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Die Nation, die die Lauterkeit bewahrtDer Wachtturm 1995 | 1. Januar
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[Übersicht auf Seite 12-15]
BERICHT ÜBER DAS DIENSTJAHR 1994 DER ZEUGEN JEHOVAS IN DER GANZEN WELT
(Siehe gedruckte Ausgabe)
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Die Nation, die die Lauterkeit bewahrtDer Wachtturm 1995 | 1. Januar
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Den Umfang dieser Ausdehnung zeigt der Bericht über das Dienstjahr 1994 der Zeugen Jehovas in der ganzen Welt, der auf den Seiten 12 bis 15 zu finden ist.
Eine neue Verkündigerhöchstzahl
7, 8. (a) Was beweist, daß Gottes Volk ‘seine Zeltstricke verlängert’ hat? (b) In welchen Bereichen wurden ‘die Grenzen weit hinausgerückt’, wie der Bericht über das Dienstjahr 1994 erkennen läßt?
7 Betrachten wir einige Höhepunkte des Berichts. Die Höchstzahl der im Predigtwerk tätigen Königreichsverkündiger betrug 4 914 094! Wie begeisternd es doch ist, die fortwährende Einsammlung der ‘großen Volksmenge aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen, die vor dem Thron und vor dem Lamm steht, in weiße lange Gewänder gehüllt’, zu beobachten! Ja, auch diejenigen, die zur großen Volksmenge gehören, haben sich als Bewahrer der Lauterkeit erwiesen. „Sie haben ihre langen Gewänder gewaschen und sie im Blut des Lammes weiß gemacht“, sie werden also als gerecht betrachtet, weil sie Glauben an das Loskaufsopfer Jesu ausüben (Offenbarung 7:9, 14).
8 Besonders seit 1919 ist an Jehovas Organisation der Ruf ergangen: „Mache die Stätte deines Zeltes geräumiger. Und man lasse die Zelttücher deiner großartigen Wohnstätte ausspannen. Halte nicht zurück. Verlängere deine Zeltstricke, und mache die Zeltpflöcke von dir stark“ (Jesaja 54:2). Als Reaktion darauf geht das Predigtwerk unvermindert voran, selbst in dem an Alaska angrenzenden eisigen Yukon, wo eine abgehärtete Gruppe von Pionieren Temperaturen erträgt, die wochenlang bei minus 50 Grad Celsius liegen können. In den letzten Jahren strömen die Menschenmengen immer schneller in Jehovas Nation von Bewahrern der Lauterkeit. Die Tore sind noch weiter geöffnet worden, um zum Beispiel Menschen aus asiatischen Ländern außerhalb des Einflußbereichs der Christenheit aufzunehmen sowie Menschen aus den ehemaligen Festungen des Kommunismus, aus vielen afrikanischen Ländern und aus katholischen Gebieten wie Italien, Spanien, Portugal und Südamerika. Weil viele ihre Heimat verlassen haben, ist ein neues Gebiet entstanden. In England kümmern sich Jehovas Zeugen beispielsweise um die Bedürfnisse von 13 fremdsprachigen Volksgruppen.
„Tut dies immer wieder“
9. (a) Was läßt die Zahl der Gedächtnismahlbesucher im Jahr 1994 erkennen? (b) In welchen Ländern war die Zahl der Gedächtnismahlbesucher besonders hoch?
9 Ein weiterer Höhepunkt des Jahresberichts ist die Zahl der Gedächtnismahlbesucher. Kurz bevor Jesus starb, führte er die Feier zum Gedenken an seinen Tod ein und sagte zu seinen Nachfolgern: „Tut dies immer wieder zur Erinnerung an mich“ (1. Korinther 11:24). Es war begeisternd, daß 1994 insgesamt 12 288 917 Personen — weit mehr als das Doppelte der Verkündigerzahl — zusammenkamen, um diesem Gebot Folge zu leisten, sei es als Teilnehmer oder als Beobachter. In manchen Ländern lag das Verhältnis von Gedächtnismahlbesuchern zu Verkündigern sogar noch höher. Die 4 049 Verkündiger in Estland, Lettland und Litauen freuten sich über die Zahl von 12 876 Anwesenden beim Gedächtnismahl — mehr als das Dreifache der Verkündigerzahl. Und in Benin übertraf die Zahl von 16 786 Gedächtnismahlbesuchern die Zahl der Verkündiger fast um das Fünffache. In einer Versammlung mit etwa 45 Verkündigern waren 831 Personen anwesend!
10. (a) Welche Verantwortung bringt die hohe Zahl von Gedächtnismahlbesuchern für uns mit sich? (b) Beschreibe, was geschehen kann, wenn jemand, der das Gedächtnismahl besucht hat, weitere Hilfe erhält.
10 Jehovas Zeugen freuen sich, daß sich ihnen bei diesem verheißungsvollen Ereignis so viele interessierte Personen angeschlossen haben. Jetzt möchten sie den Betreffenden helfen, weitere Fortschritte zu machen, was ihr Verständnis der Wahrheit betrifft sowie ihre Liebe dazu. Einige mögen so reagieren wie Alla in Rußland. Sie studierte mit einer Sonderpionierin, machte jedoch kaum Fortschritte, weshalb das Studium eingestellt wurde. Trotzdem nahm Alla die Einladung zum Besuch des Gedächtnismahls an. Diese höchst bedeutsame Zusammenkunft hinterließ bei ihr einen tiefen Eindruck. Als sie nach Hause kam, warf sie all ihre Ikonen weg und betete zu Jehova um Hilfe. Zwei Tage später suchte die Pionierin Alla auf, um zu erfahren, wie ihr das Gedächtnismahl gefallen hatte. Es ergab sich ein konstruktives Gespräch. Das Studium mit Alla wurde wiederaufgenommen. Bald beteiligte sie sich am Zeugniswerk. Diese Erfahrung zeigt, von welchem Wert Rückbesuche bei Gedächtnismahlbesuchern sind. Viele werden wahrscheinlich so reagieren wie Alla.
„Laßt uns ... unser Zusammenkommen nicht aufgeben“
11—13. (a) Was gehört zu dem treuen Verhalten der gerechten Nation? (b) Warum müssen wahre Christen Zusammenkünfte besuchen?
11 Das Gedächtnismahl ist die wichtigste Zusammenkunft im Terminkalender eines jeden Zeugen Jehovas, aber es ist keineswegs die einzige. Jehovas Zeugen versammeln sich allwöchentlich aus Gehorsam gegenüber den Worten des Apostels Paulus: „Laßt uns aufeinander achten zur Anreizung zur Liebe und zu vortrefflichen Werken, indem wir unser Zusammenkommen nicht aufgeben, wie es bei einigen Brauch ist, sondern einander ermuntern, und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen seht“ (Hebräer 10:24, 25). Sie sind mit der gerechten Nation Jehovas verbunden, die an ihrem treuen Verhalten zu erkennen ist. Zu diesem treuen Verhalten gehört es auch, treu die Zusammenkünfte zu besuchen.
12 Auf den Philippinen wird das offensichtlich richtig verstanden, denn dort liegt die Zahl der Anwesenden bei den Zusammenkünften am Sonntag landesweit um 25 Prozent über der Zahl der Verkündiger. Es wird auch von einer Gruppe von Zeugen Jehovas und Interessierten in Argentinien richtig verstanden. Sie wohnen etwa 20 Kilometer vom Königreichssaal entfernt. Doch der Kreisaufseher berichtet, daß nicht einer von ihnen — außer bei Krankheit — die Zusammenkünfte versäumt. Sie sind vier Stunden mit dem Pferdewagen oder zu Pferd unterwegs, und im Winter kommen sie erst im Dunkel der Nacht wieder zu Hause an.
13 Je näher das Ende des gegenwärtigen Systems rückt, desto härter wird das Leben, desto größer werden die Probleme und desto schwieriger wird vielleicht der Besuch der Zusammenkünfte. Doch unter diesen Umständen benötigen wir um so mehr die geistige Speise und die herzliche Gemeinschaft, etwas, was nur in diesen Zusammenkünften zu finden ist.
„Halte dringend darauf“
14. Warum führen Jehovas Zeugen ihren Predigtdienst mit einem Gefühl der Dringlichkeit durch, und woraus ist das ersichtlich?
14 Im letzten Jahr bezeichnete die katholische Kirche in Italien das Werk der Zeugen Jehovas als „wilde Proselytenmacherei“. In Wirklichkeit ist jedoch an dem, was die Zeugen tun, nichts Wildes. Ihr Predigtdienst ist vielmehr ein Ausdruck tiefer Liebe zu ihren Mitmenschen. Er beweist außerdem ihren Gehorsam gegenüber folgenden Worten des Paulus: „Predige das Wort, halte dringend darauf in günstiger Zeit, in unruhvoller Zeit“ (2. Timotheus 4:2). Ein Gefühl der Dringlichkeit veranlaßt Jehovas Zeugen, in ihrem Predigtdienst eifrig zu sein, was daraus zu ersehen ist, daß sie 1994 insgesamt 1 096 065 354 Stunden eingesetzt haben, um ihren Mitmenschen zu predigen, Rückbesuche zu machen und wöchentlich 4 701 357 Bibelstudien durchzuführen. Viele konnten den Pionierdienst durchführen, was zeigt, daß der Pioniergeist äußerst lebendig ist. Die durchschnittlich 636 202 Pioniere, die weltweit tätig waren, beweisen dies.
15, 16. (a) Wie zeigt sich der Pioniergeist bei Jung und Alt? (b) In welchen Ländern gibt es gemäß dem Bericht für das Dienstjahr 1994 besonders viele Pioniere?
15 Viele Pioniere sind junge Leute. In den Vereinigten Staaten gibt es jetzt einige allgemeine Pioniere, die noch die High-School besuchen und hauptsächlich ihre Mitschüler als ihr Gebiet betrachten. Diese Jugendlichen haben festgestellt, daß der Pionierdienst die beste Möglichkeit ist, sich vor Drogenmißbrauch, Unsittlichkeit und Gewalttätigkeit zu schützen, Vorkommnisse, die in zahlreichen Schulen des Landes gang und gäbe sind. Viele andere junge Leute setzen es sich zum Ziel, den Pionierdienst aufzunehmen, sobald sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Irina aus der Ukraine führte während ihrer gesamten Mittelschulzeit den Hilfspionierdienst durch, um sich auf den Pionierdienst vorzubereiten, den sie nach dem Schulabschluß aufnehmen wollte. Nach Beendigung der Schule boten ihre Angehörigen an, sie zu unterstützen, was die weltliche Arbeit betrifft, damit sie stellvertretend für die Familie im allgemeinen Pionierdienst stehen kann. In der Ukraine ist es um die wirtschaftliche Situation nicht zum besten bestellt. Doch Irina sagt: „Ich weiß, daß ich eine Tätigkeit verrichte, die nicht nur für mich Leben bedeutet, sondern auch für diejenigen, denen ich predige.“ Es ist wirklich eine Freude, heute so viele junge Leute zu sehen, die wie Irina denken. Welche bessere Möglichkeit gäbe es für sie, ‘ihres großen Schöpfers in den Tagen ihrer Jugend zu gedenken’? (Prediger 12:1).
16 Nicht wenige Pioniere sind schon an Jahren vorgerückt. Wie eine Pionierin berichtete, sind ihr Vater und ihr Bruder im Zweiten Weltkrieg gefallen, ihre Mutter und ihre Schwester wurden in einem Getto erschossen. Später starb ihr Sohn. Nun, da sie alt geworden ist und ihre Gesundheit nachläßt, hat Jehova ihr in der Christenversammlung eine viel größere Familie gegeben als die, die sie verloren hat. Und es bereitet ihr Freude, anderen als allgemeiner Pionier zu helfen.
17, 18. Wie kann jeder von uns, ob Pionier oder nicht, Pioniergeist beweisen?
17 Natürlich ist es nicht jedem möglich, Pionier zu sein. Jehova nimmt gern unseren ganzen Zehnten an, das Beste, was wir geben können, ganz gleich, was das in unserem speziellen Fall ist (Maleachi 3:10). Tatsächlich können wir alle den Geist dieser eifrigen Pioniere entwickeln und das tun, was uns unseren Umständen entsprechend möglich ist, um das Predigen der guten Botschaft zu unterstützen.
18 In Australien wurde beispielsweise der 16. April als spezieller Tag für den Straßendienst empfohlen. Dies wurde sowohl von den Verkündigern als auch von den Pionieren gut unterstützt, was die neue Höchstzahl von 58 780 Verkündigern in jenem Monat beweist. Außerdem wurden im Vergleich zu demselben Monat des Vorjahrs 90 000 Zeitschriften mehr abgegeben. An diesem besonderen Tag gab eine Schwester einem Mann Zeitschriften, und als sie seinen Namen und seine Adresse notierte, um dem Interesse nachzugehen, stellte sie fest, daß sie miteinander verwandt waren! Wie es sich herausstellte, war der Mann ihr Cousin, den sie 30 Jahre nicht gesehen hatte. Daraus ergaben sich gewiß einige sehr freudige Rückbesuche.
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