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Gut auf den Urlaub vorbereitet?Erwachet! 1996 | 22. Juni
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Gut auf den Urlaub vorbereitet?
IN DER nördlichen Hemisphäre steht der Sommer vor der Tür. Bald werden Millionen Menschen in Urlaub gehen. Urlaub wird jedoch bei weitem nicht nur im Sommer gemacht. Der Tourismus hat sich zu einem Ganzjahresgeschäft mit jährlichen Einnahmen in Milliardenhöhe entwickelt. Obschon die meisten ihren Urlaub im eigenen Land verbringen, sind Auslandsreisen — einst ein Privileg der Reichen — heute gang und gäbe.
Die vom Arbeitgeber bewilligte Urlaubsdauer ist von Land zu Land verschieden. 1979 erhielten nur 2 Prozent der Beschäftigten in Deutschland sechs Wochen Urlaub, heute dagegen ist das bei den weitaus meisten der Fall. Der durchschnittliche Jahresurlaub für Industriearbeiter in Westeuropa beträgt über fünf Wochen.
Urlaub hat seine Berechtigung
Bei den alten Römern gab es im Jahr über hundert Tage, die verschiedenen römischen Göttern und Göttinnen gewidmet waren. Diese Feiertage waren heilige Tage, an denen die alltäglichen Aktivitäten ruhten. Die Tage, die nicht als heilig galten, hießen dies vacantes — freie Tage, an denen die Römer arbeiteten. Somit verstand man damals unter „freien Tagen“ etwas anderes als heute.
Gemäß dem Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache bedeutete das Wort Urlaub ursprünglich ganz allgemein „Erlaubnis“, nämlich die Erlaubnis wegzugehen. In Deutschland spricht man vom Urlaub gern als von „den besten Wochen des Jahres“. Für Arbeitssüchtige dagegen mögen die freien Tage unausgefüllt sein — frei von sinnvoller Arbeit. Das ist jedoch eine extreme Sichtweise. Wer das Thema Urlaub ausgeglichen betrachtet, weiß, daß es vernünftig ist, von Zeit zu Zeit den Alltagstrott zu unterbrechen, einmal etwas anderes zu tun und zu entspannen.
Die positiven Seiten des Urlaubs wurden durch eine 1991 in Europa durchgeführte Umfrage unter leitenden Angestellten bestätigt. 78 Prozent gaben an, der Urlaub sei „absolut notwendig, um als leitender Angestellter nicht auszubrennen“. 75 Prozent sagten, durch einen Urlaub werde die persönliche Arbeitsleistung gesteigert, bei über zwei Dritteln wird die Kreativität erhöht. 64 Prozent der befragten Frauen und 41 Prozent der Männer stimmten mit folgender deutlichen Aussage überein: „Ohne regelmäßigen Urlaub würde ich verrückt werden.“
Reisen bildet
Der im 17. Jahrhundert lebende englische Arzt und Dichter Thomas Fuller schrieb, daß derjenige, der viel reise, viel wisse. Reisen schafft die Möglichkeit, Menschen in fremden Gegenden kennenzulernen, sich mit ihren Bräuchen und ihrer Lebensweise vertraut zu machen. In Länder zu reisen, die einen niedrigeren Lebensstandard als unser Heimatland haben, kann uns lehren, für das, was wir haben, dankbar zu sein, und wir können uns eher in die Lage von Menschen hineinversetzen, denen es schlechter geht als uns.
Durch Reisen können Irrtümer und Vorurteile abgelegt werden, sofern die Bereitschaft dazu vorhanden ist. Wir haben die Gelegenheit, zumindest etwas Erfahrung mit einer fremden Sprache zu sammeln, Speisen zu kosten, die vielleicht unseren Geschmack treffen, oder das Familienalbum, die Dia- oder die Videosammlung um Kostproben aus Gottes wundervoller Schöpfung zu erweitern.
Wir ziehen natürlich nur dann den größten Nutzen aus einer Reise, wenn wir mehr tun, als nur zu verreisen. Der Tourist, der um die halbe Erde fliegt, nur um sich dann mit anderen Touristen — darunter viele seiner Landsleute — in einem Hotel zu verkriechen, am hoteleigenen Strand zu liegen oder im Hotelpool zu schwimmen und das gleiche zu essen wie zu Hause, wird wenig Neues kennenlernen. Wie schade! Laut Berichten interessiert sich offensichtlich nur eine Minderheit der Reisenden für Land und Leute.
Richtige Reisevorbereitungen
Samuel Johnson, ein englischer Schriftsteller des 18. Jahrhunderts, sagte, ein Reisender müsse Wissen mit auf die Reise nehmen, um Wissen mit nach Hause zu bringen. Bereiten wir uns also darauf vor, wenn wir die Gelegenheit haben, eine Reise zu machen. Lesen wir etwas über unser Ziel. Planen wir, was wir uns ansehen und was wir unternehmen wollen. Dann sollten wir für die entsprechende Ausrüstung sorgen. Wer zum Beispiel vorhat, am Strand spazierenzugehen oder in den Bergen zu wandern, sollte passendes Schuhwerk und passende Kleidung einpacken.
Versuchen wir, den Zeitplan nicht zu sehr vollzupacken, sonst würden wir den Alltagsstreß mit in den Urlaub nehmen. Besser ist es, reichlich Zeit unverplant zu lassen, so daß man flexibel ist. Mit das Beste am Urlaub ist, daß man Zeit hat, einmal ohne den Druck eines vollen Zeitplans in sich gehen zu können, sich befreit zu fühlen von dem Streß und den Einengungen, die ein Leben nach der Uhr mit sich bringt.
Ein wirklich lohnender Urlaub kann sogar harte Arbeit einschließen. Das Geheimnis eines gelungenen Urlaubs liegt gewöhnlich darin, einmal etwas anderes zu tun. Volunteer Vacations (Arbeitswillige Urlauber), eine gemeinnützige Organisation in den Vereinigten Staaten, organisiert zum Beispiel, daß freiwillige Helfer ihren Urlaub mit der Instandhaltung von Nationalparks oder der Waldpflege verbringen können. Ein freiwilliger Helfer sagte, er habe zwar sehr hart gearbeitet, das aber so genossen, daß er beschlossen habe, es im nächsten Jahr zu wiederholen.
Jehovas Zeugen setzen häufig ihren Urlaub ein, um zu christlichen Kongressen zu reisen oder um ihren Predigtdienst auszuweiten. Einige helfen während ihres Urlaubs im Hauptbüro der Zeugen Jehovas oder in dem Zweigbüro in ihrem Land mit, und dabei haben sie viel Freude. Viele von ihnen bedanken sich später brieflich für dieses Vorrecht.
Der Urlaub kann wirklich eine wunderschöne Zeit sein, es können sogar die schönsten Wochen eines Jahres sein. Kein Wunder, daß Kinder die Tage bis zum Urlaub zählen. Es gibt jedoch einiges, worauf man achten muß. Davon handelt der nächste Artikel.
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Worauf man achten sollteErwachet! 1996 | 22. Juni
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Worauf man achten sollte
„DER offensichtlichste Zweck des Urlaubs besteht darin, einmal etwas ganz anderes zu erleben, die Hektik des Alltags zu unterbrechen“, schrieb der Journalist Lance Morrow. Wie er jedoch bemerkte, kehren einige Urlauber so gestreßt nach Hause zurück, daß sie schwören, „nie wieder Urlaub zu machen“.
Statt jedoch gar keinen Urlaub zu machen, wäre es vernünftiger, schon vorher mögliche Gefahrenquellen auszumachen und Schritte zu unternehmen, um sie zu umgehen.
Geld und Gut schützen
Viele Urlauber mußten bei ihrer Rückkehr feststellen, daß während ihrer Abwesenheit bei ihnen eingebrochen wurde. Daher sollten wir, bevor wir unseren Urlaub antreten, Freunde oder Nachbarn bitten, regelmäßig zu kontrollieren, ob in unserer Wohnung oder unserem Haus alles in Ordnung ist. Vielleicht können sie sich sogar einige Zeit dort aufhalten, damit es weniger offensichtlich ist, daß wir im Urlaub sind. Bitten wir sie auch, den Briefkasten täglich zu leeren und die Zeitungen zu sammeln, denn nichts macht mehr auf unsere Abwesenheit aufmerksam als ein Briefkasten, der von Post überquillt, oder ein Stapel Zeitungen vor der Tür.
Auch am Urlaubsort müssen Wertsachen geschützt werden. In manchen Ländern werden Ausländer für reich gehalten, und jeder Tourist ist ein potentielles Diebstahlopfer. Deswegen ist es gut, Geld, das momentan nicht benötigt wird, zusammen mit wichtigen Papieren im Hotelsafe oder an einem anderen sicheren Platz zu verwahren. Fremden sollte man zwar freundlich, aber mit Vorsicht begegnen.
In Miami (Florida, USA) verbringen jedes Jahr Millionen Menschen, Einheimische wie Ausländer, ihren Urlaub. In Gegenden wie dieser sind Kriminelle besonders aktiv. Wie die Time berichtete, wurden 1992 „allein in Florida insgesamt 36 766 Besucher — sowohl Einheimische als auch Ausländer — ermordet, vergewaltigt, bestohlen oder sonstwie ein Opfer von Kriminalität“.
Im Urlaub muß man sich insbesondere vor Taschendieben in acht nehmen. Männer sollten ihre Brieftasche dort tragen, wo sie nicht auffällt und sicher ist, vielleicht in der Innentasche einer Jacke oder in einer vorderen Hosentasche. Erfahrene Reisende sind oft recht einfallsreich, wenn sie Geld am Körper verstecken wollen. Einige zum Beispiel führen Geld, Reisepaß oder Visum in einem kleinen flachen Brustbeutel mit sich, den sie an einem Band um den Hals tragen und unter der Kleidung verstecken. Frauen sollten aufpassen, daß Fahrrad- oder Motorrollerfahrer ihnen ihre Tasche nicht entreißen, wenn sie diese nur locker halten.
Kriminelle finden immer neue Wege, Touristen zu berauben. In europäischen Ländern sind nachts in Fernzügen schlafende Fahrgäste ausgeraubt worden. Es kommt vor, daß ein einschläferndes Mittel in die Wagenabteile gesprüht wird, um sicherzustellen, daß die Fahrgäste nicht aufwachen, während ihre Sachen gestohlen werden. Die Zeitung The European berichtete von einer Gelegenheit, bei der „Räuber mit Bargeld und Diebesgut im Wert von 845 000 Dollar in aller Ruhe den Zug verlassen haben sollen“.
Unfälle vermeiden
„Wenn mir nicht ein Mißgeschick nach dem anderen passieren soll, gibt es nur eine Lösung: Ich muß den ganzen Tag im Bett bleiben“, sagte der Humorist Robert Benchley. Allerdings fügte er hinzu: „Aber selbst dort droht eine Gefahr — ich könnte herausfallen.“ Tatsache ist, daß Unfälle sich überall ereignen. Wir brauchen also nicht aus lauter Angst, es könnte im Urlaub ein Unfall geschehen, zu Hause bleiben. Im Urlaub gibt es jedoch besonderen Grund zur Vorsicht.
In den Urlaubszeiten kann die Verkehrslage besonders gefährlich sein. In Deutschland hat man sich in der Urlaubszeit schon an 80 Kilometer lange Staus gewöhnt. Die Time vom 14. August 1989 berichtete: „Quer durch Europa haben letzte Woche Millionen von Familien ihren traditionellen Augusturlaub angetreten — eine zermürbende Zerreißprobe für alle. ... Auf praktisch jeder großen Fernstraße, die aus Paris herausführt, kam der Verkehr völlig zum Erliegen. ... Zwischen dem 28. Juli und dem 1. August starben 102 Menschen bei schweren Zusammenstößen auf den Fernstraßen.“ Es ist daher vernünftig, kurze Pausen einzulegen, damit sich die durch den Stop-and-go-Verkehr strapazierten Nerven beruhigen können.
Der European gab die Empfehlung wieder, daß Autofahrer „ihre Reise bis zum Sonntag aufschieben oder nachts fahren sollten“. Es hieß jedoch auch, daß die meisten Urlauber „sich nach wie vor nicht davon abbringen lassen, alle zur selben Zeit in den Urlaub zu fahren“. Die Folge? Europa erleidet einen Verkehrsinfarkt. Obgleich es klüger ist, dann mit dem Auto zu reisen, wenn die Straßen weniger belebt sind, sollte nicht übersehen werden, daß das Fahren bei Nacht gefährlich sein kann. Nachts sieht man nicht so gut, was die Unfallgefahr erhöhen mag. Die frühen Morgenstunden sind wahrscheinlich zum Reisen besser geeignet.
Einmal am Urlaubsort angekommen, müssen jedoch auch andere mögliche Unfallgefahren berücksichtigt werden. Falls unsere Muskeln fast das ganze Jahr über Ruhepause hatten, wird es ihnen nicht gut bekommen, wenn sie ohne die richtige Vorbereitung beansprucht werden. Daher sollten wir es mit sportlichen Aktivitäten in den ersten Urlaubstagen, wenn der Körper besonders anfällig für Verletzungen ist, nicht übertreiben.
Die Gesundheit schützen
Wie es in dem Buch 2,000 Everyday Health Tips for Better Health and Happiness heißt, „kommt es bei Urlaubern, die ins Ausland reisen, am häufigsten in Verbindung mit der Nahrung oder dem Wasser und mit einigen wenigen Infektionskrankheiten zu Gesundheitsproblemen“. Reisebüros mögen Tips zur Vermeidung solcher Probleme geben, und es zahlt sich aus, diese zu befolgen.
Vielerorts ist es wichtig, darauf zu achten, kein Leitungswasser zu trinken. Und vergessen wir nicht, daß Eiswürfel wahrscheinlich aus Leitungswasser bestehen. Auch mag es klug sein, auf Blattgemüse, Mayonnaise, Cremespeisen, rohes oder schwach gebratenes Fleisch und Schalentiere zu verzichten sowie auf frische Früchte, es sei denn, man kann sie selbst schälen. In den Tropen sollte Frischmilch vor dem Trinken abgekocht werden.
Eine der größten Gefahren für leichtbekleidete Urlauber ist die Sonne; in den letzten Jahren ist sie infolge des Ozonabbaus in der Atmosphäre immer gefährlicher geworden. In den Vereinigten Staaten hat sich die Zahl der Personen mit dem malignen Melanom — der gefährlichsten Form des Hautkrebses — zwischen 1980 und 1993 verdoppelt. In Australien sind T-Shirts mit der Aufschrift „SLIP! SLOP! SLAP!“ (Schlüpf ins T-Shirt, schmier Sonnencreme auf die Haut, setz einen Hut auf!) gesehen worden. Man darf sich jedoch nicht in Sicherheit wiegen. Sonnenschutzmittel bieten keinen absoluten Schutz.
Nach einem Flug, bei dem man mehrere Zeitzonen durchquert, kann es zu einem Jetlag kommen. Obschon der Jetlag an sich keine Krankheit ist, kann er das körperliche Wohlbefinden beeinträchtigen, vor allem wenn jemand nicht ganz gesund ist. Eine Studie mit Flugreisenden der Strecke London–San Franzisko (ein Zeitunterschied von acht Stunden) ergab, daß „die physiologische Anpassung ... nicht weniger als sieben bis zehn Tage in Anspruch nahm“. In dem Buch Der Mensch und sein Körper — ein perfektes System wird über einige Flugreisende, die mehrere Zeitzonen überquerten, folgendes berichtet: „Sie [neigten] zu Wortkargheit, zögernder Haltung, ihre Fehlerwahrscheinlichkeit verdoppelte sich, Konzentration und Gedächtnis bauten ab.“a
Hinzu kommt, daß durch den Flugverkehr Krankheiten innerhalb von wenigen Stunden von einem Kontinent auf den anderen übergreifen können. In der Nassauischen Neuen Presse war zu lesen: „Besorgt sind die Ärzte auch über ‚exotische‘ Krankheiten wie Malaria oder Hepatitis, die Urlauber aus Afrika, Asien oder Südamerika einschleppen. Jährlich kommen 2 000 Deutsche mit Malaria zurück.“ Nachdem 1994 in Indien Menschen an der Beulenpest gestorben waren, wurden strenge Sicherheitsmaßnahmen getroffen, um ein Übergreifen auf andere Länder zu verhindern.
Chronisch Kranke sowie Schwangere sollten beim Reisen besondere Vorsichtsmaßnahmen treffen. Obwohl in den meisten Fällen kein zwingender Grund besteht, vom Verreisen abzusehen, wäre es vernünftig von ihnen, vorher ärztlichen Rat einzuholen. Jeder Reisende tut gut daran, den Namen, die Adresse und die Telefonnummer eines Bekannten oder Angehörigen mit sich zu führen, der im Notfall verständigt werden kann.
Ein Diabetiker, der regelmäßig eine Insulininjektion braucht, damit der Blutzuckerspiegel konstant bleibt, sollte daran denken, daß durch das Durchqueren mehrerer Zeitzonen sein sorgfältig aufgestellter Zeitplan für die Mahlzeiten und die Injektionen hinfällig wird. Er muß daher entsprechend planen. Und der Reisende mit einem Herzschrittmacher sollte sich vergewissern, daß er die Telefonnummer seines Kardiologen hat.
Außerdem sollte jeder, der auf ein gewisses Arzneimittel angewiesen ist, dieses in seinem Handgepäck verstauen, denn es könnte katastrophale Folgen haben, wenn sein Gepäck verlorengeht oder fehlgeleitet wird. Mehrere Tage lang ohne frische Wäsche auskommen zu müssen mag unangenehm sein — doch nur wenige Stunden ohne ein notwendiges Medikament auskommen zu müssen kann lebensgefährlich sein.
Die Gefahren in Verbindung mit Urlaubsreisen sind nicht zu unterschätzen. Doch es gibt nur selten einen guten Grund, deswegen zu Hause zu bleiben. Seien wir nur vorsichtig. Und denken wir daran: Die richtige Vorbereitung trägt dazu bei, potentielle Risiken zu verringern. Beachten wir den weisen Rat: „Der Erfahrene sieht das Unglück kommen und bringt sich in Sicherheit; der Grünschnabel läuft mitten hinein und muß es büßen“ (Sprüche 22:3, Die Gute Nachricht).
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Urlaubstage, die man nicht bereutErwachet! 1996 | 22. Juni
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Urlaubstage, die man nicht bereut
ALS eine heute in Europa lebende Amerikanerin gefragt wurde, wie ihr der Besuch eines bekannten Urlaubsortes gefallen habe, antwortete sie: „Es muß dort wunderschön gewesen sein, bevor die vielen Leute kamen.“ Haben wir schon einmal ähnlich gedacht? Dicht an dicht stehende Hotels und Diskotheken, verschmutzte und überfüllte Strände und plärrende Radios — das ist nicht jedermanns Vorstellung von einem netten Urlaubsort.
Leider halten Urlaubstage nicht immer das, was man sich von ihnen verspricht. Statt neue Energie zu spenden, rauben sie einem Kraft; statt daß man erholt ist, ist man manchmal erholungsbedürftig. Folgende Frage ist somit angebracht: Wie können wir unseren Urlaub so gestalten, daß wir ihn hinterher nicht bereuen?
Ausgeglichenheit notwendig
Vergleichbar mit Gewürzen in Speisen, bewirken Urlaubsreisen dann am meisten, wenn sparsam davon Gebrauch gemacht wird. Obwohl das Leben des Jet-sets verlockend erscheinen mag, zeugt es nicht von Ausgeglichenheit und macht auch nicht wirklich glücklich.
Vor allem im Urlaub ist es wichtig, in Verbindung mit dem Geldausgeben ausgeglichen zu sein. Vor dem Urlaubsantritt sollten wir uns gut überlegen, wieviel wir ausgeben möchten, und dann versuchen, uns daran zu halten. Fallen wir nicht auf Sonderangebote von Reisebüros herein, die zu folgendem ermuntern: „Jetzt genießen, später zahlen.“
Lassen wir unsere Gedanken auch nicht so sehr um mögliche Risiken kreisen, daß die Ungezwungenheit und das Gefühl der Sorglosigkeit — das, was einen Urlaub so reizvoll macht — verlorengeht. Ausgeglichen zu sein würde auch bedeuten, die größten Gefahren, derentwegen wir den Urlaub vielleicht im nachhinein bereuen könnten, zu erkennen. Es geht dabei weniger um Unfälle, Krankheiten oder Verbrechen, sondern mehr um das gute Verhältnis zu anderen.
Ein gutes Verhältnis zu anderen aufrechterhalten
Mit Angehörigen oder Freunden Urlaub zu machen kann die gegenseitige Zuneigung vertiefen. Allerdings können Freundschaften durch einen Urlaub auch einen Riß bekommen, der nur schwer wieder zu kitten ist. Der Journalist Lance Morrow schrieb: „Die eigentliche Gefahr eines Urlaubs liegt darin, daß sich alle familiären Konflikte zusammenballen und sich wie in einem Bühnenstück mit großer Heftigkeit entladen. ... Personen, die im Berufsleben stehen, können ihre Gefühle bei ihrer Arbeit und ihren Aufgaben, im Umgang mit Freunden und bei Routineangelegenheiten ausleben oder verarbeiten. In einem Ferienhaus kann es leicht dazu kommen, daß familiäre Konflikte, die seit 20 Jahren schwelen, auflodern.“
Aus diesem Grund sollten wir uns, bevor wir den Urlaub antreten, bewußt vornehmen, ihn zu einem gelungenen Erlebnis zu machen. Denken wir daran, daß die Interessen verschieden sind. Kinder mögen auf Abenteuer aussein, die Eltern suchen wahrscheinlich Erholung. Seien wir bereit, persönliche Vorlieben zurückzustellen, wenn es darum geht, was man unternimmt oder wohin es geht. Ist es angebracht und machbar, könnte man übereinkommen, daß jeder gelegentlich das tun kann, was ihn besonders interessiert. Wenn wir lernen, täglich, das ganze Jahr über, die Eigenschaften des Geistes Gottes hervorzubringen, dann sollte es uns nicht allzu schwer fallen, das auch im Urlaub zu tun (Galater 5:22, 23).
Ein gutes Verhältnis zu Angehörigen und Freunden aufrechtzuerhalten ist zwar wichtig, aber unser Verhältnis zu Gott ist sogar noch wichtiger. Im Urlaub treffen wir häufig mit Menschen zusammen, die unseren christlichen Standpunkt in bezug auf Gott und seine Anforderungen nicht teilen. Engen Umgang mit ihnen zu haben — vielleicht sogar gemeinsam dorthin zu gehen, wo fragwürdige Unterhaltung geboten wird — kann bedauerliche Folgen haben. Vergessen wir folgende biblische Warnung nicht: „Laßt euch nicht irreführen. Schlechte Gesellschaft verdirbt nützliche Gewohnheiten“ (1. Korinther 15:33).
Sollten wir im Urlaub jemals den Wunsch verspüren, uns christlichen Gepflogenheiten und Maßstäben zu entziehen, dürfen wir dieser Schwäche keinesfalls nachgeben und müssen Gott um Hilfe bitten, gegen unser Verlangen anzugehen.
Wie sieht das Unterhaltungsangebot aus?
Personen, die ihr Leben nicht nach christlichen Grundsätzen ausrichten, mögen meinen, im Urlaub sei alles erlaubt. In manchen europäischen Ländern ist der Sextourismus ein einträgliches Geschäft, und einige Reisebüros werben sogar dafür. Im European war zu lesen, es sei schon lange allgemein bekannt, was europäische Männer in gewissen asiatischen Urlaubsorten trieben. Der Spiegel schätzte, daß in einem bestimmten asiatischen Land bis zu 70 Prozent aller männlichen Besucher „Sextouristen“ seien.
Die Frauen tun es den männlichen Sextouristen jetzt gleich. Nach Schätzung einer deutschen Chartergesellschaft, die auf Flüge in die Karibik spezialisiert ist, fliegen 30 Prozent der weiblichen Fluggäste ausschließlich dorthin in den Urlaub, um sich sexuell zu vergnügen. Der European zitierte einen deutschen Journalisten, der sagte: „Sie betrachten es als einen einfachen Weg, ihren Spaß zu bekommen — als ein exotisches Spiel.“
Wahre Christen dagegen halten es für verkehrt, sich auf diese Weise zu vergnügen. Es verletzt christliche Grundsätze und ist gefährlich. Zwar ist man sich im allgemeinen der Risiken bewußt, aber statt das Verhalten abzulehnen, versuchen viele einfach, den Folgen zu entgehen. Bezeichnend ist eine Werbung in deutschen Zeitungen, die einen Sonnenschirm und zwei unbesetzte Strandstühle zeigt. Darüber steht: „Kommen Sie gut an. Und ohne Aids zurück.“
Eine widerwärtige Begleiterscheinung des Sextourismus ist der sexuelle Mißbrauch von Kindern. Interessanterweise ist 1993 in Deutschland ein Gesetz verabschiedet worden, wonach deutsche Staatsbürger, die sich sexueller Handlungen mit Minderjährigen schuldig machen, gerichtlich belangt werden können — selbst wenn es dazu während ihres Urlaubs im Ausland gekommen ist. Bis jetzt ist dadurch allerdings nur wenig bewirkt worden. Kinderprostitution ist und bleibt ein eiterndes Geschwür in der menschlichen Gesellschaft.
Die Urlaubszeit zu einer lohnenden Zeit machen
Das Lesen und das Studieren der Bibel sowie die Beteiligung am christlichen Predigtdienst sind für wahre Christen angenehme und lohnende Tätigkeiten. Viele haben jedoch alle Mühe, soviel Zeit dafür einzusetzen, wie sie gern möchten. Was wäre zum Aufholen besser geeignet als ein Urlaub, in dem man nicht durch einen engen Zeitplan eingeschränkt wird?
Natürlich mag man in einem erlebnisreichen und gelungenen Urlaub den christlichen Tätigkeiten nicht in dem Maße nachgehen können, wie das normalerweise der Fall ist. Doch was spricht dagegen, wenigstens etwas Zeit für konstruktive Tätigkeiten geistiger Art einzuplanen? Zum Entspannen bleibt dann immer noch genügend Zeit. Manch einer nutzt die freie Zeit im Urlaub sogar, um seinen Predigtdienst auszudehnen. Jesus sagte: „Glücklich sind die, die sich ihrer geistigen Bedürfnisse bewußt sind“ (Matthäus 5:3).
Vielleicht machen wir auch bald Urlaub. Wenn ja, dann sehen wir zu, daß wir ihn genießen! Machen wir uns nicht zu viele Gedanken um mögliche Gefahren, doch treffen wir auch Vorsorge. Berücksichtigen wir Empfehlungen wie die in dem Kasten auf dieser Seite. Wir werden erfrischt und ausgeruht aus dem Urlaub heimkommen und uns mit neuem Elan an die wichtigsten Tätigkeiten des alltäglichen Lebens machen. Der Urlaub geht viel zu schnell vorüber, aber einige schöne Erinnerungen werden wir vielleicht immer in uns tragen. Urlaubstage, die man nicht zu bereuen braucht, sind unersetzlich!
[Kasten auf Seite 10]
Einige Tips für den Urlaub
Kriminalität vorbeugen
1. Dafür sorgen, daß jemand nachsieht, ob zu Hause alles in Ordnung ist
2. Gegenden meiden, die allgemein als gefährlich gelten
3. Vor Taschendieben auf der Hut sein; Geld an einer sicheren Stelle am Körper tragen; Geld, das momentan nicht benötigt wird, an einem sicheren Platz in der Urlaubsunterkunft lassen
4. Vorsicht vor Fremden, die unaufgefordert Hilfe anbieten
Unfälle vermeiden
1. Beim Autofahren aufmerksam sein und des öfteren eine Pause einlegen
2. Sich auf dem Flug oder im Hotel eingehend mit den für den Notfall vorgesehenen Maßnahmen befassen
3. Nach der Ankunft am Urlaubsort dem Körper erst eine Anpassungszeit gönnen, bevor man mit anstrengenden Aktivitäten beginnt
4. Die richtige Kleidung und Ausrüstung sowie passendes Schuhwerk für die Urlaubsaktivitäten mitnehmen
Die Gesundheit schützen
1. Den Arzt fragen, ob Impfungen oder Arzneimittel nötig sind
2. Eine mit der notwendigen Medizin ausgestattete Reiseapotheke mitnehmen
3. Sich genügend Ruhe gönnen und darauf achten, was man ißt und trinkt
4. Wichtige Papiere, die über eine erforderliche oder gewünschte medizinische Versorgung Auskunft geben, ständig am Körper tragen
Ein gutes Verhältnis zu anderen bewahren
1. Die Miturlauber liebevoll und rücksichtsvoll behandeln
2. An einem hohen Maßstab festhalten, was den Umgang betrifft
3. Sich von anderen Urlaubern nicht zu einem Verhalten verleiten lassen, das man für fragwürdig hält
4. Zeit einplanen, um geistige Bedürfnisse zu befriedigen
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