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  • Welche Zukunft hat die Religion?
    Erwachet! 2001 | 22. April
    • Eines der Ziele

      Ein Hauptziel der von der russisch-orthodoxen Kirche angeführten Offensive sind Jehovas Zeugen. Am 20. Juni 1996 leitete die Moskauer Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf Grund einer Anzeige des sektenfeindlichen Komitees zur Rettung der Jugend vor Pseudoreligionen ein. Obwohl der Fall immer wieder eingestellt wurde, weil keinerlei Beweise für strafbare Handlungen seitens der Zeugen Jehovas vorlagen, wurde das Verfahren mehrmals von neuem aufgerollt.

      Zwischenzeitlich wurden Jehovas Zeugen Zielscheibe eines propagandistischen Sperrfeuers. Die Komsomolskaja Prawda, eine russische Zeitung mit einer Auflage von 1,2 Millionen Exemplaren, berichtete in ihrer Ausgabe vom 21. November 1998: „Innerhalb von nur zwei Jahren hat die russisch-orthodoxe Kirche mehr als zehn Bücher, Broschüren und Ratgeber herausgegeben, die der Jehovistengemeinschaft ‚gewidmet‘ sind.“ Warum hat sich die Kirche darauf konzentriert, Jehovas Zeugen in Mißkredit zu bringen?

      „Wahrscheinlich liegt das vor allem daran“, schrieb die Komsomolskaja Prawda weiter, „daß sich die Mitgliederzahl dieser Organisation allein während der letzten 7 Jahre verzehnfacht hat, und wie jeder anderen hierarchischen Organisation sind auch der russisch-orthodoxen Kirche Konkurrenten ein Dorn im Auge.“

      Als Anfang 1999 das Gerichtsverfahren gegen Jehovas Zeugen erneut eröffnet wurde, fand dies weltweit Beachtung. Eine Schlagzeile der New York Times vom 11. Februar lautete: „Moskauer Gericht erwägt Verbot der Zeugen Jehovas“. In dem Artikel hieß es mit Bezugnahme auf das russische Gesetz über die Gewissensfreiheit und die religiösen Vereinigungen: „Der nun in einem kleinen Saal vor einem Moskauer Zivilgericht verhandelte Fall wird von Religionsgemeinschaften und Menschenrechtsorganisationen aufmerksam beobachtet, weil es sich um den ersten ernsthaften Versuch handelt, an Hand des Gesetzes die Religionsfreiheit zu beschneiden.“

      Ljudmila Aleksejewa, Präsidentin der Internationalen Helsinki-Föderation, erläuterte, weshalb der Prozeß gegen Jehovas Zeugen aufmerksam verfolgt werde. Sie erklärte, wenn die Kreise, die Jehovas Zeugen zu unterdrücken versuchten, in diesem Fall Erfolg hätten, würden sie keine Hemmungen mehr haben, auch andere Gruppen anzugreifen, die nicht zu den traditionellen Religionen gezählt werden. Allerdings wurde der Prozeß am 12. März 1999 erneut vertagt. Im darauffolgenden Monat jedoch, am 29. April, stellte das russische Justizministerium eine Urkunde aus über die Registrierung des „Verwaltungszentrums der Zeugen Jehovas in Rußland“.

      Dieser Anerkennung durch die Regierung zum Trotz sind die Angriffe gegen Jehovas Zeugen und andere religiöse Minderheiten in Rußland und in den übrigen Staaten der früheren Sowjetunion fortgesetzt worden. Lawrence Uzzell, Leiter des Keston-Instituts in Oxford, erklärte, es lohne sich immer, Jehovas Zeugen zu beobachten, weil das, was ihnen widerfährt, als „Frühwarnsignal“ gelten könne. Tatsächlich stehen die grundlegenden religiösen Freiheitsrechte von zigmillionen Menschen auf dem Spiel!

      Angriffe ungerechtfertigt

      Im ersten Jahrhundert verfolgten die Oberpriester und andere religiöse Führer die Nachfolger Jesu (Johannes 19:15; Apostelgeschichte 5:27-33). Das führte dazu, daß über das Christentum gesagt wurde: „In der Tat, was diese Sekte betrifft, ist uns bekannt, daß ihr überall widersprochen wird“ (Apostelgeschichte 28:22). Es sollte daher nicht überraschen, daß echte Christen heute ebenfalls bösartig verleumdet werden, wie es Jehovas Zeugen widerfahren ist.

      Indes gab der berühmte Pharisäer und Gesetzesgelehrte Gamaliel, nachdem er die gegen die ersten Christen vorgebrachten Anschuldigungen geprüft hatte, folgenden Rat: „Steht ab von diesen Menschen, und laßt sie gehen (denn wenn dieses Unterfangen oder dieses Werk von Menschen ist, wird es umgestürzt werden; wenn es aber von Gott ist, werdet ihr sie nicht stürzen können); andernfalls mögt ihr vielleicht als solche erfunden werden, die in Wirklichkeit gegen Gott kämpfen“ (Apostelgeschichte 5:38, 39).

      Auch in unserer Zeit haben Kritiker Jehovas Zeugen eingehend untersucht. Mit welchem Ergebnis? Sergei Blagodarow, der sich selbst zum orthodoxen Glauben bekennt, schrieb in der Komsomolskaja Prawda: „Über einen Zeitraum von mehr als hundert Jahren konnte in keinem einzigen Land der Welt ein Nachweis erbracht werden, wonach entweder ihre Gemeindemitglieder strafbare Handlungen begangen hätten oder ihre Existenz ungesetzlich wäre.“

  • Welche Zukunft hat die Religion?
    Erwachet! 2001 | 22. April
    • [Bilder auf Seite 15]

      Moskauer Verfahren im Februar 1999; Verteidigung (links), Richterin (Mitte) und Anklagevertretung (rechts)

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