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Wach bleiben — heute nötiger denn je!Der Wachtturm 2003 | 1. Januar
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Wach bleiben — heute nötiger denn je!
„Lasst uns denn nicht weiterschlafen wie die Übrigen, sondern lasst uns wach und besonnen bleiben“ (1. THESSALONICHER 5:6).
1, 2. (a) Was weiß man über die Städte Pompeji und Herculaneum? (b) Welche Warnsignale missachteten viele Einwohner von Pompeji und Herculaneum, und was war die Folge?
DIE beiden blühenden Städte Pompeji und Herculaneum lagen am Fuße des Vesuvs. Für wohlhabende Römer im 1. Jahrhundert waren sie beliebte Urlaubsziele. Die Theater jener Städte boten über tausend Zuschauern Platz, und Pompejis großes Amphitheater konnte sogar sämtliche Einwohner der Stadt aufnehmen. Ausgräber zählten in Pompeji 118 Schenken und Tavernen; in einigen davon wurde Glücksspiel oder Prostitution betrieben. Unmoral und Gewinnstreben müssen weit verbreitet gewesen sein; das bezeugen Wandmalereien und andere Artefakte.
2 Am 24. August 79 u. Z. brach der Vesuv aus. Wie Vulkanologen sagen, dürfte der Regen aus Bimsstein und Asche, der nach der ersten Eruption niederging, die Einwohner der beiden Städte nicht an der Flucht gehindert haben; und tatsächlich flohen wohl recht viele. Andere zogen es jedoch vor, zu bleiben, weil sie entweder die Gefahr unterschätzten oder die Warnsignale ganz einfach ignorierten. Um Mitternacht drang schließlich eine Lawine aus überhitzten Gasen, Bimsstein und Geröll in Herculaneum ein, wodurch alle in der Stadt verbliebenen Einwohner erstickten. Am frühen Morgen kamen dann durch eine ähnliche Lawine alle Menschen in Pompeji ums Leben. Welch tragische Folgen, nur weil man Warnsignale missachtet hatte!
Das Ende des jüdischen Systems der Dinge
3. Worin ähnelten sich die Zerstörung Jerusalems und die Zerstörung von Pompeji und Herculaneum?
3 Die verheerende Zerstörung Jerusalems neun Jahre zuvor übertraf jedoch noch das schreckliche Ende von Pompeji und Herculaneum, obwohl es sich dabei nicht um eine Naturkatastrophe handelte. Der Belagerung dieser Stadt, die, wie es heißt, „zu den schrecklichsten Belagerungen der Geschichte gehört“, fielen damals über eine Million Juden zum Opfer. Doch wie Pompeji und Herculaneum wurde auch Jerusalem nicht ohne Vorwarnung zerstört.
4. Welches prophetische Warnzeichen nannte Jesus seinen Jüngern, durch das sich das Ende eines Systems der Dinge ankündigen würde, und wie traf es im 1. Jahrhundert zum ersten Mal ein?
4 Jesus Christus hatte die Zerstörung Jerusalems und auch die bestürzenden Ereignisse prophezeit, die der Zerstörung vorausgehen würden — Kriege, Nahrungsmittelknappheit, Erdbeben und Gesetzlosigkeit. Es wären auch falsche Propheten am Werk, doch die gute Botschaft von Gottes Königreich würde auf der ganzen Erde gepredigt werden (Matthäus 24:4-7, 11-14). Jesu Worte, die sich heute im Großen erfüllen, fanden damals ihre Erfüllung im Kleinen. Die Geschichte weiß von einer schweren Hungersnot in Judäa zu berichten (Apostelgeschichte 11:28). Der jüdische Historiker Josephus berichtet von einem Erdbeben in der Gegend von Jerusalem kurz vor der Zerstörung der Stadt. Außerdem kam es vorher ständig zu Aufständen und zu internen Kämpfen zwischen jüdischen Splittergruppen sowie zu Massakern in einigen Städten, in denen Juden und Nichtjuden lebten. Dennoch wurde „in der ganzen Schöpfung, die unter dem Himmel ist“, die gute Botschaft vom Königreich gepredigt (Kolosser 1:23).
5, 6. (a) Welche prophetischen Worte Jesu erfüllten sich im Jahr 66 u. Z.? (b) Warum kamen beim Fall Jerusalems 70 u. Z. so viele Menschen ums Leben?
5 Im Jahr 66 u. Z. rebellierten die Juden schließlich gegen Rom. Als Cestius Gallus mit einem Heer Jerusalem belagerte, erinnerten sich Jesu Nachfolger an seine Worte: „Wenn ihr ferner die Stadt Jerusalem von Heeren umlagert seht, dann erkennt, dass ihre Verwüstung nahe gekommen ist. Dann sollen die, die in Judäa sind, in die Berge zu fliehen beginnen, und die in ihrer Mitte sind, sollen hinausgehen, und die, die sich an Orten auf dem Land befinden, sollen nicht in sie hineingehen“ (Lukas 21:20, 21). Nun galt es, Jerusalem zu verlassen. Aber wie? Unerwartet zog Gallus seine Truppen ab, und den Christen in Jerusalem und Judäa war es möglich, der Aufforderung Jesu zu folgen und in die Berge zu fliehen (Matthäus 24:15, 16).
6 Vier Jahre später, zur Passahzeit, kehrten römische Streitkräfte unter General Titus zurück. Er war entschlossen, den Aufstand der Juden niederzuwerfen. Sein Heer umzingelte Jerusalem und errichtete „eine Befestigung aus Spitzpfählen“, um eine Flucht unmöglich zu machen (Lukas 19:43, 44). Juden aus dem gesamten Römischen Reich waren trotz der drohenden Kriegsgefahr zum Passahfest nach Jerusalem gekommen. Nun saßen sie in der Falle. Die Mehrzahl derer, die im Verlaufe der Belagerung das Leben lassen mussten, waren, wie Josephus schrieb, jene unglückseligen Besucher.a Als Jerusalem letztendlich fiel, fand ein Siebtel aller im Römischen Reich lebenden Juden den Tod. Die Zerstörung der Stadt und ihres Tempels bedeutete das Ende des jüdischen Staatswesens und seines auf dem mosaischen Gesetz beruhenden Religionssystems (Markus 13:1, 2).b
7. Warum überlebten treue Christen die Zerstörung Jerusalems?
7 Natürlich hätten 70 u. Z. auch jüdische Christen aus Jerusalem unter denen sein können, die getötet oder in die Sklaverei geführt wurden. Doch wie die Geschichte belegt, hatten sie die von Jesus 37 Jahre zuvor geäußerte Warnung beachtet und die Stadt verlassen. Auch waren sie nicht dorthin zurückgekehrt.
Rechtzeitige apostolische Warnungen
8. Welche Notwendigkeit erkannte Petrus, und an welche Worte Jesu dachte er wahrscheinlich?
8 Heute steht eine umfassendere Vernichtung bevor: Das gesamte System der Dinge wird zu Ende gehen. Rechtzeitig, nämlich sechs Jahre vor der Zerstörung Jerusalems, riet der Apostel Petrus den Christen dringend, wach zu bleiben, ein Rat, der in unserer Zeit besonders angebracht ist. Petrus erkannte, wie wichtig es war, ihr „klares Denkvermögen“ aufzuwecken, damit sie das ‘Gebot des Herrn’ Jesus Christus nicht außer Acht ließen (2. Petrus 3:1, 2). Er dachte bei seinen Worten wahrscheinlich an das, was er von Jesus gehört hatte, als dieser wenige Tage vor seinem Tod zu den Aposteln sagte: „Haltet ständig Ausschau, bleibt wach, denn ihr wisst nicht, wann die bestimmte Zeit da ist“ (Markus 13:33).
9. (a) Welche gefährliche Einstellung haben einige entwickelt? (b) Warum ist eine skeptische Haltung besonders gefährlich?
9 Einige spötteln heutzutage: „Wo ist diese seine verheißene Gegenwart?“ (2. Petrus 3:3, 4). Sie meinen offensichtlich, es ändere sich eigentlich nichts, alles bleibe so, wie es seit der Erschaffung der Welt ist. Diese skeptische Haltung ist gefährlich. Zweifel können bewirken, dass unser Dringlichkeitsgefühl nachlässt und wir uns immer weniger Selbstdisziplin auferlegen (Lukas 21:34). Außerdem vergessen die Spötter, wie Petrus bemerkt, die weltweite Flut der Tage Noahs, durch die ein System der Dinge vernichtet wurde. Damals veränderte sich tatsächlich die Welt! (1. Mose 6:13, 17; 2. Petrus 3:5, 6).
10. Mit welchen Worten ermuntert Petrus Christen, die vielleicht ungeduldig werden?
10 Petrus hilft den Lesern seines Briefes, geduldig zu sein, indem er sie an Gründe erinnert, weshalb Gott oft nicht sogleich handelt. Zuerst schreibt er, dass „e i n Tag bei Jehova wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie e i n Tag“ (2. Petrus 3:8). Da Jehova immer lebt, kann er alle Umstände in Betracht ziehen und genau zur richtigen Zeit aktiv werden. Wie Petrus anschließend zeigt, möchte Jehova, dass die Menschen überall bereuen. Gottes Geduld bedeutet Rettung für viele, die umkämen, falls er schneller handeln würde (1. Timotheus 2:3, 4; 2. Petrus 3:9). Das heißt aber nicht, dass er nie handeln wird. „Jehovas Tag wird kommen“, sagt Petrus, und zwar „wie ein Dieb“ (2. Petrus 3:10).
11. Wodurch fällt es uns leichter, geistig wach zu bleiben, und inwiefern wird der Tag Jehovas dadurch gewissermaßen beschleunigt?
11 Beachten wir, welchen Vergleich Petrus anstellt. Diebe sind nicht leicht zu fassen. Bleibt ein Wächter aber die ganze Nacht lang wach, ohne hin und wieder einzunicken, entdeckt er viel eher einen Dieb. Wie kann ein Wächter wach bleiben? Es fällt ihm leichter, wenn er umhergeht, statt die ganze Nacht zu sitzen. Wenn wir als Christen wach bleiben wollen, müssen wir somit geistig aktiv bleiben. Deshalb fordert Petrus uns dazu auf, mit „heiligen Handlungen des Wandels und Taten der Gottergebenheit“ beschäftigt zu sein (2. Petrus 3:11). Das erleichtert es uns, ‘die Gegenwart des Tages Jehovas fest im Sinn zu behalten’. Der mit „fest im Sinn behalten“ wiedergegebene griechische Ausdruck bedeutet wörtlich „beständig beschleunigend“ (2. Petrus 3:12, Fußnote). Wir können natürlich nicht den Zeitplan Jehovas ändern. Sein Tag wird zu der von ihm festgesetzten Stunde anbrechen. Wenn wir jedoch in seinem Dienst beschäftigt bleiben, vergeht für uns die Zeit bis dahin viel schneller (1. Korinther 15:58).
12. Wie können wir als Einzelne die Geduld Jehovas nutzen?
12 Wer also meint, der Tag Jehovas ziehe sich noch hinaus, dem sei der Rat des Petrus ans Herz gelegt, geduldig auf die von Jehova bestimmte Zeit zu warten. Tatsächlich können wir die Zeit, die er in seiner Geduld noch einräumt, nutzen und beispielsweise an wichtigen christlichen Eigenschaften arbeiten sowie die gute Botschaft noch viel mehr Menschen überbringen, als es sonst möglich wäre. Wenn wir wach bleiben, werden wir von Jehova schließlich als „fleckenlos und makellos und in Frieden“ erfunden werden (2. Petrus 3:14, 15). Welch ein Lohn!
13. Welche Worte, die Paulus an die Thessalonicher schrieb, sind für Christen von heute besonders passend?
13 Auch Paulus kommt in seinem ersten Brief an die Christen in Thessalonich darauf zu sprechen, wie wichtig es ist, wach zu bleiben. Er rät: „Lasst uns denn nicht weiterschlafen wie die Übrigen, sondern lasst uns wach und besonnen bleiben“ (1. Thessalonicher 5:2, 6). Wie wichtig das doch angesichts der herannahenden Vernichtung des gesamten Weltsystems ist! Es könnte sein, dass Anbeter Jehovas von der Gleichgültigkeit angesteckt werden, die in der Welt in geistiger Hinsicht herrscht. Daher rät Paulus: „Lasst uns besonnen bleiben, angetan mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf Rettung“ (1. Thessalonicher 5:8). Regelmäßig Gottes Wort zu studieren und uns mit unseren Glaubensbrüdern zu versammeln ist uns dabei eine Hilfe, und wir werden unser Dringlichkeitsgefühl nicht verlieren (Matthäus 16:1-3).
Millionen bleiben wachsam
14. Welche statistischen Angaben zeigen, dass heute viele den Rat des Petrus befolgen und wach bleiben?
14 Halten sich heute viele an den biblischen Rat, wachsam zu bleiben? Ja. Im Dienstjahr 2002 waren 6 304 645 Verkündiger — eine Höchstzahl und gegenüber 2001 eine 3,1-prozentige Zunahme — geistig wachsam, denn sie verbrachten 1 202 381 302 Stunden damit, anderen von Gottes Königreich zu erzählen. Für sie ist diese Tätigkeit nicht nebensächlich, sie steht im Mittelpunkt ihres Lebens. Welche Einstellung viele von ihnen haben, sehen wir an Eduardo und Noemi aus El Salvador.
15. Welcher Erfahrungsbericht aus El Salvador zeigt, dass viele geistig wachsam sind?
15 Vor Jahren dachten Eduardo und Noemi über die Worte des Paulus nach: „Die Szene dieser Welt wechselt“ (1. Korinther 7:31). Sie vereinfachten ihr Leben und nahmen den Vollzeitdienst als Pioniere auf. Im Laufe der Zeit wurden sie auf vielerlei Weise belohnt und waren sogar im Kreis- und im Bezirksdienst tätig. Die beiden sind davon überzeugt, dass sie damals trotz ernster Schwierigkeiten die richtige Entscheidung trafen, als sie ein bequemes Leben zugunsten des Vollzeitdienstes aufgaben. Ebenso opferbereit waren viele der 29 269 Verkündiger in El Salvador — die 2 454 Pioniere eingeschlossen —, was mit dazu beitrug, dass im vergangenen Jahr die Zahl der Verkündiger in diesem Land um 2 Prozent stieg.
16. Wie war ein junger Zeuge in Côte d’Ivoire eingestellt?
16 Dieselbe Einstellung hatte ein junger Zeuge in Côte d’Ivoire. Er schrieb an das Zweigbüro: „Ich bin Dienstamtgehilfe. Wenn ich aber nicht selbst mit gutem Beispiel vorangehe, kann ich den Brüdern nicht sagen, dass sie Pionier werden sollten. Deshalb habe ich eine gut bezahlte Stellung aufgegeben und mich selbstständig gemacht, damit ich mehr Zeit für den Predigtdienst habe.“ Dieser junge Mann ist einer der 983 Pioniere in Côte d’Ivoire, wo es letztes Jahr 6 701 Verkündiger gab — eine Zunahme von 5 Prozent.
17. Wie zeigte eine junge Zeugin Jehovas in Belgien, dass sie sich durch Vorurteile nicht einschüchtern ließ?
17 Den 24 961 Königreichsverkündigern in Belgien bereiten Intoleranz, Vorurteile und Diskriminierung immer wieder Probleme. Dennoch sind sie eifrig und lassen sich nicht einschüchtern. Als man im Beisein einer 16-jährigen Glaubensschwester im Ethikunterricht Jehovas Zeugen als Sekte einstufte, bat sie darum, ihr eine Gegendarstellung zu erlauben. Anhand des Videos Jehovas Zeugen — Die Organisation, die hinter dem Namen steht und der Broschüre Jehovas Zeugen — Wer sind sie? konnte sie den wahren Sachverhalt darlegen. Man nahm ihre Erklärungen sehr gut auf, und in der darauf folgenden Woche drehten sich in einer Prüfungsarbeit alle Fragen um die christliche Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas.
18. Was beweist, dass sich die Verkündiger in Argentinien und Mosambik durch wirtschaftliche Schwierigkeiten nicht vom Dienst für Jehova ablenken ließen?
18 In den gegenwärtigen letzten Tagen haben viele Christen mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Dennoch sind sie bestrebt, sich nicht ablenken zu lassen. Trotz hinlänglich bekannter wirtschaftlicher Schwierigkeiten wird aus Argentinien für das vergangene Jahr eine neue Höchstzahl von 126 709 Zeugen berichtet. In Mosambik herrscht immer noch große Armut. Dennoch berichteten 37 563 über ihre Beteiligung am Zeugniswerk; das bedeutet einen Anstieg um 4 Prozent. Viele in Albanien haben ein schweres Leben; trotzdem wird aus diesem Land eine 12-prozentige Zunahme berichtet und eine Höchstzahl von 2 708 Verkündigern. Daran wird deutlich: Wenn Gottes Diener die Interessen des Königreiches an die erste Stelle setzen, kann das Wirken des Geistes Jehovas durch schwierige Umstände nicht behindert werden (Matthäus 6:33).
19. (a) Was beweist, dass es immer noch viele schafähnliche Menschen gibt, die nach der biblischen Wahrheit hungern? (b) Welche weiteren Einzelheiten des Jahresberichts lassen erkennen, dass Jehovas Diener geistig wach bleiben? (Siehe die Tabelle auf Seite 12 bis 15.)
19 Es gibt immer noch viele schafähnliche Menschen, die nach der biblischen Wahrheit hungern, wie die weltweit 5 309 289 Bibelstudien zeigen, die letztes Jahr durchschnittlich jeden Monat stattfanden. Von den 15 597 746 Anwesenden beim Gedächtnismahl — eine neue Höchstzahl — dienen die meisten noch nicht Jehova. Wir hoffen, dass sie sowohl in der Erkenntnis Jehovas als auch in ihrer Liebe zu ihm und zur Bruderschaft wachsen. Erfreulicherweise nimmt die „große Volksmenge“ ständig an Zahl zu. Diese „anderen Schafe“ dienen zusammen mit ihren geistgesalbten Brüdern dem Schöpfer „Tag und Nacht ... in seinem Tempel“ (Offenbarung 7:9, 15; Johannes 10:16).
Was wir von Lot lernen
20. Was lehrt uns das Beispiel Lots und das seiner Frau?
20 Natürlich können selbst treue Diener Gottes vorübergehend das Dringlichkeitsgefühl verlieren. Denken wir dabei an Lot, den Neffen Abrahams. Er erfuhr von zwei Engelboten, dass Gott im Begriff war, Sodom und Gomorra zu vernichten. Diese Nachricht dürfte ihn kaum überrascht haben, da er ja „schwer bedrängt war durch den zügellosen Wandel von Personen, die dem Gesetz trotzten“ (2. Petrus 2:7). Dennoch zögerte er, als die zwei Engel ihn aus Sodom hinausführen wollten. Ja, sie mussten ihn beinahe zwingen, mit seiner Familie die Stadt zu verlassen. In der Folge ließ seine Frau die Warnung der Engel außer Acht und drehte sich um. Ihr Leichtsinn kostete sie das Leben (1. Mose 19:14-17, 26). Jesus sagte warnend: „Denkt an Lots Frau“ (Lukas 17:32).
21. Weshalb ist es heute wichtiger denn je, wach zu bleiben?
21 Wie wichtig es ist, Warnungen zu beachten, zeigen nicht nur die Katastrophen von Pompeji und Herculaneum, sondern auch die Ereignisse im Zusammenhang mit der Zerstörung Jerusalems sowie die Flut der Tage Noahs und das Beispiel Lots. Als Diener Jehovas erkennen wir das Zeichen der Zeit des Endes (Matthäus 24:3). Wir haben uns von der falschen Religion getrennt (Offenbarung 18:4). Wie die Christen im 1. Jahrhundert müssen wir ‘die Gegenwart des Tages Jehovas fest im Sinn behalten’ (2. Petrus 3:12). Ja, es ist für uns heute nötiger denn je, wach zu bleiben. Wie können wir darauf hinwirken, und an welchen Eigenschaften sollten wir arbeiten? Darum geht es in dem folgenden Artikel.
[Fußnoten]
a Jerusalem dürfte im 1. Jahrhundert nicht mehr als 120 000 Einwohner gehabt haben. Eusebius schätzt, dass 70 u. Z. 300 000 Bewohner der Provinz Judäa zum Passahfest nach Jerusalem gekommen waren. Bei den übrigen Toten muss es sich um Besucher aus anderen Teilen des römischen Imperiums gehandelt haben.
b Vom Standpunkt Jehovas aus wurde das mosaische Gesetz natürlich bereits 33 u. Z. durch den neuen Bund außer Kraft gesetzt (Epheser 2:15).
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„Wacht beständig“!Der Wachtturm 2003 | 1. Januar
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„Wacht beständig“!
„Was ich ... euch sage, sage ich allen: Wacht beständig“ (MARKUS 13:37).
1, 2. (a) Welche Erfahrung musste ein Mann machen, der seinen Besitz schützen wollte? (b) Was lernen wir aus Jesu Veranschaulichung mit dem Dieb über das Wachbleiben?
JUAN bewahrte seine Wertsachen zu Hause auf, und zwar unter dem Bett. Das war seiner Ansicht nach der sicherste Ort im Haus. Eines Nachts, als er und seine Frau schliefen, schlich sich jedoch ein Dieb ins Schlafzimmer. Er wusste offensichtlich, wo etwas zu finden war. Lautlos holte er die Wertsachen unter dem Bett hervor und ließ auch das Geld mitgehen, das Juan in einer Nachttischschublade aufbewahrte. Juan entdeckte den Diebstahl am nächsten Morgen. Er wird die schmerzliche Erfahrung nicht so schnell vergessen: Wer schläft, kann seinen Besitz nicht schützen.
2 Dasselbe gilt auch im übertragenen Sinne. Wir können unsere Hoffnung und unseren Glauben nicht bewahren, wenn wir einschlafen. Deshalb sagte Paulus mahnend: „Lasst uns denn nicht weiterschlafen wie die Übrigen, sondern lasst uns wach und besonnen bleiben“ (1. Thessalonicher 5:6). In einer Veranschaulichung, durch die Jesus zeigte, wie wichtig es ist, wach zu bleiben, spielte ein Dieb eine Rolle. Jesus beschrieb, was sich vor seinem Kommen als Richter ereignen würde, und sagte dann warnend: „Wacht deshalb beharrlich, weil ihr nicht wisst, an welchem Tag euer Herr kommt. Doch erkennt e i n e s, dass der Hausherr, wenn er gewusst hätte, in welcher Wache der Dieb kommen würde, wach geblieben wäre und nicht in sein Haus hätte einbrechen lassen. Deswegen erweist auch ihr euch als solche, die bereit sind, denn zu einer Stunde, da ihr es nicht denkt, kommt der Menschensohn“ (Matthäus 24:42-44). Ein Dieb meldet sich nicht an. Er hofft, dass niemand mit ihm rechnet. Desgleichen wird das Ende des gegenwärtigen Systems nach Jesu Worten zu einer Stunde kommen, da wir es nicht denken.
„Bleibt wach, steht fest im Glauben“
3. Wie zeigte Jesus durch die Veranschaulichung mit den Sklaven, die ihren Herrn von einem Hochzeitsfest zurückerwarten, dass wir unbedingt wach bleiben müssen?
3 Jesus verglich Christen mit Sklaven, die ihren Herrn von einem Hochzeitsfest zurückerwarten. Sie müssen gemäß seinen im Lukasevangelium aufgezeichneten Worten auf der Hut bleiben, damit sie bei der Ankunft des Herrn wach sind, bereit, ihn zu empfangen. Wiederum sagte Jesus: „Zu einer Stunde, da ihr es nicht für wahrscheinlich haltet, kommt der Menschensohn“ (Lukas 12:40). Der eine oder andere, der Jehova viele Jahre gedient hat, könnte das Gefühl dafür verlieren, dass die Zeit heute drängt. Er kommt womöglich zu dem Schluss, das Ende sei noch in weiter Ferne. Aber eine solche Denkweise könnte uns von geistigen Dingen ablenken und uns dazu verleiten, das Augenmerk mehr auf materielle Ziele und auf Zeitvertreib zu richten, sodass wir in geistiger Hinsicht möglicherweise schläfrig werden (Lukas 8:14; 21:34, 35).
4. Welche Überzeugung motiviert uns, wach zu bleiben, und wie verdeutlichte Jesus dies?
4 Aus Jesu Veranschaulichung können wir noch etwas lernen. Zu welcher Stunde der Herr kommen würde, wussten die Sklaven zwar nicht, wohl aber in welcher Nacht. Wahrscheinlich wäre es ihnen schwer gefallen, jene ganze Nacht wach zu bleiben, wenn sie gedacht hätten, ihr Herr könne auch in einer anderen Nacht kommen. Doch das war nicht der Fall. Sie wussten, in welcher Nacht er kommen würde, was sie sehr anspornte, wach zu bleiben. Wir wissen aus biblischen Prophezeiungen, dass wir in der Zeit des Endes leben; allerdings geht daraus nicht hervor, an welchem Tag oder zu welcher Stunde das Ende kommt (Matthäus 24:36). Unser Glaube, dass das Ende kommen wird, hilft uns, wach zu bleiben. Doch noch weit stärker motiviert uns dazu die Überzeugung, dass Jehovas Tag wirklich nahe ist (Zephanja 1:14).
5. Wie können wir die Ermahnung des Paulus befolgen, wach zu bleiben?
5 In einem Brief forderte Paulus die Korinther auf: „Bleibt wach, steht fest im Glauben“ (1. Korinther 16:13). Ja, wach zu bleiben wird damit verknüpft, im christlichen Glauben festzustehen. Wie können wir also wach bleiben? Dadurch, dass wir uns eine tiefer gehende Erkenntnis des Wortes Gottes aneignen (2. Timotheus 3:14, 15). Regelmäßig gut zu studieren und regelmäßig die Zusammenkünfte zu besuchen fördert unseren Glauben. Von wesentlicher Bedeutung dabei ist, den Tag Jehovas fest im Sinn zu behalten. Wir sollten uns des Öfteren mit den biblischen Beweisen für das nahe Ende des gegenwärtigen Systems befassen, damit wir diese wichtigen Wahrheiten nicht vergessen.a Es ist auch vorteilhaft, auf den Verlauf von Weltereignissen zu achten, durch die sich biblische Prophezeiungen erfüllen. Ein Bruder aus Deutschland schrieb: „Jedes Mal, wenn ich in den Nachrichten die Kriege, die Erdbeben, die Gewalt und die Verschmutzung unseres Planeten sehe, wird mir die Nähe des Endes bewusst.“
6. Wie veranschaulichte Jesus die Neigung, im Laufe der Zeit die geistige Wachsamkeit zu verlieren?
6 Auch in Markus, Kapitel 13 wird davon berichtet, dass Jesus seine Nachfolger ermahnte, wach zu bleiben. Gemäß diesem Kapitel verglich er ihre Situation mit der eines Türhüters, der seinen Herrn von einer Auslandsreise zurückerwartete. Der Türhüter kannte nicht die Stunde der Rückkehr seines Herrn. Er musste ganz einfach wach bleiben. Jesus erwähnte vier verschiedene Wachen, in denen der Herr kommen konnte. Die vierte Nachtwache dauerte von etwa drei Uhr morgens bis Sonnenaufgang. Während jener letzten Wache konnte der Türhüter ohne weiteres schläfrig werden. Wie es heißt, gilt die Stunde vor Sonnenaufgang unter Soldaten als günstigste Zeit für einen Überraschungsangriff. Es könnte daher sein, dass auch wir in der heutigen weit vorgerückten Zeit, wo die Welt um uns im übertragenen Sinne tief schläft, mehr denn je darum kämpfen müssen, wach zu bleiben (Römer 13:11, 12). Jesus mahnte deshalb in seiner Veranschaulichung wiederholt: „Haltet ständig Ausschau, bleibt wach ... Wacht also beharrlich ... Was ich aber euch sage, sage ich allen: Wacht beständig“ (Markus 13:32-37).
7. Welche reale Gefahr besteht, und welche Mahnung ist deshalb wiederholt in der Bibel zu lesen?
7 Zur Wachsamkeit mahnte Jesus während seines Dienstes und nach seiner Auferstehung oftmals. Ja, fast jedes Mal, wenn in der Bibel vom Ende des gegenwärtigen Systems der Dinge die Rede ist, finden wir die Aufforderung, wach zu bleiben oder beharrlich zu wachen (Lukas 12:38, 40; Offenbarung 3:2; 16:14-16).b Offensichtlich ist geistige Schläfrigkeit eine sehr reale Gefahr. Jeder von uns hat diese Mahnung nötig (1. Korinther 10:12; 1. Thessalonicher 5:2, 6).
Drei Apostel, die nicht wach blieben
8. Wie verhielten sich drei Apostel Jesu im Garten Gethsemane, nachdem er sie gebeten hatte, zu wachen?
8 Wach zu bleiben erfordert mehr als gute Vorsätze zu haben. Das erkennen wir am Beispiel von Petrus, Jakobus und Johannes. Diese drei Geistesmenschen folgten Jesus loyal nach und hatten eine tiefe Zuneigung zu ihm. Dennoch blieben sie in der Nacht vom 14. Nisan 33 u. Z. nicht wach. Nach der Passahfeier in einem Obergemach begleiteten die drei Apostel Jesus in den Garten Gethsemane. Dort sagte er zu ihnen: „Meine Seele ist tief betrübt, ja bis zum Tod. Bleibt hier und wacht mit mir“ (Matthäus 26:38). Drei Mal betete Jesus inbrünstig zu seinem himmlischen Vater, und drei Mal kehrte er zu seinen Freunden zurück und fand sie schlafend vor (Matthäus 26:40, 43, 45).
9. Was machte die Apostel wahrscheinlich schläfrig?
9 Weshalb enttäuschten diese treuen Männer Jesus in jener Nacht? Teilweise lag es an buchstäblicher Müdigkeit. Es war bereits zu später Stunde, wahrscheinlich nach Mitternacht, und „ihre Augen waren schwer“ vor Schläfrigkeit (Matthäus 26:43). Dennoch sagte Jesus: „Wacht und betet unablässig, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist zwar voller Eifer, aber das Fleisch ist schwach“ (Matthäus 26:41).
10, 11. (a) Was half Jesus, im Garten Gethsemane unablässig zu wachen, obwohl er müde war? (b) Was lehrt uns das, was mit den Aposteln geschah, nachdem Jesus sie gebeten hatte, unablässig zu wachen?
10 Zweifelsohne war Jesus in jener historischen Nacht ebenfalls müde. Aber er nutzte die letzten kostbaren Augenblicke, die er noch in Freiheit war, um inbrünstig zu beten, und ließ sich nicht vom Schlaf übermannen. Wenige Tage zuvor hatte er seinen Nachfolgern ans Herz gelegt zu beten, indem er sagte: „Bleibt also wach, und fleht allezeit, damit es euch gelingt, all diesen Dingen, die geschehen sollen, zu entgehen und vor dem Menschensohn zu stehen“ (Lukas 21:36; Epheser 6:18). Wenn wir uns an Jesu Rat zum Thema Gebet halten, sein vortreffliches Beispiel nachahmen und wie er innig zu Jehova flehen, können wir geistig wach bleiben.
11 Anders als seine Jünger wusste Jesus natürlich, dass man ihn bald festnehmen und zum Tod verurteilen würde. Seine Prüfungen sollten am Marterpfahl einen qualvollen Höhepunkt erreichen. Darauf hatte er seine Apostel nachdrücklich hingewiesen, doch sie hatten den Sinn seiner Worte nicht erfasst. Während er wach blieb und betete, schliefen sie ein (Markus 14:27-31; Lukas 22:15-18). Auch unser Fleisch ist schwach wie das der Apostel, und es gibt ebenfalls Dinge, die wir noch nicht wissen. Wenn uns zudem nicht mehr klar ist, wie sehr die Zeit drängt, könnten wir in geistiger Hinsicht einschlafen. Nur wenn wir auf der Hut sind, bleiben wir wach.
Drei wichtige Eigenschaften
12. Welche drei Eigenschaften verknüpft Paulus mit anhaltender Besonnenheit?
12 Wie können wir uns der Dringlichkeit bewusst bleiben? Wir haben bereits gesehen, wie wichtig es ist, zu beten und den Tag Jehovas im Sinn zu behalten. Darüber hinaus erwähnt Paulus drei wichtige Eigenschaften, die wir entwickeln sollten. Er sagt: „Was ... uns betrifft, die dem Tag angehören, lasst uns besonnen bleiben, angetan mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf Rettung“ (1. Thessalonicher 5:8). Betrachten wir kurz, inwiefern Glaube, Hoffnung und Liebe dazu beitragen, dass wir geistig wach bleiben.
13. Inwiefern hilft uns der Glaube, wachsam zu bleiben?
13 Wir benötigen den unerschütterlichen Glauben, dass Jehova existiert und dass er „denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird“ (Hebräer 11:6). Dass sich Jesu Prophezeiung über das Ende zum ersten Mal im 1. Jahrhundert erfüllte, stärkt unseren Glauben an die größere Erfüllung in unseren Tagen. Und unser Glaube lässt uns den Tag Jehovas gespannt erwarten, in der Überzeugung, dass sich „[die prophetische Vision] ganz bestimmt bewahrheiten [wird]. Sie wird sich nicht verspäten“ (Habakuk 2:3).
14. Inwiefern ist die Hoffnung wichtig, wenn wir wach bleiben möchten?
14 Unsere feste Hoffnung ist wie ein „Anker für die Seele“. Er befähigt uns, Schwierigkeiten selbst dann durchzustehen, wenn die sichere Erfüllung göttlicher Verheißungen noch auf sich warten lässt (Hebräer 6:18, 19). Margaret, eine geistgesalbte Glaubensschwester in den 90ern, die sich vor mehr als 70 Jahren taufen ließ, räumt ein: „Als mein Mann 1963 an Krebs starb, dachte ich, es wäre wunderbar, wenn das Ende schnell käme. Mittlerweile weiß ich, dass ich in erster Linie die eigenen Interessen im Sinn hatte. Wir ahnten damals nicht, wie weit sich das Werk auf der Erde ausdehnen würde. Selbst heute gibt es noch viele Gebiete, wo mit dem Werk erst begonnen wird. Daher bin ich froh, dass Jehova Geduld übt.“ Der Apostel Paulus versichert uns: „Ausharren ... [bewirkt] einen bewährten Zustand, der bewährte Zustand aber Hoffnung, und die Hoffnung führt nicht zur Enttäuschung“ (Römer 5:3-5).
15. Wozu wird uns die Liebe motivieren, selbst wenn wir — wie es uns scheint — schon lange warten?
15 Die christliche Liebe ist eine herausragende Eigenschaft, denn sie ist das Motiv für all unser Tun. Wir dienen Jehova, weil wir ihn lieben, ungeachtet seines Zeitplans. Die Nächstenliebe drängt uns, die gute Botschaft vom Königreich zu predigen, ganz gleich, wie lange dies Gottes Wille ist und wie oft wir an ein und dieselbe Tür gehen werden. Wie Paulus schrieb, „bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe“ (1. Korinther 13:13). Die Liebe lässt uns ausharren und hilft uns, wach zu bleiben. „[Die Liebe] hofft alles, erduldet alles. Die Liebe versagt nie“ (1. Korinther 13:7, 8).
„Halte weiterhin fest, was du hast“
16. Wie sollten wir stets eingestellt sein, statt die Hände in den Schoß zu legen?
16 Wir leben in einer bedeutsamen Zeit und werden durch die Weltereignisse ständig daran erinnert, dass wir im Schlussteil der letzten Tage angelangt sind (2. Timotheus 3:1-5). Jetzt ist nicht die Zeit, die Hände in den Schoß zu legen. Wir sollten vielmehr ‘weiterhin an dem festhalten, was wir haben’ (Offenbarung 3:11). Wenn wir „wachsam im Hinblick auf Gebete“ sind und an Glauben, Hoffnung und Liebe zunehmen, werden wir auf die Stunde der Erprobung vorbereitet sein (1. Petrus 4:7). Im Werk des Herrn gibt es reichlich zu tun. Taten der Gottergebenheit werden uns helfen, wach zu bleiben (2. Petrus 3:11).
17. (a) Warum sollten wir uns von gelegentlichen Enttäuschungen nicht entmutigen lassen? (Siehe Kasten auf Seite 21.) (b) Worin können wir Jehova nachahmen, und welche Segnungen erwarten diejenigen, die es tun?
17 „Jehova ist mein Teil“, schrieb Jeremia, „darum werde ich ihm gegenüber eine wartende Haltung bekunden. Gut ist Jehova gegen den, der auf ihn hofft, gegen die Seele, die ihn ständig sucht. Gut ist es, dass einer wartet, ja in Stille, auf die Rettung Jehovas“ (Klagelieder 3:24-26). Einige von uns warten erst kurze Zeit auf die Rettung Jehovas, andere schon viele Jahre. Wie kurz ist jedoch diese Wartezeit im Vergleich zu der vor uns liegenden Ewigkeit! (2. Korinther 4:16-18). Und während wir auf die von Jehova bestimmte Zeit warten, können wir notwendige christliche Eigenschaften heranbilden und anderen behilflich sein, die Geduld Jehovas zu nutzen und die Wahrheit anzunehmen. Wachen wir also beständig. Nehmen wir uns an Jehova ein Beispiel, seien wir geduldig und für die Hoffnung dankbar, die er uns gegeben hat. Und seien wir gewissenhaft auf der Hut, halten wir an der Hoffnung auf ewiges Leben fest. Dann werden die folgenden prophetischen Worte auch auf uns zutreffen: „[Jehova] wird dich erhöhen, die Erde in Besitz zu nehmen. Wenn die Bösen weggetilgt werden, wirst du es sehen“ (Psalm 37:34).
[Fußnoten]
a Es kann eine Hilfe sein, erneut die sechs Beweisführungen im Wachtturm vom 15. Januar 2000, Seite 12, 13 zu betrachten, die zeigen, dass wir in den „letzten Tagen“ leben (2. Timotheus 3:1).
b Der Lexikograph W. E. Vine erklärt zu dem mit „wach bleiben“ wiedergegebenen griechischen Verb, es bedeute wörtlich „den Schlaf vertreiben“ und bezeichne „nicht lediglich Schlaflosigkeit, sondern die Wachsamkeit von Personen, die nach etwas trachten“.
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