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  • Ladendiebstahl — aufregender Spaß oder ernst zu nehmende Straftat?
    Erwachet! 2005 | 22. Juni
    • Ladendiebstahl — aufregender Spaß oder ernst zu nehmende Straftat?

      VERSETZEN wir uns in Gedanken einmal in ein Kaufhaus. Die Eingangstür öffnet sich und zwei schick gekleidete Mädchen betreten das Geschäft. Die Jugendlichen gehen durch einen Gang in die Kosmetikabteilung. Ein uniformierter Wachmann folgt den beiden, bleibt dann aber in etwa 10 Meter Abstand stehen, die Arme auf dem Rücken. Er beobachtet, wie die Mädchen Finger und Augen über Lippenstifte und Mascara wandern lassen.

      Verstohlen blicken die Mädchen zu dem Wachmann, der sie nicht aus den Augen lässt. Sie sind schon ganz aufgeregt. Eine der beiden geht zum Nagellack und greift nach einigen Fläschchen. Scheinbar unschlüssig verzieht sie die Nase, während sie so tut, als würde sie zwei Rottöne vergleichen. Dann stellt sie ein Fläschchen zurück und wählt einen etwas dunkleren Nagellack.

      Der Wachmann sieht kurz nach unten, dreht sich um und schaut in die andere Richtung. Wie auf Kommando lassen die Mädchen Lippenstifte und Lackfläschchen in ihre Handtaschen gleiten. Sie verziehen zwar keine Miene, doch in ihrem Innern brodelt es. Die beiden verweilen noch einige Minuten im Gang, wo sich die eine Nagelfeilen anschaut und die andere Augenbrauenstifte mustert.

      Die Mädchen sehen sich an, nicken einander kurz zu und gehen dann ohne Eile in den vorderen Bereich des Geschäfts. Der Wachmann tritt zur Seite und im Vorbeigehen lächeln sie ihm zu. Genau gegenüber der Kasse werfen sie noch einen Blick auf das Handyzubehör und sprechen leise über die Handyhüllen aus Leder. Dann begeben sie sich Richtung Ausgang.

      Mit jedem Schritt wird den Mädchen heißer; die Anspannung und die Angst sind jetzt kaum noch zu ertragen. In der Tür haben sie das Gefühl, laut losschreien zu müssen, doch kein Ton kommt über ihre Lippen. Kaum sind sie draußen, schießt ihnen die Röte ins Gesicht, röter als jedes Make-up. Langsam flaut der Sturm in ihrem Innern ab und sie seufzen erleichtert auf. Die Mädchen gehen zügig weiter, aber jetzt können sie sich nicht mehr beherrschen und kichern los. Sie haben nur den einen Gedanken: Geschafft!

      Die beiden sind zwar Fantasiegestalten, doch die beschriebene Szene ist leider nur allzu real. Allein in den Vereinigten Staaten werden täglich schätzungsweise etwa eine Million Ladendiebstähle begangen. Ladendiebstahl ist ein weltweites Problem und richtet, wie wir noch sehen werden, gewaltigen Schaden an. Die meisten Ladendiebe verschwenden allerdings keinen Gedanken an die verheerenden Folgen ihres Tuns. Viele stehlen sogar, obwohl sie es sich leisten könnten, zu bezahlen. Warum tun sie das?

  • Ladendiebstahl — die Gründe
    Erwachet! 2005 | 22. Juni
    • Ladendiebstahl — die Gründe

      „In meinen Augen ist das kein Diebstahl, sondern eine längst überfällige Umverteilung wirtschaftlicher Mittel“ (EIN ANGLIKANISCHER GEISTLICHER).

      OB DIE Legenden nun stimmen oder nicht: Robin Hood hielt Diebstahl für gerechtfertigt. Der legendäre englische Volksheld beraubte die Reichen und gab den Armen. Auch der oben zitierte Geistliche ist der Ansicht, Armut könne Diebstahl durchaus rechtfertigen. Mit Bezug auf Ladendiebe erklärte er: „Ich bin eindeutig auf ihrer Seite, meiner Meinung nach sind sie sogar völlig im Recht.“ Er schlug vor, die großen Ladenketten sollten einmal im Jahr den Armen die Türen öffnen und ihnen erlauben, sich gratis aus den Regalen zu bedienen.

      Doch viele Ladendiebe stehlen nicht aus Armut. In Japan beispielsweise nahmen Polizisten zwei ihrer Kollegen wegen Ladendiebstahl fest. In den Vereinigten Staaten wurde ein Vorstandsmitglied einer Lebensmittelgenossenschaft beim Stehlen in einem betriebseigenen Geschäft erwischt. Jugendliche, die eigentlich Geld dabeihaben, stehlen oft Dinge, die sie nicht brauchen. Was treibt all diese Leute zum Stehlen?

      Ein „gutes“ Gefühl

      Spannung. Angst. Macht. Wie die beiden Mädchen im vorherigen Artikel kennen manche Ladendiebe diese Gefühle nur zu gut; das Verlangen nach einer emotionalen Achterbahnfahrt treibt sie zu immer neuen Diebstählen. So sagte eine Frau nach ihrem ersten Diebstahl: „Es war richtig aufregend. Ich bin nicht erwischt worden und fand es total spannend!“ Eine ganze Zeit später, nachdem sie immer wieder gestohlen hatte, sagte sie über ihre Gefühle: „Ich schämte mich vor mir selbst und war gleichzeitig wie im Rausch. Ich fühlte mich so lebendig. Zu stehlen ohne dabei erwischt zu werden gab mir ein echtes Gefühl von Macht.“

      Ein junger Mann namens Hector sagt, es habe ihn noch Monate nach seinem letzten Ladendiebstahl in den Fingern gejuckt, erneut zu stehlen.a „Es war wie eine Sucht, die mich nicht losließ. Sah ich beispielsweise in einem Einkaufszentrum ein Radio im Schaufenster, kam mir der Gedanke, wie einfach ich mir das Ding schnappen könnte, ohne dabei erwischt zu werden.“

      Manchen Dieben geht es nur um den Nervenkitzel an sich, nicht um die Gegenstände. Eine indische Zeitung schrieb: „Nach Ansicht von Psychologen treibt der Reiz, etwas Verbotenes zu tun, diese Menschen dazu, zu stehlen. . . . Einige bringen das Diebesgut sogar zurück.“

      Andere Gründe

      Millionen von Menschen leiden unter Depressionen. Manche reagieren ihre Depression gelegentlich durch destruktives Verhalten ab — beispielsweise durch Ladendiebstahl.

      Eine 14-Jährige lebte in einer stabilen und wohlhabenden Familie. Trotz der günstigen Umstände hing ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit „wie eine Wolke“ über dem Mädchen. „Ich wurde dieses Gefühl einfach nicht los“, berichtete sie. Sie wandte sich Alkohol und Drogen zu und wurde eines Tages beim Ladendiebstahl erwischt. Später versuchte sie zweimal, sich das Leben zu nehmen.

      Falls ein normalerweise unproblematischer Jugendlicher plötzlich als Ladendieb auffällig wird, könnte sein Verhalten emotionale Ursachen haben. Der Kinder- und Jugendarzt Dr. Richard MacKenzie rät Eltern: „Solange das Gegenteil nicht erwiesen ist, sollten Sie immer, wenn Ihr Kind sich anders verhält als sonst, die Möglichkeit einer Depression in Betracht ziehen.“

      Manche junge Leute stehlen aus Gruppenzwang — möglicherweise um durch den Diebstahl Zugang zu einer bestimmten Clique zu erhalten. Andere stehlen vielleicht aus Langeweile. Professionelle Diebe leben von Ladendiebstahl. Doch ganz gleich, wer stiehlt und warum: Ladendiebe stehlen täglich Waren im Wert von mehreren Millionen Euro. Und irgendjemand muss die Rechnung bezahlen.

      [Fußnote]

      a In den vorliegenden Artikeln wurden einige Namen geändert.

      [Kasten auf Seite 5]

      KLEPTOMANIE

      „Ladendiebstahl hat mir schon als Jugendliche zu schaffen gemacht“, erzählt Maria. „Der Zwang wurde ständig stärker und schließlich stahl ich am Tag Waren im Wert von bis zu 350 Euro.

      Dabei will ich überhaupt nicht stehlen, aber der Zwang ist einfach zu stark. Ich möchte mich wirklich ändern.“ Maria fürchtet Kleptomanin zu sein, denn es fällt ihr extrem schwer, den Drang zu stehlen unter Kontrolle zu halten.

      Der Ausdruck „Kleptomanie“ bezeichnet „zwanghaftes, impulsives Stehlen von Dingen, die nicht benötigt werden“ (Pschyrembel). Kleptomanie ist nicht einfach eine Sucht, sondern scheint mit tief verwurzelten emotionalen Problemen zusammenzuhängen.

      Manchmal werden zwar auch Gewohnheitsdiebe fälschlich als Kleptomanen bezeichnet, doch echte Kleptomanie ist nach Ansicht von Ärzten selten. Gemäß dem Amerikanischen Psychiaterverband sind weniger als 5 Prozent aller Ladendiebe tatsächlich Kleptomanen. Deshalb sollte man bei Ladendiebstahl nicht vorschnell auf Kleptomanie schließen. Möglicherweise hat es andere Gründe, wenn jemand stiehlt.

  • Ladendiebstahl — wer zahlt?
    Erwachet! 2005 | 22. Juni
    • Ladendiebstahl — wer zahlt?

      IN Japan erwischte ein Ladenbesitzer einen Jungen beim Stehlen und rief die Polizei. Als die Beamten eintrafen, rannte der Junge weg, und die Polizisten liefen ihm hinterher. Der Junge versuchte, ein Bahngleis zu überqueren, wurde von einem Zug erfasst und getötet.

      Dieser Fall sorgte für erhebliches Aufsehen, und manche gaben dem Ladenbesitzer die Schuld, weil er die Polizei gerufen hatte. Er schloss sein Geschäft, bis sich die Aufregung legte. Als er später das Geschäft wieder öffnete, wurde er erneut von Ladendieben heimgesucht. Doch die Erinnerung an den schrecklichen Vorfall hinderte ihn daran, das Treiben der Diebe zu stoppen. Bald galt sein Geschäft als besonders leichtes Ziel für Ladendiebe. Es dauerte nicht lange, und er schloss sein Geschäft endgültig.

      Natürlich verlief dieser Fall tragischer als die meisten anderen Ladendiebstähle, aber er macht einen wichtigen Punkt deutlich: Ladendiebstahl fordert einen sehr hohen Preis und schadet vielen auf unterschiedliche Weise. Lässt sich der Schaden überhaupt beziffern?

      Welchen Preis die Geschäfte zahlen

      Weltweit kostet Ladendiebstahl die Einzelhändler jedes Jahr viele Milliarden Euro. Nach manchen Schätzungen verlieren allein die Geschäfte in den Vereinigten Staaten mindestens 30 Milliarden Euro. Wie viele Geschäfte können sich ihren Anteil an einer solchen Summe wirklich leisten? Viele haben keine Chance. Wenn Diebe immer wieder ein Geschäft heimsuchen, kann die Arbeit eines ganzen Lebens zunichte gemacht werden.

      Luke, ein Ladenbesitzer in New York, klagt: „Zu dem Konkurrenzdruck kommt auch noch das Problem mit dem Ladendiebstahl. Ich weiß wirklich nicht, wie lange wir unser Geschäft noch betreiben können.“ Ein elektronisches Sicherungssystem kann er sich nicht leisten. Auf die Frage, wer die Diebe sind, antwortet er: „Das könnte jeder sein, sogar meine guten Kunden.“

      Manche halten Lukes Problem für nicht so schlimm. „Die Inhaber verdienen doch gut“, sagen sie. „Also was soll’s, wenn ich eine Kleinigkeit mitgehen lasse?“ Aber sind die Gewinnspannen im Einzelhandel tatsächlich so groß?

      Je nach Ort schlagen die Händler auf ihren Einkaufspreis 30, 40 oder 50 Prozent auf, doch dieser Prozentsatz ist kein Reingewinn. Vom Gewinn muss der Händler seine laufenden Kosten bezahlen wie Miete, Steuern, Gehälter, Lohnnebenkosten, Gebäudeinstandhaltung, Reparaturen an Geräten und der Einrichtung, Versicherung, Strom, Wasser, Heizkosten, Telefon und Sicherheitseinrichtungen. Nach all diesen Ausgaben bleiben ihm vielleicht noch 2 oder 3 Prozent Reingewinn. Wer in einem Geschäft stiehlt, bringt den Inhaber also um einen Teil seines Lebensunterhalts.

      Was ist mit Bagatelldiebstahl?

      Ein kleiner Junge, der mit seiner Mutter in einem Geschäft ist, spaziert allein zu den Süßwaren, öffnet eine Schachtel und lässt einen Schokoriegel in seiner Tasche verschwinden. Sind Bagatelldiebstähle wie dieser für das Geschäft ein Problem?

      Dazu heißt es in einer Broschüre der staatlichen Stelle für mittelständische Unternehmen der Vereinigten Staaten: „Der Gelegenheitsdieb, der hier und da einen Kugelschreiber oder einen Taschenrechner mitgehen lässt, hält Bagatelldiebstahl vielleicht nicht wirklich für ein Vergehen. Doch für ein kleines Geschäft, das ums Überleben kämpft, sind solche Diebstähle das Todesurteil“ (Curtailing Crime—Inside and Out). Weil die Gewinnspannen so gering sind, müsste ein amerikanischer Einzelhändler, dem jährlich Waren im Wert von rund 700 Euro gestohlen werden, täglich 900 Schokoriegel oder 380 Dosensuppen zusätzlich verkaufen, um seinen Verlust wettzumachen. Wenn viele kleine Jungs Schokoriegel stehlen, ist der Schaden für ein Geschäft also beträchtlich. Genau darin liegt das Problem.

      Alt und Jung, Arme und Reiche, Menschen jeder Hautfarbe und aus allen sozialen Schichten — Zigmillionen stehlen auf Märkten und in Geschäften. Die Folgen? Gemäß einem Bericht des Nationalen Rates für Verbrechensverhütung muss in den Vereinigten Staaten fast jedes dritte Unternehmen wegen Diebstahl schließen. Zweifellos haben Geschäfte in anderen Ländern ähnliche Probleme.

      Der Kunde zahlt die Zeche

      Ladendiebstahl treibt die Preise in die Höhe. In manchen Regionen zahlen die Kunden aufgrund von Ladendiebstahl schon jedes Jahr rund 200 Euro mehr. Jemand, der am Tag 40 Euro verdient, würde also eine Woche pro Jahr nur arbeiten, um zu bezahlen, was andere gestohlen haben. Wer kann sich das leisten? Für ältere Menschen, die auf eine schmale Rente angewiesen sind, oder allein erziehende Mütter, die jeden Cent zweimal umdrehen müssen, kann der Verlust eines Wocheneinkommens katastrophal sein. Aber das ist noch nicht alles.

      Wenn der Laden an der Ecke schließen muss, hat möglicherweise das ganze Viertel darunter zu leiden. In den Vereinigten Staaten schloss kürzlich der Drugstore einer kleinen, fest zusammengewachsenen Gemeinde, wie es heißt, wegen Ladendiebstahl. Jetzt müssen viele ältere und behinderte Anwohner ihre Medikamente aus einer fast 3 Kilometer entfernten Apotheke holen. „Versuchen Sie das mal im Rollstuhl“, kommentierte ein Behördenvertreter.

      Der hohe Preis, den Eltern zahlen

      Bruce ist ein Mensch mit hohen Maßstäben, der seine Kinder lehrt, ehrlich zu sein. Eines Tages wurde seine Tochter beim Stehlen erwischt. „Ich war am Boden zerstört“, erzählt er. „Stell dir vor, das Telefon klingelt und du erfährst, dass deine Tochter beim Ladendiebstahl erwischt wurde. All die Jahre haben wir versucht, unserer Tochter gute Werte zu vermitteln, und jetzt das. Wir hätten nie gedacht, dass sie zu so etwas fähig ist.“

      Die Sorge um seine Tochter und die Frage, was wohl aus ihr werden würde, ließen Bruce nicht mehr los. Außerdem gab er sein freiwilliges Amt als religiöser Lehrer auf. „Wie hätte ich vor der Versammlung auf der Bühne stehen und meinen Glaubensbrüdern in die Augen schauen können? Wie soll ich sie mit gutem Gewissen lehren, wie man seine Kinder erzieht? Das konnte ich einfach nicht.“ Offenbar dachte seine Tochter kaum daran, wie sich ihr Diebstahl auf ihren Vater auswirken würde.

      Wie die Ladendiebe zahlen

      Wurde früher ein Ladendieb erwischt, hat der Geschäftsführer ihn oft nach einer ernsten Ermahnung laufen lassen. Heute lassen Ladeninhaber häufig sogar Ersttäter verhaften. In diesem Moment wird den Dieben klar, wie ernst die Folgen ihres Vergehens sind. Das musste auch eine junge Frau namens Natalie feststellen.

      Sie erzählt: „Je mehr ich stahl, desto selbstsicherer wurde ich. Ich dachte, selbst wenn man mich einmal erwischen würde, kämen der Anwalt und die Strafe immer noch billiger als das, was die schicken Klamotten gekostet hätten.“ Das war ein Irrtum.

      Als Natalie wieder einmal versuchte ein Kleid zu stehlen, wurde sie erwischt und in Handschellen abgeführt. Auf dem Polizeirevier nahm man ihre Fingerabdrücke und steckte sie zu anderen Kriminellen in eine Zelle. Dort saß sie stundenlang fest, ehe ihre Eltern sie gegen Kaution wieder freibekamen.

      Allen, die mit dem Gedanken spielen zu stehlen, rät Natalie: „Glaub mir, besser du kaufst dir einfach das blöde Kleid oder die Jeans.“ Wie sie sagt, würde man einen Diebstahl „noch ganz schön lange bereuen“.

      Wer erst einmal vorbestraft ist, hat tatsächlich nichts zu lachen. Wie überführte Ladendiebe zu ihrem Leidwesen oft feststellen, gerät ihr Vergehen nicht einfach in Vergessenheit, sondern taucht wie ein Fleck auf einem Kleid oder einem Hemd ständig wieder auf. Möglicherweise muss ein Ladendieb sein Vergehen erwähnen, wenn er sich um einen Studienplatz bewirbt. Mancherorts wird ihm der Zugang zu bestimmten Berufen wie Arzt, Zahnarzt oder Architekt erschwert. Potenzielle Arbeitgeber zögern vielleicht, ihn einzustellen. Und alle diese Probleme können auftauchen, obwohl der Betreffende die vom Gericht verhängte Strafe bezahlt und seitdem nie wieder gestohlen hat.

      Ladendiebstahl kann selbst dann teuer werden, wenn der Dieb nicht erwischt wird. Das merkte auch Hector, der im vorigen Artikel erwähnt wurde. „Ich bin immer davongekommen“, sagt er. „Man hat mich nie beim Stehlen erwischt.“ Aber auch er musste die Folgen tragen. Rückblickend meint er: „Ich denke, eines muss jungen Leuten unbedingt klar werden: Man erntet, was man sät. Man zahlt selbst dann, wenn die Polizei einen niemals erwischt.“

      Zu meinen, Ladendiebstahl fordere keine Opfer und würde niemanden etwas kosten, ist einfach falsch. Wer Ladendiebstahl begeht, sollte unbedingt damit aufhören. Aber wie kann man die Kraft finden, ein für allemal mit dem Stehlen aufzuhören? Wird Ladendiebstahl einmal ein Ende haben?

  • Ladendiebstahl — damit aufhören
    Erwachet! 2005 | 22. Juni
    • Ladendiebstahl — damit aufhören

      „Diebstahl zu reduzieren ist nicht allein Ihr Problem, sondern geht alle an. Wenn Diebstahl verhindert wird, profitiert jeder davon“ (AUS EINEM RATGEBER FÜR EINZELHÄNDLER).

      LADENDIEBSTAHL kann — wie andere schlechte Gewohnheiten auch — das Denken beeinflussen, sodass der Täter dazu neigt, sich zu rechtfertigen. Daher muss jemand, der wirklich aufhören will zu stehlen, seine schlechten Gedanken so gründlich ausmerzen wie ein Gärtner, der das Unkraut mit der Wurzel ausreißt. „Werdet durch die Neugestaltung eures Sinnes umgewandelt“, lautet der eindringliche Rat der Bibel in Römer 12:2. Und in 1. Petrus 1:14 mahnt sie: „Formt euch . . . nicht mehr nach den Begierden, die ihr früher in eurer Unwissenheit hattet.“ Die folgenden fünf Punkte können einem Ladendieb helfen, seine Einstellung zum Stehlen zu ändern.a

      Hilfen, sein Denken zu ändern

      ◼ Erstens: Ladendiebstahl ist ungesetzlich. Selbst wenn Diebstahl dort, wo der Ladendieb lebt, an der Tagesordnung ist und der Dieb immer wieder davonkommt, verstößt er doch gegen das Gesetz (Römer 13:1).

      Was passiert, wenn viele das Gesetz missachten? Laut der Bibel „wird das Gesetz kraftlos“ (Habakuk 1:3, 4). Anders ausgedrückt: Nützliche Gesetze werden aufgeweicht und letzten Endes wird die bürgerliche Ordnung zerstört. Jedes Mal wenn jemand Ladendiebstahl begeht, unterminiert er das Fundament der gesetzestreuen Gesellschaft. Die Leidtragenden sind alle.

      ◼ Zweitens: Ladendiebstahl zerstört Vertrauen. Unehrlichkeit untergräbt zwischenmenschliche Beziehungen und erschwert es den Menschen, verständnisvoll und fair miteinander umzugehen (Sprüche 16:28).

      „Mein größter Fehler ist, anderen bereitwillig zu vertrauen.“ Das sagte eine Ladenbesitzerin, die durch Diebstahl Bankrott gegangen war. Früher vertraute sie ihren Kunden und Angestellten und rechnete nicht damit, von ihnen bestohlen zu werden. Heute denkt sie, dass ihr Vertrauen fehl am Platz war.

      Wer andere belügt, ruiniert vor allem seinen eigenen Ruf. Ladendiebe dagegen schaffen ein allgemeines Klima des Misstrauens, das jeden verdächtig erscheinen lässt, der nach ihnen ein Geschäft betritt. Sie drängen ehrliche Menschen in die Rolle potenzieller Diebe. Wer gibt ihnen das Recht, so etwas zu tun?

      ◼ Drittens: Ladendiebstahl kann zu ernsteren Straftaten führen. Mit der Zeit gehen Ladendiebe möglicherweise immer größere Risiken ein (2. Timotheus 3:13).

      Ladendiebstahl wird enden

      ◼ Viertens: Besonders schlimm ist, dass sich ein Ladendieb gegen den allmächtigen Gott stellt. ‘Stiehl nicht mehr’, mahnt Gottes Wort und warnt vor seinem Gericht (Epheser 4:28; Psalm 37:9, 17, 20). Doch wenn Diebe sich ändern, vergibt Jehova und erlaubt ihnen, in ein friedliches Verhältnis zu ihm zu gelangen (Sprüche 1:33).

      ◼ Fünftens: Bald werden Ladendiebstahl und alle anderen kriminellen Handlungen der Vergangenheit angehören. Wenn Gottes Königreich, wie in der Bibel verheißen, uneingeschränkt über die Erde herrscht, werden die Menschen einander mit Integrität und Ehrlichkeit begegnen. Dann wird niemand mehr den hohen Preis für Ladendiebstahl zahlen müssen (Sprüche 2:21, 22; Micha 4:4).

      [Fußnote]

      a Obwohl wir die männliche Form gebrauchen, gelten die angeführten Grundsätze für männliche und weibliche Ladendiebe gleichermaßen.

      [Kasten/Bild auf Seite 10]

      PREISWERTE SCHUTZMASSNAHMEN GEGEN DIEBSTAHL

      Viele kleinere Geschäfte können sich wahrscheinlich kein teures Warensicherungssystem leisten. Aber deshalb müssen sie Ladendieben nicht hilflos ausgeliefert sein. Oft helfen einige einfache Maßnahmen, um seine Ware zu schützen.

      Die Detektive Michael Brough und Derek Brown betonen, wie wichtig es ist, auf die Kunden zu achten, und raten Einzelhändlern: „Behalten Sie jeden Kunden im Auge. . . . Sie und Ihr Personal sind der beste Schutz.“ Die Detektive empfehlen, verdächtige Personen etwa wie folgt anzusprechen: „Haben Sie gefunden, was Sie suchen? Sie können es gerne an der Kasse ablegen, dann ziehe ich es für Sie ab.“ „Darf ich Ihnen das einpacken?“ „Passt Ihnen der Pullover?“ „Darf ich Ihnen einen Korb bringen?“ Dazu erklären die Detektive: „Auf diese Weise lassen Sie sowohl ehrliche Kunden als auch Diebe wissen, dass sie bemerkt worden sind und man sich um sie kümmert.“

      Zum Thema Ordnung empfehlen Brough und Brown: „Halten Sie das Warensortiment stets vollständig bestückt und ordentlich. Wenn man die Regale laufend nachfüllt, bleibt man mit der Ware vertraut, und je ordentlicher die Auslage ist, desto leichter erkennt man, ob etwas verschoben oder entfernt wurde“ (Every Retailer’s Guide to Loss Prevention).

      Der Ermittler Russell Bintliff empfiehlt: „Aufgeräumte Gänge und volle Regale erleichtern es den Angestellten, zu sehen, was die Kunden machen. Wenn ein Verkäufer einen Gang abgeht, in dem sich eine verdächtige Person aufgehalten hat, sieht er mit einem Blick, was fehlt. Dann kann er so tun, als kümmere er sich um die Waren, und dabei darauf achten, was der Kunde im Einkaufswagen oder im Korb liegen hat. . . . Ladendiebe werden bemerken, was los ist; ehrliche Kunden werden nicht einmal wahrnehmen, dass der Angestellte sie beobachtet.“ Über die Anordnung der Gänge sagt Bintliff: „Die Gänge sollten so angelegt sein, dass man die Kunden im Auge behalten kann“ (Crimeproofing Your Business—301 Low-Cost, No-Cost Ways to Protect Your Office, Store, or Business).

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