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Die katholische Kirche in Spanien — Der MachtmißbrauchErwachet! 1990 | 8. März
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DER mächtigste Mann im Europa des 16. Jahrhunderts war Philipp II., König des katholischen Spanien. Sein Reich, „über dem die Sonne nie unterging“, erstreckte sich von Mexiko bis zu den Philippinen, von den Niederlanden bis zum Kap der Guten Hoffnung.
Seine ehrgeizigen Ziele waren jedoch weniger politischer als religiöser Natur — er wollte den katholischen Glauben in Europa verteidigen und ihn in seinem ganzen Reich ausbreiten. Von Priestern erzogen, war er überzeugt, daß die katholische Kirche die Hauptstütze seiner Monarchie, ja sogar der ganzen Zivilisation war. Vor allem war er ein Sohn der Kirche.
Um die Sache des Katholizismus zu fördern, befürwortete er die grausamen Methoden der Inquisition. Er kämpfte in den Niederlanden gegen die Protestanten und im Mittelmeer gegen die „ungläubigen“ Türken. Widerstrebend heiratete er Maria Tudor, die kränkliche englische Königin, und bemühte sich, daß sie einen katholischen Erben bekam, was ihm allerdings nicht gelang. Später entsandte er seine „unbesiegbare“ Armada, um England dem protestantischen Lager zu entreißen, doch die Armada traf ein schlimmes Geschick. Und als er starb, war sein Land bankrott — trotz des vielen Goldes, das aus den Kolonien nach Spanien geschleppt worden war.
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Die katholische Kirche in Spanien — Der MachtmißbrauchErwachet! 1990 | 8. März
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[Bild auf Seite 7]
Von der Klosteranlage San Lorenzo del Escorial aus regierte Philipp II. sein Reich, „über dem die Sonne nie unterging“
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