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BaalEinsichten über die Heilige Schrift, Band 1
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Der Ausdruck „Baal“ kommt in den Christlichen Griechischen Schriften nur einmal vor, und zwar in Römer 11:4, wo ihm im griechischen Text eine Form des weiblichen Artikels hē vorausgeht. In einer Abhandlung über den Baalskult schreibt John Newton bezüglich des Gebrauchs des weiblichen Artikels vor „Baal“ in der Septuaginta und in Römer 11:4: „Obschon Baal im Hebräischen männlich ist, ... [hab·Báʽal], der Herr, wird er in der Septuaginta ... [hē Báal], = die Frau, genannt; Hos. ii. 8; Zeph. i. 4; und im Neuen Testament, Römer xi. 4. Bei dem zügellosen Kult dieses androgynen oder zweigeschlechtigen Gottes trugen die Männer bei gewissen Anlässen Frauenkleidung, während die Frauen in Männerkleidung erschienen, wobei sie drohend Waffen schwangen“ (T. Inman, Ancient Pagan and Modern Christian Symbolism, 1875, S. 119).
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BaalEinsichten über die Heilige Schrift, Band 1
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Die Vermählung Baals mit seiner Frau, vermutlich Aschtoret, sicherte angeblich Fruchtbarkeit für das kommende Jahr.
Die landwirtschafttreibenden und viehzüchtenden Kanaaniter dachten wahrscheinlich, sie könnten durch bestimmte Riten, eine Art sympathetische Magie, ihre Götter dazu anregen, die Handlungen, die sie bei ihren religiösen Festen ausführten, nachzuahmen. Sie glaubten, das sei notwendig, um im folgenden Jahr mit guten Ernten und der Fruchtbarkeit der Herden rechnen zu können und um Dürren, Heuschreckenplagen usw. abzuwenden. Die Wiederbelebung Baals, um erneut auf den Thron zu gelangen und mit seiner Gemahlin vereint zu werden, wurde daher allem Anschein nach mit zügellosen Fruchtbarkeitsriten gefeiert, die sich durch wilde Sexorgien und ungehemmte Ausschweifung auszeichneten.
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