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ThailandJahrbuch der Zeugen Jehovas 1991
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In der besonderen Zusammenkunft mit den Missionaren kam zur Sprache, wie gut es wäre, eine geeignete Publikation für die nichtchristliche Bevölkerung zu haben. Im Jahre 1949 war das Buch „Gott bleibt wahrhaftig“ in Thai veröffentlicht worden und wurde dann meistens bei der Durchführung von Bibelstudien verwendet. Doch es konzentrierte sich hauptsächlich darauf, die falschen Lehren der Christenheit zu widerlegen, die die meisten Buddhisten sowieso nicht kannten. Die Brüder wünschten sich deshalb ein Buch, das für Personen geeignet wäre, die nicht viel aus der Heiligen Schrift wußten, ein Buch, das nur die wahren Lehren der Bibel erklären würde.
Bruder Franz sagte damals nicht viel dazu. Als aber 1958 das Buch Vom verlorenen Paradies zum wiedererlangten Paradies freigegeben wurde, freuten sich die Brüder über dieses zeitgemäße Werkzeug, mit dem sie Jehovas Organisation ausrüstete. Im Jahre 1961 hatten sie es dann auch in Thai zur Verfügung, und über 50 000 Exemplare wurden im Predigtdienst verbreitet. Die schönen Bilder und das Großformat gefielen den Leuten, und sie nahmen es entgegen, obwohl der Kostenbeitrag fast dem Tagelohn eines Arbeiters entsprach.
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ThailandJahrbuch der Zeugen Jehovas 1991
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Einheimische Pioniere erhalten Schulung in Gilead
Unter den 103 Absolventen der 31. Klasse der Gileadschule, deren Abschlußfeier 1958 auf dem unvergeßlichen internationalen Kongreß „Göttlicher Wille“ im Yankee-Stadion in New York stattfand, befanden sich auch zwei Pioniere aus Thailand: Bruder Bantoeng Chantraboon und Schwester Buakhieo Nantha. Bruder Bantoeng war 1956 als Kreisaufseher eingesetzt worden. Er dient immer noch als Sonderpionier im Norden Thailands. Schwester Buakhieo war eine der ersten beiden Sonderpionierinnen in Thailand. Sie setzte diesen Dienst bis zu ihrem Tod im Jahre 1986 eifrig fort. Schwester Somsri Darawan, Buakhieos Sonderpionierpartnerin, hatte 1953 die 20. Klasse der Gileadschule absolviert. Sie hat viele Jahre ihre ganze Zeit zur Verfügung gestellt, um im Zweigbüro bei der Übersetzung mitzuhelfen.
Mehrere andere einheimische Vollzeitdiener wurden in der Gileadschule unterwiesen und kehrten zur Förderung der Königreichsinteressen in ihr Heimatland zurück. Die letzten — sie kamen 1979 — waren Asawin Urairat, der jetzt zum Zweigkomitee gehört, und seine Frau Chiwan, Sakda Darawan (Somsris Sohn), der als stellvertretender Kreisaufseher dient, und Schwester Srisuphap Vesgosit, eine Missionarin im Missionarheim in Thon Buri.
Neue Lage und neue Aufsicht des Zweigbüros
Seit Ende des Zweiten Weltkrieges hatte die Gesellschaft als Zweigbüro und Missionarheim ein Haus in der Soi Decho 122 gemietet, das vielen Bewohnern Bangkoks bekannt war. Als der Besitzer 1957 eine überhöhte Miete verlangte, war Bruder Knorr der Meinung, es sei an der Zeit, ein Grundstück zu erwerben und ein Zweiggebäude zu errichten. Im Jahre 1959 wurde ein geeignetes Grundstück in der Soi Phasuk 69/1, Sukhumwitstraße, gekauft. Es befindet sich in einem besseren Wohnviertel in der Nähe des Geschäftsviertels der Stadt.
Im Oktober 1961 konnte der Bauunternehmer mit dem Bau anfangen. Das zweistöckige Gebäude, das auch einen großen Königreichssaal und sechs Schlafzimmer haben sollte, wurde nach sechs Monaten fertiggestellt. Die Bethelmitarbeiter — damals waren es drei — und die sechs Missionare waren froh, daß sie aus der provisorischen Unterkunft in der Soi Lang Suan ausziehen und ihre schönen neuen Zimmer beziehen konnten.
Kurz vor Baubeginn im Jahre 1961 übernahm jemand anders die Aufsicht im Zweigbüro. Joseph Babinski, der 1950 George Powell abgelöst hatte, mußte wegen familiärer Verpflichtungen aus dem Missionardienst ausscheiden. Am 1. September 1961 wurde Paul Engler als Zweigaufseher eingesetzt. Bruder Engler ist gebürtiger Deutscher, und er kam nach Thailand, nachdem er die 20. Klasse der Gileadschule absolviert hatte. Ehe er 1959 ins Bethel kam, war er in der nördlichen Stadt Chiang Mai fast sechs Jahre als Missionar tätig gewesen. Alle drei Zweigaufseher, Bruder Powell, Bruder Babinski und Bruder Engler, haben das Königreichswerk in Thailand gut geleitet.
Eine Zeit des Sichtens
Zwischen 1945 und 1960 nahm die Verkündigerzahl ständig zu, in manchen Jahren über 20 %. Dann war plötzlich ein Rückgang zu verzeichnen. Das Dienstjahr 1961 endete mit einer 1%igen Abnahme. In den folgenden drei Jahren sank die Verkündigerzahl noch mehr, im ersten um 4 %, im zweiten um 5 % und im dritten um 12 %, dann wieder etwas weniger, 1965 um 3 % und 1966 um 1 %. Die Verkündigerzahl war also inzwischen von 382 — das war 1960 die Höchstzahl — auf 265 zurückgegangen. Was war geschehen?
Rückblickend kann gesagt werden, daß mit der Königreichsdienstschule im Jahre 1961 anscheinend eine Zeit des Sichtens begonnen hatte. Darrow Stallard, schon damals ein langjähriger Kreisaufseher, unterwies eine Klasse dieser Schule in Chiang Mai und eine andere in Bangkok. Im Unterricht wurden die Voraussetzungen besprochen, die Königreichsverkündiger erfüllen müssen. Den Versammlungsaufsehern, die den Schulkurs zusammen mit Sonderpionieren und Missionaren besuchten, wurde vor Augen geführt, daß diejenigen, die sich am Werk der Zeugen Jehovas beteiligen, ein Leben führen müssen, das mit den biblischen Erfordernissen übereinstimmt. Das war manchmal übersehen worden. Einige Interessierte hatten den Dienst aufgenommen, noch ehe sie die schriftgemäßen Erfordernisse erfüllten. Andere Personen wurden schon getauft, bevor sie ihre ehelichen Angelegenheiten geregelt hatten.
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ThailandJahrbuch der Zeugen Jehovas 1991
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[Bild auf Seite 229]
Missionare predigen mit Hilfe eines Bootes auf den vielen Klongs (Kanälen) in Bangkok; 1956
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