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Ein vertrauenswürdiger ErziehungsratgeberDer Wachtturm 2006 | 1. November
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Werte vermitteln
Mario, Vater zweier Kinder, empfiehlt etwas Ähnliches: „Schenkt euren Kindern viel Liebe und lest ihnen vor.“ Dabei geht es aber nicht nur darum, den Intellekt der Kinder zu fördern. Man muss ihnen auch beibringen, was richtig und was falsch ist. Mario fügt hinzu: „Macht sie mit der Bibel vertraut.“
Eltern werden in der Bibel aufgefordert: „Ihr Eltern, behandelt eure Kinder nicht so, dass sie widerspenstig werden! Erzieht sie mit Wort und Tat nach den Maßstäben, die der Herr gesetzt hat“ (Epheser 6:4, Die Gute Nachricht). Heutzutage versäumen es viele Eltern, ihren Kindern sittliche Werte zu vermitteln. Einige meinen, Kinder könnten, wenn sie älter werden, selbst entscheiden, welche Werte sie übernehmen möchten. Ist das sinnvoll? Genauso wie ein junger Körper gesunde Nahrung benötigt, um zu wachsen und gesund zu bleiben, so brauchen auch ein junger Sinn und ein junges Herz Anleitung. Wenn Kinder nicht zu Hause sittliche Werte lernen, übernehmen sie wahrscheinlich die Ansichten ihrer Mitschüler und Lehrer oder das, was die Massenmedien vermitteln.
Die Bibel kann Eltern dabei helfen, ihren Kindern beizubringen, was richtig und was falsch ist (2. Timotheus 3:16, 17). Jeff, ein erfahrener christlicher Ältester, hat zwei Kinder erzogen. Er empfiehlt, bei der Kindererziehung Werte mithilfe der Bibel zu vermitteln, und sagt: „Anhand der Bibel kann man seinen Kindern zeigen, wie der Schöpfer — und nicht nur Mutti und Vati — über etwas denkt. Wir bemerkten, wie stark sich die Bibel auf den Sinn und das Herz auswirkt. Bevor wir ein Kind auf ein Fehlverhalten oder eine falsche Denkweise aufmerksam gemacht haben, nahmen wir uns die Zeit, eine passende Bibelstelle herauszusuchen. Dann sprachen wir allein mit dem Kind und baten es, den Text zu lesen. Nicht selten liefen dann die Tränen. Es war erstaunlich: Die Bibel bewirkte mehr als alles, was wir sagen oder tun konnten.“
In Hebräer 4:12 heißt es: „Das Wort Gottes ist lebendig und übt Macht aus . . . und ist imstande, Gedanken und Absichten des Herzens zu beurteilen.“ In der Bibel stehen daher nicht lediglich die persönlichen Ansichten oder Erfahrungen derjenigen, die Gott als Schreiber beauftragte. Vielmehr zeigt sie, wie Gott über Fragen der Moral denkt, und das macht ihre Ratschläge so einzigartig. Wer seine Kinder anhand der Bibel belehrt, hilft ihnen, Dinge vom Standpunkt Gottes aus zu sehen. Dadurch gewinnt die Erziehung an Nachdruck, und es gelingt viel eher, das Herz des Kindes anzusprechen.
Dieser Meinung ist auch Catherine, die bereits erwähnt wurde. Sie sagt: „Je größer ein Problem war, desto intensiver suchten wir in Gottes Wort nach Anleitung. Das half immer!“ Könnten wir die Bibel noch öfter benutzen, um unseren Kindern beizubringen, was richtig und was falsch ist?
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Ein vertrauenswürdiger ErziehungsratgeberDer Wachtturm 2006 | 1. November
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Über das Vermitteln von Werten:
In einem 1969 erschienenen Artikel im New York Times Magazine hob Dr. Bruno Bettelheim hervor, dass ein Kind das „Recht hat, sich nur aufgrund seiner eigenen Lebenserfahrung eine persönliche Meinung zu bilden — und zwar ohne von [elterlicher] Autorität beeinflusst zu werden“. Etwa 30 Jahre später schrieb Dr. Robert Coles in dem Buch Kinder brauchen Werte (2001): „Kinder suchen nach einem Sinn und einer Orientierung in ihrem Leben, nach Werten“, die von ihren Eltern und anderen Erwachsenen als gut empfunden werden.
In Sprüche 22:6 werden Eltern aufgefordert: „Erzieh[t] einen Knaben gemäß dem Weg für ihn; auch wenn er alt wird, wird er nicht davon abweichen.“ Das hebräische Wort, das mit „erziehen“ übersetzt wird, bedeutet auch „beginnen“ und weist hier darauf hin, dass man bei einem Kind schon von klein auf damit beginnen sollte, es anzuleiten. Eltern sollten demnach ihren Kindern von frühester Kindheit an Werte vermitteln (2. Timotheus 3:14, 15). Was Kinder in diesen prägenden Jahren lernen, werden sie wahrscheinlich nie vergessen.
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