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  • Dankbar für Gottes unverdiente Güte
    Der Wachtturm (Studienausgabe) 2016 | Juli
    • 1. Eine besorgte Schwester am Krankenbett ihres Mannes; 2. eine Schwester drückt ihre Tochter an sich, nachdem ein Sturm ihr Zuhause zerstört hat

      Dankbar für Gottes unverdiente Güte

      Wir alle haben unverdiente Güte über unverdiente Güte empfangen (JOH. 1:16)

      LIEDER: 95, 13

      WIE WÜRDEST DU ANTWORTEN?

      • Was ist der größte Ausdruck der unverdienten Güte Jehovas gegenüber der Menschheit?

      • Wie können wir zeigen, dass wir nicht länger von Sünde beherrscht werden, sondern von unverdienter Güte?

      • Welche Segnungen kommen uns dank der unverdienten Güte Jehovas zugute?

      1, 2. (a) Erzähle kurz Jesu Gleichnis vom Weinberg. (b) Wie zeigt das Gleichnis, was Großzügigkeit und unverdiente Güte bedeuten?

      EIN Weinbauer geht eines Morgens zum Marktplatz, um Arbeiter für seinen Weinberg zu suchen. Die Männer, die er findet, sind mit dem angebotenen Lohn einverstanden und machen sich an die Arbeit. Doch der Weinbauer benötigt noch mehr Helfer. Deshalb kehrt er während des Tages mehrmals zum Marktplatz zurück. Auch denen, die er am späten Nachmittag einstellt, bietet er einen fairen Lohn an. Am Abend ruft er alle zusammen, um sie auszuzahlen. Er gibt jedem die gleiche Summe, ob sie viele Stunden oder nur eine gearbeitet haben. Als die Männer, die zuerst eingestellt wurden, das bemerken, beschweren sie sich. Der Weinbauer erwidert einem von ihnen sinngemäß: „Du warst doch mit dem vereinbarten Lohn einverstanden, oder? Kann ich meinen Arbeitern nicht so viel geben, wie ich möchte? Bist du neidisch, weil ich großzügig bin?“ (Mat. 20:1-15).

      2 Jesu Gleichnis erinnert uns an ein Merkmal der Persönlichkeit Jehovas, das oft in der Bibel erwähnt wird — seine „unverdiente Güte“.[1] (Lies 2. Korinther 6:1.) Die Arbeiter, die nur eine Stunde gearbeitet hatten, schienen es nicht verdient zu haben, den vollen Lohn zu bekommen. Doch der Weinbauer zeigte ihnen außergewöhnliche Güte. Das Wort für „unverdiente Güte“ wird in vielen Bibelübersetzungen mit „Gnade“ wiedergegeben. Ein Gelehrter schrieb dazu: „Das Wort vermittelt den Grundgedanken von einer freien und unverdienten Gabe, etwas, was dem Menschen unverdienterweise gegeben wird.“

      DAS GRÖSSTE GESCHENK JEHOVAS

      3, 4. Warum und wie hat Jehova der Menschheit unverdiente Güte erwiesen?

      3 Die Bibel spricht von „der freien Gabe der unverdienten Güte Gottes“ (Eph. 3:7). Warum und wie gewährt Jehova diese „freie Gabe“? Könnten wir alle Erfordernisse Jehovas vollkommen erfüllen, würden wir seine Güte verdienen. Aber leider können wir das nicht. Deshalb schrieb der weise König Salomo: „Da ist kein Mensch gerecht auf der Erde, der ständig Gutes tut und nicht sündigt“ (Pred. 7:20). Der Apostel Paulus sagte dazu: „Alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes“, und: „Der Lohn, den die Sünde zahlt, ist der Tod“ (Röm. 3:23; 6:23a). Das ist das, was wir verdienen.

      4 Doch aus Liebe zur Menschheit zeigte Jehova seine unverdiente Güte auf ganz besondere Weise. Als größtes Geschenk überhaupt sandte er seinen „einziggezeugten Sohn“ auf die Erde, um für uns zu sterben (Joh. 3:16). Paulus schrieb deshalb über Jesus, dass er jetzt „mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt [ist], damit er durch Gottes unverdiente Güte für jedermann den Tod schmecke“ (Heb. 2:9). Ja, „die Gabe . . . , die Gott gibt, ist ewiges Leben durch Christus Jesus, unseren Herrn“ (Röm. 6:23b).

      5, 6. Wie wirkt es sich aus, wenn wir (a) von Sünde oder (b) von unverdienter Güte beherrscht werden?

      5 Wie sind wir Menschen in den sündigen, sterblichen Zustand gelangt, der uns allen so zusetzt? Die Bibel erklärt, dass „durch die Verfehlung des e i n e n Menschen [Adam] der Tod als König“ über Adams Nachkommen regiert hat (Röm. 5:12, 14, 17). Wir können uns jedoch dafür entscheiden, nicht länger von Sünde regiert oder beherrscht zu werden. Wenn wir Glauben an Jesu Loskaufsopfer ausüben, begeben wir uns unter die Herrschaft der unverdienten Güte Jehovas. In der Bibel heißt es: „Wo . . . Sünde überströmte, da strömte die unverdiente Güte noch mehr über. Wozu? Damit so, wie die Sünde als König mit dem Tod regiert hat, so auch die unverdiente Güte als König regiere durch Gerechtigkeit zum ewigen Leben durch Jesus Christus“ (Röm. 5:20, 21).

      6 Wir bleiben zwar in unserem sündigen Zustand, müssen uns aber nicht damit abfinden, dass Sünde unser Leben bestimmt. Haben wir gesündigt, bitten wir Jehova um Vergebung und kommen dadurch unter die Herrschaft der unverdienten Güte. Paulus schrieb warnend: „Sünde soll nicht Herr über euch sein, da ihr nicht unter Gesetz seid, sondern unter unverdienter Güte“ (Röm. 6:14). Wie wirkt sich das aus? Paulus sagte: „Die unverdiente Güte Gottes . . . unterweist uns, Gottlosigkeit und weltliche Begierden von uns zu weisen und inmitten dieses gegenwärtigen Systems der Dinge mit gesundem Sinn und Gerechtigkeit und Gottergebenheit zu leben“ (Tit. 2:11, 12).

      WIE DIE UNVERDIENTE GÜTE ZUM AUSDRUCK KOMMT

      7, 8. Was bedeutet es, dass sich Jehovas unverdiente Güte auf unterschiedliche Weise zeigt? (Siehe Anfangsbild.)

      7 Der Apostel Petrus schrieb: „In dem Verhältnis, wie jeder eine Gabe empfangen hat, gebraucht sie, indem ihr einander als vortreffliche Verwalter der unverdienten Güte Gottes dient, die auf mannigfaltige Weise zum Ausdruck kommt“ (1. Pet. 4:10). Was bedeutet das? Ganz gleich, was wir durchmachen, Jehova kann uns helfen, damit fertigzuwerden (1. Pet. 1:6). Für jede schwierige Situation gibt es einen passenden Ausdruck der Güte Gottes.

      8 Jehovas Güte zeigt sich wirklich auf unterschiedliche Weise. Der Apostel Johannes sagte: „Wir alle haben aus seiner Fülle empfangen, ja unverdiente Güte über unverdiente Güte“ (Joh. 1:16). Daraus ergeben sich für uns viele Segnungen. Welche zum Beispiel?

      9. Wie kommt uns Jehovas unverdiente Güte zugute, und wie können wir unsere Dankbarkeit dafür zeigen?

      9 Vergebung unserer Sünden. Dank der unverdienten Güte Jehovas werden uns unsere Sünden vergeben, vorausgesetzt, wir bereuen und kämpfen weiter mit aller Kraft gegen unsere sündigen Neigungen. (Lies 1. Johannes 1:8, 9.) Gottes Barmherzigkeit sollte uns dankbar machen und uns veranlassen, ihn zu verherrlichen. In einem Brief an gesalbte Christen schrieb Paulus: „[Jehova] hat uns von der Gewalt der Finsternis befreit und uns in das Königreich des Sohnes seiner Liebe versetzt, durch den wir unsere Befreiung durch Lösegeld haben, die Vergebung unserer Sünden“ (Kol. 1:13, 14). Diese Vergebung öffnet uns die Tür zu vielen weiteren schönen Segnungen.

      10. Was wird uns durch Gottes unverdiente Güte ermöglicht?

      10 Frieden mit Gott. Der Mensch ist in seinem sündigen Zustand von Geburt an ein Feind Gottes. Paulus räumte ein: „Als wir Feinde waren, [wurden wir] mit Gott durch den Tod seines Sohnes versöhnt“ (Röm. 5:10). Diese Versöhnung ermöglicht uns Frieden mit Jehova. Paulus bringt ihn mit der unverdienten Güte Jehovas in Verbindung, wenn er zu seinen gesalbten Brüdern sagt: „Lasst uns, da wir nun zufolge des Glaubens gerechtgesprochen worden sind, uns des Friedens mit Gott erfreuen durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir auch durch Glauben unseren Zutritt erlangt haben zu dieser unverdienten Güte, in der wir jetzt stehen“ (Röm. 5:1, 2). Was für ein Geschenk!

      Ein Zeuge Jehovas predigt einem Mann

      Jehovas Güte zeigt sich auf unterschiedliche Weise: Das Vorrecht, von der guten Botschaft zu erfahren (Siehe Absatz 11)

      11. Wie bringen die Gesalbten die „anderen Schafe“ zur Gerechtigkeit?

      11 Ein gerechter Stand vor Gott. Wir alle sind von Natur aus ungerecht. Für die Zeit des Endes sagte der Prophet Daniel voraus, dass „die, die Einsicht haben“, der gesalbte Überrest, „die vielen zur Gerechtigkeit führen“ werden. (Lies Daniel 12:3.) Durch das Predigen und Lehren haben sie Millionen „anderer Schafe“ in einen gerechten Stand vor Jehova gebracht (Joh. 10:16). Das ist jedoch nur durch Jehovas unverdiente Güte möglich geworden. Paulus erklärte: „Als freie Gabe werden sie durch seine [Gottes] unverdiente Güte gerechtgesprochen aufgrund der Befreiung durch das von Christus Jesus bezahlte Lösegeld“ (Röm. 3:23, 24).

      Eine besorgte Schwester betet am Krankenbett ihres Mannes

      Die Gabe des Gebets (Siehe Absatz 12)

      12. Was hat das Gebet mit Gottes unverdienter Güte zu tun?

      12 Zugang zu Gott durch das Gebet. In seiner unverdienten Güte gewährt uns Jehova, zu ihm zu beten und uns so seinem Thron im Himmel zu nähern. Interessanterweise nennt Paulus den Thron Jehovas „Thron der unverdienten Güte“ und lädt uns ein, uns diesem „mit Freimut der Rede“ zu nahen (Heb. 4:16a). Jehova ermöglicht uns das durch seinen Sohn — durch ihn haben wir „diesen Freimut der Rede und Zutritt . . . mit Zuversicht durch unseren Glauben an ihn“ (Eph. 3:12). Es ist wirklich ein Zeichen der unverdienten Güte Jehovas, sich jederzeit ungehindert im Gebet an ihn wenden zu dürfen.

      Eine Schwester hat andere zum Essen eingeladen

      Hilfe zur rechten Zeit (Siehe Absatz 13)

      13. Wie kann uns Jehova durch seine unverdiente Güte „zur rechten Zeit“ helfen?

      13 Hilfe zur rechten Zeit. Paulus ermunterte Christen, sich freimütig im Gebet an Jehova zu wenden. Dann würden „wir Barmherzigkeit erlangen und unverdiente Güte finden . . . als Hilfe zur rechten Zeit“ (Heb. 4:16b). Wann immer wir schwere Zeiten durchmachen, können wir zu Jehova flehen und ihn bitten, uns barmherzigerweise zu helfen. Obwohl wir es nicht verdienen, reagiert er auf unseren Hilferuf — oft durch Glaubensbrüder. Wir können guten Mutes sein und sagen: „Jehova ist mein Helfer; ich will mich nicht fürchten. Was kann mir ein Mensch antun?“ (Heb. 13:6).

      14. Was bewirkt Jehova durch seine unverdiente Güte in unserem Herzen?

      14 Trost für unser Herz. Ein weiterer großer Segen der unverdienten Güte Jehovas ist Trost für ein bekümmertes Herz (Ps. 51:17). An Christen in Thessalonich, die verfolgt wurden, schrieb Paulus: „Mögen . . . unser Herr Jesus Christus selbst und Gott, unser Vater, der uns geliebt hat und durch unverdiente Güte ewigen Trost und gute Hoffnung gegeben hat, eure Herzen trösten und euch . . . befestigen“ (2. Thes. 2:16, 17). Es ist sehr tröstlich zu wissen, dass sich Jehova in seiner großzügigen Güte liebevoll um uns kümmert!

      15. Welche Hoffnung haben wir dank der unverdienten Güte Gottes?

      15 Aussicht auf ewiges Leben. Wären wir auf uns gestellt, hätten wir als Sünder keine Hoffnung. (Lies Psalm 49:7, 8.) Doch Jehova verheißt uns eine herrliche Zukunft. Jesus versprach seinen Nachfolgern: „Dies ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn sieht und Glauben an ihn ausübt, ewiges Leben habe“ (Joh. 6:40). Die Hoffnung auf ewiges Leben ist wirklich ein Geschenk, ein besonders schöner Ausdruck der unverdienten Güte Gottes. Paulus sagte voller Wertschätzung: „Die unverdiente Güte Gottes, die allen Arten von Menschen Rettung bringt, ist offenbar geworden“ (Tit. 2:11).

      GOTTES UNVERDIENTE GÜTE HAT GRENZEN

      16. Wozu missbrauchten einige der ersten Christen die unverdiente Güte Gottes?

      16 Durch die unverdiente Güte Jehovas genießen wir zwar viele Segnungen, aber wir sollten nicht vermessen sein und denken, er sehe über jedes Verhalten hinweg. Unter den ersten Christen gab es einige, die versuchten, die unverdiente Güte Gottes als eine Entschuldigung für dreistes Verhalten zu missbrauchen (Jud. 4). Diese untreuen Christen dachten offenbar, sie könnten sündigen und dann auf die Vergebung Jehovas zählen. Und was noch schlimmer ist: Sie wollten ihre Brüder zu dem gleichen Verhalten verleiten. Auch heute verletzt jemand, der sich so verhält, „den Geist der unverdienten Güte“ (Heb. 10:29).

      17. Welchen ernsten Rat gab Petrus?

      17 Satan hat einige zu dem Trugschluss verleitet, sie könnten mit Gottes Barmherzigkeit rechnen und ungestraft sündigen. Es stimmt zwar, dass Jehova bereit ist, reumütigen Sündern zu vergeben. Aber er erwartet von uns, entschlossen gegen unsere sündigen Neigungen anzukämpfen. Jehova ließ Petrus Folgendes aufschreiben: „Ihr daher, Geliebte, die ihr dies im Voraus wisst, hütet euch, damit ihr nicht durch den Irrtum derer, die dem Gesetz trotzen, mit ihnen fortgerissen werdet und aus eurem eigenen festen Stand fallt. Nein, sondern wachst weiterhin in der unverdienten Güte und an Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus“ (2. Pet. 3:17, 18).

      UNSERE VERANTWORTUNG

      18. Welche Verantwortung bringt die unverdiente Güte Jehovas mit sich?

      18 Aus Wertschätzung für Gottes Güte sehen wir unsere Verantwortung, unsere Gaben zur Ehre Jehovas und zum Nutzen anderer zu gebrauchen. Auf welche Weise? Paulus sagt: „Da wir nun Gaben haben, die gemäß der uns verliehenen unverdienten Güte verschieden sind, es sei . . . ein Dienstamt, so widmen wir uns diesem Dienstamt; oder wer lehrt, der widme sich seinem Lehren; oder wer ermahnt, der widme sich seinem Ermahnen; . . . wer Barmherzigkeit erweist, der tue es mit Fröhlichkeit“ (Röm. 12:6-8). Die unverdiente Güte, die Jehova uns erweist, nimmt uns in die Pflicht, uns eifrig im Dienst Jehovas einzusetzen, andere mit der Bibel vertraut zu machen, Glaubensbrüdern Mut zuzusprechen und jedem zu vergeben, der uns vielleicht gekränkt hat.

      19. Worum geht es im nächsten Artikel?

      19 Weil wir für Jehovas großzügige Liebe dankbar sind, fühlen wir uns bestimmt gedrängt, mit ganzer Kraft „gründlich Zeugnis abzulegen für die gute Botschaft von der unverdienten Güte Gottes“ (Apg. 20:24). Auf diese Verantwortung geht der nächste Artikel ein.

      ^ [1] (Absatz 2) Siehe „Unverdiente Güte“ in Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1, Seite 779.

  • Sprich mit anderen über die gute Botschaft der unverdienten Güte
    Der Wachtturm (Studienausgabe) 2016 | Juli
    • Der Apostel Paulus predigt einem Mann

      Sprich mit anderen über die gute Botschaft der unverdienten Güte

      Legt gründlich Zeugnis ab für die gute Botschaft von der unverdienten Güte Gottes (APG. 20:24)

      LIEDER: 101, 84

      WIE WÜRDEST DU ANTWORTEN?

      • Wozu sollte uns Jehovas unverdiente Güte bewegen?

      • Wie wird durch die „gute Botschaft vom Königreich“ die unverdiente Güte Gottes hervorgehoben?

      • Wie wird Jehova seine unverdiente Güte in der neuen Welt zeigen?

      1, 2. Wie zeigte Paulus, dass er für Gottes unverdiente Güte dankbar war?

      DER Apostel Paulus konnte voller Überzeugung sagen: „[Gottes] unverdiente Güte mir gegenüber erwies sich nicht als vergeblich.“ (Lies 1. Korinther 15:9, 10.) Er war sich völlig bewusst, dass er als ehemaliger Christenverfolger die große Barmherzigkeit Gottes nicht verdient hatte und ihrer auch nicht würdig war.

      2 Gegen Ende seines Lebens schrieb Paulus an seinen Mitarbeiter Timotheus: „Ich bin Christus Jesus, unserem Herrn, der mir Kraft verliehen hat, dankbar, weil er mich als treu erachtete, indem er mir ein Dienstamt zuwies“ (1. Tim. 1:12-14). Was schloss dieses Dienstamt ein? Das erfahren wir aus den Worten von Paulus an die Ältesten der Versammlung in Ephesus: „Ich [schätze] meine Seele nicht als teuer ein für mich, wenn ich nur meinen Lauf vollenden kann und den Dienst, den ich vom Herrn Jesus empfangen habe, nämlich gründlich Zeugnis abzulegen für die gute Botschaft von der unverdienten Güte Gottes“ (Apg. 20:24).

      3. Welcher besondere Dienst wurde Paulus übertragen? (Siehe Anfangsbild.)

      3 Wie wurde durch die „gute Botschaft“, die Paulus predigte, die unverdiente Güte Jehovas betont? Zu den Christen in Ephesus sagte er: „Ihr . . . [habt] von der Verwaltung der unverdienten Güte Gottes gehört . . . , die mir im Hinblick auf euch gegeben worden ist“ (Eph. 3:1, 2). Paulus hatte den Auftrag bekommen, Nichtjuden die gute Botschaft zu überbringen, damit auch sie zu den Berufenen gehören könnten, die mit Christus die messianische Königreichsregierung bilden. (Lies Epheser 3:5-8.) Paulus setzte sich in seinem Dienst voll ein. Damit gab er heutigen Christen ein hervorragendes Beispiel und zeigte, dass ihm Gottes unverdiente Güte nicht „vergeblich“ erwiesen worden war.

      WOZU BEWEGT DICH GOTTES UNVERDIENTE GÜTE?

      4, 5. Warum kann man sagen, dass die „gute Botschaft vom Königreich“ auch die „gute Botschaft von der unverdienten Güte Gottes“ ist?

      4 Jehovas Diener in der Zeit des Endes haben den Auftrag, die „gute Botschaft vom Königreich“ auf der ganzen Erde „allen Nationen zu einem Zeugnis“ zu predigen (Mat. 24:14). Diese Botschaft ist auch „die gute Botschaft von der unverdienten Güte Gottes“. Warum? Weil wir nur durch die Güte Gottes, die durch Christus zum Ausdruck kommt, auf all die Segnungen unter der Königreichsregierung hoffen können (Eph. 1:3). Zeigen wir wie Paulus Dankbarkeit für Jehovas unverdiente Güte, indem wir uns eifrig am Dienst beteiligen? (Lies Römer 1:14-16.)

      5 Im vorigen Artikel haben wir erfahren, wie Jehova uns als Sündern in den unterschiedlichsten Situationen unverdiente Güte erweist. Wir stehen daher in der Pflicht, unser Bestes zu geben und Menschen zu erklären, wie Jehova seine Liebe zeigt und wie sie ihnen zugutekommen kann. Was sind einige Merkmale der unverdienten Güte Gottes, für die wir in anderen Wertschätzung wecken sollten?

      SPRICH ÜBER DIE GUTE BOTSCHAFT VOM LÖSEGELD

      6, 7. Wie betont das Lösegeld die unverdiente Güte Gottes?

      6 In der äußerst liberalen Welt von heute haben viele jegliches Empfinden für Sünde verloren und sehen deshalb keine Notwendigkeit einer Erlösung. Gleichzeitig erkennen immer mehr Menschen, dass ein freizügiger Lebensstil nicht zu wahrem Glück führt. Bis zu einem Gespräch mit Zeugen Jehovas verstehen viele nicht, was Sünde ist, was sie in uns bewirkt und wie wir uns von ihr befreien können. Aufrichtige Personen fühlen sich erleichtert, wenn sie erfahren, dass Jehova in seiner großen Liebe und unverdienten Güte seinen Sohn zur Erde sandte, um uns von Sünde und Tod zu erlösen (1. Joh. 4:9, 10).

      7 Paulus sagte über Jehovas geliebten Sohn: „Durch ihn [Jesus] haben wir die Befreiung durch Lösegeld mittels des Blutes dieses einen, ja die Vergebung unserer Verfehlungen, gemäß dem Reichtum seiner [Jehovas] unverdienten Güte“ (Eph. 1:7). Das Loskaufsopfer Christi ist der größte Liebesbeweis Gottes und gibt uns eine Vorstellung davon, wie groß Jehovas unverdiente Güte ist. Wie beruhigend zu wissen, dass uns unsere Sünden vergeben werden und unser Gewissen gereinigt wird, wenn wir Glauben an das vergossene Blut Jesu ausüben (Heb. 9:14). Das ist wirklich eine gute Botschaft, die wir mit anderen teilen möchten.

      HILF ANDEREN, EIN FREUND JEHOVAS ZU WERDEN

      8. Warum müssen sündige Menschen mit Gott versöhnt werden?

      8 Bevor Menschen Glauben an Jesu Opfer ausüben, betrachtet Gott sie als seine Feinde. Es liegt in unserer Verantwortung, ihnen mitzuteilen, dass sie in ein gutes Verhältnis zu ihrem Schöpfer kommen können. Der Apostel Johannes schrieb: „Wer Glauben an den Sohn ausübt, hat ewiges Leben; wer dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm“ (Joh. 3:36). Wie schön, dass Christi Opfer die Versöhnung mit Gott ermöglicht! Paulus führte dazu aus: „Euch, die ihr einst entfremdet und Feinde wart, weil euer Sinn auf die Werke gerichtet war, die böse waren, hat er jetzt wieder versöhnt mittels seines Fleischesleibes durch seinen Tod“ (Kol. 1:21, 22).

      9, 10. (a) Welche Verantwortung hat Christus seinen gesalbten Brüdern übertragen? (b) Wie unterstützen die „anderen Schafe“ die Gesalbten?

      9 Christus hat seinen gesalbten Brüdern auf der Erde den „Dienst der Versöhnung“ anvertraut. Den gesalbten Christen des 1. Jahrhunderts erklärte Paulus: „Alle Dinge . . . sind von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat, nämlich dass Gott durch Christus eine Welt mit sich versöhnte, indem er ihnen ihre Verfehlungen nicht anrechnete, und er hat uns das Wort der Versöhnung anvertraut. Wir sind daher Gesandte an Christi statt, als ob Gott durch uns inständig bitte. An Christi statt bitten wir: ‚Werdet versöhnt mit Gott‘ “ (2. Kor. 5:18-20).

      10 Für die „anderen Schafe“ ist es eine Ehre, die Gesalbten in diesem Dienst zu unterstützen (Joh. 10:16). Sie sind gewissermaßen Bevollmächtigte Christi und tragen den Hauptanteil daran, Menschen die biblische Wahrheit zu lehren und ihnen zu helfen, ein persönliches Verhältnis zu Jehova zu entwickeln. Das ist ein wichtiger Bestandteil der Tätigkeit, „gründlich Zeugnis abzulegen für die gute Botschaft von der unverdienten Güte Gottes“.

      LASS ANDERE WISSEN, DASS JEHOVA GEBETE HÖRT

      11, 12. Warum ist es für Menschen eine gute Botschaft, dass sie zu Jehova beten können?

      11 Viele beten, weil sie sich dann besser fühlen, können sich aber nicht vorstellen, dass Gott sie hört. Deshalb müssen sie Jehova als den „Hörer des Gebets“ kennenlernen. Der Psalmist David schrieb: „O Hörer des Gebets, ja zu dir werden Menschen von allem Fleisch kommen. Vergehungen haben sich mächtiger erwiesen, als ich bin. Was unsere Übertretungen betrifft, du selbst wirst sie zudecken“ (Ps. 65:2, 3).

      12 Jesus sagte seinen Jüngern: „Wenn ihr um etwas in meinem Namen bittet, will ich es tun“ (Joh. 14:14). „Etwas“ muss sich offensichtlich auf alles beziehen, was mit Jehovas Willen übereinstimmt, denn Johannes versichert uns: „Dies ist die Zuversicht, die wir ihm gegenüber haben, dass er uns hört, ungeachtet dessen, was wir gemäß seinem Willen bitten“ (1. Joh. 5:14). Wie gut, anderen erklären zu können, dass das Gebet weit mehr als nur inneren Halt gibt — man kann sich dadurch dem „Thron der unverdienten Güte“ Jehovas nahen (Heb. 4:16). Wenn wir ihnen beibringen, wie man betet, zu wem man betet und worum, können wir ihnen helfen, sich eng an Jehova zu halten und in schwierigen Zeiten Trost zu finden (Ps. 4:1; 145:18).

      UNVERDIENTE GÜTE IN DER NEUEN WELT

      13, 14. (a) Welche speziellen Aufgaben werden die Gesalbten in der Zukunft haben? (b) Was werden die Gesalbten für die Menschheit tun?

      13 Jehovas unverdiente Güte wird über das Ende des gegenwärtigen bösen Systems hinausreichen. Paulus nahm auf das besondere Vorrecht der 144 000 Bezug, die von Gott dazu berufen worden sind, mit Christus im himmlischen Königreich zu regieren, und schrieb: „Gott . . ., der reich ist an Barmherzigkeit, hat wegen seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, uns, selbst als wir in Verfehlungen tot waren, zusammen mit dem Christus lebendig gemacht — durch unverdiente Güte seid ihr gerettet worden —, und er hat uns mitauferweckt und uns mitsitzen lassen in den himmlischen Örtern in Gemeinschaft mit Christus Jesus, damit in den kommenden Systemen der Dinge der alles übertreffende Reichtum seiner unverdienten Güte in seiner Gunst uns gegenüber in Gemeinschaft mit Christus Jesus deutlich gezeigt werde“ (Eph. 2:4-7).

      14 Es ist schwer vorstellbar, welche Wunder Jehova für gesalbte Christen bereithält, wenn sie „auf Thronen sitzen“, um im Himmel mit Christus zu regieren (Luk. 22:28-30; Phil. 3:20, 21; 1. Joh. 3:2). Jehova wird besonders ihnen den „alles übertreffenden Reichtum seiner unverdienten Güte“ zeigen. Sie werden das „neue Jerusalem“ bilden, die Braut Christi (Offb. 3:12; 17:14; 21:2, 9, 10). An Jesu Seite werden sie auch „zur Heilung der Nationen“ mitwirken, indem sie gehorsamen Menschen helfen, von Sünde und Tod befreit zu werden und zur Vollkommenheit zu gelangen. (Lies Offenbarung 22:1, 2, 17.)

      15, 16. Wie werden die „anderen Schafe“ Jehovas unverdiente Güte in der Zukunft verspüren?

      15 Wie wir in Epheser 2:7 lesen, wird sich Jehovas unverdiente Güte „in den kommenden Systemen der Dinge“ zeigen. Die Erde wird von dem „alles übertreffenden Reichtum seiner unverdienten Güte“ erfüllt sein (Luk. 18:29, 30). Einer der größten Beweise für Jehovas großartige Güte wird die Auferstehung der Toten aus dem „Grab“ sein (Hiob 14:13-15, Fn.; Joh. 5:28, 29). Treue Männer und Frauen, die vor Jesu Opfertod starben, sowie alle übrigen „anderen Schafe“, die während der letzten Tage in Treue sterben, werden auferstehen, um Jehova weiter zu dienen.

      16 Millionen Menschen, die gestorben sind, ohne Gott zu kennen, werden auch auferweckt werden. Sie werden die Gelegenheit erhalten, sich Jehovas Souveränität zu unterstellen. Johannes schrieb: „Ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Buchrollen wurden geöffnet. Aber eine andere Buchrolle wurde geöffnet; es ist die Buchrolle des Lebens. Und die Toten wurden nach den Dingen gerichtet, die in den Buchrollen geschrieben sind, gemäß ihren Taten. Und das Meer gab die Toten heraus, die darin waren, und der Tod und der Hades [oder: Grab] gaben die Toten heraus, die darin waren, und sie wurden als Einzelne gerichtet gemäß ihren Taten“ (Offb. 20:12, 13). Natürlich werden diese Auferstandenen nicht nur lernen müssen, nach den göttlichen Grundsätzen der Bibel zu leben, sondern auch nach den wertvollen Anweisungen der neuen Buchrollen, die Jehovas Erfordernisse für das Leben im neuen System enthalten. Wenn diese Buchrollen geöffnet werden, wird ihr Inhalt erneut Jehovas unverdiente Güte erkennen lassen.

      PREDIGE WEITER DIE GUTE BOTSCHAFT

      17. Was sollten wir im Sinn behalten, wenn wir uns am Dienst beteiligen?

      17 Je näher das Ende kommt, desto wichtiger wird unser Auftrag zu predigen (Mar. 13:10). Es steht außer Frage: Die gute Botschaft hebt Jehovas unverdiente Güte hervor. Behalten wir das im Sinn, wenn wir uns am Dienst beteiligen. Wir predigen mit dem Ziel, Jehova zu ehren. Das gelingt uns, wenn wir Menschen zeigen, dass alle Verheißungen für die neue Welt ein Beweis für Jehovas unverdiente Güte sind.

      Ein Bruder spricht mit einem jungen Mann über die gute Botschaft

      Sei ein eifriger „Verwalter der unverdienten Güte Gottes“ (1. Pet. 4:10) (Siehe Absatz 17 bis 19)

      18, 19. Wie können wir Jehovas unverdiente Güte verherrlichen?

      18 Erklären wir anderen, dass unter Christi Königreichsregierung der Wert des Loskaufsopfers vollständig auf die Menschheit angewandt und sie nach und nach zur Vollkommenheit geführt wird. Die Bibel sagt: „Die Schöpfung selbst [wird] auch von der Sklaverei des Verderbens frei gemacht werden . . . zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes“ (Röm. 8:21). Das wird nur durch Jehovas außergewöhnliche Güte möglich sein.

      19 Wir dürfen mit anderen über die begeisternde Verheißung aus Offenbarung 21:4, 5 sprechen: „ ‚[Gott] wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer noch Geschrei noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.‘ Und der, der auf dem Thron saß [Jehova], sprach: ‚Siehe! Ich mache alle Dinge neu.‘ Auch sagt er: ‚Schreibe, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr.‘ “ Wenn wir anderen eifrig diese gute Botschaft vermitteln, verherrlichen wir wirklich Jehovas unverdiente Güte!

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