gut ist, von dem wahren Gott annehmen und nicht auch annehmen, was schlecht ist?“ Da er nicht wußte, wer in Wirklichkeit seine Prüfungen verursachte, schrieb er sie offensichtlich Gott zu und glaubte, sie daher einfach hinnehmen zu müssen. Demnach wurde die Lauterkeit Hiobs auf eine sehr schwere Probe gestellt (Hiob 1:21; 2:9, 10).
9. Was könnte man sich in bezug auf Moses vernünftigerweise fragen?
9 Jetzt erhebt sich jedoch eine Frage: Warum hat Moses, der, wie wir annehmen, das Buch Hiob geschrieben hat und somit wußte, daß Satan auf der Erde umherstreifte, diesen in keinem der ebenfalls von ihm stammenden Bücher des Pentateuchs namentlich genannt? Ja warum wird Satan in den Hebräischen Schriften überhaupt so selten erwähnt?a
Warum Satan so selten erwähnt wird
10. Wieso wird Satan in den Hebräischen Schriften nur selten erwähnt?
10 Jehova kündigte zwar von Dämonen inspirierte Aktivitäten an, aber er hatte in seiner Weisheit offensichtlich gute Gründe, dafür zu sorgen, daß Satan, sein Widersacher, in den Hebräischen Schriften nur selten erwähnt wird (3. Mose 17:7; 5. Mose 18:10-13; 32:16, 17; 2. Chronika 11:15). Obwohl die hebräischen Schreiber eine gewisse Kenntnis von Satan und seinem rebellischen Treiben im Himmel gehabt haben müssen, wurden sie inspiriert, nur die Sünden des Volkes Gottes sowie die der es umgebenden Nationen aufzuzeigen und bloßzustellen und die Betreffenden wegen ihrer Bosheit zu ermahnen (2. Mose 20:1-17; 5. Mose 18:9-13). Satans Name wurde kaum erwähnt.
11, 12. Woher wissen wir, daß die hebräischen Bibelschreiber von Satan und seinem Einfluß wußten?
11 Angesichts der Ereignisse in Eden, der Erniedrigung der „Söhne des wahren Gottes“ und des Berichts im Buch Hiob wußten die inspirierten hebräischen Bibelschreiber durchaus von dem bösen, übermenschlichen Einfluß Satans. Der Prophet Sacharja, der sein Buch gegen Ende des sechsten Jahrhunderts v. u. Z. schrieb, sah in einer Vision den Hohenpriester Josua und „Satan, der zu seiner Rechten stand, um ihm zu widerstehen. Dann sprach der Engel Jehovas zu Satan: ‚Jehova schelte dich, o Satan, ja Jehova schelte dich‘“ (Sacharja 3:1, 2). Und der Abschreiber Esra, der im fünften Jahrhundert v. u. Z. die Geschichte Israels und Judas aufzeichnete, berichtete: „Satan ging daran, gegen Israel aufzustehen und David aufzureizen, Israel zu zählen“ (1. Chronika 21:1).
12 Demnach ließ der heilige Geist zur Zeit Sacharjas in den Schriften die Rolle Satans deutlicher werden. Doch es mußten weitere fünf Jahrhunderte vergehen, bis dieses bösartige Geschöpf in Gottes Wort vollständig bloßgestellt wurde. Was könnte, gestützt auf die Bibel, der Grund für diesen zeitlichen Ablauf der vollständigen Bloßstellung Satans gewesen sein?
Der Schlüssel zu dem Rätsel
13—15. (a) Welche grundlegenden Wahrheiten bilden den Schlüssel zur Antwort auf die Frage, warum Satan in den Hebräischen Schriften nur selten erwähnt wird? (b) Wie wurde Satan mit dem Kommen Jesu in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt?
13 Der Christ, der dem Worte Gottes glaubt, findet den Schlüssel zur Antwort auf diese und die zuvor aufgeworfenen Fragen nicht in der Bibelkritik, die die Bibel nur als literarisches Meisterwerk betrachtet, als Produkt des menschlichen Geistes. Der Schlüssel wird in zwei grundlegenden biblischen Wahrheiten offenbart. Die erste beschrieb König Salomo wie folgt: „Der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Licht, das heller und heller wird, bis es voller Tag ist“ (Sprüche 4:18; vergleiche Daniel 12:4; 2. Petrus 1:19-21). Die Wahrheit wird in Gottes Wort zu Gottes bestimmter Zeit allmählich offenbart, entsprechend den Bedürfnissen und der Fähigkeit seiner Diener, sie aufzunehmen (Johannes 16:12, 13; vergleiche 6:48-69).
14 Die zweite grundlegende Wahrheit ist in den folgenden Worten enthalten, die der Apostel Paulus an den christlichen Jünger Timotheus schrieb: „Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich zum Lehren, ... damit der Mensch Gottes völlig tauglich sei, vollständig ausgerüstet für jedes gute Werk“ (2. Timotheus 3:16, 17). Jesus, Gottes Sohn, sollte Satan entlarven, was dann in der Bibel aufgezeichnet werden würde, um die Christenversammlung auszurüsten, Satan zu widerstehen und Jehovas Souveränität zu unterstützen (Johannes 12:28-31; 14:30).
15 Gemäß diesen grundlegenden Wahrheiten wurden die Rätsel aus 1. Mose 3:15 nach und nach gelöst. Unter der Anleitung des heiligen Geistes, der wirksamen Kraft Gottes, warfen die Hebräischen Schriften Lichtschimmer auf den kommenden Messias oder Samen (Jesaja 9:6, 7; 53:1-12). Parallel dazu enthielten sie kurze Lichtblitze, die die Rolle Satans als Widersacher Gottes und Feind der Menschheit beleuchteten. Doch mit dem Kommen Jesu wurde Satan in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt, als er offenkundige, direkte Angriffe gegen den verheißenen Samen, Jesus Christus, unternahm. Als die Ereignisse im ersten Jahrhundert des christlichen Zeitalters ihren Lauf nahmen, wurden die Rolle der „Frau“, der geistigen Organisation Jehovas im Himmel, und die des Samens, Jesus Christus, in den Christlichen Griechischen Schriften klargestellt. Gleichzeitig wurde die Rolle Satans, der „Urschlange“, noch vollständiger offenbart (Offenbarung 12:1-9; Matthäus 4:1-11; Galater 3:16; 4:26).
Das heilige Geheimnis enthüllt
16, 17. Was schloß das „heilige Geheimnis des Christus“ ein?
16 Der Apostel Paulus schrieb ausführlich über das „heilige Geheimnis des Christus“ (Epheser 3:2-4; Römer 11:25; 16:25). Dieses heilige Geheimnis hatte mit dem wahren „Samen“ zu tun, der die Urschlange, Satan, den Teufel, schließlich zertreten sollte (Offenbarung 20:1-3, 10). Es bestand zum Teil darin, daß Jesus das erste und primäre Glied jenes „Samens“ ist, dem sich außerdem „Miterben“ anschließen würden, zuerst aus den Juden und später aus den Samaritern und den Heiden, wodurch die Zahl dieses „Samens“ vervollständigt würde (Römer 8:17; Galater 3:16, 19, 26-29; Offenbarung 7:4; 14:1).
17 Paulus erklärte: „In anderen Generationen wurde dieses Geheimnis den Söhnen der Menschen nicht so bekanntgemacht, wie es jetzt seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist geoffenbart worden ist.“ Und was war dieses Geheimnis? „Daß Leute von den Nationen Miterben sein sollten und Miteinverleibte sowie Mitgenossen der Verheißung mit uns in Gemeinschaft mit Christus Jesus durch die gute Botschaft“ (Epheser 3:5, 6; Kolosser 1:25-27).
18. (a) Wie zeigte Paulus, daß Zeit nötig war, um die Bedeutung des „heiligen Geheimnisses“ zu enthüllen? (b) Wie wirkte sich diese Enthüllung auf das Verständnis in bezug auf die „Urschlange“ aus?
18 Paulus war tief beeindruckt, daß von allen Menschen ausgerechnet er gebraucht wurde, „die gute Botschaft über den unergründlichen Reichtum des Christus zu verkündigen und die Menschen sehen zu lassen, wie das heilige Geheimnis verwaltet wird, das von der unabsehbaren Vergangenheit her in Gott, der alle Dinge erschaffen hat, verborgen gewesen ist“. Er schrieb an die Kolosser: „... das heilige Geheimnis, das von den vergangenen Systemen der Dinge und den vergangenen Generationen her verborgen war. Jetzt aber ist es seinen Heiligen offenbar gemacht worden.“ Als das Geheimnis in bezug auf den „Samen“ schließlich enthüllt wurde, ging damit logischerweise auch die völlige Entlarvung des großen Widersachers, der „Urschlange“, einher. Offensichtlich wollte Jehova die Streitfrage mit Satan erst dann allem anderen voranstellen, nachdem der Messias gekommen war. Und wer wäre auch besser dazu in der Lage gewesen, den Teufel zu entlarven, als der Same, Jesus Christus, selbst? (Epheser 3:8, 9; Kolosser 1:26).
Jesus stellt den Widersacher bloß
19. Wie stellte Jesus den Widersacher bloß?
19 Zu Beginn seines Dienstes erteilte Jesus dem Versucher mit folgenden Worten eine Abfuhr: „Geh weg, Satan! Denn es steht geschrieben: ‚Jehova, deinen Gott, sollst du anbeten, und ihm allein sollst du heiligen Dienst darbringen‘“ (Matthäus 4:3, 10). Bei einer anderen Gelegenheit stellte Jesus seine verleumderischen religiösen Feinde, die ihn umzubringen suchten, bloß, indem er ihren Anstifter anprangerte und offenbarte, daß dieser die Macht hinter der Schlange in Eden war. Er sagte: „Ihr seid aus eurem Vater, dem Teufel, und nach den Begierden eures Vaters wünscht ihr zu tun. Jener war ein Totschläger, als er begann, und er stand in der Wahrheit nicht fest, weil die Wahrheit nicht in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er gemäß seiner eigenen Neigung, denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge“ (Johannes 8:44).
20. Weshalb konnte Jesus Satan bloßstellen?
20 Wieso konnte sich Jesus bei der Anklage Satans so sicher sein? Woher kannte er ihn so gut? Weil er zusammen mit Satan im Himmel gelebt hatte! Jesus, das WORT, hatte Satan schon gekannt, bevor dieser in seinem Stolz gegen den Souveränen Herrn Jehova rebellierte (Johannes 1:1-3; Kolosser 1:15, 16). Er hatte das hinterlistige Vorgehen beobachtet, als sich Satan in Eden der Schlange bediente. Auch hatte er gesehen, welch heimtückischen Einfluß Satan auf den Brudermörder Kain ausübte (1. Mose 4:3-8; 1. Johannes 3:12). Später war Jesus in Jehovas himmlischen Höfen zugegen, ‘als die Söhne des wahren Gottes hineingingen und sich auch Satan mitten unter ihnen hineinbegab’ (Hiob 1:6; 2:1). O ja, Jesus kannte ihn ganz genau, und er war willens, ihn als das bloßzustellen, was er war — ein Lügner, ein Mörder, ein Verleumder und ein Feind Gottes (Sprüche 8:22-31; Johannes 8:58).
21. Welche Fragen müssen noch beantwortet werden?
21 In Verbindung mit diesem mächtigen Feind, der die Menschheit und ihre Geschichte beeinflußt hat, entstehen einige Fragen: In welchem Maße wird Satan in den Christlichen Griechischen Schriften noch bloßgestellt? Und wie können wir seinen listigen Anschlägen widerstehen, um unsere christliche Lauterkeit zu bewahren? (Epheser 6:11, Zürcher Bibel).
[Fußnote]
a Professor Russell erklärt in seinem Buch The Devil—Perceptions of Evil From Antiquity to Primitive Christianity (Der Teufel — Vorstellungen des Bösen von der Frühzeit bis zu den Anfängen des Christentums): „Daß der Teufel im Alten Testament nicht klar herausgestellt wird, gibt der neuzeitlichen jüdischen und christlichen Theologie kein Recht, seine Existenz abzustreiten. Es wäre ein entwicklungsgeschichtlicher Trugschluß, würde man meinen, die Wahrheit eines Wortes — oder einer Vorstellung — müsse bereits in der frühesten Form zu finden sein. Die historische Wahrheit beruht statt dessen auf einer Entwicklung im Laufe der Zeit“ (Seite 174).
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Gegen die Machenschaften des Teufels standhaltenDer Wachtturm 1988 | 1. September
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Gegen die Machenschaften des Teufels standhalten
„Legt die vollständige Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Machenschaften [„Listen“, „listigen Handlungen“, NW, Stud., Fußnote] des Teufels standzuhalten vermögt“ (EPHESER 6:11).
1. Inwiefern beweisen die Versuchungen Jesu die Existenz Satans?
EXISTIERT Satan tatsächlich? Manche behaupten, die Bibel bezeichne mit dem Begriff „Satan“ lediglich das Böse im Menschen. Sie bestreiten seine Existenz als Geschöpf. Was sagt uns indes die Heilige Schrift? Wie aus den Evangelien des Matthäus und Lukas hervorgeht, wurde Christus Jesus dreimal von Satan persönlich versucht, und jedesmal widerstand er ihm, indem er einen Schrifttext zitierte. Warum entgegnete ihm Jesus mit Zitaten aus den Hebräischen Schriften? Weil Satan mit einer Fehlinterpretation dieser Schriften an ihn herangetreten war, um ihn, den Sohn Gottes und verheißenen Samen, zum Sündigen zu veranlassen (Matthäus 4:1-11; Lukas 4:1-13).
2. Wieso wissen wir, daß sich Jesus seine Begegnungen mit Satan nicht bloß einbildete?
2 Offensichtlich bildete sich Jesus als vollkommener Mensch diese Begegnungen mit Satan nicht bloß ein (Hebräer 4:15; 7:26). Er hatte es vielmehr mit dem zu tun, der auch die Macht war, die hinter der Schlange in Eden gestanden hatte: mit seinem früheren Bruder, einem Engel, der sich lange Zeit vorher gegen Gott aufgelehnt hatte und nun darauf aus war, die Erfüllung von 1. Mose 3:15 zu vereiteln. Satan wollte die Lauterkeit des verheißenen Samens brechen. Jesus, der die Schliche des Versuchers kannte, wies ihn standhaft zurück. Wie reagierte Satan darauf? „Als der Teufel mit seiner ganzen Versuchung zu Ende war, ließ er bis zu einer anderen passenden Zeit von ihm ab.“ Gewiß ließ Jesus nicht von sich selbst ab, sondern Satan, der gescheitert war, verließ ihn, „und siehe, Engel kamen und begannen ihm [Jesus] zu dienen“ (Lukas 4:13; Matthäus 4:11).
3. Was sagte ein Historiker über die Bedeutung der Existenz des Teufels im Christentum?
3 Ein Historiker vertrat vernünftigerweise den Standpunkt: „Die Existenz und die zentrale Bedeutung des Teufels im Christentum zu leugnen liefe der apostolischen Lehre und der geschichtlichen Entwicklung der christlichen Lehre zuwider. Es ist verstandesmäßig widersinnig, einem Christentum das Wort zu reden, das den Teufel ausklammert, da es einfach keinen Sinn ergibt, das Christentum anders zu definieren. Wenn der Teufel nicht existiert, dann ist das Christentum von Anfang an in einem zentralen Punkt völlig falsch gewesen.“a Diese Schlußfolgerung stellt für jeden heute lebenden Bewohner der Erde eine Herausforderung dar. Erkennst du die Existenz eines unsichtbaren Feindes an, der es darauf abgesehen hat, die Souveränität Gottes und die Untertanentreue des Menschen zu untergraben?
Wer Satan wirklich ist
4. Wie wurde ein vollkommenes Geistgeschöpf zum Satan?
4 Satan ist ein mächtiges Geistgeschöpf, das ursprünglich von Gott als ein Engel erschaffen wurde, als ein Geistsohn mit Zutritt zu den himmlischen Höfen Jehovas (Hiob 1:6). Satan gebrauchte jedoch seinen freien Willen im Widerstand gegen Gott. Mit List verführte er Eva und durch sie auch Adam zum Ungehorsam und brachte so den Tod über beide (2. Korinther 11:3). Auf diese Weise wurde er zum Satan, was „Widersacher“ bedeutet — zu einem Rebellen, einem Dämon, einem Totschläger und Lügner (Johannes 8:44). Wie passend ist doch der Hinweis des Paulus, daß ‘Satan selbst immer wieder die Gestalt eines Engels des Lichts annimmt’, obwohl es sich bei ihm in Wirklichkeit um einen „Weltbeherrscher dieser Finsternis“ handelt (2. Korinther 6:14; 11:14; Epheser 6:12). Dadurch, daß er andere Engel zur Auflehnung verleitete, führte er sie aus dem Licht Gottes heraus in seine eigene Finsternis. Er wurde zum „Herrscher der Dämonen“. Jesus bezeichnete ihn auch als den „Herrscher dieser Welt“. Um ein Herrscher sein zu können, muß es sich bei ihm offensichtlich um eine Geistperson handeln (Matthäus 9:34; 12:24-28; Johannes 16:11).
5. Wie deutlich wird Satan in den Christlichen Griechischen Schriften identifiziert?
5 In den Hebräischen Schriften wird Satan zwar kaum erwähnt, doch in den Christlichen Griechischen Schriften wird er völlig bloßgestellt — wir stoßen dort 36mal auf den Namen Satan und 33mal auf das Wort Teufel. (Siehe Comprehensive Concordance of the New World Translation of the Holy Scriptures.) Er wird auch mit anderen Namen und Titeln belegt. Zwei davon gebraucht Johannes in Offenbarung 12:9: „Und hinabgeschleudert wurde der große Drache — die Urschlange —, der Teufel und Satan genannt wird, der die ganze bewohnte Erde irreführt.“ (Siehe auch Matthäus 12:24-27; 2. Korinther 6:14, 15.)
6. Was bedeutet das Wort „Teufel“?
6 In der Offenbarung erscheint hier das griechische Wort diábolos, das mit „Teufel“ übersetzt wird. Gemäß dem Gräzisten J. H. Thayer bedeutet es „ein Verleumder, Falschankläger“. (Vergleiche 1. Timotheus 3:11; 2. Timotheus 3:3, Kingdom Interlinear Translation.) W. E. Vine bezeichnet den Teufel als den „heimtückischen Feind Gottes und des Menschen“.b
7. Warum kann Satan seine Anstrengungen auf Jehovas Volk konzentrieren?
7 Der große Widersacher ist nicht untätig (1. Petrus 5:8). Wahrscheinlich sagt man deshalb im englischen Sprachraum: „Der Teufel hat Arbeit für müßige Hände.“ Er hat es darauf abgesehen, alle wahren Christen zu verderben (2. Timotheus 3:12). Und dabei kann er sich aus einem ganz einfachen Grund ausschließlich auf Jehovas Volk konzentrieren — die übrige Welt hat er bereits in seiner Gewalt (1. Johannes 5:19). Die heutige Welt ist die Welt Satans. Er ist ihr Herrscher und Gott, ob die Menschen dies wahrhaben wollen oder nicht (Johannes 12:31; 2. Korinther 4:4). Deshalb greift er zu allen möglichen listigen oder heimtückischen Anschlägen oder Verlockungen, um Jehovas Diener zu verderben, entweder als einzelne oder als Gesamtheit. Untersuchen wir, wie er dabei unter anderem vorgeht (Markus 4:14, 15; Lukas 8:12).
Satans listiges und heimtückisches Treiben
8. Mit welchem Vorteil kann Satan eventuell gegen uns vorgehen?
8 Satan konnte die Mentalität des Menschen lange studieren und die menschliche Natur mit all ihren angeborenen und erworbenen Schwächen genau untersuchen. Er versteht es, unsere Schwächen und unsere Eitelkeit geschickt auszunutzen. Nun, was ist, wenn dein Feind von deinen Schwächen weiß, du selbst sie aber nicht erkennst? Dann bist du schlecht ausgerüstet, dich zu verteidigen, weil du dir der Schwachstellen deiner geistigen Rüstung nicht bewußt bist (1. Korinther 10:12; Hebräer 12:12, 13). Wie zutreffend sind doch die Worte eines schottischen Dichters, der sagte: „O gäbe uns doch eine Macht die Gabe, uns so zu sehen, wie uns andere sehen! Es bliebe uns manch ein Fehler erspart.“
9. Welch traurige Folgen kann es haben, wenn wir uns nicht eingehend prüfen und uns nicht ändern?
9 Sind wir bereit, uns so zu sehen, wie andere uns sehen — besonders wie Gott oder Satan uns sehen mag? Das setzt eine ehrliche Selbstprüfung und Selbsteinschätzung voraus sowie die Bereitschaft, sich zu ändern. Allzuleicht täuscht man sich selbst (Jakobus 1:23, 24). Wie wir doch unsere Handlungsweise mitunter verharmlosen, um sie zu rechtfertigen! (Vergleiche 1. Samuel 15:13-15, 20, 21, 24.) Wie leicht es doch ist zu sagen: „Niemand ist vollkommen!“ Und gerade das weiß Satan und nutzt unsere Unvollkommenheit aus (2. Samuel 11:2-27). Wie traurig, wenn man erst im mittleren Alter erkennt, daß man wegen eines jahrelangen despotischen, unpersönlichen oder unfreundlichen Verhaltens gegenüber anderen keine Freunde hat oder daß man wenig oder nichts getan hat, um andere glücklich zu machen! Satan hat uns womöglich auf raffinierte Weise durchs Leben geführt und uns mit Hilfe der uns angeborenen Selbstsucht blind gemacht. Wir haben das wahre Wesen des Sinnes Christi nicht erfaßt: Liebe, Mitgefühl und Güte (1. Johannes 4:8, 11, 20).
10. Welche Fragen könnten wir uns stellen, und warum?
10 Folglich müssen wir uns selbst prüfen, um Satan widerstehen zu können. Hast du eine Schwäche, die Satan eventuell ausnutzen könnte oder die er jetzt gerade ausnutzt? Hast du ein starkes Geltungsbedürfnis? Mußt du immer der erste sein? Ist Stolz die verborgene Triebfeder deines Handelns? Wird deine Persönlichkeit durch Eifersucht, Neid oder Geldliebe entstellt? Fühlst du dich ständig angegriffen? Begegnest du anderen kalt und zynisch? Oder bist du überempfindlich, wenn man mit Anregungen oder Kritik an dich herantritt? Wirst du bei Rat unwillig, oder weist du ihn gar zurück? Wenn wir uns selbst kennen, können wir solche Probleme beheben, vorausgesetzt, wir sind demütig. Ansonsten bieten wir Satan eine Blöße (1. Timotheus 3:6, 7; Hebräer 12:7, 11; 1. Petrus 5:6-8).
11. Auf welche heimtückische Weise könnte Satan versuchen, unsere geistige Gesinnung zu untergraben?
11 Satan kann auch unsere geistige Gesinnung auf listige, heimtückische Weise untergraben. Vielleicht regen wir uns über eine gewisse Verfahrensweise der Versammlung oder der Organisation auf. Häufig kennen wir nicht alle Tatsachen, und es könnte sein, daß wir voreilige Schlüsse ziehen. Bei einem geschwächten Verhältnis zu Jehova ist es bis zu negativem Denken und zu Zweifeln an der Wahrheit nur ein kleiner Schritt. Einige suchen womöglich nach einer Rechtfertigung dafür, daß sie sich den Verpflichtungen entziehen, die die Wahrheit mit sich bringt. Daraufhin gibt ihnen Satan die Bereitschaft zu Illoyalität und Verrat ins Herz. Bald sind sie ein Opfer der Abtrünnigkeit, und der Widersacher freut sich (Lukas 22:3-6; Johannes 13:2, 27; 2. Johannes 9-11).
12. (a) Wozu sind einige von Satan ermutigt worden? (b) Wie läßt Satan viele in die Schlinge der Unmoral tappen?
12 Andere werden von Satan nicht nur zu schwerwiegenden Sünden ermutigt, auf die ein Gemeinschaftsentzug steht, sondern sogar zu dem Versuch, die Versammlungsältesten durch Lügen und Täuschung hinters Licht zu führen. Wie Ananias und Sapphira bilden sie sich ein, die Engel und Gottes heiligen Geist täuschen zu können (Apostelgeschichte 5:1-10). Viele Tausende sind in den letzten Jahren in die von Satan ausgelegte Schlinge der Unmoral geraten. Der Teufel weiß, wie stark der Geschlechtstrieb des Menschen ist, und legt durch sein Weltsystem großen Nachdruck auf das Sexualleben, ja pervertiert und entstellt dessen Rolle (4. Mose 25:1-3). So mögen unverheiratete Christen zu Hurerei oder anderem sexuellen Fehlverhalten verleitet werden (Sprüche 7:6-23). Wenn verheiratete Christen ihre Gedanken und ihr Herz abirren lassen, kann es sehr leicht geschehen, daß sie verräterisch handeln und ihren Ehepartner, dem sie die Treue gelobt haben, betrügen (1. Korinther 6:18; 7:1-5; Hebräer 13:4).
13. (a) Inwiefern könnte unser Denken durch das Fernsehen beeinflußt werden? (b) Wie können wir solchen Einflüssen widerstehen?
13 Wir leben in einer Welt, in der Lug und Trug, Zorn und Gewalt an der Tagesordnung sind. Satan bedient sich in ausgiebigem Maße der Medien, um diese entartete Gesinnung weiterzuvermitteln. In Fernsehserien oder sogenannten Seifenopern werden attraktive Personen gezeigt, die sich in ein Netz gegenseitiger Täuschungen verstrickt haben. Wenn wir uns von solchem Gedankengut beeinflussen lassen, könnte es sein, daß uns bald „kleinere“ Sünden unterlaufen — und es ist nur ein kleiner Schritt zu „größeren“ Sünden. Satans heimtückische Verlockungen greifen leicht in unserem Denken Platz. Wie können wir derartigen Einflüssen widerstehen? Paulus riet, ‘dem Teufel niemals Raum zu geben’. Das bedeutet auch, zu überwachen, wer durch das Fernsehen Zutritt zu unserer Wohnung hat. Sollten wir nicht das Eindringen gewalttätiger, unmoralischer und unflätiger Menschen verabscheuen, da dies eine Verschmutzung unseres Wohnzimmers wäre? (Epheser 4:23-32).
Wie können wir Satan widerstehen und Gott treu bleiben?
14. Welcher doppelten Entschlossenheit bedarf es, damit wir Satan widerstehen können, und was setzt das voraus?
14 Wie können wir als unvollkommene Menschen unsere Lauterkeit bewahren, wenn uns ein derart mächtiger, übermenschlicher Feind entgegentritt? Der Schlüssel zur Lösung des Problems ist in den Worten des Jakobus zu finden: „Unterwerft euch daher Gott; doch widersteht dem Teufel, und er wird von euch fliehen“ (Jakobus 4:7). Beachten wir, daß Jakobus zweierlei rät. Während wir dem Teufel und seinem Willen widerstehen, müssen wir uns dem Willen Gottes unterwerfen. Das setzt voraus, daß wir den Willen Gottes lieben und den Willen Satans hassen (Römer 12:9). Deshalb sagte Jakobus: „Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen. Reinigt eure Hände, ihr Sünder, und läutert euer Herz, ihr Unentschlossenen“ (Jakobus 4:8). Ja, in unserem Widerstand gegen Satan gibt es keinen Raum für Halbherzigkeit und Unentschlossenheit. Wir können es uns nicht leisten, unsere Lauterkeit aufs Spiel zu setzen, indem wir herauszufinden suchen, wie nahe wir uns an die Grenzlinie zum Bösen heranwagen dürfen. Wir müssen das Böse voll und ganz hassen (Psalm 97:10).
15. Warum ist die „vollständige Waffenrüstung Gottes“ unerläßlich? Veranschauliche es.
15 Einen ausgezeichneten Rat, wie wir Satan widerstehen können, finden wir in Epheser, Kapitel 6. Wie können wir nach den Worten des Paulus Satans „listigen Anschlägen“, „Ränken“ oder „Schlichen“ widerstehen? (Epheser 6:11, Lutherbibel, Jerusalemer Bibel, Die Bibel in heutigem Deutsch). Der Apostel rät uns: „Legt die vollständige Waffenrüstung Gottes an.“ Der Ausdruck „vollständige Waffenrüstung“ läßt keine nachlässige Haltung in unserem christlichen Denken und Handeln zu, genausowenig wie es sich ein römischer Soldat leisten konnte, bei seiner Vorbereitung auf die Schlacht nachlässig zu sein. Wie wäre es einem Soldaten ergangen, der die Waffenrüstung angelegt, aber auf Schild und Helm verzichtet hätte? Er hätte denken können: „Der Schild ist ja so riesig und der Helm so schwer. Sie wiegen viel zuviel. Eigentlich benötige ich sie gar nicht.“ Man stelle sich vor: ein römischer Soldat in Kampfausrüstung, aber ohne die für seinen Schutz wichtigsten Teile! (Epheser 6:16, 17).
16. (a) Inwiefern müssen wir im Gebrauch unseres „Schwertes“ das Beispiel Jesu nachahmen? (b) Wie können wir uns vor Satans „brennenden Geschossen“ schützen, und mit welchem Ergebnis?
16 Stellen wir uns auch einen Soldaten ohne sein Schwert vor. Das „Schwert des Geistes“ ist eine vorzügliche Verteidigungswaffe, denn es dient dazu, die Waffen zurückzuschlagen, die Satan gegen einen Christen einsetzt. Wir sollten unser „Schwert“ stets bereithalten. Das ist dann der Fall, wenn wir unser persönliches Bibelstudium und unser Familienbibelstudium nicht vernachlässigen. Doch vor allem dient uns dieses „Schwert“, das heißt „Gottes Wort“, als Angriffswaffe. Jesus benutzte es als beides (Matthäus 4:6, 7, 10; 22:41-46). Das müssen auch wir tun. Unser Verständnis der Wahrheit muß ständig geschärft werden. Wir könnten unsere geistige Gesinnung nicht bewahren, wenn wir es bei dem in den ersten paar Monaten oder Jahren in der Wahrheit Gelernten beließen. Unseren Sinn in geistiger Hinsicht nicht anzuregen würde unser geistiges Sehvermögen trüben. Wir würden in unserem Eifer für die wahre Anbetung Jehovas nachlassen und würden geistig schwach werden. Auch wären wir nicht mehr in der Lage, den Angriffen von Verwandten, Freunden, Bekannten und Abtrünnigen standzuhalten, die sich geringschätzig über unsere Glaubensansichten äußern mögen. Gott wird uns aber vor dem Teufel und seinen „brennenden Geschossen“ bewahren, wenn wir ständig die „vollständige Waffenrüstung Gottes“ anbehalten (Jesaja 35:3, 4).
17, 18. Gegen wen kämpfen wir, und wie können wir gewinnen?
17 Paulus betonte die mit dem christlichen Kampf verbundene Gefahr, indem er schrieb: „Denn wir haben nicht gegen Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen Mächte und Gewalten, gegen die Herrscher über diese finstere Welt, gegen die Geister der Bosheit droben im Himmel“ (Epheser 6:12, Wilckens). Wie können wir als schwächliche Menschen Satan widerstehen und einen solch ungleichen Kampf gewinnen? Noch einmal sagte Paulus: „Darum nehmt die vollständige Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag zu widerstehen und, nachdem ihr alle Dinge gründlich getan habt, standzuhalten vermögt“ (Epheser 6:13). Von besonderer Bedeutung sind die Worte „nachdem ihr alle Dinge gründlich getan habt“. Auch sie schließen jede Halbherzigkeit oder Abweichung in unserem christlichen Denken und Handeln aus (1. Johannes 2:15-17).
18 Mögen wir daher in der Wahrheit feststehen, Jehovas Gerechtigkeit lieben, die gute Botschaft des Friedens predigen und mit starkem Glauben an der Rettung festhalten, die Jehova durch Christus Jesus ermöglicht, während wir uns auf Gottes Wort als unsere Hauptstütze verlassen (Epheser 6:14-17). Vergessen wir nicht, daß sich Gott um uns kümmert und uns helfen wird, über die Prüfungen und Sorgen, die in Satans System auftreten, zu triumphieren. Mögen wir alle die warnenden Worte beachten: „Bleibt besonnen, seid wachsam. Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht jemand zu verschlingen.“ Ja, „widersteht ihm, fest im Glauben“ (1. Petrus 5:6-9).
19. (a) Welche weitere unerläßliche Vorkehrung müssen wir nutzen, damit wir Satan widerstehen können? (b) Was wird schließlich mit Satan geschehen?
19 Behalten wir im Sinn, was Paulus als unerläßliches Erfordernis zu der „Waffenrüstung“ hinzufügte, indem er sagte: „... während ihr fortfahrt, mit jeder Art von Gebet und Flehen bei jeder Gelegenheit im Geist zu beten. Und hierzu bleibt wach mit aller Beharrlichkeit und mit Flehen für alle Heiligen“ (Epheser 6:18). Unser unsichtbarer Feind ist so mächtig, daß es „jeder Art von Gebet und Flehen“ bedarf. Wie inbrünstig und verschiedenartig also unsere Gebete sein sollten! Wir müssen uns unbedingt völlig auf Jehova verlassen, wollen wir den Kampf gewinnen und unsere Lauterkeit bewahren. Nur er vermag uns die „Kraft, die über das Normale hinausgeht“, zu geben, Kraft, die es uns ermöglicht, unserem erbarmungslosen Widersacher zu widerstehen. Welch ein Trost, zu wissen, daß unser großer Widersacher bald in den Abgrund geworfen und dann schließlich für immer vernichtet wird! (2. Korinther 4:7; Offenbarung 20:1-3, 10).
[Fußnoten]
a Jeffrey Burton Russell, Satan—The Early Christian Tradition, Seite 25.
b An Expository Dictionary of New Testament Words.
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