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Überwältigt von dem, was sie sahenErwachet! 1991 | 22. Dezember
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In Kiew, der Hauptstadt der Ukraine, versammelten sich im Dynamo-Stadion 14 654 Personen, von denen einige auf der Titelseite dieser Zeitschrift zu sehen sind. Ein Zeuge fragte einen der leitenden Polizeibeamten, ob seine Leute während des Kongresses hart zu arbeiten gehabt hätten. „Nein, das nächste Mal schicken wir euch nur zwei Polizisten.“
„Wieso zwei?“
„Wenn der eine einschläft, kann der andere auf ihn aufpassen.“
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Überwältigt von dem, was sie sahenErwachet! 1991 | 22. Dezember
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In Lwow, wo sich 17 531 im Zentralukrainischen Stadion versammelt hatten, sagte ein Polizeisprecher einem Zeugen: „Für jedes andere Ereignis mit so vielen Anwesenden brauchten wir Hunderte von Polizisten. Für Ihren Kongreß hatten wir zehn, und selbst die wurden nicht wirklich gebraucht.“
Wie stark ihn der Kongreß beeindruckte, zeigen seine anschließenden Worte: „Sie zeichnen sich dadurch aus, daß Sie Menschen das Gute beibringen; Sie sprechen über Gott, und Sie beteiligen sich nicht an Gewalttätigkeiten. Wir haben uns darüber unterhalten, warum wir Sie verfolgt haben, und sind zu dem Schluß gekommen, daß wir Ihnen nicht zugehört haben und nichts über Sie wußten.“
Nach einem Besuch des Kongresses in Ussolje-Sibirskoje (Sibirien) schrieb eine Reporterin der sowjetischen Zeitung Leninskij Put: „Die Höflichkeit und die Fähigkeit, die Bedürfnisse anderer zu sehen und darauf einzugehen, die unter Jehovas Zeugen zu beobachten sind, waren wirklich erstaunlich. Ich werde nie die Worte vergessen, die auf dem Kongreß geäußert wurden: ‚Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht lügen! Du sollst nicht [übermäßig] trinken! Sei fleißig! Hilf deinem Nächsten!‘ Eigentlich sind das Prinzipien, um die sich die Menschen im allgemeinen bemühen sollten. Doch oft vergessen wir sie.
Beeindruckend war auch die brüderliche Einstellung zueinander und die Bereitschaft zu helfen. Eine Frau bot uns eine Zeitung an, damit wir uns nicht auf die staubige Bank setzen mußten. Als es zu regnen anfing, gab mir die junge Frau, die neben mir saß, mit einem freundlichen Lächeln ihren Schirm, und nicht weit weg zog ein Mann einen nassen Jungen buchstäblich unter seinen Schirm. ...
Die ganze Atmosphäre auf dem Kongreß machte einen ein Stück besser, ein bißchen kultivierter, edler. Es war unmöglich, die Freundlichkeit, die einem von Fremden erwiesen wurde, nicht mit einem Lächeln zu erwidern. ... Beim Verlassen des Stadions kamen wir uns gereinigt vor und hatten das Gefühl, daß wir mit etwas Schönem in Berührung gekommen waren.“
Zu dem Kongreß in Kiew kamen über 2 000 Besucher aus Moskau und etwa 4 500 aus dem Kaukasus. Im Flughafen hatte man einen Informationsstand aufgebaut, auf dem auch biblische Literatur auslag. Viele Leute stellten Fragen, die nur zu gern beantwortet wurden. Eines Abends kam ein Mann an den Stand und sagte: „Ich beobachte Sie schon seit geraumer Zeit, und ich bin erstaunt über die Freundlichkeit, mit der Sie zu anderen über das Königreich sprechen. Erlauben Sie mir bitte, Ihnen für Ihre hervorragende Tätigkeit diese Blumen zu überreichen.“
Ein Zeitungsmann war beeindruckt, als er bei der Taufe während des Kongresses in Ussolje-Sibirskoje einige Russen beobachtete, die eine neugetaufte Person vom Volk der Burjaten umarmten und ihr gratulierten. In Sibirien gibt es zwar im allgemeinen keine nationalen Vorurteile, aber echte Freundschaften zwischen Russen und den Angehörigen asiatischer Völker sind doch selten. „Wie konnten Sie diese nationalen Schranken überwinden?“ fragte der Zeitungsmann.
„Durch die Beherzigung des biblischen Grundsatzes ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst‘“, lautete die Antwort.
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