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Kenia und benachbarte LänderJahrbuch der Zeugen Jehovas 1992
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Es bestand großes Interesse an der biblischen Wahrheit, und viel Literatur wurde verbreitet, dennoch zogen dunkle Wolken am Horizont herauf. Die Arbeitserlaubnis von zwei Missionarehepaaren wurde nicht mehr verlängert, daher mußten sie innerhalb von drei Monaten das Land verlassen. Am 8. Juni 1973 verbot die Regierung plötzlich 12 religiöse Gruppen, darunter auch Jehovas Zeugen. Die noch ansässigen Missionare mußten am 17. Juli 1973 ebenfalls aus dem Land.
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Kenia und benachbarte LänderJahrbuch der Zeugen Jehovas 1992
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Von Recht und Ordnung konnte nun in Uganda nicht mehr die Rede sein. Man nahm zum Beispiel einen Pionier fest, brachte ihn zu den Militärbaracken und verhörte ihn. Sein Verbrechen? Er hatte angeblich Geld von europäischen „Spionen“ erhalten; man hatte nämlich gesehen, wie er in das Missionarheim gegangen war. Obwohl er genau erklärte, worin das freiwillige Predigtwerk bestand, das er durchführte, schlug man ihn, drückte ihm einen Spaten in die Hand und befahl ihm, sein eigenes Grab zu schaufeln. Als er damit fertig war, gebot man ihm, noch zwei weitere Gräber für die europäischen „Spione“ auszuheben; damit waren die Missionare gemeint. Als er auch das getan hatte, schlugen ihn drei bewaffnete Soldaten nieder, schossen auf ihn, verfehlten aber ihr Ziel. Eine Kugel streifte den Schuh eines Soldaten, woraufhin erst einmal ein Streit entbrannte und sie abgelenkt waren. Der Bruder lag einige Zeit auf dem Boden; am nächsten Tag wurde er jedoch freigelassen.
Die Versammlungen mußten sich nun im geheimen treffen und sich den neuen Umständen anpassen. Das Leben war im allgemeinen keinen Pfifferling wert, und wer für eine verbotene Religion tätig war, setzte sich zusätzlichen Gefahren aus.
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