Aufsehenerregende Entwicklungen in der Zahnmedizin
IM Gegensatz zum Heulen des Zahnbohrers klingt es wie Musik in den Ohren, zu hören, daß sich Löcher in den Zähnen ohne viel Bohren beseitigen lassen. Und wenn andere zahnmedizinische Verfahren wie das Anpassen von Zahnspangen und das Überkronen oder Ersetzen von Zähnen auch für dich nicht zu den vergnüglichsten Erfahrungen zählen, dann werden Berichte über neuere aufsehenerregende Entwicklungen in der Zahnmedizin in deinen Ohren ebenfalls wie Musik klingen.
◻ Gemäß einem Bericht der Associated Press steht Zahnärzten jetzt eine Flüssigkeit (Caridex) zur Verfügung, mit der sich leicht alle kariösen Substanzen von den Zähnen entfernen lassen. „Die Lösung greift sofort das kariöse, entkalzifizierte Material an, nicht aber den kalzifizierten, gesunden Zahn“, heißt es in dem Artikel.
Die Verwendung der Flüssigkeit, die in den USA jetzt genehmigt worden ist, kann das Bohren um nicht weniger als 80 Prozent reduzieren. Das bedeutet auch eine Reduzierung der Schmerzen und mithin einen Abbau des Stresses und der Furcht, die gewöhnlich mit dem Bohren oder dem Warten darauf einhergehen.
◻ In einem Bericht der Zeitung Sunday Star von Toronto (Kanada) ist von einem neuartigen „natürlichen“ Zement zur Zahnfüllung die Rede, der nach Aussage derer, die ihn entwickelt haben, „mit lebendem Körpergewebe kompatibel“ ist. Sie behaupten, daß Hydroxyapatit den kariösen Verfall umkehre und „Teil des Zahns“ würde. Forscher der American Dental Health Foundation hoffen, daß die Substanz in ungefähr fünf Jahren zur Anwendung freigegeben wird.
◻ Andere Entwicklungen in der Zahnmedizin sind für alle die von Interesse, die Zahnprobleme haben wie unansehnliche Zahnlücken oder abgebröckelte, gebrochene, verfärbte oder verdrehte Zähne. Bei nur einem Zahnarztbesuch — in der Zeit, die das Bohren und Füllen beanspruchen würde — können Lücken mit einem kosmetischen Bindemittel gefüllt werden, das jetzt in den USA und in Kanada verwendet wird. In den meisten Fällen erübrigen sich dann Zahnspangen. Das Bindemittel kann auch das Überkronen verfärbter oder gebrochener Zähne ersetzen. Somit kann gemäß der kanadischen Zeitung Toronto Star an die Stelle der teuren und zeitraubenden Behandlungen von heute eine höchst begrüßenswerte und schnelle Behandlung zur Verbesserung des Aussehens treten.
◻ Denjenigen, die einige oder alle Zähne bei einem Unfall oder zufolge einer Zahnfleischerkrankung verloren haben oder deren Gebiß nicht mehr hält, weil sich der Kiefer zurückgebildet hat, gibt der Bericht in der Zeitschrift Leaders Grund zur Hoffnung. Die Zeitschrift berichtet über „ein Verfahren, das als Osseointegration bekannt ist: die Verkittung des inerten Metalls Titan im Kieferknochen“. Die implantierten Titan„wurzeln“ und das Knochengewebe bilden eine feste Verbindung, so daß nach etwa drei bis sechs Monaten der „zahnlose Kiefer seinen natürlichen Zustand“ wiedererlangt hat.
Darauf folgt eine Reihe von Terminen beim Zahnarzt. „Abdrücke, Bißkontrolle, Auswahl der Zähne und Brückenbefestigungen. Wenn dies erfolgt ist, erhält der Patient seinen dauerhaften, knochenverankerten festen Zahnersatz“, heißt es in dem Artikel. Die Kosten sind mit denjenigen für die Anfertigung herkömmlichen Zahnersatzes vergleichbar. Etwa 300 Amerikaner haben sich 1984 einer solchen Behandlung unterzogen. Im Jahre 1985 sind es ungefähr 700 gewesen. Das Verfahren wird als „sicher und dauerhaft“ beschrieben.