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Ist es verkehrt, Gottes Namen auszusprechen?Erwachet! 1999 | 8. März
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SEIT Jahrhunderten lehrt der Judaismus, der göttliche Name, Jehova, sei zu heilig, als daß man ihn aussprechen dürfe (Psalm 83:18).a Viele Theologen argumentieren, es sei respektlos, den erhabenen Schöpfer so vertraut anzureden, es handle sich gar um einen Verstoß gegen das dritte der Zehn Gebote, das verbietet, ‘den Namen des Herrn zu mißbrauchen’ (2. Mose 20:7, Einheitsübersetzung). Die Mischna aus dem 3. Jahrhundert u. Z. erklärt: „Wer den Namen (Gottes) mit seinen Buchstaben ausspricht“, hat „keinen Antheil an der zukünftigen Welt“ (Sanhedrin 10:1).
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Ist es verkehrt, Gottes Namen auszusprechen?Erwachet! 1999 | 8. März
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Das dritte Gebot
Wie steht es aber mit dem Verbot, das im dritten der Zehn Gebote zum Ausdruck kommt? In 2. Mose 20:7 heißt es nachdrücklich: „Du sollst den Namen Jehovas, deines Gottes, nicht in unwürdiger Weise gebrauchen, denn Jehova wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen in unwürdiger Weise gebraucht.“
Was genau ist damit gemeint, Gottes Namen ‘in unwürdiger Weise zu gebrauchen’? Der JPS Torah Commentary, herausgegeben von der Jewish Publication Society, erklärt, daß der hebräische Ausdruck für „in unwürdiger Weise“ (laschscháw’) „falsch“ oder „unnütz, unnötig“ bedeuten kann. Dazu erläutert dieses Nachschlagewerk: „Die Mehrdeutigkeit [dieses hebräischen Ausdrucks] erlaubt es, ihn als ein Verbot des Meineids bei den Parteien in einem Prozeß aufzufassen, als ein Verbot, falsch zu schwören und den göttlichen Namen unnötig oder leichtfertig zu gebrauchen.“
Dieser jüdische Kommentar hebt ganz richtig hervor, daß ‘Gottes Namen in unwürdiger Weise zu gebrauchen’ einschließt, ihn in unpassender Weise zu verwenden. Kann man es jedoch zu Recht als „unnötig oder leichtfertig“ bezeichnen, Gottes Namen auszusprechen, wenn man andere über Gott belehrt oder sich im Gebet an seinen himmlischen Vater wendet? Jehova bringt seine Sichtweise in Psalm 91:14 zum Ausdruck, wo es heißt: „Weil er seine Zuneigung auf mich gerichtet hat, werde ich auch für sein Entrinnen sorgen. Ich werde ihn beschützen, weil er meinen Namen kennengelernt hat.“
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