Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Der christliche Glaube wird geprüft
    Der Wachtturm 1998 | 15. Mai
    • Der christliche Glaube wird geprüft

      „Der Glaube ist nicht ein Besitz aller Menschen“ (2. THESSALONICHER 3:2).

      1. Inwiefern hat die Geschichte gezeigt, daß nicht alle echten Glauben haben?

      ZU ALLEN Zeiten gab es Männer, Frauen und Kinder mit echtem Glauben. Das Adjektiv „echt“ ist angebracht, weil Millionen andere eine Art des Glaubens offenbart haben, die man eher als Leichtgläubigkeit bezeichnen kann — eine Bereitschaft zu glauben, ohne eine wahre Grundlage oder logische Argumente zu haben. Bei solch einem Glauben spielen oft falsche Götter eine Rolle oder Anbetungsformen, die nicht mit Jehova, dem Allmächtigen, und dem von ihm geoffenbarten Wort in Übereinstimmung zu bringen sind. Der Apostel Paulus schrieb deshalb: „Der Glaube ist nicht ein Besitz aller Menschen“ (2. Thessalonicher 3:2).

      2. Warum ist es so wichtig, daß wir unseren Glauben prüfen?

      2 Durch diese Aussage ließ Paulus allerdings erkennen, daß damals einige echten Glauben hatten, und folglich muß es auch heute einige geben, auf die das zutrifft. Die meisten Leser dieser Zeitschrift möchten einen solchen echten Glauben haben und darin wachsen — einen Glauben im Einklang mit der genauen Erkenntnis der göttlichen Wahrheit (Johannes 18:37; Hebräer 11:6). Wünschen wir uns das? Dann ist es unerläßlich, daß wir uns nicht nur dessen bewußt sind, sondern auch darauf vorbereitet sind, daß unser Glaube geprüft werden wird. Warum kann man das sagen?

      3, 4. Warum sollten wir uns in Verbindung mit Glaubensprüfungen an Jesus orientieren?

      3 Wir müssen anerkennen, daß Jesus Christus in unserem Glauben eine zentrale Rolle zukommt. Tatsächlich spricht die Bibel von Jesus als dem Vervollkommner unseres Glaubens, und zwar vor allem durch die von ihm erfüllten Prophezeiungen, aber auch durch das, was er gesagt und getan hat. Er gab der Grundlage, auf der Menschen echten Glauben aufbauen können, festen Bestand (Hebräer 12:2; Offenbarung 1:1, 2). Wir lesen allerdings auch, daß Jesus „in allem auf die Probe gestellt worden ist wie wir selbst, doch ohne Sünde“ (Hebräer 4:15). Ja, Jesu Glaube wurde geprüft. Das sollte uns jedoch auf keinen Fall entmutigen oder bei uns Besorgnis auslösen, sondern sollte uns trösten.

      4 Dadurch, daß Jesus schwere Prüfungen durchmachte, ja sogar bis zum Tod an einem Pfahl, „lernte er Gehorsam“ (Hebräer 5:8). Er bewies, daß Menschen gemäß dem echten Glauben leben können, und das trotz jeglicher Prüfungen, die möglicherweise über sie kommen. Das ist von besonderer Bedeutung, wenn wir an das denken, was Jesus seine Nachfolger betreffend erklärte: „Behaltet das Wort im Sinn, das ich euch gesagt habe: Ein Sklave ist nicht größer als sein Herr“ (Johannes 15:20). Tatsächlich sagte Jesus mit Bezug auf seine Nachfolger in unserer Zeit voraus: „Ihr werdet um meines Namens willen Gegenstand des Hasses aller Nationen sein“ (Matthäus 24:9).

      5. Wie wurde in der Bibel darauf hingewiesen, daß wir mit Prüfungen konfrontiert werden würden?

      5 Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann das Gericht beim Hause Gottes. In der Bibel wurde vorausgesagt: „Es ist die bestimmte Zeit, daß das Gericht beim Hause Gottes anfange. Wenn es nun zuerst bei uns anfängt, was wird das Ende derer sein, die der guten Botschaft Gottes nicht gehorchen? ‚Und wenn der Gerechte mit Mühe gerettet wird, wo wird sich der Gottlose und der Sünder zeigen?‘ “ (1. Petrus 4:17, 18).

      Der Glaube wird geprüft — Warum?

      6. Warum ist ein geprüfter Glaube kostbar?

      6 In gewissem Sinn ist der Wert eines ungeprüften Glaubens noch nicht bewiesen, und seine Echtheit ist noch unbekannt. Man könnte ihn mit einem uneingelösten Scheck vergleichen. Vielleicht haben wir den Scheck für eine von uns verrichtete Arbeit erhalten, für Waren, die wir geliefert haben, oder auch als Geschenk. Der Scheck scheint gültig zu sein. Aber ist er es wirklich? Ist er tatsächlich soviel wert, wie darauf steht? In ähnlicher Weise muß unser Glaube mehr sein als nur ein äußerer Schein oder ein bloßes Bekenntnis. Er muß geprüft werden, wenn wir nachweisen wollen, daß er Gehalt hat und wirklich echt ist. Wenn unser Glaube geprüft worden ist, werden wir wahrscheinlich feststellen, daß er stark und daher wertvoll ist. Eine Prüfung kann allerdings auch irgendwelche Bereiche offenbaren, in denen unser Glaube noch geläutert oder gestärkt werden muß.

      7, 8. Woher kommen Prüfungen unseres Glaubens?

      7 Gott läßt zu, daß Verfolgung und andere Glaubensprüfungen über uns kommen. So lesen wir: „Keiner sage, wenn er versucht wird: ‚Ich werde von Gott versucht.‘ Denn Gott kann nicht von üblen Dingen versucht werden, noch versucht er selbst irgend jemand“ (Jakobus 1:13). Wer oder was ist für Prüfungen verantwortlich? Es sind Satan, die Welt und unser eigenes unvollkommenes Fleisch.

      8 Wir werden wahrscheinlich anerkennen, daß Satan einen starken Einfluß auf die Welt, auf ihr Denken und ihr Handeln, ausübt (1. Johannes 5:19). Und wir wissen vermutlich, daß er zur Verfolgung von Christen anstiftet (Offenbarung 12:17). Aber sind wir ebenso davon überzeugt, daß Satan versucht, uns irrezuführen, indem er an unser unvollkommenes Fleisch appelliert durch Verlockungen der Welt, die er uns vor Augen hält in der Hoffnung, daß wir auf den Köder hereinfallen, Jehova Gott ungehorsam sind und schließlich seine Anerkennung verlieren? Satans Methoden sollten uns keineswegs überraschen, denn als er Jesus zu verleiten suchte, ging er genauso vor (Matthäus 4:1-11).

      9. Wie können wir aus Beispielen des Glaubens Nutzen ziehen?

      9 Jehova führt uns durch sein Wort und durch die Christenversammlung positive, nachahmenswerte Beispiele des Glaubens vor Augen. Paulus schrieb die mahnenden Worte: „Werdet vereint meine Nachahmer, Brüder, und haltet euer Auge auf die gerichtet, welche auf eine Weise wandeln, die dem Vorbild entspricht, das ihr in uns habt“ (Philipper 3:17). Paulus gehörte zu den gesalbten Dienern Gottes des ersten Jahrhunderts, die führend darin vorangingen, trotz großer Prüfungen Glaubenswerke zu verrichten. Auch gegen Ende des 20. Jahrhunderts fehlt es uns nicht an ähnlichen Beispielen des Glaubens. Die Worte in Hebräer 13:7 treffen heute genauso zu wie zu der Zeit, als Paulus sie niederschrieb: „Gedenkt derer, die unter euch die Führung übernehmen, die das Wort Gottes zu euch geredet haben, und während ihr den Ausgang ihres Wandels genau betrachtet, ahmt ihren Glauben nach.“

      10. Welche besonderen Beispiele des Glaubens aus der Neuzeit haben wir?

      10 Diese ernste Ermahnung erhält besonderen Nachdruck, wenn wir den Ausgang des Wandels der Glieder des gesalbten Überrests betrachten. Wir können uns mit ihrem Beispiel befassen und ihren Glauben nachahmen. Sie haben echten Glauben, der durch Prüfungen geläutert wurde. Aus einer kleinen Gruppe in den 1870er Jahren hat sich eine weltweite christliche Bruderschaft entwickelt. Der Glaube und das Ausharren der Gesalbten seit jener Zeit hat Frucht getragen, denn heute predigen und lehren über fünfeinhalb Millionen Zeugen Jehovas das Königreich Gottes. Die gegenwärtige weltweite Versammlung eifriger wahrer Anbeter ist ein Beweis für geprüften Glauben (Titus 2:14).

      Der Glaube in Verbindung mit 1914 geprüft

      11. Inwiefern war 1914 ein bedeutsames Jahr für C. T. Russell und seine Gefährten?

      11 Schon Jahre vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs hatten die Glieder des Überrests auf 1914 als bedeutsames Jahr in der biblischen Prophetie hingewiesen. Einige ihrer Erwartungen waren jedoch verfrüht, und ihre Ansicht darüber, was geschehen würde, war nicht ganz korrekt. Zum Beispiel waren sich C. T. Russell, der erste Präsident der Watch Tower Society, und seine Gefährten bewußt, daß ein gewaltiges Predigtwerk erforderlich war. In der Bibel stand zu lesen: „Dieses Evangelium des Reiches wird gepredigt werden auf dem ganzen Erdkreis, allen Nationen zu einem Zeugnis, und dann wird das Ende kommen“ (Matthäus 24:14, Elberfelder Bibel). Doch wie sollten sie, eine relativ kleine Gruppe, das jemals schaffen?

      12. Wie reagierte einer von Russells späteren Gefährten auf die biblische Wahrheit?

      12 Betrachten wir einmal, wie das A. H. Macmillan berührte, einen von Russells Gefährten. Macmillan, ein gebürtiger Kanadier, war noch keine 20 Jahre alt, als er Russells Buch Der Plan der Zeitalter (1886) erhielt. (Dieses Buch, auch Der göttliche Plan der Zeitalter genannt, wurde der 1. Band der weitverbreiteten Schriftstudien. Band 2, Die Zeit ist herbeigekommen [1889], wies auf 1914 als das Ende der „Zeiten der Heiden“ hin [Lukas 21:24, Lutherbibel]). Noch am selben Abend, als Macmillan darin zu lesen anfing, dachte er bei sich: „Nun, das klingt nach Wahrheit.“ Im Sommer 1900 begegnete er Russell auf einem Kongreß der Bibelforscher, wie Jehovas Zeugen damals genannt wurden. Bald danach ließ sich Macmillan taufen und begann Bruder Russell im Hauptbüro der Gesellschaft in New York bei seiner Arbeit zu helfen.

      13. Welche Schwierigkeit erkannten Macmillan und andere mit Bezug auf die Erfüllung von Matthäus 24:14?

      13 Gestützt auf ihr Studium der Bibel, wiesen diese gesalbten Christen darauf hin, daß 1914 ein entscheidender Zeitpunkt in Gottes Vorsatz sein würde. Aber Macmillan und andere fragten sich, wie die in Matthäus 24:14 vorausgesagte Predigttätigkeit unter allen Nationen in der noch verbleibenden kurzen Zeit durchgeführt werden sollte. Er sagte später: „Ich erinnere mich, daß ich mit Bruder Russell häufig darüber sprach, worauf er erklärte: ‚Nun, Bruder, hier in New York gibt es mehr Juden als in Jerusalem, mehr Iren als in Dublin und mehr Italiener als in Rom. Wenn wir sie hier erreichen, wird dadurch die ganze Welt mit der Botschaft erreicht.‘ Aber wirklich überzeugen konnte uns das eigentlich nicht. So wurde die Idee zum ‚Photo-Drama‘ geboren.“

      14. Welches herausragende Projekt wurde vor 1914 in Angriff genommen?

      14 Welch ein bahnbrechendes Unternehmen das „Photo-Drama der Schöpfung“ doch war! Es bestand aus Filmen und kolorierten Glaslichtbildern, die mit biblischen Ansprachen und Musik von Grammophonplatten synchronisiert waren. Im Jahr 1913 hieß es im Watch Tower über einen Kongreß in Arkansas (USA): „Es wurde einmütig beschlossen, daß die Zeit gekommen ist, sich beim Lehren von biblischen Wahrheiten des Films zu bedienen. ... [Russell] erklärte, daß er seit drei Jahren an diesem Plan arbeite und daß jetzt schon Hunderte von wunderschönen Bildern so gut wie fertiggestellt seien, die zweifellos große Menschenmengen anziehen werden und nicht nur das Evangelium verkündigen, sondern der Öffentlichkeit auch helfen werden, wieder zum Glauben an Gott zu gelangen.“

      15. Was wurde durch das „Photo-Drama“ erreicht?

      15 Und genau das wurde durch das „Photo-Drama“ nach der Erstaufführung im Januar 1914 bewirkt. Folgende Berichte stammen aus dem Watch Tower von 1914:

      1. April: „Ein Geistlicher sagte, nachdem er zwei Teile gesehen hatte: ‚Ich habe erst die Hälfte des PHOTO-DRAMAS DER SCHÖPFUNG gesehen, aber ich habe bereits mehr über die Bibel gelernt als während meines dreijährigen Studiums in dem theologischen Seminar.‘ Ein Jude erklärte nach der Vorführung: ‚Ich gehe als besserer Jude wieder weg, als ich hergekommen bin.‘ Mehrere katholische Priester und Nonnen haben das DRAMA gesehen und große Wertschätzung geäußert. ... Es wurden erst zwölf Sätze des DRAMAS fertiggestellt ... Ungeachtet dessen haben wir bereits einunddreißig Städte erreicht und bedient ... Über fünfunddreißigtausend pro Tag sehen, hören und bewundern es, sie werden nachdenklich gestimmt und gesegnet.“

      15. Juni: „Die Bilder haben mich veranlaßt, noch eifriger die Wahrheit zu verbreiten, und sie haben meine Liebe zum himmlischen Vater und zu unserem lieben älteren Bruder, Jesus, vergrößert. Ich bete täglich um Gottes reichsten Segen für das PHOTO-DRAMA DER SCHÖPFUNG und für alle, die mit dessen Vorführung beschäftigt sind ... Ich bin Euer Diener in Ihm, F. W. KNOCHE (Iowa).“

      15. Juli: „Wir möchten gern mitteilen, welch einen wunderbaren und günstigen Eindruck die Bilder und Filme in dieser Stadt hinterlassen haben, und wir sind sicher, daß dieses Zeugnis für die Welt auch dazu dient, viele einzusammeln, die den Beweis liefern, daß sie Juwelen nach der persönlichen Auswahl des Herrn sind. Wir kennen ziemlich viele ernste Bibelforscher, die infolge der Tätigkeit mit dem Photo-Drama jetzt hier mit der Klasse verbunden sind. ... Eure Schwester im Herrn, EMMA L. BRICKER.“

      15. November: „Wir sind überzeugt, daß Ihr Euch freut, zu erfahren, welch ein hervorragendes Zeugnis durch das PHOTO-DRAMA DER SCHÖPFUNG im Londoner Opernhaus am Kingsway gegeben wurde. Die lenkende Hand des Herrn hat sich in jeder Einzelheit dieser Vorführung so wunderbar offenbart, daß die Brüder höchst erfreut sind ... Alle Klassen und Arten von Menschen befanden sich unter den Anwesenden; wir haben darunter zahlreiche Geistliche bemerkt. Von einem Vikar ... wurden wir um Eintrittskarten gebeten, damit er und seine Frau kommen und es sich noch einmal ansehen könnten. Ein Pfarrer der Kirche von England hat das DRAMA mehrere Male besucht und ... hat zahlreiche seiner Freunde mitgebracht, damit sie es mit eigenen Augen sehen konnten. Zwei Bischöfe waren ebenfalls anwesend sowie mehrere Adlige.“

      1. Dezember: „Wir, meine Frau und ich, danken unserem himmlischen Vater aufrichtig für den großen und kostbaren Segen, der uns durch Deine Hilfe zuteil wurde. Es war Dein hervorragendes PHOTO-DRAMA, das uns veranlaßt hat, die Wahrheit zu erkennen und anzunehmen ... Wir haben Deine sechs Bände der SCHRIFTSTUDIEN studiert. Sie sind eine große Hilfe.“

      Reaktion auf die damaligen Prüfungen

      16. Warum kam es 1914 zu einer Glaubensprüfung?

      16 Was geschah jedoch, als die aufrichtigen, ergebenen Christen feststellten, daß ihre Erwartung, im Jahr 1914 mit dem Herrn vereint zu werden, nicht in Erfüllung ging? Diese Gesalbten machten eine äußerst prüfungsreiche Zeit durch. Gegen Ende des Jahres 1914 hieß es in der englischen Ausgabe des Wacht-Turms vom 1. November (deutsch: Februar 1915): „Laßt uns uns stets daran erinnern, daß wir in der Prüfungsstunde stehen!“ Mit Bezug darauf wurde in dem Buch Jehovas Zeugen — Verkündiger des Königreiches Gottes (1993) erklärt: „Die Jahre 1914 bis 1918 erwiesen sich wahrhaftig als ‚Prüfungsstunde‘ für die Bibelforscher.“ Ließen sie zu, daß ihr Glaube geläutert und ihr Denken korrigiert wurde, damit sie das große Werk in Angriff nehmen konnten, das vor ihnen lag?

      17. Wie reagierten die treuen Gesalbten darauf, daß sie nach 1914 noch auf der Erde waren?

      17 Im Wacht-Turm vom November 1916 wurde gesagt: „Wir glaubten, daß das Werk des Sammelns und Erntens der Herauswahl vollendet sein würde, ehe die Zeit der Nationen zu Ende ging; aber nichts in der Bibel sagte dies direkt. ... Bedauern wir, daß das Erntewerk noch andauert? ... Liebe Brüder, unsere jetzige Haltung sollte eine Haltung großer Dankbarkeit gegen Gott sein; eine Haltung stets zunehmender Wertschätzung der wunderbaren Wahrheit, welche zu sehen und nach welcher zu leben wir durch ihn befähigt wurden, sowie die eines zunehmenden Eifers, diese Wahrheit auch zur Kenntnis anderer zu bringen.“ Ihr Glaube war geprüft worden, doch sie waren der Prüfung mutig entgegengetreten und hatten sie bestanden. Wir Christen sollten uns allerdings bewußt sein, daß zahlreiche und unterschiedlichste Glaubensprüfungen auf uns zukommen können.

      18, 19. Welche weiteren Glaubensprüfungen ergaben sich für Gottes Volk bald nach Bruder Russells Tod?

      18 So standen zum Beispiel kurz nach dem Tod von Bruder Charles T. Russell die Glieder des Überrests einer anderen Art von Prüfung gegenüber. Dabei handelte es sich um eine Prüfung ihrer Loyalität und ihres Glaubens. Wer war der ‘treue Sklave’ aus Matthäus 24:45? Manche glaubten, es sei Bruder Russell allein gewesen, und sie sträubten sich dagegen, neue organisatorische Einrichtungen zu unterstützen. Wenn er der Sklave gewesen wäre, was hätten die Brüder nach seinem Tod tun sollen? Sollten sie jemand anders folgen, der dazu ausersehen wurde, oder war es jetzt an der Zeit, anzuerkennen, daß Jehova nicht nur e i n e Person, sondern statt dessen eine ganze Gruppe von Christen als Werkzeug gebraucht, eine Sklavenklasse?

      19 Eine weitere Prüfung kam 1918 über die wahren Christen, als die weltliche Obrigkeit, angestachelt von der Geistlichkeit der Christenheit, ‘das Gesetz mißbrauchte und Unheil schaffte’ gegen Jehovas Organisation (Psalm 94:20, Lutherbibel). Eine Welle brutaler Verfolgung brach über die Bibelforscher in Nordamerika und Europa herein. Die von Geistlichen angezettelte Gegnerschaft erreichte am 7. Mai 1918 einen Höhepunkt, als gegen J. F. Rutherford und mehrere seiner vertrauten Mitarbeiter, einschließlich A. H. Macmillan, auf US-Bundesebene Haftbefehle erlassen wurden. Sie wurden zu Unrecht staatsfeindlicher Umtriebe angeklagt, und die Behörden ignorierten ihre Unschuldsbeteuerungen.

      20, 21. Welches Werk, das in Maleachi 3:1-3 vorausgesagt wurde, war unter den Gesalbten im Gange?

      20 Ohne als solches erkannt zu werden, war ein Reinigungswerk im Gange, wie es in Maleachi 3:1-3 beschrieben wurde: „ ‚Siehe! Ich sende meinen Boten, und er soll einen Weg vor mir bahnen. Und plötzlich wird zu SEINEM Tempel kommen der wahre Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, an dem ihr Gefallen habt. Siehe! Er wird gewiß kommen‘, hat Jehova der Heerscharen gesprochen. ‚Doch wer wird den Tag seines Kommens ertragen, und wer wird bestehen, wenn er erscheint? Denn er wird wie das Feuer eines Läuterers sein und wie die Lauge von Wäschern. Und er soll als Läuterer und Reiniger von Silber sitzen und soll die Söhne Levis reinigen; und er soll sie läutern wie Gold und wie Silber, und sie werden bestimmt für Jehova solche werden, die eine Opfergabe in Gerechtigkeit darbringen.‘ “

      21 Gegen Ende des Ersten Weltkriegs wurden einige der Bibelforscher mit einer weiteren Glaubensprüfung konfrontiert — ob sie gegenüber weltlichen militärischen Angelegenheiten strikte Neutralität bewahren würden (Johannes 17:16; 18:36). Einige taten es nicht. Deshalb sandte Jehova im Jahr 1918 den ‘Boten des Bundes’, Christus Jesus, zu seiner geistigen Tempeleinrichtung, um die kleine Gruppe seiner Anbeter von weltlichen Befleckungen zu reinigen. Diejenigen, die sich verpflichtet fühlten, echten Glauben zu beweisen, lernten aus der Erfahrung, drängten vorwärts und setzten das Predigen eifrig fort.

      22. Was bleibt in bezug auf Glaubensprüfungen noch zu betrachten?

      22 Was wir betrachtet haben, ist nicht nur von beiläufigem geschichtlichen Interesse. Es hat direkt mit dem gegenwärtigen geistigen Zustand der weltweiten Versammlung Jehovas zu tun. Im folgenden Artikel wollen wir auf einige der Glaubensprüfungen eingehen, mit denen Gottes Volk heute konfrontiert wird, und wir wollen sehen, wie man sie erfolgreich bestehen kann.

  • Die Echtheit unseres Glaubens — heute geprüft
    Der Wachtturm 1998 | 15. Mai
    • Die Echtheit unseres Glaubens — heute geprüft

      „Erachtet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Prüfungen geratet, da ihr ja wißt, daß die geprüfte Echtheit eures Glaubens Ausharren bewirkt“ (JAKOBUS 1:2, 3).

      1. Warum müssen Christen mit Prüfungen ihres Glaubens rechnen?

      WAHRE Christen haben kein Gefallen an Leiden; und Schmerz oder Demütigungen bereiten ihnen kein Vergnügen. Doch sie behalten die obigen Worte im Sinn, die Jakobus, der Halbbruder Jesu, schrieb. Christus zeigte seinen Jüngern deutlich, daß sie mit Verfolgung und anderen Schwierigkeiten rechnen müssen, weil sie an Gottes Maßstäben festhalten (Matthäus 10:34; 24:9-13; Johannes 16:33). Doch auch solche Prüfungen können Freude bewirken. Inwiefern?

      2. (a) Inwiefern können Prüfungen unseres Glaubens Freude bewirken? (b) Wie kann in unserem Fall das Ausharren sein Werk vollständig haben?

      2 Ein Hauptgrund dafür, daß wir unter Erprobungen oder Glaubensprüfungen Freude empfinden, ist die Tatsache, daß dadurch gute Früchte hervorgebracht werden können. Wie Jakobus erklärte, bewirkt das Ertragen von Prüfungen oder Schwierigkeiten „Ausharren“. Es ist für uns von Nutzen, diese wertvolle christliche Eigenschaft zu entwickeln. Jakobus schrieb: „Laßt das Ausharren sein Werk vollständig haben, damit ihr vollständig und in jeder Hinsicht gesund seid und es euch an nichts fehlt“ (Jakobus 1:4). Ausharren hat eine Aufgabe, es soll ein „Werk“ verrichten. Die Aufgabe besteht darin, uns in jeder Hinsicht „vollständig“ zu machen, uns zu helfen, wirklich ausgeglichene, reife Christen zu werden. Wenn wir daher Prüfungen ihren Lauf nehmen lassen, ohne irgendwie zu versuchen, unbiblische Mittel anzuwenden, um sie abzukürzen, wird unser Glaube geprüft und geläutert. Falls es uns in bestimmten Situationen oder im Umgang mit unseren Mitmenschen an Geduld, Mitgefühl, Freundlichkeit oder Liebe mangelt, kann uns das Ausharren „vollständig“ machen. Es ergibt sich also folgende Reihenfolge: Prüfungen bewirken Ausharren; das Ausharren verbessert christliche Eigenschaften; und diese sind ein Grund zur Freude (1. Petrus 4:14; 2. Petrus 1:5-8).

      3. Warum müssen wir nicht voller Furcht vor Erprobungen oder Glaubensprüfungen zurückschrecken?

      3 Der Apostel Petrus hob auch hervor, warum wir Prüfungen unseres Glaubens nicht zu fürchten brauchen oder davor nicht zurückschrecken müssen. Er schrieb: „Über diese Tatsache freut ihr euch sehr, obwohl ihr jetzt für eine kleine Weile, wenn es sein muß, durch mancherlei Prüfungen betrübt worden seid, damit die geprüfte Echtheit eures Glaubens, viel wertvoller als Gold, das vergeht, obwohl es durch Feuer erprobt wird, bei der Offenbarung Jesu Christi als eine Ursache zum Lobpreis und zur Herrlichkeit und Ehre erfunden werde“ (1. Petrus 1:6, 7). Diese Worte sind heute besonders ermutigend, weil die „große Drangsal“ — die Zeit des Lobpreises, der Herrlichkeit, der Ehre und des Überlebens — viel näher ist, als manche vielleicht glauben, und viel näher als zu der Zeit, als wir gläubig wurden (Matthäus 24:21; Römer 13:11, 12).

      4. Wie betrachtete ein Bruder die Prüfungen, die er und andere gesalbte Christen durchmachten?

      4 Im vorigen Artikel haben wir Prüfungen betrachtet, mit denen der gesalbte Überrest von 1914 an konfrontiert wurde. Waren diese Prüfungen ein Grund zur Freude? A. H. Macmillan äußerte rückblickend folgende Ansicht: „Ich habe viele der schweren Prüfungen miterlebt, die über die Organisation kamen und durch die der Glaube ihrer Glieder erprobt wurde. Mit der Hilfe des Geistes Gottes hielt sie diesen Prüfungen jedoch stand und gedieh weiter. Ich habe gelernt, daß es besser ist, geduldig zu warten, bis uns Jehova gewisse Dinge in der Bibel erkennen läßt, als sich wegen eines neuen Gedankens beunruhigen zu lassen. ... Irgendwelche Änderungen unserer Ansichten änderten nichts an der barmherzigen Loskaufsvorkehrung und an Gottes Verheißung des ewigen Lebens. Unerfüllte Erwartungen oder die Änderung gewisser Ansichten sollte für uns also kein Grund sein, im Glauben schwach zu werden“ (Der Wachtturm, 1. November 1966, Seite 664).

      5. (a) Von welchem Nutzen war es, daß der Überrest Prüfungen durchmachen mußte? (b) Warum sollten Prüfungen für uns heute von Interesse sein?

      5 Die gesalbten Christen, die diese Prüfungszeit zwischen 1914 und 1919 überstanden, wurden von dem beherrschenden Einfluß der Welt und von vielen religiösen Bräuchen babylonischen Ursprungs befreit. Der Überrest ging als gereinigtes und geläutertes Volk weiter voran, brachte Gott willig Schlachtopfer des Lobpreises dar und hatte die Zusicherung, ihm als Volk annehmbar zu sein (Jesaja 52:11; 2. Korinther 6:14-18). Das Gericht hatte beim Hause Gottes angefangen, doch es sollte nicht während einer festgelegten Zeit abgeschlossen sein. Das Prüfen und Sichten des Volkes Gottes geht weiter. Diejenigen, die hoffen, die nahende „große Drangsal“ als Teil der „großen Volksmenge“ zu überleben, werden ebenfalls in ihrem Glauben geprüft (Offenbarung 7:9, 14). Das geht ähnlich vor sich wie beim Überrest, kann allerdings auch auf andere Weise geschehen.

      Wie könnten wir geprüft werden?

      6. Was für eine schwere Prüfung haben viele durchgemacht?

      6 Viele Christen machen sich Gedanken über die Herausforderung, Prüfungen in Form von Frontalangriffen zu bestehen. Ihnen kommt dabei folgender Bericht in den Sinn: „[Die jüdischen Führer] riefen die Apostel herein, peitschten sie aus und befahlen ihnen, nicht mehr aufgrund des Namens Jesu zu reden, und ließen sie gehen. Diese nun gingen aus dem Sanhedrin hinweg, voll Freude, weil sie für würdig erachtet worden waren, um seines Namens willen in Unehre zu kommen“ (Apostelgeschichte 5:40, 41). Und die neuzeitliche Geschichte des Volkes Gottes — vor allem während der Weltkriege — zeigt deutlich, daß viele Zeugen Jehovas tatsächlich von Verfolgern nicht nur Schläge erhielten, sondern auch noch weit Schlimmeres durchmachen mußten.

      7. In welchem Umfang haben manche neuzeitliche Christen Glauben bewiesen?

      7 Werden Christen Opfer von Verfolgung, dann macht die Welt keinen Unterschied zwischen dem gesalbten Überrest und der großen Volksmenge der „anderen Schafe“ (Johannes 10:16). Im Laufe der Jahre wurden Mitglieder beider Gruppen schwer geprüft, und zwar dadurch, daß sie eingesperrt wurden oder sogar den Märtyrertod erleiden mußten, weil sie Gott liebten und an ihn glaubten. Beide Gruppen benötigten Gottes Geist, ungeachtet ihrer Hoffnung. (Vergleiche Wachtturm vom 15. Juni 1996, Seite 31.) Unter dem NS-Regime in den 30er und 40er Jahren gab es viele Zeugen Jehovas, Kinder eingeschlossen, die einen außerordentlichen Glauben bewiesen, und nicht wenige wurden bis zum Äußersten geprüft. In jüngerer Zeit ist Jehovas Volk in Ländern wie Äthiopien, Burundi, Eritrea, Malawi, Mosambik, Ruanda, Singapur und Zaire verfolgt worden. Und Prüfungen dieser Art gehen weiter.

      8. Wie zeigen die Äußerungen eines afrikanischen Bruders, daß die Prüfung unseres Glaubens mehr einschließt, als Verfolgung in Form von Schlägen zu ertragen?

      8 Wie bereits erwähnt, wird unser Glaube allerdings auch auf weit heimtückischere Weise geprüft. Einige Prüfungen sind nicht ohne weiteres als solche zu erkennen. Überlegen wir einmal, wie wir angesichts folgender Umstände reagieren würden: Ein Bruder in Angola, der zehn Kinder hat, gehörte zu einer Versammlung, die vorübergehend keine Verbindung mehr zu den verantwortlichen Brüdern hatte. Es verging eine ganze Zeit, bis die Versammlung wieder erreicht werden konnte. Man fragte den Bruder, wie er seine Familie ernähre. Es fiel ihm sichtlich schwer, sich darüber zu äußern, und er sagte nur, es sei nicht einfach. Auf die Frage, ob er seinen Kindern wenigstens e i n e Mahlzeit am Tag geben könne, antwortete er: „Das nicht gerade. Aber wir haben gelernt, mit dem auszukommen, was wir haben.“ Doch dann fügte er voller Überzeugung hinzu: „Aber was erwarten wir denn anderes in den gegenwärtigen letzten Tagen?“ In unserer Welt ist ein solcher Glaube etwas Bemerkenswertes, aber unter loyalen Christen, die volles Vertrauen in die Erfüllung der Königreichsverheißungen haben, ist er nicht ungewöhnlich.

      9. Inwiefern werden wir in Verbindung mit dem Grundsatz aus 1. Korinther 11:3 geprüft?

      9 Die große Volksmenge wird auch in Verbindung mit theokratischen Verfahrensweisen geprüft. Die Christenversammlung wird weltweit gemäß göttlichen Grundsätzen und theokratischen Maßstäben geleitet. Das bedeutet vor allem, daß Jesus Christus als der Führer anerkannt werden muß, als derjenige, der zum Haupt der Christenversammlung ernannt wurde (1. Korinther 11:3). Daß wir uns ihm und seinem Vater bereitwillig unterwerfen, zeigt sich in unserem Vertrauen zu theokratischen Ernennungen und zu Entscheidungen, die das vereinte Tun des Willens Jehovas betreffen. Weiter gibt es in jeder Ortsversammlung Männer, die ernannt wurden, die Führung zu übernehmen. Es sind unvollkommene Menschen, deren Fehler uns nicht verborgen bleiben; wir werden jedoch aufgefordert, die Aufseher zu respektieren und unterwürfig zu sein (Hebräer 13:7, 17). Fällt uns das zuweilen wirklich schwer? Ist das tatsächlich eine Prüfung für uns? Wenn ja, ziehen wir dann Nutzen aus dieser Prüfung unseres Glaubens?

      10. Mit welcher Art von Prüfung werden wir in Verbindung mit unserem Predigtdienst konfrontiert?

      10 Wir werden auch in Verbindung mit dem Vorrecht und dem Erfordernis geprüft, uns regelmäßig am Predigtdienst zu beteiligen. Damit wir diese Prüfung bestehen können, müssen wir uns bewußt sein, daß wir einen vollen Anteil am Predigtdienst haben sollten, statt ihn nur mit minimalem Einsatz oder pro forma durchzuführen. Denken wir an Jesu anerkennende Äußerung über die arme Witwe, die alles gab, was sie hatte (Markus 12:41-44). Wir könnten uns fragen: „Setze ich mich in Verbindung mit meinem Predigtdienst ebenso rückhaltlos ein?“ Wir alle sind 24 Stunden am Tag Zeugen für Jehova und deshalb bereit, bei jeder Gelegenheit unser Licht leuchten zu lassen (Matthäus 5:16).

      11. Inwiefern können Änderungen des Verständnisses oder Rat in bezug auf den Lebenswandel eine Prüfung sein?

      11 Eine weitere Prüfung, mit der wir konfrontiert werden können, hat damit zu tun, wie groß unsere Wertschätzung für das zunehmende Licht ist, das auf die biblische Wahrheit geworfen wird, und für den Rat, den die treue Sklavenklasse gibt (Matthäus 24:45). Manchmal erfordert das Änderungen im persönlichen Verhalten, wie zum Beispiel seinerzeit, als deutlich erkannt wurde, daß diejenigen, die Tabak genossen, damit aufhören mußten, wenn sie weiterhin zur Versammlung gehören wollten (2. Korinther 7:1).a Die Prüfung könnte auch darin bestehen, daß wir uns der Notwendigkeit bewußt werden, unsere Vorlieben zu ändern, was die Art der Musik oder andere Formen der Unterhaltung betrifft.b Werden wir die Weisheit des gegebenen Rates in Frage ziehen? Oder gestatten wir Gottes Geist, unsere Denkweise zu formen und uns zu helfen, die neue christliche Persönlichkeit anzuziehen? (Epheser 4:20-24; 5:3-5).

      12. Was ist erforderlich, um nach der Taufe seinen Glauben zu stärken?

      12 Seit Jahrzehnten nimmt die Zahl der Glieder der großen Volksmenge immer mehr zu, und nach ihrer Taufe fahren sie fort, ihr Verhältnis zu Jehova zu festigen. Das schließt allerdings mehr ein, als einen christlichen Kongreß zu besuchen, hin und wieder zu den Zusammenkünften im Königreichssaal zu gehen und sich gelegentlich am Predigtdienst zu beteiligen. Ein Beispiel: Jemand könnte Babylon die Große, das Weltreich der falschen Religion, buchstäblich verlassen haben. Hat er ihr aber wirklich den Rücken gekehrt? Hängt er immer noch an Dingen, die den Geist Babylons der Großen widerspiegeln, einen Geist, der Gottes gerechte Maßstäbe mißachtet? Nimmt er es leicht mit der Geschlechtsmoral und mit der ehelichen Treue? Legt er mehr Nachdruck auf persönliche und materielle Interessen als auf geistige Interessen? Bewahrt er sich wirklich fleckenlos von der Welt? (Jakobus 1:27).

      Aus einem geprüften Glauben Nutzen ziehen

      13, 14. Was haben einige getan, nachdem sie begonnen hatten, den Weg der wahren Anbetung zu gehen?

      13 Wenn wir wirklich aus Babylon der Großen geflohen sind und uns auch von der Welt getrennt haben, wollen wir nicht nach den hinter uns liegenden Dingen schauen. Im Einklang mit dem Grundsatz aus Lukas 9:62 kann das Zurückblicken für jeden von uns bedeuten, das Vorrecht zu verlieren, ein Untertan des Königreiches Gottes zu sein. Jesus sagte: „Niemand, der seine Hand an einen Pflug gelegt hat und nach den Dingen blickt, die dahinten sind, ist für das Königreich Gottes tauglich.“

      14 Aber einige, die in der Vergangenheit Christen geworden sind, haben sich lieber wieder dem gegenwärtigen System der Dinge angepaßt. Sie haben dem Geist der Welt nicht widerstanden (2. Petrus 2:20-22). Weltliche Ablenkungen haben ihr Interesse und ihre Zeit völlig in Anspruch genommen und so ihren Fortschritt behindert. Statt Herz und Sinn fest auf Gottes Königreich und Gottes Gerechtigkeit gerichtet zu halten und dies im Leben allem voranzustellen, haben sie sich abgewandt, um materialistische Ziele zu verfolgen. Wenn sie nicht dazu veranlaßt werden können, sich ihre Glaubensschwäche und ihre Lauheit einzugestehen, und wenn sie ihren Lauf nicht ändern, indem sie Gottes Rat suchen, stehen sie in der Gefahr, ihr kostbares Verhältnis zu Jehova und zu seiner Organisation zu verlieren (Offenbarung 3:15-19).

      15. Was ist erforderlich, um für Gott annehmbar zu bleiben?

      15 Ob wir als bewährt erfunden werden und die Aussicht haben, die schnell herannahende große Drangsal zu überleben, hängt davon ab, daß wir rein bleiben, ja daß unsere Gewänder ‘im Blut des Lammes gewaschen’ worden sind (Offenbarung 7:9-14; 1. Korinther 6:11). Würden wir unseren reinen, gerechten Stand vor Gott nicht bewahren, wäre unser heiliger Dienst für ihn nicht annehmbar. Jeder von uns sollte sich dessen völlig bewußt sein, daß die geprüfte Echtheit des Glaubens uns helfen wird, auszuharren und sich nicht Gottes Mißfallen zuzuziehen.

      16. Inwiefern können Lügen eine Prüfung unseres Glaubens bewirken?

      16 Zuweilen wird Gottes Volk sowohl von den Medien als auch von der Obrigkeit in ein schlechtes Licht gerückt, indem unsere christlichen Glaubensansichten und unsere Lebensweise falsch dargestellt werden. Das sollte uns nicht befremden, da Jesus deutlich zeigte, daß ‘die Welt uns haßt, weil wir kein Teil von ihr sind’ (Johannes 17:14). Werden wir uns von denjenigen, die von Satan verblendet sind, in Furcht versetzen, entmutigen oder dazu bringen lassen, uns der guten Botschaft zu schämen? Werden wir uns durch Lügen, die hinsichtlich der Wahrheit verbreitet werden, vom regelmäßigen Besuch der Zusammenkünfte oder von der regelmäßigen Beteiligung am Predigtdienst abhalten lassen? Oder werden wir feststehen sowie mutiger und entschlossener denn je weiterhin die Wahrheit über Jehova und sein Königreich verkünden?

      17. Welche Gewißheit kann uns darin bestärken, weiterhin Glauben zu bekunden?

      17 Gemäß den erfüllten biblischen Prophezeiungen sind wir in der Zeit des Endes bereits weit fortgeschritten. Wir können völlig sicher sein, daß unsere auf die Bibel gestützten Erwartungen einer neuen Welt der Gerechtigkeit in wunderbarer Weise Wirklichkeit werden. Bis dieser Tag kommt, wollen wir alle unerschütterlichen Glauben an Gottes Wort ausüben und unseren Glauben dadurch zeigen, daß wir nicht nachlassen, die gute Botschaft vom Königreich weltweit zu verkünden. Denken wir daran, daß jede Woche Tausende von neuen Jüngern getauft werden. Ist die Tatsache, daß die Geduld Jehovas in Verbindung mit der Vollstreckung seines Urteils die Rettung vieler weiterer Menschen bedeuten kann, für uns nicht Grund genug zur Dankbarkeit? Freuen wir uns nicht darüber, daß Gott das lebensrettende Königreichswerk immer noch durchführen läßt? Und sind wir nicht begeistert, daß bereits Millionen Menschen die Wahrheit angenommen haben und ihren Glauben beweisen?

      18. Wozu sind wir in Verbindung mit unserem Dienst für Jehova entschlossen?

      18 Wie lange die gegenwärtige Prüfung unseres Glaubens noch andauern wird, wissen wir nicht. Aber eines ist gewiß: Jehova hat einen Tag der Abrechnung mit den „bösen Himmeln“ und der „bösen Erde“, die jetzt sind, festgesetzt. Wir wollen entschlossen sein, bis dahin einen echten, erprobten Glauben zu offenbaren wie der Vervollkommner unseres Glaubens, Jesus. Und folgen wir dem Beispiel des betagten gesalbten Überrests auf der Erde sowie dem Beispiel anderer, die mutig in unserer Mitte dienen.

      19. Wodurch können wir mit Gewißheit die heutige Welt besiegen?

      19 Wir wollen mit dem Engel, der in der Mitte des Himmels fliegt, zusammenarbeiten und daher entschlossen sein, ohne Unterlaß die ewige gute Botschaft jeder Nation, jedem Stamm, jeder Zunge und jedem Volk zu verkünden. Geben wir allen Gelegenheit, die Ankündigung des Engels zu hören: „Fürchtet Gott, und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen“ (Offenbarung 14:6, 7). Wie wird sich die geprüfte Echtheit unseres Glaubens auswirken, wenn das göttliche Strafgericht vollstreckt wird? Wird es nicht ein herrlicher Triumph sein, aus dem gegenwärtigen System der Dinge befreit zu werden und in Gottes gerechte neue Welt zu gelangen? Dadurch, daß wir die Prüfungen unseres Glaubens bestehen, werden wir wie der Apostel Johannes sagen können: „Das ist die Siegesmacht, die die Welt besiegt hat: unser Glaube“ (1. Johannes 5:4).

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen