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‘Laß dich nicht schnell in deinem vernünftigen Denken erschüttern’Der Wachtturm 1986 | 15. März
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Doch der Teufel und andere Gegner der wahren Anbetung sind geschickt im Täuschen. Wir sollten nie vergessen, daß sie jederzeit darauf aus sind, möglichst unsere Lauterkeit zu brechen. Ihre Propaganda ist darauf angelegt, unseren Glauben zu schwächen, unsere Liebe zu Gott abzukühlen und Zweifel in unseren Sinn zu säen — ja, den Anschein zu erwecken, das geistige Paradies sei gar kein Paradies.
4. Was kann geschehen, wenn wir zulassen, daß unser Glaube schwach wird und in uns ernste Zweifel wachsen?
4 In Anlehnung an eine Redensart kann man sagen, es könnte so weit kommen, daß wir den Wald, nämlich das geistige Paradies, vor lauter Bäumen nicht mehr sehen, weil wir die unvollkommenen menschlichen Bäume, die jetzt darin stehen, zu sehr aus der Nähe betrachten. Die Begeisterung, die wir hatten, als wir die Wahrheit kennenlernten, die großartige Hoffnung, die wir erlangt haben, die Liebe zu Gott und zu unseren geistigen Brüdern, die wir entwickelt haben, und der Eifer, den wir für Jehovas Dienst hatten, können nachlassen. Wenn nicht drastische Schritte unternommen werden, um einem solchen geistigen Verfall entgegenzuwirken, werden Gottes liebevolle Anforderungen schnell als bedrückend empfunden. Die bekömmliche Speise vom „treuen und verständigen Sklaven“ erscheint einem dann als etwas Verächtliches und die Bruderschaft der liebevollen Diener Jehovas als eine Hausgemeinschaft von Feinden. Die einzige, widernatürliche Befriedigung findet ein solcher Mensch dann darin, daß er sich abwendet und anfängt, seine Mitsklaven durch Verleumdungen und Halbwahrheiten zu schlagen (Matthäus 24:45-51).
5. Wie könnte jemandes Verlust mit dem verglichen werden, was Adam und Eva dadurch verloren, daß sie aus dem Edenparadies vertrieben wurden?
5 Ja, wir könnten nicht nur der Wohltaten des gegenwärtigen geistigen Paradieses verlustig gehen, sondern, was noch schwerwiegender ist, auch die Hoffnung auf ewiges Leben im buchstäblichen Paradies verlieren. Wir könnten aus demselben Grund einen Verlust erleiden, aus dem Adam und Eva das Edenparadies verloren. Sie hatten alles, was sie brauchten, um vollkommen glücklich zu sein, und hätten ewig leben können. Doch plötzlich war Unabhängigkeit — eine andersartige Lehre — für sie wichtiger als der Gehorsam gegenüber Jehova und die Segnungen im Garten Eden. Eva wurde betrogen. Adam wurde zwar nicht betrogen, aber er ließ sich durch den Druck der äußeren Umstände einschließlich des starken Einflusses seiner Frau ebenfalls zur Sünde hinreißen. Deshalb wurden sie aus dem Paradies hinausgetan und führten für den Rest ihres Lebens ein erbärmliches Dasein. Beide verloren die Aussicht auf ewiges Leben und hinterließen ihren Nachkommen ein Erbe von Sünde und Tod (1. Mose 3:1-7, 14-19, 24; 1. Timotheus 2:14; Römer 5:12). Welch einen hohen Preis sie doch für ihre sogenannte Unabhängigkeit bezahlten!
6. (a) Welche Besorgnis um einige in der Korinther Versammlung brachte Paulus zum Ausdruck? (b) Wie spiegelte sich dieselbe Besorgnis in dem wider, was der Versammlung in Thessalonich geschrieben wurde?
6 Der Apostel Paulus äußerte seine Besorgnis wie folgt: „Ich fürchte ..., daß etwa so, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, euer Sinn verdorben werde, hinweg von der Aufrichtigkeit und der keuschen Reinheit, die dem Christus gebühren“ (2. Korinther 11:3). Paulus hielt es für notwendig, hinsichtlich einiger Irrlehren zu schreiben, die in seinen Tagen in Umlauf waren. In seinem zweiten Brief an die Versammlung in Thessalonich schrieb er: „Wir bitten euch ..., euch nicht schnell erschüttern und dadurch von eurem vernünftigen Denken abbringen noch euch aufregen zu lassen, weder durch eine inspirierte Äußerung noch durch eine mündliche Botschaft, noch durch einen Brief, angeblich von uns, in dem Sinne, daß der Tag Jehovas hier sei. Laßt euch in keiner Weise von irgend jemandem verführen“ (2. Thessalonicher 2:1-3).
Laß dich nicht mit Abgefallenen ein
7. (a) Welche Fragen erheben sich, wenn mit der Post Schriften von Abgefallenen kommen? (b) Warum gefährdet übermäßiges Selbstvertrauen den Schutz vor dem Einfluß Abgefallener?
7 Nun, was wirst du tun, wenn du mit den Lehren Abgefallener konfrontiert wirst, mit spitzfindigen Überlegungen, durch die dein Glaube als Zeuge Jehovas zur Unwahrheit abgestempelt werden soll? Was wirst du beispielsweise tun, wenn du einen Brief oder eine Sendung von Schriften erhältst und beim Öffnen gleich erkennst, daß sie von einem Abgefallenen stammen? Wird dich deine Neugier veranlassen, sie zu lesen, nur um zu sehen, was er zu sagen hat? Möglicherweise denkst du: „Es wird mir nichts anhaben können; ich stehe zu fest in der Wahrheit. Und wenn wir die Wahrheit haben, brauchen wir nichts zu befürchten. Die Wahrheit wird der Prüfung standhalten.“ Einige, die so dachten, haben ihren Sinn mit dem Gedankengut Abgefallener genährt und sind Fragen und Zweifeln zum Opfer gefallen. (Vergleiche Jakobus 1:5-8.) Denke also an die Warnung aus 1. Korinther 10:12: „Wer daher denkt, er stehe, der sehe zu, daß er nicht falle.“
8. Welchen Beistand brauchen einige von denen, die Zweifel haben?
8 Manche von diesen haben sich durch die liebevolle Hilfe fürsorglicher Brüder wieder erholt, nachdem sie eine Zeit seelischer Qualen und Erschütterungen durchgemacht hatten. Doch die Qualen hätten sich vermeiden lassen. In Sprüche 11:9 wird uns gesagt: „Durch seinen Mund bringt der Abtrünnige seinen Mitmenschen ins Verderben, aber durch Erkenntnis werden die Gerechten befreit.“ Judas sagte seinen Mitbrüdern: „Fahrt ... fort, einigen, die Zweifel haben, Barmherzigkeit zu erweisen; rettet sie, indem ihr sie aus dem Feuer reißt“ (Judas 22, 23). Paulus riet dem Aufseher Timotheus, „mit Milde die ungünstig Gesinnten“ zu unterweisen, „da Gott ihnen vielleicht Reue gewährt, die zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit führt, und sie wieder zur Besinnung kommen mögen, aus der Schlinge des Teufels heraus, da sie von ihm für dessen Willen lebendig gefangen worden sind“ (2. Timotheus 2:25, 26).
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‘Laß dich nicht schnell in deinem vernünftigen Denken erschüttern’Der Wachtturm 1986 | 15. März
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15. Wovor warnte der Apostel Paulus in bezug auf einige, die Jünger fortziehen würden?
15 Der Apostel Paulus sagte warnend zu christlichen Mitältesten: „Aus eurer Mitte selbst werden Männer aufstehen und verdrehte Dinge reden, um die Jünger hinter sich her wegzuziehen“ (Apostelgeschichte 20:30). „Verdrehte Dinge“ können echt klingen, wenn man längere Zeit den spitzfindigen Überlegungen und Scheinargumenten Abtrünniger zuhört. Je länger Eva die verbotene Frucht betrachtete und der verdrehten Argumentation des Teufels zuhörte, desto überzeugter war sie davon, daß er recht hatte. Paulus warnte: „Seht zu, daß nicht jemand da sei, der euch als Beute wegführe durch die Philosophie und leeren Trug gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den elementaren Dingen der Welt und nicht gemäß Christus“ (Kolosser 2:8). Wie der Apostel auch andeutete, verführen Abtrünnige „durch glatte Worte und schmeichelhafte Reden ... das Herz der Arglosen“ (Römer 16:17, 18; vergleiche 2. Korinther 11:13-15). Der Umstand, daß sich einige von dieser Art Propaganda fortziehen ließen, bedeutet aber nicht, daß wir ihnen folgen müßten. Dennoch sollten wir ständig auf der Hut sein.
16. Die Beachtung welcher biblischen Warnungen hilft uns, Satans Bemühungen, Menschen zu täuschen und von der wahren Anbetung wegzuziehen, zu widerstehen?
16 Seit Eden haben sich die Taktiken des Teufels nicht geändert. Er stellt schwer durchschaubare Fragen und appelliert an egoistische Interessen. Petrus schrieb: „Es [wird] auch unter euch falsche Lehrer geben ... Ebendiese werden unauffällig verderbliche Sekten einführen ... Auch werden sie euch aus Habsucht mit verfälschten Worten ausbeuten“ (2. Petrus 2:1-3).
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