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  • Woran ist ein Geistesmensch zu erkennen?
    Der Wachtturm (Studienausgabe) 2018 | Februar
    • Eine Schwester denkt darüber nach, was die Bibel über Jesus berichtet

      Woran ist ein Geistesmensch zu erkennen?

      Möge Gott euch gewähren, untereinander die gleiche Gesinnung zu haben, die Christus Jesus hatte (RÖM. 15:5)

      LIEDER: 17, 13

      WIE WÜRDEST DU ANTWORTEN?

      • Woran ist ein Geistesmensch zu erkennen?

      • Was können wir von geistig gesinnten Vorbildern lernen?

      • Warum sollten wir uns bemühen, „Christi Sinn“ zu haben?

      1, 2. (a) Welche Vorteile sehen einige darin, geistig gesinnt zu sein? (b) Welche Fragen werden wir besprechen?

      „EINE gute geistige Einstellung macht mich glücklicher. Sie hilft mir, mit den Sorgen des Alltags besser klarzukommen“, sagt eine Schwester in Kanada. Ein Bruder in Brasilien erklärt: „Wir führen seit 23 Jahren eine sehr glückliche Ehe, weil wir uns bemühen, Geistesmenschen zu sein.“ Und ein Bruder auf den Philippinen bemerkt: „Geistig gesinnt zu sein gibt mir inneren Frieden und hilft mir, mit Brüdern unterschiedlichster Herkunft zurechtzukommen.“

      2 Diese Äußerungen zeigen, wie gut es sich auswirkt, geistig gesinnt zu sein. Vielleicht fragen wir uns jetzt: „Was kann ich tun, um als Geistesmensch zu wachsen und noch glücklicher zu werden?“ Bevor wir darauf eingehen, ist es wichtig, genau zu verstehen, was die Bibel über Geistesmenschen sagt. Wir gehen im Folgenden auf drei Fragen ein: 1. Was bedeutet es, ein Geistesmensch zu sein? 2. Wie kann man als Geistesmensch Fortschritte machen? 3. Warum ist es für unsere geistige Gesinnung gut, wie Jesus zu denken?

      WAS IST EIN GEISTESMENSCH?

      3. Worin unterscheidet sich ein Geistesmensch von einem physischen Menschen?

      3 Der Apostel Paulus stellt einen „Geistesmenschen“ einem „physischen Menschen“ gegenüber. (Lies 1. Korinther 2:14-16.) Worin unterscheiden sie sich? Der physische Mensch nimmt „die Dinge des Geistes Gottes nicht an“, denn sie sind für ihn unsinnig und „er kann sie nicht erkennen“. Der Geistesmensch hingegen „beurteilt . . . alle Dinge“ und hat „Christi Sinn“. Paulus ermuntert uns, Geistesmenschen zu sein. Welche Unterschiede gibt es noch?

      4, 5. Woran ist ein physischer Mensch noch zu erkennen?

      4 Gehen wir zuerst näher auf den physischen Menschen ein. In der Welt lassen sich die meisten von ihrer sündigen Natur leiten. Paulus beschreibt diese Einstellung als den „Geist, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirksam ist“ (Eph. 2:2). Unter dem Einfluss dieses Geistes folgen die meisten einfach der Masse. Sie tun, was sie für richtig halten, und interessieren sich nicht für Gottes Maßstäbe. Ein physischer Mensch legt übermäßig Wert auf Ansehen, Materielles oder darauf, das durchzusetzen, was er für sein Recht hält.

      5 Oft ist ein physischer Mensch auch an „Werken des Fleisches“ zu erkennen (Gal. 5:19-21). Im ersten Korintherbrief führt Paulus weitere Merkmale des physischen Menschen auf: Er fördert Spaltungen und Streitigkeiten, ist parteiisch, geht mit Brüdern vor Gericht, erkennt die Leitung durch ein Haupt nicht an oder gibt Essen und Trinken einen zu hohen Stellenwert. Kommt er in Versuchung, wird er schwach und gibt nach (Spr. 7:21, 22). Judas sprach von Personen, die so schwach wurden, dass sie „keine geistige Gesinnung“ mehr hatten (Jud. 18, 19).

      6. Woran ist ein geistig gesinnter Mensch zu erkennen?

      6 Woran ist ein Geistesmensch zu erkennen? Ihm ist das Verhältnis zu Gott sehr wichtig. Er bemüht sich, ein „Nachahmer Gottes“ zu werden (Eph. 5:1). Ihm liegt viel daran, Dinge so zu sehen, wie Jehova sie sieht. Gott ist für ihn sehr real. Er möchte sein ganzes Leben nach Jehovas Maßstäben ausrichten (Ps. 119:33; 143:10). Er bringt nicht die Werke des Fleisches hervor, sondern arbeitet an der „Frucht des Geistes“ (Gal. 5:22, 23). Um noch besser zu verstehen, was mit „geistig gesinnt“ gemeint ist, ein Vergleich: Von einer Person, die sich in kommerziellen Angelegenheiten gut auskennt, sagt man, sie habe „Sinn fürs Geschäft“ oder „Geschäftssinn“. Wer geistige oder religiöse Interessen schätzt, hat „Sinn für Geistiges“.

      7. Was sagt die Bibel über geistig gesinnte Menschen?

      7 In der Bibel werden geistig gesinnte Menschen positiv erwähnt. In Matthäus 5:3 (NW, 2013) heißt es: „Glücklich sind die, denen bewusst ist, dass sie Gott brauchen, denn das Königreich des Himmels gehört ihnen.“ In Römer 8:6 lesen wir, wie gut es sich auswirkt, geistig gesinnt zu sein: „Das Sinnen des Fleisches bedeutet Tod, das Sinnen des Geistes aber bedeutet Leben und Frieden.“ Sich auf geistige Dinge zu konzentrieren führt heute schon zu Frieden mit Gott, zu innerem Frieden und in Zukunft zu ewigem Leben.

      8. Warum ist es nicht leicht, ein Geistesmensch zu werden und zu bleiben?

      8 Wir leben allerdings in einem gefährlichen Umfeld und sind von gottlosem Denken umgeben. Daher müssen wir alles tun, um ein Geistesmensch zu werden und zu bleiben. Lässt man sich nicht mehr von Gottes Geist leiten, entsteht ein moralisches Vakuum und die verdorbene „Luft“ dieser Welt wird einströmen. Wie können wir das verhindern? Und wie können wir geistig wachsen?

      NACHAHMENSWERTE BEISPIELE

      9. (a) Was hilft uns, geistige Fortschritte zu machen? (b) Auf welche Beispiele gehen wir jetzt ein?

      9 Ein Kind, das sich an seinen Eltern orientiert, kann reifer werden. Wir können uns an Geistesmenschen orientieren, um Fortschritte zu machen. Menschen hingegen, die sündigen Neigungen nachgeben, sind warnende Beispiele für uns (1. Kor. 3:1-4). In der Bibel wird über beide Arten von Menschen berichtet. Da wir als Geistesmenschen Fortschritte machen wollen, beschäftigen wir uns mit drei guten Beispielen: Jakob, Maria und Jesus.

      Ein Bruder denkt über das Beispiel von Jakob nach

      Was können wir von Jakob lernen? (Siehe Absatz 10)

      10. Woran ist zu erkennen, dass Jakob ein Geistesmensch war?

      10 Zuerst zu Jakob. Wie viele von uns heute hatte er kein einfaches Leben. Er musste mit seinem Bruder Esau zurechtkommen, der fleischlich gesinnt war und ihn sogar töten wollte. Hinzu kam noch sein betrügerischer Schwiegervater, der ihn wiederholt ausnutzen wollte. Trotz dieses Umfelds war Jakob ein Geistesmensch. Er vertraute auf das, was Gott Abraham verheißen hatte, und setzte sich hingebungsvoll für das Wohl seiner Familie ein, die in Jehovas Vorsatz eine besondere Rolle spielen sollte (1. Mo. 28:10-15). Jakobs Worte und Taten zeigen, dass er Gottes Maßstäbe und Willen berücksichtigte. Als er sich einmal von Esau bedroht fühlte, betete er zu Gott: „Befreie mich, ich bitte dich, . . . du hast gesagt: ‚Ohne jede Frage werde ich es dir gutgehen lassen, und ich will deinen Samen gleich den Sandkörnern des Meeres machen‘ “ (1. Mo. 32:6-12). Ganz offensichtlich glaubte er fest an das, was Jehova ihm und seinen Vorfahren verheißen hatte. Und er wollte sich nach Gottes Willen und Vorsatz ausrichten.

      Eine Schwester sagt in einer Zusammenkunft, was wir von Maria lernen können

      Was können wir von Maria lernen? (Siehe Absatz 11)

      11. Woran ist zu erkennen, dass Maria ein Geistesmensch war?

      11 Maria ist ein weiteres Vorbild. Warum wählte Jehova sie als Mutter von Jesus aus? Zweifellos, weil sie eine gute geistige Einstellung hatte. Das ist an den Worten zu erkennen, mit denen sie Jehova pries, als sie Sacharja und Elisabeth besuchte. (Lies Lukas 1:46-55.) Marias Worte machen deutlich: Sie liebte Gottes Wort und war mit den Hebräischen Schriften bestens vertraut (1. Mo. 30:13; 1. Sam. 2:1-10; Mal. 3:12). Bemerkenswert ist auch, dass Joseph und Maria — obwohl frisch verheiratet — vor Jesu Geburt keine sexuellen Beziehungen miteinander hatten. Was zeigt das? Jehovas Wille war ihnen wichtiger als ihre eigenen Wünsche (Mat. 1:25). Während Jesus heranwuchs, verfolgte Maria genau, was in seinem Leben geschah, und schenkte seinen weisen Worten Aufmerksamkeit. Sie „bewahrte . . . alle diese Worte sorgfältig in ihrem Herzen“ (Luk. 2:51). Gottes Vorsatz in Verbindung mit dem Messias bedeutete ihr offensichtlich sehr viel. Können wir von Maria lernen und Gottes Willen in unserem Leben an die erste Stelle setzen?

      12. (a) Worin gleicht Jesus seinem Vater? (b) Wie können wir Jesus nachahmen? (Siehe Anfangsbild.)

      12 Wer ist das herausragendste Beispiel für einen Geistesmenschen? Natürlich Jesus. In seinem Leben und Dienst war zu erkennen, dass er wie sein Vater sein wollte. Er dachte, fühlte und handelte wie sein Vater. Er berücksichtigte Gottes Willen und Maßstäbe bei allem, was er tat (Joh. 8:29; 14:9; 15:10). Sehen wir uns doch einmal an, wie der Prophet Jesaja Jehovas Mitgefühl beschrieb, und vergleichen das mit dem, was der Evangelist Markus über Jesu Gefühle sagte. (Lies Jesaja 63:9; Markus 6:34.) Haben wir wie Jesus Mitgefühl für Menschen in Not und sind wir jederzeit bereit, entsprechend zu handeln? Setzen wir uns wie Jesus beim Predigen und Lehren der guten Botschaft völlig ein? (Luk. 4:43). So zu empfinden und zu handeln zeichnet einen Geistesmenschen aus.

      13, 14. (a) Was können wir von neuzeitlichen Vorbildern lernen? (b) Erzähle eine Erfahrung.

      13 Es gibt nicht nur biblische, sondern auch viele neuzeitliche Vorbilder — geistig gesinnte Brüder und Schwestern, die Christi Persönlichkeit immer besser widerspiegeln. Vielleicht hast du ihren Eifer im Dienst bemerkt, ihre Gastfreundschaft, ihr Mitgefühl oder andere gute Eigenschaften. Doch wie wir kämpfen sie mit Schwächen und Unzulänglichkeiten. Rachel aus Brasilien sagt: „Ich bin damals der Modewelt mit all ihren Trends gefolgt. Bescheidenheit war für mich ein Fremdwort. Als ich dann die Wahrheit kennenlernte, habe ich mich bemüht, ein Geistesmensch zu werden. Das war nicht leicht, hat mich aber glücklicher gemacht. Ich habe einen echten Sinn im Leben gefunden.“

      14 Reylene von den Philippinen hatte ein anderes Problem. Sie wollte im Leben vorankommen und strebte deshalb nach höherer Bildung und einer guten Arbeit. Sie sagt: „Meine geistigen Ziele rückten in den Hintergrund. Aber dann merkte ich, dass der Beruf nicht alles war. Mir fehlte etwas. Deshalb habe ich meinen Fokus im Leben wieder neu ausgerichtet — auf Jehova.“ Heute vertraut Reylene dem Versprechen Jehovas in Matthäus 6:33, 34. Sie sagt: „Ich weiß, dass Jehova für mich sorgt!“ Vielleicht gibt es in unserer Versammlung ähnliche Beispiele. Lassen wir uns doch von ihrem Vorbild motivieren, dem Christus zu folgen! (1. Kor. 11:1; 2. Thes. 3:7).

      „CHRISTI SINN“ HABEN

      15, 16. (a) Was ist nötig, um Christus ähnlicher zu werden? (b) Wie können wir unseren Sinn dem Sinn Christi aussetzen?

      15 Wie können wir Christus noch ähnlicher werden? 1. Korinther 2:16 spricht davon, „Christi Sinn“ zu haben. Und in Römer 15:5 werden wir daran erinnert, „die gleiche Gesinnung zu haben, die Christus Jesus hatte“. Lernen wir deshalb Jesu Denkweise und Persönlichkeit genau kennen und folgen wir seinen Fußstapfen. Jesus war das Verhältnis zu Gott wichtiger als alles andere. Wenn wir Jesus ähnlicher werden, wird auch unser Verhältnis zu Jehova enger. Das macht deutlich, wie wichtig es ist, wie Jesus zu denken.

      16 Wie gelingt uns das? Jesu Jünger sahen seine Wunder. Sie hörten, was er lehrte, und erlebten, wie er mit den unterschiedlichsten Menschen umging. Und sie beobachteten, wie er göttliche Grundsätze anwandte. Sie sagten: „Wir sind Zeugen all der Dinge, die er . . . tat“ (Apg. 10:39). Wir haben Jesus nicht unter uns. Doch Jehova hat uns die Bibelbücher Matthäus, Markus, Lukas und Johannes geschenkt. Durch sie kann Jesus in unserer Vorstellung lebendig werden. Wenn wir in den Evangelien lesen und darüber nachdenken, setzen wir unseren Sinn dem Sinn Christi aus. Auf diese Weise können wir „seinen Fußstapfen genau nachfolgen“ und uns die „gleiche Gesinnung“ aneignen, die er hatte (1. Pet. 2:21; 4:1).

      17. Warum ist es gut für uns, wie Jesus zu denken?

      17 Wie kommt es uns zugute, uns Jesu Denkweise anzueignen? Genau wie gesundes Essen unseren Körper stärkt, so stärkt es unsere geistige Gesinnung, wenn wir uns mit der Denkweise Christi beschäftigen. Mit der Zeit wird uns Jesu Denkweise in Fleisch und Blut übergehen. Wir können dann Entscheidungen treffen, bei denen wir ein gutes Gewissen haben und über die sich Jehova freut. Bestimmt sind das gute Gründe, „den Herrn Jesus Christus [anzuziehen]“ (Röm. 13:14).

      18. Was hast du aus diesem Artikel gelernt?

      18 Wir haben betrachtet, was unter einem Geistesmenschen zu verstehen ist und wie wir von anderen Geistesmenschen lernen können. Außerdem haben wir erfahren, dass uns die Denkweise Christi hilft, als Geistesmensch zu wachsen. Aber wie können wir herausfinden, wie es um unsere geistige Gesinnung steht? Wie können wir sie weiter stärken? Und wie wird sie im Alltag deutlich? Darauf geht der nächste Artikel ein.

  • Mach als Geistesmensch weiter Fortschritte!
    Der Wachtturm (Studienausgabe) 2018 | Februar
    • Ein Mann studiert die Bibel, betet und beteiligt sich am öffentlichen Zeugnisgeben

      Mach als Geistesmensch weiter Fortschritte!

      „Wandelt beständig durch den Geist“ (GAL. 5:16)

      LIEDER: 22, 75

      KANNST DU ES ERKLÄREN?

      • Wie können wir herausfinden, wie es um unsere geistige Gesinnung steht?

      • Wie können wir als Geistesmenschen Fortschritte machen?

      • Wie hilft es uns im Alltag, wie Christus zu denken?

      1, 2. Was stellte ein Bruder fest, und was unternahm er dagegen?

      ROBERT ließ sich als Teenager taufen. Aber er nahm die Wahrheit nicht wirklich ernst. Er sagt: „Ich hab mir zwar nie etwas zuschulden kommen lassen, war aber nur ein Mitläufer. Nach außen wirkte ich geistig stark: Ich ging in alle Zusammenkünfte und war ein paar Mal im Jahr Hilfspionier. Aber irgendetwas fehlte.“

      2 Robert kam nicht dahinter, wo das Problem lag, bis er heiratete. Ab und zu machte er zusammen mit seiner Frau ein Bibelquiz. Seine Frau hatte ein gutes Bibelwissen und es fiel ihr leicht zu antworten. Für Robert war vieles jedoch ein großes Fragezeichen — das war ihm sehr unangenehm. Er sagt: „Ich hatte das Gefühl, überhaupt nichts zu wissen und dachte mir: ,Wenn ich in der Ehe die geistige Führung übernehmen will, dann muss ich etwas tun.‘ “ Das tat er auch. Robert erklärt: „Ich studierte und studierte. Langsam fügte sich eins zum anderen. Ich verstand immer mehr die Zusammenhänge. Aber vor allem bekam ich ein enges Verhältnis zu Jehova.“

      3. (a) Was können wir aus Roberts Erfahrung lernen? (b) Worauf geht der Artikel ein?

      3 Aus Roberts Erfahrung können wir einiges lernen. Vielleicht haben wir eine gewisse Bibelkenntnis und besuchen regelmäßig die Zusammenkünfte. Doch dadurch werden wir nicht automatisch Geistesmenschen. Vielleicht haben wir auch schon geistige Fortschritte gemacht, aber wenn wir uns selbst überprüfen, stellen wir fest, dass wir uns noch verbessern können (Phil. 3:16). Der Artikel geht auf drei Fragen ein, die uns helfen, weiter Fortschritte zu machen: 1. Wie finden wir heraus, wie es wirklich um unsere geistige Gesinnung steht? 2. Wie können wir unsere geistige Gesinnung stärken? 3. Wie hilft uns eine gute geistige Gesinnung im täglichen Leben?

      SICH SELBST HINTERFRAGEN

      4. Wer sollte sich den Rat aus Epheser 4:23, 24 zu Herzen nehmen?

      4 Als wir Diener Gottes wurden, haben wir uns grundlegend geändert. Das hat sich auf jeden Bereich unseres Lebens ausgewirkt. Mit der Taufe hören diese Veränderungen nicht auf. In der Bibel werden wir aufgefordert, unsere Denkweise immer weiter zu erneuern (Eph. 4:23, 24). Der griechische Ausdruck für „erneuert werden“ deutet auf einen fortlaufenden Prozess hin. Da wir nicht vollkommen sind, müssen wir alle weiter an unserer geistigen Gesinnung arbeiten, auch langjährige Diener Jehovas (Phil. 3:12, 13).

      5. Mit welchen Fragen können wir uns selbst überprüfen?

      5 Damit wir unsere geistige Gesinnung stärken und bewahren können, müssen wir ehrlich zu uns selbst sein. Fragen wir uns, ganz gleich wie alt wir sind: „Mache ich geistige Fortschritte? Wird meine Persönlichkeit der des Christus immer ähnlicher? Wie denke ich beispielsweise über die Zusammenkünfte und wie verhalte ich mich dort? Was verraten meine Gespräche über meine Prioritäten? Was lassen meine Studiengewohnheiten und mein Äußeres erkennen? Wie reagiere ich auf Rat? Wie gehe ich mit Versuchungen um? Habe ich mich zu einem reifen Christen entwickelt oder bin ich bei den Grundwahrheiten stehen geblieben? (Eph. 4:13).“ Die Antworten auf diese Fragen sind ein Gradmesser für unseren Fortschritt.

      6. Wie können wir noch herausfinden, wie es um unsere geistige Gesinnung steht?

      6 Auch andere können uns helfen herauszufinden, wie es um unsere geistige Gesinnung steht. Der Apostel Paulus erklärte, ein physischer Mensch könne nicht erkennen, was er verändern muss, um Gott zu gefallen. Ein Geistesmensch hingegen würde verstehen, was Gott von ihm erwartet und was Gott missfällt (1. Kor. 2:14-16; 3:1-3). Älteste haben Christi Sinn und erkennen oft recht früh, wenn ein Verhalten in eine falsche Richtung geht. Wie reagieren wir, falls wir von ihnen Rat bekommen? Wenn wir ihn annehmen und befolgen, zeigt das, dass wir Fortschritte machen wollen (Pred. 7:5, 9).

      AN DER GEISTIGEN GESINNUNG ARBEITEN

      7. Warum genügt Bibelwissen nicht, um ein Geistesmensch zu werden?

      7 Denken wir daran: Bibelwissen macht uns nicht automatisch zu Geistesmenschen. König Salomo wusste sehr viel über Jehova und seine Aussprüche wurden in die Bibel aufgenommen. Trotzdem verließ er Jehova, als er alt wurde (1. Kö. 4:29, 30; 11:4-6). Was benötigen wir also außer Bibelwissen? Wir müssen weiter geistige Fortschritte machen (Kol. 2:6, 7). Aber wie gelingt uns das?

      8, 9. (a) Was hilft uns, geistig standfest zu werden? (b) Was ist beim Studieren und Nachsinnen unser Ziel? (Siehe Anfangsbild.)

      8 Paulus forderte die ersten Christen dazu auf, „zur Reife voranzudrängen“ (Heb. 6:1). Wie können wir heute seinen Rat befolgen? Ein wichtiger Schritt ist, das Buch Bewahrt euch in Gottes Liebe zu studieren. Das hilft uns, biblische Grundsätze im Alltag anzuwenden. Falls wir das Buch schon studiert haben, können wir vielleicht etwas anderes studieren, was uns hilft, den Glauben zu festigen (Kol. 1:23). Denken wir doch bei unserem persönlichen Studium unter Gebet darüber nach, wie wir das Gelernte umsetzen können.

      9 Beim Studieren und Nachsinnen wollen wir unseren Wunsch verstärken, Jehova zu gefallen und seinen Gesetzen zu gehorchen (Ps. 40:8; 119:97). Gleichzeitig lernen wir, alles von uns zu weisen, was unser geistiges Wachstum behindert (Tit. 2:11, 12).

      10. Wie können junge Leute geistig stärker werden?

      10 Bist du ein Jugendlicher, der konkrete geistige Ziele hat? Ein Bruder aus dem Bethel hat es sich angewöhnt, bei Kreiskongressen vor dem Programm mit Täuflingen zu sprechen. Eine ganze Reihe von ihnen sind junge Leute. Der Bruder fragt sie nach ihren geistigen Zielen. Viele wissen genau, wie sie Jehova dienen wollen — vielleicht möchten sie eine Form des Vollzeitdienstes aufnehmen oder dort dienen, wo dringend Verkündiger gebraucht werden. Doch ab und zu gibt es auch Jugendliche, die keine klare Vorstellung haben. Vielleicht haben sie noch nicht erkannt, wie wichtig geistige Ziele sind. Wenn du jung bist, frag dich doch: „Mach ich nur wegen meiner Eltern bei theokratischen Aktivitäten mit? Oder bemühe ich mich, selbst ein Freund Jehovas zu werden?“ Natürlich sollten sich nicht nur junge Leute geistige Ziele stecken. Gute Ziele helfen jedem Diener Jehovas, geistig stärker zu werden (Pred. 12:1, 13).

      11. (a) Was ist nötig, um geistig voranzukommen? (b) An wem können wir uns orientieren?

      11 Wenn uns etwas auffällt, was wir verbessern möchten, ist es wichtig, es anzugehen. Nur so sind Fortschritte möglich. In Wirklichkeit geht es sogar um Leben und Tod (Röm. 8:6-8). Jehova erwartet von uns aber keine Vollkommenheit. Er unterstützt uns sogar durch seinen heiligen Geist. Trotzdem müssen wir uns anstrengen. John Barr, der zur leitenden Körperschaft gehörte, nahm vor einigen Jahren einmal auf Lukas 13:24 Bezug und sagte, dass manche scheitern, weil sie sich nicht eifrig genug bemühen, stark zu werden. Ein gutes Vorbild für uns ist Jakob. Er kämpfte so lange mit einem Engel, bis er gesegnet wurde (1. Mo. 32:26-28). Auch wenn es Freude machen kann, die Bibel zu studieren, sollten wir nicht erwarten, dass sie sich wie ein unterhaltsamer Roman liest. Es kostet Anstrengung, geistige Schätze zu finden, die uns weiterbringen.

      Wie kannst du als Geistesmensch wachsen?

      • Geh beim Studium in die Tiefe und denk darüber nach

      • Setze um, was du lernst

      • Öffne Sinn und Herz für den heiligen Geist

      • Sei offen für Rat

      12, 13. (a) Was hilft uns, Christi Gesinnung zu entwickeln? (b) Wie helfen uns das Beispiel und der Rat von Petrus? (c) Wie können wir geistige Fortschritte machen? (Siehe Kasten „Wie kannst du als Geistesmensch wachsen?“.)

      12 Wenn wir uns bemühen, geistige Fortschritte zu machen und unser Denken umzuwandeln, können wir auf die Kraft des heiligen Geistes zählen. Mit der Zeit werden wir immer mehr wie Christus denken (Röm. 15:5). Der Geist wird uns auch helfen, sündige Begierden an der Wurzel zu packen und Eigenschaften zu entwickeln, die Gott gefallen (Gal. 5:16, 22, 23). Stellen wir einen Hang zu materialistischem Denken oder sündigen Begierden fest, dann geben wir nicht auf. Beten wir immer wieder um heiligen Geist. Jehova wird uns helfen, unser Denken wieder in die richtigen Bahnen zu lenken (Luk. 11:13). Dazu ein Beispiel: Der Apostel Petrus reagierte bei mehreren Gelegenheiten nicht wie ein Geistesmensch (Mat. 16:22, 23; Luk. 22:34, 54-62; Gal. 2:11-14). Trotzdem gab er nicht auf. Mit Jehovas Hilfe lernte Petrus Schritt für Schritt, so zu denken wie Christus. Das können wir auch.

      13 Petrus selbst nannte später konkrete Punkte, in denen wir uns verbessern können. (Lies 2. Petrus 1:5-8.) Wenn wir uns ernsthaft bemühen, beispielsweise an Selbstbeherrschung, Ausharren oder brüderlicher Liebe zu arbeiten, hilft uns das, als geistig gesinnte Personen weiter Fortschritte zu machen. Fragen wir uns doch jeden Tag: Woran kann ich heute arbeiten?

      IM ALLTAG BIBLISCHE GRUNDSÄTZE ANWENDEN

      14. Wie zeigt sich eine geistige Gesinnung im Alltag?

      14 Denken wir wie Christus, hat das Einfluss darauf, wie wir reden, wie wir uns auf der Arbeit oder in der Schule verhalten und welche Entscheidungen wir täglich treffen. Unsere Entscheidungen werden dann deutlich machen, dass wir Christus nachfolgen wollen. Als Geistesmenschen möchten wir nicht, dass irgendetwas unser Verhältnis zu unserem himmlischen Vater gefährdet. Kommen wir in eine Versuchung, wird uns unsere geistige Gesinnung helfen, ihr zu widerstehen. Vor einer Entscheidung können wir uns fragen: „An welchen biblischen Grundsätzen kann ich mich orientieren? Wie würde Christus entscheiden? Was würde Jehova gefallen?“ Machen wir uns diese Herangehensweise zur Gewohnheit. Sehen wir uns nun an, wie biblische Grundsätze in bestimmten Situationen weiterhelfen.

      15, 16. Wie hilft uns eine christusähnliche Denkweise bei der Wahl (a) des Ehepartners und (b) unseres Umgangs?

      15 Wahl eines Ehepartners. Den biblischen Grundsatz finden wir in 2. Korinther 6:14, 15 (lies). Paulus zeigt deutlich, dass ein Geistesmensch nicht in völliger Harmonie mit einem Menschen sein kann, der seiner sündigen Natur folgt. Wie hilft dieser Grundsatz bei der Wahl eines Ehepartners?

      16 Umgang. Den biblischen Grundsatz finden wir in 1. Korinther 15:33 (lies). Jemand, der Gott gefallen möchte, meidet Personen, die seine geistige Gesinnung gefährden könnten. Fragen wir uns doch: „Wie trifft das auf meinen Umgang in sozialen Netzwerken zu? Oder wie reagiere ich auf die Einladung eines Fremden zu einem Online-Spiel?“

      Ein Bruder sieht sich auf seinem Tablet eine fragwürdige Sendung an; ein Bruder sieht sich eine Sendung auf JW Broadcasting an

      Treffe ich Entscheidungen, die mir helfen, als Geistesmensch zu wachsen? (Siehe Absatz 17)

      17—19. Warum hilft uns eine geistige Gesinnung (a) keine wertlosen Ziele zu verfolgen, (b) uns gute Ziele zu stecken, (c) bei Streitigkeiten?

      17 Aktivitäten, die unser geistiges Wachstum behindern. Die Worte von Paulus in Hebräer 6:1 (lies) enthalten eine Warnung. Was sind die „toten Werke“, die wir meiden sollen? Es sind wertlose Aktivitäten, die uns geistig nicht weiterbringen. Der Grundsatz aus Hebräer 6:1 kann uns bei vielen Fragen helfen, wie zum Beispiel: „Bringt mich eine bestimmte Aktivität in geistiger Hinsicht weiter oder behindert sie mich? Sollte ich in ein Geschäft einwilligen, das schnelles Geld verspricht? Warum sollte ich mich nicht einer Reformbewegung anschließen, die die Welt verbessern möchte?“

      Ein Bruder denkt darüber nach, Karriere zu machen; ein Bruder denkt darüber nach, in den Vollzeitdienst zu gehen

      Treffe ich Entscheidungen, die mir helfen, geistige Ziele zu verfolgen? (Siehe Absatz 18)

      18 Geistige Ziele. Jesus gibt in der Bergpredigt guten Rat zum Thema Ziele setzen (Mat. 6:33). Wer geistig gesinnt ist, verfolgt entsprechende Ziele. Der Grundsatz aus Matthäus hilft uns bei Fragen wie: „Sollte ich eine höhere Bildung anstreben? Ist es gut, ein bestimmtes Stellenangebot anzunehmen?“

      Ein Bruder streitet sich mit einem anderen Bruder; ein Bruder schließt mit einem anderen Bruder Frieden

      Treffe ich Entscheidungen, die mir helfen, Frieden zu halten? (Siehe Absatz 19)

      19 Streitigkeiten. Wie hilft uns der Rat von Paulus an die Versammlung in Rom bei Streitigkeiten? (Röm. 12:18). Als Nachfolger Christi bemühen wir uns, „mit allen Menschen Frieden“ zu halten. Wie reagieren wir, wenn sich Streitigkeiten anbahnen? Fällt es uns schwer nachzugeben? Oder sind wir dafür bekannt, Frieden zu stiften? (Jak. 3:18).

      20. Warum möchtest du als Geistesmensch Fortschritte machen?

      20 Wie die Beispiele gezeigt haben, können wir also gute Entscheidungen treffen, wenn wir über biblische Grundsätze nachdenken. Geistig gesinnt zu sein kann unser Leben glücklicher machen. Robert, der anfangs schon erwähnt wurde, sagt: „Mein inniges Verhältnis zu Jehova hat mich zu einem besseren Ehemann und Vater gemacht. Jetzt bin ich zufrieden und glücklich.“ Wir können ähnliche Segnungen erleben, wenn geistige Fortschritte bei uns Vorrang haben. Eine gute geistige Gesinnung macht uns heute schon zufriedener — und auch in Zukunft, wenn wir „das wirkliche Leben fest ergreifen“ (1. Tim. 6:19).

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