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Warum wahrheitsliebend sein?Der Wachtturm 2007 | 1. Februar
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Warum wahrheitsliebend sein?
ALS 18-Jähriger war Manfred Auszubildender in einem kaufmännischen Beruf.a An zwei Tagen in der Woche besuchte er mit mehreren anderen Auszubildenden aus seiner Firma die Berufsschule. Eines Tages endete der Unterricht für die Klasse schon vorzeitig. Laut innerbetrieblichen Anweisungen mussten die Auszubildenden in diesem Fall den Rest des Tages am Arbeitsplatz verbringen. Doch stattdessen machten sie sich alle einen schönen Tag — außer Manfred, der zur Arbeit ging. Zufällig kam der leitende Angestellte der Firma vorbei, der für die Auszubildenden zuständig war. Als er Manfred sah, fragte er: „Warum sind Sie heute nicht im Unterricht? Und wo sind die anderen?“ Was sollte Manfred antworten?
Manfred befand sich in einer Zwickmühle: Sollte er die Wahrheit sagen oder sollte er seine Mitschüler decken? Durch eine wahrheitsgemäße Antwort würde er die anderen in Schwierigkeiten bringen und sich selbst unbeliebt machen. Wäre es unter den gegebenen Umständen in Ordnung gewesen, zu lügen? Was hätten wir getan?
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Warum wahrheitsliebend sein?Der Wachtturm 2007 | 1. Februar
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Treue zum Gott der Wahrheit
Wie reagierte Manfred, als der leitende Angestellte seiner Firma ihn um eine Erklärung bat? Manfred sagte wahrheitsgemäß: „Der Lehrer hat uns schon früher entlassen, deshalb bin ich zur Arbeit gegangen. Für die anderen kann ich nicht sprechen. Am besten, Sie fragen sie selbst.“
Durch eine clevere, irreführende Antwort hätte Manfred sich bei den anderen Auszubildenden beliebt machen können. Doch er hatte triftige Gründe, bei der Wahrheit zu bleiben. Manfred ist ein Zeuge Jehovas. Durch seine Ehrlichkeit bewahrte er sich ein reines Gewissen. Sie trug ihm auch das Vertrauen seines Arbeitgebers ein. Während seiner Ausbildung war Manfred zeitweise in der Schmuckabteilung tätig, wo normalerweise keine Auszubildenden arbeiten durften. Etwa 15 Jahre später, als Manfred befördert wurde und eine verantwortliche Stellung in der Firma erhielt, gratulierte ihm der leitende Angestellte telefonisch und nahm dabei auch Bezug auf die damalige Begebenheit, bei der er seine Treue zur Wahrheit bewiesen hatte.
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Warum wahrheitsliebend sein?Der Wachtturm 2007 | 1. Februar
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Außerdem muss berücksichtigt werden, ob jemand, der etwas wissen möchte, überhaupt berechtigt ist, eine umfassende Antwort zu erhalten. Angenommen, irgendein leitender Angestellter einer anderen Firma hätte Manfred dieselben Fragen gestellt. Wäre Manfred verpflichtet gewesen, ihm alles zu sagen? Eigentlich nicht. Da der Betreffende kein Recht auf solche Informationen gehabt hätte, wäre Manfred nicht verpflichtet gewesen, sie ihm zu geben. Natürlich wäre es auch in diesem Fall verkehrt gewesen, zu lügen.
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