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RusslandJahrbuch der Zeugen Jehovas 2008
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DAS GUTE VORBILD DER ELTERN
Wladislaw Apanjuk ist im Bethel in Russland. Er weiß noch, wie seine Eltern seinen Geschwistern und ihm von klein auf die Liebe zu Jehova ans Herz legten: „Unsere Eltern sind 1951 von der Ukraine nach Sibirien deportiert worden. Sie haben uns beigebracht, eigenständig zu entscheiden, und zwar so, dass sich Jehova darüber freuen konnte. Besonders gut fand ich immer, dass meine Eltern uns Kindern gegenüber Fehler offen zugegeben und sie nicht unter den Teppich gekehrt haben. Man hat wirklich gemerkt, wie sehr sie Jehova lieben. Meine Eltern haben viel Fröhlichkeit verbreitet, besonders, wenn sie sich mit uns über Jehova und die Bibel unterhalten haben. Es war ihnen anzusehen, wie viel Freude es ihnen gemacht hat, sich mit Jehova zu beschäftigen und über ihn zu reden. Das hat sich auf uns übertragen. Wir haben uns oft vorgestellt, wie es in der neuen Welt sein wird, wenn alles nur noch schön ist und es keine Krankheiten und Kriege mehr gibt.
Als ich in die dritte Klasse kam, hieß es, die gesamte Klasse dürfe sich den Pionieren anschließen, einer sowjetischen Jugendorganisation. Das galt als große Ehre und die meisten Kinder in der Sowjetunion brannten darauf. Auch meine Klassenkameraden konnten es kaum abwarten. Jeder von uns sollte einen Eid aufschreiben, in dem er seine Bereitschaft ausdrückte, sich den Reihen der sowjetischen Pioniere anzuschließen — den künftigen Erbauern des Kommunismus. Ich machte nicht mit. Zur Strafe musste ich nach dem Unterricht im Klassenzimmer bleiben. ‚Du kommst hier erst raus, wenn du diesen Eid geschrieben hast‘, sagte meine Lehrerin. Stunden später klopften ein paar Klassenkameraden ans Fenster und wollten mich überreden, mit ihnen spielen zu gehen. Aber ich blieb sitzen, fest entschlossen, nichts zu schreiben. Gegen Abend kam eine andere Lehrerin vorbei. Als sie mich dort im Klassenzimmer sitzen sah, schickte sie mich heim. Das war mein erster Sieg! Ich war stolz, dass ich etwas tun konnte, was Jehovas Herz erfreute (Spr. 27:11). Zu Hause habe ich meinen Eltern alles ausführlich erzählt. Sie haben sich riesig gefreut und Papa sagte: ‚Gut gemacht, mein Junge!‘ “
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RusslandJahrbuch der Zeugen Jehovas 2008
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[Bild auf Seite 120]
Dank seiner biblischen Schulung war Wladislaw Apanjuk auf Glaubensprüfungen gut vorbereitet
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