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  • „Kaufe Wahrheit, und verkaufe sie nicht“
    Der Wachtturm (Studienausgabe) 2018 | November
    • Ein Ehepaar liest in der Bibel und denkt über Jehovas Namen, das Loskaufsopfer, das messianische Königreich und das Leben im Paradies nach

      „Kaufe Wahrheit, und verkaufe sie nicht“

      „Kaufe Wahrheit, und verkaufe sie nicht — Weisheit und Zucht und Verständnis“ (SPR. 23:23)

      LIEDER: 94, 96

      WIE WÜRDEST DU ES ERKLÄREN?

      • Wie können wir von Jehova Wahrheit kaufen?

      • In welchen fünf Bereichen müssen wir vielleicht für die Wahrheit Opfer bringen?

      • Wie wertvoll sollte die Wahrheit für uns sein?

      1, 2. (a) Was ist unser wertvollster Besitz? (b) Welche Wahrheiten bedeuten uns viel, und warum? (Siehe Anfangsbilder.)

      WAS ist das Wertvollste, was du besitzt? Würdest du es gegen etwas weniger Wertvolles eintauschen? Für Jehovas Diener ist das leicht zu beantworten: Für uns ist das Verhältnis zu Jehova das Wertvollste. Wir würden es für nichts auf der Welt hergeben. Auch die Wahrheit aus der Bibel ist für uns ein Schatz. Durch sie wurde die Bindung zu unserem himmlischen Vater erst möglich (Kol. 1:9, 10).

      2 Jehova, unser großer Lehrer, hat uns durch die Bibel viel beigebracht: zum Beispiel die Wahrheit über seinen Namen und was er bedeutet, über seine anziehenden Eigenschaften, über das Lösegeld, das er aus Liebe durch seinen Sohn Jesus bezahlt hat, sowie über das messianische Königreich. Er stellt den Gesalbten Leben im Himmel in Aussicht und den „anderen Schafen“ ein Paradies auf der Erde (Joh. 10:16). Auch zeigt er uns, wie wir leben sollen. Diese Wahrheiten sind kostbar, denn durch sie kommen wir unserem Schöpfer näher. Sie geben unserem Leben Sinn.

      3. Was ist mit der Aufforderung, Wahrheit zu kaufen, nicht gemeint?

      3 Jehova ist ein großzügiger Gott. Er würde niemandem, der die Wahrheit sucht, etwas vorenthalten. Er hat sogar seinen lieben Sohn für uns geopfert. Jehova würde von uns nie Geld für die Wahrheit verlangen. Einmal bot ein Mann namens Simon dem Apostel Petrus Geld an, weil er die Fähigkeit haben wollte, anderen heiligen Geist zu geben. Doch Petrus wies ihn zurecht: „Dein Silber gehe mit dir zugrunde, weil du dachtest, durch Geld in den Besitz der freien Gabe Gottes zu gelangen“ (Apg. 8:18-20). Was meint die Bibel dann mit der Aufforderung: „Kaufe Wahrheit“?

      WAS BEDEUTET ES, WAHRHEIT ZU „KAUFEN“?

      4. Was lernen wir in diesem Artikel über die Wahrheit?

      4 Lies Sprüche 23:23. Die Wahrheit aus Gottes Wort zu finden erfordert Mühe. Man muss bereit sein, etwas zu opfern. Der Schreiber des Bibelbuches Sprüche macht darauf aufmerksam: Wenn wir die Wahrheit „gekauft“, also sie uns angeeignet haben, dürfen wir sie auf keinen Fall wieder „verkaufen“ oder verlieren. Sehen wir uns an, was es bedeutet, Wahrheit zu „kaufen“, und was uns das kosten kann. Dadurch wächst unsere Dankbarkeit für die Wahrheit und unsere Entschlossenheit, sie nie zu „verkaufen“. Wie wir sehen werden, ist die Wahrheit jeden Preis wert.

      5, 6. (a) Wie können wir ohne Geld Wahrheit kaufen, und womit lässt sich das vergleichen? (b) Wie wirkt sich die Wahrheit auf uns aus?

      5 Auch wenn etwas gratis ist, kann es trotzdem etwas kosten. Das hebräische Wort, das in Sprüche 23:23 mit „kaufen“ übersetzt wurde, beinhaltet den Gedanken, sich anzustrengen, um etwas zu bekommen. Dazu ein Vergleich: Auf dem Markt gibt es Bananen gratis. Die Bananen erscheinen aber nicht auf wundersame Weise bei uns auf dem Tisch. Wir müssen uns schon die Mühe machen, hinzugehen und sie zu holen. Die Bananen sind zwar gratis, aber sie kosten uns Zeit und Mühe. Mit der Wahrheit ist es ähnlich: Sie kostet kein Geld, aber man muss sich Mühe geben, um sie sich zu eigen zu machen.

      6 Lies Jesaja 55:1-3. Was lernen wir aus diesen Versen darüber, was es bedeutet, Wahrheit zu kaufen? Jehova vergleicht hier sein Wort mit Wasser, Milch und Wein. Gottes Worte der Wahrheit sind erfrischend wie ein kühles Glas Wasser. Und so wie Milch Kinder groß und stark werden lässt, geben Jehovas Worte uns Kraft und lassen uns im Glauben wachsen. Außerdem sind Gottes Worte wie Wein. Warum? In der Bibel wird Wein mit Freude in Verbindung gebracht (Ps. 104:15). Wenn Jehova sein Volk also auffordert, Wein zu kaufen, versichert er uns: So zu leben, wie er es möchte, bringt viel Freude (Ps. 19:8). Was für ein schöner Vergleich! Er zeigt, wie gut es sich auswirkt, die Wahrheit kennenzulernen und danach zu leben. Aber dafür müssen wir etwas investieren. Sehen wir uns dazu fünf Bereiche an.

      WAS HAST DU FÜR DIE WAHRHEIT AUFGEGEBEN?

      7, 8. (a) Warum müssen wir Zeit investieren, wenn wir die Wahrheit kaufen wollen? (b) Wozu war eine Studentin bereit, und wozu führte das?

      7 Zeit. Wer Wahrheit kaufen möchte, muss Zeit investieren. Es kostet Zeit, sich die Botschaft vom Königreich anzuhören, die Bibel und biblische Veröffentlichungen zu lesen und zu studieren sowie sich auf die Zusammenkünfte vorzubereiten und sie zu besuchen. Diese Zeit müssen wir „auskaufen“, also sie von weniger Wichtigem abzweigen. (Lies Epheser 5:15, 16.) Wie viel Zeit ist nötig, um biblische Lehren genau kennenzulernen? Das liegt ganz bei dir. Über Jehovas Weisheit, Wege und Werke gibt es unendlich viel zu lernen (Röm. 11:33). In der ersten Ausgabe des Wacht-Turms wurde die Wahrheit mit einem „bescheidenen Blümchen“ verglichen. Es hieß: „Wir wollen nicht mit nur einer Blume der Wahrheit zufrieden sein. Wäre eine genügend, dann gäbe es keine anderen. Pflücken wir weiter, bleiben wir auf der Suche!“ Frag dich: „Wie viele Wahrheitsblumen habe ich schon gepflückt?“ Auch wenn wir ewig leben, können wir immer mehr über Jehova dazulernen. Heute kommt es darauf an, unsere Zeit sinnvoll zu nutzen, um so viel Wahrheit zu kaufen wie möglich. Hier das Beispiel einer jungen Frau, die nach der Wahrheit suchte.

      8 Marikoa zog von Japan nach New York, um eine Ausbildung an einer Fachschule zu machen. Sie gehörte damals einer religiösen Bewegung an, die Ende der 50er-Jahre in Japan aufgekommen war. Eine Pionierin kam an Marikos Tür und erklärte ihr einiges aus der Bibel. Mariko freute sich so sehr über das, was sie erfuhr, dass sie zweimal in der Woche studieren wollte. Und obwohl sie neben ihrer Ausbildung auch noch einen Teilzeitjob hatte, besuchte sie sofort die Zusammenkünfte. Außerdem unternahm sie nicht mehr so viel, um Zeit für die Wahrheit zu gewinnen. So machte sie schnell Fortschritte und ließ sich innerhalb eines Jahres taufen. Ein halbes Jahr später, im Jahr 2006, wurde sie Pionier. Das ist sie noch heute.

      9, 10. (a) Wie verändert die Wahrheit unsere Einstellung zu materiellem Besitz? (b) Was gab eine junge Frau auf, und wie denkt sie darüber?

      9 Materielles. Möglicherweise müssen wir für die Wahrheit eine gut bezahlte Arbeit aufgeben. Als Jesus die beiden Fischer Petrus und Andreas aufforderte, „Menschenfischer“ zu werden, ließen sie sofort ihre Netze liegen (Mat. 4:18-20). Natürlich können heute die wenigsten einfach alles stehen und liegen lassen. Immerhin haben wir biblische Verpflichtungen (1. Tim. 5:8). Aber oft müssen Menschen, die die Wahrheit kennenlernen, ihre Einstellung zu materiellem Besitz ändern und ihre Prioritäten neu setzen. „Hört auf, euch Schätze auf der Erde aufzuhäufen“, sagte Jesus. „Häuft euch vielmehr Schätze im Himmel auf“ (Mat. 6:19, 20). Auch dazu ein Beispiel.

      10 Maria spielte schon Golf, bevor sie in die Schule kam. Sie trainierte ihre ganze Highschool-Zeit hindurch und bekam sogar ein Sportstipendium. Das Golfspielen war ihr Leben und sie wollte als Profigolferin viel Geld verdienen. Dann fing Maria ein Bibelstudium an. Was sie lernte, berührte sie tief. Die Wahrheit half ihr, vieles in ihrem Leben zu ändern. Sie erzählt: „Je mehr ich mein Leben und Denken nach biblischen Maßstäben ausrichtete, desto glücklicher wurde ich.“ Doch Maria wurde klar, dass es schwer sein würde, gleichzeitig geistige und materielle Schätze anzusammeln (Mat. 6:24). Sie gab ihren Traum, Profigolferin zu werden, auf und damit auch die Aussicht auf Geld und Ansehen. Sie tauschte ihren Golfschläger gegen die Wahrheit ein. Jetzt ist sie Pionier und sagt, sie könne sich „kein glücklicheres und sinnvolleres Leben vorstellen“.

      11. Was kann passieren, wenn wir die Wahrheit kaufen?

      11 Zwischenmenschliche Beziehungen. Wenn wir nach der Wahrheit aus der Bibel leben möchten, kann sich das Verhältnis zu Freunden und Verwandten ändern. Woran liegt das? Als Jesus einmal für seine Nachfolger betete, bat er Gott: „Heilige sie durch die Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit“ (Joh. 17:17). „Heilige sie“ kann auch bedeuten „halte sie abgesondert“. Wenn wir die Wahrheit annehmen, passen wir nicht mehr zur Welt, wir sind getrennt von ihr. Andere sehen uns nicht mehr wie vorher, weil sich unser Wertesystem geändert hat. Wir leben jetzt nach den Maßstäben der Bibel. Natürlich wollen wir keine Konflikte schaffen, aber vielleicht wenden sich Freunde und Familienangehörige von uns ab oder machen uns das Leben schwer. Das überrascht nicht, denn Jesus sagte: „Eines Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein“ (Mat. 10:36). Er sagte aber auch, dass die Wahrheit jedes Opfer mehr als wert ist. (Lies Markus 10:28-30.)

      12. Welchen Preis bezahlte ein jüdischer Geschäftsmann für die Wahrheit?

      12 Aaron, ein jüdischer Geschäftsmann, lernte schon als Kind, dass man Gottes Namen nicht aussprechen darf. Aber er suchte nach der Wahrheit. Ein Zeuge zeigte ihm, dass man den Gottesnamen als „Jehova“ aussprechen könnte, wenn man die vier hebräischen Konsonanten mit Vokalpunkten verbindet. Er war begeistert und ging in die Synagoge, um den Rabbis von seiner spannenden Entdeckung zu erzählen. Doch sie reagierten ganz anders als erwartet. Statt sich mit ihm zu freuen, spuckten sie ihn an und wollten nichts mehr mit ihm zu tun haben. Auch das Verhältnis zu seinen Angehörigen litt. Das hielt ihn aber nicht davon ab, sich die Wahrheit zu eigen zu machen. Bis zu seinem Lebensende war er ein mutiger Zeuge für Jehova. Wir wollen wie Aaron den Weg der Wahrheit gehen, auch wenn wir dafür in Kauf nehmen müssen, dass sich zwischenmenschliche Beziehungen verändern.

      13, 14. Welche Änderungen können nötig sein, um Wahrheit zu kaufen? Erzähle ein Beispiel.

      13 Denk- und Verhaltensweisen, die Gott nicht gefallen. Wenn man die Wahrheit kennenlernt und sich nach den Moralmaßstäben der Bibel richten will, muss man bereit sein, umzudenken und sein Leben zu ändern. Der Apostel Petrus schrieb dazu: „Formt euch als gehorsame Kinder nicht mehr nach den Begierden, die ihr früher in eurer Unwissenheit hattet, sondern . . . werdet auch ihr selbst heilig in eurem ganzen Wandel“ (1. Pet. 1:14, 15). Die Christen im korrupten Korinth mussten in ihrem Leben einiges ändern, um Wahrheit zu kaufen (1. Kor. 6:9-11). Auch heute geben viele Menschen Verhaltensweisen auf, die Gott nicht gefallen. Petrus erinnerte die Christen außerdem daran: „Ihr habt euch in der vergangenen Zeit lange genug nach dem Willen der anderen Völker gerichtet, als ihr euch immer wieder Dreistigkeiten erlaubt habt, ungezügelte Leidenschaften, Betrunkenheit, wilde Partys, Trinkgelage und gesetzlosen Götzendienst“ (1. Pet. 4:3, NW, 2013).

      14 Devynn und Jasmine waren viele Jahre Alkoholiker. Devynn war zwar ein guter Buchhalter, aber wegen seiner Alkoholabhängigkeit verlor er immer wieder seine Arbeit. Jasmine war als aggressiv und gewalttätig bekannt. Als sie einmal betrunken die Straße entlangging, traf sie zwei Missionare. Sie vereinbarten einen Termin für ein Bibelstudium. Doch als die beiden in der Woche danach kamen, waren Jasmine und Devynn betrunken. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass die Missionare wirklich kommen würden. Beim nächsten Termin sah es anders aus. Von da an knieten sich Jasmine und Devynn richtig ins Bibelstudium hinein und setzten um, was sie lernten. Innerhalb von drei Monaten beschlossen sie, mit dem Trinken aufzuhören, und später heirateten sie. Das Ganze sprach sich bald herum und viele andere in ihrem Dorf wollten ebenfalls die Bibel studieren.

      15. Was ist eines der größten Opfer, die man für die Wahrheit bringt, und warum?

      15 Unbiblische Bräuche. Solche Bräuche aufzugeben kann eines der größten Opfer sein, die man für die Wahrheit bringt. Manche tun sich leicht, einen Brauch aufzugeben, nachdem sie die biblischen Gründe dafür kennengelernt haben. Anderen fällt es schwer, weil Druck in der Familie, auf der Arbeit oder im Freundeskreis auf sie zukommt. Besonders wenn es um Bräuche in Verbindung mit Tod und Sterben geht, können sich Situationen emotional aufheizen (5. Mo. 14:1). Das mutige Vorbild anderer kann uns helfen, die nötigen Schritte zu tun. Ein solches Vorbild sind einige Einwohner von Ephesus im ersten Jahrhundert.

      16. Welches Opfer brachten die Epheser, um Wahrheit zu kaufen?

      16 Ephesus war für seine magischen Künste bekannt. Einige Epheser, die Magie getrieben hatten, wurden Christen. Welches Opfer brachten sie, um Wahrheit zu kaufen? Die Bibel erklärt: „Eine ganze Anzahl von denen, die magische Künste getrieben hatten, trugen ihre Bücher zusammen und verbrannten sie vor allen. Und man rechnete den Wert derselben zusammen und fand, dass sie fünfzigtausend Stück Silber wert waren. So wuchs das Wort Jehovas fortwährend mit Macht und gewann die Oberhand“ (Apg. 19:19, 20). Diese treuen Christen bezahlten einen hohen Preis, bekamen dafür aber Segnungen von unschätzbarem Wert.

      17. (a) Welchen Preis muss man unter Umständen für die Wahrheit zahlen? (b) Worum geht es im nächsten Artikel?

      17 Was hast du für die Wahrheit bezahlt? Wir alle nehmen uns Zeit, um Wahrheitsblumen zu sammeln. Manche bezahlen auch auf andere Weise: Sie verzichten auf Materielles, nehmen Veränderungen in zwischenmenschlichen Beziehungen in Kauf, lösen sich von Denk- und Verhaltensweisen, die Gott nicht gefallen, oder geben unbiblische Bräuche auf. Was auch immer die Wahrheit der Bibel uns kostet: Sie ist jeden Preis wert. Warum? Durch sie wird die Bindung zu unserem himmlischen Vater möglich. Und das ist das Wertvollste, was wir besitzen können. Es ist etwas Wunderschönes, die Wahrheit zu kennen. Wenn man darüber nachdenkt, kann man sich kaum vorstellen, dass jemand sie wieder verkaufen würde. Wie das passieren kann und wie man diesen Fehler vermeidet, wird im nächsten Artikel erklärt.

  • „Den Weg deiner Wahrheit werde ich gehen“
    Der Wachtturm (Studienausgabe) 2018 | November
    • Ein Ehepaar geht den Weg der Wahrheit. Die beiden kehren unbiblischen Bräuchen, materialistischen Zielen und schädlicher Unterhaltung den Rücken und haben stattdessen Freude an netter Gesellschaft, am Predigtdienst und am Bibelstudium

      „Den Weg deiner Wahrheit werde ich gehen“

      „Lehre mich deinen Weg, o Jehova. Den Weg deiner Wahrheit werde ich gehen“ (PS. 86:11, NW, 2013)

      LIEDER: 31, 72

      WIE WÜRDEST DU ANTWORTEN?

      • Wie kann es dazu kommen, dass jemand die Wahrheit „verkauft“?

      • Wie vermeiden wir es, uns von der Wahrheit zurückzuziehen oder abzudriften?

      • Welche drei Punkte bestärken uns darin, auf dem Weg der Wahrheit zu bleiben?

      1-3. (a) Wie viel sollte uns die Wahrheit aus der Bibel bedeuten? Wie lässt sich das vergleichen? (Siehe Anfangsbild.) (b) Worum geht es in diesem Artikel?

      HEUTE werden gekaufte Waren oft zurückgegeben. Nach Schätzungen liegt in manchen Ländern die Rückgabequote in Geschäften bei rund 9 Prozent. Im Onlinehandel kann sie sogar bei über 30 Prozent liegen. Warum werden Waren zurückgegeben oder umgetauscht? Vielleicht entsprachen sie nicht den Erwartungen, hatten Mängel oder gefielen nicht.

      2 Gekaufte Waren geben wir manchmal zurück. Mit der „genauen Erkenntnis der Wahrheit“ würden wir das aber nie tun. Nachdem wir sie einmal „gekauft“ haben, würden wir sie nicht wieder „verkaufen“ (lies Sprüche 23:23; 1. Tim. 2:4). Wie der vorige Artikel zeigt, hat uns die Wahrheit etwas gekostet. Wir haben Zeit investiert, vielleicht eine gut bezahlte Arbeit aufgegeben. Einige mussten mit Veränderungen in zwischenmenschlichen Beziehungen zurechtkommen. Wir haben unsere Denk- und Verhaltensweise geändert sowie unbiblische Bräuche aufgegeben. Der Preis, den wir bezahlt haben, ist aber gering im Vergleich zu den Segnungen, die wir bekommen haben.

      3 Uns geht es wie einem Mann, von dem Jesus einmal in einem Gleichnis erzählte: Ein reisender Händler war auf der Suche nach kostbaren Perlen. Als er eine besonders wertvolle Perle gefunden hatte, „verkaufte [er] sogleich alles, was er hatte, und kaufte sie“ (Mat. 13:45, 46). Die Perle steht für die Wahrheit über Gottes Königreich. Jesus wollte deutlich machen, wie wertvoll die Wahrheit für Menschen ist, die danach suchen. Wir haben die Wahrheit gefunden — die Wahrheit über Gottes Königreich und all die anderen Schätze in der Bibel. Wir haben sofort und gern alles getan, um sie zu bekommen. Solange wir die Wahrheit schätzen, werden wir sie nie „verkaufen“. Leider haben einige in Gottes Volk ihre Wertschätzung verloren und die Wahrheit sogar „verkauft“. Damit uns das nicht passiert, müssen wir „fortfahren, in der Wahrheit zu wandeln“. (Lies 3. Johannes 2-4.) In der Wahrheit zu wandeln bedeutet, sie zu leben, das heißt, sie an die erste Stelle zu setzen und sich danach auszurichten. Doch warum und wie kann es passieren, dass jemand die Wahrheit „verkauft“? Wie vermeiden wir diesen Fehler? Was kann uns darin bestärken, auf dem Weg der Wahrheit zu bleiben? Darum geht es in diesem Artikel.

      WARUM UND WIE MANCHE DIE WAHRHEIT „VERKAUFEN“

      4. Warum „verkauften“ im ersten Jahrhundert einige die Wahrheit?

      4 Im ersten Jahrhundert reagierten einige Menschen zunächst gut auf die Lehren von Jesus, doch dann verließen sie den Weg der Wahrheit. Nachdem Jesus einmal durch ein Wunder viele Menschen mit Essen versorgt hatte, folgten sie ihm zur anderen Seite des Sees von Galiläa. Dort sagte Jesus etwas, was sie schockierte: „Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch selbst.“ Statt Jesus um eine Erklärung zu bitten, sagten sie: „Diese Rede ist anstößig; wer kann sie anhören?“ Daraufhin „wandten sich viele seiner Jünger ab, den hinter ihnen liegenden Dingen zu, und gingen nicht mehr mit ihm“ (Joh. 6:53-66).

      5, 6. (a) Warum wenden sich heute einige von der Wahrheit ab? (b) Wie könnte es noch dazu kommen, dass man die Wahrheit aufgibt?

      5 Leider wenden sich auch heute einige von der Wahrheit ab. Manche nehmen Anstoß an der veränderten Erklärung einer Bibelpassage oder an dem, was ein bekannter Bruder sagt oder tut. Andere ärgern sich über einen biblischen Rat oder über jemanden in der Versammlung. Wieder andere lassen sich von Abtrünnigen oder anderen Gegnern beeinflussen, die unsere Glaubensansichten falsch darstellen. Die Folge? Einige ziehen sich bewusst von Jehova und der Versammlung zurück (Heb. 3:12-14). Wie viel besser wäre es, wenn sie den Glauben bewahren und weiter auf Jesus vertrauen würden. Petrus tat das. Als Jesus die Apostel fragte, ob sie ebenfalls weggehen wollten, antwortete Petrus spontan: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens“ (Joh. 6:67-69).

      6 Andere entfernen sich allmählich von der Wahrheit, ohne es überhaupt zu merken. Wie ein Boot, das langsam vom Ufer wegtreibt, driften sie von der Wahrheit ab (Heb. 2:1). Sie ziehen sich nicht bewusst zurück, aber ihr Verhältnis zu Jehova ist trotzdem belastet und droht zu zerbrechen. Wie lässt sich das vermeiden?

      WIE VERMEIDET MAN ES, DIE WAHRHEIT ZU VERKAUFEN?

      7. Was hilft dabei, die Wahrheit nicht zu verkaufen?

      7 Um den Weg der Wahrheit zu gehen, müssen wir alles befolgen, was Jehova uns sagt. Geben wir der Wahrheit den ersten Platz in unserem Leben und halten wir uns an biblische Grundsätze. König David sagte in einem Gebet zu Jehova: „Den Weg deiner Wahrheit werde ich gehen“ (Ps. 86:11, NW, 2013). David war entschlossen. Seien auch wir fest entschlossen, den Weg der Wahrheit zu gehen. Sonst bedauern wir vielleicht, was wir für die Wahrheit aufgegeben haben, und sind bereit, einen Teil der Wahrheit wieder „einzutauschen“. Man kann sich aber nicht aussuchen, an welche Teile man sich halten möchte und an welche nicht. Wir brauchen „die ganze Wahrheit“ (Joh. 16:13). Sehen wir uns noch einmal die fünf Bereiche an, in denen wir für die Wahrheit Opfer gebracht haben. Das stärkt unseren Entschluss, nie zu dem zurückzukehren, was wir hinter uns gelassen haben (Mat. 6:19).

      Bibelstudium statt schädlicher Unterhaltung

      8. Wie könnte man von der Wahrheit abgleiten, wenn man die Zeit nicht gut nutzt? Erzähle ein Beispiel.

      8 Zeit. Damit wir nicht von der Wahrheit abgleiten, ist es wichtig, unsere Zeit gut zu nutzen. Sonst verbringen wir vielleicht zu viel Zeit im Internet, mit Fernsehen, Hobbys oder anderen Freizeitbeschäftigungen. An diesen Dingen ist an sich nichts auszusetzen, aber die Zeit, die wir damit verbringen, fehlt uns vielleicht beim persönlichen Studium und bei anderem, was wir für unseren Glauben tun. Dazu das Beispiel von Emmaa. Sie war schon als kleines Mädchen von Pferden begeistert. Bei jeder Gelegenheit ging sie reiten. Irgendwann hatte sie das ungute Gefühl, dass ihr Hobby zu viel Zeit verschlang. Also änderte sie etwas. Den Ansporn dazu gab ihr unter anderem der Bericht über Cory Wells, die früher Trickreiterin war.b Jetzt setzt sich Emma mehr für Jehova ein und verbringt mehr Zeit mit Familie und Freunden. Sie fühlt sich Jehova näher und ist glücklich, weil sie ihre Zeit gut nutzt.

      Predigtdienst statt materialistischer Ziele

      9. Wie könnte der Wunsch nach Materiellem dem Dienst für Gott im Weg stehen?

      9 Materielles. Damit wir weiter den Weg der Wahrheit gehen können, darf Materielles nicht zu wichtig werden. Als wir die Wahrheit kennenlernten, haben wir erkannt: Materielles ist weit weniger wichtig als der Dienst für Jehova. Wir haben gern Opfer gebracht, um den Weg der Wahrheit zu gehen. Doch dann haben wir vielleicht gesehen, wie sich andere die neuesten elektronischen Geräte angeschafft haben oder sich manches andere leisten konnten. Jetzt könnten wir denken, dass uns etwas entgeht. Wir sind mit dem, was wir haben, nicht mehr zufrieden. Und auf einmal ist uns Materielles wieder wichtiger als der Dienst für Jehova. Das erinnert an Demas. Er liebte „das gegenwärtige System der Dinge“ so sehr, dass er ein Leben im Dienst an der Seite von Paulus aufgab (2. Tim. 4:10). Warum tat er das? Die Bibel nennt keine Einzelheiten, aber vielleicht liebte er Materielles mehr als den Dienst für Gott oder er wollte keine Opfer mehr bringen, um mit Paulus zu reisen. Die Lektion für uns: Lassen wir unsere Liebe zur Wahrheit nicht durch den Wunsch nach Materiellem ersticken.

      10. Welchem Druck dürfen wir nicht nachgeben?

      10 Zwischenmenschliche Beziehungen. Um weiter den Weg der Wahrheit zu gehen, dürfen wir dem Druck unseres Umfelds nicht nachgeben. Als wir angefangen haben, Jehova zu dienen, änderte sich das Verhältnis zu unserer Familie und unseren Freunden. Manche waren tolerant, andere wurden zu regelrechten Gegnern (1. Pet. 4:4). Natürlich bemühen wir uns um ein gutes Verhältnis zu unseren Verwandten und sind freundlich zu ihnen, aber wir müssen aufpassen, dass es nicht auf Kosten der Wahrheit geht. Auch halten wir uns an den Grundsatz in 1. Korinther 15:33 und schließen enge Freundschaften nur mit Menschen, die Jehova lieben.

      11. Wie schaffen wir es, vor Jehova rein dazustehen?

      11 Denk- und Verhaltensweisen, die Gott nicht gefallen. Wer den Weg der Wahrheit geht, muss heilig sein (Jes. 35:8; lies 1. Petrus 1:14-16). Als wir die Wahrheit kennenlernten, haben wir unser Leben nach den gerechten Maßstäben der Bibel ausgerichtet. Manche mussten sehr viel ändern. Wichtig ist jetzt, dass wir vor Jehova weiter rein und heilig dastehen und uns nicht von der Unmoral der Welt beschmutzen lassen. Wie schaffen wir das? Denken wir daran, was Jehova getan hat, damit wir heilig sein können. Er hat dafür mit dem kostbaren Blut seines Sohnes, Jesus Christus, bezahlt (1. Pet. 1:18, 19). Was für ein großes Opfer! Lassen wir unser Herz und unseren Sinn davon berühren. Dann können wir vor Jehova weiter rein dastehen.

      Nette Gesellschaft statt unbiblischer Bräuche

      12, 13. (a) Warum ist es wichtig, immer daran zu denken, wie Jehova Feiertage sieht? (b) Worum geht es als Nächstes?

      12 Unbiblische Bräuche. Angehörige, Arbeitskollegen und Mitschüler möchten uns oft bei ihren Festen und Feiern dabeihaben. Wie widerstehen wir dem Druck, etwas mitzumachen, was Jehova nicht ehrt? Behalten wir klar im Sinn, wie er darüber denkt. Eine gute Hilfe sind dabei Artikel in unseren Veröffentlichungen, die den Ursprung von Festen und Feiertagen erklären. Wenn wir im Sinn behalten, warum wir laut der Bibel solche Feste nicht feiern sollen, sind wir überzeugt, dass wir uns so verhalten, wie es „für den Herrn annehmbar ist“ (Eph. 5:10). Auf Jehova zu vertrauen und uns auf sein Wort zu stützen, hilft uns, nicht „vor Menschen zu zittern“ (Spr. 29:25).

      13 Der Weg der Wahrheit ist ein Lebensweg, auf dem wir für immer bleiben möchten. Was kann uns darin bestärken? Hier drei wichtige Punkte.

      SEI ENTSCHLOSSEN, AUF DEM WEG DER WAHRHEIT ZU BLEIBEN

      14. (a) Wozu führt es, wenn du dich weiter mit der Bibel befasst? (b) Warum brauchen wir Weisheit, Zucht und Verständnis?

      14 Erstens: Befass dich weiter mit den kostbaren Wahrheiten aus Gottes Wort und denk intensiv darüber nach. Kauf Wahrheit, indem du regelmäßig Zeit dafür reservierst. So wirst du dankbarer für das, was du an der Wahrheit hast, und bist noch entschlossener, sie nie zu verkaufen. In Sprüche 23:23 steht, dass wir Wahrheit kaufen sollen. Wir werden aber auch aufgefordert „Weisheit und Zucht und Verständnis“ zu kaufen. Die Wahrheit zu kennen genügt nicht. Sie muss auch unser Leben bestimmen. Verständnis lässt uns in allem, was Jehova sagt, die Zusammenhänge erkennen. Und Weisheit bedeutet, das Gelernte umzusetzen. Manchmal nimmt uns die Wahrheit in Zucht, das heißt, sie zeigt uns, was wir ändern müssen. Nehmen wir diese Erziehung immer an. Sie ist viel mehr wert als Silber (Spr. 8:10).

      15. Wie schützt uns der Gürtel der Wahrheit?

      15 Zweitens: Nimm dir fest vor, jeden Tag nach der biblischen Wahrheit zu leben. Trag den Gürtel der Wahrheit um deine Hüften (Eph. 6:14). In biblischer Zeit schützte und stützte der Gürtel die Hüfte und die inneren Organe eines Soldaten. Dazu musste er aber fest sitzen. Wie schützt uns der Gürtel der Wahrheit? Wenn die Wahrheit uns wie ein gut sitzender Gürtel fest umschließt, bewahrt uns das vor falschen Überlegungen und es hilft uns, gute Entscheidungen zu treffen. Bei Versuchungen oder Prüfungen stärkt die Wahrheit unseren Entschluss, das Richtige zu tun. Ein Soldat in alter Zeit wäre nie auf die Idee gekommen, ohne Gürtel in den Kampf zu ziehen. Und wir dürfen heute unseren Gürtel der Wahrheit auf keinen Fall lockern oder ablegen. Am Gürtel war auch das Schwert befestigt. Damit kommen wir zum nächsten Punkt, wie wir den Weg der Wahrheit noch entschlossener gehen können.

      16. Was stärkt unseren Entschluss, auf dem Weg der Wahrheit zu bleiben?

      16 Drittens: Setz dich so viel wie möglich dafür ein, anderen die Bibel näherzubringen. So behältst du das Schwert des Geistes, also Gottes Wort, fest in der Hand (Eph. 6:17). Wir können uns als Lehrer alle noch verbessern und das Wort der Wahrheit richtig handhaben (2. Tim. 2:15). Wenn wir anderen mit der Bibel helfen, Wahrheit zu kaufen und Falsches abzulegen, dann prägt sich Gottes Wort fest in unser Herz und unseren Sinn ein. Das stärkt unseren Entschluss, auf dem Weg der Wahrheit zu bleiben.

      Die Wahrheit . . .

      lernen, leben, lehren. (Siehe Absatz 14–16)

      17. Warum ist die Wahrheit für dich wertvoll?

      17 Die Wahrheit ist ein wertvolles Geschenk von Jehova. Sie ist ein Schatz, weil durch sie die Bindung zu unserem himmlischen Vater erst möglich wird. Was wir von ihm bis jetzt alles gelernt haben, ist nur der Anfang. Jehova hat uns eine Ewigkeit versprochen, in der wir noch viel mehr von ihm lernen können. Betrachte die Wahrheit also als eine wertvolle Perle. Nimm dir fest vor, weiter Wahrheit zu kaufen und sie nie zu verkaufen. Dann wirst du wie David das Versprechen halten können: „Den Weg deiner Wahrheit werde ich gehen“ (Ps. 86:11, NW, 2013).

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