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  • Jehova sollte unsere Zuversicht sein
    Der Wachtturm 1998 | 15. August
    • Jehova sollte unsere Zuversicht sein

      „Jehova selbst wird sich in Wirklichkeit als deine Zuversicht erweisen“ (SPRÜCHE 3:26).

      1. Was zeigt, daß viele zwar behaupten, auf Gott zu vertrauen, es aber längst nicht immer tun?

      DIE Devise „Auf Gott vertrauen wir“ steht auf den Münzen und Geldscheinen der Vereinigten Staaten von Amerika. Doch setzen alle, die diese Währung verwenden — sei es in jenem Land oder anderswo — tatsächlich ihr Vertrauen auf Gott? Oder vertrauen sie eher auf das Geld? Solches Vertrauen in das Geld jenes Landes oder irgendeines anderen kann unmöglich mit dem Vertrauen auf einen allmächtigen Gott der Liebe in Einklang gebracht werden, der niemals seine Macht mißbraucht und der in keiner Weise habgierig ist. Tatsächlich verurteilt er Habgier mit unmißverständlichen Worten (Epheser 5:5).

      2. Wie sind wahre Christen zur Macht des Reichtums eingestellt?

      2 Wahre Christen setzen ihr Vertrauen und ihre Zuversicht auf Gott, nicht auf den Reichtum mit seiner ‘trügerischen Macht’ (Matthäus 13:22). Ihnen ist bewußt, daß die Macht des Geldes, das Glück zu vergrößern und das Leben zu erhalten, sehr begrenzt ist. Nicht so die Macht des allmächtigen Gottes (Zephanja 1:18). Wie weise ist daher folgende Ermahnung: „Eure Lebensweise sei frei von Geldliebe, indem ihr mit den vorhandenen Dingen zufrieden seid. Denn er hat gesagt: ‚Ich will dich keineswegs im Stich lassen noch dich irgendwie verlassen.‘ “ (Hebräer 13:5)!

      3. Inwiefern wirft der Kontext von 5. Mose 31:6 Licht auf diesen von Paulus zitierten Vers?

      3 Als der Apostel Paulus obige Worte an die Hebräerchristen schrieb, zitierte er aus Anweisungen, die Moses den Israeliten kurz vor seinem Tod gab: „Seid mutig und stark. Fürchtet euch nicht, noch entsetzt euch vor ihnen, denn Jehova, dein Gott, ist es, der mit dir zieht. Er wird dich weder im Stich lassen noch dich gänzlich verlassen“ (5. Mose 31:6). Wie der Kontext zeigt, ermunterte Moses dazu, nicht nur zuversichtlich zu sein, daß Jehova für materielle Bedürfnisse sorgen würde, sondern eine Zuversicht auf ihn zu setzen, die darüber hinausging. Inwiefern?

      4. Wie bewies Gott den Israeliten, daß sie ihm vertrauen konnten?

      4 Während der 40 Jahre, in denen die Israeliten in der Wildnis umherziehen mußten, versorgte Gott sie zuverlässig mit dem Lebensnotwendigen (5. Mose 2:7; 29:5). Er sorgte auch für Führung. Eine Wolke bei Tag und ein Feuer bei Nacht dienten als Zeichen dafür und führten die Israeliten in ‘ein Land, das von Milch und Honig floß’ (2. Mose 3:8; 40:36-38). Als die Zeit gekommen war, endlich in das Land der Verheißung einzuziehen, wurde Josua von Jehova als Moses’ Nachfolger ausgewählt. Man mußte mit dem Widerstand der Bewohner des Landes rechnen. Aber da Jehova jahrzehntelang mit seinem Volk gewesen war, bestand kein Grund zur Furcht. Die Israeliten hatten Jehova wirklich als einen Gott kennengelernt, dem man vertrauen konnte.

      5. Inwiefern befinden sich Christen heute in einer ähnlichen Situation wie die Israeliten vor dem Einzug in das Land der Verheißung?

      5 Heute gehen Christen in der Wildnis der gegenwärtigen bösen Welt Gottes neuer Welt entgegen. Einige von ihnen verfolgen diesen Lauf schon mehr als 40 Jahre. Jetzt stehen sie an der Schwelle zu Gottes neuer Welt. Doch auch ihnen stellen sich noch Gegner in den Weg, die darauf erpicht sind, jeden daran zu hindern, das zu betreten, was gleich einem Land der Verheißung werden wird, noch herrlicher als jenes in alter Zeit, in dem Milch und Honig floß. Wie passend sind daher heute für Christen die von Moses aufgezeichneten Worte, die Paulus wiederholte: „Ich will dich keineswegs im Stich lassen noch dich irgendwie verlassen.“! Allen, die stark und mutig bleiben, stets voller Glauben sind und ihre Zuversicht auf Jehova setzen, ist ein Lohn gewiß.

      Zuversicht, gestützt auf Erkenntnis und Freundschaft

      6, 7. (a) Wie wurde das Vertrauen, das Abraham auf Jehova setzte, geprüft? (b) Wie mag Abraham auf der Reise an den Ort, wo er Isaak opfern sollte, empfunden haben?

      6 Bei einer Gelegenheit wurde Abraham, dem Vorfahren der Israeliten, geboten, seinen Sohn Isaak als ein Brandopfer zu opfern (1. Mose 22:2). Was veranlaßte einen liebevollen Vater wie Abraham, solch ein unerschütterliches Vertrauen auf Jehova zu setzen, daß er unverzüglich bereit war zu gehorchen? Die Antwort finden wir in Hebräer 11:17-19: „Durch Glauben brachte Abraham, als er auf die Probe gestellt wurde, Isaak so gut wie als Opfer dar, und der Mann, der die Verheißungen gern empfangen hatte, versuchte, seinen einziggezeugten Sohn als Opfer darzubringen, obwohl ihm gesagt worden war: ‚Was „dein Same“ genannt werden wird, wird durch Isaak kommen.‘ Doch rechnete er damit, daß Gott imstande sei, ihn sogar von den Toten aufzuerwecken; und in sinnbildlicher Weise empfing er ihn auch von dort.“

      7 Bedenken wir, daß Abraham und Isaak drei Tage brauchten, um an den Ort zu gelangen, wo die Opferung erfolgen sollte (1. Mose 22:4). Abraham hatte viel Zeit, über Gottes Bitte nachzudenken. Können wir uns vorstellen, wie er empfunden haben muß, ja was in ihm vorging? Isaaks Geburt war ein ganz unerwarteter Grund zur Freude gewesen. Der Beweis des göttlichen Eingreifens hatte die Bindung, die Abraham und seine bis dahin unfruchtbare Frau Sara zu Gott hatten, vertieft. Sicher lebten sie danach in Erwartung dessen, was die Zukunft für Isaak und für seine Nachkommen bringen würde. Fanden ihre Hoffnungen angesichts dessen, was Gott nun erbat, ein plötzliches Ende, wie es den Anschein hatte?

      8. Wieso ging die Zuversicht, die Abraham auf Gott setzte, über den bloßen Glauben hinaus, daß Gott Isaak auferwecken konnte?

      8 Trotz allem blieb Abraham zuversichtlich auf Grund persönlicher Erfahrungen, wie sie vertraute Freunde miteinander machen. Abraham, der „Freund Jehovas“, „setzte Glauben in Jehova, und es wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet“ (Jakobus 2:23). Die Zuversicht, die Abraham auf Jehova setzte, ging über den bloßen Glauben hinaus, daß Gott Isaak auferwecken konnte. Obwohl Abraham nicht alle Tatsachen kannte, war er davon überzeugt, daß das, was Jehova von ihm erbat, angemessen war. Für ihn gab es keinen Grund, Jehovas Berechtigung, diese Bitte zu äußern, in Frage zu ziehen. Abraham wurde in seiner Zuversicht letztlich bestätigt, als Jehovas Engel eingriff und verhinderte, daß Isaak tatsächlich als Opfer getötet wurde (1. Mose 22:9-14).

      9, 10. (a) Wann hatte Abraham bereits seine Zuversicht gegenüber Jehova bewiesen? (b) Welche wichtige Lektion können wir von Abraham lernen?

      9 Eine solche Zuversicht, was die Gerechtigkeit Jehovas betraf, hatte Abraham bereits etwa 25 Jahre früher bewiesen. Als er warnend darauf hingewiesen wurde, daß Sodom und Gomorra vernichtet werden sollten, war er natürlich um das Wohl irgendwelcher gerechten Menschen besorgt, die dort lebten, sein Neffe Lot eingeschlossen. Mit folgenden Worten hatte sich Abraham an Gott gewandt: „Es ist im Hinblick auf dich undenkbar, daß du auf diese Weise handelst, den Gerechten mit dem Bösen zu Tode zu bringen, so daß es dem Gerechten ebenso gehen muß wie dem Bösen! Das ist im Hinblick auf dich undenkbar. Wird der Richter der ganzen Erde nicht tun, was recht ist?“ (1. Mose 18:25).

      10 Der Patriarch Abraham war davon überzeugt, daß Jehova niemals ungerecht handelt. Später sang der Psalmist: „Jehova ist gerecht in all seinen Wegen und loyal in all seinen Werken“ (Psalm 145:17). Wir tun gut daran, uns folgendes zu fragen: „Nehme ich das hin, was Jehova in meinem Fall geschehen läßt, ohne an seiner Gerechtigkeit zu zweifeln? Bin ich überzeugt, daß alles, was er zuläßt, zu meinem Guten und auch zum Guten anderer ausgehen wird?“ Wenn wir das bejahen können, haben wir von Abraham eine wichtige Lektion gelernt.

      Vertrauen in die von Jehova getroffene Wahl

      11, 12. (a) In welcher Hinsicht müssen Diener Gottes Vertrauen beweisen? (b) Was könnte für uns manchmal ein Problem sein?

      11 Diejenigen, die ihre Zuversicht auf Jehova setzen, haben auch Vertrauen zu den Menschen, die Jehova auswählt und in Verbindung mit der Verwirklichung seiner Vorsätze gebraucht. Für die Israeliten bedeutete das, Moses und später seinem Nachfolger Josua zu vertrauen. Für die ersten Christen bedeutete es, Vertrauen in die Apostel und die älteren Männer der Versammlung in Jerusalem zu setzen. Für uns heute bedeutet es, sowohl dem „treuen und verständigen Sklaven“ zu vertrauen, der eingesetzt wurde, um uns geistige „Speise zur rechten Zeit“ zu geben, als auch den Männern aus seinen Reihen, die die leitende Körperschaft bilden (Matthäus 24:45).

      12 Es ist tatsächlich zu unserem eigenen Nutzen, denjenigen zu vertrauen, die in der Christenversammlung die Führung übernehmen. Wir werden aufgefordert: „Gehorcht denen, die unter euch die Führung übernehmen, und seid unterwürfig, denn sie wachen beständig über eure Seelen als solche, die Rechenschaft ablegen werden, damit sie dies mit Freude und nicht mit Seufzen tun mögen, denn das wäre euch zum Schaden“ (Hebräer 13:17).

      Jehovas Wahl nicht im nachhinein kritisieren

      13. Welchen Grund haben wir, auf diejenigen zu vertrauen, die ernannt worden sind, die Führung zu übernehmen?

      13 Die Bibel hilft uns, in Verbindung mit dem Vertrauen gegenüber denjenigen, die unter Jehovas Volk die Führung übernehmen, ausgeglichen zu sein. Wir könnten uns fragen: „Machte Moses nie Fehler? Bewiesen die Apostel immer die christusähnliche Einstellung, die Jesus sich von ihnen wünschte?“ Die Antworten liegen auf der Hand. Als Führer seines Volkes wählte Jehova loyale und ergebene Männer aus, obwohl diese unvollkommen waren. Folglich erkennen wir heute Älteste trotz ihrer Unvollkommenheit als solche an, die „der heilige Geist zu Aufsehern ernannt hat, um die Versammlung Gottes zu hüten“. Sie verdienen unsere Unterstützung und unseren Respekt (Apostelgeschichte 20:28).

      14. Was ist so bemerkenswert daran, daß Jehova Moses als Führer auswählte statt Aaron oder Mirjam?

      14 Aaron war drei Jahre älter als Moses, und beide waren jünger als ihre Schwester Mirjam (2. Mose 2:3, 4; 7:7). Und da Aaron besser reden konnte als Moses, wurde er dazu ernannt, als Sprecher seines Bruders zu fungieren (2. Mose 6:29 bis 7:2). Doch als Führer der Israeliten wählte Jehova weder Mirjam, die Älteste, noch Aaron, den besten Redner, aus. Seine Wahl fiel auf Moses, was unter Berücksichtigung sämtlicher Tatsachen und der damaligen Bedürfnisse geschah. Als Aaron und Mirjam einmal diese klare Einsicht fehlte, klagten sie: „Hat Jehova nur durch Moses allein geredet? Hat er nicht auch durch uns geredet?“ Mirjam, die möglicherweise die Anstifterin war, wurde wegen ihrer respektlosen Einstellung gegenüber dem von Jehova Ausgewählten bestraft, den sie und Aaron als den „sanftmütigste[n] aller Menschen, die es auf der Oberfläche des Erdbodens gab“, hätten anerkennen sollen (4. Mose 12:1-3, 9-15).

      15, 16. Wie bewies Kaleb, daß er seine Zuversicht auf Jehova setzte?

      15 Als 12 Kundschafter ausgesandt wurden, um das Land der Verheißung zu erkunden, kamen 10 mit einem schlechten Bericht zurück. Sie versetzten das Herz der Israeliten in Furcht, indem sie die Kanaaniter als „Menschen von außergewöhnlicher Größe“ beschrieben. Das hatte wiederum zur Folge, daß die Israeliten „gegen Moses und Aaron zu murren“ begannen. Aber nicht alle Kundschafter offenbarten einen Mangel an Zuversicht Moses und Jehova gegenüber. Wir lesen: „Dann versuchte Kaleb das Volk Moses gegenüber zu beschwichtigen und sagte weiter: ‚Laßt uns gleich hinaufziehen, und wir werden es ganz bestimmt in Besitz nehmen, denn wir können sicher die Oberhand darüber gewinnen‘ “ (4. Mose 13:2, 25-33; 14:2). Kalebs Standhaftigkeit wurde von seinem Mitkundschafter Josua geteilt. Beide zeigten, daß sie ihre Zuversicht auf Jehova setzten, als sie sagten: „Wenn Jehova an uns Gefallen gefunden hat, dann wird er uns gewiß in dieses Land bringen und es uns geben, ein Land, das von Milch und Honig fließt. Nur ... fürchtet das Volk des Landes nicht, ... Jehova ist mit uns. Fürchtet sie nicht“ (4. Mose 14:6-9). Diese Zuversicht gegenüber Jehova wurde belohnt. Von der Generation der Erwachsenen, die zu jener Zeit lebten, erhielten nur Kaleb, Josua und einige Leviten das Vorrecht, in das Land der Verheißung einzuziehen.

      16 Einige Jahre später sagte Kaleb: „Ich folgte Jehova, meinem Gott, völlig nach. ... Und nun, siehe, Jehova hat mich am Leben erhalten, so wie er es verheißen hat, diese fünfundvierzig Jahre, seitdem Jehova Moses diese Verheißung gab, als Israel in der Wildnis wanderte, und nun, siehe, ich bin heute fünfundachtzig Jahre alt. Doch bin ich heute so stark wie an dem Tag, an dem mich Moses aussandte. So, wie meine Kraft damals war, so ist meine Kraft jetzt“ (Josua 14:6-11). Beachten wir Kalebs positive Einstellung, seine Treue und seine Körperkräfte. Trotzdem hatte Jehova nicht Kaleb als Moses’ Nachfolger ausgewählt. Dieses Vorrecht wurde Josua zuteil. Wir können überzeugt sein, daß Jehova Gründe für seine Wahl hatte und daß es die beste Wahl war.

      17. Weshalb war Petrus scheinbar ungeeignet, Verantwortung zu übernehmen?

      17 Der Apostel Petrus verleugnete seinen Herrn dreimal. Er nahm auch, ohne lange zu überlegen, die Dinge selbst in die Hand, als er dem Sklaven des Hohenpriesters ein Ohr abschlug (Matthäus 26:47-55, 69-75; Johannes 18:10, 11). Einige hätten nun sagen können, Petrus sei ein furchtsamer, unausgeglichener Mensch, unwürdig, besondere Vorrechte zu erhalten. Doch wer erhielt die Schlüssel des Königreiches und damit das Vorrecht, drei Gruppen den Weg zur himmlischen Berufung zu erschließen? Es war Petrus (Apostelgeschichte 2:1-41; 8:14-17; 10:1-48).

      18. Vor welchem Fehler, den Judas erwähnte, müssen wir uns hüten?

      18 Diese Beispiele zeigen, daß wir achtgeben müssen, nicht nach dem äußeren Schein zu urteilen. Wenn wir unsere Zuversicht auf Jehova setzen, werden wir eine von ihm getroffene Wahl nicht in Zweifel ziehen. Er gebraucht auf großartige Weise seine irdische Versammlung, obwohl sie aus unvollkommenen Menschen besteht, die keinen Unfehlbarkeitsanspruch haben. Judas, Jesu Halbbruder, warnte die Christen des ersten Jahrhunderts vor Personen, die ‘die Herrschaft mißachteten und lästerlich über Herrliche redeten’ (Judas 8-10). Diesen sollten wir niemals gleichen.

      19. Warum haben wir keinen Grund, eine von Jehova getroffene Wahl im nachhinein zu kritisieren?

      19 Jehova wählt für bestimmte Verantwortlichkeiten offenbar Personen mit bestimmten Eigenschaften aus, Eigenschaften, die nötig sind, um sein Volk auf dem Weg zu leiten, den er für die entsprechende Zeit vorgesehen hat. Wir sollten uns bemühen, diese Tatsache anzuerkennen, und eine von Gott getroffene Wahl nicht im nachhinein kritisieren, sondern damit zufrieden sein, demütig dort zu dienen, wo Jehova uns als einzelne hingestellt hat. Dadurch zeigen wir, daß wir unsere Zuversicht auf Jehova setzen (Epheser 4:11-16; Philipper 2:3).

      Vertrauen in Jehovas Gerechtigkeit setzen

      20, 21. Was könnten wir daraus lernen, wie Gott mit Moses handelte?

      20 Wenn wir manchmal dazu neigen, allzusehr auf uns zu vertrauen und zuwenig auf Jehova, sollten wir von Moses lernen. Als er 40 Jahre alt war, versuchte er auf eigene Faust, die Israeliten aus der ägyptischen Knechtschaft zu befreien. Seine Bemühungen waren zweifellos gut gemeint, aber sie führten weder zur sofortigen Befreiung Israels noch zu einer Verbesserung seiner eigenen Situation. Tatsächlich mußte er fliehen. Erst nachdem er sich 40 Jahre harter Schulung in einem fremden Land unterzogen hatte, erfüllte er die Voraussetzungen, für die Aufgabe auserwählt zu werden, die er bereits früher übernehmen wollte. Diesmal konnte er sich der Unterstützung Jehovas gewiß sein, weil die Dinge jetzt auf Jehovas Weise und seinem Zeitplan entsprechend getan wurden (2. Mose 2:11 bis 3:10).

      21 Jeder von uns könnte sich persönlich fragen: „Greife ich manchmal Jehova und den ernannten Ältesten in der Versammlung vor, indem ich etwas auf meine Weise zu tun oder voranzutreiben versuche? Akzeptiere ich bereitwillig, daß ich weiterhin der Schulung bedarf, statt zu meinen, bei bestimmten Vorrechten übersehen zu werden?“ Haben wir von Moses tatsächlich eine wichtige Lektion gelernt?

      22. Wie dachte Moses über Jehova, obwohl dieser ihm ein großes Vorrecht entzog?

      22 Von Moses können wir sogar noch etwas lernen. Aus 4. Mose 20:7-13 erfahren wir, daß er einen Fehler beging, der ihm teuer zu stehen kam. Ihm wurde das Vorrecht verwehrt, die Israeliten in das Land der Verheißung zu führen. Bezeichnete er daraufhin Jehovas Entscheidung in dieser Sache als ungerecht? Zog er sich sozusagen schmollend in eine Ecke zurück, weil Gott ihn ja so schlecht behandelte? Verlor Moses das Vertrauen in Jehovas Gerechtigkeit? Wir können die Antworten dem entnehmen, was Moses selbst kurz vor seinem Tod den Israeliten gegenüber äußerte. Moses sagte über Jehova: „Vollkommen ist sein Tun, denn Gerechtigkeit sind alle seine Wege. Ein Gott der Treue, bei dem es kein Unrecht gibt; gerecht und gerade ist er“ (5. Mose 32:4). Moses bewahrte seine Zuversicht und sein Vertrauen Jehova gegenüber wirklich bis zum Ende. Wie verhält es sich mit uns? Unternehmen wir persönlich Schritte, um unsere Zuversicht und unser Vertrauen, die wir auf Jehova und seine Gerechtigkeit setzen, zu stärken? Wie können wir das tun? Wir werden sehen.

  • Unsere Zuversicht gegenüber Gottes Gerechtigkeit festigen
    Der Wachtturm 1998 | 15. August
    • Unsere Zuversicht gegenüber Gottes Gerechtigkeit festigen

      „Damit deine Zuversicht auf Jehova selbst gesetzt wird, habe ich dir ... Erkenntnis gegeben“ (SPRÜCHE 22:19).

      1, 2. (a) Warum setzen Jehovas Zeugen ihre Zuversicht auf Jehova? (Sprüche 22:19). (b) Was zeigt, daß einige ihre Zuversicht gegenüber Jehova stärken müßten?

      WAHRE Christen sind mit einer genauen Erkenntnis über Jehova und seine Vorsätze gesegnet. Ein „treuer und verständiger Sklave“ versorgt sie liebevoll mit geistiger „Speise zur rechten Zeit“ (Matthäus 24:45). Die Erkenntnis, die sie erlangen, bietet ihnen eine feste Grundlage, ihre Zuversicht auf Gott zu setzen. Als Gruppe beweisen Jehovas Zeugen bemerkenswerte Zuversicht gegenüber Jehova und seiner Gerechtigkeit.

      2 Wie es scheint, müßten einzelne Zeugen Jehovas diese Zuversicht allerdings noch stärken. Die Gesellschaft erhält gelegentlich Briefe, die gewisse Zweifel erkennen lassen, was Erklärungen betrifft, die in ihren Veröffentlichungen gegeben wurden. Diese Zweifel mögen auf Änderungen des Verständnisses zurückzuführen sein oder mit Dingen zu tun haben, die den Fragesteller vor allem gefühlsmäßig berühren. (Vergleiche Johannes 6:60, 61.)

      3. Was kann sogar mit treuen Dienern Jehovas geschehen, und warum?

      3 Auch treue Diener Jehovas erleben, daß sich das bewahrheitet, was in Prediger 9:11 gesagt wird: „Ich wandte mich, um unter der Sonne zu sehen, daß nicht den Schnellen der Wettlauf gehört noch den Starken die Schlacht, noch auch den Weisen die Speise, noch auch den Verständigen der Reichtum, noch selbst denen, die Kenntnisse haben, die Gunst, denn Zeit und unvorhergesehenes Geschehen trifft sie alle.“ Wie könnte dies im erweiterten oder geistigen Sinn zutreffen? Vielleicht kennen wir Christen, die biblischen Rat immer bereitwillig anwandten, kraftvoll die Wahrheit verteidigten, sich wohlweislich an die biblischen Grundsätze hielten und eifrig nach genauer Erkenntnis strebten. Doch bedingt durch „Zeit und unvorhergesehenes Geschehen“, mögen einigen von ihnen heute Grenzen gesetzt sein, vielleicht auf Grund eines Unfalls oder fortgeschrittenen Alters. Sie fragen sich womöglich, ob sie in Gottes neue Welt gelangen werden, ohne vorher sterben zu müssen.

      4, 5. Warum haben Christen keinen Grund, ihre Zuversicht, die sie auf Jehovas Gerechtigkeit setzen, zu verlieren?

      4 Wenn ein Christ seinen Ehepartner verliert, lasten der Schmerz und das Gefühl des Verlustes schwer auf ihm. Als Ehepaar haben beide Jehova vielleicht jahre- oder sogar jahrzehntelang gedient. Der überlebende Partner weiß, daß der Tod die Ehebande löst (1. Korinther 7:39).a Damit seine Zuversicht jetzt nicht geschwächt wird, muß er seine Gefühle im Zaum halten. (Vergleiche Markus 16:8.)

      5 Wie weise ist es doch, den Tod des Ehepartners, eines Elternteils, eines Kindes oder eines guten christlichen Freundes als Gelegenheit zu betrachten, zu beweisen, daß man seine Zuversicht auf Jehovas Gerechtigkeit setzt! Selbst im Fall eines persönlichen Verlusts können wir überzeugt sein, daß Jehova nicht ungerecht ist. Wir können die Zuversicht haben, daß jeder, der ewiges Leben erlangt — entweder weil er überlebt oder weil er zur Auferstehung gebracht wird —, glücklich werden wird. Der Psalmist sagte von Gott: „Du öffnest deine Hand und sättigst das Begehren alles Lebenden. Jehova ist gerecht in all seinen Wegen und loyal in all seinen Werken. Jehova ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn in Wahrhaftigkeit anrufen. Das Begehren derer, die ihn fürchten, wird er ausführen, und ihren Hilferuf wird er hören, und er wird sie retten“ (Psalm 145:16-19).

      Das Empfinden, unnötig gelitten zu haben

      6, 7. (a) Warum haben einige Zeugen, die in der Vergangenheit leiden mußten, heute ein anderes Verständnis? (b) Warum sollten wir Jehova nicht als ungerecht betrachten, weil er in der Vergangenheit solches Leid zuließ?

      6 In der Vergangenheit haben einige Zeugen Jehovas leiden müssen, weil sie eine Tätigkeit ablehnten, die ihr Gewissen heute zulassen würde. Das könnte zum Beispiel mit der Entscheidung zusammenhängen, die sie vor Jahren hinsichtlich bestimmter Formen von zivilen Diensten getroffen haben. Ein Bruder ist inzwischen womöglich zu der Überzeugung gelangt, er könne mit gutem Gewissen solche Dienste verrichten, ohne seine christliche Neutralität gegenüber dem gegenwärtigen System der Dinge zu verletzen.

      7 War es von seiten Jehovas ungerecht, zuzulassen, daß jemand leiden mußte, weil er etwas ablehnte, was er heute ohne weiteres tun könnte? Die meisten, denen es so ergangen ist, sehen das anders. Sie freuen sich vielmehr, daß sie Gelegenheit hatten, öffentlich und eindeutig ihre Entschlossenheit zu beweisen, in der Streitfrage der universellen Souveränität festzubleiben. (Vergleiche Hiob 27:5.) Aus welchem Grund sollten sie es bedauern, ihrem Gewissen gefolgt zu sein und unerschütterlich für Jehova Stellung bezogen zu haben? Durch das loyale Festhalten an christlichen Grundsätzen, wie sie sie verstanden, oder dadurch, daß sie der Stimme des Gewissens folgten, erwiesen sie sich der Freundschaft Jehovas als würdig. Es ist gewiß vernünftig, eine Handlungsweise zu vermeiden, die das Gewissen belasten oder andere womöglich zum Straucheln bringen würde. Wir können in dieser Hinsicht an das Beispiel des Apostels Paulus denken (1. Korinther 8:12, 13; 10:31-33).

      8. Warum hatten Judenchristen, die früher das Gesetz gehalten hatten, keinen Grund, Jehovas Gerechtigkeit in Frage zu ziehen?

      8 Wenn die Juden Jehova gefallen wollten, mußten sie nicht nur die Zehn Gebote, sondern auch die über 600 weiteren Gesetze halten. Später, innerhalb der christlichen Ordnung, war der Gehorsam gegenüber diesen Gesetzen als solchen kein Erfordernis mehr, wenn man Jehova dienen wollte, nicht einmal für natürliche Juden. Nicht mehr bindend waren zum Beispiel die Gesetze, die mit der Beschneidung, dem Halten des Sabbats, dem Darbringen von Tieropfern und dem Einhalten bestimmter Speisevorschriften zu tun hatten (1. Korinther 7:19; 10:25; Kolosser 2:16, 17; Hebräer 10:1, 11-14). Juden — einschließlich der Apostel —, die Christen wurden, waren von der Verpflichtung befreit, die Gesetze einzuhalten, denen sie gehorchen mußten, solange sie unter dem Gesetzesbund standen. Klagten sie darüber, daß Gottes Einrichtung ungerecht sei, weil früher etwas von ihnen verlangt wurde, was jetzt nicht mehr nötig war? Nein, sie freuten sich über das erweiterte Verständnis der Vorsätze Jehovas (Apostelgeschichte 16:4, 5).

      9. Was trifft auf einige Zeugen zu, aber warum haben sie keinen Grund, Bedauern zu empfinden?

      9 In der Neuzeit gab es einige Zeugen Jehovas, die sehr streng mit sich selbst waren, was sie tun oder nicht tun durften. Aus diesem Grund hatten sie mehr zu leiden als andere. Später half ihnen eine vermehrte Erkenntnis, die Dinge ausgeglichener zu sehen. Aber es gibt für sie keinen Grund, zu bedauern, daß es seinerzeit womöglich zusätzliches Leid bedeutete, im Einklang mit ihrem Gewissen zu handeln. Es ist wirklich lobenswert, daß sie bereit waren, aus Treue zu Jehova zu leiden, ja ‘alles um der guten Botschaft willen zu tun’. Jehova segnet diese Art der Gottergebenheit (1. Korinther 9:23; Hebräer 6:10). Vom Apostel Petrus stammen die aufschlußreichen Worte: „Harrt ihr ... aus, wenn ihr Gutes tut und leidet, so ist dies bei Gott etwas Wohlgefälliges“ (1. Petrus 2:20).

      Von Jona lernen

      10, 11. Wie zeigte sich bei Jona ein Mangel an Vertrauen auf Jehova, (a) als er den Auftrag erhielt, nach Ninive zu gehen, und (b) als Gott die Niniviten nicht vernichtete?

      10 Als Jona angewiesen wurde, nach Ninive zu gehen, zeigte sich bei ihm ein Mangel an Wertschätzung für das Vertrauen, das Jehova ihm entgegenbrachte. Nachdem Jona wegen seiner Gehorsamsverweigerung eine schreckliche Erfahrung gemacht hatte, besann er sich, sah seinen Fehler ein, ging in das Auslandsgebiet und warnte die Niniviten vor der drohenden Vernichtung. Dann geschah etwas Unerwartetes: Wegen der reumütigen Einstellung der Niniviten entschied Jehova, sie nicht zu vernichten (Jona 1:1 bis 3:10).

      11 Wie reagierte Jona darauf? Verstimmt beklagte er sich bei Gott im Gebet. Das Wesentliche seiner Beschwerde war: Ich habe mir doch gleich gedacht, daß es so ausgehen wird. Deshalb wollte ich ja gar nicht erst nach Ninive gehen. Und jetzt dies, nach all dem, was ich durchgemacht habe, einschließlich des Schreckens und der Demütigung, von einem großen Fisch verschluckt zu werden, und nach meiner anstrengenden Tätigkeit, die Niniviten vor der drohenden Vernichtung zu warnen! All mein Tun und mein Leiden — für nichts und wieder nichts! Ich könnte ebensogut tot sein! (Jona 4:1-3).

      12. Was können wir aus Jonas Erfahrung lernen?

      12 Hatte Jona einen triftigen Grund zur Klage? War Jehova ungerecht, als er reumütigen Missetätern Barmherzigkeit erwies? Jona hätte sich eigentlich freuen sollen, schließlich sollte Zehntausenden ein Strafgericht erspart bleiben (Jona 4:11). Doch Jonas respektlose, nörglerische Einstellung zeigte, daß er kein großes Vertrauen auf Jehovas Gerechtigkeit setzte. Er dachte zuviel an sich und zuwenig an andere. Der Bericht über Jona sollte uns lehren, nicht uns und unsere persönlichen Empfindungen in den Vordergrund zu rücken. Seien wir überzeugt, daß es immer richtig ist, Jehova zu gehorchen, die Anleitung zu befolgen, die er durch seine Organisation gibt, und seine Entscheidungen zu akzeptieren. Wir sind überzeugt, daß „es mit denen, die den wahren Gott fürchten, gut ausgehen wird“ (Prediger 8:12).

      Jetzt ist die Zeit, unsere Zuversicht zu stärken!

      13. Wie können wir alle unsere Zuversicht gegenüber Jehova stärken?

      13 Unsere Zuversicht gegenüber Jehova zu stärken ist das Klügste, was wir tun können (Sprüche 3:5-8). Natürlich müssen wir mehr tun als Jehova lediglich um Hilfe bitten, größere Zuversicht zu haben. Die Zuversicht wird fester, wenn sie sich auf genaue Erkenntnis stützt, und deshalb müssen wir das persönliche Bibelstudium, das Lesen der Bibel und bibelerklärender Veröffentlichungen, zu unserer täglichen Gewohnheit machen. Der regelmäßige Besuch christlicher Zusammenkünfte ist ebenso wichtig wie eine gute Vorbereitung auf die Zusammenkünfte und die Beteiligung daran in dem uns möglichen Umfang. Unsere Zuversicht gegenüber Jehova und das Vertrauen in sein Wort werden auch vertieft, wenn wir es uns zur Gewohnheit machen, mit anderen über die biblischen Wahrheiten zu sprechen sowie taktvoll auf Einwände einzugehen. Dadurch werden wir uns Tag für Tag noch enger mit Jehova verbunden fühlen.

      14. Warum wird Gottes Volk in kurzem aufgefordert werden, wie nie zuvor zu beweisen, daß es Vertrauen und Zuversicht auf Jehova setzt?

      14 In naher Zukunft wird unvermittelt die Zeit der größten Drangsal anbrechen, die jemals über das Menschengeschlecht gekommen ist (Matthäus 24:21). Wenn das geschieht, werden Diener Gottes wie nie zuvor beweisen müssen, daß sie ihr Vertrauen und ihre Zuversicht auf Jehovas Gerechtigkeit und auf die Anleitung seiner Organisation setzen. In symbolischer Weise werden sie dann vertrauensvoll Gottes Anweisung gehorchen: „Geh, mein Volk, tritt ein in deine inneren Gemächer, und schließ deine Türen hinter dir zu. Verbirg dich für nur einen Augenblick, bis die Strafankündigung vorübergeht“ (Jesaja 26:20). Sie befinden sich bereits im Schutzbereich der über 85 000 Versammlungen in 232 Ländern und Territorien. Ganz gleich, was mit der Anweisung, ‘in die inneren Gemächer einzutreten’, noch verbunden sein mag, wir können überzeugt sein, daß Jehova uns helfen wird, entsprechend zu handeln.

      15. Wie wird im Verlauf des Jahres 1998 hervorgehoben, daß wir Vertrauen und Zuversicht haben müssen, und warum ist das berechtigt?

      15 Es ist für uns heute unerläßlich, unsere Zuversicht und unser Vertrauen zu festigen. Ohne Vertrauen in unsere christlichen Brüder, in Jehovas Organisation und vor allem in Jehova selbst ist kein Überleben möglich. Wie passend ist es daher, daß wir als Zeugen Jehovas überall auf der Welt im Verlauf des Jahres 1998 durch die Worte unseres Jahrestextes fortgesetzt daran erinnert werden, daß ‘jeder, der den Namen Jehovas anruft, gerettet werden wird’! (Römer 10:13). Davon müssen wir weiterhin überzeugt sein. Sollten wir feststellen, daß unsere Zuversicht auch nur die geringste Spur von Unsicherheit aufweist, müßten wir jetzt, ja unverzüglich daran arbeiten, diese zu beseitigen.

      Jehovas Urteil wird gerecht sein

      16. Was kann mit unserer Zuversicht geschehen, wenn sie nicht weiterentwickelt wird, und wie können wir verhindern, daß das geschieht?

      16 In Hebräer 3:14 werden gesalbte Christen warnend auf folgendes hingewiesen: „Wir werden tatsächlich nur dann Mitgenossen des Christus, wenn wir an der Zuversicht, die wir zu Anfang hatten, bis zum Ende standhaft festhalten.“ Im Grundsatz lassen sich diese Worte auch auf Christen mit der irdischen Hoffnung anwenden. Anfängliche Zuversicht kann untergraben werden, wenn sie nicht weiterentwickelt wird. Wie wichtig ist es doch, daß wir weiterhin nach genauer Erkenntnis streben und dadurch die Grundlage festigen, auf die sich unsere Zuversicht gründet!

      17. Warum können wir überzeugt sein, daß Jesus gerecht richten wird, wenn es um das Überleben geht?

      17 Alle Nationen werden in kurzem von Christus einer Besichtigung unterzogen werden, damit er „die Menschen voneinander trennen [kann], so wie ein Hirt die Schafe von den Ziegenböcken trennt“ (Matthäus 25:31-33). Wir können überzeugt sein, daß Christus gerecht darüber richten wird, wer würdig ist zu überleben. Jehova hat ihm Weisheit, Einsicht und andere notwendige Eigenschaften verliehen, um „die bewohnte Erde in Gerechtigkeit [zu] richten“ (Apostelgeschichte 17:30, 31). Möge unsere Überzeugung der Abrahams gleichen, der sagte: „Es ist im Hinblick auf dich [Jehova] undenkbar, daß du auf diese Weise handelst, den Gerechten mit dem Bösen zu Tode zu bringen, so daß es dem Gerechten ebenso gehen muß wie dem Bösen! Das ist im Hinblick auf dich undenkbar. Wird der Richter der ganzen Erde nicht tun, was recht ist?“ (1. Mose 18:25).

      18. Warum sollten uns Fragen, auf die wir gegenwärtig keine Antwort wissen, nicht beunruhigen?

      18 Wenn wir völlig auf Jehovas Gerechtigkeit vertrauen, muß es uns nicht beunruhigen, keine Antwort auf Fragen zu finden, wie zum Beispiel: Auf welcher Grundlage werden Babys und kleine Kinder gerichtet werden? Könnte es sein, daß eine große Zahl Menschen noch nicht mit der guten Botschaft erreicht wurde, wenn Harmagedon kommt? Wie verhält es sich mit psychisch Kranken? Was ist mit ...? Zugegeben, wir wissen gegenwärtig nicht, wie Jehova all dies lösen wird. Er wird es jedoch auf gerechte und barmherzige Weise tun. Daran sollten wir niemals zweifeln. Tatsächlich werden wir wahrscheinlich erstaunt und begeistert sein zu beobachten, daß er alles auf eine Weise lösen wird, an die wir niemals gedacht hätten. (Vergleiche Hiob 42:3; Psalm 78:11-16; 136:4-9; Matthäus 15:31; Lukas 2:47.)

      19, 20. (a) Warum ist es nicht verkehrt, vernünftige Fragen zu stellen? (b) Wann wird Jehova die nötigen Antworten geben?

      19 Jehovas Organisation mißbilligt keinesfalls aufrichtige, zeitgemäße Fragen, wie einige Gegner fälschlicherweise behaupten (1. Petrus 1:10-12). Die Bibel rät jedoch davon ab, sich mit törichten, spekulativen Fragen zu befassen (Titus 3:9). Vernünftige Fragen zu stellen und in Gottes Wort und christlichen Veröffentlichungen nach biblischen Antworten zu suchen kann unsere genaue Erkenntnis vergrößern und so unsere Zuversicht gegenüber Jehova festigen. Die Organisation folgt dem Beispiel Jesu. Er ging nicht auf Fragen ein, für deren Beantwortung die Zeit noch nicht gekommen war. Er erklärte: „Ich habe euch noch vieles zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen“ (Johannes 16:12). Außerdem räumte er damals ein, manche Dinge selbst nicht zu wissen (Matthäus 24:36).

      20 Jehova hat immer noch viel zu offenbaren. Wie weise ist es doch, auf ihn zu warten voller Überzeugung, daß er genau zur rechten Zeit seine Vorsätze offenlegen wird, um den dann vorhandenen Bedürfnissen gerecht zu werden! Wir können überzeugt sein, daß wir, wenn für Jehova die passende Zeit gekommen ist, die Freude haben werden, zusätzlichen Einblick in seine Wege zu erhalten. Ja, wir werden belohnt werden, vorausgesetzt, daß wir unsere ganze Zuversicht und unser völliges Vertrauen auf Jehova setzen und auf die Organisation, die er gebraucht. In Sprüche 14:26 wird uns versichert: „In der Furcht Jehovas liegt ein starkes Vertrauen, und für seine Söhne wird es eine Zuflucht geben.“

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