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  • Veränderte Einstellungen werfen neue Fragen auf
    Erwachet! 1997 | 8. Juni
    • Veränderte Einstellungen werfen neue Fragen auf

      „SEXUELLE REVOLUTION“, „Sexplosion“, „Revolution der Sitten“ — diese Begriffe verkündeten die veränderten Einstellungen gegenüber der Sexualität, besonders ab Mitte der 60er Jahre. Viele erhoben die „freie Liebe“ zur Maxime, die für einen Lebensstil steht, der Ehe und sexuelle Enthaltsamkeit ablehnt.

      Der Schriftsteller Ernest Hemingway erklärte einmal, eine Handlung sei dann sittlich einwandfrei, wenn man sich hinterher wohl fühle — fühle man sich schlecht, sei sie sittlich bedenklich. Diese Erklärung faßt die Einstellung derjenigen, die sich sexuelle Freiheit und Erfüllung versprochen haben, gut zusammen. Das Akzeptieren dieser Lebensanschauung entschuldigte Geschlechtsverkehr mit verschiedenen, häufig wechselnden Partnern, wobei Männer und Frauen ihre eigene Sexualität erforschten. Die sexuelle „Erfüllung“ kannte keine Grenzen. Die Antibabypille, die ebenfalls in den 60er Jahren eingeführt wurde, trug noch mehr zum ungehemmten Experimentieren mit der Sexualität bei.

      Jedoch erwiesen sich sexuell übertragbare Krankheiten und Aids als Erbe des promiskuitiven Lebensstils. Die sexuellen Vorstellungen einer freizügigen Generation sind dadurch erschüttert worden. Vor Jahren trug die Zeitschrift Time die Schlagzeile „Sex in den 80ern — Die Revolution ist passé“. Diese Erklärung basierte hauptsächlich auf dem Grassieren sexuell übertragbarer Krankheiten, an denen viele Amerikaner litten. Bis jetzt gibt es weltweit fast 30 Millionen Aidsfälle — eine erschreckend hohe Zahl!

      Die Angst vor sexuell übertragbaren Krankheiten führte auch dazu, daß viele ihre Einstellung zu kurzen Liebesbeziehungen änderten. In einer 1992 erschienenen Ausgabe der Unterhaltungszeitschrift US hieß es über eine staatliche Umfrage: „Etwa 6,8 Millionen alleinstehende Frauen haben aus Angst vor Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten ihr sexuelles Verhalten geändert.“ Wie es in dem Artikel hieß, lautet die eindeutige Botschaft: „Mit Sex darf man nicht spaßen. Jeder hat auf eigene Gefahr sexuelle Kontakte.“

      Wie haben sich die stürmischen Ereignisse in den vergangenen Jahrzehnten auf die Einstellungen zu sexuellen Beziehungen ausgewirkt? Hat man irgendeine Lehre gezogen aus der leichtsinnigen Hemmungslosigkeit, die für die freie Liebe kennzeichnend ist, oder aus der ernüchternden Realität der 80er Jahre, den sexuell übertragbaren Krankheiten? Hat die Sexualerziehung in den öffentlichen Schulen jungen Männern und Frauen geholfen, mit ihrer Sexualität besser umzugehen? Wie begegnet man den veränderten Einstellungen gegenüber der Sexualität heute am besten?

  • Was beeinflußt unsere Einstellung?
    Erwachet! 1997 | 8. Juni
    • Was beeinflußt unsere Einstellung?

      VOR ungefähr 2 700 Jahren schrieb ein Bibelschreiber unter göttlicher Inspiration den nachdenklich stimmenden Spruch auf: „Dem Unvernünftigen ist das Verüben von Zügellosigkeit wie ein Spiel“ (Sprüche 10:23). Dieser Spruch hat sich vor allem seit der sexuellen Revolution bestätigt. Bevor die Angst vor Aids umging, besagte die herrschende Meinung, Geschlechtsverkehr sei ein „Massensport“ und der Sexualtrieb solle ungeachtet der Folgen ausgelebt werden. Hat sich diese Meinung geändert? Eigentlich nicht.

      Die Sexbesessenheit bringt auch heute noch „Liebesrauschsüchtige“, „Serienpolygamisten“ und „Sexjäger“ hervor, die allesamt argumentieren, Moralvorstellungen seien eine persönliche Angelegenheit und die freie Liebe mit häufig wechselnden Sexualpartnern sei etwas ganz Natürliches. (Siehe Kasten „Sexuelle Lebensstile“, Seite 6.) Sie behaupten, durch wahllosen Geschlechtsverkehr nehme niemand Schaden, solange sich zwei erwachsene Menschen einig seien. 1964 nannte der an der Universität von Iowa tätige Soziologe Ira Reiss dies „sexuelle Freizügigkeit, gekoppelt mit gegenseitiger Zuneigung“.

      Der anglikanische Bischof von Edinburgh (Schottland) ist offensichtlich derselben Ansicht, denn er erklärte, der Mensch sei dazu bestimmt, viele Geschlechtspartner zu haben. In einer Rede über Sexualität und Christentum sagte er: „Schließlich hat Gott uns einen Geschlechtstrieb gegeben, damit wir ausströmen und uns fortpflanzen. Er hat uns promiskuitive Gene gegeben. Meiner Ansicht nach ist es falsch, wenn die Kirche Menschen verurteilt, die ihrem angeborenen Drang nachgeben.“

      Spiegeln diese Worte eine gesunde, ausgeglichene Ansicht wider? Was ist der Preis der freien Liebe? Bringt es Glück und Erfüllung, viele Liebesaffären zu haben?

      Die weltweite Epidemie sexuell übertragbarer Krankheiten sowie die Millionen unehelichen Kinder, vor allem die, deren Mutter noch ein Teenager ist, bezeugen, daß eine solche Lebensanschauung versagt hat. Einem Bericht der Zeitschrift Newsweek zufolge ziehen sich allein in den Vereinigten Staaten jedes Jahr schätzungsweise 3 Millionen Jugendliche eine sexuell übertragbare Krankheit zu. Außerdem haben offenbar viele der Erwachsenen, die sich „einig“ sind, keine „natürliche Zuneigung“ oder kein Verantwortungsgefühl gegenüber einem ungeborenen Kind und entscheiden sich schnell für eine Abtreibung (2. Timotheus 3:3). Das ungeborene Kind, das brutal von seiner Mutter getrennt wird, bezahlt dafür mit dem Leben. Der Preis, den die junge Mutter zahlt, kann in schweren Depressionen und Schuldgefühlen bestehen, die sie möglicherweise ihr Leben lang verfolgen.

      Wie Dr. Patrick Dixon errechnete, beliefen sich die durch die sexuelle Revolution entstandenen Gesundheitskosten Mitte der 90er Jahre allein in Großbritannien auf die horrende Summe von 20 Milliarden Dollar jährlich. Diese Zahl setzt sich, wie in seinem Buch The Rising Price of Love nachzulesen ist, folgendermaßen zusammen: Behandlungskosten für sexuell übertragbare Krankheiten einschließlich Aids, Scheidungskosten, Kosten, die der Gesellschaft durch alleinerziehende Eltern entstanden sind und Kosten für Familien- und Kindertherapeuten. Gemäß der kanadischen Tageszeitung The Globe and Mail kam Dr. Dixon zu dem Schluß: „Eine Revolution der sexuellen Beziehungen, die uns Freiheit versprach, hat viele zu Sklaven gemacht in einer Welt, die durch ein chaotisches Sexualleben, durch Tragödien, Einsamkeit, seelischen Schmerz, Gewalt und Mißbrauch kaputtgemacht worden ist.“

      Aber warum hält die Sexbesessenheit, die Vorliebe für Liebesaffären und das Beharren auf freier Liebe ohne Verantwortungsbewußtsein an? Wodurch wird die zerstörerische Besessenheit gefördert, wenn doch in den letzten drei Jahrzehnten offenkundig schlechte Früchte geerntet wurden?

      Ein verzerrtes Bild der Sexualität durch Pornographie

      Von der Pornographie heißt es, sie fördere unter anderem die Sexbesessenheit. Ein Mann, der nach eigener Aussage sexsüchtig ist, schrieb in der Zeitung The Toronto Star: „Vor fünf Jahren habe ich mit dem Rauchen aufgehört und vor zwei Jahren mit dem Trinken, aber noch nie ist mir etwas so schwer gefallen, wie mit meiner Sucht nach Sex und Pornographie zu brechen.“

      Er sei außerdem davon überzeugt, daß Jugendliche, die ständig Pornographie konsumieren, eine verdrehte Einstellung zum Sexualverhalten entwickeln. Sie lebten sexuelle Phantasien aus und würden reale Beziehungen als kompliziert und schwierig empfinden. Das führe zu Isolation und zu anderen Problemen, wobei eines der größten darin bestehe, eine dauerhafte Beziehung aufzubauen.

      Die Unterhaltungswelt mißbraucht die Sexualität

      Viele Angehörige der Unterhaltungsbranche, ob verheiratet oder nicht, praktizieren einen promiskuitiven Lebensstil, für den häufig wechselnde Sexualpartner charakteristisch sind, und sie tragen das auch noch zur Schau. Die harte und entwürdigende Darstellung intimer Beziehungen auf dem Bildschirm ist der ideale Nährboden für Sexbesessenheit und vermittelt der heutigen Generation ein verzerrtes Bild von der menschlichen Sexualität. Die Unterhaltungsmedien stellen häufig außereheliche Geschlechtsbeziehungen zu Unrecht mit zärtlicher, intimster Vertrautheit auf die gleiche Stufe. Die Fans von Unterhaltungskünstlern scheinen nicht zwischen Lust und Liebe unterscheiden zu können, zwischen einem Liebesabenteuer und einer dauerhaften Bindung, zwischen Phantasie und Wirklichkeit.

      Auch die Welt der Werbung mißbraucht die Sexualität nur allzuhäufig als verkaufsförderndes Mittel. Wie ein Sexualtherapeut sagte, ist Sex zu einer „reinen Handelsware geworden, die auf ein bestimmtes Produkt aufmerksam machen soll“. Werbefachleute mißbrauchen die Sexualität und bringen Sex-Appeal mit der Welt der Schönen und Reichen in Verbindung; das sei jedoch eine weitere „Verzerrung der Sexualität“, die das 20. Jahrhundert mit sich gebracht habe, so die Zeitschrift Family Relations.

      Gewandelte Rollenbilder verändern Einstellungen

      Ein gewandeltes soziales Umfeld und die Einführung der Antibabypille in den 60er Jahren haben das sexuelle Verhalten von Millionen Frauen verändert. Die Pille vermittelte Frauen das Gefühl sexueller Gleichberechtigung, eine noch nie dagewesene sexuelle Freiheit oder Unabhängigkeit. Nun konnten sie sich wie die Männer auf Affären einlassen, ohne Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft haben zu müssen. Sowohl Männer als auch Frauen kosteten ihre sexuelle „Befreiung“ aus und führten dadurch beinahe den Untergang der natürlichen Rollenverteilung innerhalb der Familie und der Geschlechtsrollen herbei.

      Ein Bibelschreiber des ersten Jahrhunderts schrieb über solche Menschen: „Sie haben Augen voll Ehebruchs und sind unfähig, von Sünde abzulassen ... Sie haben ein Herz, das in Habsucht geübt ist. ... Da sie den geraden Pfad verlassen haben, sind sie irregeführt worden“ (2. Petrus 2:14, 15).

      Die Sexualerziehung in den Schulen

      Eine amerikanische Studie mit rund 10 000 Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren ergab, daß die Kenntnisse, die ihnen im Sexualkundeunterricht vermittelt wurden, sowie das Wissen, das die Mädchen nach eigenen Angaben über Verhütungsmittel besaßen, keinen Einfluß auf die Rate der Teenagerschwangerschaften hatten. Einige öffentliche Schulen reagieren auf die vielen Schwangerschaften mit der kostenlosen Ausgabe von Kondomen, obgleich dieses Vorgehen sehr umstritten ist.

      Eine 17jährige Schülerin wurde von der Zeitung Calgary Herald interviewt. Sie sagte: „Es ist nun mal eine Tatsache, daß die meisten Jugendlichen in der High-School Sex machen ..., sogar manche Zwölfjährige.“

      Was versteht man unter Liebe und Bindung?

      Liebe, Vertrauen und das kostbare Gefühl der Zusammengehörigkeit ergeben sich weder automatisch aus einer plötzlichen geschlechtlichen Anziehung noch aus dem Befriedigen sexueller Regungen. Durch Geschlechtsverkehr allein entsteht keine echte Liebe. Liebe und Vertrautheit entstehen im Herzen von zwei umeinander besorgten Menschen, deren Wunsch es ist, eine dauerhafte Beziehung aufzubauen.

      Die Folgen kurzer Liebesbeziehungen sind letzten Endes Verunsicherung und Einsamkeit und vielleicht eine sexuell übertragbare Krankheit wie Aids. Die Befürworter der freien Liebe könnte man mit den Worten aus 2. Petrus 2:19 treffend beschreiben: „Während sie ihnen Freiheit verheißen, führen sie selbst ein Dasein als Sklaven des Verderbens. Denn wer immer von einem anderen überwunden wird, ist diesem versklavt.“

      Im Juni 1995 brachte die von der anglikanischen Kirche eingesetzte Kommission für soziale Verantwortung einen Bericht mit dem Titel „Grund zum Feiern“ heraus. In krassem Gegensatz zu dem in der Bibel enthaltenen Rat forderte die Kommission die Kirche gemäß der Zeitung The Toronto Star auf, „den Ausdruck ‚in Sünde leben‘ fallenzulassen und ihre verurteilende Haltung gegenüber denjenigen aufzugeben, die ohne Trauschein zusammenleben“. In dem Bericht wird die Empfehlung gegeben: „Die Gemeinden sollten diejenigen, die in einer eheähnlichen Gemeinschaft leben, willkommen heißen, ihnen zuhören und von ihnen lernen, ... so daß ein jeder Gottes Gegenwart in seinem Leben feststellen kann.“

      Als was hätte Jesus diese religiösen Führer bezeichnet? Zweifellos als „blinde Leiter“. Und wie steht es mit denen, die solchen Leitern folgen? Jesus kam zu dem Schluß: „Wenn aber ein Blinder einen Blinden leitet, so werden beide in eine Grube fallen.“ Täuschen wir uns nicht, Jesus sagte ganz deutlich, daß „Ehebrüche“ und „Hurereien“ zu den Dingen gehören, die „einen Menschen verunreinigen“ (Matthäus 15:14, 18-20).

      Da die Sexualität auf verschiedenerlei Weise mißbraucht und verzerrt dargestellt wird, erhebt sich die Frage, wie Personen, vor allem Jugendliche, von Sexbesessenheit loskommen können. Was ist der Schlüssel zu einer glücklichen, dauerhaften Beziehung? Der nächste Artikel zeigt, was Eltern tun können, um ihre Kinder in dieser Hinsicht auf die Zukunft vorzubereiten.

  • Was beeinflußt unsere Einstellung?
    Erwachet! 1997 | 8. Juni
    • Sexuelle Lebensstile

      Liebesrauschsüchtige: Personen, die wie besessen davon sind, sich zu verlieben, und die sich, sobald der Rausch abklingt, in die nächste Affäre stürzen. Den Ausdruck prägte Dr. Michael Liebowitz vom New Yorker Institut für Psychiatrie.

      Serienpolygamisten: Diesen Namen geben Soziologen Personen, in deren Leben dasselbe Muster wiederholt abläuft: Sie verlieben sich, heiraten, lassen sich scheiden und beginnen wieder von vorn.

      Sexjäger: Das sind nach Aussage von Luther Baker, einem Professor für Familiensoziologie und ausgewiesenen Sexualtherapeuten, Personen, die ihre sexuelle Leistungsfähigkeit dadurch unter Beweis stellen wollen, daß sie ihre Sexualpartner häufig wechseln. Der Begriff wird jetzt auch für Kinderschänder gebraucht.

  • Der Herausforderung begegnen
    Erwachet! 1997 | 8. Juni
    • Der Herausforderung begegnen

      DER Angriff auf die Sexualmoral beginnt schon früh im Leben eines Menschen, weil in Fernsehstücken, Büchern, Zeitschriften, Filmen und Liedern Sex betont wird. Jugendlichen, die noch nicht über die nötige emotionale Stabilität verfügen, werden sexuelle Verhaltensmuster Erwachsener aufgezwungen. Manche Eltern verstärken den Druck auf ihre Kinder sogar noch dadurch, daß sie ihnen erlauben, bereits in jungen Jahren feste Freundschaften einzugehen. Auch der Gruppenzwang ermutigt zu Freundschaften, und zahlreiche Jugendliche, die einen festen Freund oder eine feste Freundin haben, sind nach kurzer Zeit nicht mehr „vorsichtig“ und gehen miteinander ins Bett. „Es geschieht sehr oft ..., daß sich ein Mädchen, das sich von seinen Eltern ungeliebt fühlt, ... von seinem Freund ‚in die Arme nehmen läßt‘ in der irrigen Annahme, dadurch Liebe und Geborgenheit zu finden“, stellte Luther Baker fest, Professor für Familiensoziologie.

      Jugendliche neigen dazu, ihre Teenagerjahre für die letzte Möglichkeit in ihrem Leben zu halten, so richtig auf den Putz zu hauen, statt darin eine Vorbereitungszeit auf ihr späteres Leben zu sehen. Professor Baker erklärte: „Viele Jugendliche, die von ihrem erwachten Geschlechtstrieb fasziniert sind und von Gleichaltrigen davon überzeugt worden sind, nur der sei ein richtiger Mann, der sexuell etwas drauf habe, entwickeln sich zu Sexjägern.“ Vor etwa 30 Jahren beklagte der Historiker Arnold Toynbee diesen Verrat an der Jugend, denn er war der Ansicht, der Erfindungsgeist der modernen westlichen Welt sei zum Teil auf die Fähigkeit zurückzuführen gewesen, das sexuelle Erwachen der Heranwachsenden hinauszuschieben, so daß sie sich auf den Erwerb von Wissen konzentrieren konnten.

      Eltern, die einen positiven Einfluß ausüben

      Eltern, die ihren Kindern nicht erlauben, nur so zum Spaß mit jemandem zu gehen, zeigen echtes Interesse an deren Gesundheit und Glück. Wenn sie hohe Sittenmaßstäbe vertreten und mit den Kindern eine gute Kommunikation pflegen, können sie das Leben ihrer Kinder sehr zum Guten beeinflussen. Wie Forschungen über das Sexualverhalten Jugendlicher erkennen lassen, „kann dieser Einfluß bewirken, daß sich der Zeitpunkt, zu dem Jugendliche sexuell aktiv werden, hinausschiebt“, so die Zeitschrift Journal of Marriage and the Family.

      Eltern, die ihren Kindern ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Verantwortungsgefühl beibringen, erzielen die besten Ergebnisse. Wie eine Studie belegt, „sind unerwünschte Schwangerschaften weniger wahrscheinlich, wenn Jugendliche und ihre Eltern für Werte eintreten, die das Verantwortungsgefühl betonen“. Das setzt voraus, daß sich die Eltern für das, was ihre Kinder tun, interessieren — sie kümmern sich um die Hausaufgaben, wissen, wo sich ihre Kinder aufhalten und mit wem sie Umgang haben, fassen für sie realistische Ziele auf dem Gebiet der Bildung ins Auge und vermitteln ihnen geistige Werte. Kinder, die ein solch vertrautes Verhältnis zu ihren Eltern haben, entwickeln ein stärkeres Selbstwertgefühl und haben ein gesundes Verhältnis zu ihrer eigenen Sexualität.

      Die weisesten Ratschläge finden sowohl Eltern als auch Kinder in der Bibel. Eltern im alten Israel wurde geboten, ihren Kindern rechte Sittenmaßstäbe zu lehren. Jehova stellte ihnen die Frage: „Welche große Nation gibt es, die gerechte Bestimmungen und richterliche Entscheidungen hat gleich diesem ganzen Gesetz, das ich euch heute vorlege?“ Diese „gerechten Bestimmungen“ sollten Eltern ihren Kindern in einem Zuhause beibringen, das sich durch eine herzliche Atmosphäre und durch Geborgenheit auszeichnete. „Du sollst sie deinem Sohn einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt und wenn du auf dem Weg gehst und wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst.“ An Kinder erging die Aufforderung: „Beobachte ... das Gebot deines Vaters, und verlaß nicht das Gesetz deiner Mutter.“ Eine herzliche und offene Kommunikation sowie Belehrung seitens des Vaters und der Mutter sind die Grundlage dafür, daß Kinder zum Leben und zur Sexualität eine ausgeglichene Einstellung entwickeln, und diese Grundlage wird sie während ihres ganzen Lebens „behüten“ (5. Mose 4:8; 6:7; Sprüche 6:20, 22).

      Warum sollte ein Jugendlicher daher seine Zukunft ruinieren, indem er geschlechtlichen Regungen nachgibt? Die Teenagerzeit dauert ungefähr 7 Jahre. Ein Jugendlicher sollte sie als Vorbereitung auf die kommenden 50 oder 60 Lebensjahre nutzen und in intellektueller, emotioneller und religiöser Hinsicht wachsen sowie eine ausgeglichene Ansicht über Sexualität entwickeln. Eltern sollten die ihnen von Gott übertragene Verantwortung ernst nehmen und ihre Kinder vor dem Verdruß bewahren, den ihnen sexuell übertragbare Krankheiten und ungewollte Schwangerschaften bereiten würden (Prediger 11:10). Durch ihr Verhalten im täglichen Leben können sie ihren Kindern zeigen, wie sich eine dauerhafte Bindung durch Liebe und Rücksichtnahme aufbauen läßt.

      Der Herausforderung erfolgreich begegnen

      Lassen wir nicht zu, daß die Sexbesessenheit von heute unsere Ansicht über das Leben verdreht und uns die Chance auf eine befriedigende und glückliche Zukunft nimmt. Denken wir über die zahlreichen Beispiele zwischenmenschlicher Beziehungen nach, die in der Bibel aufgezeichnet sind. Das Leben wird noch lange nach den Teenagerjahren aufregend und sinnvoll sein, ebenso wie die Liebe. Wenn man sich diese Tatsache richtig bewußtmacht und in Einklang mit dem lebt, was Gott von Christen und Christinnen erwartet, dann ist die Grundlage gelegt für eine vertraute, dauerhafte Verbindung zweier Menschen, die sich lieben.

      Betrachten wir das Beispiel von Paaren aus der Bibel — Jakob und Rahel, Boas und Ruth oder der Hirte und die Sulamith —, dann stellen wir fest, daß die sexuelle Anziehungskraft eine Rolle in ihrer Beziehung spielte. Lesen wir jedoch aufmerksam 1. Mose, Kapitel 28 und 29, das Bibelbuch Ruth und das Hohelied, werden wir bemerken, daß es andere wichtige Aspekte gibt, die eine Beziehung bereichern.a

      Die Bedingungen Jehovas annehmen

      Jehova, der Schöpfer des Menschengeschlechts, weiß über die menschliche Sexualität und die damit verbundenen Regungen Bescheid. Liebevoll erschuf er uns in seinem Bild, nicht mit „promiskuitiven Genen“, sondern mit der Fähigkeit, unsere Gefühle in Einklang mit seinem Willen zu kontrollieren. „Das ist, was Gott will, ... daß ihr euch der Hurerei enthaltet; daß jeder von euch wisse, wie er von seinem eigenen Gefäß in Heiligung und Ehre Besitz ergreife, nicht in gierigen sexuellen Gelüsten, wie sie auch die Nationen haben, die Gott nicht kennen; daß niemand so weit gehe, daß er seinen Bruder schädige und auf seine Rechte übergreife in dieser Sache“ (1. Thessalonicher 4:3-6).

      Jehovas Zeugen in aller Welt handeln danach. Sie achten Gottes hohe Maßstäbe, die er für Christen und Christinnen aufgestellt hat. Sie betrachten ältere Männer wie Väter, ‘jüngere Männer wie Brüder, ältere Frauen wie Mütter, jüngere Frauen wie Schwestern mit aller Keuschheit’ (1. Timotheus 5:1, 2). Das bietet jungen Männern und Frauen ein gesundes Umfeld, in dem sie ihre Fähigkeiten voll und ganz entwickeln können, unbelastet von dem Druck, vorzeitig Freundschaften eingehen oder heiraten zu müssen, und frei von der Angst vor einer sexuell übertragbaren Krankheit. Die aktive christliche Familie, die sich auch durch die Christenversammlung ihre Kraft holt, ist ein sicherer Hafen in einer sextollen Welt.

      Christliche Jugendliche, die die biblischen Grundsätze anwenden, sind nicht dem Sex versklavt, sondern halten sich gern an die in Gottes Wort enthaltene Ermahnung: „Freu dich, junger Mann, in deiner Jugend, und dein Herz tue dir Gutes in den Tagen deines Jünglingsalters, und wandle in den Wegen deines Herzens und in den Dingen, die deine Augen sehen. Doch wisse, daß der wahre Gott dich um dies alles ins Gericht bringen wird. Entferne daher Verdruß aus deinem Herzen, und halte dir Unglück fern vom Fleisch, denn Jugend und die Blüte des Lebens sind Nichtigkeit“ (Prediger 11:9, 10).

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