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Den Hirten Jehovas gehorchenDer Wachtturm 2013 | 15. November
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Den Hirten Jehovas gehorchen
„Gehorcht denen, die unter euch die Führung übernehmen, und seid unterwürfig, denn sie wachen beständig über eure Seelen“ (HEB. 13:17)
1, 2. Warum vergleicht sich Jehova mit einem Schafhirten?
JEHOVA vergleicht sich mit einem Schafhirten (Hes. 34:11-14). Warum? Weil wir so seine Persönlichkeit besser verstehen können. Ein liebevoller Schafhirte übernimmt die volle Verantwortung für das Leben und Wohl der ihm anvertrauten Schafherde. Er führt sie auf Weideplätze und zu Wasserquellen (Ps. 23:1, 2), wacht Tag und Nacht über sie (Luk. 2:8), schützt sie vor Raubtieren (1. Sam. 17:34, 35), trägt die kleinen Lämmchen (Jes. 40:11), sucht nach verirrten Schafen und kümmert sich gut um verletzte (Hes. 34:16).
2 In alter Zeit war das Leben des Volkes Jehovas von Landwirtschaft und Viehzucht geprägt. Daher verstanden die Juden sofort, warum sich Jehova Gott mit einem liebevollen Hirten verglich. Sie wussten: Schafe brauchen zum Wachsen und Gedeihen Fürsorge. In geistiger Hinsicht trifft das auch auf Menschen zu (Mar. 6:34). Ohne gute Fürsorge und Anleitung leiden sie, sind schutzlos und verirren sich moralisch — wie Schafe ohne einen Hirten (1. Kö. 22:17). Doch Jehova sorgt als liebevoller Hirte für sein Volk.
3. Was betrachten wir nun?
3 Auch heute sagt es uns etwas, wenn Jehova als ein Schafhirte dargestellt wird. Er sorgt immer noch für sein Volk, das mit einer Schafherde verglichen werden kann. Wir betrachten nun, wie er heute seine Schafe anleitet und ihre Bedürfnisse stillt. Auch werden wir uns damit beschäftigen, wie die Schafe auf Jehovas Liebe reagieren sollten.
DER VORTREFFLICHE HIRTE SETZT UNTERHIRTEN EIN
4. Welche Rolle spielt Jesus, wenn es um Jehovas Schafe geht?
4 Jehova hat Jesus als Haupt der Versammlung eingesetzt (Eph. 1:22, 23). Als „der vortreffliche Hirte“ spiegelt Jesus die Interessen, Ziele und Eigenschaften seines Vaters wider. Jesus gab sogar „seine Seele zugunsten der Schafe hin“ (Joh. 10:11, 15). Welch ein Segen Christi Loskaufsopfer doch ist! (Mat. 20:28). Jehova möchte, dass „jeder, der Glauben an ihn [Jesus] ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe“ (Joh. 3:16).
5, 6. (a) Wem hat Jesus die Aufsicht über seine Schafe übertragen, und was müssen die Schafe tun, damit sie daraus Nutzen ziehen? (b) Warum vor allem sollten wir uns gern von den Ältesten anleiten lassen?
5 Wie reagieren die Schafe auf den vortrefflichen Hirten? „Meine Schafe hören auf meine Stimme“, sagte Jesus, „und ich kenne sie, und sie folgen mir“ (Joh. 10:27). Auf die Stimme des vortrefflichen Hirten zu hören bedeutet, sich in allem von ihm leiten zu lassen. Das gilt auch für die Zusammenarbeit mit den von ihm eingesetzten geistigen Unterhirten. Wie Jesus andeutete, sollten seine Apostel und Jünger das weiterführen, was er begonnen hatte. Sie sollten seine Schäflein lehren und weiden (Mat. 28:20; lies Johannes 21:15-17). Als sich die gute Botschaft ausbreitete und die Zahl der Jünger zunahm, sorgte Jesus für reife Männer, die die Versammlungen hüten (Eph. 4:11, 12).
6 Im ersten Jahrhundert wandte sich Paulus an die Aufseher der Versammlung in Ephesus und betonte, dass sie vom heiligen Geist ernannt worden waren, um „die Versammlung Gottes zu hüten“ (Apg. 20:28). Das trifft auch auf Aufseher heute zu. Sie wurden ernannt, weil sie die biblischen Voraussetzungen erfüllen, die durch heiligen Geist inspiriert sind. Wenn wir ihnen gehorchen, lassen wir unseren Respekt vor Jehova und Jesus, den beiden größten Hirten, erkennen (Luk. 10:16). Vor allem deshalb sollten wir uns gern von den Ältesten anleiten lassen. Es gibt jedoch noch weitere gute Gründe dafür.
7. Was tun Älteste, damit wir unser gutes Verhältnis zu Jehova bewahren?
7 Beim Ermuntern und Ratgeben stützen sich Älteste entweder direkt auf die Bibel oder auf biblische Grundsätze. Sie wollen dabei aber niemandem vorschreiben, wie er zu leben hat (2. Kor. 1:24). Vielmehr möchten sie biblische Grundsätze an die Hand geben, die zu guten Entscheidungen beitragen und zum Frieden und zur Ordnung in der Versammlung (1. Kor. 14:33, 40). Die Ältesten möchten jedem in der Versammlung helfen, ein gutes Verhältnis zu Jehova zu bewahren. In diesem Sinne wachen sie über Seelen. Deshalb bieten sie Unterstützung an, sobald sie merken, dass ein Bruder oder eine Schwester dabei ist, einen Fehltritt zu tun, oder ihn schon getan hat (Gal. 6:1, 2; Jud. 22). Sind das nicht gute Gründe, denen zu gehorchen, die „die Führung übernehmen“? (Lies Hebräer 13:17.)
8. Wie schützen Älteste die Herde Gottes?
8 Paulus, selbst auch ein geistiger Hirte, schrieb an seine Brüder in Kolossä: „Seht zu, dass nicht jemand da sei, der euch als Beute wegführe durch die Philosophie und leeren Trug gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den elementaren Dingen der Welt und nicht gemäß Christus“ (Kol. 2:8). Diese Warnung lenkt die Aufmerksamkeit auf einen weiteren Grund, warum wir biblische Ermahnungen der Ältesten beachten sollten. Sie schützen die Herde, indem sie ihre Brüder vor jedem warnen, der ihren Glauben untergraben könnte. Petrus warnte vor „falschen Propheten“ und „falschen Lehrern“, die „unbefestigte Seelen“ zu Missetaten verlocken wollen (2. Pet. 2:1, 14). Älteste müssen auch heute vor solchen Gefahren warnen. Sie sind reife Diener Jehovas und besitzen Lebenserfahrung. Außerdem haben sie schon vor ihrer Ernennung bewiesen, dass sie die Bibel gut verstehen und die gesunde Lehre vermitteln können (1. Tim. 3:2; Tit. 1:9). Weil sie reif und ausgeglichen sind und sich auf biblische Weisheit stützen, können sie die Herde geschickt anleiten.
Geistige Hirten schützen die Herde, wo sie können (Siehe Absatz 8)
DER VORTREFFLICHE HIRTE WEIDET UND SCHÜTZT DIE SCHAFE
9. Wie leitet und weidet Jesus heute die Christenversammlung?
9 Jehova lässt allen in der weltweiten Bruderschaft durch seine Organisation eine Fülle geistiger Speise zukommen. Ein Großteil der biblischen Anleitung bekommen wir durch unsere Veröffentlichungen. Außerdem erhalten Älteste manchmal direkt von der Organisation Anweisungen, entweder durch Briefe oder durch reisende Aufseher. All das dient zur klaren Anleitung der Schafe.
10. Welche Verantwortung tragen geistige Hirten gegenüber denen, die sich von der Herde entfernt haben?
10 In geistiger Hinsicht haben Aufseher die Verantwortung, die Versammlungsmitglieder zu schützen, zu betreuen und gesund zu erhalten. Besonders kümmern sie sich um die, die sich nicht wohlfühlen oder krank sind. (Lies Jakobus 5:14, 15.) Einige haben sich vielleicht von der Herde entfernt und sind nicht mehr als Diener Gottes tätig. Würden fürsorgliche Älteste dann nicht alles tun und jedes verirrte Schaf suchen und ihm nahelegen, wieder in die Herde — die Versammlung — zurückzukehren? Natürlich! Jesus sagte einmal: „Es [ist] bei meinem Vater, der im Himmel ist, nicht erwünscht, dass eines von diesen Kleinen zugrunde geht“ (Mat. 18:12-14).
WIE SOLLTE MAN UNZULÄNGLICHKEITEN DER UNTERHIRTEN BETRACHTEN?
11. Warum ist es für einige nicht leicht, sich von den Ältesten leiten zu lassen?
11 Jehova und Jesus unterlaufen als Hirten keine Fehler. Den Unterhirten, denen sie die Herde anvertraut haben, allerdings schon. Deswegen mag es für einige nicht leicht sein, der Leitung der Ältesten zu folgen. Jemand könnte meinen: „Sie machen genauso Fehler wie ich. Warum sollte ich mich nach ihnen richten?“ Natürlich machen Älteste Fehler, aber es kommt darauf an, die richtige Ansicht über ihre Unzulänglichkeiten und Schwächen zu haben.
12, 13. (a) Was kann über die Fehler von Männern gesagt werden, die Jehova mit Verantwortung betraute? (b) Warum wurden in der Bibel die Unzulänglichkeiten verantwortlicher Männer aufgezeichnet?
12 In der Bibel wird offen über die Fehler der Männer gesprochen, durch die Jehova in der Vergangenheit sein Volk leitete. David etwa wurde zum König und Führer Israels gesalbt. Doch er erlag einer Versuchung und machte sich des Ehebruchs und Mordes schuldig (2. Sam. 12:7-9). Und wie war es mit Petrus? Er hatte große Verantwortung in der Versammlung, machte aber auch schwere Fehler (Mat. 16:18, 19; Joh. 13:38; 18:27; Gal. 2:11-14). Der einzige vollkommene Mensch nach Adam und Eva war Jesus.
13 Warum ließ Jehova Bibelschreiber über die Unzulänglichkeiten der Männer berichten, denen er Verantwortung übertragen hatte? Er wollte unter anderem zeigen, wie er sein Volk durch unvollkommene Männer leiten kann. Er hat sein Volk schon immer so geleitet. Wer gegen diese Männer murrt oder sie übergeht, kann dies nicht mit ihren Fehlern rechtfertigen. Jehova erwartet von uns, sie zu respektieren und ihnen zu gehorchen. (Lies 2. Mose 16:2, 8.)
14, 15. Wie hat Jehova in der Vergangenheit mit seinem Volk kommuniziert, und was können wir daraus lernen?
14 Es ist wichtig, denen zu gehorchen, die unter uns die Führung innehaben. Wie hat Jehova früher in kritischen Zeiten mit seinem Volk kommuniziert? Als das Volk Israel aus Ägypten auszog, erteilte Gott seine Befehle durch Moses und Aaron. Um die zehnte Plage zu überleben, mussten die Israeliten Anweisungen befolgen. Sie mussten ein besonderes Essen zubereiten und Türpfosten und Türsturz ihrer Häuser mit dem Blut eines geschlachteten Schafes bestreichen. Die Anweisungen kamen nicht von einer Stimme aus dem Himmel. Die Israeliten mussten vielmehr den älteren Männern gehorchen, die von Moses spezielle Anweisungen erhalten hatten (2. Mo. 12:1-7, 21-23, 29). Damals waren Moses und die älteren Männer die Überbringer der Anweisungen Jehovas für sein Volk. Älteste heute spielen eine ähnlich wichtige Rolle.
15 Sicherlich fallen uns viele weitere Ereignisse in der biblischen Geschichte ein, bei denen Jehova lebensrettende Anweisungen durch Menschen oder Engel überbringen ließ. In all diesen Fällen war es für Gott angebracht, Autorität zu delegieren. Boten sprachen in seinem Namen und sagten Gottes Volk, was es tun muss, um zu überleben. Warum sollte Jehova in Harmagedon nicht auch so handeln? Älteste tragen die Verantwortung, Jehova und seine Organisation zu vertreten, und müssen sorgfältig darauf achten, ihre Befugnis nicht zu überschreiten.
EINE HERDE, EIN HIRTE
16. Auf welches „Wort“ müssen wir achten?
16 Jehovas Volk bildet „e i n e Herde“ unter „e i n e m Hirten“, Jesus Christus (Joh. 10:16). Jesus erklärte, er werde „alle Tage bis zum Abschluss des Systems der Dinge“ bei seinen Jüngern sein (Mat. 28:20). Als himmlischer König hat er alle Entwicklungen, die zur Urteilsvollstreckung an der Welt Satans führen, im Griff. Um vereint und sicher in Gottes Herde zu bleiben, müssen wir auf ein „Wort“ hinter uns hören, das uns sagt, wohin wir gehen sollen. Dieses Wort schließt alles ein, was durch heiligen Geist in der Bibel gesagt oder von Jehova und Jesus durch die von ihnen eingesetzten Unterhirten mitgeteilt wird. (Lies Jesaja 30:21; Offenbarung 3:22.)
Älteste bemühen sich, Einelternfamilien vor schlechtem Umgang zu schützen (Siehe Absatz 17, 18)
17, 18. (a) Welche Gefahr droht der Herde, doch worauf können wir vertrauen? (b) Worum geht es im nächsten Artikel?
17 Satan „geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht jemand zu verschlingen“ (1. Pet. 5:8). Wie ein hungriges Raubtier pirscht er sich an die Herde heran und lauert auf eine Gelegenheit, sich auf einen Unachtsamen oder jemand, der sich von der Herde entfernt, zu stürzen. Das ist ein weiterer wichtiger Grund, warum wir sehr eng mit der Herde und dem „Hirten und Aufseher . . . [unserer] Seelen“ verbunden sein sollten (1. Pet. 2:25). Von den Überlebenden der großen Drangsal wird in Offenbarung 7:17 gesagt, dass „das Lamm [Jesus] . . . sie hüten und sie zu Wasserquellen des Lebens leiten wird. Und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen.“ Gibt es eine bessere Verheißung?
18 Wir haben betrachtet, welch wichtige Rolle Älteste als Unterhirten spielen. Doch wie können diese ernannten Brüder mit den Schafen Jesu richtig umgehen? Darum geht es im nächsten Artikel.
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Die beiden größten Hirten nachahmenDer Wachtturm 2013 | 15. November
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Die beiden größten Hirten nachahmen
Christus hat für euch gelitten, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen genau nachfolgt (1. PET. 2:21)
1, 2. (a) Woran erkennt man, dass sich ein Hirte richtig um seine Schafe kümmert? (b) Warum waren zur Zeit Jesu viele Menschen wie Schafe ohne einen Hirten?
SCHAFE wachsen und gedeihen, wenn ihr Hirte wirklich an der Herde interessiert ist. In einem Handbuch für Schafzüchter heißt es: „Wer die Herde nur auf die Weide bringt und ihr dann keine Beachtung mehr schenkt, stellt höchstwahrscheinlich innerhalb weniger Jahre fest, dass viele Schafe krank sind und wenig einbringen.“ Doch wenn sich ein Hirte richtig um die Schafe kümmert, wird es der Herde gut gehen.
2 Wie ist es mit der Herde Gottes? Für die geistige Gesundheit der ganzen Versammlung ist es ausschlaggebend, dass die Hirten für jedes einzelne Schaf gut sorgen. Jesus hatte Mitleid mit den Volksmengen, „weil sie zerschunden waren und umhergestoßen wurden wie Schafe, die keinen Hirten haben“ (Mat. 9:36). Warum waren sie in einem so traurigen Zustand? Weil die, die das Gesetz Gottes lehren sollten, schroffe, fordernde Heuchler waren. Statt den Mitgliedern ihrer Herde zu helfen und sich um sie zu kümmern, legten die geistigen Führer Israels ihnen „schwere Lasten“ auf die Schultern (Mat. 23:4).
3. Woran sollten Älteste denken, die ja geistige Hirten sind?
3 Älteste, die heutigen Hirten, tragen eine große Verantwortung. Die Schafe der ihnen anvertrauten Herde gehören Jehova und Jesus, der sich als „vortrefflicher Hirte“ bezeichnete (Joh. 10:11). Die Schafe wurden „um einen Preis erkauft“ — mit Jesu „kostbarem Blut“ (1. Kor. 6:20; 1. Pet. 1:18, 19). Jesus liebte die Schafe so sehr, dass er sein Leben bereitwillig für sie opferte. Älteste dürfen nie vergessen: Als Unterhirten unterstehen sie dem liebevollen Sohn Gottes, Jesus Christus, dem „großen Hirten der Schafe“ (Heb. 13:20).
4. Worum geht es in diesem Artikel?
4 Wie sollten die Hirten also mit den Schafen umgehen? Einerseits wird den Brüdern und Schwestern in der Versammlung nahegelegt, denen zu gehorchen, die unter ihnen die Führung übernehmen. Andererseits werden Älteste ermahnt, nicht „über die zu herrschen, die Gottes Erbe sind“ (Heb. 13:17; lies 1. Petrus 5:2, 3). Wie können denn Älteste die Führung übernehmen, ohne über die Herde zu herrschen? Mit anderen Worten: Wie können sie für die Herde sorgen, ohne die Befugnis, die sie als Aufseher von Gott erhalten haben, zu überschreiten?
„IN SEINEM BUSEN WIRD ER SIE TRAGEN“
5. Was wird durch Jesaja 40:11 vermittelt?
5 Der Prophet Jesaja sagte über Jehova: „Wie ein Hirt wird er seine eigene Herde hüten. Mit seinem Arm wird er die Lämmer zusammenbringen; und in seinem Busen wird er sie tragen. Die Säugenden wird er fürsorglich geleiten“ (Jes. 40:11). Was wird durch dieses Bild vermittelt? Jehova stillt die Bedürfnisse schwacher, schutzbedürftiger Versammlungsmitglieder. Ein Hirte weiß, was jedes einzelne Schaf der Herde braucht, und ist bereit zu helfen. Unser Gott kennt die Bedürfnisse eines jeden in der Versammlung und sorgt gern für die nötige Unterstützung. Wie ein Hirte, der ein Lämmchen nötigenfalls in den Falten seines Gewandes trägt, trägt uns Jehova, der „Vater inniger Erbarmungen“, durch schwierige Zeiten. Er tröstet uns, wenn wir auf eine harte Probe gestellt werden oder besonders auf Hilfe angewiesen sind (2. Kor. 1:3, 4).
6. Wie können Älteste als geistige Hirten Jehova nachahmen?
6 Geistige Hirten können viel von unserem himmlischen Vater lernen. Wie Jehova müssen sie auf die Bedürfnisse der Schafe achten. Ein Ältester, der weiß, was jemand durchlebt oder braucht, kann viel besser für die gerade benötigte Ermunterung und Unterstützung sorgen (Spr. 27:23). Guter Gedankenaustausch zwischen Ältesten und ihren Glaubensbrüdern ist wichtig. Älteste respektieren deren Privatsphäre, halten aber in der Versammlung Augen und Ohren offen und möchten gern „den Schwachen beistehen“ (Apg. 20:35; 1. Thes. 4:11).
7. (a) Wie wurden Gottes Schafe zur Zeit Hesekiels und Jeremias behandelt? (b) Welche Lehren können wir aus Jehovas Verurteilung der untreuen geistigen Hirten ziehen?
7 Wie waren die Hirten eingestellt, die Gott verurteilte? Zur Zeit Hesekiels und Jeremias tadelte Jehova öffentlich die Männer, die sich um die Schafe kümmern sollten, es aber nicht richtig taten. Niemand wachte über die Schafe, sie wurden ausgenutzt und zerstreut. Statt die Schafe zu weiden, beuteten die Hirten sie aus und weideten sich selbst (Hes. 34:7-10; Jer. 23:1). Den Tadel Gottes an diesen Hirten kann man passenderweise auf die Führer der Christenheit beziehen. Es wird aber auch deutlich, wie wichtig es ist, dass sich Älteste richtig und liebevoll um Jehovas Herde kümmern.
„ICH HABE EUCH EIN BEISPIEL GEGEBEN“
8. Wie korrigierte Jesus auf hervorragende Weise eine falsche Einstellung?
8 Wir alle machen Fehler und einige Schafe Gottes verstehen nicht so schnell, was Jehova von ihnen erwartet. Vielleicht hören sie nicht auf biblischen Rat oder lassen mangelnde geistige Reife erkennen. Wie sollten Älteste darauf reagieren? Sie sollten geduldig sein, so wie Jesus es mit seinen Jüngern war, als sie sich immer wieder mit der Frage beschäftigten, wer von ihnen der Größte im Königreich sein wird. Jesus verlor nicht die Geduld, belehrte sie weiter und erklärte ihnen liebevoll, wie man demütig sein kann (Luk. 9:46-48; 22:24-27). Um zu zeigen, was mit Demut gemeint ist — einer für Aufseher unverzichtbaren Eigenschaft —, wusch er seinen Jüngern die Füße. (Lies Johannes 13:12-15; 1. Pet. 2:21.)
9. Wie sollten die Apostel nach den Worten Jesu eingestellt sein?
9 Die Apostel Jakobus und Johannes wollten sich eine herausragende Stellung im Königreich sichern. Jesus hatte ein ganz anderes Bild von einem geistigen Hirten und korrigierte die Apostel mit den Worten: „Ihr wisst: Die Herrscher der Völker, die Großen in der Welt, unterdrücken ihre Leute und lassen sie ihre Macht spüren. Bei euch muss es anders sein! Wer unter euch groß sein will, soll euer Diener sein“ (Mat. 20:25, 26; Gute Nachricht Bibel). Die Apostel mussten also gegen die Neigung ankämpfen, sich als Herren aufzuspielen oder andere ihre Macht spüren zu lassen.
10. Wie sollten Älteste die Herde behandeln, und was für ein Beispiel hat Paulus darin gegeben?
10 Jesus erwartet von Ältesten, die Herde so zu behandeln, wie er es getan hat. Sie müssen ihren Weggefährten dienen wollen und dürfen nicht den großen Herrn spielen. Paulus war so demütig. Daher konnte er zu den älteren Männern der Versammlung in Ephesus sagen: „Ihr wisst wohl, wie ich vom ersten Tag an, da ich den Bezirk Asien betrat, die ganze Zeit bei euch gewesen bin, indem ich als ein Sklave für den Herrn mit der größten Demut . . . diente.“ Der Apostel wollte, dass sie hilfsbereit, ernsthaft und demütig sind und sagte: „Ich habe euch in allen Dingen vor Augen geführt, dass ihr, indem ihr so angestrengt arbeitet, den Schwachen beistehen . . . sollt“ (Apg. 20:18, 19, 35). Den Korinthern schrieb er, er sei nicht Herr über ihren Glauben. Stattdessen war er ein demütiger Mitarbeiter an ihrer Freude (2. Kor. 1:24). Paulus gab heutigen Ältesten ein gutes Beispiel, wenn es darum geht, demütig zu sein und sich anzustrengen.
AM ZUVERLÄSSIGEN WORT FESTHALTEN
11, 12. Wie könnte ein Ältester einem Bruder bei einer Entscheidung helfen?
11 Wenn ein Ältester lehrt, muss er es „im Geist der Milde“ tun und am „zuverlässigen Wort“ festhalten (Gal. 6:1; Tit. 1:9). Er versucht nicht, seine Glaubensbrüder zu einer bestimmten Vorgehensweise zu zwingen. Ein guter geistiger Hirte möchte das Herz ansprechen. Er könnte zum Beispiel die biblischen Grundsätze hervorheben, die ein Bruder vor einer wichtigen Entscheidung bedenken muss, und gemeinsam mit ihm nachsehen, was dazu veröffentlicht wurde. Vielleicht führt er dem Bruder auch vor Augen, wie sich unterschiedliche Vorgehensweisen auf sein Verhältnis zu Jehova auswirken könnten, oder betont, wie wichtig es ist zu beten (Spr. 3:5, 6). Danach überlässt er dem Bruder die Entscheidung (Röm. 14:1-4).
12 Jegliche Befugnis der Aufseher stammt aus der Heiligen Schrift. Deswegen müssen sie sich an die Bibel halten und sie richtig gebrauchen. Das bewahrt sie vor Machtmissbrauch. Sie sind schließlich nur Unterhirten. Jeder in der Versammlung muss seine Entscheidungen selbst vor Jehova und Jesus vertreten (Gal. 6:5, 7, 8).
„VORBILDER FÜR DIE HERDE“
Älteste unterstützen ihre Familie bei der Vorbereitung auf den Predigtdienst (Siehe Absatz 13)
13, 14. In welchen Bereichen müssen Älteste Vorbilder für die Herde sein?
13 Nachdem Petrus die älteren Männer in der Versammlung ermahnt hatte, nicht über die zu herrschen, die ihnen von Gott „zugelost“ sind, appellierte er an sie, „Vorbilder für die Herde“ zu werden (1. Pet. 5:3; Fn.). Wie kann ein Ältester ein Vorbild für die Herde sein? Greifen wir einmal zwei Voraussetzungen heraus, die ein Mann erfüllen muss, der „nach dem Amt eines Aufsehers strebt“. Er muss „gesunden Sinnes“ sein und „seinem eigenen Haushalt in vortrefflicher Weise“ vorstehen. Ein Ältester mit Familie muss ihr also vorbildlich vorstehen. Wie könnte jemand, der „seinem eigenen Haushalt nicht vorzustehen weiß“, für die Versammlung Gottes Sorge tragen? (1. Tim. 3:1, 2, 4, 5). Nur ein Mann, der gesunden Sinnes ist, göttliche Grundsätze klar versteht und sich daran hält, eignet sich für das Amt eines Aufsehers. Er bewahrt einen kühlen Kopf und fällt keine vorschnellen Urteile. Wenn die Brüder und Schwestern in der Versammlung das bei einem Ältesten sehen, vertrauen sie ihm.
14 Ein weiterer Bereich, in dem Älteste Vorbilder für ihre Glaubensbrüder sind, ist der Predigtdienst. Jesus gab das Beispiel: Das Predigen der guten Botschaft vom Königreich war ein wichtiger Teil seines irdischen Dienstes. Er zeigte seinen Jüngern, wie sie predigen sollten (Mar. 1:38; Luk. 8:1). Wie ermunternd ist es doch für Verkündiger, an der Seite von Ältesten zu predigen, ihren Eifer bei dieser lebensrettenden Tätigkeit zu beobachten und sich Lehrmethoden bei ihnen abzusehen! Aufseher, die trotz ihres vollen Terminkalenders entschlossen Zeit und Mühe zum Predigen der guten Botschaft einsetzen, sind ein Ansporn für die ganze Versammlung. Älteste können auch ein gutes Beispiel geben, wenn sie sich auf die Zusammenkünfte vorbereiten und sich daran beteiligen und auch bei anderen Aktivitäten mitmachen, wie bei der Reinigung und Instandhaltung des Königreichssaals (Eph. 5:15, 16; lies Hebräer 13:7).
Aufseher gehen im Predigtdienst voran (Siehe Absatz 14)
„STEHT DEN SCHWACHEN BEI“
15. Warum führen Älteste Hirtenbesuche durch?
15 Ein guter Schafhirte hilft schnell, wenn ein Schaf verletzt oder krank ist. Auch Älteste reagieren sofort, wenn jemand in der Versammlung leidet oder geistigen Beistand braucht. Ältere und Kranke brauchen dann und wann Aufmerksamkeit, was ihre physischen Bedürfnisse betrifft. Aber besonders brauchen sie geistigen Beistand und Ermunterung (1. Thes. 5:14). Die jungen Leute in der Versammlung stehen vor Herausforderungen. Vielleicht kämpfen sie gegen „Begierden, die der Jugend eigen sind“ (2. Tim. 2:22). Zum Hüten der Herde gehören deshalb regelmäßige Besuche bei den Brüdern und Schwestern. So können sich Älteste besser in ihre Lage hineinversetzen und sie mit biblischen Gedanken ermutigen. Rechtzeitig angesprochen, können Probleme oft aufgefangen werden, bevor sie ernster werden.
16. Was können Älteste für jemand in der Versammlung tun, der geistige Hilfe braucht?
16 Was, wenn Probleme so zunehmen, dass das geistige Wohl auf dem Spiel steht? „Ist jemand unter euch krank?“, fragte der Bibelschreiber Jakobus. „Er rufe die älteren Männer der Versammlung zu sich, und sie mögen über ihm beten und ihn im Namen Jehovas mit Öl einreiben. Und das Gebet des Glaubens wird dem sich nicht wohl Fühlenden zum Heil sein, und Jehova wird ihn aufrichten. Und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden“ (Jak. 5:14, 15). Selbst wenn der Kranke nicht die älteren Männer ruft, sollten sie zu Hilfe eilen, sobald sie von seiner Situation erfahren. Älteste erweisen sich für die Brüder in ihrer Obhut als erfrischend und erbauend, wenn sie mit ihnen und für sie beten und in schwierigen Zeiten für sie da sind. (Lies Jesaja 32:1, 2.)
17. Was kann erreicht werden, wenn Älteste den großen Hirten nachahmen?
17 Hirten möchten in allem, was sie in Jehovas Organisation tun, den „großen Hirten“, Jesus Christus, nachahmen. Der geistige Beistand solch verantwortungsbewusster Männer tut der Herde sehr gut. Sie wächst und gedeiht. Dafür möchten wir dem unvergleichlichen Hirten, Jehova, danken und ihn preisen!
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