Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • 1915-1947 Kleine Anfänge (Teil 1)
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2014
    • Mitte des Jahres traf in Freetown dann der erste getaufte Diener Jehovas ein: der 31-jährige Alfred Joseph aus Guyana (Südamerika). Er hatte sich erst vor Kurzem auf der westindischen Insel Barbados taufen lassen. In Freetown angekommen, arbeitete er als Lokomotivführer und wohnte in einer Arbeitersiedlung der Eisenbahn in Cline Town, etwa 3 km vom Cotton Tree entfernt. Er legte gleich damit los, seinen Nachbarn von der Botschaft der Bibel zu erzählen.

      Übersicht auf Seite 86

      Alfred hatte die Wahrheit durch Elvira Hewitt kennengelernt. Ihr Sohn, Leonard Blackman, kam 1916 nach Freetown. Alfred und Leonard waren schon auf Barbados Arbeitskollegen. Jetzt wohnten sie Tür an Tür und hatten jede Woche zu zweit ihre kleine Bibelrunde. Sie gaben auch gern anderen etwas zum Lesen.

      Schon bald stellten sie fest: Freetowns Felder waren „weiß . . . zur Ernte“ (Joh. 4:35). Also schrieb Alfred 1923 an die Weltzentrale in New York: „Hier sind sehr viele an der Bibel interessiert. Könnt Ihr uns jemand schicken, der sich um diese Menschen kümmern kann und uns dabei hilft, das Werk in Sierra Leone voranzutreiben?“ Die Antwort: „Wir schicken jemand!“

      Bild auf Seite 88

      William „Bibel-Brown“ und seine Frau Antonia

      Alfred erzählte, wie es weiterging: „Einige Monate danach, an einem Samstag, klingelte plötzlich spätabends das Telefon.

      ,Haben Sie bei der Watch Tower Society wegen Predigern angefragt?‘, hieß es am anderen Ende.

      ,Ja.‘

      ,Nun, hier bin ich!‘, schallte es aus dem Hörer.

      Das war William R. Brown. Er rief aus dem Gainford Hotel an, kurz nachdem er mit seiner Frau Antonia und seiner kleinen Tochter angekommen war.

      Gleich am nächsten Vormittag — Leonard und ich waren gerade in unser Bibelstudium vertieft — stand auf einmal eine imposante Erscheinung in der Tür: William R. Brown. Er war so Feuer und Flamme für die Wahrheit, dass er bereits am nächsten Tag einen öffentlichen Vortrag halten wollte. Wir mieteten sofort den größten Saal in Freetown: die Wilberforce Memorial Hall. Am folgenden Donnerstagabend sollte Bruder Brown den ersten von vier Vorträgen halten.

      Unsere kleine Truppe machte sofort tüchtig Werbung für die Vorträge: in der Zeitung, durch Faltblätter und Mundpropaganda. Wir waren gespannt, wie die Menschen reagieren würden, aber es gab keinen Grund zur Sorge. Etwa 500 drängten sich in den Saal, darunter viele Geistliche von Freetown. Wir waren überglücklich!“

      Während des einstündigen Vortrags gebrauchte Bruder Brown fleißig die Bibel und projizierte gleichzeitig die Schriftstellen auf eine Leinwand. Dabei betonte er immer wieder: „Das sagt nicht Brown, sondern die Bibel.“ Die Zuhörer waren hin und weg und applaudierten nach jeder einzelnen Erklärung. Es war nicht seine grandiose Art zu reden, die sie beeindruckte, sondern dass er alles hieb- und stichfest mit der Bibel bewies. Ein junger Theologiestudent im Publikum brachte es auf den Punkt: „Herr Brown kennt die Bibel!“

      Bild auf Seite 90

      1930

      Bruder Browns Vorträge waren das Gesprächsthema der Stadt und sie zogen die Massen nur so an. Am Sonntag darauf — der Saal war wieder brechend voll — hielt er den Vortrag: „In die Hölle und zurück! Wer ist dort?“ Diese biblische Wahrheit war so machtvoll, dass sogar viele Prominente aus ihrer Kirche austraten.

      Der vierte und letzte Vortrag „Millionen jetzt Lebender werden nie sterben“ fand ein besonders großes Echo. Ein Freetowner erzählte später: „Die Kirchen mussten ihre Abendgottesdienste ausfallen lassen, weil alle ihre Mitglieder bei Bruder Browns Vortrag waren.“

  • 1915-1947 Kleine Anfänge (Teil 1)
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2014
  • 1915-1947 Kleine Anfänge (Teil 1)
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2014
  • 1915-1947 Kleine Anfänge (Teil 2)
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2014
    • Aufstand der Gladiatoren

      Als die Geistlichen in Freetown merkten, wie gern ihre Schäfchen den Vorträgen von Bruder Brown lauschten, packte sie der Neid und sie wurden richtig sauer. The Watch Tower vom 15. Dezember 1923 beschrieb es so: „Die Geistlichkeit hat ihren Knüppel ausgepackt und mithilfe der Presse auf die Wahrheit eingeprügelt. Bruder Brown bot jedes Mal Paroli und die Zeitungen druckten eifrig die Beiträge beider Parteien.“ Es wurde klar, wie verkehrt die Argumente der Kirchenvertreter waren. Danach gab die Geistlichkeit endlich Ruhe. Die Wahrheit aus der Bibel verbreitete sich wie ein Lauffeuer und viele Zeitungsleser baten um Literatur. Die Geistlichen wollten Jehovas Volk zum Schweigen bringen. Doch Jehova sorgte dafür, dass sie selbst in die Grube fielen, die sie für seine Diener gegraben hatten (Ps. 94:21-23).

      Eine Jugendgruppe wollte ihre Kirchenoberhäupter verteidigen und plante eine Reihe von öffentlichen Veranstaltungen. Diese jungen Eiferer tauften sich „die Gladiatoren“. Ihr Ziel? Dem „Russellismus“ — wie sie die Königreichsbotschaft nannten — einen Riegel vorzuschieben. Bruder Brown gab Kontra: Er forderte die Gladiatoren öffentlich auf, mit ihm über verschiedene Themen zu debattieren. Das lehnten sie ab, knüpften sich aber den Herausgeber der Zeitung vor, weil er die Aufforderung Bruder Browns abdrucken ließ. Außerdem verweigerten sie Bruder Brown den Eintritt zu ihren Veranstaltungen. Also ging Alfred Joseph hin.

      Die Veranstaltungen fanden in der renommierten Methodistenkirche Buxton Memorial Chapel statt. Alfred erzählte: „Ich hinterfragte die Glaubensbekenntnisse der anglikanischen Kirche, die Dreieinigkeitslehre und andere unbiblische Lehren. Doch dann wurde die Fragestunde abrupt beendet.“

      Einer der anwesenden Gladiatoren war Melbourne Garber. Das war genau der Theologiestudent, der bei einem der Vorträge von Bruder Brown sagte: „Herr Brown kennt die Bibel!“ Nachdem er sich die Argumente beider Parteien angehört und miteinander verglichen hatte, erkannte er die Wahrheit. Deshalb bat er um ein Bibelstudium. Bruder Brown lud ihn zu sich nach Hause zum wöchentlichen Wacht-Turm-Studium ein. Obwohl Melbourne von seiner Familie verstoßen wurde, machte er schnell Fortschritte und ließ sich bald mit einigen anderen taufen.

      Satan wollte das Predigtwerk schon im Keim ersticken, doch er hatte keine Chance. Der Bürgermeister von Freetown sagte den Gladiatoren quasi: „Wenn dieses Unterfangen oder dieses Werk von Menschen ist, wird es umgestürzt werden; wenn es aber von Gott ist, werdet ihr sie nicht stürzen können“ (Apg. 5:38, 39).

      Die Brown-Gemeinde

      Anfang Mai 1923 telegrafierte Bruder Brown dem Zweigbüro in London und bat um mehr Literatur. Kurz darauf kamen 5 000 Bücher. Weitere Lieferungen folgten. Auch hörte Bruder Brown nicht auf, Vorträge zu halten. Tausende strömten hin.

      Ende des Jahres berichtete The Watch Tower: „Das Werk [in Sierra Leone] macht sehr schnell Fortschritte. Deshalb bat Bruder Brown um Verstärkung. Bruder Claude Brown aus Winnipeg, gebürtig aus der Karibik, befindet sich jetzt auf dem Weg dorthin.“

      Claude Brown war ein erfahrener Prediger und treuer Diener Jehovas. Im Ersten Weltkrieg wurde er wegen seiner neutralen Haltung in kanadischen und englischen Gefängnissen schwer misshandelt. In Sierra Leone diente er 4 Jahre, wo er den Brüdern und Schwestern eine große Stütze war.

      Pauline Cole berichtete: „Bevor ich mich 1925 taufen ließ, wollte Bruder Claude auf Nummer sicher gehen:

      ‚Schwester Cole, verstehst du, was du in den Schriftstudien gelesen hast? Wir wollen ja nicht, dass du von der Wahrheit abgleitest, nur weil du die Lehren der Bibel nicht verstanden hast.‘

      ,Bruder Claude‘, antwortete ich. ,Ich habe sie gelesen. Nicht nur ein Mal. Meine Entscheidung steht fest!‘ “

      Bild auf Seite 93

      Pauline Cole

      Pauline diente Jehova mehr als 60 Jahre, die meiste Zeit als Sonderpionier. Ihr Dienst auf der Erde endete 1988.

      Auch „Bibel-Brown“ achtete darauf, in anderen gute christliche Gewohnheiten zu fördern. Alfred Joseph erzählte: „Wenn ich frühmorgens Bruder Brown begegnete, dann lief das Gespräch ungefähr so: ,Morgen, Bruder Jo. Wie geht es dir? Wie lautet der Bibeltext für heute?‘ Wenn ich die Antwort nicht wusste, betonte er, wie wichtig es ist, den Tagestext aus dem Buch Täglich Manna zu kennen [heute: Täglich in den Schriften forschen]. Damit mich Bruder Brown nicht wieder so unvorbereitet erwischte, las ich am nächsten Morgen gleich als Erstes den Tagestext. Zuerst habe ich diese wertvollen Hinweise nicht so richtig geschätzt, später dafür umso mehr.“

      All die Schulung hatte sich gelohnt: Noch im Jahr 1923 wurde in Freetown eine Versammlung gegründet und 14 Personen ließen sich taufen. Einer davon war George Brown. Ab da gab es 3 Familien mit dem Namen „Brown“. Ihr unermüdlicher Einsatz veranlasste viele Freetowner, die Bibelforscher als „Brown-Gemeinde“ zu bezeichnen.

  • 1915-1947 Kleine Anfänge (Teil 3)
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2014
    • Die Versammlung in Freetown war so von der Wahrheit angetan, dass sie sich voll und ganz dafür einsetzte (Apg. 18:5). Alfred Joseph erzählte: „Oft habe ich einfach einen Bücherkarton an meinem großen Motorrad befestigt. Mit Bruder Thomas oder Sylvester Grant hinten drauf gings ab zum Predigen aufs Land und in die kleinen Städte rund um Freetown.“

      Bis 1927 hatten die Verkündiger vorwiegend in und um Freetown gepredigt, einem Gebiet, das sich damals „die Kolonie“ nannte.

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen