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Der Name Gottes war nicht unbekanntErwachet! 2007 | Dezember
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Der Name Gottes erschien in vergangenen Jahrhunderten in Hebräisch und Lateinisch auf über tausend verschiedenen Münzen, Medaillen und Jetons!
Einige Beispiele dafür sind auf dieser und der folgenden Seite zu sehen. Wie kam es, dass der Gottesname so häufig gebraucht wurde?
Warum man ihn gebrauchte
Schon im 16. Jahrhundert war Westeuropa der Schauplatz von Schlachten zwischen Katholiken und Protestanten. Es begann damit, dass sich einige Provinzen, die unter spanischer Herrschaft standen und deren Obrigkeit die reformierte Kirche bevorzugte, von der katholischen Monarchie lossagten. Das führte schließlich zu einem Bürger- und Religionskrieg. Damals wollte die eine wie die andere Seite die Botschaft vermitteln, sie werde von Gott unterstützt. Dazu bediente man sich unter anderem der Münzen und Medaillen.
Wie er gebraucht wurde
Die Stempelschneider stellten den Gottesnamen Jehova mit den vier hebräischen Buchstaben dar, dem sogenannten Tetragramm. Es wird im Deutschen gewöhnlich mit JHWH transliteriert. Im Allgemeinen konnten aber weder die Stempelschneider noch das übrige Volk Hebräisch lesen. Daher kopierte man den Gottesnamen immer wieder von Vorlagen. So entstanden unterschiedliche Schreibweisen.
In Schweden wurde um 1568 eine Münze mit dem Namen Gottes geprägt [2], in Schottland um das Jahr 1591. Um 1600 ließ der Schwedenkönig Karl IX. den Gottesnamen in unterschiedlicher Schreibweise — Ihehova, Iehova und Iehovah — auf Geld prägen [3]. Er ließ unter anderem Prunkmünzen in Gold prägen. Eines der Prachtexemplare hatte den Wert von vier Monatslöhnen eines Schwerarbeiters!
Mehr als 60 verschiedene sogenannte Jehovataler sind aus der Zeit von Christian IV., König von Dänemark und Norwegen, bekannt; er regierte von 1588 bis 1648. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts gab es auch in Polen und in der Schweiz Münzen, die den Gottesnamen trugen. In Deutschland wurden solche Münzen ebenfalls hergestellt.
Während des Dreißigjährigen Krieges, der von 1618 bis 1648 in Europa tobte und eigentlich ein Religionskrieg war, kamen immer mehr derartige Münzen auf. Der schwedische König Gustav II. Adolf ließ 1631 nach seinem Sieg in der Schlacht von Breitenfeld Münzen mit dem Tetragramm prägen [4], und zwar unter anderem in Erfurt, Fürth, Mainz und Würzburg. Auch in anderen mit Schweden verbündeten deutschen Gebieten ließ man Münzen mit dem Gottesnamen prägen.
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Der Name Gottes war nicht unbekanntErwachet! 2007 | Dezember
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[Bildnachweis auf Seite 20]
Münze 1 und Werkzeuge: Hans-Peter-Marquardt.net; Münze 2: Mit freundlicher Genehmigung Sammlung Julius Hagander
[Bildnachweis auf Seite 21]
Münze 3 und 4: Mit freundlicher Genehmigung Sammlung Julius Hagander
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