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Christi triumphaler Einzug in JerusalemDer größte Mensch, der je lebte
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Gemäß seiner Gewohnheit begibt sich Jesus auch bei diesem Besuch in Jerusalem in den Tempel, um zu lehren. Dort kommen die Blinden und die Lahmen zu ihm, und er heilt sie. Als die Oberpriester und die Schriftgelehrten die wunderbaren Dinge sehen, die Jesus tut, und die Knaben im Tempel rufen hören: „Rette, bitte, den Sohn Davids!“, ärgern sie sich. „Hörst du, was diese sagen?“ protestieren sie.
„Ja“, antwortet Jesus. „Habt ihr niemals dies gelesen: ‚Aus dem Mund von Unmündigen und Säuglingen hast du Lobpreis bereitet.‘?“
Jesus fährt fort zu lehren, und er schaut sich im Tempel alles genau an.
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Erneuter Besuch im TempelDer größte Mensch, der je lebte
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Außer Juden sind auch Nichtjuden zum Passah gekommen. Es sind Proselyten, das heißt Personen, die sich zum jüdischen Glauben bekehrt haben. Gewisse Griechen, offensichtlich Proselyten, wenden sich an Philippus mit dem Wunsch, Jesus zu sehen. Philippus geht zu Andreas, vielleicht um ihn zu fragen, ob ein solches Treffen passend ist. Jesus befindet sich offenbar noch im Tempel, wo ihn die Griechen sehen können.
Da Jesus weiß, daß er nur noch wenige Tage zu leben hat, veranschaulicht er seine Situation auf folgende wunderbare Weise: „Die Stunde ist gekommen, da der Menschensohn verherrlicht werden soll. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ein Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es nur e i n Korn; wenn es aber stirbt, dann bringt es viel Frucht.“
Ein Weizenkorn ist nur von geringem Wert. Was geschieht jedoch, wenn es in die Erde kommt und „stirbt“, sein Dasein als Samen beendet? Es keimt, und mit der Zeit wächst daraus ein Halm, der viele, viele Weizenkörner hervorbringt. In ähnlicher Weise ist Jesus nur e i n vollkommener Mensch. Wenn er allerdings in Treue Gott gegenüber stirbt, können Gläubige, die denselben Geist der Opferbereitschaft haben wie er, durch ihn ewiges Leben erhalten. Daher sagt Jesus: „Wer seine Seele liebhat, vernichtet sie; wer aber seine Seele in dieser Welt haßt, wird sie zum ewigen Leben bewahren.“
Jesus denkt offensichtlich nicht nur an sich, denn er sagt als nächstes: „Will jemand mir dienen, so folge er mir nach, und wo ich bin, da wird auch mein Diener sein. Wenn jemand mir dient, wird der Vater ihn ehren.“ Welch wunderbarer Lohn für jemanden, der Jesus nachfolgt und ihm dient! Er erhält vom Vater die Auszeichnung, mit Jesus am Königreich teilzuhaben.
Mit Blick auf das vor ihm Liegende — schwere Leiden und ein qualvoller Tod — fährt Jesus fort: „Jetzt ist meine Seele beunruhigt, und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde.“ Wenn das, was ihn erwartet, nur vermieden werden könnte! Doch das geht nicht, wie er selbst sagt: „Deswegen bin ich in diese Stunde gekommen.“ Jesus ist mit der gesamten Vorkehrung Gottes einverstanden, die auch seinen Opfertod einschließt.
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Gottes Stimme ein drittes Mal gehörtDer größte Mensch, der je lebte
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Gottes Stimme ein drittes Mal gehört
WÄHREND sich Jesus im Tempel aufhält, ist er sehr beunruhigt wegen seines baldigen Todes. Da er hauptsächlich darum besorgt ist, wie sich sein Tod auf den Ruf seines Vaters auswirken wird, betet er: „Vater, verherrliche deinen Namen.“
Daraufhin verkündet eine laute Stimme vom Himmel: „Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wieder verherrlichen.“
Die Volksmenge, die Jesus umringt, ist verwirrt. „Ein Engel hat zu ihm geredet“, beginnen einige zu sagen. Andere behaupten, es habe gedonnert. In Wirklichkeit hat jedoch Jehova gesprochen! Das ist indes nicht das erste Mal, daß Gottes Stimme in Verbindung mit Jesus gehört worden ist.
Bei Jesu Taufe, dreieinhalb Jahre zuvor, hatte Johannes der Täufer Gott über Jesus sagen hören: „Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ Einige Zeit nach dem Passah des Vorjahres hörten Jakobus, Johannes und Petrus, vor deren Augen Jesus umgestaltet wurde, daß Gott sagte: „Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; hört auf ihn!“ Und heute, am 10. Nisan, vier Tage vor Jesu Tod, hören Menschen erneut Gottes Stimme. Doch diesmal kann eine große Menschenmenge die Worte Jehovas hören.
Jesus erklärt: „Diese Stimme ist nicht um meinetwillen, sondern um euretwillen geschehen.“ Was diese Stimme gesagt hat, beweist, daß Jesus wirklich Gottes Sohn, der verheißene Messias, ist. „Jetzt ergeht ein Gericht über diese Welt“, fährt Jesus fort, „jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden.“ Durch sein Leben in Treue hat Jesus gezeigt, daß Satan, der Teufel, der Herrscher der Welt, es verdient, „hinausgeworfen“, hingerichtet zu werden.
Dann weist Jesus auf das hin, was durch seinen kurz bevorstehenden Tod bewirkt werden wird, indem er sagt: „Und doch werde ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, Menschen von allen Arten zu mir ziehen.“ Sein Tod ist keineswegs eine Niederlage, denn dadurch wird er andere zu sich ziehen können, damit sie sich des ewigen Lebens erfreuen.
Die Volksmenge erhebt jedoch Einspruch: „Wir hörten aus dem GESETZ, daß der Christus für immer bleibt; und wie kommt es, daß du sagst, der Menschensohn müsse erhöht werden? Wer ist dieser Menschensohn?“
Trotz aller Beweise und obwohl sie Gottes Stimme gehört haben, glauben die meisten nicht, daß Jesus der wahre Menschensohn ist, der verheißene Messias. Doch wie schon während des Laubhüttenfests vor sechs Monaten spricht Jesus erneut von sich als dem „Licht“ und ermuntert seine Zuhörer: „Solange ihr das Licht habt, bekundet Glauben an das Licht, damit ihr Söhne des Lichts werdet.“ Nachdem Jesus all das gesagt hat, geht er weg und verbirgt sich, offenbar weil sein Leben in Gefahr ist.
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Gottes Stimme ein drittes Mal gehörtDer größte Mensch, der je lebte
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Jesus sagt dann weiter: „Wer an mich glaubt, glaubt nicht nur an mich, sondern auch an den, der mich gesandt hat; und wer mich sieht, sieht auch den, der mich gesandt hat. ... Wenn indes jemand meine Reden hört und sie nicht bewahrt, so richte ich ihn nicht; denn nicht um die Welt zu richten, sondern um die Welt zu retten, bin ich gekommen. ... Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag.“
Die Liebe zur Menschenwelt hat Jehova veranlaßt, Jesus zu senden, damit diejenigen, die Glauben an ihn ausüben, gerettet werden. Die Rettung hängt jedoch davon ab, daß die Menschen das befolgen, was Gott Jesus zu reden aufgetragen hat. Das Gericht wird „am letzten Tag“, während der Tausendjahrherrschaft Christi, stattfinden.
Zum Schluß sagt Jesus noch: „Ich habe nicht aus eigenem Antrieb geredet, sondern der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat mir ein Gebot in bezug auf das gegeben, was ich sagen und was ich reden soll. Auch weiß ich, daß sein Gebot ewiges Leben bedeutet. Daher rede ich die Dinge, die ich rede, so wie der Vater sie mir gesagt hat.“
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Der Beginn eines entscheidenden TagesDer größte Mensch, der je lebte
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Kurz darauf kommen Jesus und seine Jünger in Jerusalem an, und wie üblich gehen sie in den Tempel, wo Jesus zu lehren beginnt. Die Oberpriester und die älteren Männer des Volkes, die die Aktion nicht vergessen haben, die Jesus am Vortag gegen die Geldwechsler unternommen hat, stellen ihm herausfordernde Fragen: „Mit welcher Befugnis tust du diese Dinge? Und wer hat dir diese Befugnis gegeben?“
In Erwiderung sagt Jesus: „Auch ich will euch e i n e s fragen. Wenn ihr es mir sagt, will auch ich euch sagen, mit welcher Befugnis ich diese Dinge tue: Woher stammte die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von Menschen?“
Die Priester und die älteren Männer beginnen sich zu beraten, was sie antworten sollen. „Wenn wir sagen: ‚Vom Himmel‘, wird er zu uns sagen: ‚Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt?‘ Sagen wir aber: ‚Von Menschen‘, so müssen wir das Volk fürchten, denn sie alle halten Johannes für einen Propheten.“
Die Vorsteher sind sich unschlüssig, was sie antworten sollen. Deshalb sagen sie zu Jesus: „Wir wissen es nicht.“
Darauf entgegnet Jesus: „Dann sage ich euch auch nicht, mit welcher Befugnis ich diese Dinge tue.“
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Der Beginn eines entscheidenden TagesDer größte Mensch, der je lebte
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In aller Frühe ist er am Dienstag, dem 11. Nisan, wieder mit seinen Jüngern unterwegs. Vor Jesus liegt ein entscheidender Tag seines Dienstes, der geschäftigste bisher überhaupt. Es ist der letzte Tag, an dem er in den Tempel geht.
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Bloßstellung durch Gleichnisse vom WeinbergDer größte Mensch, der je lebte
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Bloßstellung durch Gleichnisse vom Weinberg
JESUS ist im Tempel. Eben hat er die geistlichen Führer aus der Fassung gebracht, die wissen wollten, mit welcher Befugnis er alles tue. Bevor sie ihre Fassung wiedererlangen, fragt Jesus: „Was denkt ihr?“ Und dann führt er ihnen anhand eines Gleichnisses vor Augen, was für Menschen sie in Wirklichkeit sind.
„Ein Mensch hatte zwei Kinder“, erzählt Jesus. „Er ging zu dem ersten hin und sprach: ‚Kind, geh heute im Weingarten arbeiten.‘ Als Antwort sagte dieser: ‚Ich will, Herr‘, ging aber nicht hin. Da trat er zum zweiten hin und sagte das gleiche. In Erwiderung sagte dieser: ‚Ich will nicht.‘ Nachher gereute es ihn, und er ging hin. Welcher von den beiden hat den Willen seines Vaters getan?“ fragt Jesus.
„Der letztere“, antworten seine Gegner.
Darauf erklärt Jesus: „Wahrlich, ich sage euch, daß die Steuereinnehmer und die Huren vor euch in das Königreich Gottes eingehen.“ Die Steuereinnehmer und die Huren weigerten sich anfänglich, Gott zu dienen. Doch dann tat es ihnen leid, so wie dem zweiten Kind, und sie dienten ihm. Dagegen sagten die geistlichen Führer wie das erste Kind, sie würden Gott dienen, handelten jedoch anders, wie Jesus bemerkt: „Johannes [der Täufer] ist auf einem Weg der Gerechtigkeit zu euch gekommen, doch habt ihr ihm nicht geglaubt. Die Steuereinnehmer und die Huren aber haben ihm geglaubt, und obwohl ihr dies saht, gereute es euch danach nicht, so daß ihr ihm geglaubt hättet.“
Anschließend zeigt Jesus, daß das Versagen jener geistlichen Führer nicht nur darin besteht, daß sie Gott nicht dienen. Nein, sondern sie sind wirklich böse, schlechte Menschen. „Da war ein Mensch, ein Hausherr“, erzählt Jesus, „der einen Weingarten pflanzte und ihn mit einem Zaun umgab und eine Weinkelter darin grub und einen Turm errichtete und ihn an Weingärtner verpachtete und außer Landes reiste. Als dann die Zeit der Früchte herbeikam, sandte er seine Sklaven zu den Weingärtnern, um seine Früchte zu holen. Aber die Weingärtner nahmen seine Sklaven, und den einen prügelten sie, einen anderen töteten sie, einen weiteren steinigten sie. Wieder sandte er andere Sklaven hin, mehr als die ersten, doch mit diesen taten sie ebenso.“
Die „Sklaven“ sind die Propheten, die der „Hausherr“, Jehova Gott, zu den „Weingärtnern“ seines „Weingartens“ sandte. Bei den Weingärtnern handelt es sich um führende Persönlichkeiten der Nation Israel, und diese Nation ist, wie die Bibel zeigt, Gottes „Weingarten“.
Nachdem Jesus erzählt hat, daß die „Weingärtner“ die „Sklaven“ mißhandelt und getötet haben, erklärt er: „Zuletzt sandte er [der Besitzer des Weingartens] seinen Sohn zu ihnen, indem er sprach: ‚Sie werden vor meinem Sohn Respekt haben.‘ Als die Weingärtner den Sohn sahen, sagten sie unter sich: ‚Dieser ist der Erbe; kommt, laßt uns ihn töten und sein Erbe antreten!‘ Da nahmen sie ihn und warfen ihn aus dem Weingarten hinaus und töteten ihn.“
Jetzt wendet sich Jesus mit der Frage an die geistlichen Führer: „Wenn nun der Besitzer des Weingartens kommt, was wird er mit diesen Weingärtnern tun?“
„Weil sie Übeltäter sind“, antworten die religiösen Führer, „wird er eine üble Vernichtung über sie bringen und wird den Weingarten an andere Weingärtner verpachten, die ihm die Früchte zur rechten Zeit abliefern werden.“
Sie sprechen sich ungewollt selbst ihr Urteil, denn sie gehören zu den israelitischen „Weingärtnern“, die in Jehovas „Weingarten“, dem Volk Israel, tätig sind. Die Frucht, die Jehova von diesen Weingärtnern erwartet, ist Glauben an seinen Sohn, den wahren Messias. Weil sie diese Frucht nicht hervorbringen, sagt Jesus warnend: „Habt ihr nie in den Schriften [in Psalm 118:22, 23] gelesen: ‚Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Haupteckstein geworden. Von Jehova aus ist dies geschehen, und es ist wunderbar in unseren Augen.‘? Darum sage ich euch: Das Königreich Gottes wird von euch genommen und einer Nation gegeben werden, die dessen Früchte hervorbringt. Auch wird der, welcher auf diesen Stein fällt, zerschmettert werden. Auf wen immer er aber fällt, den wird er zu Staub machen.“
Die Schriftgelehrten und die Oberpriester merken jetzt, daß Jesus von ihnen spricht, und sie wollen ihn, den rechtmäßigen „Erben“, töten. Deshalb wird das Vorrecht, in Gottes Königreich zu herrschen, von Israel genommen, und eine neue Nation von „Weingärtnern“ wird gebildet werden, eine, die entsprechende Früchte hervorbringt.
Da die geistlichen Führer die Volksmengen fürchten, die Jesus für einen Propheten halten, versuchen sie nicht, ihn bei dieser Gelegenheit zu töten.
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Das Gleichnis vom HochzeitsfestDer größte Mensch, der je lebte
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Das Gleichnis vom Hochzeitsfest
JESUS hat die Schriftgelehrten und die Oberpriester durch zwei Gleichnisse bloßgestellt, und sie wollen ihn töten. Aber Jesus ist noch lange nicht mit ihnen fertig. Er erzählt ihnen noch ein Gleichnis und sagt:
„Das Königreich der Himmel ist einem Menschen, einem König, gleich geworden, der für seinen Sohn ein Hochzeitsfest veranstaltete. Und er sandte seine Sklaven aus, um die Geladenen zum Hochzeitsfest zu rufen, aber sie wollten nicht kommen.“
Jehova Gott ist der König, der ein Hochzeitsfest für seinen Sohn, Jesus Christus, vorbereitet. Die Braut, bestehend aus seinen 144 000 gesalbten Nachfolgern, wird schließlich mit Jesus im Himmel vereint sein. Die Untertanen des Königs sind das Volk Israel, das 1513 v. u. Z. die Gelegenheit erhielt, „ein Königreich von Priestern“ zu werden, als es unter den Gesetzesbund kam. Daher wurden die Israeliten ursprünglich bei dieser Gelegenheit zu dem Hochzeitsfest eingeladen.
Jedoch erging der erste Ruf an die Geladenen nicht vor dem Herbst 29 u. Z., als Jesus und seine Jünger (die Sklaven des Königs) begannen, das Königreich zu predigen. Aber die natürlichen Israeliten, die von den Sklaven von 29 bis 33 u. Z. gerufen wurden, wollten nicht kommen. Daher räumte Gott der eingeladenen Nation eine weitere Gelegenheit ein, wie Jesus erzählt:
„Wieder sandte er andere Sklaven aus, indem er sprach: ‚Sagt den Geladenen: „Siehe, ich habe mein Essen zubereitet, meine Stiere und Masttiere sind geschlachtet, und alles ist bereit. Kommt zum Hochzeitsfest.“ ‘ “ Dieser zweite und letzte Ruf an die Geladenen erging zu Pfingsten 33 u. Z., als heiliger Geist auf Jesu Nachfolger ausgegossen wurde, und er erging bis 36 u. Z.
Die große Mehrheit der Israeliten verschmähten allerdings auch diesen Ruf. „Sie gingen“, wie Jesus sagte, „uninteressiert weg, der eine auf sein eigenes Feld, der andere seinen Handelsgeschäften nach; die übrigen aber ergriffen seine Sklaven, behandelten sie schmählich und töteten sie.“ „Der König aber“, fährt Jesus fort, „wurde zornig und sandte seine Heere aus und brachte jene Mörder um und verbrannte ihre Stadt.“ Das ereignete sich 70 u. Z., als Jerusalem von den Römern vollkommen zerstört wurde und jene Mörder getötet wurden.
Jesus erklärt dann, was sich in der Zwischenzeit zugetragen hat: „Dann sprach er [der König] zu seinen Sklaven: ‚Das Hochzeitsfest ist zwar bereit, aber die Geladenen waren nicht würdig. Geht daher auf die Straßen, die aus der Stadt hinausführen, und ladet irgend jemand, den ihr findet, zum Hochzeitsfest ein.‘ “ Die Sklaven taten es, und „der Raum für die Hochzeitsfeierlichkeiten wurde mit den zu Tisch Liegenden gefüllt“.
Das Sammeln der Gäste von den Straßen außerhalb der Stadt der Geladenen begann 36 u. Z. Der römische Offizier Kornelius und seine Familie waren die ersten unbeschnittenen Nichtjuden, die eingesammelt wurden. Die Einsammlung der Nichtjuden, die diejenigen ersetzen, die ursprünglich den Ruf zurückgewiesen haben, ist bis ins 20. Jahrhundert fortgesetzt worden.
Heute, im 20. Jahrhundert, wird der Raum für die Hochzeitsfeierlichkeiten gefüllt. Jesus erzählt, was dann geschieht. Er sagt: „Als der König hereinkam, um sich die Gäste zu besehen, erblickte er dort einen Menschen, der nicht mit einem Hochzeitskleid bekleidet war. Da sagte er zu ihm: ‚Freund, wie bist du hier hereingekommen, da du doch kein Hochzeitskleid anhast?‘ Er wurde zum Schweigen gebracht. Darauf sagte der König zu seinen Dienern: ‚Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die Finsternis draußen. Dort wird sein Weinen und sein Zähneknirschen sein.‘ “
Der Mann ohne Hochzeitskleid stellt die unechten Christen der Christenheit dar. Diese hat Gott niemals als solche anerkannt, die die richtigen Erkennungsmerkmale geistiger Israeliten aufweisen. Gott hat sie niemals mit heiligem Geist zu Königreichserben gesalbt. Deshalb werden sie hinausgeworfen in die Dunkelheit, wo sie Vernichtung erleiden.
Jesus schließt sein Gleichnis ab, indem er sagt: „Denn es sind viele eingeladen, doch wenige auserwählt.“ Ja, viele aus dem Volk Israel waren eingeladen, Glieder der Braut Christi zu werden, aber nur wenige natürliche Israeliten wurden auserwählt. Die meisten der 144 000 Gäste, die die himmlische Belohnung erhalten, sind Nichtisraeliten.
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Der Versuch, Jesus eine Falle zu stellen, mißlingtDer größte Mensch, der je lebte
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Der Versuch, Jesus eine Falle zu stellen, mißlingt
WEIL Jesus immer noch im Tempel lehrt und gerade durch drei Gleichnisse die Bosheit seiner religiösen Gegner bloßgestellt hat, halten die verärgerten Pharisäer Rat, wie sie ihm eine Falle stellen können, so daß er etwas sagt, weswegen man ihn festnehmen kann. Sie schmieden einen Plan und senden dann ihre Jünger zusammen mit Parteianhängern des Herodes zu ihm, die ihn veranlassen sollen, sich in seinen eigenen Worten zu fangen.
„Lehrer“, sagen diese Männer, „wir wissen, daß du wahrhaftig bist und den Weg Gottes in Wahrheit lehrst, und du kümmerst dich um niemand, denn du schaust nicht auf die äußere Erscheinung der Menschen. Sag uns daher: Was denkst du? Ist es erlaubt, Cäsar Kopfsteuer zu zahlen, oder nicht?“
Jesus läßt sich durch die Schmeichelei nicht täuschen. Er ist sich bewußt, daß er sich der Aufwiegelung gegen Rom schuldig machen würde, wenn er sagte: „Nein, es ist nicht erlaubt, diese Steuer zu zahlen.“ Sagt er jedoch: „Ja, ihr müßt diese Steuer zahlen“, trifft ihn der Haß der Juden, für die das römische Joch etwas Verächtliches ist. Jesus entgegnet daher: „Warum stellt ihr mich auf die Probe, Heuchler? Zeigt mir die Kopfsteuermünze.“
Man bringt sie ihm, worauf er fragt: „Wessen Bild und Aufschrift ist dies?“
„Cäsars“, antworten sie.
„Zahlt daher Cäsars Dinge Cäsar zurück, Gottes Dinge aber Gott.“ Verwundert über Jesu geniale Antwort gehen die Männer davon und lassen ihn in Frieden.
Als die Sadduzäer sehen, daß es den Pharisäern nicht gelungen ist, etwas zu finden, um gegen Jesus vorzugehen, sprechen sie ihn an. Sie, die sagen, es gebe keine Auferstehung, fragen ihn: „Lehrer, Moses hat gesagt: ‚Wenn ein Mann stirbt, ohne Kinder zu haben, soll sein Bruder dessen Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen erwecken.‘ Nun gab es bei uns sieben Brüder; und der erste heiratete und starb, und weil er keine Nachkommen hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder. Ebenso erging es auch dem zweiten und dem dritten, ja schließlich allen sieben. Als letzte von allen starb die Frau. Wer von den sieben wird sie demnach in der Auferstehung zur Frau haben? Denn sie alle hatten sie.“
Darauf gibt Jesus folgendes zur Antwort: „Seid ihr nicht deshalb im Irrtum, weil ihr weder die Schriften noch die Macht Gottes kennt? Denn wenn sie von den Toten auferstehen, heiraten Männer nicht, noch werden Frauen verheiratet, sondern sie sind wie Engel in den Himmeln. Was aber die Toten betrifft, daß sie auferweckt werden, habt ihr nicht in dem Buch Mose, in dem Bericht über den Dornbusch, gelesen, wie Gott zu ihm sprach: ‚Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.‘? Er ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden. Ihr seid sehr im Irrtum.“
Erneut sind die Volksmengen über Jesu Antwort erstaunt. Selbst einige von den Schriftgelehrten müssen anerkennen: „Lehrer, du hast gut geredet.“
Als die Pharisäer sehen, daß Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hat, tun sie sich zu einer Gruppe zusammen und kommen zu ihm. Um Jesus weiter auf die Probe zu stellen, fragt einer der Schriftgelehrten: „Lehrer, welches ist das größte Gebot im GESETZ?“
Jesus antwortet: „Das erste ist: ‚Höre, o Israel: Jehova, unser Gott, ist e i n Jehova, und du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn und mit deiner ganzen Kraft.‘ Das zweite ist dieses: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘ Kein anderes Gebot ist größer als diese.“ Jesus fügt sogar noch hinzu: „An diesen zwei Geboten hängt das ganze GESETZ und die PROPHETEN.“
Der Schriftgelehrte stimmt ihm zu: „Lehrer, treffend hast du der Wahrheit gemäß gesagt: ‚ER ist E i n e r, und da ist kein anderer als ER‘; und dieses, ‚ihn zu lieben mit ganzem Herzen und mit ganzem Verstand und mit ganzer Kraft‘, und dieses, ‚seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst‘, ist weit mehr wert als alle Ganzbrandopfer und Schlachtopfer.“
Da Jesus erkennt, daß der Schriftgelehrte verständig geantwortet hat, sagt er zu ihm: „Du bist nicht fern vom Königreich Gottes.“
Drei Tage lang — Sonntag, Montag und Dienstag — hat Jesus im Tempel gelehrt. Das Volk hat ihm gern zugehört, doch die geistlichen Führer suchen ihn zu töten, aber bisher sind ihre Versuche vereitelt worden.
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Jesus verurteilt seine WidersacherDer größte Mensch, der je lebte
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Jesus verurteilt seine Widersacher
JESUS hat seine religiösen Widersacher so gründlich beschämt, daß sie sich nicht mehr trauen, ihn weiter zu befragen. Daher ergreift er die Initiative, um ihre Unwissenheit aufzudecken. „Wie denkt ihr über den Christus?“ fragt er. „Wessen Sohn ist er?“
„Davids“, antworten die Pharisäer.
Ohne in Abrede zu stellen, daß David ein fleischlicher Vorfahr des Christus oder Messias war, fragt Jesus: „Wie kommt es denn, daß David ihn durch Inspiration [in Psalm 110] ‚Herr‘ nennt, wenn er sagt: ‚Jehova sprach zu meinem Herrn: „Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde unter deine Füße lege.“ ‘? Wenn also David ihn ‚Herr‘ nennt, wieso ist er sein Sohn?“
Die Pharisäer schweigen, denn sie kennen die wahre Identität des Christus oder Gesalbten nicht. Der Messias ist nicht einfach ein menschlicher Nachkomme Davids, wie die Pharisäer offensichtlich glauben, sondern er existierte bereits im Himmel und war deshalb größer als David, d. h. sein Herr.
An die Volksmengen und an seine Jünger gewandt, warnt Jesus nun vor den Schriftgelehrten und Pharisäern. Da diese das Gesetz Gottes lehren, „haben [sie] sich auf Moses’ Stuhl gesetzt“, weshalb Jesus rät: „Alles daher, was sie euch sagen, tut und haltet.“ Er fügt jedoch hinzu: „Handelt nicht nach ihren Taten, denn sie sagen es wohl, aber handeln nicht entsprechend.“
Sie sind Heuchler, und Jesus verurteilt sie weitgehend mit denselben Worten, die er einige Monate zuvor anläßlich eines Essens im Haus eines Pharisäers gebrauchte. „Alle Werke, die sie tun“, sagt er, „tun sie, um von den Menschen gesehen zu werden.“ Und er führt dafür folgende Beispiele an:
„Sie machen die Schrifttexte enthaltenden Kapseln breit, die sie als Schutzmittel tragen.“ Diese relativ kleinen Kapseln, die an der Stirn oder am Arm getragen werden, enthalten vier Teile des Gesetzes: 2. Mose 13:1-10, 11-16 und 5. Mose 6:4-9; 11:13-21. Die Pharisäer vergrößern diese Kapseln allerdings, um sich den Anschein zu geben, für das Gesetz zu eifern.
Wie Jesus weiter zeigt, „vergrößern [sie] die Fransen ihrer Kleider“. Gemäß 4. Mose 15:38-40 wird den Israeliten geboten, sich Fransen an die Kleider zu machen; die Pharisäer machen ihre jedoch größer als die anderen Israeliten. Das alles tun sie aber nur, um aufzufallen. „Sie haben gern den hervorragendsten Platz“, erklärt Jesus.
Leider haben sich seine eigenen Jünger von dem Wunsch nach Prominenz anstecken lassen. Er gibt ihnen daher den Rat: „Ihr aber, laßt euch nicht Rabbi nennen, denn e i n e r ist euer Lehrer, während ihr alle Brüder seid. Des weiteren nennt niemand auf der Erde euren Vater, denn e i n e r ist euer Vater, der himmlische. Auch laßt euch nicht ‚Führer‘ nennen, denn e i n e r ist euer Führer, der Christus.“ Die Jünger müssen den Wunsch unterdrücken, an erster Stelle zu stehen. „Der Größte ... unter euch soll euer Diener sein“, lautet Jesu Anweisung.
Als nächstes spricht er mehrere Wehe über die Schriftgelehrten und die Pharisäer aus und nennt sie wiederholt Heuchler. Sie ‘verschließen das Königreich der Himmel vor den Menschen’, und „sie sind es, die die Häuser der Witwen verzehren und zum Vorwand lange Gebete sprechen“.
„Wehe euch, blinde Leiter“, sagt Jesus. Er verurteilt den Mangel an geistigen Werten bei den Pharisäern, der sich unter anderem durch ihre willkürlichen Unterscheidungen offenbart. So sagen sie beispielsweise: „Wenn jemand beim Tempel schwört, ist es nichts; wenn jemand aber beim Gold des Tempels schwört, ist er verpflichtet.“ Dadurch, daß sie dem Gold des Tempels größeres Gewicht beimessen als dem geistigen Wert der Anbetungsstätte, offenbaren sie ihre geistige Blindheit.
Wie schon bei einer früheren Gelegenheit verurteilt Jesus die Pharisäer auch diesmal, weil sie die „gewichtigeren Dinge des GESETZES außer acht gelassen [haben], nämlich das Recht und die Barmherzigkeit und die Treue“, während sie peinlichst genau darauf bedacht sind, selbst von unscheinbaren Gewürzen den Zehnten zu zahlen.
Jesus stellt die Pharisäer mit den Worten bloß: „Blinde Leiter, die ihr die Mücke aussiebt, das Kamel aber hinunterschluckt!“ Sie sieben eine Mücke aus dem Wein aus, nicht, weil es sich um ein Insekt handelt, sondern weil sie zeremoniell unrein ist. Daß sie die gewichtigeren Dinge des Gesetzes nicht beachten, ist mit dem Hinunterschlucken eines Kamels — ebenfalls ein zeremoniell unreines Tier — vergleichbar.
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Abschließender Dienst im TempelDer größte Mensch, der je lebte
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Abschließender Dienst im Tempel
JESUS ist zum letztenmal im Tempel und beendet damit seinen öffentlichen Dienst auf der Erde, wenn man von den Ereignissen in Verbindung mit seiner Verurteilung und Hinrichtung drei Tage später einmal absieht. Er setzt seine scharfe Kritik an den Schriftgelehrten und den Pharisäern fort.
Drei weitere Male ruft er aus: „Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler!“ Als erstes spricht er ein Wehe über sie aus, weil sie „das Äußere des Bechers und der Schüssel“ reinigen, „innen aber sind sie mit Raub und Unmäßigkeit gefüllt“. Er gibt daher den Rat: „Reinige zuerst das Innere des Bechers und der Schüssel, damit auch ihr Äußeres rein werde.“
Dann spricht Jesus ein Wehe über die Schriftgelehrten und die Pharisäer aus wegen ihrer inneren Verderbtheit und ihres geistigen Verfalls, was sie jedoch durch äußerliche Frömmigkeit zu verbergen suchen. „Ihr [gleicht] getünchten Gräbern“, sagt er, „die zwar von außen schön scheinen, innen aber voll von Totengebeinen und jeder Art Unreinheit sind.“
Außerdem offenbart sich ihre Heuchelei dadurch, daß sie Gräber für die Propheten bauen und schmücken, um die Aufmerksamkeit auf ihre eigene Wohltätigkeit zu lenken. Wie Jesus jedoch offenbart, sind sie „Söhne derer ..., die die Propheten ermordet haben“. Ja, jeder, der es wagt, ihre Heuchelei aufzudecken, ist in Gefahr!
Im weiteren Verlauf prangert Jesus sie mit äußerst scharfen Worten an: „Schlangen, Otternbrut“, sagt er, „wie solltet ihr dem Gericht der Gehenna entfliehen?“ Gehenna wird jenes Tal genannt, das als Müllabladeplatz von Jerusalem dient. Jesus gibt somit zu verstehen, daß die Schriftgelehrten und die Pharisäer für ihren bösen Lauf die ewige Vernichtung erleiden werden.
Mit Bezug auf diejenigen, die er als seine Vertreter aussendet, sagt er: „Einige von ihnen werdet ihr töten und an den Pfahl bringen, und einige von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln und von Stadt zu Stadt verfolgen, damit alles gerechte Blut über euch komme, das auf der Erde vergossen worden ist, vom Blut des gerechten Abel an bis zum Blut Sacharjas, Barachias’ [im zweiten Buch der Chronika Jehojada genannt] Sohn, den ihr zwischen dem Heiligtum und dem Altar ermordet habt. Wahrlich, ich sage euch: Dies alles wird über diese Generation kommen.“
Weil Sacharja die Führer Israels mit scharfen Worten tadelte, „verschworen sie sich gegen ihn und bewarfen ihn auf das Gebot des Königs im Vorhof des Hauses Jehovas mit Steinen“. Aber wie Jesus voraussagt, wird Israel für all das gerechte Blut bezahlen, das vergossen wurde. Die Abrechnung erfolgt 37 Jahre später, 70 u. Z., als die römischen Heere Jerusalem zerstören und über eine Million Juden umkommen.
Es bedrückt Jesus, an dieses furchtbare Geschehen zu denken. „Jerusalem, Jerusalem“, ruft er ein weiteres Mal aus, „wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel versammelt! Ihr aber habt nicht gewollt. Seht! Euer Haus wird euch verödet überlassen.“
Er fügt dann hinzu: „Ihr werdet mich von nun an auf keinen Fall mehr sehen, bis ihr sagt: ‚Gesegnet ist der, der im Namen Jehovas kommt!‘ “ Das wird zur Zeit der Gegenwart Christi sein, wenn er in sein himmlisches Königreich kommt und Menschen ihn mit dem Auge des Glaubens sehen werden.
Darauf begibt sich Jesus an einen Platz, von dem aus er beobachten kann, wie die Leute Geld in die Schatzkästen des Tempels werfen. Die Reichen geben viele Münzen. Es kommt aber auch eine arme Witwe, die zwei kleine Münzen von ganz geringem Wert spendet.
Jesus ruft seine Jünger und sagt: „Wahrlich, ich sage euch, daß diese arme Witwe mehr eingeworfen hat als alle, die Geld in die Schatzkästen einwarfen.“ Die Jünger fragen sich offenbar, wie das möglich sei. Daher erklärt Jesus ihnen: „Sie alle haben von ihrem Überfluß eingeworfen; sie aber hat von ihrem Mangel alles eingeworfen, was sie hatte, ihren ganzen Lebensunterhalt.“ Nach diesen Worten verläßt Jesus zum letztenmal den Tempel.
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