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    Erwachet! 1989 | 22. Juli
    • „Wir geben Gott nicht die Schuld“

      ALS vergangenen Dezember beim Pan-Am-Flug 103 der Jumbo mit 259 Menschen an Bord von Terroristen gesprengt wurde, machte Maurice Taylor, der katholische Bischof von Galloway, Gott bittere Vorwürfe:

      „Vater, wenn du der Gott der Liebe bist, warum hast du das zugelassen? Warum hast du mit angesehen, daß Hunderte Unschuldiger ihr Leben verloren? Auch die 10 Einwohner von Lockerbie? Die vielen Dutzende, die nie von Lockerbie gehört hatten und deren Leben auf den Straßen und Feldern in dieser Gegend Schottlands so schrecklich endete? Und warum läßt du zu, daß so viele Menschen die grausame Last der Trauer tragen müssen?“

      Unter den Opfern befanden sich Dutzende von Studenten der Universität Syracuse in den Vereinigten Staaten. Mildred Sachuck, Verwalterin eines der Studentenwohnheime, sagte über die Terroristen, die die Bombe gelegt hatten: „Zur Hölle mit ihnen!“

      In einem Pressebericht hieß es: „Der Flugbegleiter Paul Garrett (41), der 15 Jahre bei der Fluggesellschaft beschäftigt war, hatte geplant, in Paris eine Boutique zu eröffnen. ‚Es ist eine schreckliche Tragödie, daß dies sein letzter Flug sein sollte‘, sagte Jan MacMichael, einer seiner Freunde aus Millbrae (Kalifornien).“

      Die Reaktion seiner Eltern, Ernest und Nadine Garrett, Zeugen Jehovas aus Millbrae, stand in krassem Gegensatz zu der Reaktion des Bischofs und der Verwalterin. Sie ist aus einem Brief ersichtlich, den sie als Antwort auf ein Beileidsschreiben von einem Mitgläubigen aus New York schrieben.

      Eine weltweite Bruderschaft

      „Wie lieb von Dir, Karl, daß Du Dir trotz Deines ausgefüllten Terminkalenders die Zeit genommen hast, uns einen so tröstenden Brief zu senden. Es ist einer von vielen. Wir haben von Zeugen in Norwegen, Italien, Frankreich, England und Kamerun Post erhalten — fast 600 Karten, Telegramme und Briefe — und über 250 Anrufe aus aller Welt. Paul kannte eine Menge Leute, da er so viele Jahre bei Pan Am Flugbegleiter war. In Paris, San Francisco und Jacksonville (Florida) wurden Gedächtnisansprachen gehalten, bei denen insgesamt 1 385 Personen anwesend waren.

      Zeugen aus unserer Heimatversammlung und aus Nachbarversammlungen übernahmen unsere Hausarbeit; sie kauften ein, kochten und putzten und übernachteten abwechselnd bei uns. Zwei Wochen lang ließen sie uns keinen Augenblick allein, bis wir über das Schlimmste hinweg waren. Jehovas Zeugen haben weltweit wirklich ‘Liebe unter sich’ (Johannes 13:35).

      Die Pan-Am-Vertreterin, die zu uns geschickt wurde, um einen Beileidsbesuch zu machen, sagte: ‚Ich bin gekommen, um Sie zu trösten, aber statt dessen bin ich getröstet worden. Irgendwie unterscheiden Sie sich von den Menschen, die ich sonst bei solchen Anlässen beobachtet habe.‘ Auf die Frage, wie sie das meine, antwortete sie: ‚Sie kümmern sich wirklich umeinander.‘

      Wir sind dankbar, die Bibel zu kennen und zu wissen, daß ‚Zeit und unvorhergesehenes Geschehen‘ ihren Tribut fordern (Prediger 9:11). Da wir davon überzeugt sind, Karl, machen wir Gott keine ungerechtfertigten Vorwürfe wegen dieser Tragödie oder lästern ihn wie der katholische Bischof von Galloway. Nein, wir geben Gott nicht die Schuld für den Tod unseres Sohnes. Der Bischof hat im Grunde behauptet, Jehova sei kein Gott der Liebe (1. Johannes 4:8).

      Auch wollen wir uns nicht an den Terroristen rächen wie die Verwalterin des Studentenwohnheims in Syracuse, die bei dem Unglück einen Bewohner verlor und sagte: ‚Zur Hölle mit ihnen!‘ Wir überlassen diese Angelegenheit Gott, der erklärte: ‚Mein ist die Rache; ich will vergelten‘ (Römer 12:19).

      Und nicht zuletzt haben wir die wunderbare Auferstehungshoffnung, die uns jeden Tag stützt, bis wir unseren lieben Sohn wiedersehen werden. ‘Wenn ein Mensch stirbt, kann er wieder leben?’ fragte Hiob vor langer Zeit. Die Bibel beantwortet diese Frage in Jesaja 26:19: ‚Deine Toten werden leben. ... sie werden aufstehen.‘ Es tröstet uns, daß unser Sohn als treuer Zeuge Jehovas starb und bei Gott sicherlich einen guten Namen hat, dessen er sich in der Auferstehung erinnern wird (Prediger 7:1, Fußnote; Johannes 5:28). Natürlich sind wir über den Verlust unseres Sohnes betrübt, doch da wir die Auferstehungshoffnung haben, ‘sind wir nicht betrübt wie die übrigen, die keine Hoffnung haben’ (1. Thessalonicher 4:13).“

      Dominique, Pauls Frau, wohnt in Paris und ist ebenfalls eine Zeugin Jehovas. Sie empfindet wie Pauls Eltern. Auch sie gibt Gott nicht die Schuld für den tragischen Verlust ihres Mannes und sieht der Zukunft mutig und hoffnungsvoll entgegen.

  • „Wir geben Gott nicht die Schuld“
    Erwachet! 1989 | 22. Juli
    • [Bild auf Seite 15]

      Flugbegleiter Paul Garrett

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