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  • Der plötzliche Kindstod — Die Trauer durchstehen
    Erwachet! 1988 | 22. Januar
    • Erwachet!: „Wie haben andere euch in der Krise geholfen? Und was ist keine Hilfe?“

      Anne antwortete: „Eine Freundin kam und putzte unsere Wohnung, ohne daß ich ein Wort zu sagen brauchte. Andere bereiteten Mahlzeiten für uns zu. Einige halfen mir einfach, indem sie mich umarmten — keine Worte, nur eine Umarmung. Ich wollte nicht reden. Ich wollte nicht immer und immer wieder erklären, was geschehen war. Ich wollte keine neugierigen Fragen hören, als hätte ich etwas zu tun versäumt. Ich war die Mutter; ich hätte alles Erdenkliche getan, um meine Rachel zu retten.“

      Doug fuhr fort: „Manchmal fielen arglose Bemerkungen, die nicht gerade hilfreich waren, wie zum Beispiel: ‚Als Christen sollten wir nicht so trauern wie andere.‘ Jetzt denke ich auch so. Aber ich kann versichern, wenn man ein Kind verliert, hält einen in diesem Moment selbst nicht das sichere Wissen um die Auferstehung vom Weinen und Trauern zurück. Schließlich weinte auch Jesus, als Lazarus gestorben war, und Jesus wußte, daß er ihn auferwecken würde.“

      Anne fügte hinzu: „Eine andere Bemerkung, die uns nicht weiterhalf, war: ‚Ich weiß, wie du fühlst.‘ Wir sind davon überzeugt, daß dies mit der besten Absicht gesagt wurde, aber wenn jemand nicht wie ich ein Baby verloren hat, kann er auf keinen Fall wissen, wie ich fühle. Gefühle sind etwas sehr Persönliches. Die meisten sind zwar mitfühlend, doch sehr wenige können sich wirklich in einen hineinversetzen.“

  • Der plötzliche Kindstod — Die Trauer durchstehen
    Erwachet! 1988 | 22. Januar
    • Eine feste Hoffnung ist eine Stütze

      Wie steht es mit dem Gebrauch von Beruhigungsmitteln während der Trauerphase? Der Pathologe Knight schreibt: „Es hat sich erwiesen, daß der häufige Gebrauch von Beruhigungsmitteln schaden kann, wenn er dem normalen Prozeß der Trauer im Wege steht. Das tragische Geschehen muß durchgestanden, durchlitten und schließlich mit dem Verstand verarbeitet werden. Dies unnötig zu verzögern, indem man die Mutter mit Medikamenten betäubt, kann den Prozeß in die Länge ziehen oder verzerren.“

      Erwachet! fragte Doug, was ihm und Anne während der Trauer eine Stütze war.

      „Ich kann mich erinnern, daß mir die Beerdigungsansprache eine Hilfe war. Was uns an jenem Tag am meisten tröstete, war unsere christliche Hoffnung auf eine Auferstehung. Der Schmerz über Rachels Tod saß tief, aber er wurde durch die Verheißung Gottes durch Christus erleichtert, daß wir sie hier auf der Erde wiedersehen werden. Aus der Bibel erkannten wir, daß die Folgen des Todes wiedergutgemacht werden können. Der Redner zeigte anhand der Bibel, daß Rachel nicht als ‚Engelchen‘ im Himmel ist und auch nicht im Limbus, um auf ihre Erlösung zu warten. Sie schläft einfach im allgemeinen Grab der Menschheit.“ (Siehe Johannes 5:28, 29; 11:11-14; Prediger 9:5.)

      Erwachet!: „Was würdest du erwidern, wenn jemand sagte, Gott habe sie zu sich genommen?“

      „Gott wäre selbstsüchtig, wenn er Eltern ein Kind wegnehmen würde. Die biblische Antwort aus Prediger 9:11 wirft Licht auf die Sache. Dort heißt es: ‚Zeit und unvorhergesehenes Geschehen trifft sie alle.‘ Und Psalm 51:5 sagt, daß wir alle von der Zeit unserer Empfängnis an unvollkommen sind, der Sünde unterworfen und somit dem Tod, wenn auch die Todesursachen verschieden sind. Manchmal fordert der Tod schon vor der Geburt ein Opfer, und es kommt zu einer Totgeburt. Rachel zog sich als Säugling etwas zu, was ihr Organismus nicht bewältigen konnte — es war ein unvorhergesehenes Geschehen.“

      Jeden Tag verlieren Tausende von Familien ein Kind durch den Tod. Oft handelt es sich um Säuglinge, die an SIDS sterben. Mitfühlende Freunde, Ärzte, Krankenschwestern und Berater können unter solch tragischen Umständen viel bewirken. (Siehe den Kasten links.) Auch den Vorsatz Gottes hinsichtlich der Menschheit zu kennen kann trauernden Eltern eine wirkliche Stütze sein.

      Wenn du mehr über Gottes Verheißung einer Auferstehung zu vollkommenem Leben auf der Erde wissen möchtest, fühle dich bitte frei, dich mit Jehovas Zeugen in deiner Umgebung in Verbindung zu setzen. Sie werden dir gern und unverbindlich mit Trost aus dem Wort Gottes helfen.

  • Der plötzliche Kindstod — Die Trauer durchstehen
    Erwachet! 1988 | 22. Januar
    • [Kasten auf Seite 12]

      Anregungen, wie man trauernden Eltern helfen kann

      Was du tun kannst

      1. Stelle dich zur Verfügung. Bereite Mahlzeiten zu. Putze die Wohnung. Erledige Besorgungen. Kümmere dich um die anderen Kinder.

      2. Bringe dein ehrliches Mitgefühl und deinen Schmerz zum Ausdruck.

      3. Laß sie ihre Gefühle und ihre Trauer zum Ausdruck bringen, wie sie es möchten.

      4. Ermutige sie, geduldig mit sich zu sein und nicht zuviel von sich zu verlangen.

      5. Laß sie, soviel sie möchten, über das verstorbene Kind reden, und sprich selbst über die liebenswerten Eigenschaften des Kindes.

      6. Schenke den Geschwistern des Kindes, solange es nötig ist, besondere Aufmerksamkeit.

      7. Befreie sie von Schuldgefühlen. Versichere ihnen, daß sie alles ihnen Mögliche getan haben. Wenn du von irgendwelchen positiven Dingen weißt, die sie für ihr Kind getan haben, dann hebe diese hervor.

      Was du vermeiden solltest

      1. Meide nicht den Umgang mit ihnen, weil er dir unangenehm ist. Eine mitfühlende Umarmung ist besser als fernbleiben.

      2. Sage nicht, du wüßtest, wie sie fühlen — es sei denn, du hast selbst ein Kind verloren.

      3. Urteile nicht vorschnell, und schreibe ihnen nicht vor, was sie denken oder tun sollen.

      4. Verstumme nicht, wenn sie ihr verstorbenes Kind erwähnen. Und schrick selbst nicht davor zurück, das Kind zu erwähnen — sie möchten Gutes über ihr Kind hören.

      5. Weise nicht auf irgendwelche Lehren hin, die man aus dem Tod des Kindes ziehen könnte. In der Trauer kann man dem Unglück nichts Gutes abgewinnen.

      6. Weise sie nicht darauf hin, daß sie noch mehr Kinder haben oder daß sie noch weitere bekommen können. Ein anderes Kind ist niemals ein Ersatz.

      7. Schüre die Schuldgefühle nicht noch, indem du Mängel in der Pflege zu Hause oder im Krankenhaus suchst.

      8. Meide religiöse Phrasen, durch die Gott die Schuld zugeschoben wird.

      (Teilweise gestützt auf eine Liste von Lee Schmidt, Stelle für trauernde Eltern, Santa Monica [Kalifornien].)

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