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Gottgefällige Unterordnung — Warum und von wem erwartet?Der Wachtturm 1993 | 1. Februar
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Gottgefällige Unterordnung — Warum und von wem erwartet?
„Ich weiß wohl, o Jehova, daß nicht beim Erdenmenschen sein Weg steht. Es steht nicht bei dem Mann, der da wandelt, auch nur seinen Schritt zu richten“ (JEREMIA 10:23).
1. Welche Formen der Unabhängigkeit werden weithin geschätzt?
ZU DEN bekanntesten von Menschen verfaßten Dokumenten gehört die amerikanische Unabhängigkeitserklärung, in der im 18. Jahrhundert 13 britische Kolonien in Nordamerika ihre Unabhängigkeit vom Mutterland Großbritannien erklärten. Sie wollten Freiheit, und bekanntlich gehen Unabhängigkeit von fremder Herrschaft und Freiheit Hand in Hand. Politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit können äußerst vorteilhaft sein. In jüngster Zeit haben einige osteuropäische Staaten politische Unabhängigkeit erlangt. Es muß jedoch eingeräumt werden, daß dies jenen Ländern viele ernste Probleme beschert hat.
2, 3. (a) Welche Form der Unabhängigkeit ist nicht wünschenswert? (b) Wodurch wurde das in alter Zeit deutlich gemacht?
2 Verschiedene Formen der Unabhängigkeit mögen zwar erstrebenswert sein, aber es gibt eine Form der Unabhängigkeit, die nicht wünschenswert ist. Welche ist das? Die Unabhängigkeit von Jehova, dem Gott, der den Menschen gemacht hat. Sie ist kein Segen, sondern ein Fluch. Warum? Weil es gar nicht vorgesehen war, daß der Mensch unabhängig von seinem Erschaffer handelt, wie die oben zitierten Worte des Propheten Jeremia deutlich zeigen. Mit anderen Worten: Der Mensch sollte sich dem, der ihn gemacht hatte, unterordnen. Unterordnung unter unseren Schöpfer bedeutet, ihm zu gehorchen.
3 Diese Tatsache wurde dem ersten Menschenpaar durch das in 1. Mose 2:16, 17 aufgezeichnete Gebot Jehovas deutlich vor Augen geführt: „Von jedem Baum des Gartens darfst du bis zur Sättigung essen. Was aber den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse betrifft, davon sollst du nicht essen, denn an dem Tag, an dem du davon ißt, wirst du ganz bestimmt sterben.“ Die Weigerung Adams, sich seinem Erschaffer unterzuordnen, brachte über ihn und seine gesamte Nachkommenschaft Sünde, Leid und Tod (1. Mose 3:19; Römer 5:12).
4, 5. (a) Wozu hat es geführt, daß Menschen es ablehnen, sich Gott unterzuordnen? (b) Von welchem moralischen Grundsatz ist niemand ausgenommen?
4 Es ist für Menschen sowohl unklug als auch moralisch verkehrt, sich Gott nicht unterzuordnen. Die Ablehnung der Unterordnung hat dazu geführt, daß in der Welt Gesetzlosigkeit, Verbrechen und Gewalttätigkeit sowie die Unmoral mit ihren Früchten, den sexuell übertragbaren Krankheiten, grassieren. Und wird nicht auch die Seuche der Jugendkriminalität weitgehend dadurch verursacht, daß sich Jugendliche weigern, sich Jehova und ihren Eltern unterzuordnen, und den Gesetzen des Landes nicht unterworfen sein wollen? Dieser Geist der Unabhängigkeit kommt in der absonderlichen, schlampigen Art der Kleidung vieler Leute sowie in ihrer vulgären Sprache zum Ausdruck.
5 Doch von folgendem unerbittlichen moralischen Grundsatz des Schöpfers ist niemand ausgenommen: „Laßt euch nicht irreführen: Gott läßt sich nicht verspotten. Denn was immer ein Mensch sät, das wird er auch ernten; denn wer im Hinblick auf sein Fleisch sät, wird von seinem Fleisch Verderben ernten“ (Galater 6:7, 8).
6, 7. Worin bestehen die eigentlichen Gründe für die Verweigerung der Unterordnung, und welche Beispiele zeigen dies?
6 Worin bestehen die eigentlichen Gründe für die Verweigerung der Unterordnung? Es sind, einfach gesagt, Selbstsucht und Stolz. Auf diese Eigenschaften ist es zurückzuführen, daß sich Eva, die erste Frau, von der Schlange täuschen ließ und die verbotene Frucht aß. Wäre Eva bescheiden und demütig gewesen, hätte das verlockende Angebot, wie Gott zu sein — selbst zu entscheiden, was gut und böse ist —, bei ihr keinen Anklang gefunden. Und wäre sie selbstlos gewesen, hätte sie sich nichts gewünscht, was ihr von Jehova Gott, ihrem Schöpfer, ausdrücklich verboten worden war (1. Mose 2:16, 17).
7 Einige Zeit nachdem Adam und Eva gesündigt hatten, brachten Stolz und Selbstsucht Kain dazu, seinen Bruder Abel zu ermorden. Die Selbstsucht veranlaßte auch gewisse Engel, unabhängig zu handeln, indem sie ihre ursprüngliche Stellung aufgaben und sich materialisierten, um sinnliche Gelüste zu befriedigen. Stolz und Selbstsucht trieben Nimrod an, und sie sind seither für die meisten weltlichen Herrscher charakteristisch gewesen (1. Mose 3:6, 7; 4:6-8; 1. Johannes 3:12; Judas 6).
Warum wir Jehova Gott Unterordnung schulden
8—11. Aus welchen vier zwingenden Gründen ordnen wir uns Gott unter?
8 Warum schulden wir Jehova Gott, unserem Schöpfer, Unterordnung? Vor allem deshalb, weil er der Souverän des Universums ist. Er hat rechtmäßigerweise sämtliche Autorität inne. Er ist unser Richter, Gesetzgeber und König (Jesaja 33:22). Treffend wird über ihn gesagt: „Alle Dinge sind nackt und bloßgelegt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft zu geben haben“ (Hebräer 4:13).
9 Da unser Schöpfer allmächtig ist, kann sich ihm außerdem niemand erfolgreich widersetzen; niemand kann seine Verpflichtung ignorieren, sich ihm unterzuordnen. Wer sich weigert, wird früher oder später vernichtet, wie es zum Beispiel in alter Zeit mit Pharao geschah und zu Gottes bestimmter Zeit mit Satan, dem Teufel, geschehen wird (Psalm 136:1, 11-15; Offenbarung 11:17; 20:10, 14).
10 Alle vernunftbegabten Geschöpfe sind verpflichtet, sich dem, der sie gemacht hat, unterzuordnen, weil der Zweck ihrer Existenz darin besteht, ihm zu dienen. In Offenbarung 4:11 heißt es: „Du bist würdig, Jehova, ja du, unser Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu empfangen, weil du alle Dinge erschaffen hast, und deines Willens wegen existierten sie und wurden sie erschaffen.“ Er ist der große Töpfer, und er macht menschliche Gefäße, damit sie seinem Vorsatz dienen (Jesaja 29:16; 64:8).
11 Wir dürfen nicht außer acht lassen, daß unser Schöpfer allweise ist und daher weiß, was für uns am besten ist (Römer 11:33). Seine Gesetze sind ‘zu unserem Guten’ (5. Mose 10:12, 13). Und vor allem „[ist] Gott Liebe“ und möchte deshalb nur unser Bestes. Wie viele zwingende Gründe haben wir doch, uns Jehova Gott, dem, der uns gemacht hat, unterzuordnen! (1. Johannes 4:8).
Jesus Christus, das vollkommene Beispiel für gottgefällige Unterordnung
12, 13. (a) Wie bewies Jesus Christus gottgefällige Unterordnung? (b) Welche Worte Jesu zeigen seine unterwürfige Einstellung?
12 Jesus Christus, der einziggezeugte Sohn Jehovas, gibt uns zweifellos das vollkommene Beispiel für gottgefällige Unterordnung. Der Apostel Paulus wies gemäß Philipper 2:6-8 darauf hin, daß Jesus, „obwohl er in Gottesgestalt existierte, keine gewaltsame Besitzergreifung in Betracht zog, nämlich um Gott gleich zu sein. Nein, sondern er entäußerte sich selbst und nahm Sklavengestalt an und wurde den Menschen gleich. Mehr als das, als er in seiner Beschaffenheit als ein Mensch erfunden wurde, erniedrigte er sich selbst [noch mehr] und wurde gehorsam bis zum Tod, ja zum Tod an einem Marterpfahl.“ Jesus erklärte während seines irdischen Lebens wiederholt, daß er nichts aus eigenem Antrieb tat; er handelte nicht unabhängig, sondern ordnete sich stets seinem himmlischen Vater unter.
13 Wir lesen in Johannes 5:19, 30: „Jesus [fuhr] fort, ihnen zu antworten und zu sagen: ‚Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann gar nichts aus sich selbst tun, sondern nur das, was er den Vater tun sieht. Denn was immer jener tut, das tut auch der Sohn in gleicher Weise. Ich kann gar nichts aus mir selbst tun; so, wie ich höre, richte ich; und mein Gericht ist gerecht, denn ich suche nicht meinen eigenen Willen, sondern den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat.‘“ Auch betete er in der Nacht, in der er verraten wurde, wiederholt: „Nicht wie ich will, sondern wie du willst“ (Matthäus 26:39, 42, 44; siehe auch Johannes 7:28; 8:28, 42).
Beispiele für gottgefällige Unterordnung aus alter Zeit
14. Wie bekundete Noah gottgefällige Unterordnung?
14 Noah ist eines der frühesten Beispiele für einen Menschen, der gottgefällige Unterordnung bekundete. Er bewies seine Unterordnung in dreifacher Hinsicht. Erstens dadurch, daß er ein gerechter Mann war — untadelig unter seinen Zeitgenossen — und mit dem wahren Gott wandelte (1. Mose 6:9). Zweitens bewies er sie durch den Bau der Arche. Er „ging daran, gemäß allem zu tun, was Gott ihm geboten hatte. Geradeso tat er“ (1. Mose 6:22). Und drittens, indem er als ein „Prediger der Gerechtigkeit“ die Warnung vor der kommenden Sintflut erschallen ließ (2. Petrus 2:5).
15, 16. (a) Welches herausragende Beispiel für gottgefällige Unterordnung gab Abraham? (b) Wie bewies Sara gottgefällige Unterordnung?
15 Ein weiteres herausragendes Beispiel für gottgefällige Unterordnung war Abraham. Er bewies Unterordnung, als er Gottes Gebot befolgte: „Zieh hinweg aus deinem Land“ (1. Mose 12:1). Es bedeutete für ihn, das bequeme Leben in Ur (keiner unbedeutenden Stadt, wie archäologische Funde zeigen) aufzugeben und hundert Jahre lang als Nomade durch ein fremdes Land zu ziehen. Einen außergewöhnlichen Beweis für seine gottgefällige Unterordnung lieferte Abraham, als er die schwere Prüfung, ob er bereit war, seinen Sohn Isaak zu opfern, bestand (1. Mose 22:1-12).
16 Sara, Abrahams Frau, liefert uns ebenfalls ein vortreffliches Beispiel für gottgefällige Unterordnung. Das Umherwandern in einem fremden Land brachte zweifellos viele Unbequemlichkeiten mit sich, aber wir lesen nirgendwo, daß sie sich beklagte. Ein hervorragendes Beispiel für gottgefällige Unterordnung gab sie in den beiden Fällen, in denen Abraham sie heidnischen Herrschern gegenüber als seine Schwester ausgab. Beide Male ließ sie es geschehen, obwohl sie beinahe in deren Harem aufgenommen worden wäre. Sie bewies ihre gottgefällige Unterordnung, indem sie ihren Mann Abraham in ihrem Innern „mein Herr“ nannte, und sie zeigte dadurch, daß es wirklich ihre Herzenseinstellung war (1. Mose 12:11-20; 18:12; 20:2-18; 1. Petrus 3:6).
17. Wieso kann gesagt werden, daß Isaak gottgefällige Unterordnung bekundete?
17 Übersehen wir auch nicht, welch ein Beispiel für gottgefällige Unterordnung Abrahams Sohn Isaak gab. Gemäß der jüdischen Tradition soll Isaak etwa 25 Jahre alt gewesen sein, als Jehova seinem Vater, Abraham, gebot, ihn als Opfer darzubringen. Hätte Isaak gewollt, hätte er sich seinem hundert Jahre älteren Vater leicht widersetzen können. Er tat es jedoch nicht. Isaak wunderte sich zwar, daß kein Tier für das Opfer vorhanden war, aber er ließ sich demütig von seinem Vater auf den Altar legen und an Händen und Füßen fesseln, um irgendwelche ungewollten Reaktionen zu kontrollieren beziehungsweise auszuschließen, die beim Gebrauch des Schlachtmessers hätten auftreten können (1. Mose 22:7-9).
18. Inwiefern ist Moses für uns ein gutes Beispiel für gottgefällige Unterordnung?
18 Jahre später gab Moses ein gutes Beispiel für gottgefällige Unterordnung, das wir nachahmen können. Ein deutlicher Hinweis darauf ist die Aussage, daß er „bei weitem der sanftmütigste aller Menschen [war], die es auf der Oberfläche des Erdbodens gab“ (4. Mose 12:3). Seine gottgefällige Unterordnung bewies er auch dadurch, daß er in den 40 Jahren in der Wildnis gehorsam die Gebote Jehovas ausführte, obwohl er die Aufsicht über ein rebellisches Volk von zwei bis drei Millionen Menschen hatte. In dem Bericht wird deshalb gesagt: „Moses ging daran, gemäß allem zu tun, was Jehova ihm geboten hatte. Geradeso tat er“ (2. Mose 40:16).
19. Durch welche Äußerungen zeigte Hiob, daß er sich Gott unterordnete?
19 Eine andere herausragende Persönlichkeit, die uns ein hervorragendes Beispiel für gottgefällige Unterwürfigkeit gab, ist Hiob. Nachdem Jehova Satan gestattet hatte, Hiob sämtlichen Besitz wegzunehmen, seine Kinder zu töten und ihn schließlich „von seiner Fußsohle bis zu seinem Scheitel mit bösartigen entzündeten Beulen“ zu schlagen, sagte seine Frau zu ihm: „Hältst du noch an deiner unversehrten Lauterkeit fest? Fluche Gott und stirb!“ Doch Hiob bewies seine gottgefällige Unterordnung, indem er zu ihr sagte: „Wie eine der unverständigen Frauen redet, redest auch du. Sollen wir nur, was gut ist, von dem wahren Gott annehmen und nicht auch annehmen, was schlecht ist?“ (Hiob 2:7-10). Dieselbe Einstellung verraten seine Worte, die in Hiob 13:15 aufgezeichnet sind: „Auch wenn er mich tötete, würde ich nicht warten?“ Zwar war Hiob zugegebenermaßen sehr auf seine eigene Rechtfertigung bedacht, aber wir sollten nicht übersehen, daß Jehova schließlich zu einem der angeblichen Tröster Hiobs sagte: „Mein Zorn ist gegen dich und deine beiden Gefährten entbrannt, denn ihr habt von mir nicht geredet, was wahrhaftig ist, wie mein Knecht Hiob.“ Kein Zweifel — Hiob gab uns ein hervorragendes Beispiel für gottgefällige Unterordnung (Hiob 42:7).
20. Wodurch offenbarte David gottgefällige Unterordnung?
20 David ist ein weiteres Beispiel, das wir aus den Hebräischen Schriften anführen können. Als David von König Saul wie ein Tier gejagt wurde, bot sich ihm zweimal die Gelegenheit, Saul zu töten und auf diese Weise seinen Schwierigkeiten ein Ende zu machen. Doch Davids gottgefällige Unterordnung hielt ihn davon zurück. Seine Worte wurden in 1. Samuel 24:6 festgehalten: „Es ist im Hinblick auf Jehovas Standpunkt für mich undenkbar, daß ich meinem Herrn, dem Gesalbten Jehovas, diese Sache antun sollte, indem ich meine Hand gegen ihn ausstrecke, denn er ist der Gesalbte Jehovas.“ (Siehe auch 1. Samuel 26:9-11.) Seine gottgefällige Unterordnung bewies er auch dadurch, daß er Zurechtweisung annahm, wenn er Fehler gemacht oder gesündigt hatte (2. Samuel 12:13; 24:17; 1. Chronika 15:13).
Das Beispiel der Unterordnung, das Paulus gab
21—23. Bei welchen Gelegenheiten bewies der Apostel Paulus gottgefällige Unterordnung?
21 In den Christlichen Griechischen Schriften haben wir in dem Apostel Paulus ein herausragendes Beispiel für gottgefällige Unterordnung. In dieser Hinsicht wie auch in allen anderen Bereichen seines Dienstes als Apostel ahmte er seinen Herrn, Jesus Christus, nach (1. Korinther 11:1). Obwohl Paulus in weit größerem Umfang gebraucht wurde als irgendeiner der Apostel, handelte er nie unabhängig. Als die Frage entstand, ob nichtjüdische Christen beschnitten werden müßten, „ordnete man [die Brüder in Antiochia] an, daß Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen wegen dieses Wortstreites zu den Aposteln und den älteren Männern nach Jerusalem hinaufgehen sollten“, wie Lukas berichtet (Apostelgeschichte 15:2).
22 Außerdem erfahren wir aus Galater 2:9 in bezug auf die Missionsreisen des Paulus: „Als sie die unverdiente Güte kennenlernten, die mir verliehen worden war, gaben Jakobus und Kephas und Johannes, diejenigen, die Säulen zu sein schienen, mir und Barnabas die rechte Hand der Mitteilhaberschaft, damit wir zu den Nationen gehen sollten, sie aber zu den Beschnittenen.“ Paulus ließ sich Anweisungen geben, statt unabhängig zu handeln.
23 In ähnlicher Weise nahm Paulus bei seinem letzten Aufenthalt in Jerusalem den Rat der dortigen Ältesten an, in den Tempel zu gehen und den Zeremonien des Gesetzes entsprechend zu verfahren, damit alle sehen konnten, daß er kein Abtrünniger war, was das Gesetz Mose betraf. War es aber ein Fehler, sich den Ältesten unterzuordnen, da die Sache anscheinend einen sehr ungünstigen Ausgang nahm, als er von einer Pöbelrotte angegriffen wurde? Keineswegs, wie Apostelgeschichte 23:11 zeigt: „In der folgenden Nacht aber stand der Herr bei ihm und sprach: ‚Sei guten Mutes! Denn so, wie du über die Dinge mich betreffend in Jerusalem ein gründliches Zeugnis abgelegt hast, so sollst du auch in Rom Zeugnis ablegen.‘“
24. Welche weiteren Aspekte der Unterordnung werden im nächsten Artikel behandelt?
24 Die Bibel nennt tatsächlich gewichtige Gründe für unsere Unterordnung sowie gute Beispiele, die andere in dieser Hinsicht gaben. Im nächsten Artikel werden wir uns damit beschäftigen, auf welchen verschiedenen Gebieten wir uns Jehova Gott unterordnen können, was uns dabei hilft und welchen Lohn es einträgt.
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Was gottgefällige Unterordnung von uns verlangtDer Wachtturm 1993 | 1. Februar
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Was gottgefällige Unterordnung von uns verlangt
„Unterwerft euch daher Gott“ (JAKOBUS 4:7).
1. Was kann über die Eigenschaften des Gottes gesagt werden, den wir anbeten?
WELCH ein wunderbarer Gott Jehova doch ist! Unerreichbar, unvergleichlich, einzigartig in so vieler Hinsicht! Er ist der Höchste, der universelle Souverän, der alle wahre Autorität in sich vereinigt. Er ist von Ewigkeit zu Ewigkeit und so herrlich, daß kein Mensch ihn sehen und dennoch leben kann (2. Mose 33:20; Römer 16:26). Er verfügt über grenzenlose Weisheit und Macht, ist absolut vollkommen an Gerechtigkeit und ist die Liebe in Person. Er ist unser Schöpfer, Richter, Gesetzgeber und König. Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk stammt von ihm (Psalm 100:3; Jesaja 33:22; Jakobus 1:17).
2. Was bedeutet gottgefällige Unterordnung für uns?
2 Angesichts all dessen steht außer Frage, daß wir verpflichtet sind, uns Jehova Gott unterzuordnen. Doch was bedeutet das für uns? Eine ganze Menge. Da wir Jehova Gott selbst nicht sehen können, schließt Unterordnung unter ihn zum Beispiel ein, auf die Stimme eines geschulten Gewissens zu hören, mit Gottes irdischer Organisation zusammenzuarbeiten, die weltliche Obrigkeit anzuerkennen und im Familienkreis den Grundsatz der Leitung durch ein Haupt anzuwenden.
Ein gutes Gewissen bewahren
3. Welche Art von Verboten müssen wir beachten, damit wir ein gutes Gewissen bewahren?
3 Damit wir ein gutes Gewissen bewahren, müssen wir auch dem gehorchen, was nicht überprüfbar ist — das heißt Gesetzen oder Grundsätzen, denen Menschen keine Geltung verschaffen können. Das letzte der Zehn Gebote zum Beispiel, das das Begehren untersagte, konnte keine menschliche Autorität durchsetzen. Nebenbei bemerkt, ist das ein Beweis für den göttlichen Ursprung der Zehn Gebote, da eine gesetzgebende Körperschaft der Menschen kein Gesetz erlassen hätte, dem im Fall der Übertretung nicht durch Sanktionen Geltung verschafft werden könnte. Mit diesem Gebot übertrug Jehova Gott jedem Israeliten die Verantwortung, sein eigener Polizist zu sein — wenn er ein gutes Gewissen bewahren wollte (2. Mose 20:17). Analog dazu gehören zu den Werken des Fleisches, die jemanden davon ausschließen würden, Gottes Königreich zu erben, „Eifersucht“ und „Neidereien“ — Reaktionen, die kein menschlicher Richter mit einer Strafe belegen könnte (Galater 5:19-21). Wir müssen uns jedoch davor hüten, damit wir ein gutes Gewissen bewahren.
4. Gemäß welchen biblischen Grundsätzen müssen wir leben, um ein gutes Gewissen zu bewahren?
4 Ja, wir sind verpflichtet, gemäß biblischen Grundsätzen zu leben. Diese Grundsätze können in den beiden Geboten zusammengefaßt werden, die Jesus Christus in seiner Antwort auf die Frage anführte, welches das größte Gebot des mosaischen Gesetzes sei: „Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn. ... Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Matthäus 22:36-40). Was das zweite dieser Gebote alles einschließt, zeigen die in Matthäus 7:12 aufgezeichneten Worte Jesu: „Alles daher, was ihr wollt, daß euch die Menschen tun, sollt auch ihr ihnen ebenso tun; in der Tat, das ist es, was das GESETZ und die PROPHETEN bedeuten.“
5. Wie können wir ein gutes Verhältnis zu Jehova Gott bewahren?
5 Wir müssen das tun, wovon wir wissen, daß es richtig ist, und dürfen nichts tun, wovon wir wissen, daß es verkehrt ist — ob es andere sehen oder nicht. Genauso dürfen wir nichts unterlassen, was wir tun sollten, und nichts tun, was wir unterlassen sollten, selbst wenn wir ungestraft davonkämen. Das ist damit gemeint, ein gutes Verhältnis zu unserem himmlischen Vater zu bewahren und die Warnung im Sinn zu behalten, die der Apostel Paulus gemäß Hebräer 4:13 gab: „Es gibt keine Schöpfung, die vor seinen Augen nicht offenbar ist, sondern alle Dinge sind nackt und bloßgelegt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft zu geben haben.“ Beharrlich das Rechte zu tun wird uns helfen, uns gegen die listigen Anschläge des Teufels zu wappnen, dem Druck der Welt zu widerstehen und gegen die ererbte Neigung zur Selbstsucht anzugehen. (Vergleiche Epheser 6:11.)
Unterordnung unter Gottes Organisation
6. Wer diente in vorchristlicher Zeit als Jehovas Mitteilungskanal?
6 Jehova Gott hat es nicht gänzlich uns überlassen, individuell zu entscheiden, wie biblische Grundsätze in unserem Leben anzuwenden sind. Seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte hat Gott Menschen als Mitteilungskanal gebraucht. So diente Adam Eva gegenüber als Gottes Sprecher. Da das Gebot in bezug auf die verbotene Frucht Adam vor der Erschaffung Evas gegeben worden war, muß Adam Eva mitgeteilt haben, was Gott von ihr wünschte (1. Mose 2:16-23). Noah war Gottes Prophet für seine Angehörigen und für die Welt vor der Sintflut (1. Mose 6:13; 2. Petrus 2:5). Abraham war Gottes Sprecher für seine Familie (1. Mose 18:19). Moses diente für die Nation Israel als Gottes Prophet und Mitteilungskanal (2. Mose 3:15, 16; 19:3, 7). Nach ihm gebrauchte Gott bis zu Johannes dem Täufer viele Propheten, Priester und Könige, um seinem Volk seinen Willen mitzuteilen.
7, 8. (a) Wen benutzte Gott nach dem Kommen des Messias als Sprecher? (b) Was verlangt gottgefällige Unterordnung heute von Jehovas Zeugen?
7 Als Jesus Christus, der Messias, kam, benutzte Gott ihn und dessen engste Mitverbundene, die Apostel und Jünger, als seine Sprecher. Später sollten die treuen gesalbten Nachfolger Jesu Christi als „treuer und verständiger Sklave“ dienen, um Jehovas Dienern mitzuteilen, wie die biblischen Grundsätze in ihrem Leben anzuwenden wären. Gottgefällige Unterordnung bedeutete, das Mittel anzuerkennen, dessen sich Jehova Gott bediente (Matthäus 24:45-47; Epheser 4:11-14).
8 Wie die Tatsachen zeigen, ist der „treue und verständige Sklave“ heute mit Jehovas Zeugen verbunden und wird von der leitenden Körperschaft dieser Zeugen repräsentiert. Diese Körperschaft ernennt ihrerseits Aufseher in verschiedenen Stellungen — zum Beispiel Älteste und reisende Vertreter —, um das Werk auf lokaler Ebene zu leiten. Gottgefällige Unterordnung verlangt von jedem getauften Zeugen Jehovas, sich diesen Aufsehern in Übereinstimmung mit Hebräer 13:17 unterzuordnen: „Gehorcht denen, die unter euch die Führung übernehmen, und seid unterwürfig, denn sie wachen beständig über eure Seelen als solche, die Rechenschaft ablegen werden, damit sie dies mit Freude und nicht mit Seufzen tun mögen, denn das wäre euch zum Schaden.“
Zucht annehmen
9. Womit hat gottgefällige Unterordnung oft zu tun?
9 In Verbindung mit gottgefälliger Unterordnung geht es oft darum, von denen, die als Aufseher dienen, Zucht anzunehmen. Wenn wir uns nicht jederzeit selbst so in Zucht nehmen, wie es nötig ist, müssen uns vielleicht andere, die die Befugnis dazu haben — beispielsweise die Ältesten unserer Versammlung —, Rat geben oder in Zucht nehmen. Es ist ein Zeichen von Weisheit, solche Zucht anzunehmen (Sprüche 12:15; 19:20).
10. Wozu sind diejenigen verpflichtet, die andere in Zucht nehmen?
10 Natürlich müssen sich Älteste, die andere in Zucht nehmen, selbst als Beispiel für gottgefällige Unterordnung erweisen. Wie? Gemäß Galater 6:1 tun sie das nicht nur durch die Art und Weise, wie sie Rat geben, sondern auch dadurch, daß sie vorbildlich sind: „Brüder, wenn auch ein Mensch einen Fehltritt tut, ehe er es gewahr wird, so versucht ihr, die geistig Befähigten, einen solchen Menschen im Geist der Milde wieder zurechtzubringen, während du dich selbst im Auge behältst, damit nicht auch du versucht wirst.“ Mit anderen Worten: Der Rat eines Ältesten muß mit seinem Beispiel übereinstimmen. Das ist im Einklang mit den Ermahnungen, die in 2. Timotheus 2:24, 25 und in Titus 1:9 gegeben werden. Ja, wer einen Tadel oder eine Zurechtweisung ausspricht, muß unbedingt darauf achten, dabei niemals barsch zu sein. Der Betreffende sollte statt dessen stets mild, freundlich und gütig sein, gleichzeitig allerdings fest für die Grundsätze des Wortes Gottes eintreten. Er sollte ein unparteiischer Zuhörer sein und diejenigen erfrischen, die sich abmühen und beladen sind. (Vergleiche Matthäus 11:28-30.)
Unterordnung unter die obrigkeitlichen Gewalten
11. Was wird von Christen gefordert, was ihr Verhältnis zur weltlichen Obrigkeit betrifft?
11 Gottgefällige Unterordnung erfordert von uns auch, der weltlichen Obrigkeit zu gehorchen. In Römer 13:1 wird uns geboten: „Jede Seele sei den obrigkeitlichen Gewalten untertan, denn es gibt keine Gewalt außer durch Gott; die bestehenden Gewalten stehen in ihren relativen Stellungen als von Gott angeordnet.“ Gemäß diesen Worten müssen wir unter anderem die Straßenverkehrsordnung beachten und gewissenhaft Steuern und Tribut oder Abgaben zahlen, wie der Apostel Paulus gemäß Römer 13:7 zeigt.
12. Inwiefern ist unsere Unterordnung unter den Cäsar relativ?
12 Jede Unterordnung unter den Cäsar ist natürlich relativ. Wir dürfen nie den Grundsatz außer acht lassen, den Jesus gemäß Matthäus 22:21 aufstellte: „Zahlt daher Cäsars Dinge Cäsar zurück, Gottes Dinge aber Gott.“ In einer Fußnote zu Römer 13:1 heißt es in der Neuen Scofield Bibel: „Das heißt aber nicht, daß er [der Christ] Vorschriften gehorchen darf, die unmoralisch oder antichristlich sind. In solchen Fällen ist es seine Pflicht, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen (Ap. 5, 29; vgl. Dan. 3, 16-18; 6, 11 ff. ...).“
Gottgefällige Unterordnung im Familienkreis
13. Was erfordert gottgefällige Unterordnung von den Mitgliedern einer Familie?
13 Im Familienkreis dient der Ehemann und Vater als Haupt. Ehefrauen müssen daher den Rat befolgen, der in Epheser 5:22, 23 gegeben wird: „Die Frauen seien ihren Männern untertan wie dem Herrn, denn ein Mann ist das Haupt seiner Frau, wie der Christus auch das Haupt der Versammlung ist.“a Ebensowenig dürfen die Kinder nach eigenem Gutdünken handeln; sie schulden ihrem Vater und ihrer Mutter gottgefällige Unterordnung, worauf Paulus in Epheser 6:1-3 hinweist: „Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern in Gemeinschaft mit dem Herrn, denn das ist gerecht: ‚Ehre deinen Vater und deine Mutter‘, welches das erste Gebot mit einer Verheißung ist: ‚Damit es dir gutgeht und du lange Zeit auf der Erde bleibst.‘“
14. Was erfordert gottgefällige Unterordnung von Familienhäuptern?
14 Ehefrauen und Kindern fällt es natürlich leichter, sich in gottgefälliger Weise unterzuordnen, wenn sich Ehemänner und Väter selbst in gottgefälliger Unterordnung üben. Sie tun es dadurch, daß sie ihre Stellung als Haupt in Übereinstimmung mit biblischen Grundsätzen ausüben, wie sie beispielsweise in Epheser 5:28, 29 und 6:4 dargelegt werden: „Die Männer [sind] verpflichtet, ihre Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst, denn kein Mensch hat je sein eigenes Fleisch gehaßt, sondern er nährt und pflegt es wie auch der Christus die Versammlung.“ „Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie weiterhin auf in der Zucht und in der ernsten Ermahnung Jehovas.“
Hilfen für die gottgefällige Unterordnung
15. Welche Frucht des Geistes wird uns helfen, uns in gottgefälliger Weise unterzuordnen?
15 Was kann uns helfen, uns auf diesen verschiedenen Gebieten in gottgefälliger Weise unterzuordnen? Die erste Hilfe ist die selbstlose Liebe — die Liebe zu Jehova Gott und zu denjenigen, die damit betraut worden sind, die Aufsicht zu übernehmen. Deshalb wird uns in 1. Johannes 5:3 gesagt: „Darin besteht die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.“ Genauso äußerte sich Jesus Christus gemäß Johannes 14:15: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.“ Ja, die Liebe — die wichtigste Frucht des Geistes — wird uns helfen, all das zu schätzen, was Jehova für uns getan hat, und sie wird so dazu beitragen, daß wir uns in gottgefälliger Weise unterordnen (Galater 5:22).
16. Wie hilft die Gottesfurcht, gottgefällige Unterordnung zu üben?
16 Die zweite Hilfe ist die Gottesfurcht. Die Furcht, Jehova zu mißfallen, wird uns helfen, denn sie „bedeutet das Böse hassen“ (Sprüche 8:13). Zweifellos werden wir davor bewahrt, aus Menschenfurcht Kompromisse einzugehen, wenn wir uns fürchten, Jehova zu mißfallen. Die Gottesfurcht wird uns auch helfen, Gottes Anweisungen zu gehorchen, ungeachtet der Schwierigkeiten, die überwunden werden müssen. Außerdem wird sie uns davon abhalten, Verlockungen oder Neigungen zur Sünde nachzugeben. Die Bibel zeigt, daß Abraham wegen seiner Gottesfurcht bereit war, seinen geliebten Sohn Isaak zu opfern, und daß Joseph aufgrund der Furcht, Jehova zu mißfallen, den unsittlichen Annäherungsversuchen der Frau Potiphars widerstehen konnte (1. Mose 22:12; 39:9).
17. Welche Rolle spielt der Glaube bei unserer gottgefälligen Unterordnung?
17 Die dritte Hilfe ist der Glaube an Jehova Gott. Dieser wird uns helfen, den Rat aus Sprüche 3:5, 6 zu beachten: „Vertraue auf Jehova mit deinem ganzen Herzen, und stütze dich nicht auf deinen eigenen Verstand. Beachte ihn auf all deinen Wegen, und er selbst wird deine Pfade gerademachen.“ Der Glaube an Jehova Gott wird uns vor allem dann helfen, wenn wir anscheinend ungerechterweise leiden müssen oder das Gefühl haben, wegen unserer Rasse, unserer Nationalität oder wegen Persönlichkeitsunterschieden diskriminiert zu werden. Manche mögen auch das Empfinden haben, daß sie zu Unrecht nicht als Ältester oder Dienstamtgehilfe empfohlen wurden. Wenn wir Glauben haben, werden wir darauf warten, daß Jehova zu der von ihm vorgesehenen Zeit die Angelegenheit regeln wird. In der Zwischenzeit müssen wir uns möglicherweise in geduldigem Ausharren üben (Klagelieder 3:26).
18. Welche vierte Hilfe haben wir, um uns in gottgefälliger Weise unterzuordnen?
18 Die vierte Hilfe ist die Demut. Einem demütigen Menschen fällt es nicht schwer, sich in gottgefälliger Weise unterzuordnen, weil er ‘in Demut die anderen höher achtet als sich selbst’. Der Demütige ist bereit, sich als „ein Geringerer“ zu benehmen (Philipper 2:2-4; Lukas 9:48). Ein stolzer Mensch stößt sich dagegen an der Unterordnung, und er ärgert sich darüber. Es heißt, daß eine solche Person lieber durch Lob zugrunde gehen würde als sich durch Kritik retten zu lassen.
19. Welches vortreffliche Beispiel für Demut gab ein früherer Präsident der Watch Tower Society?
19 Ein vortreffliches Beispiel für Demut und gottgefällige Unterordnung gab Joseph Rutherford, der zweite Präsident der Watch Tower Bible and Tract Society. Als Adolf Hitler das Werk der Zeugen Jehovas in Deutschland verbot, schrieben die dortigen Zeugen an Bruder Rutherford und fragten ihn, was sie in Anbetracht des Verbots bezüglich ihrer Zusammenkünfte und ihrer Predigttätigkeit tun sollten. Er erwähnte dies vor der Bethelfamilie und gab offen zu, daß er nicht wisse, was er den deutschen Brüdern antworten solle, vor allem wegen der harten Strafen, die ihnen drohten. Wenn jemand wüßte, was ihnen mitgeteilt werden sollte, würde er das gern erfahren. Welch ein Geist der Demut!b
Der Nutzen der gottgefälligen Unterordnung
20. Welchen Nutzen hat gottgefällige Unterordnung?
20 Nun könnte man sich fragen: Welchen Nutzen hat gottgefällige Unterordnung? Sie hat tatsächlich vielfältigen Nutzen. Uns bleiben dadurch die Sorgen und Enttäuschungen erspart, von denen diejenigen geplagt werden, die unabhängig handeln. Wir haben ein gutes Verhältnis zu Jehova Gott. Und wir können die bestmögliche Gemeinschaft pflegen, nämlich mit unseren christlichen Brüdern. Weil wir uns gesetzestreu verhalten, vermeiden wir zudem unnötige Schwierigkeiten mit weltlichen Behörden. Wir können als Mann und Frau, als Eltern und Kinder ein glückliches Familienleben führen. Dadurch, daß wir in gottgefälliger Unterordnung leben, werden wir außerdem in Übereinstimmung mit dem Rat aus Sprüche 27:11 handeln: „Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, damit ich dem, der mich höhnt, eine Antwort geben kann.“
[Fußnoten]
a Ein Pionier lobte gegenüber einem ledigen Pionier seine Frau wegen ihres Respekts und ihrer liebevollen Unterstützung. Der Ledige dachte, sein Freund hätte auch etwas über die anderen guten Eigenschaften seiner Frau sagen sollen. Doch als der ledige Pionier Jahre später selbst verheiratet war, erkannte er, wie wichtig die liebevolle Unterstützung der Frau für das Eheglück ist.
b Nach vielen Gebeten und einem intensiven Studium des Wortes Gottes erkannte Joseph Rutherford, welche Antwort er den deutschen Brüdern geben mußte. Es lag nicht bei ihm, ihnen zu sagen, was sie tun oder lassen sollten. Sie besaßen Gottes Wort, das ihnen zeigte, was hinsichtlich des Zusammenkommens und des Zeugnisgebens zu tun war. Daher gingen die deutschen Brüder in den Untergrund und gehorchten dem Gebot Jehovas, sich zu versammeln und für seinen Namen und für sein Königreich Zeugnis abzulegen.
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