-
Unverheiratet, doch für den Dienst Gottes völlig geeignetDer Wachtturm 1987 | 15. November
-
-
Unverheiratet, doch für den Dienst Gottes völlig geeignet
„Folglich tut auch der gut, der seine Jungfräulichkeit in den Ehestand gibt, wer sie aber nicht in den Ehestand gibt, wird besser tun“ (1. KORINTHER 7:38).
1. Inwiefern hat sich die Ehe als ein Segen erwiesen?
JEHOVA erwartete vom ersten Menschen nicht, ledig zu bleiben, sondern erschuf für Adam, den Urahn des Menschengeschlechts, eine Ehegefährtin (1. Mose 2:20-24; Apostelgeschichte 17:26). Und als welch ein Segen sich doch die Ehe erwies! Sie sorgte für Gesellschaft, ermöglichte gegenseitige Unterstützung, war eine ehrbare Einrichtung, Nachkommen hervorzubringen, und trug sehr zum Glück des Menschen bei. Ja, selbst die Armen und Unterdrückten können sich an etwas erfreuen, was nicht mit Geld zu kaufen ist — die eheliche Liebe (Hoheslied 8:6, 7).
2, 3. (a) Welcher Standpunkt zum Zölibat und zur Ehe wird in einem religiösen Werk vertreten? (b) Welchen Standpunkt sollte man, biblisch gesehen, zur Ehe einnehmen?
2 Einige nehmen jedoch einen anderen Standpunkt zur Ehe ein. In einem religiösen Werk heißt es: „Der Zölibat ist das in der westlichen Kirche für Kleriker geltende kirchliche Gesetz, das Verheirateten den Empfang der Ordination untersagt und Empfängern der heiligen Weihen die Heirat. Es schließt die Pflicht der vollkommenen Einhaltung des Keuschheitsgelübdes ein. Die Gründe sind folgende: Empfänger der Ordination können Gott mit größerer Zielstrebigkeit dienen (1. Kor. 7:32), und durch ein solches Leben der Enthaltsamkeit wahren sie die Jungfräulichkeit, die heiliger und von höherem Wert ist als der Ehestand. Im NT [Neuen Testament] wird der Zölibat oder die Jungfräulichkeit zu einer höheren Berufung erhoben als der Ehestand“ (The Catholic Encyclopedia, zusammengestellt von Robert C. Broderick).
3 Kann es tatsächlich sein, daß der erzwungene Zölibat „heiliger und von höherem Wert ist als der Ehestand“? Nicht gemäß dem „Neuen Testament“, denn dort heißt es nach der katholischen Neuen Jerusalemer Bibel: „Der Geist sagt ausdrücklich: In späteren Zeiten werden manche vom Glauben abfallen; sie werden sich betrügerischen Geistern und den Lehren von Dämonen zuwenden, getäuscht von heuchlerischen Lügnern, deren Gewissen gebrandmarkt ist. Sie verbieten die Heirat und fordern den Verzicht auf bestimmte Speisen, die Gott doch dazu geschaffen hat, daß die, die zum Glauben und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangt sind, sie mit Danksagung zu sich nehmen“ (1. Timotheus 4:1-3). Die Ehe ist eine Gabe Gottes, und sie ist gut (Ruth 1:9).
4. Welche Fragen erheben sich angesichts der Worte aus 1. Korinther 7:38?
4 Doch obwohl die Ehe eine Gabe Gottes ist, schrieb der Apostel Paulus: „Folglich tut auch der gut, der seine Jungfräulichkeit in den Ehestand gibt, wer sie aber nicht in den Ehestand gibt, wird besser tun“ (1. Korinther 7:38). Warum wies Paulus darauf hin, daß es besser sei, unverheiratet zu bleiben? Sollte eine ledige Person denken, sie sei für den Dienst Gottes nicht völlig geeignet? Und kann sich die Ehelosigkeit lohnen?
Der Mittelpunkt des christlichen Lebens
5. Was sollte im Mittelpunkt des christlichen Lebens stehen?
5 Jehova zu dienen sollte eigentlich im Mittelpunkt unseres christlichen Lebens stehen, ganz gleich, ob wir ledig oder verheiratet sind. Durch den heiligen Dienst, den wir Gott freudig darbringen, lassen wir unsere Zuneigung zu dem universellen Souverän erkennen. Möglichkeiten, diese Zuneigung zu bekunden, sind ganzherziger Gehorsam und die eifrige Beteiligung am christlichen Predigtdienst (1. Johannes 5:2, 3; 1. Korinther 9:16). Einer unverheirateten Person wird weder der Predigtdienst noch gehorsames Handeln im Einklang mit Gottes Willen verwehrt.
6. Was wird uns ermöglicht, wenn wir uns eifrig am Predigtdienst beteiligen, ungeachtet dessen, ob wir verheiratet oder ledig sind?
6 Zum Lobpreis Jehovas führen heute Evangeliumsverkündiger das Königreichspredigtwerk durch. Und wenn wir uns eifrig am Predigtdienst beteiligen, ungeachtet dessen, ob wir verheiratet oder ledig sind, haben wir die Gelegenheit, zumindest einige unserer Begabungen und Talente in den Dienst Gottes zu stellen. Doch müssen wir unsere Privatangelegenheiten planen und überwachen, damit der Dienst nie aus dem Mittelpunkt unseres Lebens gerückt wird. Wir müssen ‘zuerst das Königreich suchen’ (Matthäus 6:33). Es bereitet Freude, sich auf Gottes Interessen zu konzentrieren statt lediglich auf die eigenen.
Für den Dienst Gottes völlig geeignet
7. Welches Beispiel läßt erkennen, daß ein unverheirateter Christ für den Dienst Gottes völlig geeignet sein kann?
7 Christen können sich für den Dienst Gottes völlig eignen, ganz gleich, ob sie ledig oder verheiratet sind. Die Ehelosigkeit ist somit eine Grundlage, die nicht notwendigerweise einer Veränderung bedarf. (Vergleiche 1. Korinther 7:24, 27.) Gottes Wort teilt nicht den Standpunkt gewisser Stämme und Völker, wonach ein Mann seine volle Männlichkeit erst erreicht habe, wenn er verheiratet sei. Jesus Christus starb unverheiratet. Eine geistige Braut im Himmel ist die einzige Frau, die zu haben ihm Jehova gewährt (Offenbarung 21:2, 9). Doch Gottes Sohn war, obwohl unverheiratet, das allerbeste Beispiel einer für den Dienst Gottes völlig geeigneten Person.
8. Was ermöglicht die Ehelosigkeit, wie Paulus zeigte?
8 Eigentlich ermöglicht einem die Ehelosigkeit größere persönliche Ungebundenheit und mehr Zeit für den Dienst für Gott. Paulus empfahl das Ledigsein, wenn er sagte: „Ich will, daß ihr ohne Sorge seid. Der Unverheiratete ist um die Dinge des Herrn besorgt, wie er dem Herrn wohlgefalle. ... Ferner ist die Unverheiratete und die Jungfrau um die Dinge des Herrn besorgt“ (1. Korinther 7:32-34). Das trifft auf ledige Christen und auf solche, die verheiratet waren, aber umständehalber in den Stand der Ehelosigkeit zurückgekehrt sind, gleichermaßen zu (Matthäus 19:9; Römer 7:2, 3).
9. Inwiefern zeigt Jesu Beispiel, daß ein Unverheirateter für den christlichen Dienst nicht ungeeignet ist?
9 Das Erreichen körperlicher, verstandesmäßiger und geistiger Reife bringt die vollständige Eignung für den Dienst Gottes mit sich. Jesus Christus benötigte keine Ehegefährtin, um seine Funktion als höchster Diener Gottes und Loskäufer vollkommen ausüben zu können (Matthäus 20:28). Als Unverheirateter konnte Jesus seine ganze Kraft auf seinen Dienst für Gott konzentrieren. Sein Ledigsein wich deutlich von der jüdischen Norm ab, nach der die Ehe und Kinder im Vordergrund standen. Dennoch war Jesus völlig geeignet, das ihm von Gott übertragene Werk zu vollenden (Lukas 3:23; Johannes 17:3, 4). Folglich ist man als Lediger für den christlichen Dienst nicht ungeeignet.
Verheiratete sind „geteilt“
10. Was sagte Paulus von Verheirateten im Unterschied zu Unverheirateten wegen der ehelichen Bindung?
10 Im Unterschied zu ledigen Personen müssen verheiratete Christen in ihrem Dienst für Gott berücksichtigen, daß sie mit ihrem Ehepartner „e i n Fleisch“ sind (Matthäus 19:5, 6). Wegen dieser Bindung und der damit zusammenhängenden Pflichten sagte Paulus von Verheirateten, sie seien „geteilt“. Er schrieb: „Ich will, daß ihr ohne Sorge seid. Der Unverheiratete ist um die Dinge des Herrn besorgt, wie er dem Herrn wohlgefalle. Der Verheiratete aber ist um die Dinge der Welt besorgt, wie er seiner Frau wohlgefalle, und er ist geteilt. Ferner ist die Unverheiratete und die Jungfrau um die Dinge des Herrn besorgt, damit sie sowohl in ihrem Leib als auch in ihrem Geist heilig sei. Die Verheiratete dagegen ist um die Dinge der Welt besorgt, wie sie ihrem Mann wohlgefalle. Aber ich sage dies um eures persönlichen Vorteils willen, nicht um euch eine Schlinge überzuwerfen, sondern um euch zu dem zu bewegen, was sich schickt, und zu dem, was ständige Dienstbereitschaft für den Herrn bedeutet, ohne sich ablenken zu lassen“ (1. Korinther 7:32-35).
11. Was zeigte Paulus gemäß 1. Korinther 7:32-35?
11 Will man ein Leben mit weniger Ablenkungen führen, so empfiehlt Paulus eindeutig das Ledigsein. Er selbst war wahrscheinlich ein Witwer, der nicht mehr heiraten wollte (1. Korinther 9:5). Jedenfalls wußte er, daß mit dem Eheleben in der gegenwärtigen Welt Sorgen verbunden sind. Er zeigte, daß unverheiratete Christen verhältnismäßig frei sein können und daß die Interessen verheirateter Gläubiger notwendigerweise zwischen fleischlichen und geistigen Dingen geteilt sind. Der Verheiratete übt nicht uneingeschränkt Gewalt über seinen Leib aus, denn sein Ehepartner ist „e i n Fleisch“ mit ihm und hat daher einen gewissen Anspruch auf seinen Leib (1. Korinther 7:3-5). In Anbetracht dessen sagte Paulus richtigerweise, der unverheiratete Christ sei in der Lage, heilig zu sein, das heißt völlig abgesondert, um Jehova Gott unmittelbar und uneingeschränkt zur Verfügung zu stehen — körperlich und geistig.
12. Was kann ein Unverheirateter tun, weil er keinen Ehepartner hat?
12 Ein lediger Christ wird von seinem Geist oder seiner geistigen Neigung veranlaßt, aktiv und uneingeschränkt dem Königreich Gottes zu dienen. Da er keinen Ehepartner hat, der teilweise Gewalt über seinen Leib ausübt, kann er dem Geist oder der Neigung seines Sinnes und seines Herzens nachgehen. Er kann sich auf den Dienst Jehovas einstellen und Leib und Sinn darauf konzentrieren. Der (oder die) Unverheiratete hat somit die besten Voraussetzungen, darauf bedacht zu sein, nur dem Herrn wohlzugefallen, und das mit der größten persönlichen Freiheit. Es steht uns nicht zu, Einwände gegen das zu erheben, was Paulus sagte, denn Jehova hielt es für richtig, es zu unserer Unterweisung aufzeichnen zu lassen.
Eine verheiratete Person ungeeignet?
13, 14. Durch welche falsche Handlungsweise würde man die eheliche Bindung vernachlässigen und Zweifel an seiner Eignung für den christlichen Dienst aufkommen lassen?
13 Es könnte sein, daß einige verheiratete Christen irrigerweise der Ansicht sind, sie könnten im Dienst Gottes mehr tun, und ihrer Ehe einen ziemlich unbedeutenden Platz im Leben zuordnen. Eine Frau mag zum Beispiel anfangen, in bestimmten wichtigen Angelegenheiten unabhängig von ihrem Mann zu handeln. Der Mann mag völlig von Versammlungsaktivitäten in Anspruch genommen werden. Vielleicht denken sie unter diesen Umständen, sie seien im Dienst Jehovas ziemlich tüchtig. In Wirklichkeit vernachlässigen sie aber durch eine solche Handlungsweise ihre eheliche Bindung als „e i n Fleisch“. Das ist Jehova nicht wohlgefällig.
14 Wer als Verheirateter diese Bindung vernachlässigt, läßt an seiner Eignung für den christlichen Dienst Zweifel aufkommen. Die Ehe verbessert nicht die völlige Eignung für den Dienst Gottes, sondern schränkt die Aufmerksamkeit ein, die man dem Dienst schenken kann. (Vergleiche Lukas 14:16, 17, 20.) Wenn Verheiratete Gott wohlgefallen und für seinen Dienst völlig geeignet sein möchten, müssen sie ihren Verpflichtungen in der Ehe gerecht werden.
Unverheiratet um des Königreiches willen
15. (a) Welche Eigenschaft sollten unverheiratete Christen entwickeln? (b) Was sagte Paulus gemäß 1. Korinther 7:36, 37 Grundlegendes über die Ehe und das Ledigsein?
15 Während verheiratete Diener Jehovas ihren ehelichen Verpflichtungen gerecht werden sollten, sollten ledige Christen aufgrund ihrer völligen Eignung im Stand der Ehelosigkeit Zufriedenheit entwickeln. Paulus schrieb: „Nun sage ich den Unverheirateten und den Witwen: Es ist für sie gut, daß sie bleiben, wie auch ich bin [nämlich unverheiratet]. Bist du an eine Frau gebunden? Höre auf, eine Loslösung zu suchen. Bist du von einer Frau gelöst? So höre auf, nach einer Frau zu suchen“ (1. Korinther 7:8, 27). Fördere als ledige Person mit der Hilfe Jehovas den festbegründeten Stand, den dir Gott ermöglicht hat. Ein Wechsel des Familienstandes sollte nicht von vornherein feststehen, nicht einfach deshalb erfolgen, weil es so üblich ist, und auch keine Reaktion auf Gruppenzwang sein, sondern sollte sich als eine biblisch begründete Notwendigkeit ergeben. Paulus sagte: „Wenn ... jemand denkt, er verhalte sich gegenüber seiner Jungfräulichkeit ungehörig, wenn diese über die Blüte der Jugend hinausgeht, und es auf diese Weise geschehen sollte, so tue er, was er will; er sündigt nicht. Sie mögen heiraten. Wenn jemand aber in seinem Herzen feststeht, indem er keine Notwendigkeit empfindet, sondern über seinen eigenen Willen Gewalt hat und diese Entscheidung in seinem eigenen Herzen getroffen hat, seine Jungfräulichkeit zu bewahren, wird er gut tun“ (1. Korinther 7:36, 37).
16. (a) Was bedeutet es, „über die Blüte der Jugend“ hinauszugehen? (b) Wovon sollte ein Christ, der unverheiratet bleibt, überzeugt sein?
16 Paulus zeigte somit, daß es nicht verkehrt wäre zu heiraten, wenn sich jemand gegenüber seiner Jungfräulichkeit irgendwie ungehörig verhalte, womit der Apostel zweifellos nicht auf eine schwere Sünde anspielte. Denn er hatte zuvor bereits gesagt: „Es ist besser, zu heiraten, als von Leidenschaft entbrannt zu sein“ (1. Korinther 7:9). Natürlich sprach er von der Heirat unter der Voraussetzung, daß jemand „über die Blüte der Jugend hinausgeht“, das heißt die Zeit überschritten hat, in der sich das geschlechtliche Verlangen zum erstenmal stark bemerkbar macht. Wenn ein reifer Mensch „über seinen eigenen Willen Gewalt“ hätte und im Herzen den festen Entschluß gefaßt hätte, für die Ehelosigkeit Raum zu schaffen, würde er gut tun. Die Ehelosigkeit erfolgreich zu pflegen bedeutet nicht, ein verzehrendes und fast überwältigendes Verlangen nach einem Ehe- und Familienleben zu unterdrücken. Ein Christ, der unverheiratet bleiben möchte, sollte vielmehr in seinem Herzen völlig davon überzeugt sein, daß die Ehelosigkeit in seinem Falle das richtige ist, und bereit sein, die notwendigen Anstrengungen zu unternehmen, um dabei die Keuschheit zu bewahren. Wer so handelt, wird weniger abgelenkt und hat eine größere Freiheit, dem Herrn zu dienen.
17. Warum bleiben gemäß Jesu Worten einige unverheiratet?
17 Den Sinn Jesu Christi zu entwickeln ist für unverheiratete Christen eine Hilfe, ledig zu bleiben. Jesus konzentrierte sich darauf, seine Zeit und seine Fähigkeiten in seinem nie wiederkehrenden Dienst einzusetzen, und das, obwohl er als Unverheirateter in einer familienbetonten Gesellschaftsordnung lebte. Wie er kann sich ein unverheirateter Christ der Gabe des Ledigseins erfreuen, die Gott denen schenkt, die dafür Raum schaffen. Jesus sagte diesbezüglich: „Nicht alle Menschen geben dem Wort Raum, sondern nur diejenigen, die die Gabe haben. Denn es gibt Eunuchen, die vom Mutterschoß als solche geboren wurden, und es gibt Eunuchen, die von Menschen zu Eunuchen gemacht worden sind, und es gibt Eunuchen, die sich wegen des Königreiches der Himmel selbst zu Eunuchen gemacht haben. Wer dafür Raum schaffen kann, schaffe dafür Raum“ (Matthäus 19:11, 12).
18. Was hält „Eunuchen“ um des Königreiches willen davon zurück, eine Ehe einzugehen?
18 Jesus sagte nicht, ein Lediger sei besser als ein Verheirateter. Er forderte nicht einfach deshalb zum Ledigsein auf, damit man ein sorgenfreies Leben führen könne. Und er empfahl das Ledigsein sicherlich nicht zu dem Zweck, mehreren Personen vom anderen Geschlecht Aufmerksamkeit schenken zu können. Vielmehr handelt es sich bei jemandem, der sich um des Königreiches willen selbst zum „Eunuchen“ macht, um eine sittlich rechtschaffene Person, die in ihrem Herzen dafür Raum schafft. Was hält sie zurück, eine Ehe einzugehen? Nicht körperliche Untauglichkeit, sondern der sehnliche Wunsch, sich so uneingeschränkt wie möglich dem Dienst Gottes zu widmen. Diesem Dienst kommt besonders heute Bedeutung zu, da das Königreich im Jahre 1914 im Himmel aufgerichtet worden ist und „diese gute Botschaft vom Königreich“ weltweit zu einem Zeugnis vor dem schnell herannahenden Ende des zum Untergang verurteilten gegenwärtigen Systems der Dinge gepredigt werden muß (Matthäus 24:14).
Lobe unverheiratete Christen
19. Was sollten alle Christen hinsichtlich derer tun, die um des Königreiches willen ledig bleiben?
19 Alle Christen sollten diejenigen loben und ermuntern, die um des Königreiches willen unverheiratet bleiben. Schließlich bedeutet das Ledigsein „ständige Dienstbereitschaft für den Herrn ..., ohne sich ablenken zu lassen“ (1. Korinther 7:35). Eltern tun deshalb gut daran, ihre Kinder zu lehren, was die Bibel über das Ledigsein und seine Vorteile hinsichtlich des Dienstes für Jehova zu sagen hat. Wir alle können unverheiratete Glaubensbrüder und -schwestern ermuntern und sollten sie nicht in ihrem Entschluß schwächen, um des Königreiches willen unverheiratet zu bleiben.
20. Was solltest du als ein unverheirateter Christ tun?
20 Unverheiratete Christen können sich freuen, völlig geeignete Diener Gottes zu sein. In der heutigen Zeit, in der sich die Weltlage immer mehr zuspitzt, beteiligen sie sich mit Freuden an dem dringenden Königreichspredigtwerk. Freue dich daher, wenn du ledig bist, von Jehova als einer seiner völlig geeigneten, unverheirateten christlichen Diener gebraucht zu werden. ‘Bewirke mit Furcht und Zittern deine eigene Rettung, während du wie ein Lichtspender in der Welt leuchtest und dich mit festem Griff an das Wort des Lebens klammerst’ (Philipper 2:12-16). Konzentriere deine Anstrengungen auf die Königreichsinteressen, während du mit der internationalen Bruderschaft der Zeugen Jehovas vereint bleibst, und verrichte den christlichen Dienst. Dies ist für eine ledige Person ein lohnender Lebensweg, wie wir noch sehen werden.
-
-
Die Ehelosigkeit — ein lohnender LebenswegDer Wachtturm 1987 | 15. November
-
-
Die Ehelosigkeit — ein lohnender Lebensweg
„Sie [ist] frei, sich zu verheiraten, mit wem sie will, nur im Herrn. Doch ist sie ... glücklicher, wenn sie so bleibt, wie sie ist“ (1. KORINTHER 7:39, 40).
1. Was schulden wir Jehova, ganz gleich, ob wir ledig oder verheiratet sind?
JEHOVA verdient die ganzherzige Anbetung aller, die sich ihm hingegeben haben. Wir sollten ihn lieben mit unserem ganzen Herzen, unserer ganzen Seele, unserem ganzen Sinn und unserer ganzen Kraft, ganz gleich, ob wir verheiratet oder ledig sind (Markus 12:30). Es stimmt, ein lediger Christ wird weniger abgelenkt als ein verheirateter. Kann aber ein unverheirateter Diener Jehovas wirklich glücklich sein?
2, 3. (a) Was sagte Paulus im wesentlichen gemäß 1. Korinther 7:39, 40? (b) Welche Fragen verdienen es, betrachtet zu werden?
2 Der Apostel Paulus bejaht diese Frage. Was Personen betrifft, die einmal verheiratet waren, es aber umständehalber nicht mehr sind, schrieb er: „Eine Frau ist während der ganzen Zeit, da ihr Mann lebt, gebunden. Wenn ihr Mann aber im Tod entschlafen sollte, so ist sie frei, sich zu verheiraten, mit wem sie will, nur im Herrn. Doch ist sie, meiner Meinung nach, glücklicher, wenn sie so bleibt, wie sie ist. Ich denke bestimmt, daß auch ich Gottes Geist habe“ (1. Korinther 7:39, 40).
3 Da Paulus darauf hinweist, daß Unverheiratete glücklich sein können, sollte man sich fragen: Wer könnte das Ledigsein — zumindest für einige Zeit — vernünftigerweise in Betracht ziehen? Was trägt zum Glück unverheirateter Christen bei? Inwiefern kann die Ehelosigkeit wirklich ein lohnender Lebensweg sein?
Lohnende Jahre der Ehelosigkeit
4. Was trifft auf die Jugendjahre zu?
4 Der weise König Salomo ließ die Aufforderung ergehen: „Gedenke nun deines großen Schöpfers in den Tagen deines Jünglingsalters, bevor die unglücklichen Tage [des hohen Alters] herankommen oder die Jahre sich eingestellt haben, da du sagen wirst: ‚Ich habe kein Gefallen daran‘“ (Prediger 12:1). In Jugendjahren ist man im allgemeinen verhältnismäßig tatkräftig und bei guter Gesundheit. Wie passend also, diese Vorteile ohne Ablenkungen im Dienst Jehovas einzusetzen! Zudem sollte man diese frühen Jahre nutzen, um Lebenserfahrung zu sammeln und eine gewisse Beständigkeit zu entwickeln. Aber es ist auch eine Zeit, in der sich junge Leute in der Welt verlieben. Beachten wir beispielsweise die Ergebnisse einer Umfrage, die unter 1 079 Personen im Alter von 18 bis 24 Jahren durchgeführt wurde. Im Durchschnitt hatten sie bereits sieben „Romanzen“ hinter sich. Und sie sagten ausnahmslos, bei ihrer gegenwärtigen Liebesbeziehung handle es sich nicht um Verliebtheit, sondern um Liebe.
5. Welche Fragen in bezug auf die Ehe sollte sich ein junger Mensch stellen?
5 Statistiken über Trennungen, Ehescheidungen und Familienauflösungen anderer Art legen ein beredtes Zeugnis darüber ab, daß Frühehen nicht ratsam sind. Junge Christen handeln daher weise, wenn sie bewußt darüber nachdenken, wie sie sich zumindest in ihren jungen Jahren ohne Ablenkungen dem Dienst für Jehova widmen können, statt sich überstürzt auf eine feste Bekanntschaft einzulassen, sich zu verloben und übereilt zu heiraten. Um deine Verhältnisse als junger Mensch abzuwägen, kannst du dir folgende Fragen stellen: Habe ich jetzt die nötige Gefühlsreife, um ernsthaft ans Heiraten denken zu können? Verfüge ich über genügend Lebenserfahrung, so daß ich ein guter Ehepartner sein kann? Wäre ich in der Lage, die mit der Ehe und möglicherweise einer mehrköpfigen Familie verbundenen Pflichten richtig zu erfüllen? Sollte ich meine jugendliche Energie und Kraft nicht Jehova geben, da ich mich ihm hingegeben habe und für mich nicht die mit der Ehe verbundenen Ablenkungen auftreten?
Belohnungen für Ehelosigkeit
6, 7. (a) Welcher Vorteile erfreuen sich unverheiratete Christen im allgemeinen? (b) Was sagte ein unverheirateter Missionar in Afrika diesbezüglich?
6 Unverheiratete Christen sind frei von Ablenkungen und können „allezeit reichlich beschäftigt [sein] im Werk des Herrn“ (1. Korinther 7:32-34; 15:58). Statt nur einer Person vom anderen Geschlecht Aufmerksamkeit zu schenken, hat der Ledige mehr Gelegenheiten, in der christlichen Liebe für viele in der Versammlung weit zu werden, auch für Ältere und andere, die liebevolle Hilfe benötigen (Psalm 41:1). Im allgemeinen haben Ledige mehr Zeit für das Studium des Wortes Gottes und das Nachsinnen darüber (Sprüche 15:28). Sie haben günstigere Voraussetzungen, ein enges Verhältnis zu Jehova zu entwickeln und zu lernen, voll und ganz auf ihn zu vertrauen und sich von ihm leiten zu lassen (Psalm 37:5; Philipper 4:6, 7; Jakobus 4:8). Ein Lediger, der jahrelang als Missionar in Afrika gedient hat, sagte:
7 „Das Leben in den afrikanischen Dörfern ist in diesen Jahren einfach gewesen, und es gab wenige ablenkende Dinge der modernen Zivilisation. Fern von diesen Ablenkungen, habe ich reichlich Gelegenheit gehabt, Gottes Wort zu studieren und darüber nachzusinnen. Das hat mich stark erhalten. Ja, das Leben als Missionar hat sich als wahrhafter Segen und als Schutz gegen Materialismus erwiesen. Während der angenehmen Tropenabende habe ich viel Zeit gehabt nachzudenken, über Jehovas Schöpfung zu sinnen und mich ihm zu nahen. Jeden Abend besteht mein größtes Glück darin, für mich allein, während mein Sinn noch wach ist, einige Zeit unter dem Sternenhimmel zu verbringen, spazierenzugehen und mit Jehova zu sprechen. Das hat mich Jehova nähergebracht.“
8. Was sagte eine unverheiratete Schwester über die Ehelosigkeit nach langjährigem Dienst in der Zentrale der Gesellschaft?
8 Beachtenswert sind auch folgende Worte einer ledigen Schwester, die viele Jahre in der Zentrale der Watch Tower Society gedient hat: „Ich habe mich entschlossen, im Dienste Jehovas ledig zu bleiben. Ob ich mich manchmal einsam fühle? Keineswegs. Die Augenblicke, in denen ich allein bin, sind für mich sehr kostbar. Ich kann mich mit Jehova im Gebet aussprechen. Ich kann nachdenken und ungestört studieren. ... Die Ehelosigkeit hat nicht wenig zu meiner Freude beigetragen.“
9. Welche Vorrechte kann ein lediger Christ vielleicht wahrnehmen?
9 Eine ledige Person kann auch Vorrechte wahrnehmen, die Verheirateten mit Familienpflichten verwehrt sein mögen. Beispielsweise kann sich die Gelegenheit ergeben, den Vollzeitpredigtdienst als Pionier in einem Gebiet durchzuführen, in dem größerer Bedarf an Königreichsverkündigern besteht. Oder ein lediger junger Mann erhält womöglich das Vorrecht, als Glied der Bethelfamilie in der Zentrale oder in einem Zweigbüro der Watch Tower Society zu dienen. Eine unverheiratete junge Schwester kann sich vielleicht einer etwas älteren ledigen Schwester im Pionierdienst anschließen, sei es in der Heimatversammlung oder in einer anderen Versammlung, die über Gebiet verfügt, das der Bearbeitung bedarf. Besprich doch solche Möglichkeiten mit dem Kreisaufseher! Stelle dich als unverheirateter Christ für vermehrten Dienst zum Lobpreis Jehovas zur Verfügung, und Jehova wird dich in reichem Maße segnen (Maleachi 3:10).
Beispiele aus der Vergangenheit
10. Wer ist das herausragendste Beispiel eines unverheirateten Dieners Jehovas, und warum war es deiner Meinung nach für ihn von Vorteil, daß er ledig war?
10 Das herausragendste Beispiel eines unverheirateten Dieners Jehovas ist Jesus Christus. Er ging völlig darin auf, Gottes Willen zu tun. Er sagte: „Meine Speise ist, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollende“ (Johannes 4:34). Wie beschäftigt er doch war — vor allem mit dem Predigen und dem Heilen von Kranken! (Matthäus 14:14). Jesus war aufrichtig an Menschen interessiert und fühlte sich in der Gegenwart von Männern, Frauen und Kindern wohl. In seinem Dienst war er viel unterwegs, und andere begleiteten ihn bei bestimmten Gelegenheiten (Lukas 8:1-3). Wie schwierig wäre aber diese Tätigkeit gewesen, wenn er von einer Frau und kleinen Kindern begleitet worden wäre! Die Ehelosigkeit war für Jesus zweifellos von Vorteil. Heute kann sich ein lediger Christ ähnlicher Vorteile erfreuen, besonders wenn er aufgefordert wird, die Königreichsbotschaft in abgelegenen oder gefährlichen Gegenden zu verkündigen.
11, 12. Welche vorzüglichen Beispiele werden zum Nutzen lediger Frauen angeführt, die heute Jehova dienen?
11 Aber auch andere haben festgestellt, wie praktisch und lohnend das Ledigsein ist. Die Tochter Jephthas erfüllte freiwillig das Gelübde ihres Vaters, indem sie in einer Gesellschaft ledig blieb, die großen Wert auf Ehe und Elternschaft legte. Sie fand Freude an ihrem Dienst für Jehova, und es ist bemerkenswert, daß sie regelmäßig von anderen ermuntert wurde. Ja, „von Jahr zu Jahr gingen die Töchter Israels jeweils hin, um der Tochter Jephthas, des Gileaditers, vier Tage im Jahr Lob zu spenden“ (Richter 11:34-40). Ebenso sollten ledige Frauen, die heute Jehova mutig dienen, von verheirateten Christen und anderen gelobt und ermuntert werden.
12 Die vier jungfräulichen Töchter des Philippus „prophezeiten“ (Apostelgeschichte 21:8, 9). Diesen unverheirateten Frauen muß ihr aktiver Dienst zum Lobpreis Jehovas große Befriedigung bereitet haben. Mit ihnen zu vergleichen sind heute viele ledige junge Schwestern, die das lohnende Vorrecht haben, als Pioniere oder Vollzeitverkündiger des Königreiches zu dienen. Gewiß verdienen sie es, als Teil des ‘großen Heeres der Verkündigerinnen der guten Botschaft’ gelobt zu werden (Psalm 68:11).
13. Inwiefern läßt der Fall des Paulus erkennen, daß die Ehelosigkeit ein lohnender Lebensweg sein kann?
13 Der Apostel Paulus fand die Ehelosigkeit vorteilhaft. Er reiste in seinem Dienst Tausende von Kilometern, mußte große Härten und viele Gefahren durchstehen, hatte schlaflose Nächte und litt Hunger und Durst (2. Korinther 11:23-27). Zweifellos hätte er all das als noch schwieriger und bedrückender empfunden, wenn er verheiratet gewesen wäre. Zudem wären ihm, wenn er Kinder aufzuziehen gehabt hätte, wahrscheinlich nie die Vorrechte zuteil geworden, die er als „ein Apostel für die Nationen“ genoß (Römer 11:13). Trotz der Prüfungen, die Paulus durchzumachen hatte, erlebte er an sich selbst, daß die Ehelosigkeit ein lohnender Lebensweg sein kann.
Neuzeitliche Beispiele
14. Welche Erfahrungen machten die Kolporteure, von denen die meisten unverheiratet waren?
14 Wie bei Paulus und anderen unverheirateten Christen im ersten Jahrhundert handelte es sich bei vielen Dienern Gottes, die (ab 1881) im Kolporteurwerk tätig waren, um Ledige, die nicht für eine Familie zu sorgen hatten. Sie begaben sich bereitwillig in für sie fremde größere und kleinere Städte oder ländliche Gegenden, suchten nach Menschen mit einem guten Herzen und überbrachten ihnen biblische Schriften. Sie reisten mit dem Zug, mit dem Fahrrad, im Pferdewagen oder im Auto. Freudig gingen sie von Haus zu Haus (Apostelgeschichte 20:20, 21). „Manchmal tauschten sie [Bücher] gegen Farm-Erzeugnisse, Hühner, Seife und was sonst noch alles, was sie dann für sich gebrauchten oder an andere verkauften“, erinnert sich ein Zeuge Jehovas und fügt hinzu: „In spärlich besiedelten Gegenden kam es auch vor, daß sie bei Farmern und Ranchern übernachteten, und manchmal schliefen sie sogar in Heuschobern ... Diese Treuen [die meisten von ihnen waren unverheiratet] waren viele, viele Jahre tätig, bis das Alter sie überraschte.“ Gewiß spricht eine Schwester, die damals im Kolporteurdienst stand, für jene Oldtimer im allgemeinen, wenn sie schreibt: „Wir waren jung und glücklich im Dienst und freuten uns, unsere Kraft im Dienste für Jah zu verbrauchen.“
15. Welche Tür, die zu größerer Tätigkeit führte, tat sich für viele unverheiratete Pioniere vor etwa 45 Jahren auf?
15 In späterer Zeit waren viele Pioniere oder Vollzeitverkündiger des Königreiches ebenfalls unverheiratet. Sie gaben häufig in abgelegenen Gebieten Zeugnis, halfen bei der Gründung neuer Versammlungen mit und erfreuten sich noch weiterer Segnungen im Dienst Jehovas. Für einige von ihnen tat sich eine Tür zu größerer, begeisternder Tätigkeit auf, als noch während des Zweiten Weltkriegs im Jahre 1943 die Wachtturm-Bibelschule Gilead eröffnet wurde (1. Korinther 16:9). Ja, viele jener unverheirateten Pioniere erhielten in der Gileadschule eine Ausbildung als Missionare und verbreiteten die Königreichsbotschaft bald in neuen Gebieten. Da sie nicht durch eheliche Pflichten gehindert wurden, stellten sie sich für den Dienst Jehovas zur Verfügung, und einige der frühen Absolventen sind immer noch als Ledige im Missionardienst oder in einem anderen Zweig des Vollzeitdienstes tätig.
16. Welche Beweise gibt es dafür, daß unverheiratete Glieder der Bethelfamilie festgestellt haben, daß die Ehelosigkeit ein lohnender Lebensweg ist?
16 Viele unverheiratete Christen haben als Glieder der Bethelfamilie jahrelang in der Zentrale der Watch Tower Society oder in einem Zweigbüro irgendwo in der Welt gedient. Finden sie, daß die Ehelosigkeit ein lohnender Lebensweg ist? Ja, gewiß. Ein lediger Bruder, der viele Jahre im Bethel Brooklyn gedient hat, bemerkte: „Die Freude, zu sehen, wie Millionen von Zeitschriften und anderen Publikationen mit der Botschaft aus Gottes Wort in alle Welt versandt wurden, war an sich eine wunderbare Belohnung.“ Nach 45 Jahren Betheldienst sagte ein anderer unverheirateter Bruder: „Ich bitte unseren geliebten himmlischen Vater täglich um Hilfe und Weisheit und darum, daß er mich geistig und körperlich gesund und stark erhalten möge, damit ich weiterhin seinen heiligen Willen tun kann. ... [Es] waren für mich wirklich glückliche, segensreiche Jahre.“
Als Lediger die Keuschheit bewahren
17. Nenne zwei Hilfen, als Lediger die Keuschheit zu bewahren.
17 Biblische wie neuzeitliche Beispiele zeigen, daß ein Leben der Ehelosigkeit lohnend sein kann. Natürlich sollte man in der Zeit seines Lebens, die man als Lediger verbringt, ‘in seinem Herzen feststehen’ (1. Korinther 7:37). Aber was kann einem helfen, als Unverheirateter die Keuschheit zu bewahren? Die größte Hilfe kommt von Jehova, dem „Hörer des Gebets“ (Psalm 65:2). Mache es dir zur Gewohnheit, ihn um Hilfe zu bitten. ‘Verharre im Gebet’, bitte um Gottes Geist und um seine Hilfe, die Früchte des Geistes hervorzubringen, zu denen Frieden und Selbstbeherrschung gehören (Römer 12:12; Lukas 11:13; Galater 5:22, 23). Sinne außerdem unter Gebet regelmäßig über den Rat des Wortes Gottes nach, und wende ihn stets an.
18. Welchen Hinweis enthält 1. Korinther 14:20 in bezug auf das Bemühen, als Unverheirateter die Keuschheit zu bewahren?
18 Eine weitere Hilfe, als Lediger die Keuschheit zu bewahren, besteht darin, daß man alles meidet, was die geschlechtliche Leidenschaft erregt. Dazu zählt die Pornographie und andere unsittliche Unterhaltung. Paulus sagte: „Seid Unmündige in bezug auf Schlechtigkeit; werdet aber Erwachsene an Verständnisvermögen“ (1. Korinther 14:20). Strebe nicht nach Wissen oder Erfahrung in bezug auf Schlechtes, sondern sei vernünftig und bleibe mit Gottes Hilfe in dieser Hinsicht unerfahren und unschuldig wie ein kleines Kind. Sei dir gleichzeitig völlig darüber im klaren, daß Unmoral und Sünde in Jehovas Augen verwerflich sind.
19. Welche Schriftstellen zeigen weitere Möglichkeiten, als ledige Person die Keuschheit zu bewahren?
19 Über deinen Umgang zu wachen wird dir auch helfen, als Unverheirateter keusch zu bleiben (1. Korinther 15:33). Vermeide es, mit Personen Umgang zu haben, deren Leben und deren Gespräche sich hauptsächlich um Sex und um das Heiraten drehen. Lehne unzüchtige Späße unbedingt ab. Paulus gab den Rat: „Hurerei und jede Art Unreinheit oder Habgier sollen unter euch nicht einmal erwähnt werden, so wie es sich für Heilige geziemt, auch kein schändliches Benehmen noch törichtes Reden, noch unzüchtige Späße, Dinge, die sich nicht schicken, sondern vielmehr Danksagung“ (Epheser 5:3, 4).
Eine lohnende Zukunft
20. Wozu führt es, wenn man die Jahre der Ehelosigkeit auf bestmögliche Weise in den Dienst Jehovas stellt?
20 Die Jahre, in denen du als Christ unverheiratet bist, auf bestmögliche Weise in den Dienst Jehovas zu stellen wird dir heute schon Befriedigung und Herzensfrieden verschaffen. Auch wird es zu deiner geistigen Reife und zu einer gewissen Beständigkeit beitragen. Jehova wird deine aufopferungsvollen Bemühungen in seinem heiligen Dienst nicht vergessen, wenn du bis zum Ende des gegenwärtigen bösen Systems der Dinge um des Königreiches willen ledig bleibst.
21. Womit wirst du wahrscheinlich in die Ehe gehen, falls du nach einer Zeit sich lohnender Ehelosigkeit heiraten solltest?
21 Fördere als ledige Person eifrig die Königreichsinteressen, und du wirst viele Segnungen genießen (Sprüche 10:22). Solltest du dann später heiraten, so gehst du mit größerer Lebenserfahrung und nach einer vorzüglichen geistigen Schulung in die Ehe. Außerdem wirst du dich, dem biblischen Rat folgend, für einen Gott hingegebenen Ehepartner entscheiden, der seine Lauterkeit bewahrt und dir hilft, Gott treu zu dienen. Bis dahin kannst du feststellen, daß die Ehelosigkeit ein lohnender Lebensweg im Dienst für Jehova, unseren liebevollen Gott, ist.
-
-
Die Ehelosigkeit — ein lohnender LebenswegDer Wachtturm 1987 | 15. November
-
-
[Kasten auf Seite 19]
Hilfen, als Lediger die Keuschheit zu bewahren
◆ Bete regelmäßig um Gottes Geist und um seine Hilfe, die Früchte des Geistes hervorzubringen.
◆ Sinne über den Rat des Wortes Gottes nach, und wende ihn stets an.
◆ Meide Pornographie und andere unsittliche Unterhaltung.
◆ Wache über deinen Umgang.
◆ Lehne schmutziges Reden und unzüchtige Späße ab.
-