Du bist eingeladen zum Bezirkskongreß „Göttliches Recht“
WELCH ein großartiger Ernährer unser liebevoller Schöpfer, Jehova, doch ist! „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk“ stammt tatsächlich von ihm (Jakobus 1:17). Passenderweise finden wir im 136. Psalm insgesamt 26mal den Ausdruck „Denn seine liebende Güte währt auf unabsehbare Zeit“.
Zu den vielen geistigen Vorkehrungen für sein Volk der alten Zeit gehörten auch drei jährliche Feste: das Passah und das anschließende Fest der ungesäuerten Brote; das Fest der Wochen oder Pfingstfest und das Laubhüttenfest oder Fest der Einsammlung. Diesen Festen blickte man stets mit großer Erwartung entgegen, denn sie dienten der geistigen Stärkung und waren Anlässe der Freude (3. Mose 23:40-43).
In der Neuzeit hat Jehova es seinen Dienern ins Herz gelegt, in gleicher Weise drei jährliche geistige Feste zu begehen: den Tagessonderkongreß, den zweitägigen Kreiskongreß und den drei- oder viertägigen Bezirkskongreß. Sie dienen ebenfalls der geistigen Stärkung und sind Gelegenheiten für freudige Gemeinschaft.a In diesem Jahr blicken alle Zeugen dem Besuch des Bezirkskongresses „Göttliches Recht“ entgegen.
„Göttliches Recht“ — welch ein großartiges und erhabenes Motto! Und von welcher Bedeutung! Selbst unvollkommene Menschen zollen der Bedeutung des Rechts Lippendienst. Aus diesem Grund hat man beim Entwurf der Verfassung der Vereinigten Staaten vor 200 Jahren nicht nur die Exekutive und die Legislative als Regierungsorgane vorgesehen, sondern auch die Judikative, die den rechtlichen Belangen dienen soll. Allerdings hatte Jehova schon viele Jahrhunderte früher eine solche Dreiteilung der Regierungsgewalt vorgesehen, deren einzelne Bereiche jedoch ihm allein zustehen. Daher lesen wir in Jesaja 33:22: „Jehova ist unser Richter, Jehova ist unser Satzungsgeber, Jehova ist unser König.“
Man sagt, daß es Ziel oder Zweck einer Regierung sei, Recht und Gerechtigkeit durchzusetzen. Doch obwohl dieser vortreffliche Grundsatz erkannt wird, sind die selbstsüchtigen, unvollkommenen Menschen weit davon entfernt, ihn in die Tat umzusetzen. So sind zum Beispiel alle Vorurteile in bezug auf Rasse, Nation oder Religion eigentlich Rechtsverletzungen. Genauso verhält es sich mit jeglichem Machtmißbrauch durch Regierungen, Firmen, Religionsgemeinschaften oder Einzelpersonen.
Wie dankbar können wir doch für die Zusicherung aus Gottes Wort sein, daß Recht und Gerechtigkeit schließlich triumphieren werden, denn Jehova ist in überragendem Maße der Gott der Gerechtigkeit. Daher verfaßte Moses über ihn folgendes Lied: „Der FELS, vollkommen ist sein Tun, denn Gerechtigkeit sind alle seine Wege. Ein Gott der Treue, bei dem es keine Ungerechtigkeit gibt; gerecht und gerade ist er“ (5. Mose 32:4).b Jehova Gott schätzt das Recht und die Gerechtigkeit so hoch ein, daß er seinen einziggezeugten Sohn als Opfer gab, damit er gehorsamen Menschen ewiges Leben schenken kann (Römer 3:25, 26). Er ist denjenigen zugetan, die das Recht und die Gerechtigkeit lieben, wie wir auch in Psalm 11:7 lesen: „Jehova ist gerecht; er liebt zweifellos gerechte Taten. Die Rechtschaffenen sind es, die sein Angesicht erblicken werden.“
Unser Bezirkskongreß „Göttliches Recht“ wird unseren Glauben an den endgültigen Sieg der Gerechtigkeit noch stärken. Er wird uns auch in unserem Entschluß bestärken, allezeit und unter allen Umständen das Gebot aus Micha 6:8, nämlich „Recht zu üben“, zu beachten. Angesichts unserer ererbten selbstsüchtigen Neigungen und der Verlockungen der Welt, die uns umgibt, ist das eine echte Herausforderung.
Der Kongreß wird fast überall am Donnerstag nachmittag beginnen. Jeder Tag steht unter einem passenden Motto. Das Motto des ersten Tages lautet: „Glücklich sind die, die das Recht beobachten“, gestützt auf Psalm 106:3. Im Schlüsselvortrag wird hervorgehoben, daß Gerechtigkeit alle Wege Gottes kennzeichnet. Daran werden sich Berichte von Vollzeitdienern anschließen, die dem Recht nachstreben, so zum Beispiel von Missionaren, die im Ausland dienen.
„Nimm die Zucht an, welche Einsicht verleiht“ (gestützt auf Sprüche 1:3) ist das Motto für Freitag. An diesem Tag wird in zwei Vortragsfolgen deutlich gezeigt, wie wichtig es ist, Zucht zu erteilen und Zucht anzunehmen. In dem neuzeitlichen Drama „Zum Überleben gekennzeichnet“ wird herausgestellt werden, von welcher Bedeutung es ist, sich als ein Diener Jehovas zu erkennen zu geben. Das Tagesprogramm wird mit dem vortrefflichen Rat schließen: „Blicke zu Jehova um Einsicht auf.“
Ermutigend ist das Motto für Samstag, den dritten Tag: „Seine Gerichte sind wahrhaftig und gerecht“, entnommen aus Offenbarung 19:2. Der Höhepunkt des Vormittagsprogramms ist die Ansprache: „Die Taufe, die zu einem günstigen Gericht führt“. Das Nachmittagsprogramm beginnt mit einer Vortragsfolge, in der Ältesten Rat gegeben wird, wie sie um des Rechts willen dienen können. Eine weitere Vortragsfolge unter dem Thema: „Die bestimmte Zeit ist nahe“ schließt sich an; sie beschäftigt sich mit Prophezeiungen aus den Christlichen Griechischen Schriften, in denen der Triumph des Rechts vorausgesagt wird.
Der Sonntag, der vierte und letzte Tag des Kongresses, steht unter dem Motto: „Der Gerechtigkeit — der Gerechtigkeit solltest du nachjagen“ (5. Mose 16:20). Das anschauliche und zeitgemäße Drama „Jehovas Gericht an Menschen, die dem göttlichen Gesetz trotzen“ ist ein herausragender Teil des Vormittagsprogramms. Eine wirklich trostreiche Botschaft für diejenigen, die das Recht lieben, enthält der öffentliche Vortrag „Gerechtigkeit für alle durch Gottes ernannten Richter“, der am Nachmittag gehalten wird. Alle werden noch größeren Nutzen aus diesem Vortrag ziehen, wenn sie sich bereits im voraus mit Apostelgeschichte, Kapitel 17 vertraut machen. Passenderweise werden in der Schlußansprache alle ermahnt: „Jage nach Gerechtigkeit, während der Höhepunkt näher rückt.“
Ein wirklich reichhaltiges geistiges Festmahl erwartet alle, die den Bezirkskongreß „Göttliches Recht“ besuchen. Kommen wir daher mit gutem geistigen Appetit, in vollem Bewußtsein unserer geistigen Bedürfnisse. Wir wollen dieselbe Wertschätzung für den Tisch Jehovas zeigen, die wir auch beim Besuch der Zusammenkünfte der Ortsversammlung bekunden — durch unsere äußere Erscheinung, dadurch, daß wir rechtzeitig vor Programmbeginn eintreffen, und dadurch, daß wir jeden Tag bis zum Schlußgebet bleiben. Jedem Programmpunkt wollen wir unsere volle Aufmerksamkeit schenken. Die Notizen, die wir uns machen, dienen nicht nur dazu, daß wir uns an den Kongreß erinnern können, sondern sie werden uns auch helfen, uns auf die Darbietung des Stoffes zu konzentrieren.
Auch sollten wir den Grundsatz Jesu nicht übersehen, der in Apostelgeschichte 20:35 aufgezeichnet ist: „Beglückender ist Geben als Empfangen.“ Aus diesem Grund wollen wir unseren Teil zum reibungslosen und wirkungsvollen Ablauf des Kongresses beitragen. Wir sollten außerdem nach Gelegenheiten zum informellen Zeugnisgeben Ausschau halten, und das besonders deshalb, weil während des Kongresses keine Zeit für den Haus-zu-Haus-Dienst vorgesehen ist. Das alles sind verschiedene Möglichkeiten zu zeigen, daß wir das Recht wirklich gern beobachten.
Erkundigen Sie sich bitte bei Jehovas Zeugen an Ihrem Wohnort nach dem nächstgelegenen Kongreßort.
[Fußnoten]
a Gemäß den bisher eingegangenen Berichten besuchten 6 128 388 Personen die Bezirkskongresse „Vertraue auf Jehova“, die im Juni 1987 begannen, und 85 091 wurden getauft.
b Zwischen Recht und Gerechtigkeit besteht im Grunde genommen kein Unterschied, obwohl Recht oft mit dem Gesetz in Verbindung gebracht wird. (Vergleiche Jakobus 1:20 in der Neuen-Welt-Übersetzung und in der Katholischen Familien-Bibel.)