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  • Was steht den Schafen und den Böcken bevor?
    Der Wachtturm 1995 | 15. Oktober
    • 13. Weshalb könnten bockähnliche Menschen Jesus als „Herrn“ anreden?

      13 Um wen es sich bei den Böcken handelt, können wir deutlicher erkennen, wenn wir verstehen, wann das Urteil, von dem in diesem Gleichnis die Rede ist, gefällt wird. Die Erfüllung geht vor sich, wenn „das Zeichen des Menschensohnes im Himmel erscheinen [wird], und dann werden sich alle Stämme der Erde wehklagend schlagen, und sie werden den Menschensohn mit Macht und großer Herrlichkeit ... kommen sehen“ (Matthäus 24:29, 30). Überlebende der Drangsal Babylons der Großen, die sich den Brüdern des Königs gegenüber gehässig verhielten, werden dann womöglich in ihrer Verzweiflung den Richter als „Herrn“ anreden in der Hoffnung, ihr Leben zu retten (Matthäus 7:22, 23; vergleiche Offenbarung 6:15-17).

      14. Auf welcher Grundlage wird Jesus die Schafe und die Böcke richten?

      14 Jesu Urteil wird jedoch nicht auf den verzweifelten Behauptungen von früheren Kirchgängern, von Atheisten oder anderen basieren (2. Thessalonicher 1:8). Der Richter wird statt dessen den Herzenszustand der Menschen sowie ihre bisherige Handlungsweise gegenüber ‘einem der geringsten seiner Brüder’ in Betracht ziehen. Die Zahl der gesalbten Christen, die noch auf der Erde sind, nimmt zwar stetig ab. Solange aber die Gesalbten, die den „treuen und verständigen Sklaven“ bilden, für geistige Speise und Anleitung sorgen, haben voraussichtliche Schafe die Gelegenheit, der Sklavenklasse Gutes zu tun, und genau das hat die ‘große Volksmenge aus allen Nationen und Stämmen und Völkern’ auch getan (Offenbarung 7:9, 14).

      15. (a) Wodurch haben sich viele Menschen als bockähnlich erwiesen? (b) Weshalb sollten wir uns davor hüten, zu sagen, jemand sei ein Schaf oder ein Bock?

      15 Wie sind die Brüder Christi und die Millionen anderer Schafe, die mit ihnen in e i n e r Herde vereint sind, behandelt worden? Viele Menschen haben die Vertreter Christi vielleicht nicht persönlich angegriffen, doch ebensowenig haben sie seine Diener liebevoll behandelt. Bockähnliche Menschen ziehen die böse Welt vor und lehnen daher die Königreichsbotschaft ab, ob sie diese direkt oder indirekt zu hören bekommen (1. Johannes 2:15-17). Natürlich ist letztendlich Jesus derjenige, der dazu bestimmt ist, das Urteil zu fällen. Uns steht es nicht zu, zu entscheiden, wer ein Schaf und wer ein Bock ist (Markus 2:8; Lukas 5:22; Johannes 2:24, 25; Römer 14:10-12; 1. Korinther 4:5).

      Was steht den beiden Gruppen bevor?

      16, 17. Welche Zukunft steht den Schafen bevor?

      16 Über die Schafe fällt Jesus folgendes Urteil: „Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet worden seid, erbt das Königreich, das von der Grundlegung der Welt an für euch bereitet ist.“ „Kommt her“ — welch eine liebevolle Einladung! Wohin sollen sie kommen? Zu ewigem Leben, wie er in der Zusammenfassung erklärt: „Die Gerechten ... [werden] in das ewige Leben [weggehen]“ (Matthäus 25:34, 46).

      17 Während Jesus in dem Gleichnis von den Talenten zeigte, was von denen verlangt wird, die mit ihm im Himmel regieren werden, zeigt er in diesem Gleichnis, was von den Untertanen des Königreiches erwartet wird (Matthäus 25:14-23). Kurz gesagt erben die Schafe einen Platz im irdischen Bereich des Königreiches Jesu, weil sie seine Brüder uneingeschränkt unterstützen. Sie werden freudig im Paradies auf der Erde leben — eine Aussicht, die Gott ihnen von der „Grundlegung der Welt“ erlösbarer Menschen an bereitet hat (Lukas 11:50, 51).

      18, 19. (a) Welches Urteil wird Jesus über die Böcke fällen? (b) Woher wissen wir, daß die Böcke keine ewige Qual erleiden werden?

      18 Welch ein Gegensatz ist dazu das Urteil, das an den Böcken vollstreckt wird! „Dann wird er seinerseits zu denen zu seiner Linken sagen: ‚Geht weg von mir, ihr, die ihr verflucht worden seid, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bereitet ist. Denn ich wurde hungrig, aber ihr gabt mir nichts zu essen, und ich wurde durstig, aber ihr gabt mir nichts zu trinken. Ich war ein Fremder, aber ihr nahmt mich nicht gastfreundlich auf, nackt, aber ihr bekleidetet mich nicht, krank und im Gefängnis, aber ihr saht nicht nach mir.‘ Dann werden auch sie antworten und sagen: ‚Herr, wann sahen wir dich hungrig oder durstig oder als einen Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und dienten dir nicht?‘ Dann wird er ihnen antworten und sagen: ‚Wahrlich, ich sage euch: In dem Maße, wie ihr es einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr es mir nicht getan‘“ (Matthäus 25:41-45).

      19 Erforscher der Bibel wissen, daß damit nicht gemeint sein kann, unsterbliche Seelen bockähnlicher Menschen würden in einem ewigen Feuer gequält werden. Nein, der Mensch hat keine unsterbliche Seele, sondern er ist die Seele (1. Mose 2:7; Prediger 9:5, 10; Hesekiel 18:4). Wenn der Richter die Böcke verurteilt, „in das ewige Feuer“ wegzugehen, meint er damit eine Vernichtung ohne jegliche Zukunftshoffnung, die gleiche Vernichtung, die auch das endgültige Ende des Teufels und seiner Dämonen sein wird (Offenbarung 20:10, 14). Somit fällt Jehovas Richter entgegengesetzte Urteile. Zu den Schafen sagt er: „Kommt her“, zu den Böcken: „Geht weg von mir.“ Die Schafe werden „das ewige Leben“ erben. Die Böcke werden „in die ewige Abschneidung weggehen“ (Matthäus 25:46).b

  • Was steht den Schafen und den Böcken bevor?
    Der Wachtturm 1995 | 15. Oktober
    • 21 Doch was bedeutet dieses geänderte Verständnis des Gleichnisses von den Schafen und den Böcken für uns? Nun, die Menschen beziehen schon jetzt Stellung. Die einen befinden sich auf dem ‘breiten Weg, der in die Vernichtung führt’, während andere sich bemühen, auf dem ‘eingeengten Weg, der zum Leben führt’, zu bleiben (Matthäus 7:13, 14). Doch die Zeit, zu der Jesus das endgültige Urteil über die in dem Gleichnis beschriebenen Schafe und Böcke verkündet, steht erst noch bevor. Wenn der Menschensohn in der Rolle als Richter kommt, wird er entscheiden, daß viele wahre Christen — tatsächlich eine „große Volksmenge“ ergebener Schafe — geeignet sind, durch den Schlußteil der „großen Drangsal“ hindurch in die neue Welt zu gelangen. Diese Aussicht sollte uns heute freudig stimmen (Offenbarung 7:9, 14). Im Gegensatz dazu werden sich überaus viele Menschen aus ‘allen Nationen’ wie störrische Böcke erwiesen haben. Sie werden „in die ewige Abschneidung weggehen“. Welch eine Erleichterung für die Erde!

      22, 23. Weshalb ist unser Predigtwerk heute von entscheidender Bedeutung, wenn doch die Erfüllung des Gleichnisses noch in der Zukunft liegt?

      22 Während sich das in dem Gleichnis beschriebene Richten in naher Zukunft ereignen wird, findet schon heute etwas Lebenswichtiges statt. Wir sind als Christen in einem lebensrettenden Werk tätig, indem wir eine Botschaft verkündigen, durch die Menschen entzweit werden (Matthäus 10:32-39). Paulus schrieb: „Denn ‚jeder, der den Namen Jehovas anruft, wird gerettet werden‘. Doch wie werden sie den anrufen, an den sie nicht geglaubt haben? Wie aber werden sie an den glauben, von dem sie nicht gehört haben? Wie aber werden sie hören, ohne daß jemand predigt?“ (Römer 10:13, 14). Durch unser öffentliches Predigen werden Menschen in mehr als 230 Ländern und Inselgebieten mit dem Namen Gottes und seiner Rettungsbotschaft erreicht. Die gesalbten Brüder Christi gehen in diesem Werk immer noch führend voran. Ihnen haben sich mittlerweile etwa fünf Millionen andere Schafe angeschlossen. Menschen auf der ganzen Erde reagieren günstig auf die Botschaft, die Jesu Brüder verkündigen.

      23 Viele bekommen diese Botschaft zu hören, während wir von Haus zu Haus predigen oder informell Zeugnis geben. Andere erfahren vielleicht auf uns unbekannten Wegen von Jehovas Zeugen und dem, wofür sie stehen. In welchem Ausmaß wird Jesus Gemeinschaftsverantwortung und Familienverdienst berücksichtigen, wenn die Gerichtszeit gekommen ist? Das können wir nicht sagen, und es hat keinen Sinn, darüber zu spekulieren. (Vergleiche 1. Korinther 7:14.) Heute verschließen viele die Ohren, verspotten Gottes Diener oder beteiligen sich direkt daran, sie zu verfolgen. Folglich ist die heutige Zeit von entscheidender Bedeutung; solche Menschen entwickeln sich möglicherweise zu Personen, die Jesus als Böcke richten wird (Matthäus 10:22; Johannes 15:20; 16:2, 3; Römer 2:5, 6).

      24. (a) Weshalb ist es für die Menschen wichtig, günstig auf unser Predigen zu reagieren? (b) Zu welcher Einstellung deinen Dienst betreffend hat dieses Studium dir persönlich verholfen?

      24 Erfreulicherweise gibt es aber auch viele, die günstig reagieren, Gottes Wort studieren und Zeugen Jehovas werden. Menschen, die gegenwärtig mit Böcken vergleichbar zu sein scheinen, ändern sich vielleicht noch und werden wie Schafe. Ausschlaggebend ist, daß alle, die auf den Überrest der Brüder Christi hören und ihn tatkräftig unterstützen, dadurch jetzt die Beweise erbringen, auf deren Grundlage sie zur Rechten Jesu gestellt werden, wenn er sich in naher Zukunft zum Richten auf seinen Thron setzt. Sie werden jetzt und in Zukunft gesegnet sein. Daher sollte uns dieses Gleichnis anspornen, im christlichen Dienst noch eifriger zu sein. Wir wollen alles tun, was in unserer Macht steht, die gute Botschaft vom Königreich zu verkündigen, und so anderen die Möglichkeit geben, günstig zu reagieren, bevor es zu spät ist. Dann ist es an Jesus, das Urteil — sei es ein Strafurteil oder ein günstiges Urteil — zu fällen (Matthäus 25:46).

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