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„Wir schaffen das!“Erwachet! 2012 | November
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„Wir schaffen das!“
„Manchmal drücken mich meine beiden Mädels ganz spontan und sagen: ‚Wir haben dich lieb, Mama!‘ Das tut so gut“ (ANNA, ALLEINERZIEHENDE MUTTER IN POLEN)
„Meine Kinder lassen mich oft spüren, wie dankbar sie für alles sind, was ich mache. Sie basteln mir kleine Geschenke oder malen mir ein Bild. Das gibt mir ein wirklich gutes Gefühl und macht alle Mühe mehr als wett“ (MASSIMO, ALLEINERZIEHENDER VATER IN ITALIEN)
„Ab und zu, wenn ich down bin, schlingt einer meiner Jungs die Arme um mich, drückt mir einen Kuss auf und sagt mir, wie lieb er mich hat“ (YASMIN, ALLEINERZIEHENDE MUTTER IN SÜDAFRIKA)
DIESE drei Zitate sind nur eine Kostprobe von vielen Aussagen alleinerziehender Eltern in aller Welt, die von Erwachet! zu ihrer Situation befragt wurden. Viele von ihnen, meist Mütter, würden sich zwar wünschen, sie müssten nicht allein dastehen und hätten einen liebevollen Ehepartner, der sie bei allem unterstützt.a Doch an ihren Kommentaren kann man ablesen, dass sie sich mit ihrer Lebenssituation recht gut arrangiert haben.
Was hat ihnen geholfen, in ihre schwierige Rolle hineinzuwachsen? Das erzählen sie uns auf den nächsten Seiten. Offen und ehrlich schildern sie ihre Gefühle und geben weiter, was bei ihnen gut funktioniert hat und welche Grundregeln sich in ihrem Alltag bewährt haben. Ziel unserer Artikelreihe? Alleinerziehenden praktische Hilfen an die Hand zu geben, damit sie ihrer anspruchsvollen Aufgabe mit Freude und einem guten Gefühl nachkommen können — was in unserer schnelllebigen, instabilen Welt wirklich alles andere als leicht ist.b
Im Fokus stehen sechs interessante Fragen: Wie können Alleinerziehende . . .
sich mehr Unterstützung holen?
mit ihren Kindern besser kommunizieren?
die richtigen Prioritäten setzen?
klare Grenzen festlegen?
gute Werte vermitteln?
Gott miteinbeziehen?
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1 Unterstützung holenErwachet! 2012 | November
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1 Unterstützung holen
Wen kann ich in meiner Verwandtschaft oder meinem Freundeskreis um Hilfe bitten?
„Wir haben in unserer Versammlung echt gute Freunde, die immer für uns da sind. Bei ihnen fühlen wir uns zu Hause“ (LIZAAN, MUTTER VON ZWEI TEENAGERN)
Was es schwer macht:
„Am schlimmsten ist, dass ich immer so müde bin und mir ständig die Zeit davonläuft“, meint Alina, die zwei kleine Jungs hat. So wie ihr geht es wohl den meisten Alleinerziehenden. Deshalb bauen sich viele ein kleines Netzwerk von Freunden auf, bei denen sie sich jederzeit trauen, um Hilfe zu bitten.
Wie es leichter wird:
Verwandte und Freunde um Unterstützung bitten. Wer könnte denn alles mithelfen? Zum Beispiel auf die Kinder aufpassen, sie irgendwo abholen oder hinbringen, Reparaturen erledigen oder einfach für einen da sein? Am besten schreibt man sich das alles auf und geht die Liste immer wieder mal durch. Möglicherweise gibt es auch Angebote von staatlicher Seite oder anderen Initiativen.
Renata, eine Zeugin Jehovas, wüsste gar nicht, wie sie es mit ihren neunjährigen Zwillingen ohne ihre Glaubensbrüder schaffen sollte. „Sie sind immer für uns da. Einmal zum Beispiel lagen die Mädchen und ich mit Grippe im Bett und ich konnte nichts kochen. Sobald das die Brüder in der Versammlung mitbekamen, schaute jeden Tag einer vorbei und brachte uns etwas zu essen.“ Das war wirklich Liebe in Aktion, ganz im Geist des Bibelworts aus 1. Johannes 3:18: „Lasst uns lieben, nicht mit Worten noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit.“
Den anderen Elternteil um Mithilfe bitten. Meist leben die Kinder ja bei der Mutter. Hat der Vater das Umgangsrecht, könnte man ihn mit einbinden; viele Väter sind verantwortungsbewusst und bereit, mitzuhelfen. Kinder brauchen ihren Vater, und es ist gut, wenn sie Zeit mit ihm verbringen können.a
Die Kinder mit einspannen: Je nach Alter können Kinder ja schon manche Aufgaben erledigen. So wird man selbst ein wenig entlastet; gleichzeitig lernen die Kinder, Verantwortung zu übernehmen, und entwickeln eine gute Arbeitsmoral. Das können sie später im Leben garantiert gut gebrauchen.
a Eltern lassen sich auch in dieser Situation — so gut es ihnen unter den gegebenen Umständen eben möglich ist und wie es für das Kindeswohl am besten ist — von biblischen Grundsätzen leiten. Gerichtsentscheidungen dürfen nicht unterlaufen werden.
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2 Die Kunst der Kommunikation lernenErwachet! 2012 | November
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2 Die Kunst der Kommunikation lernen
Bin ich für meine Kinder da, wenn sie reden möchten?
„Und wenn ich noch so müde bin: Ganz wichtig ist zuhören, zuhören und noch mal zuhören! Das habe ich echt gelernt!“ (MIRANDA, SÜDAFRIKA)
Was es schwer macht:
Cristina erzählt: „Selbst wenn ich da bin, fällt es mir schwer, für meine Tochter ganz Ohr zu sein und auf sie einzugehen — ich habe halt noch Tausend andere Sachen im Hinterkopf, die ich erledigen muss, und bin oft einfach hundemüde.“
Wie es leichter wird:
Für eine entspannte Gesprächsatmosphäre sorgen. Das versucht Elizabeth bei ihren fünf Kindern. „Sie fangen dann von sich aus an zu erzählen. Ich halte sie auch dazu an, nie irgendwelchen Ärger auf ihre Geschwister mit ins Bett zu nehmen, sondern immer miteinander zu reden. Und sie wissen genau: Den anderen mit Schweigen zu strafen kommt bei uns nicht infrage.“
Nicht nur mit halbem Ohr hinhören. „Als kleiner Junge“, so schreibt Lyanne, „war mein Sohn eine richtige Quasselstrippe und oft habe ich einfach auf Durchzug geschaltet. Das hat sich später gerächt, denn als er ins Teenageralter kam, hat er mir nichts mehr erzählt. Ich habe dann auf Biegen und Brechen versucht, ihn ins Gespräch zu ziehen, aber das war genau verkehrt. Ein Ältester in meiner Versammlung gab mir schließlich den Tipp, entspannter zu sein und sich alles ganz natürlich entwickeln zu lassen. Das habe ich mir zu Herzen genommen; seitdem läufts besser.“
Geduld haben. Nach Prediger 3:7 gibt es „eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden“. Dulce erzählt: „Nicht immer war meinen Kindern nach Reden. Aber ich habe sie spüren lassen, dass sie jederzeit zu mir kommen konnten, wenn sie dann doch reden wollten.“ Eine gute Sache: Ein Gespräch nicht erzwingen, sondern einfach mit viel Geduld und Liebe die Tür dafür offenhalten. Genau dazu rät die Bibel. Sie vergleicht die Gedanken eines Menschen mit Wasser in einem tiefen Brunnen, an das man nur mit Geschick und mit der richtigen Schöpftechnik herankommt (Sprüche 20:5).
„Schnell sein zum Hören, langsam zum Reden“ (Jakobus 1:19). Lizaan meint: „Eins musste ich lernen, wenn meine Kinder mit einem Problem ankamen: Nicht gleich drauflosreden, sondern erst einmal ganz ruhig nachhaken — selbst wenn die Sache mich innerlich aufregte.“ Ähnlich ging es Leasa mit ihren zwei Jungs. Sie schreibt: „Zuhören war nicht gerade meine Stärke. Manchmal kamen mir ihre Probleme ziemlich banal vor und ich musste lernen, mich besser in sie hineinzufühlen.“
„Eure Rede sei stets gefällig“ (Kolosser 4:6). „Ich muss bewusst dran arbeiten, immer so ruhig und gelassen wie möglich zu bleiben, auch wenn ich allen Grund hätte, anders zu reagieren“, gibt Lyanne zu. „Sonst würden mir die Kinder nichts mehr erzählen.“
Tut man das nicht, ist die Gefahr groß, die Beherrschung zu verlieren und sogar laut zu werden. Doch damit kann man mehr Schaden anrichten, als man denkt (Epheser 4:31). Das Kind macht dann vielleicht zu und könnte sogar verhaltensauffällig werden. Heidi, die eine Tochter im Teenageralter hat, vergleicht Kinder mit Muscheln. „Wenn man in einem freundlichen und liebevollen Ton mit ihnen redet, öffnen sie sich. Wird man aber laut oder kanzelt sie ab, verschließen sie sich, die Muschel geht zu. Damit ich immer dran denke, habe ich mir an den Kühlschrank ein Bild von einer offenen Muschel gehängt.“
Wissen, was jedes Kind braucht. „Meine Söhne sind ziemlich unterschiedlich“, sagt Yasmin. „Der eine redet gern. Der andere ist eher ruhig und mittlerweile weiß ich, dass ich ihn nicht so direkt mit einer Frage überfallen darf. Besser ist, ganz beiläufig — wenn wir etwas spielen oder er gerade über etwas redet, was ihn interessiert — ein Gespräch anzufangen und behutsam nachzufragen, wie er über das eine oder andere denkt.“
Über manches redet ein Junge natürlich nicht so gern mit seiner Mutter. So auch Misaos halbwüchsiger Sohn. Wie oft hörte sie: „Du verstehst mich einfach nicht!“ Also hat sie einen netten Glaubensbruder aus ihrer Versammlung ins Boot geholt. Er hat einen guten Einfluss auf ihren Sohn und ist für ihn eine wichtige Bezugsperson geworden. „Mein Sohn ist jetzt viel ausgeglichener“, sagt Misao.
Nicht die Rollen verwechseln. „Ich habe mit meiner Tochter über alles geredet, alles bei ihr abgeladen“, gesteht Iwona (zweifache Mutter). „Ich wusste zwar, dass das nicht richtig war. Trotzdem habe ich diesen Fehler gemacht und musste das dann wieder geradebiegen.“ Natürlich möchte man ein herzliches Verhältnis zu seinen Kindern, aber eins darf man nie vergessen: Eltern sind Eltern — und damit Autoritätsfiguren. Strahlen sie Reife, Gelassenheit und Stabilität aus, machen sie es ihren Kindern leichter, sie zu respektieren und sich an die biblische Regel zu halten: „Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern“ (Epheser 6:1, 2).
Seine Kinder lieben (Titus 2:4). Kinder brauchen Liebe — wie die Luft zum Atmen! Darum ist es ganz wichtig, ihnen immer wieder in Wort und Tat zu versichern, dass man sie wirklich lieb hat. Dann fühlen sie sich geborgen und sicher, werden sich ihren Eltern eher öffnen und auch auf sie hören.
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3 Wissen, was zähltErwachet! 2012 | November
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3 Wissen, was zählt
Einmal am Tag gemeinsam essen: Wann wäre in meiner kleinen Familie die beste Zeit dafür?
„Ich war immer nur müde und fragte mich ständig, wie ich alles unter einen Hut bringen sollte: die Arbeit, die Kinder, die Versammlung, den Haushalt, von Ausruhen gar nicht zu reden“ (YOKO, JAPAN)
Was es schwer macht:
„Das Schwierigste ist, dass man als Mutter nicht nur arbeiten gehen muss, sondern auch noch für alles andere verantwortlich ist“, meint Miranda, die zwei Söhne hat. „Die Kinder brauchen etwas zum Essen, zum Anziehen, Aufmerksamkeit, Zuneigung, Anleitung . . . Und all das muss man ohne die Hilfe eines Ehepartners stemmen.“
Wie es leichter wird:
Gut ist eine Analyse: „Was ist für mich und meine Kinder wirklich wichtig?“ Das hat dann im Alltag Priorität.
Entscheidend ist, sich konsequent daran zu halten und den Zeit- und Haushaltsplan entsprechend anzupassen. Zur Verdeutlichung: Eine wichtige Priorität ist die Gesundheit der Kinder. Darum: Lieber sein schwer verdientes Geld in eine ausgewogene Ernährung stecken als später in eine medizinische Behandlung. Oder Stichwort Einkauf: Eine Liste schützt vor Spontankäufen. „Ich koche lieber selbst“, erzählt Roberto, ein vierfacher Vater in den USA. „Ich musste aber lernen, weniger auf Wünsche zu achten, sondern mehr auf das, was wirklich nötig war, und zwar ganz speziell für den jeweiligen Tag.“
Lieber sein schwer verdientes Geld in eine ausgewogene Ernährung stecken als später in eine medizinische Behandlung
Ein anderer Tipp ist: Entrümpeln. Sich von allem trennen, was man so gut wie nie verwendet (Bücher, Kleidung, Krimskrams). Eine alleinerziehende Mutter schreibt: „Je mehr Sachen, desto mehr Stress. Schließlich muss man das ja alles sauber und in Schuss halten. Wer sein Leben entrümpelt, lebt einfacher.“
Damit der Haushalt nicht im Chaos versinkt, müssen Kinder lernen, jeden Abend aufzuräumen. Durch solche Hausregeln bringt man ihnen bei, sich für ihr Zimmer und sogar für die Wohnung verantwortlich zu fühlen. Das eigene gute Beispiel erspart einem da sicher manches Wort.
Auch wenn man viel um die Ohren hat, eins bleibt ein Muss: Sich Zeit für die Kinder nehmen. Es ist nicht genug, ihnen nur ab und zu die volle Aufmerksamkeit zu schenken. Kinder brauchen von ihren Eltern einfach so viel Zeit und Aufmerksamkeit wie möglich (5. Mose 6:7).
Bewährt hat sich auch, wenigstens einmal am Tag gemeinsam zu essen, und das in netter Atmosphäre. Colette aus Frankreich hat das mit ihren drei Kindern immer abends gemacht: „Da waren wir dann alle zu Hause und haben uns die Zeit genommen, über alles Mögliche zu reden, unsere Gefühle, Jehova, einfach alles. Diese Momente waren und sind bis heute für unsere kleine Familie etwas ganz Besonderes.“
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4 Klare Grenzen festlegenErwachet! 2012 | November
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4 Klare Grenzen festlegen
Wissen meine Kinder, woran sie mit mir sind?
„Kinder allein großzuziehen ist wirklich nicht einfach, vor allem wenn sie dann in der Pubertät sind und mitbekommen, wie sich andere in ihrem Alter von den Eltern nichts mehr sagen lassen“ (DULCE, SÜDAFRIKA)
Was es schwer macht:
Der Zeitgeist: „In den letzten Tagen“, so die Bibel, würden viele Kinder „den Eltern ungehorsam“ sein (2. Timotheus 3:1, 2).
Wie es leichter wird:
Verstehen, „dass Kinder Strukturen und einen geregelten Tagesablauf brauchen, damit es ihnen gut geht“ (nach einem Ratgeber für Alleinerziehende). Der Kinder- und Familienpsychologe Barry G. Ginsberg erklärt: „Sind die Grenzen deutlich abgesteckt, werden zwischenmenschliche Beziehungen unkomplizierter und angenehmer.“ Und: „Je klarer die Grenzen definiert sind und je eindeutiger sie formuliert werden, umso leichter wird das Miteinander.“ Wie setzt man klare Grenzen?
Festigkeit zeigen und zu dem stehen, was man sagt (Matthäus 5:37). Nach einer australischen Studie benehmen sich Kinder oft daneben, weil Eltern es einfach nicht schaffen, Nein zu sagen oder sich durchzusetzen. Schon die Bibel sagt: Ein Junge oder Mädchen, „dem freier Lauf gelassen wird, wird seiner Mutter Schande bereiten“ (Sprüche 29:15).
Manchmal ist man als Alleinerziehender vor lauter Schuldgefühlen versucht, den Kindern zu viel durchgehen zu lassen. „Mein erster Impuls ist oft: ‚Die armen Jungs . . . müssen ohne ihren Vater aufwachsen‘, und das geht mir dann immer wie ein Stich durchs Herz“, erzählt Yasmin. Doch sie hat es geschafft, sich von solchen Gefühlen — die ja keinesfalls fehl am Platz sind — nicht den Blick für das verstellen zu lassen, was die Kinder brauchen. Dazu gleich mehr.
Konsequent sein. „Wenn Kinder wissen, woran sie sind, und die Eltern Familienregeln konsequent durchsetzen, kann das durchaus einem Problemverhalten und emotionalen Störungen vorbeugen“, schreibt ein Fachjournal. Yasmin sagt: „Ich habe mich mit meinen Jungs hingesetzt und klar mit ihnen besprochen, welche Konsequenzen es hat, wenn sie sich nicht an die Spielregeln halten. Und dann bin ich auch konsequent. Allerdings habe ich gelernt, erst einmal zuzuhören, und ihnen danach ruhig zu erklären, wie ihr Verhalten die ganze Familie stresst. Erst dann kommt die angekündigte Strafe.“
Vernünftig sein; nicht aus Ärger handeln. Festigkeit ist zwar wichtig, erfordert aber Augenmaß. „Die Weisheit von oben“, also von Gott, ist „vernünftig“ (Jakobus 3:17). Ein vernünftiger Mensch wird nicht im Zorn handeln oder sonst wie überreagieren. Und er geht auch nicht stur nach Regeln vor, sondern ist jemand, der erst einmal nachdenkt — womöglich sogar ein Gebet spricht — und dadurch die Sache ruhiger und fairer angehen kann.
Die beste Basis, um Grenzen zu definieren, sind also Konsequenz, Festigkeit, Vernünftigkeit und das eigene gute Beispiel. So schafft man es, für ein Zuhause zu sorgen, in dem sich die Kinder geborgen fühlen.
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5 Gute Werte vermittelnErwachet! 2012 | November
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5 Gute Werte vermitteln
Nehme ich mir die Zeit, meinen Kindern mit der Bibel echte Werte zu vermitteln?
„Früher habe ich mich nicht an die Bibel gehalten und hatte bei der Erziehung meiner Kinder echt Probleme. Aber jetzt, wo ich die Bibel kenne, fällt mir alles viel leichter“ (ELIZABETH, SÜDAFRIKA)
Was es schwer macht:
Gruppenzwang in der Schule, der schleichende Werteverfall — all das zerrt an den Familien. Damit die Kinder dem etwas entgegensetzen können, muss man ihnen die richtigen Werte mit auf den Weg geben. Dann stehen die Chancen gut, dass sie als Erwachsene Prinzipien, Verantwortungsgefühl und menschliche Qualitäten mitbringen.
Wie es leichter wird:
Für viele alleinerziehende Eltern (auch für alle, die hier zu Wort kommen) ist die Bibel Gold wert. Ihnen ist bewusst, dass keiner kompetenteren Rat geben kann als Gott. Hier eine Kostprobe aus seinem Wort zu dem wichtigsten Erziehungsprinzip überhaupt — die Kraft der Liebe.
„Die Liebe ist langmütig und gütig. Die Liebe ist nicht eifersüchtig, sie prahlt nicht, bläht sich nicht auf, benimmt sich nicht unanständig, blickt nicht nach ihren eigenen Interessen aus, lässt sich nicht aufreizen. Sie rechnet das Böse nicht an. Sie freut sich nicht über Ungerechtigkeit, sondern freut sich mit der Wahrheit. Sie erträgt alles, . . . hofft alles, erduldet alles. Die Liebe versagt nie“ (1. Korinther 13:4-8).
Erfahren Kinder von ihren Eltern eine Liebe dieser Qualität, blühen sie auf. Colette schreibt: „Ich habe meinen Kindern oft gesagt, dass ich sie liebe. Und dass sie für mich Geschenke von Gott sind, auf die ich gut aufpassen muss. Für die Kinder bedeutete das im Gegenzug, höflich und respektvoll zu sein — zu mir, aber auch zu ihrem Vater, wenn sie ihn sahen. Mit diesem schönen Bild im Kopf haben wir eine Atmosphäre des Vertrauens und der gegenseitigen Achtung aufgebaut“ (Psalm 127:3).
Anna schreibt: „Wenn meine Kinder anfangen, sich zu zanken, erinnere ich sie immer an die Regel Jesu: Behandelt die anderen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden möchtet“ (Matthäus 7:12). Vor einem weiteren, aber sehr häufigen Problem vieler Alleinerziehender steht Roberto: „Die Kinder sind zwei unterschiedlichen Wertesystemen ausgesetzt — meinem und dem ihrer Mutter. Bestehe ich dann darauf, dass sie sich an die Bibel halten, bin ich natürlich erst mal der Spielverderber. . . . Manchmal versucht der andere auch, einen bei den Kindern mit Geschenken auszustechen. Es ist nicht leicht, bei diesem Spiel nicht mitzumachen, aber was hilft, ist, mit den Kindern offen darüber zu reden.“
Umzusetzen, was man aus der Bibel weiß, ist natürlich nicht immer einfach. Doch das Endergebnis ist alle Mühe wert! So empfindet es Sarah (Südafrika): „Ich bin wirklich froh, dass meine Kinder mit der Bibel und Jehova groß geworden sind. Natürlich gab es auch manches Tief, aber wir hatten immer das Gefühl, dass Jehova Gott an unserer Seite war.“
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6 Bei Gott Hilfe suchenErwachet! 2012 | November
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6 Bei Gott Hilfe suchen
Beziehe ich Gott bei der Erziehung meiner Kinder mit ein?
„Als mein Mann mich und die Kinder im Stich ließ, flehte ich Gott an, uns beizustehen. Er hat mein Gebet erhört. Wir haben immer alles gehabt, was wir brauchten. Er hat uns durch alles hindurchgeholfen“ (MAKI, JAPAN)
IN UNSERER heutigen Gesellschaft spielt Gott oft keine große Rolle mehr. Dabei ist dem Schöpfer sehr an uns und unserem Glück gelegen. Er lässt uns sagen: „Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. . . . Ich will dir wirklich helfen“ (Jesaja 41:10).
Im letzten Artikel wurde ja kurz erklärt, welche Hilfestellung uns Gott durch die Bibel gibt und wie er uns durch sie die richtigen Werte vermittelt (2. Timotheus 3:16). Aber sein Wort bietet nicht nur Orientierung fürs Leben. Es verrät uns auch viel über Gottes faszinierende Persönlichkeit und seine Liebe zu uns. Wer biblische Leitprinzipien umsetzt, verspürt hautnah, wie gut Gott ist — das können viele Eltern, ob alleinerziehend oder nicht, nur bestätigen:
Robert (Österreich): „Keiner ist so ein guter Vater oder so eine gute Mutter wie Jehova Gott. Er weiß genau, was unsere Kinder brauchen und wie er sie schützen kann. Deshalb beten meine Tochter und ich oft gemeinsam zu ihm.“
Ayusa (Japan): „Wenn ich meinen Sohn sagen höre: ‚Jehova ist da, alles wird gut!‘, wird mir ganz warm ums Herz. Daran sehe ich, dass er voll und ganz auf ihn vertraut.“
Cristina (Italien): „Wenn ich mal keinen Ausweg mehr sehe, bete ich zu Jehova und bitte ihn, sich drum zu kümmern. Dann werde ich innerlich ganz ruhig, weil ich weiß, dass er das Problem auf die bestmögliche Weise lösen wird.“
Laurentine (Frankreich): „Ich habe selbst erlebt, dass Jehova für Alleinerziehende da ist. Er fängt jeden auf, der sich verlassen fühlt oder dem der Vater oder die Mutter fehlt.“
Keiko (Japan): „Gott möchte für alle Familien da sein, ob Einelternfamilie oder nicht. Ihm sind nämlich alle wichtig“ (Apostelgeschichte 10:34).
Gottes Mitgefühl und seine Fürsorge spricht aus den Worten Jesu, der sagte: „Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt, ich will euch Ruhe schenken . . . , denn ich bin demütig und freundlich, und eure Seele wird bei mir zur Ruhe kommen“ (Matthäus 11:28-30, Begegnung fürs Leben). Eins ist also sicher: Bei niemandem sind Eltern mit ihren Sorgen und Nöten besser aufgehoben als bei Jesus und seinem Vater, Jehova Gott. „Schmeckt und seht, dass Jehova gut ist“, heißt es in Psalm 34:8. Das ist eine ganz persönliche Einladung von Gott — doch selbst einmal auszuprobieren, wie gut seine Ratschläge funktionieren, und sich davon zu überzeugen, dass er nur das Beste für einen möchte. Ist das nicht einen Versuch wert?
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