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  • Taoismus und Konfuzianismus — Die Suche nach dem Weg des Himmels
    Die Suche der Menschheit nach Gott
    • Tao — Was ist das?

      3. (a) Was verstehen die Chinesen unter dem Begriff Tao? (b) Was betrachteten die Chinesen anstelle eines Schöpfers als Ursache aller Dinge? (Vergleiche Hebräer 3:4.)

      3 Um zu verstehen, wie es kam, daß der Taoismus und der Konfuzianismus einen solch starken und bleibenden Einfluß auf die Bevölkerung Chinas, Japans, Koreas und umliegender Länder ausüben konnten, muß man einiges über den fundamentalen chinesischen Begriff Tao wissen. Das Wort selbst bedeutet „Weg, Straße oder Pfad“. Im erweiterten Sinn kann es auch „Methode, Prinzip oder Lehre“ bedeuten. Für die Chinesen waren die Harmonie und die Ordnung, die sie im Universum beobachteten, Manifestationen des Tao — einer Art göttlichen Willens oder göttlicher Gesetzgebung, die im Universum vorhanden ist und es lenkt. Anders ausgedrückt, statt an einen Schöpfergott zu glauben, der das Universum beherrscht, glaubten sie an eine Vorsehung, einen Willen des Himmels oder einfach an den Himmel selbst als die Ursache aller Dinge.

      4. Wie wandten die Chinesen das Tao auf menschliche Angelegenheiten an? (Vergleiche Sprüche 3:5, 6.)

      4 Auf menschliche Angelegenheiten bezogen, dachten die Chinesen, daß der Begriff des Tao der natürliche, rechte Weg ist, alles zu tun, und daß alles und jeder einzelne seinen bestimmten Platz und seine bestimmte Aufgabe hat. Sie glaubten zum Beispiel, daß das Land Frieden und Wohlstand genieße, wenn der Herrscher seine Pflicht erfülle, indem er das Volk gerecht behandle und die dem Himmel zustehenden Opferriten durchführe. In ähnlicher Weise würde, sofern die Menschen bereit wären, den Weg (das Tao) herauszufinden und ihm zu folgen, alles harmonisch, friedlich und erfolgreich sein. Würden sie ihm aber zuwiderhandeln oder sich ihm widersetzen, so wären Chaos und Unheil die Folge.

      5. (a) Wie betrachtet der Taoismus das Tao? (b) Von welchem Standpunkt aus betrachtet der Konfuzianismus das Tao? (c) Welche Fragen erfordern eine Antwort?

      5 Die Idee, sich dem Tao anzugleichen und es in seinem Fluß nicht zu stören, ist ein zentrales Element des philosophischen und religiösen Denkens der Chinesen. Der Taoismus und der Konfuzianismus sind sozusagen zwei verschiedene Ausdrucksformen desselben Begriffs. Der Taoismus geht von einer mystischen Betrachtungsweise aus und befürwortet in seiner ursprünglichen Form Untätigkeit, Quietismus und Passivität, Abwendung von der Gesellschaft und Rückkehr zur Natur. Seine Grundidee besteht darin, daß alles gut ausgeht, wenn man die Hände in den Schoß legt, nichts tut, und die Natur ihren Lauf nehmen läßt.

  • Taoismus und Konfuzianismus — Die Suche nach dem Weg des Himmels
    Die Suche der Menschheit nach Gott
    • Kurzer Einblick in das „Taoteking“

      9. Wie beschrieb Laotse das Tao im Taoteking?

      9 Im Taoteking erläutert Laotse das Tao, den höchsten Weg der Natur, und wendet es auf jede Stufe menschlicher Tätigkeit an. Um einen kurzen Einblick in das Taoteking zu vermitteln, zitieren wir im nachstehenden aus der Übersetzung von Gerolf Coudenhove (1956). Über das Tao wird darin folgendes gesagt:

      „Ehe Himmel und Erde bestanden,

      War etwas Nebelhaftes ...

      Würdig, die Mutter aller Dinge zu sein“ (Kapitel 25).

      „Das Tao gebiert sie,

      Das Teh ... hegt sie.

      Die Stoffwelt gibt ihnen Form.

      Die Umstände des Augenblicks vollenden sie.

      Darum verehren alle Dinge des Alls das Tao

      und schätzen das Teh [die Tugend]“ (Kapitel 51).

      10. (a) Worin besteht das Ziel des Taoismus? (b) Wie wird diese taoistische Ansicht auf das menschliche Verhalten angewandt?

      10 Was können wir aus diesen rätselhaften Worten schließen? Daß das Tao für Taoisten eine geheimnisvolle kosmische Kraft ist, die das stoffliche Universum hervorgebracht hat. Ziel des Taoismus ist, das Tao herauszufinden, die Welt hinter sich zu lassen und eins zu werden mit der Natur. Das zeigt sich auch in der taoistischen Ansicht über das menschliche Verhalten. Im Taoteking wird dieses Ideal wie folgt dargelegt:

      „Spanne (den Bogen) bis aufs äußerste

      Und du wirst wünschen, rechtzeitig

      Eingehalten zu haben.

      Schmiede (eine Schwertschneide) überscharf

      Und die Schneide wird nicht lange halten.

      Wenn Gold und Edelsteine deine Halle füllen,

      Wirst du sie nicht sicher aufbewahren können.

      Auf Reichtum und Ehre stolz sein,

      Heißt den Samen für den eigenen Untergang säen.

      Sich zurückziehen, wenn das Werk vollbracht ist,

      Das ist des Himmels Weg“ (Kapitel 9).

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