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Ist das denn wichtig?Der Wachtturm 2011 | 1. November
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Ist das denn wichtig?
„Meinen ersten Freund hatte ich mit zehn. Erst habe ich mit den Jungs nur Händchen gehalten oder sie geküsst. Aber schon bald wurden die Berührungen intimer und ich probierte alles Mögliche aus. Mit fünfzehn fing ich an zu arbeiten. Am Arbeitsplatz war ich dann von lauter Männern umgeben, die nur auf eins aus waren: Sex. Ich wollte meinen Kollegen zeigen, dass ich auch was drauf habe, und machte deswegen bei allem mit. Weil ich dazugehören wollte, ließ ich mich auf immer mehr sexuelle Abenteuer ein“ SARAHa, AUSTRALIEN.
SO ÜBERRASCHEND es auch klingen mag: Sarah wuchs in einer tiefgläubigen Familie auf. Ihren Eltern lag viel daran, ihr biblische Werte mitzugeben. Doch sie entschied sich anders.
Viele finden Sarahs Verhalten wahrscheinlich nicht weiter schlimm. Sie halten den biblischen Standpunkt zum Thema Sex für völlig überholt. Andere sehen keinen Widerspruch darin, gläubig zu sein und dennoch sexuelle Wünsche ungehemmt auszuleben.
Ist es denn von Bedeutung, was die Bibel über Sex sagt? Bringt es etwas, danach zu leben? Die Bibel beansprucht, „von Gott inspiriert und nützlich zum Lehren“ zu sein (2. Timotheus 3:16). Wenn die Bibel also von Gott stammt und er den Menschen erschaffen hat, dann ist es durchaus entscheidend, wie sie zu diesem Thema steht.
Leider haben viele keine klare Vorstellung davon, welche Haltung die Bibel zu Sexualität einnimmt. Geistliche, die angeblich Achtung vor dem Wort Gottes haben, vertreten die widersprüchlichsten Ansichten, und etliche große Kirchen sind in dieser Sache gespalten.
Doch statt sich von den unterschiedlichen Meinungen irritieren zu lassen — warum sich nicht selbst einen Überblick verschaffen? Der nächste Artikel beantwortet sachlich und in aller Offenheit 10 häufig gestellte Fragen rund um das Thema Sexualität in der Bibel. Der letzte Artikel dieser Reihe geht darauf ein, warum es nicht gleichgültig ist, für welchen Lebensstil man sich entscheidet.
[Fußnote]
a Name geändert.
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10 Fragen rund um das Thema SexualitätDer Wachtturm 2011 | 1. November
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10 Fragen rund um das Thema Sexualität
1 Ist mit der Ursünde, die Adam und Eva im Garten Eden begingen, der Geschlechtsakt gemeint?
▪ Antwort: Die Vorstellung, mit der verbotenen Frucht im Garten Eden sei der Geschlechtsakt gemeint, ist weit verbreitet. Doch die Bibel stützt diese Ansicht nicht.
Das Verbot, von dem „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ zu essen, existierte bereits vor der Erschaffung Evas (1. Mose 2:15-18). Da Adam noch allein war, konnte es nichts mit sexuellen Beziehungen zu tun haben. Später wurde Adam und Eva dann ausdrücklich geboten: „Seid fruchtbar, und werdet viele, und füllt die Erde“ (1. Mose 1:28). Würde Gott die Menschen auffordern, die Erde zu füllen — was ohne sexuelle Beziehungen nicht möglich ist —, und sie dann, sobald sie diesem Gebot nachkämen, zum Tod verurteilen? (1. Johannes 4:8).
Auch war Adam nicht bei Eva, als sie von der Frucht aß. „Danach gab sie davon auch ihrem Mann, als er bei ihr war, und er begann davon zu essen“ (1. Mose 3:6).
Außerdem wurden Adam und Eva keine Vorwürfe gemacht, nachdem sie Beziehungen gehabt und Kinder gezeugt hatten (1. Mose 4:1, 2). Bei der Frucht, von der Adam und Eva aßen, handelte es sich also eindeutig nicht um den Geschlechtsakt, sondern um eine buchstäbliche Frucht von einem Baum.
2 Spricht sich die Bibel gegen Lust am Sex aus?
▪ Antwort: Gleich am Anfang der Bibel erfahren wir, dass Gott die Menschen als Mann und Frau erschuf und dass er seine Schöpfung als „sehr gut“ bezeichnete (1. Mose 1:27, 31). An späterer Stelle finden wir die Aufforderung an Ehemänner: „Freue dich mit der Ehefrau deiner Jugend ... Ihre Brüste mögen dich zu allen Zeiten berauschen“ (Sprüche 5:18, 19). Klingt das so, als würde sich die Bibel gegen Lust am Sex aussprechen?
Offensichtlich erschuf Gott die Geschlechtsorgane nicht nur zur reinen Fortpflanzung, sondern auch, damit sich ein Ehepaar seine Liebe und Zuneigung zeigen kann, und das auf eine Weise, die beiden Freude bereitet. Dadurch können ein Mann und eine Frau, die sich innig lieben, ihre körperlichen und emotionalen Bedürfnisse stillen.
3 Billigt die Bibel Ehen ohne Trauschein?
▪ Antwort: Die Bibel sagt klar und deutlich: „Gott wird jeden verurteilen, der sexuell zügellos lebt“ (Hebräer 13:4, Hoffnung für alle). Der mit „sexuell zügellos“ übersetzte griechische Ausdruck pornéia hat ein breites Bedeutungsspektrum und schließt sexuelle Beziehungen zwischen Unverheirateten ein.a In Gottes Augen ist es also verkehrt, einfach so zusammenzuleben — selbst wenn man vorhat, später zu heiraten.
Auch wenn sich zwei Menschen lieben, verlangt Gott, dass sie heiraten, ehe sie Sex haben. Die Fähigkeit zu lieben haben wir von Gott bekommen, und Gottes Haupteigenschaft ist Liebe. Er muss somit gute Gründe haben, wenn er festlegt, dass Sex nur etwas für Verheiratete ist. (Mehr dazu im nächsten Artikel.)
4 Ist Polygamie vertretbar?
▪ Antwort: Eine Zeit lang duldete Gott, dass Männer mehrere Frauen hatten (1. Mose 4:19; 16:1-4; 29:18 bis 30:24). Aber er hat die Polygamie nie eingeführt. Adam bekam von Gott nur eine Frau.
Jesus Christus stellte im Auftrag Gottes den ursprünglichen Standard für die Ehe — die Monogamie — wieder her (Johannes 8:28). Als Jesus einmal über das Thema Ehe befragt wurde, betonte er, dass „der, welcher sie schuf, sie von Anfang an männlich und weiblich gemacht hat und sprach: ‚Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird fest zu seiner Frau halten, und die zwei werden e i n Fleisch sein‘ “ (Matthäus 19:4, 5).
Ein Nachfolger Jesu schrieb später unter der Leitung Gottes: „Jeder Mann [habe] seine eigene Frau, und jede Frau habe ihren eigenen Mann“ (1. Korinther 7:2). In der Bibel heißt es auch, dass ein verheirateter Mann, der in der Christenversammlung mit Verantwortung betraut wird, „Mann e i n e r Ehefrau“ sein muss (1. Timotheus 3:2, 12).
5 Dürfen Ehepaare verhüten?
▪ Antwort: Jesus hat seine Nachfolger nie konkret aufgefordert, Kinder zu zeugen. Und auch keiner seiner Jünger sagte etwas in diese Richtung. Empfängnisverhütung wird nirgendwo in der Bibel ausdrücklich verurteilt.
Ehepaare können folglich selbst entscheiden, ob sie Nachwuchs haben wollen oder nicht. Auch wann und wie viele Kinder sie sich wünschen, ist allein ihre Sache. Solange sie sich für eine Verhütungsmethode entscheiden, die nicht verhindert, dass sich eine bereits befruchtete Eizelle weiterentwickelt, ist nichts dagegen einzuwenden.b Es ist ihre persönliche Entscheidung und Verantwortung, und niemand sollte sie dafür kritisieren (Römer 14:4, 10-13).
6 Wie denkt Gott über Abtreibung?
▪ Antwort: Für Gott ist das Leben heilig, und er sieht auch einen Embryo schon als Individuum an (Psalm 139:16). Wer in biblischer Zeit ein ungeborenes Kind verletzte, wurde von Gott zur Rechenschaft gezogen. In Gottes Augen läuft es daher auf Mord hinaus, ungeborenes Leben zu beenden (2. Mose 20:13; 21:22, 23).
Was aber, wenn bei der Geburt Komplikationen auftreten und man zwischen dem Leben der Mutter und dem des Kindes entscheiden muss? Dann liegt die Entscheidung, welches Leben gerettet werden soll, bei dem betroffenen Ehepaar.c
7 Erlaubt die Bibel, sich scheiden zu lassen?
▪ Antwort: Ja, aber Jesus nannte nur einen einzigen akzeptablen Scheidungsgrund. Er sagte, dass „wer immer sich von seiner Frau scheiden lässt, ausgenommen aufgrund von Hurerei [außerehelichen Beziehungen], und eine andere heiratet, Ehebruch begeht“ (Matthäus 19:9).
Gott hasst es, wenn jemand aus Berechnung und mit betrügerischen Mitteln auf eine Scheidung hinwirkt. Wer seinen Ehepartner leichtfertig verlässt, etwa mit der Absicht, sich einen anderen Partner zu suchen, muss sich vor Gott verantworten (Maleachi 2:13-16; Markus 10:9).
8 Heißt Gott Homosexualität gut?
▪ Antwort: In der Bibel wird sexuelle Unmoral, wozu auch homosexuelle Beziehungen gehören, ganz klar verurteilt (Römer 1:26, 27; Galater 5:19-21). Zwar spricht sich Gottes Wort unmissverständlich gegen einen solchen Lebensstil aus, sagt aber gleichzeitig: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe“ (Johannes 3:16).
Echte Christen billigen homosexuelle Handlungen nicht, doch sie begegnen grundsätzlich allen Menschen freundlich (Matthäus 7:12). Gott verlangt: „Ehrt Menschen von allen Arten.“ Christen dürfen Homosexuelle also nicht verachten (1. Petrus 2:17).
9 Ist an Telefonsex, Sexting oder Cybersex etwas verkehrt?
▪ Antwort: Unter Telefonsex versteht man die Befriedigung sexueller Wünsche über intime Gespräche am Telefon. Sexting beschreibt das Verschicken erotischer Bilder und Nachrichten per Handy. Und Cybersex bezeichnet sexuelle Interaktion übers Internet.
Solche Praktiken, die erst in neuerer Zeit aufgekommen sind, werden in der Bibel natürlich nicht ausdrücklich aufgeführt. Doch wir lesen: „Hurerei und jede Art Unreinheit oder Habgier sollen unter euch nicht einmal erwähnt werden, so wie es sich für Heilige geziemt, auch kein schändliches Benehmen noch törichtes Reden noch unzüchtige Späße, Dinge, die sich nicht schicken“ (Epheser 5:3, 4). Telefonsex, Sexting, Cybersex und dergleichen fördern ein verzerrtes Bild von Sexualität und ermutigen dazu, außerhalb einer ehelichen Verbindung nach sexueller Befriedigung zu suchen. Man wird nicht dazu angeregt, seine sexuellen Impulse unter Kontrolle zu halten, sondern vielmehr dazu, sich nur auf die eigene Befriedigung zu konzentrieren.
10 Wie steht die Bibel zu Selbstbefriedigung?
▪ Antwort: In der Bibel wird Selbstbefriedigung nicht explizit erwähnt. Doch Christen werden in Gottes Wort aufgefordert: „Ertötet daher die Glieder eures Leibes, die auf der Erde sind, in Bezug auf Hurerei, Unreinheit, sexuelle Gelüste“ (Kolosser 3:5).
Selbstbefriedigung kann zu einer verdrehten, ichbezogenen Ansicht über Sex führen. Die Bibel sichert jedem, der ernsthaft davon loskommen möchte, die Kraft von Gott zu, „die über das Normale hinausgeht“ (2. Korinther 4:7; Philipper 4:13).
[Fußnoten]
a Das Wort pornéia umfasst auch andere Verhaltensweisen, die nicht dem Zweck entsprechen, zu dem Gott die Geschlechtsorgane erschaffen hat (zum Beispiel Ehebruch, Homosexualität und Sodomie).
b Näheres über den biblischen Standpunkt zu Sterilisation findet man unter „Fragen von Lesern“ im Wachtturm vom 15. Juni 1999, Seite 27, 28.
c Zu der Frage, ob eine Vergewaltigung einen Schwangerschaftsabbruch rechtfertigt, siehe Erwachet! vom 22. Mai 1993, Seite 10, 11 (herausgegeben von Jehovas Zeugen).
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Warum nach der Bibel leben?Der Wachtturm 2011 | 1. November
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Warum nach der Bibel leben?
IST die biblische Ansicht über Sex altmodisch und unnötig einengend? Im Gegenteil. Es gibt einiges, wovor man geschützt ist, wenn man sich an die Maßstäbe der Bibel hält. Dazu zählen
▪ sexuell übertragbare Krankheiten
▪ ungewollte Schwangerschaften
▪ das Trauma einer zerrütteten Ehe
▪ Schuldgefühle
▪ das demütigende Gefühl, benutzt worden zu sein
Die Sexualität ist ein Geschenk unseres Schöpfers, und er möchte, dass wir es unbeschwert genießen können. Er sagt: „Ich, Jehova, bin dein Gott, der dir zum Nutzen dich lehrt“ (Jesaja 48:17).a Wer nach der Bibel lebt, gewinnt
▪ Gottes Anerkennung
▪ inneren Frieden
▪ stabile familiäre Beziehungen
▪ einen guten Ruf
▪ Selbstachtung
Kann aber jemand, der nicht nach Gottes Moralgesetzen lebt, seinen Lebensstil von Grund auf ändern? Ist sein früheres Verhalten für Gott dann auch wirklich vergessen?
Interessanterweise gab es unter den Christen des 1. Jahrhunderts ehemalige Ehebrecher, Homosexuelle und andere, die ein unmoralisches Leben geführt hatten. Doch sie machten eine Kehrtwendung und Gott hat ihnen verziehen (1. Korinther 6:9-11). Es gibt heute Tausende, die Ähnliches von sich sagen können. Sie haben ihr unmoralisches Leben hinter sich gelassen und verspürt, wie gut es sich auswirkt, wenn man biblische Maßstäbe umsetzt. So erging es auch Sarah, die wir schon im einleitenden Artikel kennengelernt haben.
„Mir fiel ein Stein vom Herzen“
Sarahs hemmungsloser Lebensstil brachte ihr nicht die ersehnte Freiheit und das ersehnte Glück. Sie erzählt: „Mir wurde bewusst, dass mein Gewissen total abgestumpft war. Ich schämte mich und lebte ständig in der Angst, schwanger zu werden oder mir eine schreckliche Krankheit zu holen. Meinen Glauben an Gott habe ich nie verloren, und mir war bewusst, wie sehr ich ihm wehtat. Ich fühlte mich schmutzig und war nur noch ein Häufchen Elend.“
Irgendwann brachte Sarah die Kraft auf, einen Schlussstrich unter ihr altes Leben zu ziehen. Sie wandte sich an ihre Eltern, die Zeugen Jehovas sind, und an erfahrene christliche Älteste vor Ort. „Ich hätte nie gedacht, dass meine Eltern und die Ältesten so lieb und verständnisvoll reagieren“, berichtet sie. „Mir fiel ein Stein vom Herzen.“
Heute ist Sarah Mutter von zwei Kindern. „Ich rede mit meinen Kindern ganz offen über die Fehler, die ich gemacht habe“, sagt sie. „Sie sollen ruhig wissen, wie es mir ergangen ist, weil ich nicht auf Gott gehört habe. Ich möchte ihnen unbedingt vor Augen halten, dass es glücklich macht, Gottes Moralgesetze zu beachten, und dass man seinem Körper damit einen echten Gefallen tut. Gott will uns dadurch vor Schaden bewahren, da bin ich mir ganz sicher.“
Zu dieser Überzeugung kann jeder gelangen, der es möchte. Die Bibel versichert uns: „Die Befehle Jehovas sind recht, erfreuen das Herz; das Gebot Jehovas ist rein, erleuchtet die Augen ... Sie zu halten bringt große Belohnung“ (Psalm 19:8, 11).b
[Fußnoten]
a Jehova ist nach der Bibel der Name Gottes.
b Möchten Sie gern mehr über die praktischen Ratschläge aus der Bibel erfahren? Dann nehmen Sie bitte Kontakt mit Jehovas Zeugen an Ihrem Wohnort auf, schreiben Sie an eine der Adressen auf Seite 4 oder besuchen Sie uns online (www.watchtower.org).
[Herausgestellter Text auf Seite 8]
Wer sich über die biblischen Moralgesetze hinwegsetzt, verletzt oft die Gefühle anderer
[Herausgestellter Text auf Seite 9]
Wer die biblischen Moralgesetze beachtet, hat ein gutes Gewissen und eine stabilere Partnerschaft
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