Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Besser schlafen
    Erwachet! 2003 | 22. März
    • SCHLAFSTÖRUNGEN sind nichts Neues. Schon im 5. Jahrhundert v. u. Z. schrieb ein Diener am Hof des persischen Königs Ahasverus, dass den König eines Nachts ‘der Schlaf floh’ (Esther 6:1).

      Heute können Millionen Menschen nicht gut schlafen. Laut dem brasilianischen Schlafspezialisten Rubens Reimão leiden schätzungsweise 35 Prozent der Weltbevölkerung an Insomnie.a Dr. David Rapoport vom Zentrum für Schlafstörungen der Universität New York bezeichnete Schlafstörungen als „eine der ernst zu nehmendsten Epidemien des ausgehenden Jahrhunderts“.

      Was die Sache noch verschlimmert: Viele leiden an Insomnie, ohne zu wissen, warum. Nach Angaben von Forschern der Staatlichen Universität São Paulo wird bei nur 3 Prozent der Betroffenen überhaupt eine Diagnose gestellt. Viele meinen, schlecht zu schlafen gehöre nun mal zum Leben, und finden sich damit ab, tagsüber reizbar und schläfrig zu sein.

      Das nächtliche Drama

      Sich die ganze Nacht hin und her zu wälzen ohne ein Auge zuzutun, während alle anderen friedlich schlummern, ist äußerst unangenehm. Allerdings ist es nicht ungewöhnlich, vorübergehend schlecht zu schlafen. Meist sind Stress oder die normalen Höhen und Tiefen des Lebens im Spiel und nach einigen Tagen schläft man wieder normal. Werden Schlafstörungen jedoch chronisch, können emotionale oder körperliche Störungen vorliegen. Dann ist es wichtig, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. (Siehe oben.)

      Möglicherweise leiden wir ebenfalls an einer Schlafstörung. Wenn wir mithilfe des Fragebogens auf Seite 9 feststellen sollten, dass wir tatsächlich Schlafstörungen haben, brauchen wir nicht zu verzweifeln. Wer akzeptiert, dass er Hilfe benötigt, hat den wichtigsten Schritt zur Heilung einer Schlafstörung schon getan. Laut dem brasilianischen Neurologen Geraldo Rizzo können 90 Prozent aller Insomniepatienten geheilt werden.

      Entscheidend für die richtige Behandlung ist jedoch, die genaue Ursache der Schlafstörung herauszufinden. Mithilfe eines diagnostischen Verfahrens namens Polysomnographie konnten schon zahlreiche Schlafstörungen geheilt werden. (Siehe unten.)

      Einer der häufigsten Gründe für chronische Schlafstörungen bei Erwachsenen ist Schnarchen. Wer jemals neben einem Schnarcher geschlafen hat, weiß, wie unangenehm das sein kann. Schnarchen kann ein Hinweis auf ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) sein, bei dem sich die Luftröhre vorübergehend schließt und keine Luft mehr in die Lunge gelangen kann. Zu den ersten Behandlungsschritten bei OSAS zählen Gewichtsabnahme sowie der Verzicht auf alkoholische Getränke und Muskelrelaxantia. Eventuell verschreibt der Facharzt spezielle Medikamente, eine intraorale Apparatur oder eine Atemhilfe.b

      In schweren Fällen kann es notwendig sein, Rachen, Kiefer, Zunge oder Nase chirurgisch korrigieren zu lassen, damit die Atemluft leichter ein- und ausströmen kann.

      Auch Kinder können an Schlaflosigkeit leiden. Die Anzeichen für Schlafmangel zeigen sich möglicherweise in der Schule. Doch schlechte Leistung, Reizbarkeit und mangelnde Konzentration können auch als Zeichen von Hyperaktivität gedeutet werden, was in diesem Fall nicht zutreffen würde.

      Manche Kinder sträuben sich einzuschlafen. Lieber singen oder reden sie, oder sie lassen sich Geschichten erzählen — alles, um nur nicht schlafen zu müssen. Das kann einfach ein Trick sein, um von den Eltern beachtet zu werden. Manchmal haben Kinder aber auch Angst zu schlafen, weil sie immer wieder Alpträume haben, die durch Horrorfilme, Gewalt in den Nachrichten oder Streit in der Familie verursacht werden mögen. Eltern können derartigen Problemen vorbeugen, indem sie in ihrem Zuhause für eine friedliche und liebevolle Atmosphäre sorgen. Falls die Symptome nicht verschwinden, sollte man natürlich ärztliche Hilfe suchen. Für Kinder ist erholsamer Schlaf zweifellos genauso wichtig wie für Erwachsene.

  • Besser schlafen
    Erwachet! 2003 | 22. März
    • a Der Ausdruck Insomnie (Schlaflosigkeit) bezeichnet das Unvermögen, normal und ausreichend zu schlafen.

      b Der Betreffende schläft mit einer kleinen Gesichtsmaske, über die ihm ein Luftstrom zugeführt wird. Die Maske ist über einen flexiblen Schlauch an einen Kompressor angeschlossen. Durch den Luftstrom werden die Atemwege offen gehalten, sodass der Patient normal atmen kann.

  • Besser schlafen
    Erwachet! 2003 | 22. März
    • [Kasten/Bild auf Seite 8]

      HAUPTURSACHEN VON SCHLAFSTÖRUNGEN

      ◼ KÖRPERLICHE URSACHEN: Alzheimerkrankheit, Apnoe (Verschluss der oberen Luftwege während des Schlafs), Syndrom der unruhigen Beine, Parkinsonkrankheit, Periodic Limb Movement Disorder (periodische, von Aufwachen begleitete Bewegungen der Gliedmaßen), Asthma, Herz- und Verdauungsbeschwerden

      ◼ PSYCHISCHE URSACHEN: Depressionen, Angstzustände, Panik, Zwangsneurosen, Posttraumatische Belastungsstörung

      ◼ ÄUSSERE EINFLÜSSE: Licht, Lärm, Hitze, Kälte, unbequeme Matratze, unruhiger Ehepartner

      ◼ WEITERE URSACHEN: Alkohol- und Drogenmissbrauch, Nebenwirkungen mancher Medikamente

      [Kasten auf Seite 8]

      DIE DIAGNOSE VON SCHLAFSTÖRUNGEN

      Die Polysomnographie ist ein diagnostisches Verfahren. Während der Patient unter möglichst normalen Bedingungen schläft, werden verschiedene Messungen vorgenommen. Nachfolgend werden die wichtigsten für eine Beurteilung notwendigen Messungen vorgestellt.

      ◼ Elektroenzephalogramm (EEG): Messung der elektrischen Spannungsschwankungen im Gehirn, um Intensität und Dauer der verschiedenen Schlafphasen bestimmen zu können

      ◼ Elektrookulogramm: Aufzeichnung der während des REM-Schlafs beobachtbaren Augenbewegungen

      ◼ Elektromyogramm: Messung des Tonus der Kinn- und der Beinmuskulatur während des REM-Schlafs

      ◼ Elektrokardiogramm: Aufzeichnung der nächtlichen Herztätigkeit

      ◼ Bewegungen der Atemwege, Luftstrom: Messung des Luftstroms in Nase und Mund sowie der Bewegungen von Bauch und Brustkorb

      ◼ Oxyhämoglobin-Sättigung: Am Finger des Patienten wird mit einem so genannten Oximeter der Sauerstoffgehalt des Blutes gemessen

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen